Ein einziger Informant konnte eine Invasion beeinflussen, eine Landung tarnen oder ganze Agentennetze zerstören. Die berühmtesten Agenten aller Zeiten wurden deshalb nicht nur durch spektakuläre Tarnnamen bekannt, sondern durch die politischen, militärischen und gesellschaftlichen Folgen ihrer Arbeit. Dieses Ranking beschränkt sich auf reale Geheimdienstagenten, Doppelagenten und Spione. Fiktive Figuren wie James Bond, Ethan Hunt oder Jason Bourne sind ausgeschlossen. Gewertet wurden internationale Bekanntheit, historische Wirkung, Bedeutung der beschafften oder verratenen Informationen und die langfristige Präsenz in Büchern, Filmen, Museen und öffentlicher Erinnerung. Der Begriff „Agent“ wird dabei neutral verwendet: Einige Personen arbeiteten gegen Diktaturen oder halfen den Alliierten, andere verrieten Kollegen und verursachten Todesfälle. Gerade diese Unterschiede machen deutlich, dass Berühmtheit keine moralische Auszeichnung ist. Da Geheimdienstarbeit häufig erst Jahrzehnte später dokumentiert wird und manche Selbstdarstellungen umstritten bleiben, stützt sich die Liste vorrangig auf freigegebene Akten, staatliche Archive, Geheimdienstgeschichten und militärhistorische Institutionen.
So wurde gewertet
Die Platzierung beruht auf vier Kriterien: weltweite Bekanntheit, nachweisbare historische Wirkung, außergewöhnlicher operativer Erfolg beziehungsweise Schaden und kulturelle Nachwirkung. Die Daten stammen vor allem von CIA, FBI, MI5, staatlichen Archiven, dem Australian War Memorial und wissenschaftlichen Einrichtungen. Legenden wurden nur aufgenommen, wenn ein dokumentierter Geheimdienstbezug besteht. Berücksichtigt sind sowohl hauptamtliche Nachrichtendienstmitarbeiter als auch angeworbene Quellen, Widerstandsagenten und Doppelagenten. Nicht aufgenommen wurden reine Militärkommandeure, politische Whistleblower, Attentäter ohne nachrichtendienstliche Hauptfunktion und Figuren, deren Agententätigkeit historisch nicht hinreichend belegt ist. Datenstand: Juli 2026.
Übersicht
| Rang | Name | Lebensdaten | Dienst/Auftraggeber | Einsatzgebiet | Deckname | Bekannt für | Schicksal |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Mata Hari | 1876–1917 | deutscher Nachrichtendienst; Kontakte zu Frankreich | Europa im Ersten Weltkrieg | H 21 | Urbild der vermeintlichen Verführungsspionin | 1917 hingerichtet |
| 2 | Kim Philby | 1912–1988 | MI6 und sowjetischer Geheimdienst | Großbritannien, Naher Osten, USA | Stanley | führendes Mitglied der Cambridge Five | 1963 Flucht nach Moskau |
| 3 | Richard Sorge | 1895–1944 | sowjetischer Militärnachrichtendienst | Deutschland, China, Japan | Ramsay | Informationen über deutsche und japanische Kriegspläne | 1944 hingerichtet |
| 4 | Virginia Hall | 1906–1982 | SOE, OSS und CIA | besetztes Frankreich | unter anderem Diane | Aufbau von Widerstands- und Fluchtnetzwerken | überlebte und arbeitete später für die CIA |
| 5 | Juan Pujol García | 1912–1988 | MI5; scheinbar deutsche Abwehr | Großbritannien und Spanien | Garbo | Täuschung der Deutschen vor der Normandie-Landung | täuschte später seinen Tod vor |
| 6 | Klaus Fuchs | 1911–1988 | sowjetischer Geheimdienst | Großbritannien und USA | Rest beziehungsweise Charles | Weitergabe von Atomwaffenwissen | 1950 verurteilt |
| 7 | Oleg Penkowski | 1919–1963 | CIA und MI6; zuvor GRU | Sowjetunion und Großbritannien | Hero | Militärinformationen während der Kubakrise | 1963 hingerichtet |
| 8 | Nancy Wake | 1912–2011 | französischer Widerstand und SOE | Frankreich | White Mouse | Fluchthilfe und Koordination von Widerstandskämpfern | hoch dekoriert, starb 2011 |
| 9 | Aldrich Ames | 1941–2026 | CIA und sowjetischer beziehungsweise russischer Geheimdienst | USA, Mexiko und Italien | Kolokol | Verrat zahlreicher westlicher Quellen | lebenslange Haft; 2026 gestorben |
| 10 | Robert Hanssen | 1944–2023 | FBI und sowjetischer beziehungsweise russischer Geheimdienst | USA | Ramon Garcia | jahrzehntelanger Verrat aus der US-Spionageabwehr | lebenslange Haft; 2023 gestorben |
Mata Hari – die berühmteste Spionin der Popkultur
Rang: 1 Legendenstatus
Mata Hari steht an der Spitze, weil ihr Name weltweit zum Synonym für eine verführerische Geheimagentin wurde. Geboren wurde sie 1876 in den Niederlanden als Margaretha Geertruida Zelle. In Paris inszenierte sie sich als exotische Tempeltänzerin und bewegte sich in Kreisen von Diplomaten, Offizieren und wohlhabenden Persönlichkeiten. Während des Ersten Weltkriegs reiste sie trotz geschlossener Grenzen durch mehrere neutrale Staaten. Der deutsche Nachrichtendienst führte sie als Agentin H 21; zugleich bot sie auch Frankreich ihre Dienste an.
Wie wertvoll ihre tatsächlichen Informationen waren, ist bis heute umstritten. Viele Historiker bezweifeln, dass sie die gefährliche Meisterspionin war, zu der sie später gemacht wurde. Frankreich benötigte 1917 jedoch Erfolge und Schuldige für militärische Rückschläge. Mata Hari wurde verhaftet, wegen Spionage verurteilt und am 15. Oktober 1917 erschossen. Ihr erster Rang beruht deshalb weniger auf operativer Leistung als auf ihrer enormen kulturellen Wirkung. Filme, Romane und Werbung machten aus einem widersprüchlichen Spionagefall den dauerhaftesten Agentinnenmythos der Geschichte.
- Bürgerlicher Name: Margaretha Geertruida Zelle
- Vom deutschen Nachrichtendienst als Agentin H 21 geführt
- Historiker streiten über den tatsächlichen Wert ihrer Informationen
- Geboren
- 7. August 1876 in Leeuwarden
- Gestorben
- 15. Oktober 1917 bei Paris
- Einsatzzeit
- Erster Weltkrieg
- Deckname
- Mata Hari; deutsche Kennung H 21
- Entscheidender Faktor
- weltweite Bekanntheit als Archetyp der Spionin
- Kontroverse
- möglicherweise erheblich überschätzte Spionageleistung
- Quelle
- Central Intelligence Agency: Romeo Spies
Kim Philby – der berühmteste Mann der Cambridge Five
Rang: 2 Doppelagent
Kim Philby erreicht Rang zwei, weil er über Jahre im Zentrum des britischen Geheimdienstes arbeitete und zugleich für die Sowjetunion spionierte. Während seines Studiums in Cambridge wurde er in den 1930er-Jahren für den sowjetischen Nachrichtendienst angeworben. Später gelangte er beim britischen Secret Intelligence Service in verantwortliche Positionen. Zeitweise leitete er sogar den Bereich für sowjetische Gegenspionage – ausgerechnet jener Apparat, der Agenten wie ihn aufdecken sollte.
Philby verriet westliche Operationen, warnte sowjetische Kontakte und trug dazu bei, dass Einsätze gegen kommunistische Regime scheiterten. Besonders folgenreich war sein Zugang zu britisch-amerikanischer Geheimdienstkooperation in Washington. Nachdem seine Mitagenten Donald Maclean und Guy Burgess 1951 in die Sowjetunion flohen, geriet auch Philby unter Verdacht. Öffentlich wurde er zunächst entlastet, bevor weitere Beweise auftauchten. 1963 setzte er sich von Beirut nach Moskau ab. Im Gegensatz zur stärker mythisierten Mata Hari war Philby ein tatsächlich hochrangiger, langfristig erfolgreicher Doppelagent. Sein Fall erschütterte das Vertrauen zwischen den westlichen Diensten und prägte Spionageromane des Kalten Krieges.
- Mitglied der als Cambridge Five bekannten Agentengruppe
- Arbeitete innerhalb des MI6 an sowjetischer Gegenspionage
- Seine Enttarnung belastete die britisch-amerikanische Zusammenarbeit
- Vollständiger Name
- Harold Adrian Russell Philby
- Geboren
- 1. Januar 1912
- Flucht
- 1963 aus Beirut in die Sowjetunion
- Gestorben
- 11. Mai 1988 in Moskau
- Netzwerk
- Cambridge Five
- Besonderheit
- sowjetischer Agent in hohen Positionen des britischen Geheimdienstes
- Quelle
- MI5: The Soviet threat between the wars
Richard Sorge – Stalins Meisteragent in Tokio
Rang: 3 Strategischer Einfluss
Richard Sorge steht auf Rang drei, weil seine Meldungen unmittelbar in strategische Entscheidungen des Zweiten Weltkriegs hineinwirkten. Der in Baku geborene Deutsch-Russe kämpfte zunächst im deutschen Heer und wandte sich nach schweren Verwundungen dem Kommunismus zu. Für den sowjetischen Militärnachrichtendienst arbeitete er später in China und Japan. Dort trat er als deutscher Journalist auf, gewann das Vertrauen der deutschen Botschaft und baute ein Netzwerk um den japanischen Journalisten Hotsumi Ozaki auf.
Sorge informierte Moskau über den geplanten deutschen Angriff auf die Sowjetunion. Stalin misstraute den Warnungen zunächst. Noch entscheidender waren Sorges Berichte, dass Japan 1941 nicht kurzfristig gegen die Sowjetunion im Fernen Osten losschlagen werde. Diese Einschätzung erleichterte es der sowjetischen Führung, Truppen zur Verteidigung Moskaus nach Westen zu verlegen. Wie stark diese Informationen allein den Kriegsverlauf veränderten, bleibt umstritten; ihre strategische Qualität gilt jedoch als außergewöhnlich. Die japanische Polizei verhaftete Sorge 1941. Drei Jahre später wurde er hingerichtet. Erst posthum ehrte ihn die Sowjetunion 1964 als Helden.
- Arbeitete unter dem Decknamen Ramsay
- Besetzte eine glaubwürdige Tarnrolle als deutscher Journalist
- Sein Netzwerk lieferte Informationen aus deutschen und japanischen Führungskreisen
- Geboren
- 4. Oktober 1895 bei Baku
- Gestorben
- 7. November 1944 in Tokio
- Auftraggeber
- sowjetischer Militärnachrichtendienst GRU
- Deckname
- Ramsay
- Hauptoperation
- Spionagering in Tokio von 1933 bis 1941
- Historische Wirkung
- Informationen über deutsche und japanische Kriegsabsichten
- Quelle
- Richard Sorge: Chronology and historical documentation
Virginia Hall – die von der Gestapo gejagte „hinkende Dame“
Rang: 4 Widerstandslegende
Virginia Hall belegt Rang vier als eine der erfolgreichsten alliierten Agentinnen des Zweiten Weltkriegs. Die US-Amerikanerin wollte ursprünglich Diplomatin werden, verlor jedoch nach einem Jagdunfall einen Teil ihres linken Beins. Sie trug fortan eine Prothese, die sie scherzhaft „Cuthbert“ nannte. Die Behinderung hielt sie nicht davon ab, im besetzten Frankreich für den britischen Special Operations Executive zu arbeiten. Dort organisierte sie sichere Häuser, Kurierwege, Fluchthilfe und Kontakte zum Widerstand.
Die Gestapo suchte Hall als besonders gefährliche Agentin und bezeichnete sie als „Limping Lady“. Als die deutsche Besetzung auf Südfrankreich ausgeweitet wurde, floh sie zu Fuß über die Pyrenäen. Später kehrte sie für den amerikanischen OSS unter neuer Identität nach Frankreich zurück. Sie koordinierte Widerstandsgruppen, Waffenlieferungen und Sabotageaktionen vor und nach der alliierten Landung. Im Vergleich zu Sorge oder Philby beruhte ihr Einfluss weniger auf Zugang zu Regierungsspitzen als auf operativer Ausdauer im feindlich kontrollierten Gebiet. Hall erhielt als einzige zivile Frau des Zweiten Weltkriegs das amerikanische Distinguished Service Cross und arbeitete später für die CIA.
- Arbeitete nacheinander für SOE, OSS und CIA
- Organisierte Widerstandsnetze trotz intensiver Fahndung
- Überquerte mit Beinprothese die winterlichen Pyrenäen
- Geboren
- 6. April 1906 in Baltimore
- Gestorben
- 8. Juli 1982
- Organisationen
- SOE, OSS und CIA
- Gestapo-Bezeichnung
- „Limping Lady“
- Auszeichnung
- Distinguished Service Cross
- Besonderheit
- eine der ersten weiblichen Operationsmitarbeiterinnen der CIA
- Quelle
- Central Intelligence Agency: Virginia Hall
Juan Pujol García – der Doppelagent „Garbo“
Rang: 5 Täuschungsmeister
Juan Pujol García erreicht Platz fünf, weil sein erfundenes Agentennetz die deutsche Führung vor der alliierten Landung in der Normandie täuschte. Der Spanier wollte nach seinen Erfahrungen im Bürgerkrieg weder Faschismus noch Kommunismus unterstützen. Nachdem britische Stellen seine Mitarbeit zunächst ablehnten, bot er sich eigenständig dem deutschen Nachrichtendienst an. Ohne in Großbritannien gewesen zu sein, lieferte er aus Lissabon erfundene Berichte, die er mit Reiseführern, Karten und öffentlich verfügbaren Informationen konstruierte.
Der MI5 erkannte schließlich sein Talent und holte ihn nach Großbritannien. Unter dem britischen Decknamen Garbo baute Pujol ein vollständig fiktives Netzwerk aus mehr als zwei Dutzend Unteragenten auf. Im Rahmen der Operation Fortitude vermittelte er den Deutschen, die Normandie-Landung sei nur ein Ablenkungsmanöver und der Hauptangriff werde bei Calais folgen. Dadurch blieben deutsche Kräfte auch nach dem 6. Juni 1944 gebunden. Bemerkenswert ist, dass Pujol sowohl von Großbritannien als auch vom Deutschen Reich ausgezeichnet wurde. Um sich nach dem Krieg vor Vergeltung zu schützen, täuschte er seinen Tod vor und lebte jahrzehntelang unerkannt in Venezuela.
- Erfand ein Netzwerk aus mehr als 20 nicht existierenden Informanten
- Spielte eine zentrale Rolle in der strategischen Täuschung vor dem D-Day
- Erhielt Auszeichnungen von beiden Kriegsparteien
- Geboren
- 14. Februar 1912 in Barcelona
- Gestorben
- 10. Oktober 1988 in Caracas
- Britischer Deckname
- Garbo
- Deutscher Deckname
- Arabel
- Operation
- Fortitude und Double-Cross-System
- Historische Wirkung
- Täuschung über Ort und Bedeutung der Normandie-Landung
- Quelle
- The National Archives: Double Agent Operations
Klaus Fuchs – der Physiker, der Atomgeheimnisse verriet
Rang: 6 Atomspion
Klaus Fuchs steht auf Rang sechs, weil er wissenschaftliches Wissen von größter militärischer Bedeutung an die Sowjetunion weitergab. Der deutsche Physiker und Kommunist floh 1933 vor den Nationalsozialisten nach Großbritannien. Dort wurde er in das britische Atomprogramm aufgenommen und arbeitete später im Rahmen der britischen Mission am amerikanischen Manhattan-Projekt. In Los Alamos war er an theoretischen Berechnungen für die Plutoniumbombe beteiligt.
Parallel dazu übermittelte Fuchs technische Informationen an sowjetische Kontaktleute. Dazu gehörten Erkenntnisse über Aufbau, Material und Funktionsweise früher Kernwaffen sowie spätere Überlegungen zur Wasserstoffbombe. Die genaue Beschleunigung, die seine Informationen dem sowjetischen Atomprogramm verschafften, wird wissenschaftlich unterschiedlich eingeschätzt. Unbestritten ist jedoch, dass Fuchs Zugang zu wesentlich hochwertigeren Daten hatte als viele andere Atomspione. 1950 gestand er nach Vernehmungen durch den MI5 und wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt. Nach seiner vorzeitigen Entlassung übersiedelte er in die DDR und setzte dort seine wissenschaftliche Karriere fort.
- Arbeitete am britischen Atomprogramm und in Los Alamos
- Lieferte der Sowjetunion detaillierte technische Informationen
- Blieb nach seiner Haft ein angesehener Wissenschaftler in der DDR
- Geboren
- 29. Dezember 1911 in Rüsselsheim
- Gestorben
- 28. Januar 1988 in Ost-Berlin
- Fachgebiet
- theoretische Physik
- Projekt
- britisches Atomprogramm und Manhattan-Projekt
- Verurteilung
- 1950 zu 14 Jahren Haft
- Besonderheit
- direkter Zugang zu zentralen Atomwaffenberechnungen
- Quelle
- MI5: Klaus Fuchs
Oleg Penkowski – der Informant der Kubakrise
Rang: 7 Kalter Krieg
Oleg Penkowski erreicht Rang sieben, weil seine Informationen den westlichen Nachrichtendiensten ein genaueres Bild der sowjetischen Militärtechnik vermittelten. Der Oberst des sowjetischen Militärnachrichtendienstes GRU bot sich Anfang der 1960er-Jahre dem Westen an. Über britische und amerikanische Kontaktpersonen übergab er umfangreiche Dokumente zu Raketen, militärischen Strukturen und Entscheidungsabläufen der Sowjetunion.
Besonders wichtig waren technische Angaben, die den Vereinigten Staaten während der Kubakrise 1962 halfen, sowjetische Raketen auf Luftaufnahmen zu identifizieren und ihre Leistungsfähigkeit einzuschätzen. Penkowski übermittelte innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit Tausende fotografierte Dokumentseiten. Über seine Motive wird bis heute diskutiert: persönliche Enttäuschung, politische Ablehnung des sowjetischen Systems und der Wunsch nach Anerkennung dürften zusammengewirkt haben. Der sowjetische Geheimdienst überwachte seine Kontakte, verhaftete ihn im Oktober 1962 und verurteilte ihn wegen Hochverrats. 1963 wurde er hingerichtet. Im Unterschied zu langfristigen Doppelagenten wie Philby lag Penkowskis Bedeutung in der außergewöhnlichen Dichte strategischer Informationen während einer akuten nuklearen Krise.
- Oberst des sowjetischen Militärnachrichtendienstes GRU
- Lieferte technische Daten über sowjetische Raketensysteme
- Seine Unterlagen waren während der Kubakrise besonders wertvoll
- Geboren
- 23. April 1919
- Gestorben
- 16. Mai 1963 in Moskau
- Rang
- Oberst der GRU
- Westliche Partner
- CIA und MI6
- Aktive Zusammenarbeit
- vor allem 1961–1962
- Historische Bedeutung
- Aufklärung sowjetischer militärischer Fähigkeiten
- Quelle
- Central Intelligence Agency: Oleg Penkovsky Collection
Nancy Wake – die „Weiße Maus“ des Widerstands
Rang: 8 hoch dekoriert
Nancy Wake belegt Rang acht als eine der bekanntesten Widerstandsagentinnen des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde in Neuseeland geboren, wuchs in Australien auf und arbeitete in den 1930er-Jahren als Journalistin in Europa. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs half sie gemeinsam mit ihrem französischen Ehemann alliierten Soldaten, Verfolgten und Flüchtlingen bei der Flucht. Die Gestapo bezeichnete sie wegen ihrer Fähigkeit, Kontrollen zu entgehen, als „Weiße Maus“.
1943 musste Wake selbst nach Großbritannien fliehen. Dort wurde sie vom Special Operations Executive ausgebildet und 1944 mit dem Fallschirm über Frankreich abgesetzt. In der Auvergne koordinierte sie Waffenlieferungen, Funkkontakte und Aktionen von Widerstandsgruppen. Bekannt wurde auch eine lange Fahrradfahrt, mit der sie nach dem Verlust einer Funkverbindung lebenswichtige Codes beschaffte. Ihr Ehemann Henri Fiocca war inzwischen von der Gestapo getötet worden; Wake erfuhr davon erst nach der Befreiung. Im Vergleich zu Virginia Hall war ihre nachrichtendienstliche Laufbahn kürzer, ihr öffentliches Bild als kämpferische Widerstandsheldin wurde jedoch besonders in Australien, Frankreich und Großbritannien gepflegt.
- Half zunächst als Fluchthelferin im französischen Widerstand
- Wurde 1944 als ausgebildete SOE-Agentin abgesetzt
- Erhielt Auszeichnungen aus mehreren alliierten Staaten
- Geboren
- 30. August 1912 in Wellington
- Gestorben
- 7. August 2011 in London
- Deckname
- „White Mouse“ beziehungsweise „Weiße Maus“
- Organisation
- Special Operations Executive
- Einsatzgebiet
- Frankreich, besonders Auvergne
- Auszeichnungen
- unter anderem George Medal und Companion of the Order of Australia
- Quelle
- Australian War Memorial: Nancy Grace Augusta Wake
Aldrich Ames – der Verräter im Herzen der CIA
Rang: 9 verheerender Verrat
Aldrich Ames steht auf Rang neun, weil er als CIA-Mitarbeiter zahlreiche westliche Quellen an die Sowjetunion verriet. Ames arbeitete mehr als drei Jahrzehnte für die CIA und war auf sowjetische Nachrichtendienste spezialisiert. Im April 1985 bot er der sowjetischen Botschaft in Washington geheime Informationen gegen Geld an. Zunächst erhielt er 50.000 US-Dollar; in den folgenden Jahren zahlte ihm die Gegenseite deutlich höhere Summen.
Ames lieferte Namen von Informanten sowie Angaben über technische und operative Maßnahmen. Mehrere enttarnte Quellen wurden festgenommen oder hingerichtet. Gleichzeitig fiel sein aufwendiger Lebensstil auf, der nicht zu seinem offiziellen Einkommen passte. Dennoch dauerte es Jahre, bis FBI und CIA den Verdacht auf ihn lenkten. Eine zehnmonatige Überwachung dokumentierte unter anderem geheime Signale an einem Briefkasten und Treffen mit russischen Kontaktleuten. Im Februar 1994 wurde Ames verhaftet und später zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt. Sein Rang fällt trotz des enormen Schadens niedriger aus, weil sein Name außerhalb der USA weniger bekannt ist als die Agentenlegenden der beiden Weltkriege.
- Spionierte seit 1985 für die Sowjetunion und später Russland
- Kompromittierte mehr als 100 nachrichtendienstliche Operationen
- Sein auffälliger Wohlstand wurde zu einem wichtigen Ermittlungsansatz
- Geboren
- 26. Mai 1941
- Gestorben
- Januar 2026 in Haft
- Verhaftung
- 21. Februar 1994
- Dienstzeit
- 31 Jahre bei der CIA
- Beginn des Verrats
- 1985
- Urteil
- lebenslange Haft ohne Bewährung
- Quelle
- Federal Bureau of Investigation: Aldrich Ames
Robert Hanssen – der Spion in der FBI-Spionageabwehr
Rang: 10 Maulwurf
Robert Hanssen komplettiert die Top 10. Der langjährige FBI-Agent verkaufte über zwei Jahrzehnte hinweg streng geheime Informationen an sowjetische und später russische Nachrichtendienste. Besonders schwer wog, dass er selbst in Bereichen der Spionageabwehr tätig war. Dadurch kannte er interne Ermittlungen, Überwachungsmethoden, technische Programme und den Stand der Suche nach sowjetischen Maulwürfen.
Hanssen nutzte tote Briefkästen, verschlüsselte Nachrichten und unpersönliche Übergaben. Gegenleistungen erhielt er in Bargeld und Diamanten. Wegen seiner beruflichen Erfahrung vermied er lange direkte Treffen mit seinen Führungsoffizieren. Nachdem CIA und FBI um das Jahr 2000 russische Originalunterlagen eines unbekannten amerikanischen Spions erhielten, verdichtete sich der Verdacht. Ermittler versetzten Hanssen auf einen Posten, an dem er eng überwacht werden konnte. Am 18. Februar 2001 wurde er festgenommen, nachdem er Material an einem Übergabepunkt abgelegt hatte. Er bekannte sich schuldig und erhielt lebenslange Haft. Hanssen gilt zusammen mit Ames als einer der schädlichsten Verräter der US-Geheimdienstgeschichte, blieb international aber weniger stark Teil der Popkultur.
- Arbeitete ausgerechnet in sensiblen Bereichen der FBI-Spionageabwehr
- Gab geheime Operationen und technische Fähigkeiten preis
- Wurde 2001 bei der Nutzung eines toten Briefkastens festgenommen
- Geboren
- 18. April 1944
- Gestorben
- 5. Juni 2023 in Haft
- Arbeitgeber
- Federal Bureau of Investigation
- Spionagezeitraum
- mit Unterbrechungen von 1979 bis 2001
- Festnahme
- 18. Februar 2001
- Strafe
- 15 lebenslange Freiheitsstrafen ohne Bewährung
- Quelle
- Federal Bureau of Investigation: Robert Hanssen
Einordnung: Berühmtheit und erfolgreiche Geheimdienstarbeit sind nicht dasselbe. Mata Hari wurde weltbekannt, obwohl ihr tatsächlicher Informationswert umstritten ist. Juan Pujol García und Virginia Hall erzielten dagegen nachweisbare operative Erfolge, blieben der breiten Öffentlichkeit aber lange weniger bekannt. Ebenso bezeichnet die Aufnahme in dieses Ranking keine moralische Anerkennung: Doppelagenten wie Philby, Ames und Hanssen brachten andere Menschen in Lebensgefahr oder verursachten deren Tod.
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Häufige Fragen zu berühmten Agenten
Wer war der berühmteste Geheimagent aller Zeiten?
Mata Hari ist wahrscheinlich der weltweit bekannteste Name der Spionagegeschichte. Ihre tatsächliche Leistung als Agentin war jedoch vermutlich deutlich geringer als ihr späterer Ruf. Unter den nachweislich wirkungsvollsten Agenten werden häufig Richard Sorge, Kim Philby und Juan Pujol García genannt.
War Mata Hari wirklich eine erfolgreiche Spionin?
Ihre Kontakte zum deutschen Nachrichtendienst sind dokumentiert. Wie wertvoll ihre Informationen waren, ist dagegen umstritten. Zahlreiche Historiker halten sie eher für eine politisch geeignete Sündenbockfigur als für eine außergewöhnlich erfolgreiche Meisterspionin.
Welcher Agent half bei der Landung in der Normandie?
Der Doppelagent Juan Pujol García, Deckname Garbo, spielte eine wichtige Rolle bei der Täuschungsoperation Fortitude. Er bestärkte die deutsche Führung in der Annahme, der Hauptangriff werde nicht in der Normandie, sondern bei Calais erfolgen.
Wer war die erfolgreichste Agentin im Zweiten Weltkrieg?
Virginia Hall gilt als eine der erfolgreichsten alliierten Agentinnen. Sie organisierte im besetzten Frankreich Widerstandsnetze, Fluchtwege und Sabotageaktionen. Auch Nancy Wake wurde für ihre Arbeit mit dem französischen Widerstand und dem SOE hoch ausgezeichnet.
Welche berühmten Agenten waren Doppelagenten?
Kim Philby arbeitete im britischen Geheimdienst für die Sowjetunion. Juan Pujol García täuschte dagegen den deutschen Nachrichtendienst im Auftrag Großbritanniens. Aldrich Ames und Robert Hanssen verrieten als amerikanische Geheimdienstmitarbeiter Informationen an Moskau.







