Manche Songs verkaufen längst nicht mehr nur ein Produkt – sie werden selbst zum Hit. Ein gelbes Stofftier machte elektronische Musik zur Nummer eins, ein einsamer Gorilla brachte einen Phil-Collins-Klassiker zurück in die Charts und eine Autowerbung verhalf einem fast drei Jahrzehnte alten Album zu einem überraschenden zweiten Leben. Die bekanntesten Lieder aus der Werbung zeigen, wie eng Popmusik und Markenkommunikation seit Jahrzehnten miteinander verbunden sind.
Dieses Ranking bewertet zehn Werbesongs nach Wiedererkennungswert, kultureller Wirkung, Verbindung zur jeweiligen Marke und nachweisbarem Einfluss auf die Popularität des Liedes. Berücksichtigt werden sowohl eigens für Kampagnen entstandene Stücke als auch bereits veröffentlichte Songs, die durch einen Werbespot ein neues Publikum fanden. Die Auswahl ist international, berücksichtigt aber bewusst Kampagnen, die auch im deutschsprachigen Raum große Bekanntheit erreichten. Da Bekanntheit nicht objektiv messbar ist, handelt es sich um eine redaktionelle Rangfolge auf Basis von Werbegeschichte, Chartwirkung und langfristiger Erinnerung. Datenstand: Juli 2026. Weitere Beiträge zu Kino, Fernsehen und Medien finden sich in der Kategorie Filme.
So wurde gewertet
Entscheidend waren vier Faktoren: Wie eng wird das Lied bis heute mit einer bestimmten Werbung verbunden? Hat die Kampagne den kommerziellen Erfolg oder die Wiederentdeckung des Songs nachweisbar beeinflusst? Wie bekannt wurde der Spot selbst? Und wie nachhaltig wirkte die Kombination aus Musik und Bildsprache auf spätere Werbung? Ein speziell komponierter Jingle konnte daher ebenso berücksichtigt werden wie ein älterer Popsong. Chartpositionen allein entscheiden nicht über den Rang: Ein Lied mit geringerer Verkaufskraft kann höher stehen, wenn Werbung und Musik über Jahrzehnte praktisch untrennbar geblieben sind.
Übersicht
| Rang | Lied | Interpret | Marke | Kampagne/Spot | Werbejahr | Songjahr | Vor der Werbung bekannt? | Nachwirkung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | I’d Like to Buy the World a Coke | Werbechor; später The New Seekers/Hillside Singers | Coca-Cola | Hilltop | 1971 | 1971 | Nein, für die Kampagne entwickelt | Popversion wurde internationaler Hit | Werbelied wurde zu einer eigenständigen Friedenshymne |
| 2 | Bacardi Feeling (Summer Dreamin’) | Kate Yanai | Bacardi | Bacardi Feeling | Ende 1980er/Anfang 1990er | 1991 als Single | Ursprünglich Werbemusik | Nummer-eins-Hit in Deutschland und Österreich | Karibisches Lebensgefühl wurde Teil der Markenidentität |
| 3 | Wonderful Dream (Holidays Are Coming) | Melanie Thornton | Coca-Cola | Weihnachtstrucks | 2001 | 2001 | Eng mit Kampagne veröffentlicht | Dauerhafter Weihnachtsklassiker in Deutschland | Verbindet Coca-Cola-Trucks mit Adventszeit |
| 4 | Flat Beat | Mr. Oizo | Levi’s | Flat Eric | 1999 | 1999 | Kaum | Nummer eins in Großbritannien | Werbefigur und Instrumentaltrack wurden gemeinsam Kult |
| 5 | In the Air Tonight | Phil Collins | Cadbury | Gorilla | 2007 | 1981 | Ja | Neue Chart- und Downloadaufmerksamkeit | Legendärer Drum-Break als komplette Dramaturgie des Spots |
| 6 | Heartbeats | José González | Sony | BRAVIA Balls | 2005 | 2003 | Nur in Indie-Kreisen | International deutlich größere Bekanntheit | Hunderttausende bunte Flummis statt digitaler Effekte |
| 7 | Are You Gonna Be My Girl | Jet | Apple | iPod Silhouettes | 2003 | 2003 | Im Aufstieg | Weltweite Verbindung mit der iPod-Ära | Gitarrenriff passte perfekt zu tanzenden Silhouetten |
| 8 | Phat Planet | Leftfield | Guinness | Surfer | 1999 | 1999 | Begrenzt | Untrennbar mit preisgekröntem Spot verbunden | Elektronischer Puls unter monumentalen Wellenbildern |
| 9 | Pink Moon | Nick Drake | Volkswagen | Milky Way/Cabrio | 1999 | 1972 | Kultstatus, aber geringe Verkäufe | Massiver Anstieg der Albumverkäufe in den USA | Werbung führte eine neue Generation zu Nick Drake |
| 10 | Guaglione | Pérez Prado | Guinness | Anticipation | 1994 | 1950er | Historischer Mambo | Comeback durch den Werbespot | Tanzender Gast wartet auf sein fertig gezapftes Guinness |
1. I’d Like to Buy the World a Coke
Rang: 1 Werbelegende
Nur wenige Werbemelodien haben die Grenze zwischen Reklame und Popkultur so vollständig überschritten wie I’d Like to Buy the World a Coke. Der Song entstand 1971 für Coca-Colas berühmten „Hilltop“-Spot, in dem junge Menschen verschiedener Herkunft auf einem Hügel in Italien gemeinsam singen. Die Botschaft passte in eine von Vietnamkrieg und gesellschaftlichen Konflikten geprägte Zeit: Das Produkt trat beinahe in den Hintergrund, während Harmonie und internationale Verständigung zur eigentlichen Erzählung wurden.
Die Reaktion war außergewöhnlich. Coca-Cola erhielt nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Zuschriften, und Radiosender bekamen Anfragen nach dem Werbelied. Daraus entstanden kommerzielle Versionen unter dem Titel I’d Like to Teach the World to Sing (In Perfect Harmony). Die New Seekers erreichten damit internationale Chartplatzierungen; auch die Hillside Singers veröffentlichten eine erfolgreiche Fassung. Damit gelang etwas Seltenes: Nicht ein bestehender Hit machte die Werbung bekannt, sondern die Werbung erzeugte einen eigenständigen Popsong. Rang eins verdient die Kampagne deshalb, weil Melodie, Markenbotschaft und Zeitgeist auch mehr als fünf Jahrzehnte später unmittelbar miteinander verbunden sind. :contentReference[oaicite:0]{index=0}
- Über 100.000 Zuschriften: laut Coca-Cola als Reaktion auf den Spot
- Vom Jingle zum Hit: mehrere kommerzielle Versionen folgten
- Langzeitwirkung: eine der meistzitierten Kampagnen der Werbegeschichte
- Lied
- I’d Like to Buy the World a Coke
- Bekannte Popversion
- I’d Like to Teach the World to Sing
- Marke
- Coca-Cola
- Warum Rang 1?
- Der Werbesong wurde selbst zum internationalen Popphänomen und blieb über Jahrzehnte Teil der Markenidentität.
- Quelle
- The Coca-Cola Company – Geschichte des Hilltop-Spots
2. Bacardi Feeling (Summer Dreamin’)
Rang: 2 Deutschland-Kult
Palmen, Strand, Sonne und sorgloses Nachtleben: Kaum eine Alkoholwerbung prägte im deutschsprachigen Fernsehen ein Lebensgefühl so konsequent wie die Bacardi-Kampagnen der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre. Die Musik dazu war zunächst tatsächlich als Werbejingle gedacht. Kate Yanai sang die Melodie für den europäischen Markt, bevor aus dem Werbestück die kommerzielle Single Bacardi Feeling (Summer Dreamin’) entstand.
Gerade in Deutschland wurde die Verbindung außergewöhnlich stark. Die Single erreichte hier ebenso wie in Österreich Platz eins und machte aus einer Kampagnenmelodie einen vollwertigen Sommerhit. Bemerkenswert ist die Umkehrung des üblichen Prinzips: Normalerweise lizenziert eine Marke einen bereits erfolgreichen Song. Bei Bacardi Feeling war die Werbung dagegen der Ausgangspunkt für den Hit. Das Lied transportierte weniger konkrete Produkteigenschaften als ein idealisiertes karibisches Lebensgefühl – ein Modell, das später von zahllosen Reise-, Getränke- und Lifestylemarken übernommen wurde. Rang zwei erhält der Song vor allem wegen seiner extremen Wiedererkennbarkeit im deutschsprachigen Raum. Für eine ganze Generation lösten bereits die ersten Takte Assoziationen mit Strand, Sonne und der Marke aus.
- Werbeursprung: zunächst als Bacardi-Jingle aufgenommen
- Chartwirkung: später Nummer eins in Deutschland und Österreich
- Markenstrategie: Lebensgefühl statt Produktargumente
- Lied
- Bacardi Feeling (Summer Dreamin’)
- Interpretin
- Kate Yanai
- Marke
- Bacardi
- Besonderheit
- Aus einem Werbejingle entwickelte sich ein eigenständiger Nummer-eins-Hit.
- Warum Rang 2?
- Eine der stärksten und langlebigsten Verbindungen zwischen einem Popsong und einer Werbemarke im deutschsprachigen Raum.
- Quelle
- Offizielle Deutsche Charts
3. Wonderful Dream (Holidays Are Coming)
Rang: 3 Weihnachtsklassiker
Für viele Menschen in Deutschland beginnt die Weihnachtszeit akustisch mit Wonderful Dream (Holidays Are Coming). Melanie Thornton nahm den Song 2001 im Umfeld der Coca-Cola-Weihnachtskampagne auf. Die Kombination war nahezu perfekt: beleuchtete rote Trucks, winterliche Landschaften und ein Gospel-inspirierter Refrain verschmolzen zu einem Ritual, das sich jährlich wiederholen ließ.
Die Wirkung reicht weit über einen einzelnen Werbespot hinaus. Während klassische Kampagnen nach wenigen Jahren verschwinden, konnte Coca-Cola auf ein bereits bekanntes Motiv der Weihnachtstrucks aufbauen und es mit einem eigenen modernen Weihnachtssong verbinden. Dadurch entstand eine doppelte Erinnerung: Viele Hörer verbinden das Lied sofort mit Coca-Cola, gleichzeitig funktioniert es unabhängig von der Werbung als saisonaler Popsong. Nach Thorntons Tod im November 2001 erhielt die Veröffentlichung zusätzlich eine tragische Dimension. In Deutschland kehrt das Stück bis heute regelmäßig in Weihnachtsplaylists und saisonale Medienprogramme zurück. Rang drei erhält es, weil Werbung hier keinen kurzfristigen Hit, sondern einen dauerhaft wiederkehrenden Bestandteil der Weihnachts-Popkultur geschaffen hat.
- Veröffentlichung: 2001 im Umfeld der Coca-Cola-Weihnachtskampagne
- Bildmotiv: die berühmten beleuchteten Coca-Cola-Trucks
- Langzeitwirkung: jährliche Wiederkehr als deutscher Weihnachts-Popsong
- Lied
- Wonderful Dream (Holidays Are Coming)
- Interpretin
- Melanie Thornton
- Marke
- Coca-Cola
- Werbekontext
- Weihnachtskampagne mit den Coca-Cola-Trucks
- Warum Rang 3?
- Der Song überdauerte die ursprüngliche Kampagne und entwickelte sich besonders in Deutschland zu einem saisonalen Weihnachtsklassiker.
- Quelle
- Coca-Cola Schweiz – Die legendären Christmas Songs von Coca-Cola
4. Flat Beat
Rang: 4 Werbung macht Nummer 1
Ein gelbes Stoffwesen namens Flat Eric sitzt in einem Auto und nickt stoisch zu einem knarzenden elektronischen Bass. Mehr brauchte Levi’s 1999 kaum, um eine der ungewöhnlichsten Werbefiguren der Dekade zu schaffen. Hinter der Musik stand der französische Produzent Quentin Dupieux alias Mr. Oizo. Die Levi’s-Spots machten sowohl die Figur als auch den dazugehörigen Sound europaweit bekannt.
Flat Beat entwickelte sich anschließend zu einem überraschenden kommerziellen Erfolg und erreichte in Großbritannien Platz eins der Singlecharts. Der Fall zeigt exemplarisch, wie mächtig Fernsehwerbung vor dem Durchbruch sozialer Netzwerke als Musikentdecker sein konnte. Der Track verzichtete praktisch vollständig auf klassischen Gesang und war für einen Mainstream-Nummer-eins-Hit ausgesprochen sperrig. Trotzdem genügte die Verbindung aus minimalistischer Basslinie und Flat Erics merkwürdig sympathischer Persönlichkeit. Der Guardian erinnerte später daran, dass die Levi’s-Kampagne aus Dupieux’ bereits existierender Puppen- und Musikästhetik hervorging. Rang vier verdient Flat Beat, weil kaum ein Instrumentalstück deutlicher demonstriert, wie eine Werbefigur einen zunächst nischigen Sound in die Popcharts katapultieren kann. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
- Werbefigur: Flat Eric wurde selbst zum Popkultur-Phänomen
- Chartrekord: Nummer eins in Großbritannien
- Musikstil: minimalistischer französischer Electro statt klassischer Werbepop
- Lied
- Flat Beat
- Interpret
- Mr. Oizo
- Marke
- Levi’s
- Werbefigur
- Flat Eric
- Warum Rang 4?
- Die Kampagne machte eine schräge Stoffpuppe und einen ungewöhnlichen Electrotrack gleichzeitig zu Mainstream-Phänomenen.
- Quelle
- The Guardian – Entstehung der Flat-Eric-Werbung
5. In the Air Tonight
Rang: 5 Viral vor TikTok
Phil Collins’ In the Air Tonight war schon lange ein Klassiker, als Cadbury den Song 2007 für einen vollkommen absurden Werbespot auswählte. Fast eine Minute lang sitzt ein scheinbar ernsthafter Gorilla vor einem Schlagzeug, atmet tief durch und wartet auf den berühmtesten Drum-Break der Popgeschichte. Erst dann beginnt er enthusiastisch zu trommeln. Schokolade ist während des größten Teils des Spots überhaupt nicht zu sehen.
Gerade dieser Verzicht auf konventionelle Produktwerbung machte „Gorilla“ außergewöhnlich. Die Kampagne setzte auf Vorfreude und das Gefühl eines unerwarteten Glücksmoments – eine indirekte Übersetzung des Markenversprechens von Cadbury Dairy Milk. Der Spot wurde zum frühen viralen Werbephänomen, gewann 2008 einen Grand Prix in Cannes und sorgte gleichzeitig für neue Aufmerksamkeit für Collins’ mehr als 25 Jahre alten Song. Die Kombination funktioniert deshalb so gut, weil jeder Zuschauer unbewusst auf den legendären Schlagzeugeinsatz wartet. Rang fünf erhält In the Air Tonight, weil die Werbung keinen unbekannten Song entdeckte, sondern einem bereits etablierten Klassiker eine völlig neue visuelle Bedeutung gab. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
- Spot: Ein Gorilla wartet fast eine Minute auf den Drum-Break
- Auszeichnung: Cannes-Grand-Prix für die Werbung
- Nachwirkung: neue Download- und Chartaufmerksamkeit für den Song
- Lied
- In the Air Tonight
- Interpret
- Phil Collins
- Marke
- Cadbury Dairy Milk
- Kampagne
- Gorilla
- Warum Rang 5?
- Der Spot verwandelte einen längst bekannten Song durch ein einziges absurdes Bild in ein neues Werbe- und Internetphänomen.
- Quelle
- The Guardian – Cannes-Auszeichnung für Cadbury Gorilla
6. Heartbeats
Rang: 6 Indie-Durchbruch
2005 ließ Sony für seine BRAVIA-Fernseher Hunderttausende bunte Flummis durch die steilen Straßen von San Francisco springen. Die Bilder hätten leicht mit bombastischer Musik unterlegt werden können. Stattdessen wählte die Agentur José González’ ruhige Akustikversion von Heartbeats, ursprünglich ein elektronischer Song der schwedischen Band The Knife. Genau dieser Kontrast machte den Spot so ungewöhnlich.
Die Kampagne „Balls“ inszenierte Farbe als reales physisches Ereignis. Die Kugeln wurden tatsächlich durch die Straßen bewegt; die Produktion setzte nicht einfach auf eine vollständig computergenerierte Simulation. Dadurch entstand eine fast traumhafte Szene, während González’ zurückhaltende Stimme der visuellen Überfülle Ruhe gab. Für den damals noch vergleichsweise wenig bekannten Singer-Songwriter wurde die Werbung zu einem internationalen Karriereschub. Der Song erreichte ein Publikum weit außerhalb der Indie-Szene und blieb dauerhaft mit den fallenden bunten Bällen verbunden. Rang sechs ergibt sich aus der perfekten Balance: Weder Musik noch Bild dominieren vollständig. Erst gemeinsam erzeugen sie die melancholische, fast poetische Wirkung des Spots. :contentReference[oaicite:3]{index=3}
- Drehort: San Francisco
- Inszenierung: reale bunte Flummis statt rein digitaler Simulation
- Musikeffekt: internationale Bekanntheit für José González
- Lied
- Heartbeats
- Interpret der Werbeversion
- José González
- Marke
- Sony BRAVIA
- Kampagne
- Balls
- Warum Rang 6?
- Die Kombination aus minimalistischer Akustikmusik und spektakulären realen Bildern machte Song und Spot weltweit bekannt.
- Quelle
- SFGATE – Geschichte des Sony-BRAVIA-Spots
7. Are You Gonna Be My Girl
Rang: 7 iPod-Ära
Kaum eine Werbekampagne verkörperte die frühe digitale Musikrevolution besser als Apples tanzende iPod-Silhouetten. Schwarze Figuren bewegten sich vor leuchtenden Farbflächen, während die weißen Kopfhörerkabel und der iPod sofort ins Auge fielen. Einer der Songs, die besonders eng mit diesem Stil verbunden wurden, war Jets energiegeladener Rocktrack Are You Gonna Be My Girl.
Das Gitarrenriff passte perfekt zum schnellen Schnitt und zur körperlichen Bewegung der Figuren. Apple verkaufte dabei nicht nur einen MP3-Player, sondern die Idee, dass jeder Mensch seine persönliche Musikwelt ständig mit sich tragen konnte. Musik wurde damit selbst zum wichtigsten Produktargument. Jet war 2003 ohnehin auf dem Weg zum internationalen Durchbruch, doch die massive Sichtbarkeit der iPod-Kampagne verstärkte die globale Bekanntheit des Songs. Apple führt das Stück bis heute in seiner eigenen Sammlung von Songs aus iPod-Werbungen. Rang sieben erhält der Titel, weil er exemplarisch für eine ganze Werbeära steht, in der Musik, Produktdesign und Tanz zu einer sofort erkennbaren visuellen Sprache verschmolzen. :contentReference[oaicite:4]{index=4}
- Bildsprache: schwarze Tänzer, farbige Hintergründe, weiße iPods
- Song: markantes Garagenrock-Riff von Jet
- Zeitgeist: Soundtrack zur frühen iPod- und Downloadära
- Lied
- Are You Gonna Be My Girl
- Interpret
- Jet
- Marke
- Apple
- Kampagne
- iPod Silhouettes
- Warum Rang 7?
- Der Track wurde zum musikalischen Symbol einer der prägendsten Technikwerbekampagnen der 2000er-Jahre.
- Quelle
- Apple Music – Songs From iPod Ads
8. Phat Planet
Rang: 8 Werbefilmkunst
Der Guinness-Spot „Surfer“ aus dem Jahr 1999 zählt zu den berühmtesten britischen Werbefilmen überhaupt. Regisseur Jonathan Glazer zeigt Surfer, die auf die perfekte Welle warten. Wenn sie schließlich kommt, verwandelt sich die weiße Gischt visuell in galoppierende Pferde. Darunter pulsiert Leftfields düsterer elektronischer Track Phat Planet.
Die Musik erfüllt hier eine andere Funktion als bei klassischen Popsong-Kampagnen. Sie soll nicht freundlich oder eingängig klingen, sondern körperliche Spannung erzeugen. Der schwere Rhythmus wirkt wie ein beschleunigter Herzschlag, während der Spot das Guinness-Motto vom geduldigen Warten auf die perfekte Belohnung auf das Surfen überträgt. „Surfer“ gewann zahlreiche Werbepreise und wurde in Großbritannien wiederholt zu einem der besten Werbespots aller Zeiten gewählt. Der Titel erschien 1999 auf Leftfields Album Rhythm and Stealth. Rang acht erhält Phat Planet, weil Musik und Film hier beinahe wie ein Kunstwerk funktionieren: Wer den Track hört, erinnert sich häufig unmittelbar an schwarze Wellen, weiße Pferde und einen Pint Guinness. :contentReference[oaicite:5]{index=5}
- Regie: Jonathan Glazer
- Motiv: Surfer und aus Meeresgischt entstehende weiße Pferde
- Wirkung: einer der meistgefeierten britischen Werbefilme seiner Zeit
- Lied
- Phat Planet
- Interpret
- Leftfield
- Marke
- Guinness
- Kampagne
- Surfer
- Warum Rang 8?
- Der treibende elektronische Track wurde zu einem entscheidenden Bestandteil eines der berühmtesten britischen Werbefilme.
- Quelle
- Creative Bloq – Die besten Werbespots der 1990er
9. Pink Moon
Rang: 9 Späte Wiederentdeckung
Als Nick Drake 1972 das Album Pink Moon veröffentlichte, blieb der große kommerzielle Durchbruch aus. Der britische Singer-Songwriter starb 1974 im Alter von nur 26 Jahren. Jahrzehnte später spielte ausgerechnet eine Volkswagen-Werbung eine entscheidende Rolle dabei, seine Musik einem amerikanischen Massenpublikum vorzustellen.
Im 1999 ausgestrahlten Cabrio-Spot „Milky Way“ fährt eine Gruppe junger Menschen nachts unter einem sternklaren Himmel. Statt eine Party zu besuchen, entscheidet sie sich dafür, weiterzufahren und die ruhige Nacht zu genießen. Drakes leises Pink Moon passt vollkommen zu dieser anti-typischen Autowerbung. Nach Angaben der Los Angeles Times stiegen die US-Verkäufe des Albums von ungefähr 6.000 Exemplaren 1999 auf rund 74.000 im Jahr 2000. Der Effekt ist eines der deutlichsten Beispiele dafür, dass Werbung nicht nur einen neuen Song zum Hit machen, sondern auch einen fast drei Jahrzehnte alten Künstlerkanon verändern kann. Rang neun erhält das Stück, weil seine Werbeverbindung weniger global bekannt ist als die höheren Plätze, der messbare Einfluss auf Nick Drakes Nachruhm aber außergewöhnlich war. :contentReference[oaicite:6]{index=6}
- Songjahr: 1972
- Werbejahr: 1999
- Effekt: drastischer Anstieg der US-Albumverkäufe nach dem Volkswagen-Spot
- Lied
- Pink Moon
- Interpret
- Nick Drake
- Marke
- Volkswagen
- Kampagne
- Cabrio-Spot „Milky Way“
- Warum Rang 9?
- Die Werbung führte Jahrzehnte nach der Veröffentlichung zu einer außergewöhnlichen kommerziellen Wiederentdeckung des Albums.
- Quelle
- Los Angeles Times – Nick Drakes Wiederentdeckung durch Volkswagen
10. Guaglione
Rang: 10 Retro-Comeback
Schon fünf Jahre vor „Surfer“ bewies Guinness, wie stark Musik den Charakter einer Kampagne bestimmen kann. Im Spot „Anticipation“ wartet ein Mann an der Bar darauf, dass sich sein frisch gezapftes Guinness setzt. Die Wartezeit verwandelt er in einen zunehmend ausgelassenen Tanz zu Pérez Prados Guaglione.
Das Stück stammt ursprünglich aus der Mambo-Ära der 1950er-Jahre und erhielt durch die Werbung Jahrzehnte später ein neues Publikum. Statt das langsame Einschenken des Biers als Nachteil zu behandeln, machte Guinness die Wartezeit zum zentralen Teil des Markenrituals. Der tanzende Joe McKinney wurde zur Kultfigur, und die Musik verlieh der Szene eine humorvolle Leichtigkeit. Die Kampagne war so erinnerungswürdig, dass Guinness sie Jahre später erneut aufgriff. Im Vergleich zu den höheren Plätzen war der internationale Einfluss begrenzter, doch das Prinzip ist bemerkenswert: Ein alter Instrumentaltitel wurde durch einen modernen Spot neu kontextualisiert und wieder populär. Damit bildet Guaglione einen passenden Abschluss dieser Top 10. :contentReference[oaicite:7]{index=7}
- Musikära: Mambo der 1950er-Jahre
- Werbespot: Ein Gast tanzt während der Wartezeit an der Bar
- Markenidee: Aus dem langsamen Einschenken wird ein positives Ritual
- Lied
- Guaglione
- Interpret
- Pérez Prado
- Marke
- Guinness
- Werbespot
- Anticipation / Dancing Man
- Warum Rang 10?
- Ein jahrzehntealter Mambo wurde durch eine humorvolle Werbeidee neu entdeckt und dauerhaft mit dem Ritual des Guinness-Zapfens verbunden.
- Quelle
- Campaign – Guinness Dancing Man und Anticipation
Häufige Fragen zu Liedern aus der Werbung
Welches ist das bekannteste Lied aus einer Werbung?
I’d Like to Buy the World a Coke gehört zu den berühmtesten Werbeliedern überhaupt. Es wurde 1971 speziell für Coca-Colas „Hilltop“-Kampagne entwickelt und anschließend in veränderter Form als eigenständiger Popsong veröffentlicht.
Welcher Werbesong wurde in Deutschland zum Nummer-eins-Hit?
Bacardi Feeling (Summer Dreamin’) von Kate Yanai entwickelte sich aus einem Bacardi-Werbejingle und erreichte in Deutschland Platz eins. Auch Werbekampagnen wie Levi’s mit Flat Beat lösten in anderen europäischen Ländern große Charterfolge aus.
Wie heißt das Lied aus der Coca-Cola-Weihnachtswerbung?
Die in Deutschland besonders bekannte Coca-Cola-Weihnachtswerbung von 2001 verwendete Wonderful Dream (Holidays Are Coming) von Melanie Thornton. Der Song wird bis heute regelmäßig mit den beleuchteten Coca-Cola-Weihnachtstrucks verbunden.
Wie heißt das Lied aus der Werbung mit dem trommelnden Gorilla?
Der Cadbury-Spot „Gorilla“ aus dem Jahr 2007 verwendet In the Air Tonight von Phil Collins. Der berühmte Schlagzeugeinsatz bildet den dramaturgischen Höhepunkt der Werbung.
Können Werbespots alte Songs wieder erfolgreich machen?
Ja. Ein bekanntes Beispiel ist Nick Drakes Pink Moon. Die Verwendung in einer Volkswagen-Cabrio-Werbung von 1999 führte Jahrzehnte nach der ursprünglichen Veröffentlichung zu deutlich steigenden Albumverkäufen in den USA.







