12 Jahre nationalsozialistische Herrschaft genügten, um Europa mit einem Weltkrieg zu überziehen, Millionen Menschen systematisch zu verfolgen und zu ermorden und Deutschland in eine Diktatur zu verwandeln. Hinter diesen Verbrechen stand kein einzelner Täter. Das NS-Regime war ein Geflecht aus Partei, SS, Polizei, Wehrmacht, Ministerien, Verwaltung, Wirtschaft und Propaganda, in dem zahlreiche Funktionäre Verantwortung trugen.
Diese Liste der zehn berühmtesten Nazis ist deshalb ausdrücklich kein Ranking von „Größe“ oder Bewunderung. „Berühmt“ bezeichnet hier historische Bekanntheit und Bedeutung als Täter beziehungsweise führender Funktionär des NS-Regimes. Gewertet wurden Macht innerhalb des Systems, Verantwortung für Holocaust, Verfolgung und Krieg, konkrete Funktion im NS-Apparat, internationale Bekanntheit sowie Bedeutung für die historische Aufarbeitung. Adolf Hitler steht zwangsläufig an erster Stelle; danach folgt die Rangfolge nicht einfach der damaligen Hierarchie. So rangiert Adolf Eichmann wegen seiner zentralen Rolle bei den Deportationen und seines weltberühmten Prozesses höher als manche formal ranghöhere NS-Funktionäre. Die Darstellung vermeidet Tätermythen und ordnet jede Person anhand ihrer tatsächlichen Funktion und Verantwortung ein. Datenstand: September 2026. Weitere historische Themen finden sich in der Kategorie Gesellschaft.
So wurde gewertet
Das Ranking kombiniert fünf Kriterien: Stellung und Macht im NS-Regime (30 Prozent), Verantwortung für Holocaust, Verfolgung, Zwangsarbeit und Kriegspolitik (30 Prozent), historische Folgen der Tätigkeit (15 Prozent), internationale Bekanntheit bis heute (15 Prozent) sowie Bedeutung für Prozesse, Forschung und Erinnerungskultur nach 1945 (10 Prozent). Die Rangfolge misst ausdrücklich keine vermeintliche persönliche „Leistung“. Sie ordnet Täter und führende Funktionäre nach historischer Bedeutung und Bekanntheit. Benito Mussolini und andere nichtdeutsche Faschisten sind ausgeschlossen, ebenso Personen, die zwar mit dem NS-Regime kollaborierten, aber keine zentralen Nationalsozialisten waren. Bei Zahlen zu Opfern werden nur seriös belegte Größenordnungen verwendet und keine individuelle Opferzahl konstruiert, wenn Verantwortung institutionell oder arbeitsteilig organisiert war.
Übersicht
| Rang | Name | Lebensdaten | Zentrale Funktion | NSDAP/SS | Historische Bedeutung | Ende |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Adolf Hitler | 1889–1945 | Diktator, Reichskanzler | NSDAP-Führer ab 1921 | Diktatur, Angriffskrieg, Holocaust | Suizid |
| 2 | Heinrich Himmler | 1900–1945 | Reichsführer SS | SS-Chef 1929–1945 | SS-, Polizei- und Vernichtungsapparat | Suizid |
| 3 | Joseph Goebbels | 1897–1945 | Propagandaminister | NSDAP | Propaganda, Antisemitismus, Mobilisierung | Suizid |
| 4 | Hermann Göring | 1893–1946 | Luftwaffenchef, Vierjahresplan | NSDAP ab 1922 | Verfolgung, Krieg, Wirtschaftspolitik | Suizid vor Hinrichtung |
| 5 | Reinhard Heydrich | 1904–1942 | Chef des RSHA | SS | Holocaust, Terror- und Polizeiapparat | Folgen eines Attentats |
| 6 | Adolf Eichmann | 1906–1962 | SS-Offizier im RSHA | SS | Organisation von Deportationen | Hingerichtet |
| 7 | Josef Mengele | 1911–1979 | SS-Arzt Auschwitz | NSDAP/SS | Selektionen und Menschenversuche | Starb in Brasilien |
| 8 | Rudolf Höß | 1900–1947 | Kommandant Auschwitz | NSDAP/SS | Aufbau des Vernichtungszentrums Auschwitz | Hingerichtet |
| 9 | Albert Speer | 1905–1981 | Rüstungsminister | NSDAP ab 1931 | Rüstungswirtschaft und Zwangsarbeit | 20 Jahre Haft |
| 10 | Rudolf Heß | 1894–1987 | Stellvertreter Hitlers | NSDAP | Früher Spitzenfunktionär des Regimes | Lebenslange Haft |
Adolf Hitler – Diktator und zentrale Figur des NS-Regimes
Rang: 1 Diktator
Kein anderer Name ist so unmittelbar mit Nationalsozialismus, Zweitem Weltkrieg und Holocaust verbunden wie Adolf Hitler. Der 1889 in Braunau am Inn geborene Hitler übernahm 1921 die Führung der NSDAP. Nach dem gescheiterten Putsch von 1923 änderte er seine Strategie: Die Bewegung sollte die vorhandenen politischen Strukturen nutzen, um an die Macht zu gelangen und anschließend die Demokratie abzuschaffen. Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Hitler zum Reichskanzler. Innerhalb weniger Monate wurden Grundrechte außer Kraft gesetzt, Gegner verfolgt und das parlamentarische System beseitigt.
Hitlers Bedeutung geht weit über die Funktion eines Regierungschefs hinaus. Die nationalsozialistische Diktatur war auf das „Führerprinzip“ und seine ideologischen Ziele zugeschnitten. Rassistischer Antisemitismus, territoriale Expansion und die Vorstellung eines angeblichen „Lebensraums“ im Osten gehörten zu den Grundelementen seiner Weltanschauung. Unter seiner Herrschaft begann Deutschland 1939 den Krieg gegen Polen und löste damit den europäischen Teil des Zweiten Weltkriegs aus. Der Holocaust entwickelte sich innerhalb dieses rassistischen Vernichtungs- und Eroberungskrieges zur systematischen Ermordung der europäischen Juden. Hitler steht deshalb nicht nur wegen seiner Bekanntheit auf Rang eins, sondern aufgrund seiner zentralen politischen und ideologischen Verantwortung für die verbrecherische Politik des Regimes.
- Seit 1921 Führer der NSDAP.
- Am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt.
- Stand im Zentrum von Diktatur, Eroberungskrieg und rassistischer Vernichtungspolitik.
- Geboren
- 20. April 1889, Braunau am Inn
- Gestorben
- 30. April 1945, Berlin
- NSDAP-Führung
- 1921–1945
- Reichskanzler
- Ab 30. Januar 1933
- Staatsoberhaupt
- Ab August 1934 Vereinigung zentraler Staatsämter in seiner Person
- Herrschaftsform
- Nationalsozialistische Diktatur nach dem „Führerprinzip“
- Zentrale Ideologie
- Rassismus, Antisemitismus, Expansionismus und Antidemokratismus
- Kriegsbeginn in Europa
- Deutscher Angriff auf Polen am 1. September 1939
- Historische Einordnung
- Zentrale politische und ideologische Verantwortung für NS-Diktatur, Krieg und Holocaust
- Quelle
- Bundeszentrale für politische Bildung
Heinrich Himmler – Organisator des SS- und Vernichtungsapparats
Rang: 2 SS-Chef
Wenn Hitler die politische Spitze des NS-Regimes verkörperte, schuf Heinrich Himmler einen großen Teil des Apparats, der dessen rassistische Politik praktisch durchsetzte. 1929 übernahm Himmler die Führung der zunächst noch vergleichsweise kleinen SS. Aus ihr entwickelte er ein weit verzweigtes Machtinstrument mit Polizei, Geheimdienst, Konzentrationslagersystem und Waffen-SS. Spätestens während des Krieges gehörte Himmler zu den mächtigsten Männern des Deutschen Reiches.
Seine Schlüsselstellung entstand durch die Verbindung von Ideologie und Verwaltung. 1936 wurde Himmler Chef der Deutschen Polizei. Gestapo und Kriminalpolizei wurden mit dem SS-System verzahnt; 1939 entstand unter Reinhard Heydrich das Reichssicherheitshauptamt. Himmler trug zentrale Verantwortung für die Verfolgung und Ermordung von Juden, Roma, politischen Gegnern und zahlreichen weiteren Opfergruppen. Das United States Holocaust Memorial Museum bezeichnet ihn als den ranghohen NS-Funktionär, der für Konzeption und Überwachung der Umsetzung der „Endlösung“ maßgeblich verantwortlich war. SS-Lagerbehörden ermordeten im Konzentrationslagersystem rund zwei Millionen Gefangene unterschiedlicher Opfergruppen. Als das Regime zusammenbrach, versuchte Himmler eigenmächtig Kontakte zu den Westalliierten aufzunehmen. Nach seiner Gefangennahme tötete er sich am 23. Mai 1945 mit einer versteckten Zyankalikapsel.
- Reichsführer SS von 1929 bis 1945.
- Ab 1936 zugleich Chef der Deutschen Polizei.
- Eine Schlüsselfigur bei Organisation und Durchführung des Holocaust.
- Geboren
- 7. Oktober 1900, München
- Gestorben
- 23. Mai 1945, Lüneburg
- Hauptamt
- Reichsführer SS
- SS-Führung
- 1929–1945
- Chef der Deutschen Polizei
- Ab 1936
- Machtbereiche
- SS, Polizei, Konzentrationslager, Sicherheitsapparat
- RSHA gegründet
- 1939 unter Himmlers Machtbereich
- Holocaust
- Zentrale Verantwortung für den SS- und Polizeiapparat der Vernichtungspolitik
- Todesart
- Suizid mit Zyankali nach Gefangennahme
- Quelle
- United States Holocaust Memorial Museum
Joseph Goebbels – der Propagandist der Diktatur
Rang: 3 Propaganda
Joseph Goebbels besaß keine Armee und kommandierte keinen Konzentrationslagerkomplex. Trotzdem war seine Funktion für die Stabilisierung des NS-Regimes entscheidend. Als Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda kontrollierte er ab März 1933 wesentliche Bereiche von Presse, Rundfunk, Film und Kultur. Sein Ziel bestand nicht nur darin, Hitler positiv darzustellen. Propaganda sollte Feindbilder etablieren, Antisemitismus verbreiten, politische Gegner delegitimieren und die Bevölkerung auf Krieg und zunehmende Radikalisierung einschwören.
Goebbels verstand früh die Bedeutung moderner Massenmedien. Rundfunk und Film konnten dieselben Botschaften gleichzeitig zu Millionen Menschen transportieren. Die nationalsozialistische Medienpolitik verband diese technische Reichweite mit Zensur und der Ausschaltung unabhängiger Stimmen. Goebbels organisierte 1933 den Boykott jüdischer Geschäfte mit und sprach bei der Berliner Bücherverbrennung. Während des Krieges radikalisierte sich seine öffentliche Rhetorik weiter. Berühmt wurde die Sportpalastrede vom 18. Februar 1943, in der er nach der deutschen Niederlage von Stalingrad den „totalen Krieg“ propagierte. Im April 1945 folgte Goebbels Hitler in den Berliner Bunker. Nach Hitlers Tod war er testamentarisch kurz Reichskanzler. Am 1. Mai 1945 wurden die sechs Kinder der Familie getötet; anschließend nahmen sich Joseph und Magda Goebbels das Leben.
- Propagandaminister von 1933 bis 1945.
- Kontrollierte zentrale Bereiche der deutschen Medien- und Kulturlandschaft.
- Radikaler Antisemit und einer der prominentesten öffentlichen Agitatoren des Regimes.
- Geboren
- 29. Oktober 1897, Rheydt
- Gestorben
- 1. Mai 1945, Berlin
- Amt
- Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda
- Im Amt
- 1933–1945
- NSDAP-Propagandachef
- 1930–1945
- Medien
- Presse, Rundfunk, Film und Kultur unter umfassender staatlicher Kontrolle
- Sportpalastrede
- 18. Februar 1943
- Letztes Regierungsamt
- Von Hitler testamentarisch zum Reichskanzler bestimmt
- Historische Bedeutung
- Zentrale Figur der NS-Propaganda und antisemitischen Mobilisierung
- Quelle
- Deutsches Historisches Museum
Hermann Göring – Machtpolitiker, Luftwaffenchef und Hitlers früher „zweiter Mann“
Rang: 4 NS-Spitze
Hermann Göring vereinte zeitweise eine außergewöhnliche Zahl politischer, militärischer und wirtschaftlicher Ämter. Der dekorierte Jagdflieger des Ersten Weltkriegs schloss sich 1922 der NSDAP an und beteiligte sich 1923 am gescheiterten Hitler-Putsch. Nach der Rückkehr in die deutsche Politik nutzte er seine Kontakte zu Industrie, Militär und konservativen Eliten, um die nationalsozialistische Bewegung gesellschaftlich anschlussfähiger zu machen.
Nach 1933 wuchs seine Macht sprunghaft. Als preußischer Innenminister kontrollierte Göring die größte Landespolizei Deutschlands und war am Aufbau der politischen Polizei beteiligt, aus der die Gestapo hervorging. Später wurde er Oberbefehlshaber der Luftwaffe und Beauftragter für den Vierjahresplan, wodurch er enormen Einfluss auf Wirtschaft und Kriegsvorbereitung erhielt. Nach den Novemberpogromen 1938 koordinierte Göring wesentliche Teile der wirtschaftlichen Entrechtung und Enteignung der jüdischen Bevölkerung. Am 31. Juli 1941 beauftragte er Reinhard Heydrich schriftlich mit Vorbereitungen für eine „Gesamtlösung der Judenfrage“. Im Krieg verlor Göring durch militärische Misserfolge zunehmend Hitlers Vertrauen. Beim Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess wurde er 1946 in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Wenige Stunden vor der geplanten Hinrichtung nahm er Zyankali.
- Seit 1922 Mitglied der NSDAP und früher Vertrauter Hitlers.
- Oberbefehlshaber der Luftwaffe und Beauftragter für den Vierjahresplan.
- 1946 in Nürnberg zum Tode verurteilt.
- Geboren
- 12. Januar 1893, Rosenheim
- Gestorben
- 15. Oktober 1946, Nürnberg
- NSDAP-Eintritt
- 1922
- Luftwaffe
- Oberbefehlshaber
- Vierjahresplan
- Ab 1936 zentraler wirtschaftspolitischer Machtbereich
- Frühe Polizeimacht
- Kontrolle über die preußische Polizei nach 1933
- Holocaust
- Beauftragte Heydrich 1941 mit Vorbereitungen für eine „Gesamtlösung“
- Nürnberger Urteil
- In allen Anklagepunkten schuldig, Todesstrafe
- Todesart
- Suizid mit Zyankali vor der Hinrichtung
- Quelle
- Deutsches Historisches Museum
Reinhard Heydrich – Architekt des nationalsozialistischen Terrorapparats
Rang: 5 RSHA-Chef
Reinhard Heydrich starb bereits 1942, doch bis dahin hatte er entscheidend dazu beigetragen, aus politischer Polizei, Geheimdienst und SS einen zentral gesteuerten Verfolgungsapparat zu formen. Unter Heinrich Himmler stieg Heydrich zum Chef des Sicherheitsdienstes und schließlich zum Leiter des 1939 gegründeten Reichssicherheitshauptamts auf. Damit kontrollierte er eine Behörde, die Gestapo, Kriminalpolizei und Sicherheitsdienst zusammenfasste und eine Schlüsselrolle bei Terror, Deportationen und Massenmord spielte.
Seine historische Bedeutung zeigt sich besonders an zwei Ereignissen. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 waren die dem RSHA unterstehenden Einsatzgruppen zentrale Akteure des Massenmords hinter der Front. Am 20. Januar 1942 leitete Heydrich außerdem die Wannsee-Konferenz. Dort koordinierte die NS-Bürokratie unter seiner Führung die europaweite Durchführung der bereits begonnenen Vernichtungspolitik gegen die jüdische Bevölkerung. Gleichzeitig amtierte Heydrich als stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren und setzte dort brutale Besatzungspolitik durch. Am 27. Mai 1942 griffen tschechoslowakische Widerstandskämpfer ihn in Prag im Rahmen der Operation Anthropoid an; am 4. Juni starb er an den Folgen. Die NS-Führung reagierte mit mörderischen Vergeltungsmaßnahmen, darunter die Zerstörung von Lidice.
- Ab 1939 Chef des Reichssicherheitshauptamts.
- Leitete am 20. Januar 1942 die Wannsee-Konferenz.
- Starb 1942 an den Folgen eines Attentats tschechoslowakischer Widerstandskämpfer.
- Geboren
- 7. März 1904, Halle an der Saale
- Gestorben
- 4. Juni 1942, Prag
- Hauptfunktion
- Chef des Reichssicherheitshauptamts
- RSHA
- Gestapo, Kriminalpolizei und Sicherheitsdienst unter einem Dach
- Wannsee-Konferenz
- 20. Januar 1942
- Besatzungsamt
- Stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren
- Attentat
- 27. Mai 1942
- Operation
- Anthropoid
- Historische Bedeutung
- Einer der Hauptarchitekten der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik
- Quelle
- United States Holocaust Memorial Museum
Adolf Eichmann – Organisator der Deportationen
Rang: 6 Holocaust-Organisator
Adolf Eichmann war kein Mitglied der allerhöchsten NS-Führung, doch sein Name wurde zum Symbol für die bürokratische Organisation des Holocaust. Als SS-Offizier im Reichssicherheitshauptamt beschäftigte er sich mit der Vertreibung und später Deportation jüdischer Menschen. Seine Dienststelle koordinierte Fahrpläne, Transporte und behördliche Abläufe, mit denen Menschen aus zahlreichen europäischen Ländern in Ghettos und Vernichtungsstätten verschleppt wurden.
Besonders deutlich wurde seine Funktion 1944 in Ungarn. Nach der deutschen Besetzung des Landes organisierte Eichmann mit seinem Kommando die Deportationen. Von Ende April bis Anfang Juli 1944 wurden etwa 440.000 ungarische Juden deportiert, überwiegend nach Auschwitz-Birkenau. Nach Kriegsende entkam Eichmann aus amerikanischer Gefangenschaft und floh später unter falscher Identität nach Argentinien. 1960 wurde er vom israelischen Geheimdienst gefasst und nach Israel gebracht. Sein Jerusalemer Prozess begann am 11. April 1961 und wurde zu einem weltweiten Medienereignis. Anders als die Nürnberger Prozesse stellte er zahlreiche Aussagen von Holocaust-Überlebenden ins Zentrum. Eichmann wurde schuldig gesprochen und 1962 hingerichtet. Rang sechs berücksichtigt daher zwei Ebenen: seine operative Bedeutung für die Deportationsmaschinerie und die enorme Wirkung seines Prozesses auf die internationale Auseinandersetzung mit dem Holocaust.
- Zentrale Funktion bei Organisation und Koordination von Deportationen.
- 1944 wurden etwa 440.000 ungarische Juden innerhalb weniger Wochen deportiert.
- Sein Prozess 1961 rückte Zeugnisse von Holocaust-Überlebenden international ins Zentrum.
- Geboren
- 19. März 1906, Solingen
- Gestorben
- 31. Mai/1. Juni 1962, Israel
- Organisation
- SS und Reichssicherheitshauptamt
- Zentrale Aufgabe
- Organisation und Koordination der Deportation europäischer Juden
- Ungarn 1944
- Etwa 440.000 Juden von Ende April bis Anfang Juli deportiert
- Fluchtland
- Argentinien
- Alias
- Ricardo Klement
- Prozessbeginn
- 11. April 1961 in Jerusalem
- Urteil
- Schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt
- Quelle
- Yad Vashem
Josef Mengele – der berüchtigtste Arzt von Auschwitz
Rang: 7 NS-Medizinverbrechen
Josef Mengele wurde nach 1945 zu einem der bekanntesten individuellen Täter des Holocaust. Diese Bekanntheit kann allerdings einen falschen Eindruck erzeugen: Mengele war weder der einzige noch der oberste Verantwortliche für medizinische Verbrechen im NS-System. Gerade das macht seine historische Einordnung wichtig. Er war ein akademisch ausgebildeter Arzt und Forscher, dessen Tätigkeit zeigt, wie etablierte Wissenschaft in den Dienst rassistischer Ideologie und eines verbrecherischen Staates gestellt werden konnte.
Am 30. Mai 1943 wurde Mengele nach Auschwitz versetzt. Als Lagerarzt beteiligte er sich an Selektionen, bei denen entschieden wurde, welche neu angekommenen Gefangenen unmittelbar in den Gaskammern ermordet wurden. Gleichzeitig führte er Menschenversuche durch, wobei er besonders Zwillinge sowie jüdische und Roma-Häftlinge für rassistisch motivierte Forschung auswählte. Viele Opfer starben infolge der Experimente oder wurden anschließend ermordet. Nach dem Krieg gelang Mengele die Flucht nach Südamerika. Er lebte unter anderem in Argentinien, Paraguay und Brasilien und wurde trotz internationaler Fahndung nie vor Gericht gestellt. 1979 starb er nach einem Schlaganfall beim Schwimmen in Brasilien. Seine 1985 exhumierten sterblichen Überreste wurden forensisch identifiziert; DNA-Untersuchungen bestätigten die Identifizierung 1992.
- Ab Mai 1943 als SS-Arzt in Auschwitz eingesetzt.
- Beteiligte sich an Selektionen und führte verbrecherische Menschenversuche durch.
- Entging nach dem Krieg der Strafverfolgung und starb 1979 in Brasilien.
- Geboren
- 16. März 1911, Günzburg
- Gestorben
- 7. Februar 1979, Brasilien
- Beruf
- Arzt und Anthropologe
- NSDAP/SS
- NSDAP- und SS-Mitglied ab 1938
- Auschwitz
- Versetzung am 30. Mai 1943
- Opfergruppen seiner Forschung
- Vor allem jüdische und Roma-Häftlinge, darunter zahlreiche Zwillinge
- Flucht
- Nach 1945 nach Südamerika
- Juristische Aufarbeitung
- Nie vor Gericht gestellt
- Identifizierung
- 1985 forensisch; 1992 zusätzlich durch DNA bestätigt
- Quelle
- United States Holocaust Memorial Museum
Rudolf Höß – der Kommandant von Auschwitz
Rang: 8 Auschwitz
Rudolf Höß wird wegen der Namensähnlichkeit häufig mit Rudolf Heß verwechselt. Historisch handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Personen. Rudolf Höß war der erste und am längsten amtierende Kommandant des Konzentrations- und Vernichtungslagerkomplexes Auschwitz. Von Mai 1940 bis November 1943 stand er an der Spitze des Lagers und war damit maßgeblich an dessen Entwicklung vom Konzentrationslager zum größten Zentrum des nationalsozialistischen Massenmords beteiligt.
Der Fall Höß verdeutlicht die organisatorische Dimension des Holocaust. Ein Vernichtungszentrum dieser Größenordnung funktionierte durch eine Hierarchie aus Kommandantur, SS-Wachmannschaften, Verwaltungsstellen, Transportlogistik, Zwangsarbeit und Tötungsanlagen. Als Kommandant verfügte Höß über umfassende Autorität über Lagerpersonal und SS-Garnison. Nach seiner Ablösung 1943 wechselte er in das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt. 1944 kehrte er nach Auschwitz zurück und beaufsichtigte von Mai bis Juli die Massenvernichtung der deportierten ungarischen Juden. Nach Kriegsende versteckte er sich unter falschem Namen, wurde jedoch von britischen Kräften gefasst. Ein polnisches Gericht verurteilte ihn am 2. April 1947 zum Tode. Am 16. April 1947 wurde Höß unmittelbar beim ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz hingerichtet.
- Erster Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz.
- Leitete den Lagerkomplex von Mai 1940 bis November 1943.
- Kehrte 1944 zurück und beaufsichtigte die Vernichtung der deportierten ungarischen Juden.
- Geboren
- 25. November 1900, Baden-Baden
- Gestorben
- 16. April 1947, Oświęcim
- Funktion
- Kommandant des KL Auschwitz
- Erste Amtszeit
- Mai 1940 bis November 1943
- Spätere Funktion
- SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt
- Rückkehr nach Auschwitz
- 1944
- Ungarn-Aktion
- Beaufsichtigung der Massenvernichtung von Mai bis Juli 1944
- Urteil
- 2. April 1947: Todesstrafe
- Hinrichtung
- 16. April 1947 in Auschwitz
- Quelle
- Auschwitz-Birkenau State Museum
Albert Speer – der Mythos vom „unpolitischen Technokraten“
Rang: 9 Rüstungswirtschaft
Albert Speers Bekanntheit beruht nicht nur auf seiner Karriere im NS-Staat, sondern ebenso auf dem Bild, das er nach 1945 von sich selbst zeichnete. Der Architekt trat 1931 der NSDAP bei und stieg nach der Machtübernahme schnell in Hitlers unmittelbare Umgebung auf. Er entwarf monumentale Repräsentationsarchitektur und plante als Generalbauinspekteur den radikalen Umbau Berlins zur geplanten „Welthauptstadt Germania“. Die Baupolitik war mit Vertreibungen, Enteignungen und Zwangsmaßnahmen verbunden.
1942 wurde Speer nach dem Tod Fritz Todts Reichsminister für Bewaffnung und Munition. Damit verlagerte sich seine Bedeutung von Architektur auf Kriegswirtschaft. Unter seiner Leitung wurde die Rüstungsproduktion trotz Bombenkrieg und zunehmender militärischer Niederlagen erheblich organisiert und ausgeweitet. Dabei griff das System massiv auf Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge zurück. In Nürnberg präsentierte sich Speer später als technokratischer Fachmann, der Verantwortung akzeptiere, aber von zentralen Vernichtungsverbrechen nichts gewusst habe. Er wurde wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt und 1966 aus Spandau entlassen. Seine erfolgreichen Memoiren verstärkten danach das Bild des angeblich „guten Nazis“. Historische Forschung hat diese Selbstdarstellung erheblich korrigiert und Speers tiefe Verstrickung in das verbrecherische System herausgearbeitet.
- 1931 Eintritt in NSDAP und SA.
- Ab 1942 Reichsminister für Bewaffnung und Munition.
- 1946 zu 20 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt.
- Geboren
- 19. März 1905, Mannheim
- Gestorben
- 1. September 1981, London
- NSDAP-Eintritt
- 1931
- Frühe Rolle
- Hitlers bevorzugter Architekt
- Generalbauinspekteur
- Ab 1937
- Rüstungsminister
- Ab Februar 1942
- Arbeitskräfte
- Rüstungswirtschaft in großem Umfang mit Zwangsarbeit verbunden
- Nürnberger Urteil
- 20 Jahre Haft
- Entlassung
- 30. September 1966
- Quelle
- Deutsches Historisches Museum
Rudolf Heß – Hitlers Stellvertreter und der rätselhafte Flug nach Schottland
Rang: 10 Hitler-Stellvertreter
Rudolf Heß war in der Frühphase der NS-Diktatur einer der prominentesten Männer der Partei. Er gehörte zu Hitlers frühen Anhängern, nahm 1923 am gescheiterten Putsch in München teil und saß anschließend mit Hitler in Landsberg in Haft. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde Heß als „Stellvertreter des Führers“ zu einem der formal höchsten Funktionäre der NSDAP. Seine Dienststelle wirkte an der parteipolitischen Durchdringung des Staates und an Gesetzgebungsverfahren mit.
Seine Karriere nahm 1941 eine bizarre Wendung. Am 10. Mai flog Heß allein mit einem Flugzeug nach Schottland. Er hoffte offenbar, über Kontakte in Großbritannien einen Frieden zwischen dem Deutschen Reich und Großbritannien vermitteln zu können. Die Aktion war nicht mit Hitler abgestimmt und endete mit seiner sofortigen Gefangennahme. Dadurch spielte Heß während des größten Teils des Zweiten Weltkriegs und während der entscheidenden Phase des Holocaust keine aktive Rolle mehr im NS-Regime. Genau deshalb steht er trotz seiner enormen Bekanntheit nur auf Rang zehn. Beim Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess wurde Heß wegen Verschwörung und Verbrechen gegen den Frieden zu lebenslanger Haft verurteilt. Er blieb bis 1987 im Gefängnis Berlin-Spandau und starb dort im Alter von 93 Jahren durch Suizid.
- Bis 1941 Stellvertreter Hitlers in der NSDAP.
- Flog am 10. Mai 1941 eigenmächtig nach Schottland.
- In Nürnberg zu lebenslanger Haft verurteilt.
- Geboren
- 26. April 1894, Alexandria
- Gestorben
- 17. August 1987, Berlin-Spandau
- Parteifunktion
- Stellvertreter des Führers
- Frühe Verbindung zu Hitler
- Teilnahme am Putschversuch 1923 und gemeinsame Haftzeit in Landsberg
- Schottlandflug
- 10. Mai 1941
- Ziel
- Eigenmächtiger Versuch einer Verständigung mit Großbritannien
- Nürnberger Anklage
- Einer von 24 angeklagten führenden deutschen Funktionären
- Urteil
- Lebenslange Haft
- Haftende
- Tod im Gefängnis Berlin-Spandau 1987
- Quelle
- United States Holocaust Memorial Museum
Warum die NS-Verbrechen nicht auf zehn Männer reduziert werden können
Eine Top-10-Liste birgt bei diesem Thema eine besondere Gefahr: Sie kann den Eindruck erzeugen, die nationalsozialistischen Verbrechen seien das Werk einer kleinen Gruppe außergewöhnlicher Täter gewesen. Historisch war das Gegenteil der Fall. Hitler, Himmler, Heydrich und andere Spitzenfunktionäre setzten Ziele, schufen Institutionen und gaben Befehle. Umgesetzt wurden Verfolgung, Deportation, Zwangsarbeit und Massenmord jedoch von einem weit größeren Apparat.
Dazu gehörten SS und Polizei ebenso wie zivile Behörden, Eisenbahnverwaltungen, Ministerien, Besatzungsverwaltungen, Unternehmen und zahlreiche weitere Institutionen. Täter konnten Schreibtischarbeit leisten, Deportationszüge organisieren, Eigentum beschlagnahmen, Menschen bewachen oder unmittelbar an Massenerschießungen und Vergasungen beteiligt sein. Die moderne Holocaustforschung betrachtet deshalb sowohl Entscheidungen an der Spitze als auch die Funktionsweise der beteiligten Institutionen.
Das erklärt zugleich, warum die hier genannten Personen sehr unterschiedliche Rollen hatten. Mengele verkörpert medizinische Verbrechen, Goebbels Propaganda, Speer Rüstungswirtschaft, Eichmann Deportationsbürokratie und Höß das Konzentrations- und Vernichtungslagersystem. Zusammengenommen zeigen diese Biografien, wie viele unterschiedliche Bereiche eines modernen Staates für verbrecherische Ziele instrumentalisiert werden können.
Die Dimension des Holocaust
Der Holocaust war die systematische, staatlich organisierte Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Verbündeten und Kollaborateure. Etwa sechs Millionen jüdische Menschen wurden ermordet. Gleichzeitig verfolgte und ermordete das NS-Regime Millionen weitere Menschen, darunter Roma und Sinti, sowjetische Kriegsgefangene, Menschen mit Behinderungen, polnische Zivilisten, politische Gegner, Homosexuelle und weitere als Gegner oder „minderwertig“ definierte Gruppen.
Der Massenmord entwickelte sich schrittweise. Aus Entrechtung und Ausgrenzung wurden Enteignung, Ghettoisierung, Deportation und systematische Tötung. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 erschossen Einsatzgruppen und andere deutsche Einheiten Hunderttausende Menschen hinter der Front. Parallel entstanden und erweiterten die Nationalsozialisten Vernichtungsstätten, in denen Menschen industriell organisiert ermordet wurden.
Allein im Rahmen der „Aktion Reinhardt“ wurden nach Angaben des United States Holocaust Memorial Museum etwa 1,7 Millionen Juden in den Vernichtungslagern Bełżec, Sobibór und Treblinka sowie bei damit verbundenen Massenerschießungen ermordet. Auschwitz-Birkenau wurde zum größten nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagerkomplex und ist heute das international bekannteste Symbol des Holocaust.
Nürnberg, Jerusalem und die juristische Aufarbeitung
Nach der deutschen Kapitulation begann die juristische Aufarbeitung. Der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg klagte 24 führende Funktionäre an. Zwölf der Angeklagten wurden zum Tode verurteilt, andere erhielten Haftstrafen oder wurden freigesprochen. Die Prozesse waren wegweisend, weil führende Vertreter eines Staates persönlich für internationale Verbrechen zur Verantwortung gezogen wurden.
Doch zahlreiche Täter entgingen zunächst der Justiz. Eichmann und Mengele flohen nach Südamerika. Eichmann wurde 1960 gefasst und in Israel vor Gericht gestellt. Mengele starb dagegen 1979, ohne jemals angeklagt worden zu sein. Andere Täter lebten nach 1945 über Jahre oder Jahrzehnte unbehelligt.
Auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung veränderte sich. Der Eichmann-Prozess von 1961 gab den Aussagen von Holocaust-Überlebenden eine zuvor international kaum erreichte Öffentlichkeit. Die Frankfurter Auschwitz-Prozesse der 1960er-Jahre rückten später die Täter des Lagerkomplexes in der Bundesrepublik stärker ins öffentliche Bewusstsein. Damit wurde zunehmend sichtbar, dass die NS-Verbrechen nicht allein von der kleinen Führungsgruppe um Hitler begangen worden waren.
Warum einige sehr bekannte Namen nicht in dieser Top 10 stehen
Mehrere weitere NS-Funktionäre hätten aufgrund ihrer Macht oder Verbrechen ebenfalls in einer erweiterten Liste stehen können. Martin Bormann kontrollierte als Leiter der Parteikanzlei den Zugang zu Hitler und gewann besonders in den letzten Kriegsjahren großen Einfluss. Ernst Kaltenbrunner übernahm nach Heydrichs Tod die Leitung des Reichssicherheitshauptamts. Hans Frank führte als Generalgouverneur eine brutale deutsche Besatzungsherrschaft in Teilen Polens. Joachim von Ribbentrop spielte als Außenminister eine zentrale Rolle in der aggressiven Außenpolitik des Regimes.
Dass sie hier fehlen, bedeutet daher keine geringere moralische Verantwortung. Das Thema lautet ausdrücklich „die berühmtesten Nazis“ und verbindet historische Macht mit heutiger internationaler Bekanntheit. Mengele steht beispielsweise trotz geringerer hierarchischer Stellung weit oben, weil sein Name weltweit zu einem Symbol nationalsozialistischer Medizinverbrechen wurde. Speer wiederum blieb durch seine Nachkriegspublikationen und die langjährige Kontroverse um seine Selbstdarstellung außergewöhnlich präsent.
Häufige Fragen zu den bekanntesten Nationalsozialisten
Wer war nach Hitler der mächtigste Nationalsozialist?
Eine eindeutige Nummer zwei gab es über die gesamten zwölf Jahre der Diktatur nicht. Hermann Göring galt zeitweise als Hitlers designierter Nachfolger und besaß enorme militärische und wirtschaftliche Macht. Während des Krieges gewann Heinrich Himmler mit der Kontrolle über SS, Polizei und Sicherheitsapparat eine Machtstellung, die ihn zu einem der einflussreichsten Männer des Regimes machte.
Was war der Unterschied zwischen Rudolf Heß und Rudolf Höß?
Rudolf Heß war ein früher Parteifunktionär und bis 1941 Hitlers Stellvertreter. Rudolf Höß war SS-Offizier und der erste Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz. Die beiden Männer waren nicht miteinander verwandt und hatten völlig unterschiedliche Funktionen.
Welche Rolle spielte Adolf Eichmann beim Holocaust?
Eichmann war ein zentraler Funktionär bei der Organisation und Koordination der Deportation jüdischer Menschen aus zahlreichen europäischen Ländern. Seine Dienststelle arbeitete an Transporten in Ghettos, Vernichtungslager und andere Mordstätten. Besonders direkt war Eichmann 1944 an den Deportationen aus Ungarn beteiligt.
Wurde Josef Mengele nach dem Krieg verurteilt?
Nein. Mengele konnte nach Südamerika fliehen und wurde nie vor Gericht gestellt. Er starb 1979 in Brasilien. Seine 1985 exhumierten Überreste wurden forensisch identifiziert; eine DNA-Untersuchung bestätigte die Identifizierung später.
Warum ist Albert Speer bis heute umstritten?
Speer präsentierte sich nach 1945 erfolgreich als technokratischer Fachmann, der angeblich von wesentlichen Verbrechen nichts gewusst habe. Diese Selbstdarstellung prägte seine populären Memoiren. Historische Forschung zeigte jedoch seine tiefe Einbindung in das NS-System, einschließlich einer Rüstungswirtschaft, die massiv von Zwangsarbeit profitierte.







