Die 10 berühmtesten Bergsteiger aller Zeiten

Die 10 berühmtesten Bergsteiger aller Zeiten

14 Achttausender, 8.849 Meter am Mount Everest und Rekorde, die teilweise weniger als drei Stunden dauerten: Die berühmtesten Bergsteiger aller Zeiten haben den Alpinismus auf völlig unterschiedliche Weise geprägt. Edmund Hillary und Tenzing Norgay wurden durch die erste bestätigte Everest-Besteigung weltberühmt. Reinhold Messner verschob die Grenzen des Höhenbergsteigens ohne zusätzlichen Sauerstoff. Junko Tabei und Wanda Rutkiewicz durchbrachen Barrieren für Frauen, während Ueli Steck Geschwindigkeit und systematisches Training in den Mittelpunkt stellte.

Dieses Ranking misst deshalb nicht einfach die Zahl bestiegener Gipfel. Gewertet werden alpinistische Pionierleistung, historische Bedeutung, Schwierigkeit und Innovationsgrad der Unternehmungen, internationaler Bekanntheitsgrad sowie der langfristige Einfluss auf das Bergsteigen. Leistungen aus unterschiedlichen Epochen sind nur eingeschränkt direkt vergleichbar: Expeditionen der 1920er-Jahre verfügten über völlig andere Ausrüstung, Wetterdaten und Kommunikationsmöglichkeiten als heutige Profibergsteiger. Umstrittene Leistungen werden ausdrücklich gekennzeichnet. Datenstand ist September 2026. Weitere historische Persönlichkeiten und außergewöhnliche Lebensgeschichten gibt es in der Kategorie Gesellschaft.

So wurde gewertet

Der Redaktionsscore umfasst maximal 100 Punkte: historische Bedeutung und Pionierleistung (30 Prozent), alpinistische Schwierigkeit beziehungsweise Innovationsgrad (25 Prozent), internationaler Bekanntheitsgrad (20 Prozent), Einfluss auf spätere Generationen und den Stil des Bergsteigens (15 Prozent) sowie außergewöhnliche Rekorde und Lebensleistung (10 Prozent). Erstbesteigungen erhalten besonderes Gewicht, aber reine Gipfelzahlen entscheiden nicht automatisch über die Platzierung. Bei historischen Kontroversen – etwa George Mallorys möglichem Everest-Gipfelerfolg 1924 oder der später diskutierten Dokumentation einzelner moderner Solobegehungen – wird nur das als Tatsache gewertet, was ausreichend belegt ist.

Übersicht

  1. Reinhold Messner
  2. Edmund Hillary
  3. Tenzing Norgay
  4. George Mallory
  5. Junko Tabei
  6. Walter Bonatti
  7. Jerzy Kukuczka
  8. Wanda Rutkiewicz
  9. Nirmal „Nims“ Purja
  10. Ueli Steck
Rang Bergsteiger Land Lebensdaten Schlüsselrekord Höchster Gipfel Score
1 Reinhold Messner Italien * 1944 Erster auf allen 14 Achttausendern Everest, 8.849 m 100/100
2 Edmund Hillary Neuseeland 1919–2008 Erste bestätigte Everest-Besteigung Everest, 8.849 m 98/100
3 Tenzing Norgay Nepal/Indien 1914–1986 Erste bestätigte Everest-Besteigung Everest, 8.849 m 97/100
4 George Mallory Großbritannien 1886–1924 Everest-Pionier der 1920er-Jahre Everest-Versuch 94/100
5 Junko Tabei Japan 1939–2016 Erste Frau auf Everest und Seven Summits Everest, 8.849 m 93/100
6 Walter Bonatti Italien 1930–2011 Legendäre Solo- und Winterrouten Gasherbrum IV, 7.925 m 92/100
7 Jerzy Kukuczka Polen 1948–1989 Zweiter auf allen 14 Achttausendern Everest, 8.849 m 91/100
8 Wanda Rutkiewicz Polen 1943–1992 Erste Frau auf dem K2 Everest, 8.849 m 89/100
9 Nirmal „Nims“ Purja Nepal * 1983 14 Achttausender in Rekordprojekten Everest, 8.849 m 88/100
10 Ueli Steck Schweiz 1976–2017 Eiger-Nordwand solo in 2:22:50 h Everest, 8.849 m 87/100

Reinhold Messner – der Mann, der den Höhenalpinismus neu definierte

Rang: 1 Legende

Reinhold Messners Bedeutung lässt sich nicht auf einen einzelnen Gipfel reduzieren. Der Südtiroler veränderte vielmehr die Vorstellung davon, wie die höchsten Berge der Erde bestiegen werden können. 1978 erreichte er gemeinsam mit Peter Habeler den Mount Everest ohne zusätzlichen Flaschensauerstoff – eine Leistung, die zuvor von vielen Experten für physiologisch kaum möglich gehalten worden war. Noch im selben Jahr gelang Messner am Nanga Parbat eine Solo-Unternehmung, die seinen kompromisslosen Stil weiter prägte. 1980 folgte der Everest im Alleingang und erneut ohne zusätzlichen Sauerstoff.

Den Spitzenplatz sichert ihm schließlich seine gesamte Entwicklung des Höhenbergsteigens. 1986 hatte Messner als erster Mensch alle 14 Achttausender bestiegen. Entscheidend war nicht nur die Zahl, sondern sein Ansatz: kleinere Teams, weniger technische Infrastruktur, neue Routen und möglichst wenig künstliche Hilfsmittel statt materialintensiver Großexpeditionen. Der Nanga Parbat blieb dabei ein persönlicher Wendepunkt. Bei der Expedition 1970 starb sein Bruder Günther beim Abstieg; Reinhold Messner verlor mehrere Zehen. Später widmete er sich Wüstendurchquerungen, Polarexpeditionen, Büchern und den Messner Mountain Museen. Kein anderer Bergsteiger dieser Liste verbindet derart viele historische Erstleistungen mit einem nachhaltigen Einfluss auf die Philosophie des modernen Alpinismus.

  • 1978 mit Peter Habeler erstmals ohne zusätzlichen Sauerstoff auf dem Everest.
  • 1986 erster Mensch auf allen 14 Achttausendern.
  • Prägte den minimalistischen, alpinen Stil im Höhenbergsteigen entscheidend.
Geboren
17. September 1944
Herkunft
Südtirol, Italien
Achttausender
Alle 14
Everest ohne Flaschensauerstoff
1978 mit Peter Habeler
Everest solo
1980, ohne zusätzlichen Sauerstoff
14-Achttausender-Meilenstein
1986 abgeschlossen
Schlüsselberg
Nanga Parbat
Redaktionsscore
100/100
Besonderheit
Veränderte Stil und Philosophie des Höhenalpinismus
Quelle
Messner Mountain Museum

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Edmund Hillary – vom Bienenzüchter auf das Dach der Welt

Rang: 2 Everest-Pionier

Am 29. Mai 1953 erreichten Edmund Hillary und Tenzing Norgay den höchsten Punkt der Erde. Was heute wie ein festes Datum der Weltgeschichte wirkt, war damals der Endpunkt jahrzehntelanger gescheiterter Everest-Versuche. Hillary, ein neuseeländischer Bienenzüchter, und der erfahrene Sherpa Tenzing stiegen über den Südostgrat zum Gipfel. Die erste bestätigte Besteigung des Mount Everest machte beide praktisch über Nacht weltberühmt.

Hillary steht knapp vor Tenzing auf Rang zwei, weil seine öffentliche Wirkung weit über den Everest hinausging. Er nahm an der Commonwealth Trans-Antarctic Expedition teil und erreichte 1958 mit Traktoren den Südpol – auf dem Landweg war seit den Expeditionen von Amundsen und Scott niemand mehr dorthin gelangt. Noch nachhaltiger war seine Arbeit für die Bevölkerung im Himalaya. Über den Himalayan Trust unterstützte Hillary über Jahrzehnte Schulen, medizinische Einrichtungen und Infrastruktur für Sherpa-Gemeinschaften. Damit entwickelte sich seine Geschichte vom Gipfelrekord zu einer ungewöhnlich langfristigen Verbindung mit Nepal. In Neuseeland wurde er zu einer nationalen Ikone; sein Porträt erschien sogar auf der Fünf-Dollar-Banknote. Rang zwei honoriert deshalb sowohl die Everest-Pioniertat als auch das außergewöhnliche gesellschaftliche Vermächtnis.

  • Erstbesteigung des Mount Everest mit Tenzing Norgay am 29. Mai 1953.
  • Erreichte 1958 im Rahmen einer Antarktisexpedition den Südpol.
  • Engagierte sich jahrzehntelang für Schulen und Gesundheitsversorgung im Himalaya.
Lebensdaten
1919–2008
Land
Neuseeland
Beruf vor dem Weltruhm
Bienenzüchter
Everest
29. Mai 1953
Gipfelhöhe heute
8.848,86 m, meist auf 8.849 m gerundet
Seilpartner
Tenzing Norgay
Weiterer Meilenstein
Südpol 1958
Humanitäres Engagement
Himalayan Trust
Redaktionsscore
98/100
Quelle
New Zealand History

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Tenzing Norgay – der Sherpa, der zum Symbol einer ganzen Region wurde

Rang: 3 Everest-Pionier

Ohne Tenzing Norgay wäre die Geschichte der ersten Everest-Besteigung unvollständig. Als er am 29. Mai 1953 gemeinsam mit Edmund Hillary den Gipfel erreichte, war Tenzing bereits einer der erfahrensten Himalaya-Bergsteiger seiner Generation. Er hatte an mehreren Everest-Expeditionen teilgenommen und war 1952 zusammen mit Raymond Lambert auf der Schweizer Expedition bereits außergewöhnlich hoch am Berg gelangt.

Seine Platzierung direkt hinter Hillary soll keine Rangordnung innerhalb der historischen Seilschaft suggerieren: Beide erreichten den Gipfel gemeinsam und lehnten es ab, aus der Frage, wer den letzten Schritt zuerst getan hatte, einen Wettbewerb zu machen. Tenzings langfristige Bedeutung liegt zusätzlich in seiner Rolle als Symbolfigur für die einheimischen Hochgebirgsträger und Bergsteiger des Himalaya. Frühe europäische Expeditionsberichte stellten Sherpas häufig nur als unterstützende Arbeitskräfte dar, obwohl ihr Wissen, ihre Akklimatisation und ihre Leistungen für Expeditionen unverzichtbar waren. Der Erfolg von 1953 machte Tenzing international sichtbar. Hillary und Tenzing stehen damit auch für einen Wendepunkt in der öffentlichen Wahrnehmung des Everest-Bergsteigens. Die Royal Geographical Society bewahrt heute umfangreiche Dokumente und Fotografien der Expeditionen, durch die sich diese Geschichte neu und differenzierter betrachten lässt.

  • Gemeinsam mit Hillary erster bestätigter Mensch auf dem Everest-Gipfel.
  • Hatte bereits vor 1953 an mehreren Everest-Unternehmungen teilgenommen.
  • Wurde zu einer der weltweit bekanntesten Persönlichkeiten des Himalaya.
Lebensdaten
1914–1986
Herkunft
Himalaya; später Indien
Everest
29. Mai 1953
Seilpartner
Edmund Hillary
Route
Südostgrat
Frühere Everest-Erfahrung
Mehrere Expeditionen vor 1953
Historische Rolle
Symbolfigur für Sherpa-Bergsteiger
Redaktionsscore
97/100
Vermächtnis
Veränderte die internationale Wahrnehmung einheimischer Himalaya-Bergsteiger
Quelle
Royal Geographical Society

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George Mallory – das größte ungelöste Rätsel des Everest

Rang: 4 Mysterium

Hat George Mallory den Everest fast drei Jahrzehnte vor Hillary und Tenzing erreicht? Diese Frage gehört zu den berühmtesten Rätseln der Alpingeschichte. Mallory nahm an den britischen Everest-Expeditionen von 1921, 1922 und 1924 teil. Am 8. Juni 1924 wurden er und Andrew „Sandy“ Irvine hoch am Nordostgrat zuletzt lebend gesehen. Danach verschwanden beide. Ob sie den Gipfel vor ihrem Tod erreichten, ist bis heute nicht bewiesen.

Gerade diese Ungewissheit macht Mallory weltberühmt, aber Rang vier beruht nicht auf einer unbewiesenen Erstbesteigung. Seine tatsächlichen Leistungen waren bereits außergewöhnlich. Die Expeditionen der 1920er-Jahre operierten in einer weitgehend unerforschten Hochgebirgswelt ohne moderne Wetterprognosen, Funkkommunikation, leichte Funktionskleidung oder heutige Rettungslogistik. Mallorys Leiche wurde erst 1999 auf etwa 8.155 Metern Höhe gefunden. Der Fund beantwortete die zentrale Gipfelfrage nicht. Die Royal Geographical Society weist heute außerdem darauf hin, dass die frühen Everest-Unternehmungen im Kontext des britischen Empire standen und ihre damalige Heldenerzählung die Beiträge tibetischer und anderer einheimischer Beteiligter oft in den Hintergrund rückte. Damit verkörpert Mallory zugleich Pioniergeist und eine Epoche, deren Geschichte heute kritischer betrachtet wird.

  • Drei britische Everest-Expeditionen: 1921, 1922 und 1924.
  • Verschwand 1924 zusammen mit Andrew Irvine am Nordostgrat.
  • Bis heute kein Beweis, dass Mallory den Gipfel erreicht hat.
Lebensdaten
1886–1924
Land
Großbritannien
Everest-Expeditionen
1921, 1922, 1924
Letzte Sichtung
8. Juni 1924
Partner
Andrew Irvine
Fund der Leiche
1999
Gipfelerfolg
Nicht bewiesen
Historische Bedeutung
Pionier der frühen Everest-Erkundung
Redaktionsscore
94/100
Quelle
Royal Geographical Society

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Junko Tabei – die erste Frau auf dem Mount Everest

Rang: 5 Pionierin

Als Junko Tabei am 16. Mai 1975 den Mount Everest erreichte, schrieb sie nicht nur Alpingeschichte. Sie widerlegte zugleich eine gesellschaftliche Vorstellung, die ihr während ihrer Laufbahn immer wieder begegnet war: Hochgebirgsbergsteigen galt lange als männliche Domäne. Tabei gründete 1969 in Japan einen Frauen-Bergsteigerclub und organisierte später die japanische Frauenexpedition zum Everest mit. Während der Expedition 1975 wurde das Lager von einer Lawine getroffen; Tabei wurde verschüttet, konnte gerettet werden und setzte den Aufstieg fort.

Der Everest allein hätte ihr bereits einen Platz in diesem Ranking gesichert. Doch 1992 wurde sie zusätzlich die erste Frau, die die höchsten Gipfel aller sieben Kontinente bestiegen hatte. Damit verband sie zwei der bekanntesten Meilensteine des Bergsteigens. Ihre spätere Arbeit zeigt außerdem, wie sich die Wahrnehmung des Alpinismus veränderte: Tabei beschäftigte sich wissenschaftlich mit Umweltproblemen im Himalaya und engagierte sich über den Himalayan Adventure Trust of Japan für den Schutz der Gebirgswelt. Bis 2016 hatte sie nach Angaben der Junko Tabei Foundation die höchsten Berge von 76 Ländern bestiegen. Rang fünf würdigt deshalb nicht nur einen Everest-Rekord, sondern eine jahrzehntelange Pionierrolle.

  • 1975 erste Frau auf dem Mount Everest.
  • 1992 erste Frau mit Besteigungen der Seven Summits.
  • Engagierte sich später intensiv für Umweltschutz im Himalaya.
Lebensdaten
1939–2016
Land
Japan
Everest
16. Mai 1975
Historischer Rekord
Erste Frau auf dem Everest
Seven Summits
1992 abgeschlossen
Weitere Berge
Höchste Gipfel von 76 Ländern bis 2016
Umweltarbeit
Himalayan Adventure Trust of Japan
Forschung
Umwelt- und Müllproblematik im Himalaya
Redaktionsscore
93/100
Quelle
Junko Tabei Foundation

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Walter Bonatti – kompromissloser Alpinismus und die lange K2-Kontroverse

Rang: 6 Alpinist

Walter Bonatti erreichte nie den Everest und sammelte auch nicht alle Achttausender. Trotzdem gilt der Italiener als einer der einflussreichsten Alpinisten des 20. Jahrhunderts. Seine Reputation entstand an technisch schwierigen Wänden, durch Alleingänge und Winterbegehungen. 1951 eröffnete er eine Route an der Ostwand des Grand Capucin. 1955 folgte eine sechstägige Solobegehung am Südwestpfeiler des Petit Dru. Zehn Jahre später beendete er seine Karriere mit einer ersten direkten Winter-Solobegehung der Matterhorn-Nordwand.

Untrennbar mit seinem Namen verbunden ist außerdem der K2. Bei der italienischen Erstbesteigung 1954 transportierten Bonatti und der Hunza-Träger Amir Mahdi Sauerstoffflaschen für das Gipfelteam Achille Compagnoni und Lino Lacedelli nach oben. Weil das letzte Lager nicht am erwarteten Ort lag, mussten Bonatti und Mahdi eine lebensgefährliche Nacht im Freien verbringen. Jahrzehntelang wurde über Ablauf, Lagerplatz und Sauerstoffnutzung gestritten. Spätere Untersuchungen des Club Alpino Italiano bestätigten wesentliche Punkte von Bonattis Darstellung. Der Fall wurde zu einer der bekanntesten Kontroversen des Alpinismus. Rang sechs ergibt sich deshalb aus einer seltenen Kombination: extreme technische Leistungen, stilprägender Alpinismus und eine Lebensgeschichte, die auch die Frage nach Fairness und historischer Wahrheit im Bergsport berührt.

  • Legendäre Solo-Erstbegehung am Petit Dru 1955.
  • Zentrale Rolle bei der erfolgreichen italienischen K2-Expedition 1954.
  • Beendete 1965 seine Spitzenkarriere mit einer Winter-Solobegehung am Matterhorn.
Lebensdaten
1930–2011
Land
Italien
K2-Expedition
1954
Petit Dru
Solo, 1955
Matterhorn
Direkte Nordwand, Winter-Solo 1965
Stil
Technischer Alpinismus, Solo- und Winterbegehungen
K2-Kontroverse
Historische Neubewertung bestätigte wesentliche Aussagen Bonattis
Karriereende
1965
Redaktionsscore
92/100
Quelle
Fondazione Arnoldo e Alberto Mondadori

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Jerzy Kukuczka – 14 Achttausender auf dem schwierigen Weg

Rang: 7 Achttausender

Als Jerzy Kukuczka am 18. September 1987 den Shishapangma erreichte, wurde er nach Reinhold Messner der zweite Mensch, der alle 14 Achttausender bestiegen hatte. Der reine Vergleich der Gipfelliste erzählt jedoch nur einen kleinen Teil seiner Geschichte. Der Pole suchte häufig nicht die einfachste Normalroute, sondern neue Linien, Winterbedingungen und technisch schwierige Varianten. Seine Karriere fiel in das „goldene Zeitalter“ des polnischen Himalaya-Bergsteigens, dessen Akteure wegen knapper finanzieller Mittel oft improvisieren mussten.

Kukuczkas Bilanz ist außergewöhnlich: Seine offizielle Biografie nennt zehn neue Routen, vier erste Winterbesteigungen von Achttausendern und 13 Achttausenderbesteigungen ohne zusätzlichen Sauerstoff. Dazu gehörte die sogenannte Polish Line am K2, eine extrem direkte Route durch die Südwand. Im Gegensatz zu Messners eher öffentlichkeitswirksamer Rolle blieb Kukuczka außerhalb der Bergsteigerwelt lange weniger bekannt – ein Grund für Rang sieben statt einer noch höheren Platzierung. Unter Alpinisten wird seine Leistung jedoch regelmäßig neben Messners Gesamtwerk gestellt. 1989 endete die Karriere tragisch: Kukuczka stürzte bei einem Versuch an der damals noch nicht durchstiegenen Südwand des Lhotse tödlich ab. Er wurde nur 41 Jahre alt.

  • 1987 zweiter Mensch auf allen 14 Achttausendern.
  • Zehn neue Routen auf Achttausendern laut seiner offiziellen Biografie.
  • Vier erste Winterbesteigungen von Achttausendern.
Lebensdaten
1948–1989
Land
Polen
Achttausender
14
Neue Routen
10
Erste Winterbesteigungen
4
Ohne Zusatzsauerstoff
13 der 14 Achttausender
Berühmte Route
Polish Line am K2
Letzter Berg
Lhotse, 1989
Redaktionsscore
91/100
Quelle
Jerzy Kukuczka – offizielle Biografie

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Wanda Rutkiewicz – erste Frau auf dem K2

Rang: 8 Wegbereiterin

Am 16. Oktober 1978 erreichte Wanda Rutkiewicz den Mount Everest. Sie war damit nicht nur die erste Polin beziehungsweise der erste Pole auf dem höchsten Berg der Erde, sondern auch erst die dritte Frau auf dem Everest. Acht Jahre später gelang ihr ein noch außergewöhnlicherer Meilenstein: 1986 bestieg sie als erste Frau den 8.611 Meter hohen K2, den zweithöchsten und technisch gefürchteten Berg der Erde.

Rutkiewicz war Ingenieurin und gehörte zu einer Generation polnischer Bergsteiger, die in den 1970er- und 1980er-Jahren das Höhenbergsteigen mit schwierigen Routen und Winterexpeditionen prägte. Insgesamt bestieg sie acht der 14 Achttausender. Ihr langfristiges Ziel war die „Karawane zu den Träumen“ – der Versuch, als erste Frau alle 14 zu erreichen. Dazu kam es nicht. 1992 verschwand sie am Kangchendzönga, dem mit 8.586 Metern dritthöchsten Berg der Erde. Ihr genaues Schicksal blieb ungeklärt. Rang acht spiegelt deshalb nicht nur ihre Rekorde wider. Rutkiewicz verschob in einer stark männlich geprägten Extrembergszene sichtbar die Grenzen dessen, was Frauen im Höhenalpinismus zugetraut wurde, und wurde damit zu einem Vorbild weit über Polen hinaus.

  • 1978 erste Person aus Polen auf dem Mount Everest.
  • 1986 erste Frau auf dem K2.
  • Bestieg insgesamt acht Achttausender.
Lebensdaten
1943–1992
Land
Polen
Everest
1978
K2
1986
Achttausender
8
Historischer Rekord
Erste Frau auf dem K2
Beruf
Elektroingenieurin
Verschollen
1992 am Kangchendzönga
Redaktionsscore
89/100
Quelle
Culture.pl

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Nirmal „Nims“ Purja – der Achttausender-Marathon

Rang: 9 Rekordjäger

Ein Achttausender ist für die meisten Bergsteiger ein Projekt von Wochen oder Monaten. Nirmal „Nims“ Purja machte 2019 aus allen 14 ein einziges Großprojekt. Unter dem Namen „Project Possible“ bestieg der ehemalige Gurkha und Angehörige britischer Spezialeinheiten innerhalb von 189 Tagen sämtliche 14 Achttausender nach dem damals anerkannten Stand. Die Bilder seines Projekts – insbesondere das Foto einer langen Warteschlange am Everest – erreichten ein weltweites Publikum.

Die Rekordgeschichte verlangt allerdings eine wichtige aktuelle Einordnung. Die Kriterien für sogenannte „True Summits“ wurden später verschärft beziehungsweise systematisiert. Zwei von Purjas ursprünglichen Gipfelpunkten aus 2019 wurden bei der Neubewertung nicht als tatsächliche Hauptgipfel gewertet; er holte Dhaulagiri und Manaslu später nach. Guinness führt daher für die vollständig anerkannten True-Summit-Datensätze andere Zeitspannen als die ursprünglich gefeierten 6 Monate und 6 Tage. Purja setzte seine Karriere fort und schloss bis Oktober 2024 zudem alle 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff in 2 Jahren und 150 Tagen ab. Seine Bedeutung reicht über Rekorde hinaus: Er trug wesentlich dazu bei, nepalesische Spitzenbergsteiger nicht nur als Unterstützer westlicher Expeditionen, sondern als internationale Protagonisten des modernen Alpinismus sichtbar zu machen.

  • 2019 „Project Possible“ mit 14 Achttausendern in 189 Tagen nach damaliger Anerkennung.
  • Spätere True-Summit-Regeln führten zu einer Neubewertung des Rekords.
  • Bis Oktober 2024 alle 14 True Summits auch ohne zusätzlichen Sauerstoff abgeschlossen.
Geboren
1983
Land
Nepal
Projekt 2019
Project Possible
Dauer 2019
189 Tage nach damaliger Wertung
Achttausender
14
True-Summit-Korrektur
Dhaulagiri und Manaslu später erneut bestiegen
Ohne Zusatzsauerstoff
Alle 14 True Summits bis 4. Oktober 2024
Dauer ohne Zusatzsauerstoff
2 Jahre, 150 Tage
Redaktionsscore
88/100
Quelle
Guinness World Records

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Ueli Steck – die „Swiss Machine“ und eine neue Ära des Speed-Alpinismus

Rang: 10 Speed-Rekord

Ueli Steck behandelte schwierige Bergwände beinahe wie ein Ausdauersportler eine Rennstrecke. Der Schweizer Zimmermann wurde als „Swiss Machine“ bekannt, weil er wissenschaftlich strukturiertes Training, geringes Gewicht und extrem schnelles Klettern miteinander verband. Seine berühmteste Zahl lautet 2 Stunden, 22 Minuten und 50 Sekunden: So schnell durchstieg Steck 2015 solo die klassische Heckmair-Route der Eiger-Nordwand.

Doch ihn auf Geschwindigkeit zu reduzieren wäre falsch. Steck bestieg 2012 den Everest ohne Flaschensauerstoff, kletterte an Shishapangma und Cho Oyu und erhielt zweimal den Piolet d’Or, eine der bedeutendsten Auszeichnungen des Alpinismus. 2013 meldete er eine Solobegehung der Annapurna-Südwand in nur 28 Stunden für Auf- und Abstieg. Die Leistung wurde ausgezeichnet, blieb aber wegen fehlender Gipfelfotos und GPS-Daten Gegenstand einer Dokumentationsdebatte – eine Kontroverse, die bei der historischen Einordnung erwähnt werden muss. 2015 bestieg Steck außerdem alle 82 Viertausender der Alpen in 61 Tagen und bewegte sich zwischen den Bergen ohne motorisierte Transportmittel. 2017 starb er mit nur 40 Jahren bei einem Akklimatisierungsaufstieg am Nuptse. Rang zehn würdigt einen Bergsteiger, der Training und Geschwindigkeit im modernen Alpinismus nachhaltig veränderte.

  • Eiger-Nordwand 2015 solo in 2:22:50 Stunden.
  • Bestieg 2015 alle 82 Viertausender der Alpen in 61 Tagen.
  • Zweifacher Gewinner des Piolet d’Or.
Lebensdaten
1976–2017
Land
Schweiz
Spitzname
„Swiss Machine“
Eiger-Rekord
2:22:50 h, 2015
Everest
2012 ohne Flaschensauerstoff
Alpenprojekt
82 Viertausender in 61 Tagen
Piolet d’Or
2 Auszeichnungen
Annapurna 2013
Gemeldete Solo-Südwandbegehung; Dokumentation später diskutiert
Redaktionsscore
87/100
Quelle
Ueli Steck – Biografie

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Wie sich Bergsteigen in 100 Jahren verändert hat

Zwischen George Mallorys Everest-Expedition von 1924 und den Rekordprojekten von Nirmal Purja liegt nicht nur ein Jahrhundert, sondern nahezu eine technische Revolution. Mallory und seine Zeitgenossen trugen schwere Kleidung aus Naturfasern, verwendeten vergleichsweise primitive Sauerstoffsysteme und verfügten weder über Satellitentelefone noch GPS, hochauflösende Wettermodelle oder moderne Höhenmedizin. Eine Expedition konnte monatelang von zuverlässigen Nachrichten abgeschnitten sein.

In den 1950er-Jahren dominierten große nationale Expeditionen. Hillary und Tenzing erreichten den Everest als Teil eines umfangreichen britischen Teams. Ähnlich funktionierte die italienische K2-Expedition 1954. Hunderte Lasten mussten transportiert, Hochlager eingerichtet und die Route schrittweise erschlossen werden. Der Gipfelerfolg war eine Mannschaftsleistung, auch wenn anschließend meist zwei Namen berühmt wurden.

Messner, Bonatti und später Kukuczka verschoben den Schwerpunkt stärker zum individuellen Stil. Weniger Material, kleinere Teams, neue Routen und der Verzicht auf zusätzlichen Sauerstoff wurden selbst zu Bewertungskriterien alpinistischer Qualität. Bei Ueli Steck kam eine weitere Komponente hinzu: professionelles Ausdauertraining. Geschwindigkeit war für ihn nicht nur Rekordjagd. Weniger Zeit in Lawinen-, Steinschlag- und Seraczonen konnte auch bedeuten, bestimmten objektiven Gefahren kürzer ausgesetzt zu sein.

Die jüngste Entwicklung bringt neue Fragen. Satellitenkommunikation, kommerzielle Expeditionen, präzise Wetterprognosen und große Teams eröffnen Möglichkeiten, die früher nicht existierten. Gleichzeitig haben GPS-Daten und digitale Fotos die Anforderungen an die Dokumentation von Rekorden erhöht. Die Debatte um „True Summits“ zeigt, dass selbst scheinbar einfache Statistiken wie „14 Achttausender bestiegen“ heute genauer geprüft werden als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Warum Sherpas in der Geschichte des Bergsteigens oft unterschätzt wurden

Die klassische Erzählung des Himalaya-Bergsteigens konzentrierte sich lange stark auf europäische Expeditionsleiter und Gipfelbergsteiger. Tatsächlich wären viele frühe Unternehmungen ohne Sherpas und andere lokale Hochgebirgsträger kaum denkbar gewesen. Sie transportierten Ausrüstung, richteten Lager ein, halfen beim Erschließen der Routen und waren selbst extremen Höhengefahren ausgesetzt.

Tenzing Norgays Weltruhm nach 1953 war deshalb auch symbolisch bedeutsam. Spätere Generationen nepalesischer Bergsteiger gingen noch einen Schritt weiter. Sie treten zunehmend als Expeditionsleiter, Rekordhalter und eigenständige Spitzensportler auf. Nirmal Purja ist eines der sichtbarsten Beispiele dieser Entwicklung. Auch die erste Winterbesteigung des K2 im Januar 2021 durch ein ausschließlich nepalesisches Gipfelteam markierte in diesem Zusammenhang einen historischen Moment.

Das verändert zugleich den Blick auf historische Rankings. Berühmtheit ist nicht identisch mit Leistung. Viele lokale Bergsteiger erbrachten enorme Beiträge, ohne dieselbe internationale Medienaufmerksamkeit zu erhalten. Diese Top 10 bewertet deshalb Bekanntheitsgrad nur als eines von mehreren Kriterien.

Häufige Fragen zu berühmten Bergsteigern

Wer gilt als berühmtester Bergsteiger aller Zeiten?

Reinhold Messner gehört weltweit zu den bekanntesten und einflussreichsten Bergsteigern. Er bestieg mit Peter Habeler 1978 erstmals den Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff und wurde 1986 der erste Mensch, der alle 14 Achttausender bestiegen hatte. Edmund Hillary und Tenzing Norgay sind durch die erste bestätigte Everest-Besteigung 1953 ähnlich ikonisch.

Wer war zuerst auf dem Mount Everest?

Edmund Hillary aus Neuseeland und Tenzing Norgay erreichten am 29. Mai 1953 gemeinsam den Gipfel des Mount Everest. Es handelt sich um die erste bestätigte Besteigung. Ob George Mallory und Andrew Irvine bereits 1924 den Gipfel erreichten, ist bis heute ungeklärt.

Wer war die erste Frau auf dem Mount Everest?

Die Japanerin Junko Tabei erreichte am 16. Mai 1975 als erste Frau den Everest-Gipfel. 1992 wurde sie außerdem die erste Frau, die die höchsten Berge aller sieben Kontinente bestiegen hatte.

Wer bestieg als Erster alle 14 Achttausender?

Reinhold Messner schloss 1986 als erster Mensch die Besteigung aller 14 Achttausender ab. Jerzy Kukuczka folgte 1987 als Zweiter. Bei modernen Rekordlisten werden heute strengere Kriterien dafür angewendet, ob tatsächlich der höchste erreichbare Punkt eines Berges erreicht wurde.

Warum ist George Mallory so berühmt, obwohl sein Everest-Gipfelerfolg nicht bewiesen ist?

Mallory gehörte zu den wichtigsten Pionieren der frühen Everest-Erkundung. Er verschwand 1924 gemeinsam mit Andrew Irvine hoch am Berg. Weil bis heute ungeklärt ist, ob beide vor ihrem Tod den Gipfel erreichten, wurde ihre Expedition zu einem der größten Rätsel der Alpingeschichte.

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