Seit 1839 halten in Riesa Eisenbahnzüge – und mehrere deutsche Bahnhöfe bewahren noch heute Bausubstanz aus den 1840er-Jahren. Wer nach dem ältesten Bahnhof Deutschlands sucht, stößt allerdings schnell auf widersprüchliche Antworten. Das liegt nicht nur an lückenhaften Quellen: Ein Bahnhofsstandort kann seit 1839 bestehen, obwohl sein heutiges Empfangsgebäude wesentlich jünger ist. Umgekehrt kann ein Bahnhofsbau von 1840 erhalten sein, obwohl dort längst keine Eisenbahnreisenden mehr einsteigen.
Diese Top 10 trennt deshalb konsequent zwischen Eröffnung des Bahnhofsstandorts, Alter des erhaltenen Empfangsgebäudes und heutiger Nutzung. Berücksichtigt werden noch existierende Bahnhöfe sowie ehemalige Bahnhöfe mit substantiell erhaltener Pionierarchitektur. Vollständig verschwundene Anlagen wie die Endbahnhöfe der 1835 eröffneten Ludwigseisenbahn Nürnberg–Fürth bleiben außen vor. Innerhalb eines Jahres werden genau datierte Eröffnungen und Umfang der erhaltenen Originalsubstanz zur Einordnung herangezogen. Datenstand ist August 2026. Weitere historische Bauwerke finden sich in der Kategorie Gebäude.
So wurde gewertet
Hauptkriterium ist die früheste nachweisbare Datierung eines bis heute existierenden Bahnhofsstandorts oder erhaltenen Bahnhofsbaus. Dabei wird ausdrücklich angegeben, ob Originalsubstanz aus dem Eröffnungsjahr vorhanden ist. Ein alter Standort mit komplett modernem Empfangsgebäude wird deshalb anders eingeordnet als ein erhaltenes Stationsgebäude aus den 1840er-Jahren. Ehemalige Bahnhöfe dürfen aufgenommen werden, wenn wesentliche historische Architektur noch existiert und ihre ursprüngliche Funktion eindeutig dokumentiert ist. Frühe reine Haltepunkte ohne erhaltene Bahnhofsanlage sowie vollständig beseitigte Stationen wurden ausgeschlossen. Alle zehn Quellen führen zu aktuell erreichbaren Seiten von Städten, Kommunen, Verkehrsunternehmen oder institutionellen Fachangeboten.
Übersicht
| Rang | Bahnhof | Ort | Früheste Datierung | Alter 2026 | Originalsubstanz | Personenverkehr heute? | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Riesa | Sachsen | 7. April 1839 | 187 Jahre | heutige Anlage jünger | Ja | Station der ersten deutschen Ferneisenbahn |
| 2 | Vienenburg | Niedersachsen | Empfangsgebäude 1840 | 186 Jahre | Ja | Ja | eines der ältesten Empfangsgebäude Deutschlands |
| 3 | Köthen | Sachsen-Anhalt | Juni 1840 | 186 Jahre | historisches Ensemble erhalten | Ja | erster deutscher Eisenbahnknoten |
| 4 | Alter Bahnhof Augsburg | Bayern | 4. Oktober 1840 | 185 Jahre | historische Halle erhalten | Nein | ältester erhaltener Großstadtbahnhof Deutschlands |
| 5 | Niederau | Sachsen | 15. Mai 1842 | 184 Jahre | umfangreich erhalten | Ja | historischer Bahnhof der Leipzig-Dresdner Eisenbahn |
| 6 | Bayerischer Bahnhof | Leipzig | 1842 | 184 Jahre | Portikus erhalten | Ja, neuer Tiefbahnhof | früher bedeutender Kopfbahnhof |
| 7 | Alter Bahnhof Durlach | Karlsruhe | 1843 | 183 Jahre | historischer Standort erhalten | Nein | früher Anschluss Durlachs an die Badische Hauptbahn |
| 8 | Freiburg Bahnhof | Baden-Württemberg | 23. Juli 1845 | 181 Jahre | Originalgebäude verloren | Ja | Motor der Freiburger Stadterweiterung |
| 9 | Augsburg Hauptbahnhof | Bayern | 1846 | 180 Jahre | Empfangsgebäude erhalten | Ja | sehr altes aktives Großstadt-Empfangsgebäude |
| 10 | Wittenberge | Brandenburg | 1846 | 180 Jahre | Empfangsgebäude erhalten | Ja | historischer Knoten der Berlin-Hamburger Bahn |
1. Bahnhof Riesa – seit 1839 Station der ersten deutschen Ferneisenbahn
Rang: 1 seit 1839
Riesa erhält Rang eins, weil der Ort bereits seit dem 7. April 1839 als Eisenbahnstation dokumentiert ist. An diesem Tag wurde die durchgehende Strecke Leipzig–Dresden eröffnet, die häufig als erste deutsche Ferneisenbahn bezeichnet wird. Die Verbindung war rund 120 Kilometer lang und unterschied sich grundlegend von der vier Jahre zuvor gestarteten Ludwigseisenbahn Nürnberg–Fürth: Sie verband zwei große Städte über eine echte Fernstrecke und machte Orte wie Riesa zu dauerhaften Bestandteilen eines überregionalen Netzes.
Für Riesa war der Bahnhof weit mehr als ein Verkehrsbauwerk. Die Stadt selbst beschreibt die Bahnverbindung als entscheidenden Wachstumsimpuls. Der Eisenbahnanschluss förderte die Industrialisierung, zog Unternehmen an und veränderte die räumliche Entwicklung der Stadt. Das spätere Industriegebiet zwischen dem historischen Stadtkern und dem Bahnhof ist ohne die Schiene kaum zu erklären. Allerdings muss der Rekord präzise formuliert werden: Das heutige Bahnhofsgebäude stammt nicht vollständig von 1839. Rang eins bezieht sich auf den bis heute genutzten Bahnhofsstandort und seine ununterbrochene Bedeutung im Schienenverkehr. Wer ausschließlich nach dem ältesten erhaltenen Empfangsgebäude fragt, landet deshalb eher bei Vienenburg oder Niederau. Riesa steht hier vorne, weil kein älterer heute noch eindeutig bestehender deutscher Bahnhofsstandort mit vergleichbarer Fernbahnkontinuität in die Auswahl fällt.
- Bahnanbindung seit 7. April 1839.
- Teil der ersten deutschen Ferneisenbahn Leipzig–Dresden.
- Riesa wurde bereits 1839 als Hauptstation der Strecke bedeutend.
- Die Bahn beschleunigte Industrialisierung und Stadtwachstum erheblich.
- Der heutige Bahnhof ist baulich jünger als der historische Standort.
- Der Personenverkehr besteht weiterhin.
- Ort
- Riesa, Sachsen
- Eröffnung des Standorts
- 7. April 1839
- Alter 2026
- 187 Jahre
- Ursprüngliche Strecke
- Leipzig–Dresden
- Streckentyp
- Ferneisenbahn
- Historische Funktion
- wichtige Zwischen- beziehungsweise Hauptstation
- Originalgebäude von 1839
- nicht erhalten
- Personenverkehr heute
- Ja
- Wirtschaftliche Wirkung
- wesentlicher Impuls für Riesas Industrialisierung
- Warum Rang 1?
- Ältester in dieser Liste bis heute bestehender und genutzter Bahnhofsstandort
- Quelle
- Stadt Riesa
2. Bahnhof Vienenburg – Empfangsgebäude aus dem Jahr 1840
Rang: 2 historisches Empfangsgebäude Denkmal
Wer nicht nach dem ältesten Standort, sondern nach besonders alter erhaltener Bahnhofsarchitektur sucht, kommt an Vienenburg kaum vorbei. Die Deutsche Bahn nennt das 1840 errichtete Empfangsgebäude ausdrücklich als eines der ältesten Deutschlands. Damit stammt es aus einer Zeit, in der die Eisenbahn in den deutschen Staaten noch ein technisches Experiment war und Bahnhofsarchitekten kaum auf etablierte Vorbilder zurückgreifen konnten. Wartesäle, Fahrkartenschalter, Gepäckabfertigung und Bahnsteigorganisation mussten sich erst zu Standards entwickeln.
Vienenburg lag im Herzogtum Braunschweig an einer der frühesten staatlich betriebenen Eisenbahnregionen Deutschlands. Das erhaltene Gebäude vermittelt deshalb nicht nur Architekturgeschichte, sondern zeigt, wie schnell die Bahn nach den ersten deutschen Strecken in den späten 1830er-Jahren expandierte. Später wurde die Anlage erweitert. Neben dem Empfangsgebäude befindet sich der sogenannte Kaisersaal, der mit einem Besuch Kaiser Wilhelms I. im Jahr 1875 verbunden ist. Heute wird Vienenburg weiterhin von Personenzügen bedient; zugleich erinnert ein Eisenbahnmuseum an die frühe Geschichte der Station. Genau diese Kombination gibt dem Bahnhof Rang zwei: Anders als Riesa besitzt Vienenburg bedeutende erhaltene historische Gebäudesubstanz aus der Pionierphase selbst. Weil die exakte betriebliche Datierung des frühesten Stationsbetriebs in Quellen unterschiedlich gefasst wird, wird hier bewusst das sicher belegte Baujahr 1840 als entscheidende Kennzahl verwendet.
- Empfangsgebäude 1840 errichtet.
- Eines der ältesten erhaltenen Bahnhofsgebäude Deutschlands.
- Bis heute als Bahnhofsstandort in Betrieb.
- Historischer Kaisersaal erinnert an den Besuch Wilhelms I.
- Am Bahnhof befindet sich ein Eisenbahnmuseum.
- Das Gebäude steht für die früheste Phase staatlicher Eisenbahnen im Herzogtum Braunschweig.
- Ort
- Vienenburg, Goslar, Niedersachsen
- Datierung Empfangsgebäude
- 1840
- Alter 2026
- 186 Jahre
- Historische Region
- Herzogtum Braunschweig
- Originalsubstanz
- wesentliche Teile des historischen Empfangsgebäudes erhalten
- Zusatzbau
- Kaisersaal
- Kaiserbesuch
- Wilhelm I. im Jahr 1875
- Personenverkehr heute
- Ja
- Museum
- Eisenbahnmuseum am Bahnhof
- Besonderheit
- eines der ältesten erhaltenen Empfangsgebäude Deutschlands
- Quelle
- Deutsche Bahn
3. Bahnhof Köthen – Deutschlands erster Eisenbahnknoten
Rang: 3 erster Eisenbahnknoten
Köthen schreibt Eisenbahngeschichte nicht nur durch sein Alter, sondern durch seine Funktion. Als im Juni 1840 die Magdeburg-Cöthen-Halle-Leipziger Eisenbahngesellschaft den Verkehr aufnahm und wenig später auch die Berlin-Anhaltische Eisenbahn Köthen erreichte, entstand hier nach Angaben der Stadt der erste Eisenbahnknoten im Gebiet des damaligen Deutschen Bundes. Das war ein entscheidender Schritt: Aus einzelnen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen entwickelte sich erstmals ein Netz, in dem Reisende und Güter zwischen verschiedenen Bahnunternehmen und Richtungen wechseln konnten.
Auch baulich ist Köthen außergewöhnlich. Die konkurrierenden Gesellschaften errichteten eigene repräsentative Empfangsgebäude, den sogenannten Magdeburger und den Berliner Bahnhof. Beide standen symmetrisch zu den Gleisanlagen. Hinzu kam eine große Bahnhofsrestauration mit Konditorei, Wohnungen, Salons und zeitweise sogar Spielbetrieb. Dieses Ensemble zeigt, dass Bahnhöfe bereits 1840 begannen, mehr als reine Einstiegsstellen zu werden. Sie wurden Orte für Gastronomie, Aufenthalt und gesellschaftliche Begegnung. Spätere Erweiterungen und Neubauten veränderten den Knoten erheblich, doch Köthen bewahrt ein für Deutschland außergewöhnliches Ensemble mehrerer Eisenbahnepochen. Im Ranking liegt der Bahnhof hinter Vienenburg, weil dort das einzelne frühe Empfangsgebäude besonders geschlossen erhalten ist. Historisch betrachtet besitzt Köthen jedoch sogar die größere netzpolitische Bedeutung: Hier begann die deutsche Eisenbahn, sich von einzelnen Linien zu einem verknüpften System zu entwickeln.
- Eisenbahnbetrieb seit Juni 1840.
- Erster Eisenbahnknoten im Gebiet des Deutschen Bundes.
- Verknüpfung mehrerer früher Eisenbahngesellschaften.
- Historische Berliner und Magdeburger Stationsgebäude.
- Große Bahnhofsrestauration bereits in der Pionierzeit.
- Das Ensemble dokumentiert mehrere Generationen deutscher Eisenbahnarchitektur.
- Ort
- Köthen (Anhalt), Sachsen-Anhalt
- Früheste Betriebsaufnahme
- Juni 1840
- Alter 2026
- 186 Jahre
- Erste große Gesellschaft
- Magdeburg-Cöthen-Halle-Leipziger Eisenbahngesellschaft
- Zweite Gesellschaft
- Berlin-Anhaltische Eisenbahngesellschaft
- Historische Stationsgebäude
- Berliner und Magdeburger Bahnhof
- Zusatzanlage
- Bahnhofsrestauration mit Gastronomie und Salons
- Netzfunktion
- Kreuzungs- und Umsteigepunkt
- Personenverkehr heute
- Ja
- Rekord
- erster Eisenbahnknoten im Deutschen Bund
- Quelle
- Stadt Köthen (Anhalt)
4. Alter Bahnhof Augsburg – eine Bahnhofshalle von 1840 wird zum Straßenbahndepot
Rang: 4 Originalhalle 1840
Am 4. Oktober 1840 erreichte die Eisenbahn Augsburg auf der Strecke nach München. Vor dem Roten Tor entstand dafür ein Kopfbahnhof, dessen historische Halle bis heute erhalten ist. Die Stadtwerke Augsburg bezeichnen sie als ältesten heute noch erhaltenen Großstadtbahnhof auf deutschem Boden. Das Kuriose: Seit mehr als einem Jahrhundert dient die Halle nicht mehr der Eisenbahn, sondern dem städtischen Straßenbahnbetrieb. Damit gehört sie zu den bemerkenswertesten Beispielen erfolgreicher Umnutzung früher Verkehrsinfrastruktur.
Die ursprüngliche Strecke München–Augsburg war eine der ersten großen Eisenbahnverbindungen Deutschlands. Fahrgäste benötigten für die Reise zunächst etwa zweieinhalb Stunden – damals ein massiver Zeitgewinn gegenüber der Straße. Der Bahnhof selbst war als Sackbahnhof ausgelegt. In der etwa 60 Meter langen Einstieghalle mussten Lokomotiven mit handbetriebenen Drehscheiben bewegt werden. Bereits nach sechs Jahren war die Anlage jedoch zu klein und für die Weiterführung der Bahn nach Norden ungünstig. 1846 übernahm der neue Augsburger Hauptbahnhof die Funktion. Der alte Bahnhof wurde später unter anderem militärisch genutzt und 1920 in das Straßenbahndepot integriert. Gerade diese Nachnutzung rettete einen erheblichen Teil der frühen Halle. Rang vier statt eines höheren Platzes ergibt sich daraus, dass der Ort heute kein Eisenbahnbahnhof mehr ist. Als erhaltenes Bauzeugnis von 1840 ist er dennoch älter als fast alle aktiven Großstadtbahnhöfe Deutschlands.
- Eisenbahneröffnung am 4. Oktober 1840.
- Ehemaliger Endbahnhof der Strecke München–Augsburg.
- Historische Einstieghalle rund 60 Meter lang.
- Lokomotiven wurden mithilfe von Drehscheiben bewegt.
- Bereits 1846 als Personenbahnhof ersetzt.
- Seit 1920 Bestandteil eines Straßenbahndepots.
- Ort
- Augsburg, Bayern
- Eröffnung
- 4. Oktober 1840
- Alter 2026
- 185 Jahre
- Ursprüngliche Strecke
- München–Augsburg
- Bauform
- Kopfbahnhof / Sackbahnhof
- Länge der historischen Halle
- ca. 60 m
- Betrieb als Bahnhof
- 1840–1846
- Spätere Nutzung
- unter anderem Militärreithalle
- Nutzung seit 1920
- Straßenbahndepot
- Besonderheit
- ältester noch erhaltener ehemaliger Großstadtbahnhof Deutschlands
- Quelle
- Stadtwerke Augsburg
5. Bahnhof Niederau – 1842 für Reisende aus Meißen gebaut
Rang: 5 bis heute Station 1842
Der Bahnhof Niederau entstand aus einem praktischen Problem. Die 1839 eröffnete Eisenbahn Leipzig–Dresden führte an Meißen vorbei, und der zunächst nächstgelegene Halt bei Oberau war für Reisende nur schwer zu erreichen. Deshalb ließ man eine neue, rund 4,5 Kilometer lange schnurgerade Chaussee von Meißen nach Niederau bauen und errichtete dort einen eigenen Bahnhof. Nach sieben Monaten Bauzeit wurde die Station am 15. Mai 1842 eingeweiht.
Das Ensemble war für einen frühen Landbahnhof erstaunlich umfangreich. Es bestand aus Betriebsgebäude, Gaststätte, Pferdestall und Kutscherstube. Damit wurde die Übergangsphase zwischen Postkutsche und Eisenbahn direkt in die Architektur eingebaut: Wer aus Meißen kam, reiste zunächst auf der Straße nach Niederau und stieg dort in den Zug. Die Gemeinde bezeichnet Niederau heute als ältesten in Betrieb befindlichen Bahnhof Deutschlands. Diese Formulierung bezieht sich vor allem auf den sehr alten Bahnhofskomplex und seine lange Nutzung; andere Ranglisten kommen je nach Definition zu Riesa oder Vienenburg. Sicher ist: Niederau besitzt außergewöhnlich viel historische Substanz von 1842. Das ursprüngliche Empfangsgebäude wurde später anders genutzt, blieb aber erhalten. Die Station liegt weiterhin an der wichtigen Strecke Leipzig–Dresden. Gerade die Verbindung aus laufendem Personenverkehr, Pionierarchitektur und einer klar dokumentierten Entstehungsgeschichte macht Niederau zu einem der stärksten Kandidaten auf den Titel „ältester historischer Bahnhof Deutschlands“.
- Einweihung am 15. Mai 1842.
- Nach nur sieben Monaten Bauzeit fertiggestellt.
- Rund 4,5 Kilometer lange Zufahrtsstraße aus Meißen gebaut.
- Frühes Ensemble aus Betriebsgebäude, Gaststätte, Stall und Kutscherstube.
- Bis heute Bahnstation an der Strecke Leipzig–Dresden.
- Historische Gebäude des frühen Bahnhofskomplexes sind erhalten.
- Ort
- Niederau, Sachsen
- Eröffnung
- 15. Mai 1842
- Alter 2026
- 184 Jahre
- Bauzeit
- ca. 7 Monate
- Historische Zubringerstraße
- ca. 4,5 km von Meißen
- Frühe Anlagen
- Betriebsgebäude, Gaststätte, Pferdestall, Kutscherstube
- Strecke
- Leipzig–Dresden
- Historische Originalsubstanz
- umfangreich erhalten
- Personenverkehr heute
- Ja
- Besonderheit
- außergewöhnlich alter erhaltener Bahnhofskomplex im laufenden Streckenbetrieb
- Quelle
- Gemeinde Niederau
6. Bayerischer Bahnhof Leipzig – vom Kopfbahnhof zum Tunnelbahnhof
Rang: 6 1842 Portikus erhalten
Der Bayerische Bahnhof in Leipzig erzählt Eisenbahngeschichte in zwei völlig verschiedenen Ebenen. Oben steht noch das monumentale historische Tor des alten Kopfbahnhofs, unten fahren heute S-Bahnen durch den City-Tunnel. Die Ursprünge reichen bis 1842 zurück, als der erste Abschnitt der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn zwischen Leipzig und Altenburg eröffnet wurde. Nach sieben Jahren Verhandlungen und nur rund 14 Monaten Bauzeit begann hier der Verkehr Richtung Süden.
In der Frühzeit mussten Reisende noch mit vergleichsweise einfachen „Personenschuppen“ auskommen. Der Bahnhof wuchs jedoch rasch zu einer großen Kopfanlage heran und entwickelte sich zu einem wichtigen Ausgangspunkt Richtung Bayern. Über mehr als eineinhalb Jahrhunderte blieb diese Funktion grundsätzlich erhalten. Erst 2001 endete der oberirdische reguläre Personenbetrieb. Für den Bau des Leipziger City-Tunnels wurden große Teile der alten Gleisanlagen beseitigt. Das denkmalgeschützte Portikusgebäude blieb dagegen erhalten und wurde während der Bauarbeiten sogar technisch aufwendig versetzt beziehungsweise gesichert. Seit 2013 befindet sich unter dem historischen Areal wieder ein aktiver Bahnhof. Damit ist Leipzig ein Sonderfall: Die heutige Station ist technisch ein moderner Tunnelbahnhof, steht aber unmittelbar am Standort eines der frühesten deutschen Kopfbahnhöfe. Rang sechs ergibt sich aus dem Eröffnungsjahr 1842; Niederau liegt aufgrund der genau datierten Mai-Eröffnung und des umfassender erhaltenen historischen Bahnhofskomplexes knapp davor.
- Eröffnung des ersten Streckenabschnitts 1842.
- Ausgangspunkt der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn Richtung Altenburg und Bayern.
- Historisch großer Kopfbahnhof.
- Oberirdischer Personenverkehr 2001 beendet.
- Historischer Portikus blieb erhalten.
- Seit 2013 moderner S-Bahn-Tunnelbahnhof unter dem Areal.
- Ort
- Leipzig, Sachsen
- Eröffnung
- 1842
- Alter 2026
- 184 Jahre
- Ursprüngliche Bahn
- Sächsisch-Bayerische Eisenbahn
- Erster Streckenabschnitt
- Leipzig–Altenburg
- Frühere Bauform
- Kopfbahnhof
- Oberirdischer Personenverkehr beendet
- 2001
- Erhaltenes Wahrzeichen
- historischer Portikus
- Neuer Tunnelbahnhof
- seit 2013
- Besonderheit
- historischer Kopfbahnhof und moderner Tiefbahnhof am selben Standort
- Quelle
- Bayerischer Bahnhof Leipzig
7. Alter Bahnhof Durlach – seit 1843 veränderte die Bahn die Stadt
Rang: 7 1843
1843 erhielt Durlach Anschluss an die Eisenbahnstrecke Karlsruhe–Heidelberg–Mannheim. Der damalige Bahnhof lag an der heutigen Gritznerstraße und blieb bis 1911 der zentrale Durlacher Bahnstandort. Die Karlsruher Stadtgeschichte nennt den „Alten Bahnhof“ ausdrücklich als Teil der Stadtentwicklung dieser Epoche. Auch wenn der heutige reguläre Bahnhof Durlach später an anderer Stelle entstand, ist der historische Standort ein wichtiges Relikt der frühen badischen Eisenbahngeschichte.
Die Badische Hauptbahn gehörte zu den bedeutendsten staatlichen Infrastrukturprojekten des Großherzogtums Baden. Die Bahn veränderte nicht nur Reisezeiten, sondern auch die Lage von Fabriken. In Durlach entstanden im Umfeld der Eisenbahn große Industrieunternehmen; einige besaßen später eigene Gleisanschlüsse. Besonders die ab 1872 aufgebaute Nähmaschinenfabrik Gritzner prägte das Viertel. Hier zeigt sich eine typische Entwicklung des 19. Jahrhunderts: Zuerst kam der Bahnhof an den Rand des bestehenden Ortes, anschließend wuchs die Industrie zum Bahnhof hin. Mit steigendem Verkehr reichten die frühen Anlagen schließlich nicht mehr aus, sodass 1911 ein neuer Bahnhof in Betrieb ging. Rang sieben ist daher methodisch anders zu lesen als Niederau oder Vienenburg: Durlach bewahrt keinen unveränderten aktiven Bahnhof von 1843, sondern einen historisch eindeutig dokumentierten frühen Bahnhofsstandort. Gerade diese Differenz macht deutlich, warum Alter und heutige Funktion bei frühen Bahnhöfen getrennt bewertet werden müssen.
- Durlacher Eisenbahnanschluss seit 1843.
- Früher Bahnhof an der heutigen Gritznerstraße.
- Historischer Bahnhof bis 1911 genutzt.
- Anschluss an die Verbindung Karlsruhe–Heidelberg–Mannheim.
- Die Eisenbahn förderte die Industrialisierung Durlachs stark.
- Spätere Fabriken nutzten teilweise eigene Gleisanschlüsse.
- Ort
- Karlsruhe-Durlach, Baden-Württemberg
- Eröffnung / Bahnanschluss
- 1843
- Alter des Standorts 2026
- 183 Jahre
- Historische Strecke
- Karlsruhe–Heidelberg–Mannheim
- Alter Bahnhof genutzt bis
- 1911
- Historischer Standort
- Gritznerstraße
- Wirtschaftliche Wirkung
- starker Impuls für Industrialisierung und Fabrikansiedlungen
- Direkte Gleisanschlüsse
- bei mehreren Industrieunternehmen
- Personenverkehr am alten Standort
- Nein
- Besonderheit
- früher Bahnhof der Badischen Hauptbahn im heutigen Karlsruher Stadtgebiet
- Quelle
- Stadt Karlsruhe
8. Bahnhof Freiburg – seit 1845 Motor des Stadtwachstums
Rang: 8 Badische Hauptbahn
Am 23. Juli 1845 wurde der Freiburger Bahnhof von Großherzog Leopold eröffnet. Der erste Zug verband Freiburg mit Offenburg und integrierte die Stadt damit in die im Aufbau befindliche Badische Hauptbahn. Das ursprüngliche Empfangsgebäude entwarf Friedrich Eisenlohr, einer der wichtigsten deutschen Bahnhofsarchitekten der frühen Eisenbahnzeit. Seine Bauten halfen überhaupt erst dabei, eine architektonische Sprache für den neuen Gebäudetyp „Bahnhof“ zu entwickeln.
Die Folgen für Freiburg waren tiefgreifend. Die Stadtgeschichte nennt die Eisenbahn ausdrücklich als wichtigen Faktor für den wirtschaftlichen Aufstieg. Mitte des 19. Jahrhunderts lag der Bahnhof zunächst außerhalb der dicht bebauten Altstadt. In den folgenden Jahrzehnten wuchs Freiburg jedoch stark in seine Richtung. Neue Wohnviertel und Gewerbestandorte entstanden, die Einwohnerzahl stieg erheblich. Das ursprüngliche Bahnhofsgebäude wurde bereits 1872 erweitert, weil das Verkehrsaufkommen schnell zunahm. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Anlage schwere Schäden; der heutige Bahnhof ist daher kein vollständig erhaltenes Gebäude von 1845. Genau deshalb steht Freiburg hinter Durlach. Als durchgehend bedeutender Bahnhofsstandort besitzt Freiburg jedoch eine bemerkenswert lange Geschichte von mehr als 180 Jahren. Das Beispiel zeigt außerdem, wie sich die Rolle großer Stadtbahnhöfe wandelte: vom Randbauwerk vor der Stadtmauer zum heute vollständig in die Innenstadt integrierten Mobilitätszentrum.
- Eröffnung am 23. Juli 1845.
- Eröffnung durch Großherzog Leopold.
- Architekt des ersten Empfangsgebäudes: Friedrich Eisenlohr.
- Erste Bahnverbindung von Freiburg Richtung Offenburg.
- Erweiterung des Empfangsgebäudes bereits 1872.
- Die Eisenbahn beschleunigte Freiburgs Wachstum und Industrialisierung.
- Ort
- Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg
- Eröffnung
- 23. Juli 1845
- Alter 2026
- 181 Jahre
- Eröffnet durch
- Großherzog Leopold
- Architekt
- Friedrich Eisenlohr
- Historische Bahn
- Badische Hauptbahn
- Frühe Verbindung
- Freiburg–Offenburg
- Erste große Erweiterung
- 1872
- Originalgebäude heute
- nicht vollständig erhalten
- Personenverkehr heute
- Ja
- Quelle
- Stadt Freiburg
9. Augsburg Hauptbahnhof – ein Großstadtbahnhof mit Kern von 1846
Rang: 9 bis heute in Betrieb historischer Bau
Augsburg taucht in dieser Top 10 gleich zweimal auf – aus gutem Grund. Der erste Bahnhof von 1840 wurde bereits sechs Jahre später ersetzt, weil die Bahn weiter nach Norden und Süden wachsen sollte. Der neue Durchgangsbahnhof am heutigen Standort entstand nach Plänen von Eduard Rüber und wurde 1846 eröffnet. Damit gehört der Augsburger Hauptbahnhof zu den ältesten großen Bahnhofsanlagen Deutschlands, deren historisches Empfangsgebäude bis heute unmittelbar mit dem regulären Bahnverkehr verbunden ist.
Das Gebäude blieb allerdings nicht unverändert. Schon 1852 kamen nördliche und südliche Flügel hinzu. Zwischen 1869 und 1877 wurde der Bau erneut wesentlich vergrößert und erhielt jene spätklassizistische Erscheinung, die das Bild bis heute prägt. Die Stadtwerke Augsburg weisen darauf hin, dass der Bahnhof gerade deshalb eine Besonderheit darstellt: Unter späteren Erweiterungen steckt noch immer der Kern des frühen Gebäudes. Im 21. Jahrhundert folgte der nächste radikale Schritt. Im Rahmen der Mobilitätsdrehscheibe wurde eine unterirdische Straßenbahnhaltestelle unter den Hauptbahnhof gebaut, sodass Fernbahn, Regionalbahn und Straßenbahn künftig auf mehreren Ebenen miteinander verknüpft werden. Das ist fast eine Wiederholung der Geschichte von 1846: Schon damals musste Augsburg seinen Bahnhof neu denken, weil das bestehende Verkehrssystem zu klein geworden war. Rang neun ergibt sich aus der Eröffnung nach Freiburg; hinsichtlich der erhaltenen historischen Großstadtarchitektur ist Augsburg allerdings außergewöhnlicher.
- Neuer Augsburger Hauptbahnhof 1846 eröffnet.
- Entwurf des ursprünglichen Empfangsgebäudes von Eduard Rüber.
- Erste Erweiterung bereits 1852.
- Großer Umbau zwischen 1869 und 1877.
- Historischer Gebäudekern bis heute Teil des aktiven Hauptbahnhofs.
- Im 21. Jahrhundert zur multimodalen Mobilitätsdrehscheibe umgebaut.
- Ort
- Augsburg, Bayern
- Eröffnung
- 1846
- Alter 2026
- 180 Jahre
- Architekt
- Eduard Rüber
- Bauform
- Durchgangsbahnhof
- Erste Erweiterung
- 1852
- Großer historischer Umbau
- 1869–1877
- Historischer Baustil heute
- romantischer Spätklassizismus
- Personenverkehr heute
- Ja
- Besonderheit
- sehr altes aktives Empfangsgebäude einer deutschen Großstadt
- Quelle
- Stadtwerke Augsburg
10. Bahnhof Wittenberge – 1846 gebaut und 2026 grundlegend saniert
Rang: 10 denkmalgeschützt 180 Jahre
Der Bahnhof Wittenberge verbindet frühe Eisenbahngeschichte mit einer erstaunlich aktuellen Entwicklung. Das historische Empfangsgebäude wurde 1846 an der Bahnverbindung zwischen Berlin und Hamburg errichtet. 2026 feierte die Stadt den 180. Geburtstag des Hauses – und zugleich den weitgehenden Abschluss einer umfassenden Sanierung. Damit steht auf Platz zehn ein Bahnhof, bei dem die frühe Bausubstanz nicht nur konserviert, sondern wieder stärker in das öffentliche Leben integriert wird.
Wittenberge verdankt einen großen Teil seiner industriellen Entwicklung der Eisenbahn. Die Lage ungefähr zwischen Berlin und Hamburg machte die Elbestadt zu einem wichtigen Betriebsstandort. Noch 1846 nahm auch der erste Lokschuppen den Betrieb auf; später entwickelte sich Wittenberge zu einem bedeutenden Eisenbahnknoten und Bahnbetriebswerk. Das Empfangsgebäude selbst besitzt rund 3.600 Quadratmeter Nutzfläche. Die Sanierung begann 2023 und kostete etwa 22 Millionen Euro. Neben denkmalgerechter Restaurierung erhielt das Gebäude moderne Technik, Aufzüge, Photovoltaik und einen Fernwärmeanschluss. Der ehemalige Mitropa-Saal wird als Mobilitätszentrale, Wartebereich und Gastronomie neu genutzt. Damit schließt sich ein Kreis: Ein Gebäude, das im frühen Eisenbahnzeitalter Reisende empfing, übernimmt 180 Jahre später erneut eine zentrale Rolle für Mobilität und Aufenthalt. Wittenberge steht hinter Augsburg, weil für Augsburg die Eröffnung im Jahresverlauf früher dokumentiert ist; beide Bahnhöfe gehören jedoch derselben außergewöhnlich frühen Generation von 1846 an.
- Historisches Empfangsgebäude 1846 errichtet.
- 2026 genau 180 Jahre alt.
- Rund 3.600 Quadratmeter Nutzfläche.
- Umfassende Sanierung ab 2023.
- Investitionsvolumen rund 22 Millionen Euro.
- Mobilitätszentrale, Wartebereich und Gastronomie im historischen Gebäude.
- Photovoltaik, Fernwärme und Aufzüge ergänzen die denkmalgeschützte Substanz.
- Ort
- Wittenberge, Brandenburg
- Baujahr Empfangsgebäude
- 1846
- Alter 2026
- 180 Jahre
- Historische Strecke
- Berlin–Hamburg
- Nutzfläche Gebäude
- ca. 3.600 m²
- Sanierungsbeginn
- 2023
- Sanierung weitgehend abgeschlossen
- 2026
- Investitionsvolumen
- ca. 22 Mio. Euro
- Denkmalschutz
- Ja
- Personenverkehr heute
- Ja
- Besonderheit
- historisches Empfangsgebäude von 1846 mit moderner Mobilitätsnutzung
- Quelle
- Stadt Wittenberge
FAQ: Die ältesten Bahnhöfe Deutschlands
Welcher ist der älteste Bahnhof Deutschlands?
Das hängt von der Definition ab. Riesa besitzt einen bis heute genutzten Bahnhofsstandort, der seit der Eröffnung der Leipzig-Dresdner Eisenbahn am 7. April 1839 belegt ist. Wenn ausschließlich nach besonders alter erhaltener Bahnhofsbebauung gefragt wird, gehören Vienenburg mit seinem Empfangsgebäude von 1840 und der ebenfalls 1840 eröffnete Alte Bahnhof Augsburg zu den wichtigsten Kandidaten.
Welcher ist der älteste Bahnhof Deutschlands, der noch in Betrieb ist?
Auch hier ist die Definition entscheidend. Die Gemeinde Niederau bezeichnet ihren 1842 eröffneten Bahnhof als ältesten noch in Betrieb befindlichen Bahnhof Deutschlands, weil ein außergewöhnlich alter historischer Gebäudekomplex erhalten ist. Riesa ist als noch genutzter Bahnhofsstandort sogar seit 1839 belegt, besitzt aber kein vollständiges Empfangsgebäude mehr aus diesem Jahr.
Warum fehlt Nürnberg trotz der ersten deutschen Eisenbahn von 1835?
Die Ludwigseisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth nahm 1835 den Betrieb auf und war die erste öffentliche Eisenbahn mit Dampfbetrieb in Deutschland. Ihre damaligen Endbahnhöfe sind jedoch nicht als heutige Eisenbahnbahnhöfe mit substantiell erhaltenem historischen Bahnhofskomplex erhalten. Deshalb wurden sie nach der Methodik dieser Liste nicht aufgenommen.
Welches ist das älteste erhaltene Bahnhofsgebäude einer deutschen Großstadt?
Der Alte Bahnhof Augsburg vor dem Roten Tor wurde 1840 eröffnet und ist in wesentlichen Teilen erhalten. Heute dient die historische Halle allerdings als Teil eines Straßenbahndepots. Der heutige Augsburger Hauptbahnhof von 1846 zählt dagegen zu den ältesten noch regulär für den Eisenbahnverkehr genutzten Empfangsgebäuden einer deutschen Großstadt.
Warum wurden viele frühe Bahnhofsgebäude so schnell ersetzt?
Die Eisenbahn entwickelte sich schneller, als Planer der 1830er- und 1840er-Jahre erwartet hatten. Fahrgastzahlen, Güterverkehr und Streckennetze wuchsen innerhalb weniger Jahre stark. Kleine Endbahnhöfe wurden deshalb häufig erweitert, zu Durchgangsbahnhöfen umgebaut oder vollständig durch größere Anlagen ersetzt. Kriegszerstörungen und Stadtumbauten führten später zu weiteren Verlusten.







