Sport
Die 10 besten Marathonläufer aller Zeiten
42,195 Kilometer, Rekorde für die Ewigkeit und Geschichten, die weit über den Laufsport hinausreichen:
Der Marathon ist die Königsdisziplin des Ausdauerlaufs. Diese aktualisierte Top 10 bewertet nicht nur
Bestzeiten, sondern auch Olympiasiege, Weltmeistertitel, Major-Erfolge, Weltrekorde, Konstanz und
historische Bedeutung.
Aktueller Stand: Sawe verändert die Marathon-Geschichte
Sabastian Sawe hat mit seinem offiziellen Marathon-Weltrekord von 1:59:30 die historische Zwei-Stunden-Grenze
in einem rekordfähigen Rennen durchbrochen. Dadurch muss jede All-Time-Liste neu bewertet werden. Trotzdem
bleibt Eliud Kipchoge wegen seiner Gesamtkarriere auf Platz 1: zwei Olympiasiege, Weltrekorde, jahrelange
Dominanz und zahlreiche Siege bei den größten Marathons der Welt.
Die Top 10 im Überblick
So wurde das Ranking bewertet
Das Ranking ist keine reine Bestenliste nach Zeit. Bewertet wurden sechs Faktoren:
persönliche Bestzeit im historischen Kontext, Olympia- und WM-Erfolge, Siege bei großen Stadtmarathons,
Weltrekorde, Langlebigkeit und Bedeutung für die Entwicklung des Marathons.
Vergleichstabelle: Zeiten, Titel und Rekorde
| Platz | Name | Nation | Bestzeit | Olympia | WM | Große Siege | Rekordstatus |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Eliud Kipchoge | Kenia | 2:01:09 | 2x Gold | – | London, Berlin, Tokio, Chicago | Ehemaliger Weltrekordler |
| 2 | Sabastian Sawe | Kenia | 1:59:30 | – | – | Valencia, London, Berlin | Aktueller Weltrekordler |
| 3 | Abebe Bikila | Äthiopien | 2:12:11 | 2x Gold | – | Olympia 1960 und 1964 | Historische Ikone |
| 4 | Paula Radcliffe | Großbritannien | 2:15:25 | – | Gold 2005 | London, Chicago, New York | Langjährige Weltrekordlerin |
| 5 | Kelvin Kiptum | Kenia | 2:00:35 | – | – | Valencia, London, Chicago | Ehemaliger Weltrekordler |
| 6 | Grete Waitz | Norwegen | 2:25:29 | Silber 1984 | Gold 1983 | 9x New York | Pionierin |
| 7 | Catherine Ndereba | Kenia | 2:18:47 | 2x Silber | 2x Gold | Boston, Chicago | Ehemalige Weltrekordlerin |
| 8 | Haile Gebrselassie | Äthiopien | 2:03:59 | – | – | 4x Berlin, Dubai | Ehemaliger Weltrekordler |
| 9 | Joan Benoit Samuelson | USA | 2:21:21 | Gold 1984 | – | Boston, Chicago | Erste Olympiasiegerin |
| 10 | Rosa Mota | Portugal | 2:23:29 | Gold 1988, Bronze 1984 | Gold 1987 | Chicago, Rotterdam | Meisterschaftslegende |
1. Eliud Kipchoge – der kompletteste Marathonläufer der Geschichte
Faktenbox: Eliud Kipchoge
- Nation: Kenia
- Geboren: 1984
- Bestzeit: 2:01:09
- Olympia: Gold 2016 und 2021
- Große Siege: London, Berlin, Tokio, Chicago
- Status: ehemaliger Weltrekordler
Eliud Kipchoge bleibt trotz Sawe auf Platz 1, weil seine Gesamtkarriere nahezu unerreicht ist.
Er war über viele Jahre der Maßstab des Marathons, gewann zweimal olympisches Gold, stellte Weltrekorde auf
und dominierte die größten Stadtmarathons der Welt.
Seine Größe liegt nicht nur in einer einzelnen Bestzeit, sondern in der Kombination aus Kontrolle, Konstanz,
mentaler Stärke und Titeln. Kipchoge gewann schnelle Rekordrennen ebenso wie taktisch schwierige Meisterschaftsläufe.
2. Sabastian Sawe – der erste offizielle Sub-2-Marathonläufer
Faktenbox: Sabastian Sawe
- Nation: Kenia
- Geboren: 1995
- Bestzeit: 1:59:30
- Rekord: aktueller Männer-Weltrekord
- Historischer Moment: erster offizieller Marathon unter 2 Stunden
- Große Siege: Valencia, London, Berlin
Sabastian Sawe hat die Marathon-Geschichte neu geschrieben. Mit 1:59:30 durchbrach er als erster Mensch
die Zwei-Stunden-Grenze in einem offiziellen, rekordfähigen Marathon. Das ist kein Ausstellungsprojekt,
sondern ein regulärer Weltrekord.
Seine Karriere ist noch jünger als die von Kipchoge, Bikila oder Radcliffe. Aber seine Rekordwirkung ist so groß,
dass er in einer modernen All-Time-Liste nicht mehr außerhalb der absoluten Spitzengruppe stehen kann.
3. Abebe Bikila – barfuß zur Unsterblichkeit
Faktenbox: Abebe Bikila
- Nation: Äthiopien
- Lebensdaten: 1932–1973
- Bestzeit: 2:12:11
- Olympia: Gold 1960 und 1964
- Ikonischer Moment: Olympia 1960 in Rom, barfuß
- Bedeutung: erster zweifacher Olympia-Marathonsieger
Abebe Bikila ist der große Mythos des Marathons. Sein barfüßiger Olympiasieg 1960 in Rom gehört zu den
berühmtesten Bildern der Sportgeschichte. Vier Jahre später gewann er erneut Gold.
Bikila lief in einer Ära ohne moderne Schuhtechnologie, datenbasierte Rennplanung oder heutige Trainingssysteme.
Seine Leistungen waren sportlich enorm und historisch bahnbrechend.
4. Paula Radcliffe – die Frau, die den Marathon neu definierte
Faktenbox: Paula Radcliffe
- Nation: Großbritannien
- Geboren: 1973
- Bestzeit: 2:15:25
- WM: Gold 2005
- Große Siege: London, Chicago, New York
- Status: langjährige Weltrekordlerin
Paula Radcliffe lief 2003 eine Zeit, die für viele Jahre fast surreal wirkte. Ihre 2:15:25 veränderten
die Vorstellung davon, was im Frauen-Marathon möglich ist.
Auch ohne olympisches Gold bleibt Radcliffe eine der prägendsten Marathonfiguren überhaupt. Ihre Kombination aus
Rekordwirkung, Major-Siegen und medialer Strahlkraft ist einzigartig.
5. Kelvin Kiptum – der tragische Rekordläufer
Faktenbox: Kelvin Kiptum
- Nation: Kenia
- Lebensdaten: 1999–2024
- Bestzeit: 2:00:35
- Rekordstatus: ehemaliger Weltrekordler
- Große Siege: Valencia, London, Chicago
- Besonderheit: extrem kurzer, aber historischer Peak
Kelvin Kiptum hatte eine der spektakulärsten Kurzkarrieren der Marathon-Geschichte. Er gewann alle seine Marathons
und lief 2023 in Chicago mit 2:00:35 einen Weltrekord, der die Zwei-Stunden-Grenze greifbar machte.
Sein früher Tod verhindert eine größere Karrierebilanz. Trotzdem ist sein sportlicher Peak so gewaltig,
dass er in der aktualisierten Top 10 weit nach vorne rückt.
6. Grete Waitz – die Königin von New York
Faktenbox: Grete Waitz
- Nation: Norwegen
- Lebensdaten: 1953–2011
- Bestzeit: 2:25:29
- WM: Gold 1983
- Olympia: Silber 1984
- Größter Erfolg: 9 Siege beim New York City Marathon
Grete Waitz war eine der wichtigsten Pionierinnen des Frauen-Marathons. Ihre neun Siege beim New York City Marathon
sind eine der beeindruckendsten Serien in der Geschichte des Straßenlaufs.
Sie dominierte eine Zeit, in der der Frauen-Marathon noch um Anerkennung kämpfte, und gab der Disziplin ein Gesicht.
7. Catherine Ndereba – die Königin der Konstanz
Faktenbox: Catherine Ndereba
- Nation: Kenia
- Geboren: 1972
- Bestzeit: 2:18:47
- WM: Gold 2003 und 2007
- Olympia: Silber 2004 und 2008
- Große Siege: Boston und Chicago
Catherine Ndereba war über Jahre eine der zuverlässigsten Marathonläuferinnen der Welt. Sie gewann große Rennen,
holte WM-Gold und stand zweimal bei Olympia auf dem Podium.
Ihre Stärke war nicht nur Tempo, sondern Vielseitigkeit: schnelle Stadtmarathons, harte Meisterschaftsläufe,
konstante Weltklasse.
8. Haile Gebrselassie – vom Bahn-König zum Marathon-Rekordmann
Faktenbox: Haile Gebrselassie
- Nation: Äthiopien
- Geboren: 1973
- Bestzeit: 2:03:59
- Große Siege: 4x Berlin, Dubai
- Status: ehemaliger Weltrekordler
- Meilenstein: erster offizieller Marathon unter 2:04
Haile Gebrselassie war bereits eine Bahn-Legende, bevor er den Marathon prägte. In Berlin lief er 2:03:59
und durchbrach damit als erster offiziell die 2:04-Marke.
Seine Marathon-Karriere war nicht so titellastig wie Kipchoges, aber sein Einfluss auf die Rekordentwicklung
war enorm.
9. Joan Benoit Samuelson – die erste olympische Marathon-Königin
Faktenbox: Joan Benoit Samuelson
- Nation: USA
- Geboren: 1957
- Bestzeit: 2:21:21
- Olympia: Gold 1984
- Große Siege: Boston, Chicago
- Bedeutung: erste Olympiasiegerin im Frauen-Marathon
Joan Benoit Samuelson gewann 1984 in Los Angeles den ersten olympischen Frauen-Marathon. Dieser Sieg war
ein Wendepunkt für die internationale Anerkennung der Disziplin.
Sie war nicht nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort, sondern auch sportlich absolute Weltklasse.
10. Rosa Mota – die Meisterschaftsläuferin schlechthin
Faktenbox: Rosa Mota
- Nation: Portugal
- Geboren: 1958
- Bestzeit: 2:23:29
- Olympia: Gold 1988, Bronze 1984
- WM: Gold 1987
- Große Siege: Chicago, Rotterdam
Rosa Mota war eine der besten Meisterschaftsläuferinnen ihrer Ära. Olympiagold, olympische Bronze und WM-Gold
machen sie historisch außergewöhnlich wertvoll.
Sie war keine reine Rekordjägerin, sondern eine Läuferin für die großen Tage.
Knapp verpasst: Weitere Marathon-Legenden
- Samuel Wanjiru: Olympiasieger 2008, London- und Chicago-Sieger, spektakulärer Peak.
- Khalid Khannouchi: ehemaliger Weltrekordler und erster offizieller Marathonläufer unter 2:06.
- Kenenisa Bekele: überragende Bestzeit und große Siege, aber weniger Marathon-Gesamtwerk als Kipchoge.
- Mary Keitany: eine der stärksten Marathonläuferinnen der modernen Ära.
- Ruth Chepngetich: aktuelle Frauen-Weltrekordlerin mit 2:09:56.
- Tigist Assefa: frühere Weltrekordlerin und Inhaberin der women-only-Bestmarke.
- Tegla Loroupe: Pionierin des kenianischen Frauen-Marathons.
- Meb Keflezighi: Olympiasilber, Boston-Sieger und New-York-Sieger.
Fazit: Wer ist der beste Marathonläufer aller Zeiten?
Sabastian Sawe hat mit seinem offiziellen Sub-2-Weltrekord die Marathon-Geschichte neu geordnet.
Für eine reine Rekord- oder Peak-Liste könnte man ihn bereits auf Platz 1 setzen.
In einer Gesamtkarriere-Liste bleibt Eliud Kipchoge jedoch knapp vorne: zwei Olympiasiege, mehrere Weltrekorde,
viele Major-Siege und jahrelange Dominanz ergeben das vollständigste Marathon-Profil aller Zeiten.
Häufige Fragen zu den besten Marathonläufern aller Zeiten
Wer hält aktuell den Marathon-Weltrekord der Männer?
Sabastian Sawe hält den offiziellen Männer-Weltrekord mit 1:59:30.
Wer ist der beste Marathonläufer aller Zeiten?
Nach Gesamtkarriere bleibt Eliud Kipchoge die Nummer 1. Nach reinem Rekordwert ist Sabastian Sawe der historische Maßstab.
Wer hält aktuell den Marathon-Weltrekord der Frauen?
Ruth Chepngetich hält den Frauen-Weltrekord mit 2:09:56.
Warum steht Sawe nicht auf Platz 1?
Weil diese Liste nicht nur den schnellsten Lauf bewertet, sondern die gesamte Karriere. Sawe hat den größten Einzelrekord, Kipchoge aber das vollständigere Gesamtwerk.
Warum ist Kelvin Kiptum so weit vorne?
Kiptum war ehemaliger Weltrekordler, gewann alle seine Marathons und hatte einen historisch starken Peak. Seine Karriere war jedoch tragisch kurz.







