Welche Spiele haben den Atari ST wirklich unsterblich gemacht? Dieses Ranking zeigt die 10 beliebtesten Atari-Spiele nicht nach Verkaufszahlen, sondern nach anhaltendem Kultstatus in einer großen Community-Auswertung. Entscheidend ist also, welche Titel Fans bis heute am stärksten mit dem Atari ST verbinden.
Übersicht
| Rang | Spiel | Jahr | Genre | Kernstärke |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Dungeon Master | 1987 | Rollenspiel / Dungeon Crawler | Echtzeit-RPG mit enormem Einfluss |
| 2 | Stunt Car Racer | 1989 | Rennspiel | Waghalsige Strecken und starkes Fahrgefühl |
| 3 | Xenon 2: Megablast | 1989 | Shoot’em Up | Stil, Sound und Präsentation |
| 4 | Speedball 2: Brutal Deluxe | 1990 | Future-Sport / Action | Härte, Tiefe und Bitmap-Brothers-Flair |
| 5 | The Secret of Monkey Island | 1990 | Adventure | Humor, Figuren und Rätseldesign |
| 6 | Lemmings | 1991 | Puzzle / Strategie | Geniales Konzept und Zeitlosigkeit |
| 7 | Vroom | 1991 | Rennspiel / Formel 1 | Tempo und Fahrdynamik |
| 8 | Formula One Grand Prix | 1992 | Simulation / Rennspiel | Realismus und Tiefe |
| 9 | Oids | 1987 | Action / Shooter | Physik und Eigenständigkeit |
| 10 | Super Sprint | 1987 | Arcade-Rennspiel | Direktes Mehrspieler-Arcade-Feeling |
Grundlage der Reihenfolge: Community-Poll unter Atari-ST-Fans, nicht ein Verkaufs- oder Presseranking.
Dungeon Master
Rang: 1
Dungeon Master ist für den Atari ST weit mehr als nur ein beliebtes Spiel. Es ist einer jener Titel, die eine Plattform definieren und ihren Besitzern das Gefühl geben, etwas wirklich Neues zu erleben. Als das Spiel erschien, war schon nach wenigen Minuten klar, dass hier nicht bloß ein weiteres Fantasy-Abenteuer wartete. Statt träger Menüs und rundenbasierter Distanz setzte Dungeon Master auf direkte Immersion: Echtzeit, eine Sicht aus den Augen der Gruppe und eine Bedienung, die damals fast futuristisch wirkte. Türen öffnen, Objekte greifen, Nahrung verwalten, Fackeln wechseln und Zauber einsetzen fühlten sich nicht abstrakt an, sondern wie echte Handlungen innerhalb einer bedrohlichen Welt. Genau das machte den Titel so besonders. Die Atmosphäre entsteht nicht nur durch Monster und Labyrinthe, sondern durch Druck. Dunkelheit, Orientierungslosigkeit, Hunger und das ständige Gefühl, nur knapp die Kontrolle zu behalten, erzeugen eine Spannung, die bis heute bemerkenswert gut funktioniert. Hinzu kommt, dass das Spiel den Spieler nicht mit langen Erklärungen an die Hand nimmt. Man lernt, indem man scheitert, ausprobiert und langsam besser versteht, wie diese Welt funktioniert. Gerade das macht den Reiz aus. Dungeon Master ist kein Spiel, das bloß beeindruckt, sondern eines, das den Spieler aktiv hineinzieht. Für viele Atari-ST-Fans war es der Titel, der zeigte, wozu der Rechner in Bestform fähig ist. Dass es in diesem Ranking auf Platz eins steht, wirkt deshalb nicht wie eine knappe Entscheidung, sondern wie eine fast zwingende Ehrung eines echten System-Meilensteins.
- FTL veröffentlichte das Spiel ursprünglich für den Atari ST.
- Der Titel gilt als früher Maßstab für Echtzeit-Dungeon-Crawler.
- Viele spätere Rollenspiele übernahmen Grundideen aus Bedienung und Spielstruktur.
- Erscheinungsjahr
- 1987
- Genre
- Rollenspiel / Dungeon Crawler
- Besonderheit
- Bahnbrechendes Echtzeit-RPG mit intensiver Atmosphäre und enormem Einfluss
- Quelle
- GamesNostalgia
Stunt Car Racer
Rang: 2
Stunt Car Racer ist eines dieser Spiele, bei denen man sofort versteht, warum sich Fans jahrzehntelang daran erinnern. Das liegt nicht nur an der Idee, sondern an der Konsequenz, mit der sie umgesetzt wurde. Statt auf gewöhnlichen Rennstrecken fährt man hier auf hochgelegten, schmalen und teilweise absurd riskanten Stahlkonstruktionen, die eher wie eine Mischung aus Achterbahn und Albtraum eines Ingenieurs wirken. Schon das allein reicht, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Doch das Spiel bleibt nicht bei spektakulären Bildern stehen. Seine eigentliche Größe liegt im Fahrgefühl. Das Fahrzeug hat Gewicht, reagiert empfindlich auf Fehler und vermittelt ständig den Eindruck, dass Geschwindigkeit und Kontrolle in einem sehr fragilen Gleichgewicht stehen. Genau daraus entsteht die Spannung. Man rast nicht einfach nur, man tastet sich an die Grenze heran und versucht, sie gerade nicht zu überschreiten. Auf dem Atari ST wirkte das besonders stark, weil die Kombination aus Darstellung, Tempo und Übersicht hervorragend zusammenpasst. Jede Strecke verlangt Lernen, Geduld und Mut. Kleine Fehler kosten Zeit, große Fehler reißen einen in den Abgrund. Dieser ständige Balanceakt macht das Spiel so faszinierend. Hinzu kommt der Mehrspieler-Reiz, der den Wettbewerb noch einmal deutlich verschärft. Stunt Car Racer ist deshalb nicht nur ein sehr gutes Rennspiel, sondern ein Titel mit einer ganz eigenen Identität. Für viele Atari-ST-Besitzer war es der Beweis, dass Rennspiele nicht nur schnell und hübsch, sondern auch originell und taktisch sein können. Platz zwei wirkt deshalb absolut folgerichtig.
- Geoff Crammonds Name ist untrennbar mit dem Spiel verbunden.
- Die Atari-ST-Version erschien 1989.
- Die Mischung aus Schaden, Risiko und Streckenkenntnis macht den Reiz bis heute aus.
- Erscheinungsjahr
- 1989
- Genre
- Rennspiel
- Besonderheit
- Waghalsiger Kult-Racer mit einzigartigen Strecken und starkem Fahrmodell
- Quelle
- MobyGames
Xenon 2: Megablast
Rang: 3
Xenon 2: Megablast gehört zu den Spielen, die man kaum vom Stil der späten 16-Bit-Ära trennen kann. Auf dem Atari ST wirkte dieser Shooter wie ein glänzendes Ausrufezeichen: technisch selbstbewusst, visuell markant und mit einer Präsentation, die sofort Eindruck macht. Schon beim ersten Start spürt man die typische Bitmap-Brothers-Energie. Alles wirkt metallisch, hart, kühl und mit einer Präzision gestaltet, die dem Spiel sofort Charakter verleiht. Doch der Titel lebt nicht nur vom Look. Sein eigentliches Fundament ist ein sauber funktionierender, fordernder Vertikal-Shooter, der den Spieler konstant unter Druck setzt. Feindwellen, Bosskämpfe und Levelrhythmus greifen gut ineinander, während das Upgrade-System zusätzliche Motivation erzeugt. Es reicht eben nicht, einfach nur durchzukommen; man will besser ausgerüstet sein, effizienter spielen und länger überleben. Genau dieses Wechselspiel aus Action und Verbesserung hält das Spiel so lebendig. Besonders stark ist dabei, dass Xenon 2 immer wie ein bewusst gestaltetes Erlebnis wirkt. Nichts sieht beliebig aus, und kaum ein Abschnitt verliert sich in Austauschbarkeit. Gerade auf dem Atari ST war das ein wichtiger Punkt, denn hier zeigte sich, dass Shoot’em-Ups nicht bloß hektisch, sondern auch stilistisch unverwechselbar sein konnten. Viele Fans erinnern sich deshalb nicht nur an einzelne Level, sondern an das Gesamtgefühl: ein lautes, schnelles, cooles Spiel mit echter Attitüde. Dass Xenon 2: Megablast in dieser Liste so weit oben landet, ist deshalb nur konsequent. Es ist einer der Shooter, die den Atari-ST-Mythos optisch und spielerisch perfekt verdichten.
- Das Spiel erschien 1989.
- Entwickelt wurde es von The Assembly Line.
- Besonders bekannt wurde es für Stil, Präsentation und Upgrade-Mechanik.
- Erscheinungsjahr
- 1989
- Genre
- Shoot’em Up
- Besonderheit
- Markanter Vertikal-Shooter mit kultiger Präsentation und hohem Wiedererkennungswert
- Quelle
- MobyGames
Speedball 2: Brutal Deluxe
Rang: 4
Speedball 2: Brutal Deluxe ist ein Spiel, das auf dem Atari ST sofort seine eigene Temperatur in den Raum bringt. Alles daran wirkt hart, schwer und auf eine sehr spezifische Weise cool. Das beginnt schon bei der Optik: metallische Arenen, gepanzerte Spieler, ein Interface mit unverkennbarem Bitmap-Brothers-Glanz. Doch hinter dieser stylischen Oberfläche steckt ein Spiel, das bemerkenswert tief geht. Es ist eben nicht nur ein Sportspiel mit futuristischer Fassade, sondern eine durchdachte Mischung aus Action, Taktik und Langzeitmotivation. Tore erzielen ist nur ein Teil des Reizes. Es geht ebenso darum, den Gegner unter Druck zu setzen, Bonusfelder zu nutzen, das Spielfeld clever zu lesen und im richtigen Moment Risiken einzugehen. Dadurch bekommen die Matches eine Dynamik, die weit über simples Hin und Her hinausgeht. Hinzu kommt die Team-Entwicklung, die dem Spiel eine strategische Schicht verleiht. Man baut sich nicht bloß eine Siegesserie auf, sondern entwickelt eine Mannschaft, die sich spürbar verändert. Genau das verleiht dem Titel seine Sogwirkung. Auf dem Atari ST funktionierte diese Mischung besonders gut, weil Übersicht, Tempo und Atmosphäre so sauber zusammenfinden. Speedball 2 ist brutal, aber nie chaotisch. Schnell, aber nie unlesbar. Stilvoll, aber nie leer. Genau diese Balance erklärt, warum das Spiel bis heute als einer der prägendsten Titel des Systems gilt. Es verkörpert einen Teil des Atari-ST-Geistes, der viele Fans bis heute begeistert: kompromisslose Präsentation, direktes Gameplay und genug Tiefe, um aus einem schnellen Match eine lange Leidenschaft zu machen.
- Die Veröffentlichung erfolgte 1990.
- Das Spiel ist einer der bekanntesten Titel der Bitmap Brothers.
- Future-Sport, Teamaufbau und Action verbinden sich hier besonders wirkungsvoll.
- Erscheinungsjahr
- 1990
- Genre
- Future-Sport / Action
- Besonderheit
- Harter, stilprägender Kulttitel mit taktischer Tiefe und starkem Spielrhythmus
- Quelle
- MobyGames
The Secret of Monkey Island
Rang: 5
Dass The Secret of Monkey Island auch auf dem Atari ST zu den beliebtesten Spielen überhaupt zählt, ist kein Zufall. Dieses Adventure hat eine Qualität, die Plattformgrenzen fast mühelos überwindet. Auf dem ST kam es in ein Umfeld, das Adventures besonders gut lag: Maussteuerung, Ruhe im Spielablauf und ein Publikum, das Spaß an Rätseln, Atmosphäre und Dialogen hatte. Genau dort konnte Guybrush Threepwood seine ganze Wirkung entfalten. Der Möchtegern-Pirat ist bis heute eine der charmantesten Figuren des Genres, gerade weil er eben kein klassischer Held ist. Er ist überfordert, großspurig, sympathisch und stolpert mit einer Mischung aus Pech und Witz durch eine Welt, die vor originellen Ideen nur so strotzt. Das Spiel lebt von seinen Dialogen, vom Timing und von einem Humor, der nicht bloß „für ein Videospiel“ gut ist, sondern wirklich zündet. Das berühmte Beleidigungsfechten ist nur der bekannteste Höhepunkt. Viel wichtiger ist, dass praktisch jede Ecke dieser Piratenwelt Persönlichkeit besitzt. Kneipen, Inseln, Nebenfiguren und kleine Szenen bleiben im Gedächtnis, weil sie eben nicht wie bloße Kulisse wirken. Auf dem Atari ST entfaltet sich daraus ein Adventure, das warm, lebendig und meisterhaft gebaut wirkt. Die Rätsel fordern, ohne alles zu ersticken, und die ganze Reise hat eine Leichtigkeit, die erstaunlich gut altert. Dass The Secret of Monkey Island in einer Atari-ST-Liste zwischen Systemikonen auftaucht, zeigt, wie tief der Eindruck war, den das Spiel hinterlassen hat. Es ist nicht nur ein Adventure-Klassiker, sondern ein Titel, der auch den Atari ST um ein echtes Glanzstück bereicherte.
- Die Erstveröffentlichung datiert auf 1990.
- Lucasfilm Games entwickelte und veröffentlichte das Spiel.
- Besonders bekannt sind Humor, Figuren und das Beleidigungsfechten.
- Erscheinungsjahr
- 1990
- Genre
- Adventure
- Besonderheit
- Legendäres Piraten-Adventure mit Witz, Charme und hervorragendem Rätseldesign
- Quelle
- MobyGames
Lemmings
Rang: 6
Lemmings ist eines der seltenen Spiele, deren Grundidee man in einem Satz erklären kann und die trotzdem über Jahrzehnte nichts von ihrer Klasse verlieren. Kleine Figuren marschieren scheinbar willenlos in den Untergang, und der Spieler muss sie retten, indem er einzelnen Lemmingen im richtigen Moment die richtigen Fähigkeiten zuweist. Mehr braucht es nicht, um eines der stärksten Puzzle-Konzepte der Spielegeschichte zu schaffen. Auf dem Atari ST funktionierte das besonders gut, weil das Spiel völlig auf Klarheit setzt. Die Darstellung ist sauber, die Regeln sind sofort verständlich und trotzdem entwickelt sich schnell ein erstaunlich komplexes Denken. Aus dem charmanten Anfang wird mit jeder Stufe mehr eine Denksportaufgabe, bei der Timing, Planung und Übersicht immer wichtiger werden. Gerade dieser Übergang ist brillant. Man steigt leicht ein, merkt aber bald, dass jede Fähigkeit und jede Sekunde zählen. Genau daraus entsteht der enorme Suchtfaktor. Hinzu kommt, dass Lemmings eine fast perfekte Balance zwischen Niedlichkeit und Härte findet. Die Figuren wirken sympathisch, doch das Spiel kann gnadenlos sein. Jeder Fehler hat sichtbare Folgen, jede gute Lösung fühlt sich dagegen ehrlich verdient an. Auf dem Atari ST zeigte sich damit besonders deutlich, dass ein großer Klassiker nicht zwingend durch Technik oder Spektakel entsteht. Manchmal reicht eine brillante Idee, die bis ins Detail durchdacht ist. Lemmings ist genau so ein Fall. Dass es in dieser Top 10 auftaucht, wirkt deshalb nicht wie eine nostalgische Geste, sondern wie die logische Anerkennung eines Designs, das auf dem ST genauso stark zündete wie anderswo. Es bleibt ein Puzzle-Meisterwerk mit sofortigem Wiedererkennungswert.
- DMA Design entwickelte das Spiel.
- Die Veröffentlichung erfolgte 1991.
- Das Prinzip aus Fähigkeiten, Timing und Rettung machte den Titel weltberühmt.
- Erscheinungsjahr
- 1991
- Genre
- Puzzle / Strategie
- Besonderheit
- Geniales Puzzle-Konzept mit zeitlosem Leveldesign und enormem Wiedererkennungswert
- Quelle
- Wikipedia
Vroom
Rang: 7
Vroom ist einer der Titel, bei denen man auf dem Atari ST fast körperlich spürt, worum es geht: Geschwindigkeit. Nicht als bloßer Zahlenwert, sondern als echtes Spielgefühl. Schon wenige Sekunden reichen, um zu merken, dass dieses Rennspiel einen anderen Ton anschlägt. Es ist schnell, sehr schnell sogar, aber eben nicht beliebig hektisch. Sein Reiz entsteht daraus, dass das hohe Tempo mit Kontrolle verbunden bleibt. Wer einfach nur blind beschleunigt, scheitert. Wer sich hingegen auf Fahrdynamik, Rhythmus und saubere Linien einlässt, erlebt einen der intensivsten Racer des Systems. Genau das macht Vroom so besonders. Das Spiel fühlt sich fokussiert an. Es will nicht mit unnötigem Ballast beeindrucken, sondern mit einem klaren, direkten Fahrerlebnis. Auf dem Atari ST war das enorm wirkungsvoll, weil die technische Umsetzung das Geschwindigkeitsgefühl stark unterstützt. Jede Kurve fordert Aufmerksamkeit, jeder Fehler wird sofort spürbar und jede gelungene Runde belohnt den Spieler mit echtem Fortschrittsgefühl. Besonders reizvoll ist dabei, dass Vroom nicht komplett in die Arcade- oder Simulationsrichtung kippt. Es bewegt sich dazwischen und schafft damit einen eigenen Charakter. Es ist zugänglich genug, um sofort Spannung zu erzeugen, aber anspruchsvoll genug, um langfristig zu motivieren. Genau diese Mischung erklärt den Kultstatus. Viele Spieler erinnern sich nicht nur an das Spiel selbst, sondern an das Gefühl, plötzlich ein Rennspiel auf dem ST erlebt zu haben, das sich ungewöhnlich schnell und modern anfühlte. Rang sieben passt deshalb sehr gut: Vroom ist vielleicht kein Mainstream-Gigant, aber eines der Titel, die bei Kennern der Plattform besonders tief im Gedächtnis geblieben sind.
- Atari Legend führt Vroom als 1991 erschienenen Titel von Lankhor.
- Zum Spiel gehören auch Datadisk- und Multiplayer-Bezüge innerhalb der Reihe.
- Besonders gelobt wurde das außergewöhnliche Tempo.
- Erscheinungsjahr
- 1991
- Genre
- Rennspiel / Formel 1
- Besonderheit
- Extrem schneller ST-Racer mit markanter Fahrdynamik und hohem Anspruch
- Quelle
- Atari Legend
Formula One Grand Prix
Rang: 8
Wo Vroom die pure Geschwindigkeit feiert, verfolgt Formula One Grand Prix ein anderes Ziel: glaubwürdigen Motorsport. Genau das machte den Titel auf dem Atari ST so faszinierend. Geoff Crammonds Spiel wollte nicht nur schnelle Rennen liefern, sondern eine Formel-1-Erfahrung, in der Einstellungen, Hilfen, Fahrverhalten und Streckenkenntnis wirklich eine Rolle spielen. Für viele Spieler war das ein kleiner Kulturschock. Statt bloß nach vorne zu rasen, musste man lernen, sauber zu fahren, Bremszonen zu respektieren und das Fahrzeug zu verstehen. Doch genau diese Lernkurve ist eine der größten Stärken des Spiels. Jede Runde fühlt sich verdient an, jede Verbesserung wie echter Fortschritt. Auf dem Atari ST beeindruckte der Titel zusätzlich durch seine 3D-Darstellung und die Fülle an Details. Replays, Hilfssysteme, Streckenmodelle und Abstimmungsmöglichkeiten sorgten dafür, dass das Spiel deutlich erwachsener wirkte als viele Konkurrenten. Gerade das machte seinen Reiz aus. Anfänger konnten sich langsam herantasten, während ambitionierte Spieler immer tiefer in die Simulation eintauchten. Diese Offenheit ist bemerkenswert, denn sie verbindet Anspruch mit Zugänglichkeit. Dass Formula One Grand Prix in einer Beliebtheitsliste so hoch auftaucht, liegt deshalb nicht nur an technischer Leistung. Es geht auch um das Gefühl, hier etwas Ernsthafteres zu erleben – eine Rennsimulation, die den Spieler respektiert und motiviert, besser zu werden. Für viele Atari-ST-Fans markiert der Titel einen wichtigen Schritt in der Entwicklung digitaler Motorsportspiele. Er ist weniger laut als manche anderen Spiele in dieser Liste, dafür aber auf Dauer oft noch fesselnder. Genau deshalb bleibt sein Platz in den Top 10 völlig nachvollziehbar.
- Wikipedia führt das Spiel als Formel-1-Rennsimulation.
- Die Veröffentlichung im relevanten ST-Umfeld fällt in die Jahre 1991/1992.
- Besonders wichtig waren 3D-Darstellung, Fahrhilfen und Fahrzeugabstimmung.
- Erscheinungsjahr
- 1991/1992
- Genre
- Simulation / Rennspiel
- Besonderheit
- Früher Formel-1-Simulationsmeilenstein mit hoher Tiefe und motivierender Lernkurve
- Quelle
- Wikipedia
Oids
Rang: 9
Oids ist genau die Art von Spiel, die in einer Atari-ST-Topliste so wertvoll ist, weil sie zeigt, dass Beliebtheit nicht nur aus Mainstream-Erfolg entsteht. Dieser Titel wirkt eigenständig, anspruchsvoll und auf eine angenehme Weise sperrig. Gerade das macht seinen Reiz aus. Statt ein gewöhnlicher Shooter zu sein, verbindet Oids Action mit Physik, Rettungsmissionen und einem Fluggefühl, das deutlich mehr Präzision verlangt als viele Genre-Kollegen. Man steuert kein Schiff, das einfach nur über den Bildschirm gleitet, sondern ein Vehikel mit Trägheit, Schub und Gewicht. Dadurch wird jede Bewegung bedeutsam. Auf dem Atari ST wirkte das wie ein Statement für kreative Spielmechanik. Man schießt nicht nur, man navigiert, plant und versucht, gleichzeitig Bedrohungen zu kontrollieren und Missionen erfolgreich abzuschließen. Gerade die Mischung aus Action und Verantwortungsgefühl macht den Titel so spannend. Wer sich auf die Steuerung einlässt, entdeckt ein Spiel mit erstaunlicher Tiefe und einem Flow, den man nicht in fünf Minuten begreift. Hinzu kommt der Reiz des Eigenwilligen. Oids fühlt sich nicht wie ein Produkt an, das lediglich Trends kopiert. Es hat eine eigene Identität, und genau das bleibt hängen. Dass ein Level-Editor zusätzlich Langzeitmotivation bot, verstärkte diesen Eindruck noch. Für viele Atari-ST-Fans gehört der Titel deshalb in die Kategorie der besonderen Klassiker: vielleicht nicht das massentauglichste Spiel, aber eines, das man gerade wegen seiner Originalität und seines Anspruchs hoch schätzt. Rang neun wirkt deshalb keineswegs wie ein Randplatz, sondern wie eine verdiente Würdigung eines Spiels, das seinen Ruf durch Individualität und Können erarbeitet hat.
- Atari Legend führt Oids als 1987 erschienenen FTL-Titel.
- Das Spiel ist für seine Physik und Missionsstruktur bekannt.
- Ein Editor steigerte den Reiz für viele Langzeitspieler zusätzlich.
- Erscheinungsjahr
- 1987
- Genre
- Action / Shooter
- Besonderheit
- Eigenwilliger Physik-Shooter mit Kultstatus und starkem Atari-ST-Charakter
- Quelle
- Atari Legend
Super Sprint
Rang: 10
Super Sprint ist der Beweis dafür, dass ein Spiel keine gigantische Komplexität braucht, um auf einer Plattform dauerhaft geliebt zu werden. Sein Kern ist klar, direkt und sofort verständlich: kleine Rennwagen, Draufsicht, kompakte Strecken und ein Wettlauf, der von Runde zu Runde spannender wird. Gerade diese Reduktion macht den Titel so stark. Auf dem Atari ST funktionierte das Spiel hervorragend, weil Übersicht, Tempo und Kontrolle in einer Weise zusammenfinden, die sich bis heute erstaunlich frisch anfühlt. Man versteht innerhalb weniger Sekunden, worum es geht, und merkt ebenso schnell, dass der wahre Reiz im Perfektionieren liegt. Bessere Linien, sauberere Kurven und das Vermeiden von Fehlern machen jede Runde reizvoll. Dazu kommen Hindernisse und Konkurrenz, die aus einem simplen Konzept eine erstaunlich lebendige Renn-Arcade machen. Besonders wichtig ist der Mehrspieler-Charakter. Super Sprint gehört zu jenen Spielen, die im Wohnzimmer mit Freunden oft noch stärker werden als allein. Genau daraus entsteht der bleibende Kult. Man erinnert sich nicht nur an Strecken, sondern an kleine Duelle, knappe Siege und chaotische Runden, die immer wieder in „noch ein Rennen“ münden. Auf dem Atari ST hatte diese Art von Spiel einen perfekten Platz, weil der Rechner auch im direkten Zusammenspiel mit mehreren Spielern glänzen konnte. Dass Super Sprint den Abschluss dieser Top 10 bildet, passt hervorragend. Es steht für den unmittelbaren, unkomplizierten und trotzdem zeitlosen Spielspaß, der viele große Heimcomputer-Klassiker auszeichnet. Nicht immer ist es das epischste oder tiefste Spiel, das am längsten bleibt. Manchmal reicht ein perfekt getroffenes Grundgefühl – und genau das liefert Super Sprint.
- AtariMania listet die ST-Version mit Erscheinungsjahr 1987.
- Das Spiel basiert auf dem gleichnamigen Atari-Games-Arcade-Hit.
- Besonders gelobt wurde der starke Mehrspieler-Faktor.
- Erscheinungsjahr
- 1987
- Genre
- Arcade-Rennspiel
- Besonderheit
- Direkter Top-Down-Racer mit zeitlosem Arcade-Feeling und starkem Multiplayer-Reiz
- Quelle
- AtariMania

