Eine einzige Actionsequenz kann ein ganzes Filmjahrzehnt verändern. Nach Stirb langsam entstanden zahllose Varianten der Formel „ein Mann gegen Terroristen an einem abgeschlossenen Ort“. Matrix machte Bullet Time zum globalen Stilmittel, während John Wick Jahrzehnte später die sichtbar choreografierte Stuntarbeit wieder ins Zentrum des Genres rückte. Dieses Ranking zeigt deshalb nicht einfach die erfolgreichsten oder beliebtesten Actionfilme, sondern die zehn Werke mit dem stärksten Zusammenspiel aus filmhistorischem Einfluss, handwerklicher Qualität, technischer Innovation, Publikumserfolg und langfristiger Popkulturwirkung.
Berücksichtigt wurden Kinofilme, deren Action ein zentrales Gestaltungselement ist. Reine Kriegsfilme, Western und Superheldenfilme ohne nachhaltige Genreinnovation blieben ebenso außen vor wie Fortsetzungen, die hauptsächlich bestehende Formeln wiederholen. Box-Office- und Budgetzahlen sind gerundete historische Werte und wegen Wiederaufführungen oder unterschiedlicher Erfassungsmethoden nicht immer direkt vergleichbar. Die Platzierung bewertet daher vor allem den Einfluss auf spätere Filme. Datenstand: Juli 2026. Weitere Ranglisten gibt es in der Kategorie Filme.
So wurde gewertet
Die Rangfolge basiert auf fünf Kriterien: Einfluss auf spätere Actionfilme, technische oder erzählerische Innovation, filmkritische Anerkennung, kommerzieller Erfolg und langfristige kulturelle Präsenz. Der Einfluss erhielt das höchste Gewicht. Deshalb kann ein Film mit geringerem Einspielergebnis vor einem größeren Blockbuster stehen, wenn er Kampfchoreografie, Schnitt, Stuntarbeit, Figurenbilder oder visuelle Effekte grundlegend geprägt hat. Auszeichnungen und Bewertungen dienen als ergänzende Indikatoren, nicht als alleinige Messgröße. Die Prozentbalken visualisieren eine redaktionelle Einflusswertung und keine externe Publikumsabstimmung.
Übersicht
| Rang | Film | Jahr | Regie | Laufzeit | Budget, ca. | Weltweites Kino, ca. | Oscar-Erfolge | Stilprägende Innovation | Einflusswertung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Stirb langsam | 1988 | John McTiernan | 132 Min. | 28–35 Mio. USD | 140 Mio. USD | 4 Nominierungen | Verletzlicher Alltagsheld im begrenzten Raum | 100 % |
| 2 | Terminator 2: Tag der Abrechnung | 1991 | James Cameron | 137 Min. | ca. 100 Mio. USD | über 500 Mio. USD | 4 Oscars | Digitale Figuren und emotionaler Maschinenheld | 98 % |
| 3 | Matrix | 1999 | Lana und Lilly Wachowski | 136 Min. | ca. 63 Mio. USD | ca. 467 Mio. USD | 4 Oscars | Bullet Time, Wire-Fu und Cyberpunk-Mainstream | 97 % |
| 4 | Mad Max: Fury Road | 2015 | George Miller | 120 Min. | ca. 150 Mio. USD | ca. 380 Mio. USD | 6 Oscars | Praktische Fahrzeugstunts und visuelles Erzählen | 95 % |
| 5 | Jäger des verlorenen Schatzes | 1981 | Steven Spielberg | 115 Min. | ca. 20 Mio. USD | über 380 Mio. USD | 4 reguläre Oscars plus Sonderpreis | Moderne Blockbusterform des Abenteuer-Serials | 94 % |
| 6 | The Dark Knight | 2008 | Christopher Nolan | 152 Min. | ca. 185 Mio. USD | über 1 Mrd. USD | 2 Oscars | Comic-Action als urbaner Kriminalthriller | 92 % |
| 7 | John Wick | 2014 | Chad Stahelski | 101 Min. | 20–30 Mio. USD | ca. 86 Mio. USD | keine | Lesbares Gun-Fu und Stuntteam als kreative Instanz | 90 % |
| 8 | Gladiator | 2000 | Ridley Scott | 155 Min. | ca. 103 Mio. USD | ca. 465 Mio. USD | 5 Oscars | Wiederbelebung des Historien- und Sandalenfilms | 88 % |
| 9 | Aliens – Die Rückkehr | 1986 | James Cameron | 137 Min. | ca. 18,5 Mio. USD | über 130 Mio. USD | 2 Oscars | Militärische Science-Fiction-Action | 87 % |
| 10 | Hard Boiled | 1992 | John Woo | 128 Min. | nicht einheitlich dokumentiert | international begrenzter Kinostart | keine Oscars | Opernhaftes Hongkong-Gun-Fu | 86 % |
1. Stirb langsam
Rang: 1 Genre-Blaupause
Stirb langsam veränderte den Actionhelden. John McClane ist kein unverwundbarer Supersoldat, sondern ein erschöpfter Polizist, der barfuß, verletzt und häufig überfordert durch ein Hochhaus improvisiert. Genau diese Verletzlichkeit unterscheidet ihn von vielen muskelbepackten Leinwandhelden der 1980er-Jahre. Das Publikum verstand jederzeit, wo sich McClane, die Geiseln und die Angreifer im Nakatomi Plaza befanden. Dadurch wurde das Gebäude selbst zu einer dramatischen Figur.
Der Film löste eine ganze Welle räumlich begrenzter Actionthriller aus. In Hollywood-Pitches genügte danach oft die Formel „Die Hard in einem Flugzeug“, „auf einem Schiff“ oder „in einem Bus“. Ebenso prägend war Alan Rickmans Hans Gruber: kultiviert, kontrolliert und intelligenter als die üblichen Schurken seiner Zeit. Rang eins erhält der Film, weil er Figurenbild, Raumdramaturgie und Actionrhythmus gleichzeitig neu definierte. Anders als die technisch spektakuläreren Plätze zwei und drei wurde seine Grundformel über Jahrzehnte nahezu unverändert kopiert.
- Heldentyp: verletzlich, sarkastisch und improvisierend
- Raumkonzept: ein Hochhaus als taktisches Spielfeld
- Oscarbilanz: vier Nominierungen in technischen Kategorien
- Originaltitel
- Die Hard
- Regie
- John McTiernan
- Hauptdarsteller
- Bruce Willis, Alan Rickman, Bonnie Bedelia
- Entscheidender Einfluss
- Blaupause für den räumlich begrenzten Belagerungs-Actionfilm
- Quelle
- American Film Institute – Die Hard
2. Terminator 2: Tag der Abrechnung
Rang: 2 Effektrevolution
Terminator 2 bewies 1991, dass eine Actionfortsetzung größer, emotionaler und technisch fortschrittlicher sein konnte als ihr Vorgänger. James Cameron kehrte die zentrale Rollenverteilung des ersten Films um: Arnold Schwarzeneggers Terminator wurde vom Killer zum Beschützer. Ausgerechnet eine Maschine lernte durch John Connor Mitgefühl, während die menschlichen Entwickler von Skynet ihre eigene Vernichtung vorbereiteten.
Der T-1000 setzte mit seiner flüssigen Metalloberfläche neue Maßstäbe für computergenerierte Figuren. Digitale Effekte hatte es zuvor gegeben, doch selten waren sie so eng mit einer Hauptfigur und der Action verbunden. Gleichzeitig blieb der Film körperlich: Motorradstunts, reale Fahrzeuge, Miniaturen, Make-up-Effekte und massive Explosionen tragen einen großen Teil der Wirkung. Vier Oscars würdigten diese technische Präzision. Rang zwei erreicht der Film, weil er den modernen Effektblockbuster vorbereitete, ohne seine Figuren dem Spektakel unterzuordnen. Im Vergleich zu Stirb langsam war seine direkte erzählerische Formel weniger universell kopierbar; technologisch war sein Einfluss jedoch noch größer.
- Digitale Figur: Der T-1000 wurde zum frühen CGI-Meilenstein
- Rollentausch: Der frühere Killer wird zum Beschützer
- Oscarbilanz: vier Siege bei sechs Nominierungen
- Originaltitel
- Terminator 2: Judgment Day
- Regie
- James Cameron
- Hauptdarsteller
- Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Edward Furlong, Robert Patrick
- Entscheidender Einfluss
- Integration einer digitalen Hauptfigur in fotorealistische Action
- Quelle
- Academy Awards – Verleihung 1992
3. Matrix
Rang: 3 Visueller Meilenstein
Matrix verband 1999 Hongkong-Kampfkunst, Cyberpunk, Anime-Einflüsse und philosophische Fragen zu einem neuen Blockbusterstil. Die berühmte Bullet-Time-Technik fror Bewegungen scheinbar ein, während die Kamera den Raum weiter umkreiste. Der Effekt wurde innerhalb weniger Jahre in Werbespots, Musikvideos, Computerspielen und Komödien zitiert oder parodiert.
Ebenso wichtig war die Kampfchoreografie. Die Schauspieler trainierten monatelang für Drahtseilkämpfe, die das westliche Mainstreamkino mit dem Rhythmus asiatischer Martial-Arts-Filme vertraut machten. Schwarze Mäntel, verspiegelte Sonnenbrillen, grüner Code und industrielle Technomusik wurden zur ästhetischen Kurzform für die Jahrtausendwende. Der Film gewann alle vier Oscars, für die er nominiert war. Rang drei erklärt sich durch seinen enormen visuellen Einfluss. Gegenüber Terminator 2 veränderte er weniger die technische Infrastruktur der gesamten Branche, prägte aber die sichtbare Actionästhetik der frühen 2000er-Jahre stärker als fast jeder andere Film.
- Bullet Time: scheinbar eingefrorene Bewegung bei wandernder Kamera
- Stilmix: Cyberpunk, Anime, Kung-Fu und Verschwörungsthriller
- Oscarbilanz: vier Nominierungen, vier Siege
- Originaltitel
- The Matrix
- Regie
- Lana und Lilly Wachowski
- Hauptdarsteller
- Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss, Hugo Weaving
- Entscheidender Einfluss
- Bullet Time und die Verbindung westlicher Action mit Hongkong-Kampfchoreografie
- Quelle
- British Film Institute – Wie Matrix die Science-Fiction veränderte
4. Mad Max: Fury Road
Rang: 4 Moderner Klassiker
George Miller war 70 Jahre alt, als er mit Mad Max: Fury Road demonstrierte, wie radikal körperlich modernes Blockbusterkino noch sein konnte. Der Film besteht im Kern aus einer langen Flucht und ihrer Rückkehr. Dennoch entsteht keine Monotonie, weil Fahrzeuge, Blickachsen, Bewegungsrichtungen und Schnittgeschwindigkeit präzise aufeinander abgestimmt sind. Die wichtigsten visuellen Informationen bleiben meist im Zentrum des Bildes, sodass selbst extrem schnelle Schnitte lesbar bleiben.
Ein großer Teil der Fahrzeuge und Stunts wurde tatsächlich in der Wüste realisiert. Digitale Effekte ergänzten Himmel, Landschaft und Sicherheitsdetails, ersetzten aber nicht die physische Grundlage. Gleichzeitig wurde Furiosa zur eigentlichen dramatischen Kraft des Films. Ihre Flucht vor Immortan Joe verbindet Action mit Themen wie Ausbeutung, Wasserknappheit und weiblicher Selbstbestimmung. Sechs Oscars, vor allem in handwerklichen Kategorien, bestätigten den außergewöhnlichen Produktionsstandard. Rang vier erhält der Film, weil er eine Gegenbewegung zum unübersichtlichen CGI-Spektakel einleitete. Seine Wirkung ist jünger als die der ersten drei Plätze, aber bereits deutlich in späteren Actionproduktionen erkennbar.
- Stuntprinzip: reale Fahrzeuge und praktische Crashs als Grundlage
- Bildsprache: zentrale Blickführung trotz extrem schnellen Schnitts
- Oscarbilanz: sechs Siege bei zehn Nominierungen
- Originaltitel
- Mad Max: Fury Road
- Regie
- George Miller
- Hauptdarsteller
- Charlize Theron, Tom Hardy, Nicholas Hoult
- Entscheidender Einfluss
- Rückbesinnung auf praktische Stunts und visuell lesbare Großaction
- Quelle
- Academy Awards – Verleihung 2016
5. Jäger des verlorenen Schatzes
Rang: 5 Abenteuer-Ikone
Jäger des verlorenen Schatzes übersetzte die Kino-Serials der 1930er- und 1940er-Jahre in das Tempo des modernen Blockbusters. Steven Spielberg und George Lucas kombinierten exotische Schauplätze, archäologische Rätsel, Slapstick, Horror und präzise Action zu einer Folge klar gebauter Höhepunkte. Schon die Eröffnungssequenz mit Tempel, Fallen und rollender Steinkugel wurde zum Muster für zahllose Abenteuerfilme und Videospiele.
Indiana Jones ist kompetent, aber keineswegs unfehlbar. Er wird geschlagen, verliert Artefakte, improvisiert und überlebt oft nur knapp. Diese Mischung aus klassischem Heldenbild und körperlicher Verletzlichkeit beeinflusste spätere Figuren von Lara Croft bis Nathan Drake. Der Film erhielt vier reguläre Oscars sowie einen Sonderpreis für Toneffekte und wurde in das National Film Registry aufgenommen. Rang fünf ergibt sich daraus, dass er das Action-Abenteuer als eigenständige Blockbusterform definierte. Seine Wirkung reicht weit über das Kino hinaus, ist aber stärker auf ein Subgenre begrenzt als der Einfluss der ersten vier Plätze.
- Vorbild: Abenteuer-Serials und Pulp-Geschichten
- Filmheld: Indiana Jones wurde zur globalen Ikone
- Langzeitwirkung: Vorbild für Filme, Games und Freizeitparkattraktionen
- Originaltitel
- Raiders of the Lost Ark
- Regie
- Steven Spielberg
- Hauptdarsteller
- Harrison Ford, Karen Allen, Paul Freeman
- Entscheidender Einfluss
- Definition des modernen Action-Abenteuer-Blockbusters
- Quelle
- American Film Institute – Raiders of the Lost Ark
6. The Dark Knight
Rang: 6 Prestige-Blockbuster
The Dark Knight behandelte den Superheldenfilm wie einen urbanen Kriminal- und Terrorismusthriller. Christopher Nolan stellte nicht Batmans Fähigkeiten, sondern seine moralischen Grenzen ins Zentrum. Heath Ledgers Joker ist kein gewöhnlicher Eroberer, sondern ein Gegner, der gesellschaftliche Regeln und persönliche Überzeugungen systematisch testet. Dadurch erhielt die Action eine ethische Bedeutung, die weit über Verfolgungsjagden und Explosionen hinausging.
Nolan setzte für zentrale Szenen auf reale Stunts, große Fahrzeuge und IMAX-Kameras. Der Überschlag eines Lastwagens in Chicago wurde praktisch gedreht und entwickelte sich zu einem Sinnbild für die physische Wirkung des Films. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von mehr als einer Milliarde US-Dollar bewies The Dark Knight, dass düstere Comicverfilmungen zugleich Massenkino und Kritikerereignis sein konnten. Seine Aufnahme in das National Film Registry unterstreicht die langfristige kulturelle Bedeutung. Rang sechs erhält der Film, weil er den Ton großer Franchiseproduktionen über Jahre verdunkelte. Manche Nachahmer übernahmen allerdings vor allem die Ernsthaftigkeit, ohne Nolans klare Dramaturgie zu erreichen.
- Genre-Mix: Superheldenfilm, Gangsterkino und Terrorismusthriller
- Praktische Action: realer Lastwagenüberschlag und IMAX-Aufnahmen
- Kulturerbe: seit 2020 im National Film Registry
- Originaltitel
- The Dark Knight
- Regie
- Christopher Nolan
- Hauptdarsteller
- Christian Bale, Heath Ledger, Aaron Eckhart
- Entscheidender Einfluss
- Comic-Action als ernsthafter urbaner Kriminalthriller
- Quelle
- Library of Congress – Aufnahme in das National Film Registry
7. John Wick
Rang: 7 Stunt-Renaissance
John Wick startete 2014 als vergleichsweise kleiner Rachethriller und entwickelte sich zum Ausgangspunkt einer neuen Actionstil-Schule. Regisseur Chad Stahelski kam aus der Stuntbranche. Entsprechend behandelt der Film Kampfchoreografie nicht als Material, das im Schnitt versteckt werden muss, sondern als sichtbare Leistung. Längere Einstellungen, klare Körperachsen und präzise Übergänge zwischen Judo, Jiu-Jitsu und Schusswaffeneinsatz machten das sogenannte Gun-Fu für ein neues Publikum attraktiv.
Gleichzeitig entstand mit dem Continental, Goldmünzen und einem internationalen Ehrenkodex eine Unterwelt, die viel größer wirkte als die eigentliche Handlung. Diese Kombination aus minimaler Rachegeschichte und reichhaltiger Mythologie trug das Franchise über mehrere Fortsetzungen und Ableger. Der erste Film spielte weltweit ungefähr das Drei- bis Vierfache seines Produktionsbudgets ein. Rang sieben erhält John Wick, weil sein Einfluss auf aktuelle Kampf- und Stuntinszenierung enorm ist. Im Unterschied zu den höher platzierten Klassikern ist seine langfristige filmhistorische Wirkung allerdings noch nicht über mehrere Jahrzehnte erprobt.
- Kampfstil: Gun-Fu mit Judo, Jiu-Jitsu und taktischem Schießen
- Inszenierung: längere Einstellungen statt hektischer Schnittfolgen
- Branchenwirkung: Stuntteams rückten stärker ins kreative Zentrum
- Originaltitel
- John Wick
- Regie
- Chad Stahelski
- Hauptdarsteller
- Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Willem Dafoe
- Entscheidender Einfluss
- Renaissance klar lesbarer Kampfchoreografie und stuntgetriebener Action
- Quelle
- Lionsgate – John Wick
8. Gladiator
Rang: 8 Historien-Renaissance
Gladiator machte das seit Jahrzehnten weitgehend verschwundene Sandalenepos wieder zum globalen Blockbuster. Ridley Scott verband politische Intrige, Rachegeschichte und Arenakämpfe mit einer modernen, teilweise rauen Bildsprache. Russell Crowes Maximus wurde zum Archetyp des entehrten Kriegers, der persönliche Rache und moralische Pflichterfüllung miteinander verbindet.
Für die Darstellung des antiken Roms kombinierte die Produktion große reale Sets mit digitalen Erweiterungen. Das Kolosseum wurde nur teilweise gebaut und am Computer vervollständigt – ein Modell, das spätere Historien- und Fantasyfilme vielfach übernahmen. Der Film gewann fünf Oscars, darunter Bester Film und Bester Hauptdarsteller, und spielte weltweit rund 465 Millionen US-Dollar ein. Sein Erfolg löste eine Welle historischer Großproduktionen aus, von Troja bis Kingdom of Heaven. Rang acht erhält Gladiator, weil er ein nahezu verschwundenes Genre wirtschaftlich wiederbelebte. Seine unmittelbare Wirkung auf moderne Kampfchoreografie war jedoch geringer als die von John Wick oder Mad Max: Fury Road.
- Genreleistung: Rückkehr des Sandalen- und Monumentalfilms
- Technik: reale Großsets kombiniert mit digitalen Erweiterungen
- Oscarbilanz: fünf Siege, darunter Bester Film
- Originaltitel
- Gladiator
- Regie
- Ridley Scott
- Hauptdarsteller
- Russell Crowe, Joaquin Phoenix, Connie Nielsen
- Entscheidender Einfluss
- Wirtschaftliche und stilistische Wiederbelebung des Historienepos
- Quelle
- Academy Awards – Verleihung 2001
9. Aliens – Die Rückkehr
Rang: 9 Sci-Fi-Kriegsaction
James Cameron machte aus Ridley Scotts klaustrophobischem Weltraumhorror eine militärische Science-Fiction-Action. Aliens – Die Rückkehr erweitert die Bedrohung von einem einzelnen Wesen auf eine ganze Kolonie und stellt Ellen Ripley einer Gruppe scheinbar überlegener Colonial Marines gegenüber. Deren Ausrüstung, Sprüche und Selbstvertrauen zerfallen, sobald sie auf einen Gegner treffen, den ihre Feuerkraft nicht kontrollieren kann.
Der Film etablierte viele Bilder, die später in Computerspielen und Militär-Science-Fiction wiederkehrten: Pulsscanner, Dropships, automatische Waffen, gepanzerte Fahrzeuge und eine Gruppe unterschiedlich charakterisierter Soldaten. Gleichzeitig blieb Ripley das emotionale Zentrum. Ihr Schutzverhältnis zu Newt verleiht dem Finale eine persönliche Dimension und führte zu einer der bekanntesten Konfrontationen zwischen Mensch und Kreatur. Zwei Oscars für visuelle Effekte und Toneffektschnitt würdigten die technische Umsetzung. Rang neun erhält der Film, weil sein Einfluss besonders auf Science-Fiction-Action und Games enorm ist. Für das gesamte Actiongenre war seine Wirkung etwas spezieller als die der höher platzierten Werke.
- Genrewechsel: vom Weltraumhorror zur militärischen Action
- Vorbildwirkung: prägend für Games und spätere Space-Marine-Stoffe
- Oscarbilanz: zwei Siege bei sieben Nominierungen
- Originaltitel
- Aliens
- Regie
- James Cameron
- Hauptdarsteller
- Sigourney Weaver, Michael Biehn, Bill Paxton
- Entscheidender Einfluss
- Grundform der modernen militärischen Science-Fiction-Action
- Quelle
- Academy Awards – Verleihung 1987
10. Hard Boiled
Rang: 10 Hongkong-Meilenstein
Hard Boiled ist John Woos kompromissloseste Verdichtung des sogenannten Heroic Bloodshed. Der Film verbindet Polizeithriller, Männerfreundschaft und opernhafte Schusswechsel. Chow Yun-fat bewegt sich als Inspektor Tequila durch Räume, in denen Waffen, Körper und Kulissen zu einer exakt choreografierten Bewegungseinheit werden. Besonders die lange Krankenhaussequenz wirkt wie eine einzige fortlaufende Einstellung, obwohl hinter den Kulissen komplexe Übergänge und Umbauten nötig waren.
Wo viele westliche Actionfilme Feuergefechte vor allem als Deckung und Gegenschuss inszenierten, machte Woo sie zu einer körperlichen Choreografie. Zeitlupe, beidhändiges Schießen, gleitende Kamerabewegungen und moralisch zerrissene Männerfiguren wurden später in Hollywood, Videospielen und Filmen wie Matrix oder John Wick weiterentwickelt. Rang zehn erklärt sich durch den außergewöhnlichen stilistischen Einfluss trotz eines im Vergleich zu Hollywood-Blockbustern begrenzten internationalen Kinostarts. Seine Wirkung entstand weniger durch Einspielergebnis oder Preise als durch Regisseure, Stuntteams und Spieleentwickler, die Woos Bildsprache übernahmen.
- Stil: Heroic Bloodshed und opernhafte Schusswechsel
- Schlüsselsequenz: langer Krankenhaus-Take mit versteckten Übergängen
- Einfluss: prägend für Hollywood, Games, Matrix und John Wick
- Originaltitel
- Lat sau san taam
- Regie
- John Woo
- Hauptdarsteller
- Chow Yun-fat, Tony Leung Chiu-wai, Anthony Wong
- Entscheidender Einfluss
- Opernhafte Gun-Fu-Choreografie als Vorbild westlicher Actionregisseure
- Quelle
- The Criterion Collection – Hard Boiled
Häufige Fragen zu den besten Actionfilmen
Welcher Film gilt als einflussreichster Actionfilm aller Zeiten?
Stirb langsam gilt als besonders einflussreich, weil der Film den verletzlichen Alltagshelden, einen klar begrenzten Schauplatz und einen intelligenten Gegenspieler zu einer vielfach kopierten Formel verband.
Warum steht Matrix nicht auf Rang eins?
Matrix revolutionierte die visuelle Actionästhetik und machte Bullet Time weltberühmt. Stirb langsam und Terminator 2 wirkten jedoch noch breiter auf Figurenbilder, Dramaturgie beziehungsweise die technische Entwicklung des gesamten Blockbusterkinos.
Warum fehlt Mission: Impossible?
Die Reihe zählt zu den wichtigsten modernen Actionfranchises, besonders wegen Tom Cruises praktischer Stunts. Ihr Einfluss verteilt sich jedoch auf mehrere Filme. Kein einzelner Teil veränderte das Genre so umfassend wie die zehn ausgewählten Werke.
Warum wurde Léon – Der Profi aus der alten Liste entfernt?
Léon – Der Profi ist ein einflussreicher Crime-Thriller und Kultfilm. Für die Entwicklung der Actioninszenierung waren Aliens und Hard Boiled jedoch prägender. Zudem wird Léon häufiger dem Thriller- und Neo-Noir-Bereich zugerechnet.
Welche Actionfilme gewannen den Oscar als Bester Film?
Von den Filmen dieses Rankings gewann Gladiator den Oscar als Bester Film. Mad Max: Fury Road und Jäger des verlorenen Schatzes waren ebenfalls nominiert, gewannen aber hauptsächlich in technischen Kategorien.







