Die 10 berühmtesten Eisenbahnlinien der Welt

Die 10 berühmtesten Eisenbahnlinien der Welt

9.288 Kilometer, 291 Brücken, 20 Tunnel oder ein Scheitelpunkt auf 5.072 Metern: Die berühmtesten Eisenbahnlinien der Welt sind aus völlig unterschiedlichen Gründen zu Ikonen geworden. Manche überwinden ganze Kontinente, andere zwängen sich auf wenigen Kilometern durch extreme Gebirgslandschaften. Einige wurden durch technische Pionierleistungen berühmt, andere durch Luxus, Literatur, Film oder eine Landschaft, die längst selbst Teil der Marke geworden ist.

Dieses Ranking bewertet deshalb nicht die längsten, schnellsten oder teuersten Bahnstrecken, sondern ihre weltweite Bekanntheit und kulturhistorische Bedeutung. Gewichtet werden internationale Wiedererkennbarkeit, Geschichte, technische Besonderheiten, Landschaft, Präsenz in Medien und Reiseliteratur sowie heutige touristische Relevanz. Historische Zugläufe wie der Orient-Express zählen mit, wenn ihre Route die Eisenbahngeschichte nachhaltig geprägt hat. Reine Museumsbahnen ohne größere internationale Wirkung bleiben außen vor. Die Daten zu Länge, Eröffnung, Bauwerken, Höhenlage und Fahrzeiten stammen aus offiziellen Bahn-, Betreiber-, UNESCO- und Behördenquellen. Datenstand ist der 20. August 2026. Weitere Bahn- und Infrastrukturthemen finden sich in der Kategorie Technik.

So wurde gewertet

Der redaktionelle Bekanntheitsindex kombiniert internationale Wiedererkennbarkeit (30 %), historische Bedeutung (25 %), landschaftlichen und touristischen Ikonenstatus (20 %), technische beziehungsweise ingenieurgeschichtliche Besonderheiten (15 %) und kulturelle Präsenz in Literatur, Film und Medien (10 %). Eine kürzere Bergbahn kann dadurch vor einer längeren Transkontinentalstrecke liegen. Berücksichtigt werden sowohl klar definierte Eisenbahnlinien als auch weltberühmte Zugrouten, wenn ihre Streckenführung selbst zum kulturellen Begriff geworden ist. Bei historischen Namen wird ausdrücklich zwischen ursprünglicher Verbindung und heutigem touristischem Betrieb unterschieden.

Berühmt ist nicht gleich lang: Die Transsibirische Eisenbahn steht zugleich für extreme Distanz und weltweite Bekanntheit. Die Flåmbahn dagegen misst nur gut 20 Kilometer, gehört aber wegen ihrer Steigung und Fjordlandschaft zu den bekanntesten Bergbahnen Europas. Dieses Ranking bewertet deshalb Symbolkraft statt Streckenkilometer.

Übersicht

  1. Transsibirische Eisenbahn
  2. Orient-Express
  3. Glacier Express
  4. Berninabahn
  5. The Ghan
  6. Indian Pacific
  7. California Zephyr
  8. Qinghai-Tibet-Bahn
  9. Flåmbahn
  10. Darjeeling Himalayan Railway
Rang Eisenbahnlinie / Route Land / Länder Länge Eröffnung / Start Höchster Punkt Fahrzeit Spurweite Bekannt für
1 Transsibirische Eisenbahn Russland 9.288 km Moskau–Wladiwostok Bau ab 1891 über 1.000 m auf Teilabschnitten ca. 144 Std. 1.520 mm längste klassische Transkontinentalroute
2 Orient-Express historisch Frankreich bis Türkei je nach Epoche mehrere Tausend km 1883 Alpen-/Balkanquerungen historisch mehrere Tage 1435 mm auf Hauptstrecken Luxus, Agatha Christie, Belle Époque
3 Glacier Express Schweiz 291 km 1930 Oberalppass 2.033 m rund 8 Std. 1.000 mm 291 Brücken, 91 Tunnel
4 Berninabahn Schweiz / Italien 61 km UNESCO-Abschnitt 1910 vollständig Ospizio Bernina 2.253 m ca. 2–2,5 Std. Abschnitt 1.000 mm UNESCO, offene Alpenquerung
5 The Ghan Australien 2.979 km heutige Route komplett seit 2004 Outback-Hochland 54 Std. reine Bahnzeit 1.435 mm Adelaide–Darwin durch das Red Centre
6 Indian Pacific Australien 4.352 km 1970 Blue Mountains 65 Std. reine Bahnzeit 1.435 mm Indischer bis Pazifischer Ozean
7 California Zephyr USA 2.438 Meilen / ca. 3.924 km heutiger Amtrak-Dienst seit 1983 Rocky Mountains ca. 52–53 Std. 1.435 mm Rockies, Sierra Nevada, täglicher Betrieb
8 Qinghai-Tibet-Bahn China 1.956 km Xining–Lhasa durchgehend seit 2006 5.072 m ca. 20–22 Std. Xining–Lhasa 1.435 mm höchste große Hochgebirgsbahn der Welt
9 Flåmbahn Norwegen 20,20 km 1940 866 m bei Myrdal ca. 60 Min. 1.435 mm 55 ‰ Steigung, Fjordlandschaft
10 Darjeeling Himalayan Railway Indien 88,48 km 1881 Ghoom 2.258 m mehrere Stunden 610 mm UNESCO, Toy Train, Schleifen und Spitzkehren

1. Transsibirische Eisenbahn – die Bahnstrecke, die zum Synonym für Fernreise wurde

Rang: 1 Weltikone seit 1891

Kaum eine Eisenbahnroute löst allein durch ihren Namen so klare Bilder aus wie die Transsibirische Eisenbahn: endlose Birkenwälder, schneebedeckte Bahnhöfe, der Baikalsee und tagelange Fahrten durch mehrere Zeitzonen. Die klassische Personenverkehrsrelation zwischen Moskau und Wladiwostok misst heute 9.288 Kilometer. Der Zug Rossija benötigt dafür laut Russischer Geographischer Gesellschaft rund 144 Stunden. Auf seinem Weg durchquert er 11 Oblaste, fünf Regionen, eine autonome Oblast und zwei Republiken und überquert 16 große Flüsse.

Der Bau begann 1891 als eines der ambitioniertesten Infrastrukturprojekte des Zarenreichs. Ziel war nicht nur schnellerer Personenverkehr. Die Strecke sollte Sibirien wirtschaftlich erschließen, Rohstofftransporte ermöglichen, militärische Beweglichkeit erhöhen und den russischen Fernen Osten enger mit dem europäischen Landesteil verbinden. Städte wie Nowosibirsk wuchsen unmittelbar durch die neue Eisenbahnachse.

Ihre Berühmtheit reicht weit über Eisenbahnfans hinaus. Reiseberichte, Dokumentationen und Romane machten die mehrtägige Fahrt zu einem eigenen Mythos. Auch die Transmongolische und Transmandschurische Route werden im Alltag oft mit dem Begriff „Transsib“ verbunden, obwohl sie eigene Abzweigungen darstellen. Rang eins erhält die Strecke deshalb wegen einer seltenen Kombination: Rekorddistanz, historische Bedeutung, außergewöhnliche Landschaft und ein Name, der weltweit für das ultimative Eisenbahnabenteuer steht.

  • 9.288 km zwischen Moskau und Wladiwostok.
  • Rund 144 Stunden reine Fahrplanzeit Richtung Osten.
  • Querung zahlreicher Zeit- und Klimazonen.
  • Baubeginn 1891.
  • 16 große Flüsse entlang der Rossija-Route.
  • Zentrale Achse für die Erschließung Sibiriens.
  • Eine der bekanntesten Eisenbahnreisen überhaupt.
Start
Moskau
Ziel
Wladiwostok
Streckenlänge
9.288 km
Fahrzeit
ca. 144 Std. 10 Min.
Bekannter Zug
Rossija
Baubeginn
1891
Spurweite
1.520 mm
Große Flüsse
16 laut RGO-Routenbeschreibung
Kernregionen
Europäisches Russland, Ural, Sibirien, Ferner Osten
Warum Rang 1?
weltweit stärkste Kombination aus Distanzrekord, Geschichte und Reiseikone
Quelle
Russische Geographische Gesellschaft

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2. Orient-Express – der Zug, der Luxusreisen zum Mythos machte

Rang: 2 Luxuslegende Popkultur

Der Orient-Express ist streng genommen keine einzelne unveränderte Eisenbahnlinie, sondern eine historische Zugroute mit wechselnden Laufwegen. Trotzdem gehört er zwingend in jede Liste berühmter Eisenbahnverbindungen. Am 4. Oktober 1883 verließ die offizielle Eröffnungsfahrt Paris in Richtung Konstantinopel. Rund 40 Reisende waren an Bord. Das Konzept von Georges Nagelmackers war revolutionär: Schlaf- und Speisewagen sollten eine mehrtägige internationale Reise so komfortabel machen, dass der Weg selbst zum Erlebnis wurde.

Direkter durchgehender Schienenverkehr bis Konstantinopel war anfangs noch nicht möglich. Reisende mussten auf Teilabschnitten Fähren nutzen. Erst 1889 konnte die Verbindung bis zur osmanischen Hauptstadt vollständig auf der Schiene geführt werden. In den 1920er-Jahren erreichte das luxuriöse Erscheinungsbild seinen Höhepunkt: Art-Déco-Wagen mit Arbeiten von René Prou und René Lalique wurden zu rollenden Salons der europäischen Oberschicht.

Den endgültigen kulturellen Durchbruch schaffte jedoch Literatur. Agatha Christies 1934 veröffentlichter Roman Murder on the Orient Express verband den Namen dauerhaft mit Eleganz, Intrige und internationalen Reisenden. Zahlreiche Filme und Neuverfilmungen folgten. Der direkte historische Paris–Istanbul-Lauf endete 1977, doch nostalgische Luxuszüge greifen Namen, Wagen und Atmosphäre bis heute auf. Nur die Transsib ist geografisch stärker als eigenständige Eisenbahnlinie verankert; kulturell dürfte kaum ein Zugname berühmter sein.

  • Offizielle Eröffnungsfahrt am 4. Oktober 1883.
  • Start in Paris, historisches Ziel Konstantinopel/Istanbul.
  • Vollständig direkte Bahnverbindung bis Istanbul ab 1889.
  • Art-Déco-Luxuswagen ab den 1920er-Jahren.
  • Eng mit Georges Nagelmackers und der CIWL verbunden.
  • Agatha Christies Roman erschien 1934.
  • Direkter Paris–Istanbul-Lauf endete 1977.
Historischer Start
Paris
Historisches Ziel
Konstantinopel / Istanbul
Eröffnungsfahrt
4. Oktober 1883
Gründer des Konzepts
Georges Nagelmackers
Betreibergesellschaft historisch
Compagnie Internationale des Wagons-Lits
Direkte Schienenfahrt bis Istanbul
ab 1889
Stilprägende Phase
1920er-Jahre, Art déco
Literarischer Meilenstein
Murder on the Orient Express, 1934
Ende direkter Paris–Istanbul-Verbindung
1977
Warum Rang 2?
weltweit wohl berühmtester Luxuszugname der Eisenbahngeschichte
Quelle
Orient Express – Historie

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3. Glacier Express – 291 Kilometer, 291 Brücken und ein ganzer Tag Alpenpanorama

Rang: 3 291 Brücken Panoramazug

Der Glacier Express ist ein perfektes Beispiel dafür, dass Berühmtheit nichts mit Geschwindigkeit zu tun haben muss. Die Reise zwischen Zermatt und St. Moritz umfasst nur 291 Kilometer, benötigt aber ungefähr acht Stunden. Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt laut Betreiber bei gerade einmal 42 km/h. Gerade daraus entstand die populäre Bezeichnung als besonders langsamer Schnellzug: Die Strecke ist darauf ausgelegt, die Landschaft nicht möglichst schnell zu überwinden, sondern sichtbar zu machen.

Die erste Fahrt fand am 25. Juni 1930 statt. Heute passiert der Zug 291 Brücken und 91 Tunnel. Zu den Höhepunkten gehören der Oberalppass auf mehr als 2.000 Metern, die Rheinschlucht und der Landwasserviadukt. Moderne Panoramawagen mit hohen Fenstern sorgen dafür, dass Berge, Täler und Schluchten einen wesentlichen Teil des Produkts bilden.

Technisch ist der Glacier Express selbst keine isolierte Bahnstrecke. Er nutzt Netze der Matterhorn Gotthard Bahn und der Rhätischen Bahn. Gerade diese Kooperation ist historisch entscheidend: 1930 schufen mehrere Bahngesellschaften eine touristische Durchgangsverbindung zwischen zwei mondänen Alpenorten. Heute führt die Route durch drei Schweizer Kantone und an beziehungsweise durch Bereiche zweier UNESCO-Welterbestätten.

Rang drei entsteht aus diesem außergewöhnlichen Markenwert. Kaum ein europäischer Zug wird international stärker mit Alpenpanorama verbunden. Die Berninabahn besitzt zwar sogar UNESCO-Status als Strecke, der Glacier Express ist als Reisebegriff weltweit noch bekannter.

  • 291 km von Zermatt nach St. Moritz.
  • Erste Fahrt am 25. Juni 1930.
  • 291 Brücken.
  • 91 Tunnel.
  • Durchschnittsgeschwindigkeit rund 42 km/h.
  • Fahrt über den Oberalppass.
  • Kooperation von Rhätischer Bahn und Matterhorn Gotthard Bahn.
Start
Zermatt
Ziel
St. Moritz
Länge
291 km
Erste Fahrt
25. Juni 1930
Brücken
291
Tunnel
91
Durchschnittsgeschwindigkeit
42 km/h
Spurweite
1.000 mm
Wichtiger Pass
Oberalppass
Warum Rang 3?
weltweit bekannteste touristische Alpen-Panoramazugroute
Quelle
Glacier Express

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4. Berninabahn – UNESCO-Welterbe auf offener Strecke über die Alpen

Rang: 4 UNESCO Hochgebirgsbahn

Die Berninabahn gehört zu den seltenen Eisenbahnstrecken, die selbst Teil eines UNESCO-Welterbes sind. Gemeinsam mit der Albulabahn bildet sie seit 2008 das Welterbe „Rhaetian Railway in the Albula/Bernina Landscapes“. Der von der UNESCO beschriebene Bernina-Abschnitt ist 61 Kilometer lang und umfasst 13 Tunnel beziehungsweise Galerien sowie 52 Viadukte und Brücken.

Besonders ist die Art, wie die Bahn Höhe überwindet. Anders als viele Hochgebirgsstrecken benutzt sie keinen langen Scheiteltunnel, um den höchsten Bereich zu unterfahren. Die Strecke führt offen über den Berninapass bis auf mehr als 2.250 Meter. Dadurch liegen Gletscher, Hochseen und alpine Felslandschaften unmittelbar vor den Zugfenstern. Der Kreisviadukt von Brusio ist zum visuellen Symbol der Strecke geworden: Der Zug fährt eine nahezu vollständige Schleife, um auf engem Raum Höhe zu gewinnen.

Die Bahn wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut und 1910 durchgehend fertiggestellt. Ihre technische Bedeutung liegt in der Kombination aus enger Meterspur, großen Steigungen, engen Radien und elektrischer Traktion. Die UNESCO würdigt ausdrücklich das Zusammenspiel von Ingenieurbau und Landschaft.

Rang vier ergibt sich aus dieser doppelten Identität: Die Berninabahn ist bis heute reguläre Verkehrsinfrastruktur und zugleich eine touristische Weltmarke. Der bekannte Bernina Express nutzt sie, doch die eigentliche Berühmtheit liegt tiefer – in einer Bahntrasse, die selbst als Kulturdenkmal geschützt ist.

  • 61 km Bernina-Strecke im UNESCO-Ensemble.
  • 13 Tunnel und Galerien.
  • 52 Viadukte und Brücken.
  • Teil des UNESCO-Welterbes seit 2008.
  • Scheitelpunkt bei Ospizio Bernina auf rund 2.253 m.
  • Berühmter Kreisviadukt von Brusio.
  • Regelmäßiger Betrieb trotz Hochgebirgslage.
Region
Graubünden / Veltlin
Länder
Schweiz und Italien
Bernina-Abschnitt
61 km
Spurweite
1.000 mm
Tunnel/Galerien
13
Viadukte/Brücken
52
UNESCO
seit 2008
Höchster Bereich
über 2.250 m
Ikonisches Bauwerk
Kreisviadukt Brusio
Warum Rang 4?
UNESCO-Welterbe und eine der spektakulärsten offenen Alpenquerungen
Quelle
UNESCO World Heritage Centre

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5. The Ghan – 2.979 Kilometer durch Australiens rotes Zentrum

Rang: 5 Outback-Legende

Von Adelaide am Südrand Australiens bis Darwin in den Tropen sind es mit dem Zug 2.979 Kilometer. The Ghan durchquert dabei fast den gesamten Kontinent von Süd nach Nord. Die reine Bahnreise dauert rund 54 Stunden; touristische Reiseprogramme werden wegen längerer Zwischenstopps deutlich ausgedehnter angeboten. Laut Betreiber besteht der Zug im Durchschnitt aus etwa 36 Wagen, ist rund 774 Meter lang und wiegt etwa 1.400 Tonnen.

Der Name erinnert an die afghanischen Kameltreiber, die im 19. Jahrhundert mit ihren Karawanen entscheidend zur Erschließung des australischen Binnenlands beitrugen. Ein Kamel und sein Führer bilden deshalb bis heute das Symbol des Zuges. Der historische Vorläufer erreichte Alice Springs bereits 1929, doch erst mit der Verlängerung der Bahn bis Darwin im Jahr 2004 wurde die heutige echte Nord-Süd-Transkontinentalroute vollständig.

Die Landschaft ist der eigentliche Star. Südlich von Alice Springs dominieren trockene Ebenen und die roten Töne des Outback, weiter nördlich verändern sich Vegetation und Klima deutlich. Katherine und Darwin liegen bereits in den Tropen.

Mit einer durchschnittlichen Zuggeschwindigkeit von etwa 85 km/h wäre The Ghan technisch kein Rekordzug. Seine Bedeutung liegt im Maßstab: Er verbindet auf einer einzigen Reise Weinregionen Südaustraliens, das rote Zentrum und den tropischen Norden. International wurde genau dieses Bild zur Eisenbahnversion des australischen Outback-Abenteuers.

  • 2.979 km zwischen Adelaide und Darwin.
  • Rund 54 Stunden reine Bahnreise.
  • Durchschnittlich etwa 36 Wagen.
  • Zuglänge im Mittel rund 774 m.
  • Heutige durchgehende Route bis Darwin seit 2004.
  • Name erinnert an afghanische Kameltreiber.
  • Querung des australischen Kontinents von Süd nach Nord.
Start
Adelaide
Ziel
Darwin
Streckenlänge
2.979 km
Reine Reisezeit
ca. 54 Stunden
Durchschnittliche Zuglänge
774 m
Durchschnittliche Wagenzahl
36
Durchschnittsgewicht
ca. 1.400 t
Maximalgeschwindigkeit
115 km/h
Heutige Gesamtverbindung
seit 2004 bis Darwin
Warum Rang 5?
internationales Symbol für Eisenbahnreisen durch das australische Outback
Quelle
Journey Beyond – The Ghan

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6. Indian Pacific – 4.352 Kilometer von Ozean zu Ozean

Rang: 6 4.352 km Transkontinental

Der Name erklärt die Route vollständig: Der Indian Pacific verbindet die Nähe des Indischen Ozeans mit der Pazifikküste. Zwischen Perth und Sydney liegen 4.352 Schienenkilometer. Die reine Reisezeit wird vom Betreiber mit 65 Stunden angegeben. Damit ist die Verbindung wesentlich länger als The Ghan, landet im Bekanntheitsranking aber knapp dahinter, weil der Nord-Süd-Zug international noch stärker mit dem Outback-Mythos verbunden ist.

Die erste Fahrt des Indian Pacific begann 1970. Vorausgegangen war ein jahrzehntelanges technisches Problem: Australiens Eisenbahnnetze waren historisch in unterschiedlichen Spurweiten gebaut worden. Erst die Vereinheitlichung auf einer durchgehenden Normalspur machte eine ununterbrochene Fahrt von Sydney bis Perth möglich. Mehr als 10.000 Menschen begrüßten den ersten durchgehenden Zug am Bahnhof East Perth.

Ein Abschnitt ist selbst ein Weltrekord: Auf der Nullarbor Plain liegt der berühmte extrem lange gerade Gleisabschnitt ohne nennenswerte Kurve. Die Strecke führt außerdem durch die Blue Mountains, Adelaide, Goldfelder und nahezu menschenleere Wüstenlandschaften.

Im Durchschnitt umfasst der Indian Pacific rund 35 Wagen und erreicht eine Länge von ungefähr 878 Metern. Der Zug ist somit fast einen Kilometer lang. Sein Symbol, der Keilschwanzadler, passt zur Dimension: Mit rund zwei Metern Flügelspannweite steht Australiens großer Greifvogel sinnbildlich für die Weite des Kontinents.

  • 4.352 km zwischen Sydney und Perth.
  • 65 Stunden reine Bahnreise.
  • Erste durchgehende Fahrt 1970.
  • Rund 35 Wagen im Durchschnitt.
  • Etwa 878 m durchschnittliche Zuglänge.
  • Querung der Nullarbor Plain.
  • Verbindet zwei Ozeanseiten Australiens.
Start/Ziel
Sydney – Perth
Länge
4.352 km
Reine Reisezeit
65 Stunden
Erste Fahrt
23. Februar 1970
Spurweite
1.435 mm
Durchschnittliche Zuglänge
878 m
Durchschnittliche Wagenzahl
35
Symbol
Keilschwanzadler
Markanter Landschaftsraum
Nullarbor Plain
Warum Rang 6?
eine der bekanntesten echten Ozean-zu-Ozean-Bahnreisen der Welt
Quelle
Journey Beyond – Indian Pacific

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7. California Zephyr – täglich durch die Rocky Mountains und Sierra Nevada

Rang: 7 USA-Klassiker

Der California Zephyr ist für die USA das, was die Transsib für Russland in kleinerem Maßstab darstellt: eine Bahnreise, bei der die Landschaft den Charakter des ganzen Landes sichtbar macht. Der heutige Amtrak-Zug verbindet Chicago mit Emeryville in der San Francisco Bay Area. Die offizielle Distanz beträgt 2.438 Meilen, also rund 3.924 Kilometer. 2026 verkehrt der Zug täglich; die planmäßige Fahrzeit liegt je nach Richtung bei ungefähr 52 bis 53 Stunden.

Die Route beginnt im Mittleren Westen und verändert sich nach Denver dramatisch. Der Zug steigt in die Rocky Mountains, folgt dem Colorado River durch Schluchten und passiert anschließend Utah und Nevada. In Kalifornien folgt die Überquerung der Sierra Nevada. Gerade diese Abschnitte machten den Namen „Zephyr“ seit der Nachkriegszeit zu einem festen Bestandteil amerikanischer Eisenbahnromantik.

Der ursprüngliche California Zephyr fuhr ab 1949 unter privaten Bahngesellschaften und war für Aussichtswagen mit großen Panoramafenstern bekannt. Der heutige Amtrak-Dienst nutzt nicht exakt jede historische Trasse, trägt aber das berühmte Konzept weiter.

Anders als The Ghan oder Glacier Express ist der Zephyr kein reiner Luxus- oder Tourismuszug. Er bleibt regulärer öffentlicher Fernverkehr mit Sitzen und Schlafwagen. Genau das steigert seine Bedeutung: Die Route ist zugleich praktische Verbindung und eine der landschaftlich spektakulärsten planmäßigen Zugfahrten Nordamerikas.

  • 2.438 Meilen beziehungsweise rund 3.924 km.
  • Chicago–Emeryville bei San Francisco.
  • Täglicher Betrieb 2026.
  • Fahrzeit etwa 52 bis 53 Stunden.
  • Querung der Rocky Mountains.
  • Überquerung der Sierra Nevada.
  • Historischer Name reicht bis 1949 zurück.
Start
Chicago
Ziel
Emeryville / San Francisco Bay Area
Länge
2.438 Meilen / ca. 3.924 km
Zugnummern
5 und 6
Betrieb
täglich
Fahrzeit 2026
ca. 52 Std. 14 Min. bis 52 Std. 57 Min.
Gebirge
Rocky Mountains und Sierra Nevada
Betreiber
Amtrak
Historischer Namensursprung
klassischer California Zephyr ab 1949
Warum Rang 7?
bekannteste landschaftliche Langstrecken-Bahnreise der USA
Quelle
Amtrak – California Zephyr Fahrplan 2026

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8. Qinghai-Tibet-Bahn – Eisenbahn auf 5.072 Metern Höhe

Rang: 8 5.072 m Ingenieursrekord

Kaum eine moderne Eisenbahnlinie machte bei ihrer Eröffnung ähnlich viele technische Schlagzeilen wie die Qinghai-Tibet-Bahn. Die Verbindung von Xining nach Lhasa misst 1.956 Kilometer. Der entscheidende südliche Abschnitt zwischen Golmud und Lhasa wurde am 1. Juli 2006 vollständig für den Verkehr eröffnet. Insgesamt 960 Kilometer dieses Abschnitts liegen höher als 4.000 Meter über dem Meeresspiegel.

Der höchste Punkt befindet sich auf 5.072 Metern. Damit bewegt sich die Bahn in Höhen, in denen Sauerstoffmangel nicht nur für Fahrgäste, sondern auch für Arbeiter und Technik eine reale Herausforderung darstellt. Die Züge wurden deshalb mit speziellen Belüftungs- und Sauerstoffsystemen ausgestattet.

Noch schwieriger war der Untergrund. Rund 550 Kilometer verlaufen durch Permafrostregionen. Gefrorener Boden kann beim Auftauen seine Tragfähigkeit verändern und Gleise verformen. Ingenieure setzten deshalb unter anderem besondere Fundamente, Dämmverfahren und Kühltechniken ein. Hinzu kam der Schutz empfindlicher Hochlandökosysteme.

Die Bahn veränderte die Erreichbarkeit Tibets grundlegend. Eine Region, die zuvor nur auf langen Straßenwegen oder per Flugzeug erreichbar war, erhielt eine direkte Verbindung in das chinesische Eisenbahnnetz. Rang acht ist deshalb vor allem ein Technikrang: Die Qinghai-Tibet-Bahn ist weniger durch Luxus oder Film bekannt, aber weltweit ein Synonym dafür, wie weit konventionelle Eisenbahntechnik in extremes Hochgebirge vordringen kann.

  • 1.956 km zwischen Xining und Lhasa.
  • Durchgehend seit 1. Juli 2006.
  • Höchster Punkt: 5.072 m.
  • 960 km Strecke oberhalb von 4.000 m auf dem Hochlandabschnitt.
  • 550 km durch Permafrostgebiet.
  • Spezielle Lösungen gegen Sauerstoffmangel und gefrorenen Untergrund.
  • Eine der bedeutendsten modernen Hochgebirgsbahnen.
Start
Xining
Ziel
Lhasa
Gesamtlänge
1.956 km
Golmud–Lhasa
1.142 km
Durchgehend eröffnet
1. Juli 2006
Höchster Punkt
5.072 m
Über 4.000 m Höhe
960 km
Permafrostabschnitte
ca. 550 km
Spurweite
1.435 mm
Warum Rang 8?
weltbekanntes Symbol für Eisenbahnbau unter extremen Hochgebirgsbedingungen
Quelle
National Center for Science and Technology Innovation – Qinghai-Tibet-Bahn

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9. Flåmbahn – 20 Kilometer Strecke, 866 Meter Höhenunterschied

Rang: 9 55 ‰ Steigung 20 Tunnel

Die Flåmbahn beweist, dass eine Eisenbahn nicht lang sein muss, um weltberühmt zu werden. Zwischen Flåm am Aurlandsfjord und Myrdal an der Bergenbahn liegen nur 20,20 Kilometer. Auf dieser kurzen Strecke überwindet der Zug jedoch fast 864 Höhenmeter. Die maximale Steigung erreicht 55 Promille beziehungsweise ungefähr 1:18 – außergewöhnlich für eine normalspurige reine Adhäsionsbahn ohne Zahnstange.

Der Bau begann 1923 und dauerte fast zwei Jahrzehnte. Am 1. August 1940 wurde der Betrieb aufgenommen. 18 der insgesamt 20 Tunnel wurden nach Betreiberangaben weitgehend von Hand vorgetrieben. Zusammen sind die Tunnel fast sechs Kilometer lang; damit verläuft nahezu ein Drittel der gesamten Strecke unterirdisch.

Die Fahrt dauert rund eine Stunde. Trotzdem durchquert sie eine enorme Landschaftsspanne: vom Fjord nahe Meereshöhe über Wasserfälle und steile Talflanken bis zum Bahnhof Myrdal auf rund 866 Metern. Der Zug hält unter anderem am mächtigen Kjosfossen-Wasserfall.

Heute gehört die Flåmbahn zu den wichtigsten touristischen Eisenbahnattraktionen Norwegens. Ein erheblicher Teil der Passagiere kommt über Kreuzfahrtschiffe in den kleinen Fjordort. Rang neun resultiert deshalb aus einer Kombination aus extremer Steigung und internationaler Tourismuswirkung. Technisch ist sie kürzer und weniger systemprägend als die Qinghai-Tibet-Bahn, fotografisch jedoch mindestens ebenso ikonisch.

  • 20,20 km Streckenlänge.
  • 863,5 m Höhenunterschied.
  • Maximale Steigung 55 ‰.
  • 20 Tunnel.
  • Rund 60 Minuten Fahrzeit.
  • Eröffnung am 1. August 1940.
  • Normalspur ohne Zahnstange.
Start
Flåm
Ziel
Myrdal
Länge
20,20 km
Höhendifferenz
863,5 m
Höchste Station
Myrdal, ca. 866 m
Maximale Steigung
55 ‰ / etwa 1:18
Tunnel
20
Tunnellänge gesamt
5.962,4 m
Fahrzeit
ca. 60 Minuten
Warum Rang 9?
eine der berühmtesten kurzen Gebirgsbahnen der Welt
Quelle
Norway’s Best – Flåmbahn technische Daten

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10. Darjeeling Himalayan Railway – der „Toy Train“ im Himalaya

Rang: 10 UNESCO seit 1881

Die Darjeeling Himalayan Railway wirkt auf den ersten Blick fast wie eine Modellbahn: Nur 610 Millimeter Spurweite, kleine Lokomotiven, enge Kurven und Gleise, die sich teilweise unmittelbar an Straßen und Häusern vorbeischlängeln. Doch genau diese Bahn wurde 1999 als erste der „Mountain Railways of India“ in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Die Strecke von New Jalpaiguri nach Darjeeling ist 88,48 Kilometer lang. Sie wurde 1881 fertiggestellt und verbindet die Ebene mit dem berühmten Tee- und Höhenkurort Darjeeling. Der Bahnhof Ghoom liegt auf 2.258 Metern. Um den enormen Höhenunterschied ohne lange Tunnel zu überwinden, entwickelten die Ingenieure eine Kombination aus Schleifen und Spitzkehren. Sechs Zickzack-Richtungswechsel und drei Loops gehören zur historischen Konstruktion.

Die Bahn war wirtschaftlich weit wichtiger als ihr heutiger Spitzname „Toy Train“ vermuten lässt. Sie verkürzte die Reise in die Berge drastisch und unterstützte die Entwicklung der Darjeeling-Teewirtschaft. Gleichzeitig wurde sie zum Vorbild für andere Gebirgsbahnen.

Bis heute ist die Strecke in Betrieb. Historische Dampflokomotiven verkehren weiterhin auf touristischen Abschnitten, daneben kommen Diesellokomotiven zum Einsatz. Rang zehn statt einer höheren Position erklärt sich vor allem durch die stärkere regionale Bekanntheit. Eisenbahngeschichtlich ist die Darjeeling Himalayan Railway jedoch eine der bedeutendsten noch lebenden Bergbahnen des 19. Jahrhunderts.

  • 88,48 km Streckenlänge.
  • Spurweite nur 610 mm.
  • 1881 vollständig eröffnet.
  • Ghoom liegt auf 2.258 m Höhe.
  • Sechs Spitzkehren und drei Schleifen.
  • UNESCO-Welterbe seit 1999.
  • Bis heute regulär beziehungsweise touristisch in Betrieb.
Start
New Jalpaiguri
Ziel
Darjeeling
Länge
88,48 km
Spurweite
610 mm
Eröffnung
1881
Höchster Bahnhof
Ghoom, 2.258 m
Spitzkehren
6
Schleifen
3
UNESCO
seit 1999, heute Teil der Mountain Railways of India
Warum Rang 10?
technikhistorische Ikone und eine der berühmtesten Schmalspurbahnen Asiens
Quelle
UNESCO World Heritage Centre

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FAQ: Die berühmtesten Eisenbahnlinien der Welt

Welche ist die berühmteste Eisenbahnlinie der Welt?

In diesem Ranking liegt die Transsibirische Eisenbahn auf Platz eins. Sie verbindet Moskau mit Wladiwostok über mehr als 9.000 Kilometer und ist weltweit zum Synonym für extreme Fernreisen auf der Schiene geworden. Der Orient-Express folgt wegen seiner außergewöhnlichen Bedeutung für Luxusreise, Literatur und Film.

Ist der Orient-Express heute noch dieselbe Eisenbahnlinie wie 1883?

Nein. Der historische Orient-Express hatte im Laufe seiner Geschichte verschiedene Routen und wurde mehrfach verändert. Der direkte Paris–Istanbul-Lauf endete 1977. Heute knüpfen verschiedene Luxuszugangebote und neue Projekte an Namen, Wagenstil und historische Tradition an, ohne den früheren Regelzug vollständig zu reproduzieren.

Welche berühmte Eisenbahnstrecke gehört zum UNESCO-Welterbe?

Die Bernina- und Albulabahn der Rhätischen Bahn gehören seit 2008 gemeinsam zum UNESCO-Welterbe. Auch die Darjeeling Himalayan Railway ist UNESCO-geschützt und bildet zusammen mit weiteren indischen Gebirgsbahnen die Welterbestätte „Mountain Railways of India“.

Welche Bahn erreicht die größte Höhe?

Unter den hier aufgeführten Strecken erreicht die Qinghai-Tibet-Bahn mit 5.072 Metern den höchsten Punkt. Rund 960 Kilometer des Hochlandabschnitts liegen oberhalb von 4.000 Metern. Damit stellte die Strecke bei ihrer Eröffnung besondere Anforderungen an Bau, Fahrzeuge und Versorgung der Reisenden.

Welche berühmte Eisenbahnlinie ist besonders kurz?

Die Flåmbahn in Norwegen ist mit nur 20,20 Kilometern die kürzeste Route dieser Top 10. Auf dieser Distanz überwindet sie jedoch fast 864 Höhenmeter und erreicht Steigungen bis 55 Promille. Genau diese extreme Topografie machte sie weltweit bekannt.

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