Die 10 bekanntesten Lieder aus der Werbung

Die 10 bekanntesten Lieder aus der Werbung

Manche Songs verkaufen längst nicht mehr nur ein Produkt – sie werden selbst zum Hit. Ein gelbes Stofftier machte elektronische Musik zur Nummer eins, ein einsamer Gorilla brachte einen Phil-Collins-Klassiker zurück in die Charts und eine Autowerbung verhalf einem fast drei Jahrzehnte alten Album zu einem überraschenden zweiten Leben. Die bekanntesten Lieder aus der Werbung zeigen, wie eng Popmusik und Markenkommunikation seit Jahrzehnten miteinander verbunden sind.

Dieses Ranking bewertet zehn Werbesongs nach Wiedererkennungswert, kultureller Wirkung, Verbindung zur jeweiligen Marke und nachweisbarem Einfluss auf die Popularität des Liedes. Berücksichtigt werden sowohl eigens für Kampagnen entstandene Stücke als auch bereits veröffentlichte Songs, die durch einen Werbespot ein neues Publikum fanden. Die Auswahl ist international, berücksichtigt aber bewusst Kampagnen, die auch im deutschsprachigen Raum große Bekanntheit erreichten. Da Bekanntheit nicht objektiv messbar ist, handelt es sich um eine redaktionelle Rangfolge auf Basis von Werbegeschichte, Chartwirkung und langfristiger Erinnerung. Datenstand: Juli 2026. Weitere Beiträge zu Kino, Fernsehen und Medien finden sich in der Kategorie Filme.

So wurde gewertet

Entscheidend waren vier Faktoren: Wie eng wird das Lied bis heute mit einer bestimmten Werbung verbunden? Hat die Kampagne den kommerziellen Erfolg oder die Wiederentdeckung des Songs nachweisbar beeinflusst? Wie bekannt wurde der Spot selbst? Und wie nachhaltig wirkte die Kombination aus Musik und Bildsprache auf spätere Werbung? Ein speziell komponierter Jingle konnte daher ebenso berücksichtigt werden wie ein älterer Popsong. Chartpositionen allein entscheiden nicht über den Rang: Ein Lied mit geringerer Verkaufskraft kann höher stehen, wenn Werbung und Musik über Jahrzehnte praktisch untrennbar geblieben sind.

Übersicht

  1. I’d Like to Buy the World a Coke
  2. Bacardi Feeling (Summer Dreamin’)
  3. Wonderful Dream (Holidays Are Coming)
  4. Flat Beat
  5. In the Air Tonight
  6. Heartbeats
  7. Are You Gonna Be My Girl
  8. Phat Planet
  9. Pink Moon
  10. Guaglione
Rang Lied Interpret Marke Kampagne/Spot Werbejahr Songjahr Vor der Werbung bekannt? Nachwirkung Besonderheit
1 I’d Like to Buy the World a Coke Werbechor; später The New Seekers/Hillside Singers Coca-Cola Hilltop 1971 1971 Nein, für die Kampagne entwickelt Popversion wurde internationaler Hit Werbelied wurde zu einer eigenständigen Friedenshymne
2 Bacardi Feeling (Summer Dreamin’) Kate Yanai Bacardi Bacardi Feeling Ende 1980er/Anfang 1990er 1991 als Single Ursprünglich Werbemusik Nummer-eins-Hit in Deutschland und Österreich Karibisches Lebensgefühl wurde Teil der Markenidentität
3 Wonderful Dream (Holidays Are Coming) Melanie Thornton Coca-Cola Weihnachtstrucks 2001 2001 Eng mit Kampagne veröffentlicht Dauerhafter Weihnachtsklassiker in Deutschland Verbindet Coca-Cola-Trucks mit Adventszeit
4 Flat Beat Mr. Oizo Levi’s Flat Eric 1999 1999 Kaum Nummer eins in Großbritannien Werbefigur und Instrumentaltrack wurden gemeinsam Kult
5 In the Air Tonight Phil Collins Cadbury Gorilla 2007 1981 Ja Neue Chart- und Downloadaufmerksamkeit Legendärer Drum-Break als komplette Dramaturgie des Spots
6 Heartbeats José González Sony BRAVIA Balls 2005 2003 Nur in Indie-Kreisen International deutlich größere Bekanntheit Hunderttausende bunte Flummis statt digitaler Effekte
7 Are You Gonna Be My Girl Jet Apple iPod Silhouettes 2003 2003 Im Aufstieg Weltweite Verbindung mit der iPod-Ära Gitarrenriff passte perfekt zu tanzenden Silhouetten
8 Phat Planet Leftfield Guinness Surfer 1999 1999 Begrenzt Untrennbar mit preisgekröntem Spot verbunden Elektronischer Puls unter monumentalen Wellenbildern
9 Pink Moon Nick Drake Volkswagen Milky Way/Cabrio 1999 1972 Kultstatus, aber geringe Verkäufe Massiver Anstieg der Albumverkäufe in den USA Werbung führte eine neue Generation zu Nick Drake
10 Guaglione Pérez Prado Guinness Anticipation 1994 1950er Historischer Mambo Comeback durch den Werbespot Tanzender Gast wartet auf sein fertig gezapftes Guinness

1. I’d Like to Buy the World a Coke

Rang: 1 Werbelegende

Nur wenige Werbemelodien haben die Grenze zwischen Reklame und Popkultur so vollständig überschritten wie I’d Like to Buy the World a Coke. Der Song entstand 1971 für Coca-Colas berühmten „Hilltop“-Spot, in dem junge Menschen verschiedener Herkunft auf einem Hügel in Italien gemeinsam singen. Die Botschaft passte in eine von Vietnamkrieg und gesellschaftlichen Konflikten geprägte Zeit: Das Produkt trat beinahe in den Hintergrund, während Harmonie und internationale Verständigung zur eigentlichen Erzählung wurden.

Die Reaktion war außergewöhnlich. Coca-Cola erhielt nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Zuschriften, und Radiosender bekamen Anfragen nach dem Werbelied. Daraus entstanden kommerzielle Versionen unter dem Titel I’d Like to Teach the World to Sing (In Perfect Harmony). Die New Seekers erreichten damit internationale Chartplatzierungen; auch die Hillside Singers veröffentlichten eine erfolgreiche Fassung. Damit gelang etwas Seltenes: Nicht ein bestehender Hit machte die Werbung bekannt, sondern die Werbung erzeugte einen eigenständigen Popsong. Rang eins verdient die Kampagne deshalb, weil Melodie, Markenbotschaft und Zeitgeist auch mehr als fünf Jahrzehnte später unmittelbar miteinander verbunden sind. :contentReference[oaicite:0]{index=0}

  • Über 100.000 Zuschriften: laut Coca-Cola als Reaktion auf den Spot
  • Vom Jingle zum Hit: mehrere kommerzielle Versionen folgten
  • Langzeitwirkung: eine der meistzitierten Kampagnen der Werbegeschichte
Werbejahr
1971
Marke
Coca-Cola
Kampagne
Hilltop
Ursprung
Werbesong

Lied
I’d Like to Buy the World a Coke
Bekannte Popversion
I’d Like to Teach the World to Sing
Marke
Coca-Cola
Warum Rang 1?
Der Werbesong wurde selbst zum internationalen Popphänomen und blieb über Jahrzehnte Teil der Markenidentität.
Quelle
The Coca-Cola Company – Geschichte des Hilltop-Spots

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2. Bacardi Feeling (Summer Dreamin’)

Rang: 2 Deutschland-Kult

Palmen, Strand, Sonne und sorgloses Nachtleben: Kaum eine Alkoholwerbung prägte im deutschsprachigen Fernsehen ein Lebensgefühl so konsequent wie die Bacardi-Kampagnen der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre. Die Musik dazu war zunächst tatsächlich als Werbejingle gedacht. Kate Yanai sang die Melodie für den europäischen Markt, bevor aus dem Werbestück die kommerzielle Single Bacardi Feeling (Summer Dreamin’) entstand.

Gerade in Deutschland wurde die Verbindung außergewöhnlich stark. Die Single erreichte hier ebenso wie in Österreich Platz eins und machte aus einer Kampagnenmelodie einen vollwertigen Sommerhit. Bemerkenswert ist die Umkehrung des üblichen Prinzips: Normalerweise lizenziert eine Marke einen bereits erfolgreichen Song. Bei Bacardi Feeling war die Werbung dagegen der Ausgangspunkt für den Hit. Das Lied transportierte weniger konkrete Produkteigenschaften als ein idealisiertes karibisches Lebensgefühl – ein Modell, das später von zahllosen Reise-, Getränke- und Lifestylemarken übernommen wurde. Rang zwei erhält der Song vor allem wegen seiner extremen Wiedererkennbarkeit im deutschsprachigen Raum. Für eine ganze Generation lösten bereits die ersten Takte Assoziationen mit Strand, Sonne und der Marke aus.

  • Werbeursprung: zunächst als Bacardi-Jingle aufgenommen
  • Chartwirkung: später Nummer eins in Deutschland und Österreich
  • Markenstrategie: Lebensgefühl statt Produktargumente
Interpretin
Kate Yanai
Marke
Bacardi
Single
1991
Deutsche Charts
Platz 1

Lied
Bacardi Feeling (Summer Dreamin’)
Interpretin
Kate Yanai
Marke
Bacardi
Besonderheit
Aus einem Werbejingle entwickelte sich ein eigenständiger Nummer-eins-Hit.
Warum Rang 2?
Eine der stärksten und langlebigsten Verbindungen zwischen einem Popsong und einer Werbemarke im deutschsprachigen Raum.
Quelle
Offizielle Deutsche Charts

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3. Wonderful Dream (Holidays Are Coming)

Rang: 3 Weihnachtsklassiker

Für viele Menschen in Deutschland beginnt die Weihnachtszeit akustisch mit Wonderful Dream (Holidays Are Coming). Melanie Thornton nahm den Song 2001 im Umfeld der Coca-Cola-Weihnachtskampagne auf. Die Kombination war nahezu perfekt: beleuchtete rote Trucks, winterliche Landschaften und ein Gospel-inspirierter Refrain verschmolzen zu einem Ritual, das sich jährlich wiederholen ließ.

Die Wirkung reicht weit über einen einzelnen Werbespot hinaus. Während klassische Kampagnen nach wenigen Jahren verschwinden, konnte Coca-Cola auf ein bereits bekanntes Motiv der Weihnachtstrucks aufbauen und es mit einem eigenen modernen Weihnachtssong verbinden. Dadurch entstand eine doppelte Erinnerung: Viele Hörer verbinden das Lied sofort mit Coca-Cola, gleichzeitig funktioniert es unabhängig von der Werbung als saisonaler Popsong. Nach Thorntons Tod im November 2001 erhielt die Veröffentlichung zusätzlich eine tragische Dimension. In Deutschland kehrt das Stück bis heute regelmäßig in Weihnachtsplaylists und saisonale Medienprogramme zurück. Rang drei erhält es, weil Werbung hier keinen kurzfristigen Hit, sondern einen dauerhaft wiederkehrenden Bestandteil der Weihnachts-Popkultur geschaffen hat.

  • Veröffentlichung: 2001 im Umfeld der Coca-Cola-Weihnachtskampagne
  • Bildmotiv: die berühmten beleuchteten Coca-Cola-Trucks
  • Langzeitwirkung: jährliche Wiederkehr als deutscher Weihnachts-Popsong
Interpretin
Melanie Thornton
Jahr
2001
Marke
Coca-Cola
Genre
Christmas Pop

Lied
Wonderful Dream (Holidays Are Coming)
Interpretin
Melanie Thornton
Marke
Coca-Cola
Werbekontext
Weihnachtskampagne mit den Coca-Cola-Trucks
Warum Rang 3?
Der Song überdauerte die ursprüngliche Kampagne und entwickelte sich besonders in Deutschland zu einem saisonalen Weihnachtsklassiker.
Quelle
Coca-Cola Schweiz – Die legendären Christmas Songs von Coca-Cola

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4. Flat Beat

Rang: 4 Werbung macht Nummer 1

Ein gelbes Stoffwesen namens Flat Eric sitzt in einem Auto und nickt stoisch zu einem knarzenden elektronischen Bass. Mehr brauchte Levi’s 1999 kaum, um eine der ungewöhnlichsten Werbefiguren der Dekade zu schaffen. Hinter der Musik stand der französische Produzent Quentin Dupieux alias Mr. Oizo. Die Levi’s-Spots machten sowohl die Figur als auch den dazugehörigen Sound europaweit bekannt.

Flat Beat entwickelte sich anschließend zu einem überraschenden kommerziellen Erfolg und erreichte in Großbritannien Platz eins der Singlecharts. Der Fall zeigt exemplarisch, wie mächtig Fernsehwerbung vor dem Durchbruch sozialer Netzwerke als Musikentdecker sein konnte. Der Track verzichtete praktisch vollständig auf klassischen Gesang und war für einen Mainstream-Nummer-eins-Hit ausgesprochen sperrig. Trotzdem genügte die Verbindung aus minimalistischer Basslinie und Flat Erics merkwürdig sympathischer Persönlichkeit. Der Guardian erinnerte später daran, dass die Levi’s-Kampagne aus Dupieux’ bereits existierender Puppen- und Musikästhetik hervorging. Rang vier verdient Flat Beat, weil kaum ein Instrumentalstück deutlicher demonstriert, wie eine Werbefigur einen zunächst nischigen Sound in die Popcharts katapultieren kann. :contentReference[oaicite:1]{index=1}

  • Werbefigur: Flat Eric wurde selbst zum Popkultur-Phänomen
  • Chartrekord: Nummer eins in Großbritannien
  • Musikstil: minimalistischer französischer Electro statt klassischer Werbepop
Interpret
Mr. Oizo
Werbejahr
1999
Marke
Levi’s
UK-Charts
Platz 1

Lied
Flat Beat
Interpret
Mr. Oizo
Marke
Levi’s
Werbefigur
Flat Eric
Warum Rang 4?
Die Kampagne machte eine schräge Stoffpuppe und einen ungewöhnlichen Electrotrack gleichzeitig zu Mainstream-Phänomenen.
Quelle
The Guardian – Entstehung der Flat-Eric-Werbung

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5. In the Air Tonight

Rang: 5 Viral vor TikTok

Phil Collins’ In the Air Tonight war schon lange ein Klassiker, als Cadbury den Song 2007 für einen vollkommen absurden Werbespot auswählte. Fast eine Minute lang sitzt ein scheinbar ernsthafter Gorilla vor einem Schlagzeug, atmet tief durch und wartet auf den berühmtesten Drum-Break der Popgeschichte. Erst dann beginnt er enthusiastisch zu trommeln. Schokolade ist während des größten Teils des Spots überhaupt nicht zu sehen.

Gerade dieser Verzicht auf konventionelle Produktwerbung machte „Gorilla“ außergewöhnlich. Die Kampagne setzte auf Vorfreude und das Gefühl eines unerwarteten Glücksmoments – eine indirekte Übersetzung des Markenversprechens von Cadbury Dairy Milk. Der Spot wurde zum frühen viralen Werbephänomen, gewann 2008 einen Grand Prix in Cannes und sorgte gleichzeitig für neue Aufmerksamkeit für Collins’ mehr als 25 Jahre alten Song. Die Kombination funktioniert deshalb so gut, weil jeder Zuschauer unbewusst auf den legendären Schlagzeugeinsatz wartet. Rang fünf erhält In the Air Tonight, weil die Werbung keinen unbekannten Song entdeckte, sondern einem bereits etablierten Klassiker eine völlig neue visuelle Bedeutung gab. :contentReference[oaicite:2]{index=2}

  • Spot: Ein Gorilla wartet fast eine Minute auf den Drum-Break
  • Auszeichnung: Cannes-Grand-Prix für die Werbung
  • Nachwirkung: neue Download- und Chartaufmerksamkeit für den Song
Interpret
Phil Collins
Songjahr
1981
Werbejahr
2007
Marke
Cadbury

Lied
In the Air Tonight
Interpret
Phil Collins
Marke
Cadbury Dairy Milk
Kampagne
Gorilla
Warum Rang 5?
Der Spot verwandelte einen längst bekannten Song durch ein einziges absurdes Bild in ein neues Werbe- und Internetphänomen.
Quelle
The Guardian – Cannes-Auszeichnung für Cadbury Gorilla

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6. Heartbeats

Rang: 6 Indie-Durchbruch

2005 ließ Sony für seine BRAVIA-Fernseher Hunderttausende bunte Flummis durch die steilen Straßen von San Francisco springen. Die Bilder hätten leicht mit bombastischer Musik unterlegt werden können. Stattdessen wählte die Agentur José González’ ruhige Akustikversion von Heartbeats, ursprünglich ein elektronischer Song der schwedischen Band The Knife. Genau dieser Kontrast machte den Spot so ungewöhnlich.

Die Kampagne „Balls“ inszenierte Farbe als reales physisches Ereignis. Die Kugeln wurden tatsächlich durch die Straßen bewegt; die Produktion setzte nicht einfach auf eine vollständig computergenerierte Simulation. Dadurch entstand eine fast traumhafte Szene, während González’ zurückhaltende Stimme der visuellen Überfülle Ruhe gab. Für den damals noch vergleichsweise wenig bekannten Singer-Songwriter wurde die Werbung zu einem internationalen Karriereschub. Der Song erreichte ein Publikum weit außerhalb der Indie-Szene und blieb dauerhaft mit den fallenden bunten Bällen verbunden. Rang sechs ergibt sich aus der perfekten Balance: Weder Musik noch Bild dominieren vollständig. Erst gemeinsam erzeugen sie die melancholische, fast poetische Wirkung des Spots. :contentReference[oaicite:3]{index=3}

  • Drehort: San Francisco
  • Inszenierung: reale bunte Flummis statt rein digitaler Simulation
  • Musikeffekt: internationale Bekanntheit für José González
Interpret
José González
Werbejahr
2005
Marke
Sony BRAVIA
Original
The Knife

Lied
Heartbeats
Interpret der Werbeversion
José González
Marke
Sony BRAVIA
Kampagne
Balls
Warum Rang 6?
Die Kombination aus minimalistischer Akustikmusik und spektakulären realen Bildern machte Song und Spot weltweit bekannt.
Quelle
SFGATE – Geschichte des Sony-BRAVIA-Spots

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7. Are You Gonna Be My Girl

Rang: 7 iPod-Ära

Kaum eine Werbekampagne verkörperte die frühe digitale Musikrevolution besser als Apples tanzende iPod-Silhouetten. Schwarze Figuren bewegten sich vor leuchtenden Farbflächen, während die weißen Kopfhörerkabel und der iPod sofort ins Auge fielen. Einer der Songs, die besonders eng mit diesem Stil verbunden wurden, war Jets energiegeladener Rocktrack Are You Gonna Be My Girl.

Das Gitarrenriff passte perfekt zum schnellen Schnitt und zur körperlichen Bewegung der Figuren. Apple verkaufte dabei nicht nur einen MP3-Player, sondern die Idee, dass jeder Mensch seine persönliche Musikwelt ständig mit sich tragen konnte. Musik wurde damit selbst zum wichtigsten Produktargument. Jet war 2003 ohnehin auf dem Weg zum internationalen Durchbruch, doch die massive Sichtbarkeit der iPod-Kampagne verstärkte die globale Bekanntheit des Songs. Apple führt das Stück bis heute in seiner eigenen Sammlung von Songs aus iPod-Werbungen. Rang sieben erhält der Titel, weil er exemplarisch für eine ganze Werbeära steht, in der Musik, Produktdesign und Tanz zu einer sofort erkennbaren visuellen Sprache verschmolzen. :contentReference[oaicite:4]{index=4}

  • Bildsprache: schwarze Tänzer, farbige Hintergründe, weiße iPods
  • Song: markantes Garagenrock-Riff von Jet
  • Zeitgeist: Soundtrack zur frühen iPod- und Downloadära
Interpret
Jet
Jahr
2003
Marke
Apple
Produkt
iPod

Lied
Are You Gonna Be My Girl
Interpret
Jet
Marke
Apple
Kampagne
iPod Silhouettes
Warum Rang 7?
Der Track wurde zum musikalischen Symbol einer der prägendsten Technikwerbekampagnen der 2000er-Jahre.
Quelle
Apple Music – Songs From iPod Ads

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8. Phat Planet

Rang: 8 Werbefilmkunst

Der Guinness-Spot „Surfer“ aus dem Jahr 1999 zählt zu den berühmtesten britischen Werbefilmen überhaupt. Regisseur Jonathan Glazer zeigt Surfer, die auf die perfekte Welle warten. Wenn sie schließlich kommt, verwandelt sich die weiße Gischt visuell in galoppierende Pferde. Darunter pulsiert Leftfields düsterer elektronischer Track Phat Planet.

Die Musik erfüllt hier eine andere Funktion als bei klassischen Popsong-Kampagnen. Sie soll nicht freundlich oder eingängig klingen, sondern körperliche Spannung erzeugen. Der schwere Rhythmus wirkt wie ein beschleunigter Herzschlag, während der Spot das Guinness-Motto vom geduldigen Warten auf die perfekte Belohnung auf das Surfen überträgt. „Surfer“ gewann zahlreiche Werbepreise und wurde in Großbritannien wiederholt zu einem der besten Werbespots aller Zeiten gewählt. Der Titel erschien 1999 auf Leftfields Album Rhythm and Stealth. Rang acht erhält Phat Planet, weil Musik und Film hier beinahe wie ein Kunstwerk funktionieren: Wer den Track hört, erinnert sich häufig unmittelbar an schwarze Wellen, weiße Pferde und einen Pint Guinness. :contentReference[oaicite:5]{index=5}

  • Regie: Jonathan Glazer
  • Motiv: Surfer und aus Meeresgischt entstehende weiße Pferde
  • Wirkung: einer der meistgefeierten britischen Werbefilme seiner Zeit
Interpret
Leftfield
Werbejahr
1999
Marke
Guinness
Regie
Jonathan Glazer

Lied
Phat Planet
Interpret
Leftfield
Marke
Guinness
Kampagne
Surfer
Warum Rang 8?
Der treibende elektronische Track wurde zu einem entscheidenden Bestandteil eines der berühmtesten britischen Werbefilme.
Quelle
Creative Bloq – Die besten Werbespots der 1990er

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9. Pink Moon

Rang: 9 Späte Wiederentdeckung

Als Nick Drake 1972 das Album Pink Moon veröffentlichte, blieb der große kommerzielle Durchbruch aus. Der britische Singer-Songwriter starb 1974 im Alter von nur 26 Jahren. Jahrzehnte später spielte ausgerechnet eine Volkswagen-Werbung eine entscheidende Rolle dabei, seine Musik einem amerikanischen Massenpublikum vorzustellen.

Im 1999 ausgestrahlten Cabrio-Spot „Milky Way“ fährt eine Gruppe junger Menschen nachts unter einem sternklaren Himmel. Statt eine Party zu besuchen, entscheidet sie sich dafür, weiterzufahren und die ruhige Nacht zu genießen. Drakes leises Pink Moon passt vollkommen zu dieser anti-typischen Autowerbung. Nach Angaben der Los Angeles Times stiegen die US-Verkäufe des Albums von ungefähr 6.000 Exemplaren 1999 auf rund 74.000 im Jahr 2000. Der Effekt ist eines der deutlichsten Beispiele dafür, dass Werbung nicht nur einen neuen Song zum Hit machen, sondern auch einen fast drei Jahrzehnte alten Künstlerkanon verändern kann. Rang neun erhält das Stück, weil seine Werbeverbindung weniger global bekannt ist als die höheren Plätze, der messbare Einfluss auf Nick Drakes Nachruhm aber außergewöhnlich war. :contentReference[oaicite:6]{index=6}

  • Songjahr: 1972
  • Werbejahr: 1999
  • Effekt: drastischer Anstieg der US-Albumverkäufe nach dem Volkswagen-Spot
Interpret
Nick Drake
Songjahr
1972
Werbejahr
1999
Marke
Volkswagen

Lied
Pink Moon
Interpret
Nick Drake
Marke
Volkswagen
Kampagne
Cabrio-Spot „Milky Way“
Warum Rang 9?
Die Werbung führte Jahrzehnte nach der Veröffentlichung zu einer außergewöhnlichen kommerziellen Wiederentdeckung des Albums.
Quelle
Los Angeles Times – Nick Drakes Wiederentdeckung durch Volkswagen

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10. Guaglione

Rang: 10 Retro-Comeback

Schon fünf Jahre vor „Surfer“ bewies Guinness, wie stark Musik den Charakter einer Kampagne bestimmen kann. Im Spot „Anticipation“ wartet ein Mann an der Bar darauf, dass sich sein frisch gezapftes Guinness setzt. Die Wartezeit verwandelt er in einen zunehmend ausgelassenen Tanz zu Pérez Prados Guaglione.

Das Stück stammt ursprünglich aus der Mambo-Ära der 1950er-Jahre und erhielt durch die Werbung Jahrzehnte später ein neues Publikum. Statt das langsame Einschenken des Biers als Nachteil zu behandeln, machte Guinness die Wartezeit zum zentralen Teil des Markenrituals. Der tanzende Joe McKinney wurde zur Kultfigur, und die Musik verlieh der Szene eine humorvolle Leichtigkeit. Die Kampagne war so erinnerungswürdig, dass Guinness sie Jahre später erneut aufgriff. Im Vergleich zu den höheren Plätzen war der internationale Einfluss begrenzter, doch das Prinzip ist bemerkenswert: Ein alter Instrumentaltitel wurde durch einen modernen Spot neu kontextualisiert und wieder populär. Damit bildet Guaglione einen passenden Abschluss dieser Top 10. :contentReference[oaicite:7]{index=7}

  • Musikära: Mambo der 1950er-Jahre
  • Werbespot: Ein Gast tanzt während der Wartezeit an der Bar
  • Markenidee: Aus dem langsamen Einschenken wird ein positives Ritual
Interpret
Pérez Prado
Werbejahr
1994
Marke
Guinness
Kampagne
Anticipation

Lied
Guaglione
Interpret
Pérez Prado
Marke
Guinness
Werbespot
Anticipation / Dancing Man
Warum Rang 10?
Ein jahrzehntealter Mambo wurde durch eine humorvolle Werbeidee neu entdeckt und dauerhaft mit dem Ritual des Guinness-Zapfens verbunden.
Quelle
Campaign – Guinness Dancing Man und Anticipation

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Häufige Fragen zu Liedern aus der Werbung

Welches ist das bekannteste Lied aus einer Werbung?

I’d Like to Buy the World a Coke gehört zu den berühmtesten Werbeliedern überhaupt. Es wurde 1971 speziell für Coca-Colas „Hilltop“-Kampagne entwickelt und anschließend in veränderter Form als eigenständiger Popsong veröffentlicht.

Welcher Werbesong wurde in Deutschland zum Nummer-eins-Hit?

Bacardi Feeling (Summer Dreamin’) von Kate Yanai entwickelte sich aus einem Bacardi-Werbejingle und erreichte in Deutschland Platz eins. Auch Werbekampagnen wie Levi’s mit Flat Beat lösten in anderen europäischen Ländern große Charterfolge aus.

Wie heißt das Lied aus der Coca-Cola-Weihnachtswerbung?

Die in Deutschland besonders bekannte Coca-Cola-Weihnachtswerbung von 2001 verwendete Wonderful Dream (Holidays Are Coming) von Melanie Thornton. Der Song wird bis heute regelmäßig mit den beleuchteten Coca-Cola-Weihnachtstrucks verbunden.

Wie heißt das Lied aus der Werbung mit dem trommelnden Gorilla?

Der Cadbury-Spot „Gorilla“ aus dem Jahr 2007 verwendet In the Air Tonight von Phil Collins. Der berühmte Schlagzeugeinsatz bildet den dramaturgischen Höhepunkt der Werbung.

Können Werbespots alte Songs wieder erfolgreich machen?

Ja. Ein bekanntes Beispiel ist Nick Drakes Pink Moon. Die Verwendung in einer Volkswagen-Cabrio-Werbung von 1999 führte Jahrzehnte nach der ursprünglichen Veröffentlichung zu deutlich steigenden Albumverkäufen in den USA.

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