Mit welchem Drink startet ein perfekter Abend – Aperol Spritz, Champagner oder doch ein klassischer Negroni? In dieser Liste schauen wir auf die 10 besten Aperitifs, also Drinks, die vor dem Essen getrunken werden: leicht bis mittelstark, mit Bitterkeit, Frische oder prickelnder Säure. Berücksichtigt sind internationale Klassiker, moderne Signature-Drinks und eine alkoholfreie Variante.
Die Angaben zu Alkoholgehalt sind Durchschnittswerte für das fertige Glas (bei Longdrinks/Cocktails) oder der typische Vol.-% des Produkts. Bitte immer verantwortungsbewusst genießen und die gesetzlichen Altersgrenzen beachten.
Übersicht
Kriterien: Geschmack (Balance aus Bitterkeit, Frische, Komplexität), Alltagstauglichkeit (leicht mixbar, Zutaten verfügbar), Food-Pairing (passt zu vielen Vorspeisen) und Beliebtheit in Bars & bei Gästen. Die Rangfolge ist bewusst subjektiv – ein Aperitif lebt vom Kontext, der Runde und der Stimmung.
Hinweis: Alkoholangaben beziehen sich auf typische Rezepte. Individuelle Mischungsverhältnisse können den Vol.-% deutlich verändern.
| Rang | Aperitif | Herkunft | Alkoholgehalt (ca.) | Geschmack/Profil | Servierempfehlung | Bekanntheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Aperol Spritz | Italien | ≈ 9–11 % vol. | fruchtig-bitter, leicht, orange | im Weinglas auf Eis, mit Orangenscheibe | Globaler Sommerklassiker |
| 2 | Negroni | Italien | ≈ 22–26 % vol. | kräftig-bitter, komplex, kräuterig | im Tumbler auf Eis, mit Orangenzeste | Bar-Kultdrink |
| 3 | Champagner Brut | Frankreich | ≈ 12 % vol. | trocken, feinperlig, eleganter Hefeton | sehr gut gekühlt in der Flöte oder Weißweinglas | Luxus-Aperitif |
| 4 | Lillet Vive | Frankreich | ≈ 10–12 % vol. | mild, blumig, fruchtig | im Weinglas mit Tonic, Gurke & Beeren | Moderner Signature-Drink |
| 5 | Hugo | Südtirol/Alpenregion | ≈ 8–10 % vol. | frisch, leicht süß, Holunderblüte | im Weinglas mit Minze & Limette | Sommer-Terassenhit |
| 6 | Kir Royal | Frankreich | ≈ 11–12 % vol. | perlig, fruchtig, cassis | Crème de Cassis + Champagner im Flötenglas | Französischer Klassiker |
| 7 | Campari Soda | Italien | ≈ 8–10 % vol. | ausgeprägt bitter, kräuterig, zitrisch | im Tumbler mit Eis & Orangenscheibe | Bitter-Ikone |
| 8 | Trockener Wermut auf Eis | Italien/Frankreich | ≈ 15–18 % vol. | trocken, kräuterig, leicht bitter | im Tumbler oder Weinglas auf Eis mit Zeste | Bar-Basisspirituose |
| 9 | Fino Sherry | Spanien (Jerez) | ≈ 15–16 % vol. | sehr trocken, nussig, salzig-frisch | sehr kalt im kleinen Sherryglas | Tapas-Begleiter |
| 10 | Alkoholfreier Bitter-Spritz | international | 0,0–0,5 % vol. | bitter-frisch, orangig, leicht süß | im Weinglas auf Eis mit Orange & Soda | Trendiger No- & Low-Drink |
Hinweis: Alkoholhaltige Aperitifs sind nur für Erwachsene geeignet. Bitte maßvoll genießen und nicht in Schwangerschaft, beim Fahren oder in Kombination mit bestimmten Medikamenten.
Aperol Spritz
Rang:1
Kaum ein Getränk hat den Aperitif in den letzten Jahren so geprägt wie der Aperol Spritz. Der leuchtend orange Drink mit Eis, Prosecco und einem Schuss Soda steht für Sommerterrasse, After-Work und leichte italienische Lebensart – und das bei moderatem Alkoholgehalt. Der Spritz-Stil hat historische Wurzeln in Norditalien, Aperol selbst gibt es seit 1919, doch der globale Durchbruch des Aperol Spritz kam erst im 21. Jahrhundert, als Bars und Marken ihn massenhaft auf die Karten setzten.
- Typisches Mischverhältnis: 3 Teile Prosecco, 2 Teile Aperol, 1 Teil Soda
- Fruchtiges Bitterprofil mit Orangen, Kräutern und leichter Süße
- Sehr hoher Wiedererkennungswert durch Farbe und großes Weinglas
- Herkunft
- Italien, Aperitif-Kultur des Veneto
- Alkoholgehalt
- Aperol selbst 11 % vol.; im Spritz je nach Mischverhältnis meist ca. 9–11 % vol.
- Typische Basis
- Aperol (Bitter-Aperitif), Prosecco, Sodawasser, Eis, Orangenscheibe
- Ideal zu
- leichten Vorspeisen, Antipasti, Oliven, Chips, Fingerfood
- Stil
- leichter, fruchtig-bitterer Aperitif-Longdrink, sehr einsteigerfreundlich
- Quelle
- Aperol – Original Aperol Spritz Rezept
- Bitterkeit
- Frische/Spritzigkeit
- Einsteigerfreundlich
Negroni
Rang:2
Der Negroni ist der Aperitif für alle, die es intensiv mögen: Gin, roter Wermut und Campari zu gleichen Teilen – mehr Bitterkeit und Kräuteraromen bekommt man kaum in ein kleines Tumblerglas. Der Drink entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in Florenz, als Graf Camillo Negroni seinen Americano „verstärken“ ließ und statt Soda Gin in den Drink kam. Heute ist der Negroni einer der ikonischsten Cocktails der Welt, gilt aber klar als „fortgeschrittene“ Aperitifwahl.
- Rezeptklassiker: 1 Teil Gin, 1 Teil roter Wermut, 1 Teil Campari
- Sehr aromatisch mit Bitterorange, Kräutern, Wacholder und süßem Wermut
- Ideal, wenn der Aperitif schon fast wie ein kleiner Digestif wirken darf
- Herkunft
- Florenz, Italien (frühes 20. Jahrhundert)
- Alkoholgehalt
- je nach Gin/Wermut meist um 22–26 % vol. im fertigen Drink
- Typische Basis
- London Dry Gin, Campari oder anderer Bitter, süßer roter Wermut, Orangenzeste
- Ideal zu
- salzigen Snacks, Käse, Schinken, kräftigen Antipasti
- Stil
- kurzer, kräftiger, sehr bitterer Aperitif-Cocktail
- Quelle
- IBA – Negroni
- Bitterkeit
- Komplexität
- Einsteigerfreundlich
Champagner Brut
Rang:3
Ein Glas gut gekühlter Champagner Brut ist der klassische Luxus-Aperitif: feinperlige Kohlensäure, frische Säure, Zitrus- und Apfelnoten, dazu etwas Brioche vom Hefelager. Brut steht für einen trockenen Stil mit moderater Dosage – ideal, um den Gaumen auf ein Menü einzustimmen. Champagner darf nur so heißen, wenn er aus der französischen Region Champagne stammt und nach strengen Regeln produziert wird.
- Schaumwein aus Frankreich, zweite Gärung in der Flasche („méthode traditionnelle“)
- Typische Rebsorten: Chardonnay, Pinot Noir, Pinot Meunier
- Brut-Stil: wenig Restzucker, klarer, frischer Eindruck
- Herkunft
- Champagne, Frankreich
- Alkoholgehalt
- meist um 12 % vol.
- Serviertemperatur
- ca. 6–9 °C in Flöte oder bauchigem Weißweinglas
- Ideal zu
- Austern, Blätterteig-Häppchen, Salzgebäck, feinen Vorspeisen
- Stil
- edler, trockener Schaumwein-Aperitif mit hohem Prestige
- Quelle
- Comité Champagne – Champagne tasting
- Frische/Säure
- Luxusfaktor
- Alltagstauglichkeit (Preis)
Lillet Vive
Rang:4
Lillet Vive ist ein typischer Vertreter der „neuen“ Aperitifkultur: leichter als klassische Cocktails, aromatischer als reiner Wein. Basis ist der französische Aperitifwein Lillet Blanc, der mit Tonic Water, Gurkenscheiben, Beeren und Minze im großen Weinglas serviert wird. Das Ergebnis ist ein blumig-fruchtiger Drink mit moderatem Alkoholgehalt, der gerade an warmen Abenden sehr zugänglich ist.
- Lillet Blanc als Basis – ein weinbasierter Aperitif aus Bordeaux mit Zitrus- und Kräuternoten
- Vive-Serviervorschlag: Lillet Blanc + Tonic Water + Gurke, Erdbeeren, Minze
- Floral, leicht süß und weniger bitter als klassische Spritz-Varianten
- Herkunft
- Podensac, Frankreich
- Alkoholgehalt
- Lillet Blanc ca. 17 % vol.; im Lillet Vive je nach Mischverhältnis meist um 10–12 % vol.
- Serviertemperatur
- stark gekühlt, viel Eis im Weinglas
- Ideal zu
- leichten Vorspeisen, Salaten, Käseplatten, sommerlichen Gerichten
- Stil
- moderner, weinbasierter Aperitif-Longdrink mit floralen Noten
- Quelle
- Lillet – Cocktail Library
- Bitterkeit
- Fruchtigkeit
- Einsteigerfreundlich
Hugo
Rang:5
Der Hugo stammt ursprünglich aus Südtirol und hat innerhalb weniger Jahre jede deutschsprachige Getränkekarte erobert. Prosecco, Holunderblütensirup oder -likör, Minze, Limette und Sodawasser ergeben einen blumigen, leicht süßen und sehr frischen Aperitif. Im Gegensatz zum Aperol Spritz setzt der Hugo weniger auf Bitterkeit, dafür mehr auf florale Aromen – perfekt für Gäste, die es mild mögen.
- Typische Mischung: Prosecco, Holunderblütensirup/-likör, Mineralwasser, Limettenscheiben, Minze
- Sehr leicht, blumig und erfrischend, gut als Sommeraperitif geeignet
- Oft in großen Weingläsern mit viel Eis serviert
- Herkunft
- Alpenraum/Südtirol, Verbreitung über Bars und Gastronomie
- Alkoholgehalt
- je nach Prosecco und Mischverhältnis meist um 8–10 % vol.
- Serviertemperatur
- kalt, auf Eis im großen Glas
- Ideal zu
- Sommergerichten, Salaten, Aperitifplatten, leichten Pastagerichten
- Stil
- blumig-frischer, süffiger Aperitif-Longdrink
- Quelle
- Südtirol – Hugo Aperitif
- Süße
- Frische
- Einsteigerfreundlich
Kir Royal
Rang:6
Der Kir Royal ist die festlichere Schwester des Kir: Statt einfachem Weißwein kommt hier Champagner oder ein anderer hochwertiger Schaumwein ins Glas. Ein kleiner Schuss Crème de Cassis färbt den Aperitif zart rubinrot und bringt eine fruchtig-süße Johannisbeernote ins Spiel. Der Drink ist schlicht, elegant und seit Jahrzehnten fester Bestandteil französischer Aperitifkultur.
- Grundrezept: Crème de Cassis im Glas, mit gut gekühltem Champagner auffüllen
- Wenige Zutaten, einfache Zubereitung, aber sehr „angezogenes“ Erscheinungsbild
- Je nach Cassis-Menge von eher trocken bis deutlich fruchtig variierbar
- Herkunft
- Frankreich, benannt nach Félix Kir (Bürgermeister von Dijon)
- Alkoholgehalt
- meist um 11–12 % vol.; abhängig von Schaumwein und Cassis-Menge
- Serviertemperatur
- gut gekühlt in der Flöte
- Ideal zu
- Empfängen, festlichen Aperitifs, Canapés, Fingerfood
- Stil
- fruchtiger, eleganter Schaumwein-Aperitif mit Cassisnote
- Quelle
- Liquor.com – Kir Royale Recipe
- Süße
- Eleganz/Luxusgefühl
- Einsteigerfreundlich
Campari Soda
Rang:7
Campari Soda ist der archetypische Bitteraperitif: Kein Schnickschnack, sondern schlicht Campari mit Sodawasser auf Eis. Der kräftig rote Drink mit deutlicher Bitterorange, Kräutern und Gewürzen ist in Italien seit den 1930er-Jahren ein Klassiker – nicht zuletzt durch die legendäre Campari-Werbung. Wer einen Aperitif möchte, der den Magen wirklich „öffnet“, ist hier richtig.
- Einfacher Aufbau: Campari und Soda im Glas, viel Eis und eine Orangenscheibe
- Deutlich bitter, mit ausgeprägter Kräuter- und Orangennote
- Sehr niedrigschwellig zu mixen, aber geschmacklich nichts für absolute Einsteiger
- Herkunft
- Italien, Campari wurde Ende des 19. Jh. entwickelt
- Alkoholgehalt
- Campari selbst ca. 20,5–28,5 % vol. (je nach Markt); mit Soda im Glas ca. 8–10 % vol. je nach Mischungsverhältnis
- Serviertemperatur
- kalt, auf viel Eis im Tumbler oder Highball
- Ideal zu
- salzigen Snacks, Oliven, Nüssen, Chips
- Stil
- klassischer, sehr bitterer Aperitif-Longdrink, minimalistisch
- Quelle
- Campari – Campari & Soda
- Bitterkeit
- Mix-Aufwand
- Einsteigerfreundlich
Trockener Wermut auf Eis
Rang:8
Trockener Wermut (Vermouth) wird häufig nur als Zutat in Martinis oder anderen Cocktails wahrgenommen – dabei ist er pur auf Eis ein hervorragender Aperitif. Wermut ist ein aromatisierter, mit Kräutern und Gewürzen versehener Wein, dessen bitter-herber Charakter perfekt vor dem Essen funktioniert. Je nach Marke reicht das Spektrum von sehr trocken und kräuterbetont bis zu leicht floralen Varianten.
- Weinbasierter Aperitif mit Kräutern, Gewürzen und zitrischen Noten
- Pur auf Eis mit Zitronen- oder Orangenzeste als klassischer „Vermouth on the rocks“
- Je nach Marke mediterran, floral, würzig oder betont trocken
- Herkunft
- Tradition vor allem in Italien und Frankreich (Turin, Chambéry u. a.)
- Alkoholgehalt
- typischerweise 15–18 % vol.
- Serviertemperatur
- gekühlt oder auf Eis im kleinen Tumbler oder Weinglas
- Ideal zu
- Oliven, Nüssen, Käse, Tapas, Salzgebäck
- Stil
- aromatischer, weinbasierter Aperitif mit Kräuterprofil
- Quelle
- Wine Folly – What is Vermouth?
- Trockenheit
- Komplexität
- Einsteigerfreundlich
Fino Sherry
Rang:9
Fino ist die trockenste Sherry-Kategorie und in Spanien ein klassischer Aperitif, oft zu Tapas getrunken. Durch die Reifung unter einer Hefeschicht („Flor“) erhält Fino Sherry ein sehr frisches, leicht salziges und nussiges Profil. Kalt serviert erinnert er eher an einen sehr trockenen Weißwein als an die süßen Sherryvarianten, die viele aus alten Fernsehserien kennen.
- Sherry-Stil aus Jerez de la Frontera und Umgebung (Andalusien)
- Reifung unter Florhefe, keine oxidative Reifung wie bei Oloroso
- Extrem trocken, mit Aromen von Mandeln, Florhefe und Meersalz
- Herkunft
- Jerez, Sanlúcar, El Puerto de Santa María (Sherry-Dreieck in Andalusien)
- Alkoholgehalt
- typisch ca. 15–16 % vol.
- Serviertemperatur
- gut gekühlt (ca. 6–8 °C) im kleinen Sherryglas
- Ideal zu
- Oliven, Jamón Ibérico, Manchego, Meeresfrüchten, gesalzenen Mandeln
- Stil
- sehr trockener, salzig-nussiger Weinaperitif
- Quelle
- Sherry.wine – Fino
- Trockenheit
- Komplexität
- Einsteigerfreundlich
Alkoholfreier Bitter-Spritz
Rang:10
Wer den Aperitif-Moment genießen, aber keinen Alkohol trinken möchte, greift immer häufiger zu alkoholfreien Bitter-Spritz-Varianten. Grundlage sind alkoholfreie Aperitif-Alternativen (z. B. auf Basis von Kräutern und Bitterorange) oder einfach Bitterlimonaden, die mit Soda und Zitrusfrüchten im Weinglas serviert werden. Optik und Ritual sind dem klassischen Spritz sehr ähnlich – der Alkohol fehlt, der Geschmack kann erstaunlich nah rankommen.
- Verwendet werden alkoholfreie Aperitifdrinks oder Bitterlimonaden (z. B. „Bitter Orange“)
- Serviert auf Eis im Weinglas mit Orangenscheibe, ggf. mit Tonic/Soda gestreckt
- Eignet sich gut als „Mittrink“-Option für Fahrer:innen, Schwangere oder einfach bewusste Gäste
- Herkunft
- internationaler Trend im Zuge von No- & Low-Alcohol-Drinks
- Alkoholgehalt
- 0,0–0,5 % vol. (je nach Produkt), häufig komplett alkoholfrei
- Serviertemperatur
- kalt, mit viel Eis im großen Glas
- Ideal zu
- gleiche Snacks wie beim klassischen Spritz: Chips, Oliven, Crostini, Fingerfood
- Stil
- bitter-frischer, orangiger Aperitif ohne Rauschwirkung
- Quelle
- WHO – Alcohol Fact Sheet
- Bitterkeit
- „Aperitif-Gefühl“ ohne Alkohol
- Einsteigerfreundlich

