47 Prozent der deutschen Kaffeetrinker greifen regelmäßig zu Filterkaffee. Doch der Abstand zum Caffè Crema schrumpft: Ganze Bohnen, Vollautomaten und portionsweise Zubereitung verändern die Kaffeekultur in deutschen Haushalten. Diese Top 10 ordnet die beliebtesten Kaffeesorten beziehungsweise Kaffeegetränke in Deutschland nach dem repräsentativen Tchibo-Kaffeereport 2026. Befragt wurden 1.500 Kaffeetrinker zwischen 18 und 75 Jahren, die mindestens einmal im Monat Kaffee konsumieren. Mehrfachnennungen waren möglich, weshalb sich die Werte auf mehr als 100 Prozent summieren. Das Ranking misst regelmäßigen Konsum, nicht Verkaufsanteile einzelner Marken. Filterkaffee bleibt Spitzenreiter, während Caffè Crema, Cappuccino und Latte Macchiato von der Verbreitung der Vollautomaten profitieren. Ergänzend erklärt der Artikel Rezepturen, Brühverfahren, typische Mengen, Herkunft, Koffein, Milchanteile und technische Besonderheiten. Deutschland konsumierte 2025 rund 161 Liter Kaffee pro Kopf. Der Röstkaffeeabsatz lag bei etwa 456.000 Tonnen, während ganze Bohnen mit 193.800 Tonnen einen Rekord erreichten. Der Beitrag gehört zur Kategorie Gesellschaft.
So wurde gewertet
Sortiergrundlage ist die Frage „Welche Art Kaffee trinken Sie regelmäßig?“ aus dem Tchibo-Kaffeereport 2026 von Tchibo, brand eins und Statista. Die Untersuchung umfasst 1.500 Kaffeetrinker im Alter von 18 bis 75 Jahren; Mehrfachnennungen waren zulässig. Rang 5 ist wegen identischer Werte ein statistischer Gleichstand zwischen Milchkaffee und Espresso. Für die fortlaufende Top-10-Struktur wird die Reihenfolge der Darstellung im Report übernommen. Unter „Kaffeesorten“ versteht dieser Artikel zubereitete Getränke und Produktarten, nicht botanische Arten wie Arabica oder Robusta. Kalte Fertiggetränke und entkoffeinierter Kaffee wurden aufgenommen, weil sie in derselben Befragung als regelmäßig konsumierte Kaffeearten ausgewiesen sind. Datenstand der ergänzenden Marktangaben: Juli 2026.
Übersicht
| Rang | Kaffeeart | Regelmäßiger Konsum | Typische Menge | Milchanteil | Zubereitung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Filterkaffee | 47 % | 125–250 ml | Optional | Schwerkraft und Papier- oder Dauerfilter |
| 2 | Caffè Crema | 38 % | 120–200 ml | Optional | Vollautomat oder Siebträger |
| 3 | Cappuccino | 34 % | 150–180 ml | Etwa zwei Drittel Milch und Schaum | Espresso plus aufgeschäumte Milch |
| 4 | Latte Macchiato | 26 % | 250–350 ml | Sehr hoch | Milch, Espresso und Milchschaum |
| 5 | Milchkaffee | 23 % | 250–400 ml | Etwa 50 % | Filterkaffee oder Café Crème mit heißer Milch |
| 6 | Espresso | 23 % | 25–35 ml | Keiner | Druckextraktion |
| 7 | Café au Lait, Melange, Galão | 17 % | 200–350 ml | Hoch | Regionale Kaffee-Milch-Rezepturen |
| 8 | Instantkaffee | 10 % | 150–250 ml | Optional | Lösliches Kaffeeextrakt plus Wasser |
| 9 | Gekühlte Kaffeevariationen | 6 % | 200–350 ml | Häufig hoch | Trinkfertiges Kühlregalprodukt |
| 10 | Entkoffeinierter Kaffee | 5 % | Je nach Zubereitung | Optional | Vor der Röstung entkoffeinierte Bohnen |
Kaffeeart, Bohne und Zubereitung sind nicht dasselbe
Filterkaffee, Espresso und Cappuccino beschreiben Zubereitungen. Arabica und Robusta sind dagegen Kaffeearten, während Herkunftsbezeichnungen wie Brasilien oder Äthiopien das Anbaugebiet nennen. Ein Cappuccino kann aus einer reinen Arabica-Mischung, einer Arabica-Robusta-Mischung oder entkoffeinierten Bohnen bestehen. Auch die Röstung ist eine eigene Ebene: Dunklere Röstungen werden häufig für Espresso verwendet, sind aber keine zwingende Voraussetzung. Das Ranking vergleicht deshalb Getränkeformen, die Verbraucher regelmäßig trinken.
Filterkaffee – Deutschlands unangefochtener Klassiker
Rang: 1 Spitzenreiter
Filterkaffee steht mit 47 Prozent auf Rang 1. Trotz Vollautomaten, Kapseln und italienischer Spezialitäten bleibt das langsame Aufbrühen durch einen Filter die verbreitetste Kaffeeform Deutschlands. Sein Vorsprung auf Caffè Crema beträgt neun Prozentpunkte. Besonders stark ist Filterkaffee bei älteren Konsumenten: Im Kaffeereport 2026 nannten ihn 58 Prozent der 56- bis 65-Jährigen, während jüngere Gruppen häufiger zu milchhaltigen Spezialitäten greifen.
Das Prinzip ist technisch einfach, sensorisch aber differenziert. Heißes Wasser löst Aromen, Säuren, Koffein und lösliche Feststoffe aus dem gemahlenen Kaffee. Ein Papierfilter hält einen großen Teil der feinen Partikel und Kaffeeöle zurück, wodurch das Getränk klarer und leichter wirkt als Kaffee aus einer French Press. Für 125 bis 150 Milliliter empfiehlt der Deutsche Kaffeeverband etwa sieben bis zehn Gramm Mahlgut. Bei einer großen Tasse von 250 Millilitern sind entsprechend ungefähr 14 bis 17 Gramm üblich.
Historisch ist Deutschland eng mit der Methode verbunden. Melitta Bentz entwickelte 1908 in Dresden einen Papierfilter und ließ das Verfahren schützen. Heute reicht die Bandbreite von der elektrischen Familienmaschine bis zum präzisen Handaufguss. Der hohe Rang erklärt sich durch niedrige Gerätekosten, einfache Zubereitung größerer Mengen und einen Geschmack, der sowohl schwarz als auch mit Milch funktioniert. Zugleich verliert die Filtermaschine langsam Marktanteile an Vollautomaten.
- 47 Prozent trinken regelmäßig Filterkaffee.
- Der Vorsprung auf Rang 2 beträgt neun Prozentpunkte.
- Eine Tasse von 125 bis 150 Millilitern benötigt etwa sieben bis zehn Gramm Kaffee.
- Papierfilter halten einen Teil der Öle und Schwebstoffe zurück.
- Regelmäßiger Konsum
- 47 Prozent
- Typische Tassengröße
- 125 bis 250 ml
- Kaffeemehl pro 150 ml
- Etwa 7 bis 10 g
- Empfohlener Mahlgrad
- Mittelfein
- Typische Brühtemperatur
- Etwa 92 bis 96 °C
- Extraktionsprinzip
- Schwerkraft
- Filtertypen
- Papierfilter, Metallfilter oder Dauerfilter
- Historischer Meilenstein
- Papierfilter von Melitta Bentz, 1908
- Geschmacksprofil
- Klar, aromatisch und vergleichsweise leicht
- Quelle
- Deutscher Kaffeeverband – Manuelle Kaffeezubereitung
Caffè Crema – der Gewinner des Vollautomatenbooms
Rang: 2 Aufsteiger
Caffè Crema erreicht 38 Prozent und liegt damit auf Rang 2. Gegenüber früheren Erhebungen hat die Kaffeeart deutlich zugelegt. Der Grund steht in vielen deutschen Küchen: Kaffeevollautomaten mahlen ganze Bohnen portionsweise und können auf Knopfdruck eine große Tasse unter Druck extrahieren. Rund 42 Prozent der Befragten im Kaffeereport 2026 nutzen einen Vollautomaten, fast ebenso viele wie eine Filtermaschine.
Caffè Crema ist kein verlängerter Filterkaffee. Das Getränk wird ähnlich wie Espresso unter Druck hergestellt, verwendet aber mehr Wasser und meist einen etwas gröberen Mahlgrad. Eine typische Portion enthält etwa 120 bis 200 Milliliter. Auf der Oberfläche entsteht eine Crema aus Gasbläschen, Kaffeeölen und feinen Partikeln. Diese Schicht ist optisch charakteristisch, garantiert allein aber keine hohe Qualität. Zu dunkle Bohnen, falscher Mahlgrad oder eine zu lange Extraktion können bitter und trocken schmecken.
Die Bezeichnung ist vor allem in Deutschland, der Schweiz und Teilen Mitteleuropas verbreitet. In Italien würde eine größere schwarze Tasse eher als Caffè Lungo oder Americano eingeordnet, wobei die Herstellungsweisen nicht identisch sind. Der zweite Rang zeigt den Wandel vom gemahlenen Pfund zur ganzen Bohne. 2025 wurden in Deutschland 193.800 Tonnen ganze Bohnen verkauft – 130 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Caffè Crema verbindet damit die Tassengröße des deutschen Alltagskaffees mit der Frische einer Einzelzubereitung.
- 38 Prozent trinken regelmäßig Caffè Crema.
- Der Rückstand auf Filterkaffee beträgt neun Prozentpunkte.
- Ganze Bohnen erreichten 2025 mit 193.800 Tonnen einen Absatzrekord.
- Caffè Crema wird unter Druck und portionsweise zubereitet.
- Regelmäßiger Konsum
- 38 Prozent
- Typische Getränkemenge
- 120 bis 200 ml
- Typische Kaffeemenge
- Etwa 7 bis 12 g
- Zubereitungsgerät
- Vor allem Kaffeevollautomat
- Extraktion
- Unter Druck, länger als beim Espresso
- Mahlgrad
- Fein bis mittelfein
- Oberfläche
- Crema aus Gas, Ölen und Kaffeepartikeln
- Absatz ganze Bohne 2025
- 193.800 Tonnen
- Zehnjahresentwicklung
- Plus 130 Prozent bei ganzen Bohnen
- Quelle
- Tchibo-Kaffeereport 2026
Cappuccino – Milchschaumklassiker mit jüngerer Fangemeinde
Rang: 3 Milchkaffee-Favorit
Cappuccino erreicht 34 Prozent und belegt Rang 3. Er ist damit das beliebteste Getränk auf Espressobasis mit aufgeschäumter Milch. Unterwegs ist seine Position noch stärker: In der Aral-Kaffeestudie 2025 gaben 51 Prozent der regelmäßigen Coffee-to-go-Käufer an, Cappuccino zu bestellen. Besonders bei Menschen unter 45 Jahren liegt er deutlich vor dem Filterkaffee.
Ein klassischer Cappuccino besteht aus einem Espresso und feinporig aufgeschäumter Milch. Die häufig zitierte Drittelregel – ein Drittel Espresso, ein Drittel Milch, ein Drittel Schaum – beschreibt die Optik nur grob. Moderne Baristas arbeiten mit flüssigem Mikroschaum, bei dem Milch und Luft nicht als starre Schichten getrennt sind. Typisch sind 25 bis 35 Milliliter Espresso und etwa 100 bis 130 Milliliter aufgeschäumte Milch. Das Gesamtvolumen liegt meist zwischen 150 und 180 Millilitern.
Beim Aufschäumen werden Milchproteine um Luftbläschen angeordnet. Zu hohe Temperaturen destabilisieren den Schaum und erzeugen einen gekochten Geschmack. Als Zielbereich gelten häufig ungefähr 55 bis 65 °C. Vollmilch liefert durch ihren Fettgehalt ein cremiges Mundgefühl; Hafer- und andere Barista-Drinks werden jedoch immer wichtiger. Laut Aral bevorzugt jeder vierte Kaffeetrinker unter 35 Jahren pflanzliche Milch. Gegenüber Caffè Crema verliert Cappuccino vier Prozentpunkte, verlangt aber mehr Zubereitungsschritte und ist im Alltag deshalb aufwendiger.
- 34 Prozent trinken regelmäßig Cappuccino.
- Unterwegs bestellen 51 Prozent der Coffee-to-go-Trinker Cappuccino.
- Die typische Gesamtmenge liegt bei etwa 150 bis 180 Millilitern.
- Mikroschaum besteht aus sehr feinen, gleichmäßig verteilten Luftbläschen.
- Regelmäßiger Konsum
- 34 Prozent
- Coffee-to-go-Nennung
- 51 Prozent
- Espressobasis
- Etwa 25 bis 35 ml
- Gesamtvolumen
- Etwa 150 bis 180 ml
- Milchtemperatur
- Häufig etwa 55 bis 65 °C
- Typische Textur
- Feinporiger Mikroschaum
- Klassisches Verhältnis
- Etwa ein Teil Espresso zu zwei Teilen Milch und Schaum
- Beliebte Alternative
- Haferdrink in Barista-Qualität
- Besonderheit
- Grundlage für Latte Art
- Quelle
- Aral-Kaffeestudie 2025
Latte Macchiato – viel Milch, sichtbare Schichten
Rang: 4 Lifestyle-Klassiker
Latte Macchiato wird von 26 Prozent der Befragten regelmäßig getrunken und erreicht Rang 4. Der italienische Name bedeutet sinngemäß „gefleckte Milch“. Anders als beim Caffè Macchiato, bei dem ein Espresso mit wenig Milch markiert wird, steht hier die Milch im Mittelpunkt. Das Getränk wird üblicherweise in einem hohen Glas serviert und zeigt bei sorgfältiger Zubereitung drei Bereiche: heiße Milch, Espresso und Milchschaum.
Die Schichtung entsteht durch unterschiedliche Dichte und einen zeitlich abgestimmten Aufbau. Zunächst kommen heiße Milch und Schaum ins Glas. Anschließend wird der Espresso langsam eingegossen. Er sinkt durch den leichteren Schaum, bleibt aber teilweise über der dichteren flüssigen Milch. Beim Trinken vermischen sich die Schichten zunehmend. Typische Gläser fassen 250 bis 350 Milliliter und damit ungefähr doppelt so viel wie eine Cappuccinotasse.
Der hohe Milchanteil macht Latte Macchiato mild und süßlich, auch ohne zugesetzten Zucker. Vanille-, Karamell- oder Nuss-Sirup verwandeln ihn leicht in ein dessertähnliches Getränk, erhöhen aber den Zucker- und Energiegehalt. Im Kaffeereport 2026 zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied: 32 Prozent der Frauen, aber nur 20 Prozent der Männer trinken regelmäßig Latte Macchiato. Gegenüber dem Vorjahr verlor die Variante Marktanteile, bleibt aber besonders bei jüngeren Konsumenten und Vollautomatenbesitzern fest etabliert.
- 26 Prozent trinken regelmäßig Latte Macchiato.
- 32 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer nennen das Getränk.
- Typische Gläser fassen etwa 250 bis 350 Milliliter.
- Der Name bedeutet „gefleckte Milch“.
- Regelmäßiger Konsum
- 26 Prozent
- Frauen
- 32 Prozent
- Männer
- 20 Prozent
- Typische Getränkemenge
- 250 bis 350 ml
- Espresso
- Etwa 25 bis 35 ml
- Milchanteil
- Meist 200 ml oder mehr
- Serviergefäß
- Hohes Glas
- Typischer Aufbau
- Milch, Espresso und Milchschaum
- Abgrenzung
- Milchbetonter als Cappuccino
- Quelle
- Deutscher Kaffeeverband – Espressobasierte Milchspezialitäten
Milchkaffee – der unkomplizierte Halb-und-halb-Klassiker
Rang: 5 Traditionsgetränk
Milchkaffee erreicht 23 Prozent und teilt sich statistisch Rang 5 mit Espresso. Im Kaffeereport wird er vor dem Espresso aufgeführt und erhält deshalb den fünften Listenplatz. Die deutsche Variante besteht meist ungefähr zur Hälfte aus Kaffee und heißer Milch. Anders als beim Cappuccino ist eine ausgeprägte Schaumkrone nicht notwendig. Dadurch wirkt das Getränk ruhiger, größer und näher am klassischen Frühstückskaffee.
Als Kaffeebasis dienen Filterkaffee, Caffè Crema oder ein verlängerter Espresso. Entsprechend stark kann der Geschmack schwanken. Filterkaffee erzeugt ein leichteres, klareres Getränk, während eine Espressobasis mehr Röstaroma und Körper liefert. Typische Tassen oder Schalen fassen 250 bis 400 Milliliter. Bei einem Verhältnis von eins zu eins stammen somit ungefähr 125 bis 200 Milliliter aus Milch.
Milchkaffee gehört zu einer europäischen Familie ähnlicher Getränke. Der französische Café au Lait, die österreichische Melange, der portugiesische Galão und der spanische Café con Leche kombinieren ebenfalls Kaffee und Milch, unterscheiden sich aber in Bohnenbasis, Schaum, Verhältnis und Serviergefäß. In der deutschen Befragung wird Milchkaffee dennoch als eigene Kategorie behandelt. Unter den unter 45-Jährigen ist er beliebter als Latte Macchiato und Caffè Crema. Sein Rang beruht auf der einfachen häuslichen Zubereitung: Er benötigt weder perfekte Schichtung noch stabilen Mikroschaum.
- 23 Prozent trinken regelmäßig Milchkaffee.
- Milchkaffee und Espresso liegen statistisch gleichauf.
- Das typische Verhältnis von Kaffee zu Milch beträgt ungefähr eins zu eins.
- Eine ausgeprägte Schaumschicht ist nicht erforderlich.
- Regelmäßiger Konsum
- 23 Prozent
- Typisches Gesamtvolumen
- 250 bis 400 ml
- Kaffeeanteil
- Etwa 50 Prozent
- Milchanteil
- Etwa 50 Prozent
- Typische Kaffeebasis
- Filterkaffee oder Caffè Crema
- Milchschaum
- Nicht erforderlich oder nur dünn
- Serviergefäß
- Große Tasse oder Schale
- Geschmacksprofil
- Mild, weich und milchbetont
- Beliebtheit
- Besonders stark bei Menschen unter 45 Jahren
- Quelle
- Specialty Coffee Association – Europäische Kaffee-Milch-Kultur
Espresso – kleines Getränk mit großer technischer Wirkung
Rang: 6 Barista-Basis
Espresso wird von 23 Prozent regelmäßig getrunken und liegt damit gleichauf mit Milchkaffee. Seine Bedeutung ist dennoch größer, als Rang 6 vermuten lässt: Er bildet die Basis für Cappuccino, Latte Macchiato, Flat White und zahlreiche weitere Spezialitäten. Würden diese Getränke dem Espresso zugerechnet, wäre seine technische Reichweite wesentlich höher.
Bei der Zubereitung wird heißes Wasser unter Druck durch fein gemahlenes Kaffeemehl gepresst. Eine typische Portion enthält etwa sieben bis neun Gramm Kaffee und ergibt ungefähr 25 bis 35 Milliliter Getränk. Moderne Cafés verwenden häufig höhere Dosierungen und bereiten einen doppelten Espresso zu. Die Extraktion dauert üblicherweise ungefähr 20 bis 30 Sekunden. Mahlgrad, Dosis, Wassertemperatur und Durchfluss müssen aufeinander abgestimmt sein.
Obwohl Espresso kräftiger schmeckt, enthält eine einzelne Portion häufig weniger Koffein als eine große Tasse Filterkaffee. Entscheidend ist die Getränkemenge: Espresso besitzt pro Milliliter eine höhere Konzentration, wird aber in wesentlich kleinerem Volumen serviert. Im Kaffeereport 2026 nennen 27 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen Espresso als regelmäßig konsumierte Kaffeeart. Seine Crema entsteht aus Kohlendioxid, Ölen und feinen Partikeln. Eine dicke Crema beweist jedoch nicht automatisch eine ausgewogene Extraktion; Robusta und sehr frische dunkle Röstungen erzeugen oft besonders viel Schaum.
- 23 Prozent trinken regelmäßig Espresso.
- 27 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen nennen ihn.
- Ein einfacher Espresso verwendet ungefähr sieben bis neun Gramm Kaffee.
- Die Getränkemenge liegt meist bei 25 bis 35 Millilitern.
- Regelmäßiger Konsum
- 23 Prozent
- Männer
- 27 Prozent
- Frauen
- 19 Prozent
- Kaffeemehl
- Etwa 7 bis 9 g für einen einfachen Espresso
- Getränkemenge
- Etwa 25 bis 35 ml
- Extraktionsdauer
- Häufig etwa 20 bis 30 Sekunden
- Typischer Druck
- Ungefähr 9 bar am Kaffeepuck
- Mahlgrad
- Fein
- Funktion
- Basis zahlreicher Milch- und Mischgetränke
- Quelle
- Deutscher Kaffeeverband – Kaffeezubereitung
Café au Lait, Melange und Galão – regionale Milchkaffee-Kultur
Rang: 7 europäische Vielfalt
Café au Lait, österreichische Melange und portugiesischer Galão werden in der Befragung als gemeinsame Gruppe ausgewiesen. Zusammen erreichen sie 17 Prozent und damit Rang 7. Die Zusammenfassung ist methodisch sinnvoll, weil alle drei Getränke Kaffee mit einem hohen Milchanteil verbinden. Kulinarisch sind sie jedoch nicht identisch.
Der französische Café au Lait wird traditionell aus kräftigem Kaffee und heißer Milch hergestellt und häufig in einer großen Schale zum Frühstück serviert. Die Wiener Melange basiert meist auf einem verlängerten Kaffee oder Espresso und wird mit heißer Milch sowie einer Schaumhaube ergänzt. Sie ähnelt optisch einem Cappuccino, ist aber häufig größer und milder. Der portugiesische Galão wird im hohen Glas serviert und enthält meist ungefähr ein Viertel Kaffee und drei Viertel aufgeschäumte Milch.
Diese Getränke liegen sechs Prozentpunkte hinter Milchkaffee und Espresso. Ihr niedrigerer Rang bedeutet nicht, dass Milchkaffee an Beliebtheit verliert, sondern dass regionale Namen im deutschen Alltag weniger einheitlich verwendet werden. In Cafés können die Rezepturen erheblich variieren. Ein „Café au Lait“ kann praktisch wie deutscher Milchkaffee zubereitet werden, während eine „Melange“ je nach Betrieb eher Cappuccino oder verlängertem Espresso ähnelt. Historisch zeigen die Varianten, wie Kaffee an lokale Milch-, Frühstücks- und Kaffeehaustraditionen angepasst wurde. Ihr gemeinsamer Rang macht diese europäische Vielfalt sichtbar.
- 17 Prozent trinken regelmäßig Café au Lait, Melange oder Galão.
- Café au Lait wird häufig in einer großen Schale serviert.
- Galão enthält typischerweise deutlich mehr Milch als Kaffee.
- Die Wiener Melange verbindet Kaffee, Milch und Milchschaum.
- Regelmäßiger Konsum
- 17 Prozent
- Café au Lait
- Kaffee und heiße Milch, häufig etwa 1:1
- Wiener Melange
- Verlängerter Kaffee, Milch und Schaum
- Galão
- Häufig etwa 1 Teil Kaffee zu 3 Teilen Milch
- Typisches Volumen
- 200 bis 350 ml
- Herkunft Café au Lait
- Frankreich
- Herkunft Melange
- Österreich
- Herkunft Galão
- Portugal
- Gemeinsames Merkmal
- Hoher Milchanteil
- Quelle
- Specialty Coffee Association – Französische Kaffeekultur
Instantkaffee – schnell löslich und technisch aufwendig
Rang: 8 Convenience
Instantkaffee beziehungsweise löslicher Kaffee erreicht zehn Prozent. Damit wird etwa jede zehnte regelmäßig konsumierte Kaffeeart dieser Kategorie zugerechnet. Der Deutsche Kaffeeverband meldet ebenfalls, dass inzwischen ungefähr jede zehnte Tasse in Deutschland mit löslichem Kaffee zubereitet wird. Sein Vorteil ist offensichtlich: Pulver oder Granulat benötigen lediglich heißes Wasser und keine Maschine, keinen Filter und keine Entsorgung von nassem Kaffeesatz.
Die Herstellung ist wesentlich komplexer als die Zubereitung. Kaffee wird zunächst industriell geröstet, gemahlen und mit Wasser extrahiert. Aus dem konzentrierten flüssigen Kaffee wird anschließend das Wasser entfernt. Beim Sprühtrocknen wird der Extrakt fein zerstäubt und in heißer Luft getrocknet. Beim Gefriertrocknen wird er gefroren, zerkleinert und unter Vakuum getrocknet. Gefriergetrocknete Produkte besitzen häufig größere, unregelmäßige Granulate und gelten als aromatisch hochwertiger, sind aber energie- und kostenintensiver.
Instantkaffee enthält grundsätzlich echten Kaffee und unterliegt in Deutschland dem Reinheitsgebot. Mischprodukte mit Zucker, Milchpulver oder Aromen müssen entsprechend gekennzeichnet werden. Rang 8 zeigt, dass Convenience ein stabiles Segment bleibt, obwohl frisch gemahlene ganze Bohnen stark wachsen. Neue Impulse kommen durch löslichen Specialty Coffee und flüssige Kaffeekonzentrate, die sich auch für kalte Getränke eignen. Im Vergleich zu Filterkaffee sind Dosierung und Ergebnis besonders konstant, während Duft und Frische meist schwächer ausfallen.
- Zehn Prozent trinken regelmäßig Instantkaffee.
- Ungefähr jede zehnte Tasse in Deutschland wird mit löslichem Kaffee zubereitet.
- Die wichtigsten Verfahren sind Sprüh- und Gefriertrocknung.
- Das Produkt entsteht aus zuvor gebrühtem Kaffeeextrakt.
- Regelmäßiger Konsum
- 10 Prozent
- Marktbedeutung
- Etwa jede zehnte Tasse in Deutschland
- Grundstoff
- Konzentrierter Kaffeeextrakt
- Herstellungsverfahren
- Sprühtrocknung oder Gefriertrocknung
- Zubereitung
- Auflösen in heißem oder kaltem Wasser
- Typische Dosierung
- Etwa 1 bis 2 Teelöffel pro Tasse
- Gerätebedarf
- Kein Brühgerät erforderlich
- Haltbarkeit
- Lang bei trockener und luftdichter Lagerung
- Aktueller Trend
- Löslicher Specialty Coffee und Flüssigkonzentrate
- Quelle
- International Coffee Organization – Definition löslichen Kaffees
Gekühlte Kaffeegetränke aus dem Supermarkt
Rang: 9 Ready to Drink
Gekühlte Kaffeevariationen aus dem Supermarkt erreichen sechs Prozent und belegen Rang 9. Zu dieser Gruppe gehören trinkfertige Eiskaffees, Cappuccino- und Latte-Produkte im Becher oder in der Flasche sowie Cold-Coffee-Mischungen aus dem Kühlregal. Sie unterscheiden sich vom klassischen Eiskaffee im Café, der in Deutschland häufig mit Vanilleeis und Sahne serviert wird.
Der wichtigste Vorteil ist die sofortige Verfügbarkeit. Das Getränk muss weder gebrüht noch gekühlt oder aufgeschäumt werden. Hersteller kombinieren Kaffeeextrakt mit Milch, pflanzlichen Alternativen, Zucker und teilweise Aromen oder Stabilisatoren. Der Kaffeeanteil variiert stark. Manche Produkte orientieren sich an einem kräftigen Espresso-Latte, andere sind eher süße Milchgetränke mit Kaffeegeschmack.
Die Kategorie profitiert von Coffee-to-go-Kultur, warmen Sommern und der Verbreitung kalter Spezialitäten. Sie bleibt mit sechs Prozent dennoch deutlich hinter heißem Instantkaffee. Ein Grund ist der Preis pro Tasse, ein weiterer der häufig hohe Zucker- und Verpackungsanteil. Für den Vergleich lohnt sich die Nährwerttabelle: Bei 250 Millilitern ergeben bereits acht Gramm Zucker je 100 Milliliter insgesamt 20 Gramm. Koffeingehalte können ebenfalls deutlich variieren. Der Kaffeereport weist gekühlte Supermarktgetränke bewusst separat von Cold Brew aus, der nur zwei Prozent erreicht. Ready-to-drink beschreibt somit den Vertriebs- und Produktzustand, nicht ein bestimmtes Brühverfahren.
- Sechs Prozent trinken regelmäßig gekühlte Kaffeevariationen aus dem Supermarkt.
- Cold Brew wird separat ausgewiesen und erreicht nur zwei Prozent.
- Die Produkte enthalten häufig Milch, Zucker und Kaffeeextrakt.
- Ready-to-drink bezeichnet ein trinkfertiges Produkt, keine einzelne Brühmethode.
- Regelmäßiger Konsum
- 6 Prozent
- Typische Packungsgröße
- 200 bis 350 ml
- Serviertemperatur
- Gekühlt
- Typische Basis
- Kaffeeextrakt, Milch oder Pflanzendrink
- Häufige Zusätze
- Zucker, Aromen und Stabilisatoren
- Abgrenzung zu Cold Brew
- Fertigprodukt statt festgelegtem Extraktionsverfahren
- Cold-Brew-Konsum
- 2 Prozent
- Vertrieb
- Kühlregal, Tankstelle und Convenience-Handel
- Prüfpunkt beim Kauf
- Zucker-, Kaffee- und Koffeingehalt
- Quelle
- Tchibo-Kaffeereport 2026
Entkoffeinierter Kaffee – Nischenprodukt mit deutscher Erfindungsgeschichte
Rang: 10 koffeinarm
Entkoffeinierter Kaffee wird von fünf Prozent regelmäßig getrunken und schließt die Top 10 ab. Er ist keine eigene Zubereitungsart: Entkoffeinierte Bohnen können als Filterkaffee, Espresso, Caffè Crema oder Cappuccino verwendet werden. In der Befragung wird die Eigenschaft dennoch als eigenständige Kaffeeart behandelt, weil sie für Konsumenten wichtiger sein kann als das spätere Getränkerezept.
Das Koffein wird aus grünen, noch ungerösteten Bohnen entfernt. Dafür werden sie angefeuchtet oder bedampft, damit sich ihre Zellstruktur öffnet. Anschließend lösen Wasser, überkritisches Kohlendioxid, Ethylacetat oder andere zugelassene Verfahren das Koffein heraus. Erst danach werden die Bohnen getrocknet und geröstet. Ziel ist es, möglichst viele Aromavorstufen in der Bohne zu erhalten.
Entkoffeiniert bedeutet nicht völlig koffeinfrei. Nach europäischen Vorgaben darf gerösteter entkoffeinierter Kaffee höchstens 0,1 Prozent Koffein in der Trockenmasse enthalten. Eine zubereitete Tasse enthält daher meist noch wenige Milligramm, während normaler Kaffee je nach Bohne, Menge und Brühverfahren ein Vielfaches liefert. Die kommerzielle Entkoffeinierung hat eine deutsche Geschichte: Ludwig Roselius entwickelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts eines der ersten industriellen Verfahren. Heute ist Deutschland ein wichtiger Standort der Entkoffeinierungsindustrie. Rang 10 spiegelt eine kleine, aber stabile Zielgruppe wider, die Kaffee am Abend oder mit geringerer Koffeinaufnahme genießen möchte.
- Fünf Prozent trinken regelmäßig entkoffeinierten Kaffee.
- Das Koffein wird vor der Röstung aus grünen Bohnen entfernt.
- Gerösteter entkoffeinierter Kaffee darf höchstens 0,1 Prozent Koffein enthalten.
- Eine Tasse ist koffeinarm, aber normalerweise nicht vollständig koffeinfrei.
- Regelmäßiger Konsum
- 5 Prozent
- Maximaler Koffeingehalt
- 0,1 Prozent bei geröstetem entkoffeiniertem Kaffee
- Zeitpunkt der Verarbeitung
- Vor dem Rösten
- Ausgangsprodukt
- Grüne Kaffeebohnen
- Verfahren
- Wasser, Kohlendioxid oder zugelassene Extraktionsmittel
- Typischer Restkoffeingehalt
- Wenige Milligramm pro Tasse, abhängig von Produkt und Zubereitung
- Historischer Pionier
- Ludwig Roselius
- Frühe industrielle Entwicklung
- Beginn des 20. Jahrhunderts
- Geeignet für
- Filterkaffee, Espresso und Milchspezialitäten
- Quelle
- Mount Hagen – Fakten zu entkoffeiniertem Kaffee
Deutschlands Kaffeegeschmack zwischen Filter und Vollautomat
Filterkaffee bleibt mit 47 Prozent die Nummer eins, doch der Markt verändert sich deutlich. Caffè Crema erreicht bereits 38 Prozent und profitiert vom Boom ganzer Bohnen und automatischer Einzelzubereitung. Cappuccino und Latte Macchiato zeigen, wie stark Milchgetränke besonders bei jüngeren Konsumenten verankert sind. Gleichzeitig bleiben einfache Formen relevant: Jede zehnte regelmäßig getrunkene Kaffeeart ist Instantkaffee. Kalte Fertiggetränke, Flat White, Cold Brew und Nitro Coffee gewinnen Sichtbarkeit, erreichen bislang aber kleinere Gruppen. Die Rangfolge macht außerdem deutlich, dass moderne Kaffeekultur nicht automatisch komplizierter sein muss. Vollautomaten kombinieren Mahlung, Dosierung und Extraktion auf Knopfdruck, während der Handfilter mit wenigen Bauteilen eine präzise Kontrolle ermöglicht. Entscheidend für Geschmack bleiben Bohnenfrische, Mahlgrad, Wasser, Temperatur und saubere Geräte – unabhängig davon, welche Sorte auf dem persönlichen Rang 1 steht.
Häufige Fragen zu beliebten Kaffeesorten
Welche Kaffeesorte ist in Deutschland am beliebtesten?
Filterkaffee liegt mit 47 Prozent regelmäßiger Konsumenten auf Rang 1. Es folgen Caffè Crema mit 38 Prozent und Cappuccino mit 34 Prozent.
Warum ergeben die Prozentwerte zusammen mehr als 100 Prozent?
In der Befragung waren Mehrfachnennungen möglich. Eine Person konnte beispielsweise regelmäßig Filterkaffee, Cappuccino und Espresso trinken und alle drei Varianten angeben.
Was ist der Unterschied zwischen Caffè Crema und Filterkaffee?
Caffè Crema wird portionsweise unter Druck zubereitet und besitzt meist eine Crema. Filterkaffee entsteht durch Schwerkraft, wenn Wasser durch gemahlenen Kaffee und einen Filter läuft.
Enthält Espresso mehr Koffein als Filterkaffee?
Pro Milliliter ist Espresso meist koffeinreicher. Eine einzelne Portion ist aber viel kleiner. Eine große Tasse Filterkaffee kann deshalb insgesamt mehr Koffein enthalten als ein einfacher Espresso.
Ist entkoffeinierter Kaffee vollständig koffeinfrei?
Nein. Entkoffeinierter Kaffee enthält geringe Restmengen. Gerösteter entkoffeinierter Kaffee darf in Europa höchstens 0,1 Prozent Koffein in der Trockenmasse enthalten.







