Die 10 ältesten Häuser der Welt

Die 10 ältesten Häuser der Welt

Welche Häuser sind wirklich die ältesten der Welt? Diese Liste sortiert archäologisch nachgewiesene Wohnhäuser, Hausreste und frühe Siedlungshäuser nach dem frühesten plausiblen Datierungsansatz. Nicht gezählt wurden reine Tempel, Grabkammern, Monumente oder moderne Rekonstruktionen ohne erhaltenen Befund.

Übersicht

  1. Mureybet-Häuser
  2. Star-Carr-Haus
  3. Howick House
  4. Çatalhöyük-Häuser
  5. ʿAin-Ghazal-Häuser
  6. Mehrgarh-Häuser
  7. Jarmo-Häuser
  8. Choirokoitia-Rundhäuser
  9. Knap of Howar
  10. Skara Brae
Rang Haus / Siedlung Datierung Ort Erhaltungszustand Besonderheit
1 Mureybet-Häuser ca. 9700 v. Chr. Syrien archäologische Reste frühe Rundhäuser am Euphrat
2 Star-Carr-Haus ca. 9000 v. Chr. England Pfosten- und Bodenbefunde ältestes bekanntes Haus Britanniens
3 Howick House ca. 7800 v. Chr. England Grundriss erhalten lange genutzte mesolithische Hütte
4 Çatalhöyük-Häuser ab ca. 7400 v. Chr. Türkei Siedlungsschichten frühe Großsiedlung ohne Straßen
5 ʿAin-Ghazal-Häuser ab ca. 7250 v. Chr. Jordanien Siedlungsreste großes Dorf mit Steinhäusern
6 Mehrgarh-Häuser ab ca. 7000 v. Chr. Pakistan Lehmziegelstrukturen frühe Siedlung Südasiens
7 Jarmo-Häuser ca. 7000 v. Chr. Irak Hausgrundrisse frühes Bauerndorf im Zagros-Gebiet
8 Choirokoitia-Rundhäuser spätes 7. Jahrtausend v. Chr. Zypern Stein- und Lehmreste UNESCO-Welterbe
9 Knap of Howar 3. Jahrtausend v. Chr. Schottland stehende Steinbauten älteste stehende Steinhäuser Nordwesteuropas
10 Skara Brae ca. 3180–2500 v. Chr. Schottland sehr gut erhalten komplettes neolithisches Dorf

Mureybet-Häuser

Rang: 1 Früheste Hausreste

Mureybet am mittleren Euphrat gehört zu den frühesten bekannten Orten, an denen dauerhafte Wohnarchitektur nachgewiesen wurde. Die ältesten Hausbefunde werden mit der Übergangszeit vom späten Jäger-Sammler-Leben zur frühen Sesshaftigkeit verbunden. Besonders wichtig sind die runden oder halb eingetieften Strukturen, die als Wohn-, Arbeits- und Lagerbereiche interpretiert werden. Der Fundort selbst liegt heute unter dem Wasser des Assad-Sees, weshalb keine sichtbaren Häuser mehr erhalten sind. Für die Geschichte des Wohnens ist Mureybet dennoch zentral: Hier lässt sich erkennen, wie aus saisonalen Lagerplätzen dauerhaft organisierte Siedlungsräume wurden.

  • Frühe Rundhaus-Architektur im Vorderen Orient
  • Datierung deutlich vor den klassischen neolithischen Großsiedlungen
  • Heute durch Stausee überflutet
Datierung
ca. 9700 v. Chr.
Land
Syrien
Typ
Rundhäuser / frühe Siedlungsarchitektur
Quelle
Palethnologie

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Star-Carr-Haus

Rang: 2 Britanniens ältestes Haus

Star Carr in North Yorkshire ist einer der wichtigsten mesolithischen Fundorte Europas. Dort wurde eine hausartige Struktur entdeckt, die auf etwa 9000 v. Chr. datiert wird. Erhalten sind keine Wände im heutigen Sinn, sondern archäologische Spuren wie Pfostenlöcher, Bodenbereiche und Hinweise auf eine künstlich angelegte Wohnfläche. Der Befund ist deshalb so bedeutend, weil er zeigt, dass Menschen in Nordwesteuropa kurz nach der letzten Eiszeit komplexere Lager- und Wohnplätze nutzten, als lange angenommen wurde. Zusätzlich lieferte Star Carr außergewöhnliche Funde aus Holz, Geweih und organischem Material.

  • Ältestes bekanntes Haus in Großbritannien
  • Mesolithischer Fundplatz mit sehr guter organischer Erhaltung
  • Auch frühe Holzarbeiten und Geweihobjekte wurden gefunden
Datierung
mindestens ca. 9000 v. Chr.
Ort
North Yorkshire, England
Erhaltung
Pfostenlöcher und Bodenbefunde
Quelle
University of York

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Howick House

Rang: 3 Mesolithische Hütte

Das Howick House an der Küste Northumberlands galt lange als ältestes bekanntes Haus Großbritanniens, bevor Star Carr noch ältere Befunde lieferte. Der Grundriss zeigt eine runde Hütte mit Pfostenlöchern, Feuerstellen und Nutzungsspuren. Radiokarbondaten aus den Herdstellen deuten auf eine Errichtung um 7800 v. Chr. hin. Bemerkenswert ist vor allem die vermutete Nutzungsdauer: Das Gebäude wurde offenbar nicht nur kurzzeitig bewohnt, sondern über einen längeren Zeitraum genutzt oder erneuert. Damit liefert Howick einen seltenen Einblick in die Wohnweise mesolithischer Küstengemeinschaften.

  • Runder Hausgrundriss mit Feuerstellen
  • Datierung über Holzkohle und Herdbefunde
  • Wichtiger Nachweis früher Sesshaftigkeit in Nordengland
Datierung
ca. 7800 v. Chr.
Ort
Northumberland, England
Typ
Mesolithische Rundhütte
Quelle
Archaeological Research Services

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Çatalhöyük-Häuser

Rang: 4 UNESCO-Welterbe

Çatalhöyük in Anatolien ist keine einzelne Hausruine, sondern eine der berühmtesten frühen Großsiedlungen der Welt. Die Häuser standen dicht an dicht, meist ohne Straßen dazwischen; betreten wurden sie wahrscheinlich über Dächer. Die ältesten Schichten beginnen um 7400 v. Chr. und zeigen eine erstaunlich organisierte Wohnkultur mit Lehmziegelarchitektur, Wandmalereien, Plattformen und Bestattungen innerhalb der Häuser. Für die Archäologie ist Çatalhöyük besonders wertvoll, weil sich hier über viele Schichten hinweg nachvollziehen lässt, wie Menschen über Jahrhunderte in einer dichten Siedlung lebten.

  • 18 neolithische Siedlungsschichten auf dem Ostmound
  • Häuser aus Lehmziegeln mit Innenausstattung
  • Seit 2012 UNESCO-Welterbe
Datierung
ca. 7400–6200 v. Chr.
Ort
Konya-Ebene, Türkei
Typ
Neolithische Lehmziegelhäuser
Quelle
UNESCO

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ʿAin-Ghazal-Häuser

Rang: 5 Steinhäuser

ʿAin Ghazal bei Amman war im frühen Neolithikum eine der größten bekannten Siedlungen des südlichen Levante-Raums. Der Ort wurde etwa ab 7250 v. Chr. besiedelt und entwickelte sich zu einem ausgedehnten Dorf mit Steinhäusern. Bekannt ist ʿAin Ghazal vor allem für seine monumentalen Gipsfiguren, doch für die Geschichte des Wohnens sind die Hausbefunde ebenso wichtig. Sie zeigen, wie stark sich frühe Dorfgemeinschaften bereits organisiert hatten: mit festen Gebäuden, wiederkehrenden Grundrissen und einer zunehmend komplexen sozialen Struktur.

  • Große neolithische Siedlung nahe dem heutigen Amman
  • Steinhäuser auf einer Fläche von mehreren Hektar
  • Berühmt für frühe symbolische Kunst und Gipsfiguren
Datierung
ab ca. 7250 v. Chr.
Land
Jordanien
Typ
Neolithisches Dorf mit Steinhäusern
Quelle
University of Texas at Austin

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Mehrgarh-Häuser

Rang: 6 Südasien

Mehrgarh in Belutschistan zählt zu den frühesten bekannten Siedlungen Südasiens. Der Fundplatz liegt nahe dem Bolan-Pass und zeigt eine lange Entwicklung vom frühen Bauerndorf bis zu komplexeren Siedlungsformen. Die ältesten Bereiche werden um 7000 v. Chr. angesetzt. Besonders relevant sind Lehmziegelstrukturen und Siedlungsschichten, die frühe Landwirtschaft, Vorratshaltung und dauerhaftes Wohnen belegen. Mehrgarh ist damit ein Schlüsselort für die Vorgeschichte des Indusraums und zeigt, dass sesshaftes Leben in Südasien sehr früh einsetzte.

  • Früher Siedlungsplatz am Übergang zum Indusraum
  • Lehmziegelarchitektur und sichtbare In-situ-Strukturen
  • UNESCO-Tentativliste seit 2004
Datierung
ab ca. 7000 v. Chr.
Land
Pakistan
Typ
Frühes Bauerndorf / Lehmziegelhäuser
Quelle
UNESCO Tentative Lists

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Jarmo-Häuser

Rang: 7 Zagros-Dorf

Jarmo im heutigen Irak ist ein klassischer Fundort der frühen Neolithikforschung. Die Ausgrabungen zeigten ein kleines Bauerndorf mit einfachen Häusern, das um 7000 v. Chr. existierte. Besonders wichtig wurde Jarmo, weil dort frühe Landwirtschaft, Tierhaltung und dauerhafte Wohnstrukturen gemeinsam untersucht werden konnten. Die Häuser bestanden nicht aus dauerhaft erhaltenem Steinmauerwerk, sondern aus vergänglicheren Baumaterialien, deren Spuren archäologisch dokumentiert wurden. Der Ort bleibt ein wichtiger Vergleichspunkt für die Entstehung bäuerlicher Lebensweisen im Zagros-Gebiet.

  • Frühes Dorf in den Ausläufern des Zagros-Gebirges
  • Wichtiger Forschungsort der University of Chicago
  • Belege für frühe Landwirtschaft und Hausgrundrisse
Datierung
ca. 7000 v. Chr.
Land
Irak
Typ
Neolithisches Bauerndorf
Quelle
Institute for the Study of Ancient Cultures

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Choirokoitia-Rundhäuser

Rang: 8 Zypern

Choirokoitia auf Zypern ist eine der am besten erforschten neolithischen Siedlungen im östlichen Mittelmeerraum. Charakteristisch sind runde Häuser aus Stein, Lehm und Holz, die dicht an den Hang gebaut wurden. Die Siedlung wurde im späten 7. Jahrtausend v. Chr. gegründet und blieb über lange Zeit ein bedeutender Wohnplatz. Für Besucher ist Choirokoitia heute besonders anschaulich, weil neben den Originalbefunden auch Rekonstruktionen die Bauweise erklären. Archäologisch ist der Ort wichtig, weil er die frühe Besiedlung Zyperns und die Entwicklung dauerhafter Dorfstrukturen dokumentiert.

  • Rundhäuser mit Stein- und Lehmkonstruktionen
  • Seit 1998 UNESCO-Welterbe
  • Wichtiger Fundplatz für die frühe Inselbesiedlung Zyperns
Datierung
spätes 7. Jahrtausend v. Chr.
Ort
Bezirk Larnaka, Zypern
Typ
Neolithische Rundhäuser
Quelle
UNESCO

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Knap of Howar

Rang: 9 Stehende Steinhäuser

Der Knap of Howar auf Papa Westray in Orkney ist jünger als viele archäologische Hausreste, aber außergewöhnlich gut erhalten. Die Anlage besteht aus zwei nebeneinanderliegenden Steinbauten mit erhaltenen Innenstrukturen wie Steinmöbeln, Abteilungen und niedrigen Durchgängen. Sie wird dem 3. Jahrtausend v. Chr. zugeordnet und gilt als ältestes erhaltenes stehendes Steingebäudeensemble Nordwesteuropas. Genau diese Sichtbarkeit macht den Ort so besonders: Hier stehen keine bloßen Bodenverfärbungen oder Pfostenlöcher, sondern echte Mauern, die noch deutlich als Häuser erkennbar sind.

  • Zwei erhaltene neolithische Steinhäuser
  • Innenausstattung aus Stein teilweise sichtbar
  • Älteste stehende Steinbauten Nordwesteuropas
Datierung
3. Jahrtausend v. Chr.
Ort
Papa Westray, Orkney, Schottland
Erhaltung
stehende Steinmauern
Quelle
Historic Environment Scotland

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Skara Brae

Rang: 10 Dorfklassiker

Skara Brae auf Mainland Orkney ist eines der eindrucksvollsten prähistorischen Dörfer Europas. Die Siedlung wurde etwa zwischen 3180 und 2500 v. Chr. genutzt und blieb durch Sandüberdeckung außergewöhnlich gut erhalten. In den Häusern sind Steinbetten, Herde, Regale und zentrale Wohnbereiche erkennbar. Skara Brae ist daher weniger wegen seines absoluten Alters, sondern wegen seiner Vollständigkeit berühmt. Für die Vorstellung vom Alltag der Jungsteinzeit ist der Ort kaum zu überschätzen: Er zeigt nicht nur einzelne Hausreste, sondern eine ganze Dorflandschaft.

  • Außergewöhnlich gut erhaltenes neolithisches Dorf
  • Teil des UNESCO-Welterbes „Heart of Neolithic Orkney“
  • Steinmöbel und Hausgrundrisse deutlich sichtbar
Datierung
ca. 3180–2500 v. Chr.
Ort
Mainland Orkney, Schottland
Typ
Neolithisches Steindorf
Quelle
UNESCO

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