Die 10 besten Parodien der Filmgeschichte

Die 10 besten Parodien der Filmgeschichte

Welche Filmparodien sind nicht nur lustig, sondern haben das Kino selbst clever auseinandergenommen? Diese Top 10 sortiert die besten Parodien der Filmgeschichte nach Gagdichte, Kultstatus, Originalität, Genreverständnis, Zitierbarkeit und langfristigem Einfluss auf Komödien und Popkultur.

Übersicht

  1. Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug
  2. Die Ritter der Kokosnuss
  3. Frankenstein Junior
  4. This Is Spinal Tap
  5. Die nackte Kanone
  6. Spaceballs
  7. Der wilde wilde Westen
  8. Shaun of the Dead
  9. Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat
  10. Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall
Rang Film Jahr Parodiert Warum besonders?
1 Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug 1980 Katastrophenfilme extreme Gagdichte und Blaupause moderner Spoof-Comedy
2 Die Ritter der Kokosnuss 1975 Artus- und Ritterepen absurder Low-Budget-Humor als eigene Filmsprache
3 Frankenstein Junior 1974 klassische Horrorfilme liebevolle Parodie mit perfekter Schwarzweiß-Ästhetik
4 This Is Spinal Tap 1984 Rock-Dokumentationen Mockumentary-Meilenstein mit Kultzitaten
5 Die nackte Kanone 1988 Polizei- und Krimifilme Leslie Nielsen, Slapstick und trockene Absurdität
6 Spaceballs 1987 Star Wars und Science-Fiction Mel-Brooks-Satire auf Weltraumopern und Merchandising
7 Der wilde wilde Westen 1974 Western radikale Genrezerlegung und gesellschaftliche Satire
8 Shaun of the Dead 2004 Zombiefilme Rom-Zom-Com mit Herz, Timing und Genrekenntnis
9 Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat 1997 James-Bond- und Spionagefilme Figurenkomik, Catchphrases und grelle Agentenparodie
10 Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall 1999 Star-Trek-Fandom und Weltraumserien liebevolle Fan- und Sci-Fi-Parodie mit echter Abenteuerhandlung

Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug

Rang: 1

„Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ steht auf Platz 1, weil der Film die moderne Filmparodie fast lehrbuchartig definiert hat. Jim Abrahams, David Zucker und Jerry Zucker nahmen die ernsten Katastrophenfilme der 1970er-Jahre, besonders Flugzeugdramen, und behandelten ihre melodramatischen Situationen mit absolut todernstem Gesicht. Genau daraus entsteht der besondere Humor: Die Figuren spielen, als ginge es um Leben und Tod, während um sie herum Wortspiele, Sichtgags, absurde Nebenhandlungen und völlig unerwartete Pointen explodieren. Der Film parodiert nicht nur ein Genre, sondern eine ganze Erzählhaltung. Katastrophenfilme lebten von Panik, Opferbereitschaft, technischen Problemen und heldenhafter Rettung; „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ übernimmt diese Struktur und stopft jede Szene mit Unsinn voll. Der große Kunstgriff liegt im Tempo. Viele Komödien warten auf ihre Pointen, aber dieser Film feuert sie so schnell ab, dass schwächere Gags sofort von stärkeren überholt werden. Leslie Nielsen wurde durch seine trockene Ernsthaftigkeit zur Comedy-Ikone, obwohl gerade seine Nicht-Komik den Witz verstärkt. Auch die Sprache des Films blieb hängen: absurde Wiederholungen, Missverständnisse und bewusst dumme Antworten wurden zu Zitaten. Platz 1 ist deshalb verdient, weil der Film mehr als eine erfolgreiche Parodie war. Er wurde zum Modell dafür, wie man ein Genre mit maximaler Präzision zerlegt, ohne die Form völlig aufzugeben.

  • Der Film parodiert vor allem Katastrophen- und Flugzeugfilme der 1970er-Jahre.
  • Leslie Nielsens ernste Spielweise wurde zum Markenzeichen späterer Spoof-Komödien.
  • Die hohe Gagdichte machte den Film zu einem Maßstab für moderne Filmparodien.
Regie
Jim Abrahams, David Zucker und Jerry Zucker
Jahr
1980
Quelle
Britannica

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Die Ritter der Kokosnuss

Rang: 2

„Die Ritter der Kokosnuss“ ist eine der besten Parodien der Filmgeschichte, weil der Film nicht nur Ritterepen verspottet, sondern die Logik filmischer Heldenreisen selbst sprengt. Statt prunkvoller Schlachten, edler Pferde und heroischer Dialoge gibt es Kokosnussschalen als Hufgeräusche, kleinliche Diskussionen über politische Legitimität, absurde Monster und eine Erzählung, die ständig ihre eigene Würde sabotiert. Gerade der geringe Etat wurde zur Stärke. Monty Python macht aus dem Mangel ein Stilmittel und lässt die Welt des Artus-Mythos wie eine schlecht organisierte Theaterprobe erscheinen, die gleichzeitig brillante Ideen produziert. Der Humor funktioniert, weil er mehrere Ebenen verbindet: historischer Unsinn, Sprachlogik, Medienbruch, Slapstick, philosophische Albernheit und britische Trockenheit. Der Film parodiert nicht nur mittelalterliche Abenteuer, sondern auch die Vorstellung, dass große Mythen automatisch groß inszeniert werden müssen. König Arthur ist hier kein unfehlbarer Held, sondern ein Mann, der ständig gegen Bürokratie, Missverständnisse und vollkommen unkooperative Nebenfiguren kämpft. Besonders stark ist die Zitierbarkeit: Der Schwarze Ritter, die Ritter, die „Ni“ sagen, die Heilige Handgranate und die Kokosnüsse sind längst Teil der Popkultur geworden. Platz 2 erhält der Film, weil er zeigt, dass Parodie nicht nur Nachahmung mit Witzen sein muss. Sie kann eine eigene komische Welt bauen, in der jedes Genreklischee auseinanderfällt und trotzdem ein unverwechselbares Abenteuergefühl entsteht. Kaum eine Komödie war gleichzeitig so billig, so klug und so nachhaltig einflussreich.

  • Der Film parodiert Artus-Legenden, Ritterfilme und heroische Quest-Erzählungen.
  • Der Low-Budget-Charakter wurde bewusst in den Humor integriert.
  • Viele Szenen und Dialoge gehören zu den meistzitierten Momenten britischer Filmkomödie.
Regie
Terry Gilliam und Terry Jones
Jahr
1975
Quelle
Britannica

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Frankenstein Junior

Rang: 3

„Frankenstein Junior“ ist eine außergewöhnliche Parodie, weil Mel Brooks hier nicht einfach ein Genre verspottet, sondern es mit sichtbarer Liebe rekonstruiert. Der Film nimmt die klassischen Frankenstein- und Universal-Horrorfilme der 1930er-Jahre als Vorbild und imitiert ihre Schwarzweiß-Ästhetik, Studiokulissen, dramatischen Schatten, Laborgeräte und melodramatische Stimmung so sorgfältig, dass er auch als Hommage funktioniert. Genau darin liegt seine Größe. Viele Parodien stellen ihr Ausgangsmaterial bloß; „Frankenstein Junior“ zeigt, warum das Original überhaupt faszinierte. Gene Wilder spielt Frederick Frankenstein als seriösen Wissenschaftler, der verzweifelt versucht, dem Familienerbe zu entkommen, nur um immer tiefer in dessen absurden Bann zu geraten. Marty Feldman als Igor, Peter Boyle als Kreatur und Madeline Kahn sorgen dafür, dass der Film zwischen Eleganz und kompletter Albernheit pendelt. Der Humor entsteht oft aus kleinen Verschiebungen: ein überdramatischer Blick, ein falsch ausgesprochener Name, ein Laborunfall, ein musikalischer Moment, der plötzlich völlig aus dem Ruder läuft. Besonders stark ist, dass die Parodie technisch hochwertig bleibt. Kamera, Ausstattung und Rhythmus nehmen das Genre ernst, während die Figuren es zerlegen. Dadurch wirkt „Frankenstein Junior“ auch Jahrzehnte später nicht wie eine Sammlung veralteter Gags, sondern wie eine eigenständige Filmkomödie. Platz 3 erhält er, weil er die vielleicht eleganteste Form der Parodie zeigt: Man lacht über ein Genre, während man seine Schönheit neu erkennt. Diese Balance aus Respekt und Unsinn ist selten perfekt gelungen.

  • Der Film wurde bewusst in Schwarzweiß gedreht, um klassische Horrorästhetik nachzuahmen.
  • Gene Wilder schrieb gemeinsam mit Mel Brooks am Drehbuch mit.
  • Die Parodie funktioniert zugleich als liebevolle Hommage an frühe Frankenstein-Filme.
Regie
Mel Brooks
Jahr
1974
Quelle
Britannica

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This Is Spinal Tap

Rang: 4

„This Is Spinal Tap“ steht auf Platz 4, weil der Film die Mockumentary als komödiantische Form entscheidend geprägt hat. Rob Reiners Satire begleitet eine fiktive britische Hard-Rock-Band auf Tour und tut so, als handle es sich um eine echte Musikdokumentation. Gerade diese scheinbare Echtheit macht den Humor so stark. Die Mitglieder von Spinal Tap wirken nicht wie einfache Witzfiguren, sondern wie Menschen, die ihre eigene Lächerlichkeit nicht bemerken. Sie reden ernst über Albumcover, Bühnenrequisiten, Bandkrisen und künstlerische Tiefe, während der Film ihre Eitelkeit, Unsicherheit und Orientierungslosigkeit gnadenlos offenlegt. Die Parodie zielt nicht nur auf Rockstars, sondern auf die gesamte Kultur der Musikdokumentation: bedeutungsschwere Interviews, Backstage-Dramen, technische Katastrophen, Tourmüdigkeit und das große Pathos mittelmäßiger Kunst. Der berühmte Verstärker, der „bis 11“ geht, wurde zu einem der langlebigsten Gags der Popkultur, weil er perfekt zusammenfasst, wie männliche Größenfantasien und technische Ahnungslosigkeit zusammenstoßen. Besonders clever ist, dass die Musik von Spinal Tap gleichzeitig albern und erstaunlich glaubwürdig klingt. Man lacht über die Band, aber man glaubt, dass sie existieren könnte. Diese Balance machte den Film so einflussreich für spätere Mockumentaries im Fernsehen und Kino. Platz 4 ist verdient, weil „This Is Spinal Tap“ nicht nur ein Genre parodierte, sondern eine dokumentarische Erzählform als Komödienwerkzeug etablierte. Die beste Parodie entsteht hier aus Beobachtung, Improvisation und schmerzhaft genauer Nähe zur Wirklichkeit.

  • Der Film gilt als Meilenstein der Mockumentary-Komödie.
  • Spinal Tap wurde als fiktive Band so glaubwürdig, dass sie später real auftrat.
  • Der „bis 11“-Gag wurde zu einem dauerhaften Popkultur-Symbol für Übertreibung.
Regie
Rob Reiner
Jahr
1984
Quelle
Britannica

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Die nackte Kanone

Rang: 5

„Die nackte Kanone“ ist eine der reinsten Formen der Filmparodie, weil er praktisch jede Sekunde für einen Witz nutzt. Der Film nimmt Polizeithriller, Krimis, Verschwörungsgeschichten und Actiondramen als Ausgangspunkt, aber sein eigentlicher Motor ist Frank Drebin. Leslie Nielsen spielt ihn mit so unbeirrbarer Ernsthaftigkeit, dass die absurden Situationen noch komischer werden. Drebin ist nicht einfach dumm; er bewegt sich durch eine Welt, in der Sprache, Logik und Ursache ständig gegen ihn arbeiten. Ein normales Gespräch kann in Missverständnisse kippen, ein Hintergrunddetail kann zur Pointe werden, und eine scheinbar dramatische Szene wird durch eine kleine visuelle Abweichung zerstört. Diese Art Humor verlangt Präzision. Wenn alle Figuren wissen würden, dass sie in einer Komödie sind, würde der Film zusammenbrechen. Stattdessen spielt „Die nackte Kanone“ seine Absurdität wie ein seriöses Polizeidrama. Genau dadurch wird er so effektiv. Die Parodie funktioniert außerdem, weil sie das Genre nicht nur äußerlich imitiert, sondern seine Routinen kennt: Ermittlungen, politische Bedrohungen, Verfolgungen, Undercover-Momente und große Finale werden alle durch den Fleischwolf gedreht. Platz 5 erhält der Film, weil er die Tradition von „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ weiterentwickelte und in eine langlebige Figur überführte. Frank Drebin wurde zu einem der großen Comedy-Charaktere des Kinos. „Die nackte Kanone“ ist nicht subtil, aber seine Konsequenz ist meisterhaft. Er beweist, dass perfekte Albernheit sehr viel Handwerk braucht.

  • Der Film basiert auf der kurzlebigen Serie „Police Squad!“.
  • Leslie Nielsen verkörpert Frank Drebin mit bewusst trockener Ernsthaftigkeit.
  • Die Komödie parodiert Polizeifilme, Krimis und Actionthriller mit hoher Gagdichte.
Regie
David Zucker
Jahr
1988
Quelle
AFI Catalog

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Spaceballs

Rang: 6

„Spaceballs“ ist Mel Brooks’ große Science-Fiction-Parodie und vor allem als liebevoller Angriff auf „Star Wars“ berühmt. Der Film nimmt nahezu alles aufs Korn, was Weltraumopern ausmacht: heroische Auserwählte, dunkle Helme, Prinzessinnen, Wüstenplaneten, Laserwaffen, sprechende Begleiter, pathetische Musik und das gewaltige Geschäft mit Fanartikeln. Gerade der Merchandising-Humor ist besonders vorausschauend. Brooks erkennt, dass moderne Blockbuster nicht nur Filme sind, sondern Marken, Spielzeug, Lunchboxen und Fortsetzungen. „Spaceballs“ macht daraus eine der wichtigsten Pointen des Films. Dark Helmet ist ein perfektes Beispiel für Brooks’ Methode: Die Figur wirkt äußerlich wie ein finsterer Weltraumtyrann, ist aber innerlich kindisch, gekränkt und lächerlich. Dadurch wird die Bedrohung gleichzeitig erkennbar und entzaubert. Der Film lebt von Wortspielen, Kostümgags, direkter Publikumsansprache und der Bereitschaft, die eigene Filmform zu zerstören. Besonders komisch ist, dass „Spaceballs“ Science-Fiction nicht ablehnt, sondern ihre Bilder liebt. Die Raumschiffe, Uniformen und Abenteuerstrukturen sind klar genug gebaut, damit die Parodie funktioniert. Platz 6 erhält der Film, weil er für viele Zuschauer die zugänglichste und populärste Sci-Fi-Parodie blieb. Er ist weniger elegant als „Frankenstein Junior“ und nicht so präzise wie „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“, aber er besitzt eine enorme Zitierkraft. „Spaceballs“ zeigt, wie man einen Blockbuster-Mythos zerlegt, ohne die Freude am Weltraumabenteuer zu verlieren.

  • „Spaceballs“ parodiert vor allem „Star Wars“ und andere Science-Fiction-Blockbuster.
  • Der Film verspottet früh und deutlich das Merchandising großer Filmreihen.
  • Dark Helmet wurde zu einer der bekanntesten Figuren aus Mel Brooks’ Spätwerk.
Regie
Mel Brooks
Jahr
1987
Quelle
Britannica

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Der wilde wilde Westen

Rang: 7

„Der wilde wilde Westen“ ist eine der mutigsten Filmparodien, weil Mel Brooks den Western nicht nur als Genre, sondern als amerikanischen Mythos angreift. Klassische Western erzählen oft von Ordnung, Grenze, Heldenmut und Zivilisation. Brooks dreht diese Ideen um und zeigt eine Welt voller Gier, Rassismus, Dummheit, Showgeschäft und politischer Manipulation. Der schwarze Sheriff Bart wird in eine Stadt geschickt, deren Bewohner ihn wegen ihrer Vorurteile ablehnen sollen. Aus dieser Ausgangslage entsteht eine Satire, die bewusst unbequem ist, weil sie nicht nur Westernklischees verspottet, sondern die rassistischen Grundlagen vieler alter Erzählungen offenlegt. Gleichzeitig ist der Film vollkommen anarchisch. Er bricht die vierte Wand, mischt historische Ebenen, sprengt Studiogrenzen und verwandelt das Finale in ein Chaos, das den Western buchstäblich aus seiner eigenen Kulisse herausreißt. Gene Wilder als Waco Kid bringt eine überraschende Ruhe in diesen Wahnsinn, während Cleavon Little als Bart Würde, Intelligenz und komödiantische Präzision verbindet. Platz 7 erhält „Der wilde wilde Westen“, weil er eine Parodie ist, die mehr riskiert als bloße Genre-Witze. Der Film ist grob, laut und aus heutiger Sicht in vielen Momenten diskutabel, aber sein Ziel ist klar: Er nutzt Unverschämtheit, um Heuchelei und Vorurteile zu entlarven. Als Westernparodie bleibt er einzigartig, weil er nicht nur Pferde, Saloons und Duelle verspottet, sondern die kulturelle Selbstinszenierung dahinter.

  • Der Film parodiert Westernklischees und greift zugleich amerikanische Mythen an.
  • Richard Pryor arbeitete am Drehbuch mit.
  • Das Finale bricht radikal mit der Illusion des klassischen Filmwesterns.
Regie
Mel Brooks
Jahr
1974
Quelle
Britannica

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Shaun of the Dead

Rang: 8

„Shaun of the Dead“ ist eine der besten modernen Genreparodien, weil der Film Zombihorror nicht bloß auslacht, sondern wirklich versteht. Edgar Wright und Simon Pegg nennen den Film gern eine „Rom-Zom-Com“, und genau diese Mischung macht ihn so stark. Auf der Oberfläche geht es um eine Zombieapokalypse in London, doch im Kern erzählt der Film von einem Mann, der sein Leben nicht in den Griff bekommt. Shaun ist träge, konfliktscheu und emotional festgefahren; die Untoten um ihn herum sind deshalb auch eine perfekte Metapher für Alltagstrott. Die Parodie funktioniert, weil Wright die Regeln des Zombiefilms kennt: langsame Bedrohung, verbarrikadierte Räume, Gruppenpanik, moralische Entscheidungen und blutige Eskalation. Gleichzeitig setzt er diese Regeln mit britischem Alltagskomik-Timing um. Der Gang zum Laden, die Kneipe als Zufluchtsort und die völlig falsche Prioritätensetzung der Figuren machen den Film komisch, ohne die Gefahr völlig zu entwerten. Besonders brillant ist die Struktur: Viele frühe Gags kehren später als ernste oder halb ernste Situationen zurück. Dadurch wirkt „Shaun of the Dead“ sehr präzise gebaut. Platz 8 erhält der Film, weil er zeigt, dass Parodie im 21. Jahrhundert nicht zwingend aus zusammenhanglosen Gags bestehen muss. Sie kann Charaktere, Emotionen und echtes Genrehandwerk verbinden. Der Film ist lustig, blutig, traurig und herzlich zugleich. Genau deshalb wurde er zum modernen Klassiker der Horror-Komödie.

  • Der Film verbindet romantische Komödie, Zombihorror und britische Alltagskomik.
  • Edgar Wrights Regie nutzt präzises Foreshadowing und visuelle Wiederholungen.
  • „Shaun of the Dead“ gilt als Startpunkt der sogenannten Cornetto-Trilogie.
Regie
Edgar Wright
Jahr
2004
Quelle
British Film Institute

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Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat

Rang: 9

„Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat“ ist eine der prägendsten Parodien der 1990er-Jahre, weil der Film die James-Bond-Formel mit Swinging-Sixties-Nostalgie, sexueller Albernheit und Figurenkomik vermischt. Mike Myers spielt Austin Powers nicht als glatten Agenten, sondern als vollkommen aus der Zeit gefallenen Narzissten mit schlechten Zähnen, grellen Anzügen und erstaunlichem Selbstbewusstsein. Gerade dieser Anachronismus ist der Kern des Films. Austin erwacht in einer Welt, die seine 1960er-Jahre-Flirtlogik, Mode und Coolness nicht mehr automatisch akzeptiert. Dadurch parodiert der Film nicht nur Bond-Schurken, Gadgets und Agentenrituale, sondern auch veraltete Männlichkeitsbilder. Gleichzeitig ist Dr. Evil fast ebenso wichtig wie Austin selbst. Die Figur nimmt klassische Superschurkenposen auf und macht sie kleinlich, familiär und bürokratisch. Sein Wunsch nach Weltherrschaft wirkt weniger gefährlich als peinlich organisiert. Der Humor des Films lebt stark von Catchphrases, Kostümen, Körperkomik und der Lust an überdrehten Figuren. Platz 9 erhält „Austin Powers“, weil er das Parodiekino der späten 1990er stark prägte und eine eigene Popkultur-Sprache erzeugte. Viele Gags wurden zu Zitaten, viele Bilder sofort erkennbar. Der Film ist nicht so formal perfekt wie „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ und nicht so elegant wie „Frankenstein Junior“, aber er traf einen Nerv: Er machte aus der Bond-Parodie eine bunte, schrille und sehr erfolgreiche Comedy-Marke. Dabei funktionierte er am besten, wenn er Spionagekino und Zeitgeist gleichzeitig verspottete.

  • Mike Myers spielt sowohl Austin Powers als auch Dr. Evil.
  • Der Film parodiert James-Bond-Filme, Agentenklischees und 1960er-Jahre-Popkultur.
  • Viele Catchphrases und Figuren wurden zu festen Bestandteilen der 1990er-Popkultur.
Regie
Jay Roach
Jahr
1997
Quelle
AFI Catalog

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Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall

Rang: 10

„Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall“ rundet die Liste ab, weil der Film eine seltene Balance aus Parodie, Fanliebe und echtem Abenteuer erreicht. Auf den ersten Blick ist er eine Satire auf „Star Trek“, Science-Fiction-Serien, Conventions, Schauspieler-Eitelkeit und die eigenwillige Beziehung zwischen Fans und Kultformaten. Eine Gruppe ehemaliger Serien-Darsteller lebt vom Ruhm einer alten Weltraumshow, bis echte Außerirdische ihre Fernsehfolgen für historische Dokumente halten und sie um Hilfe bitten. Diese Prämisse ist brillant, weil sie Fanlogik wörtlich nimmt. Was für Menschen Fiktion ist, wird für eine fremde Spezies zur Anleitung für Hoffnung, Moral und Technik. Der Film lacht über Sci-Fi-Konventionen, aber niemals gehässig über Fans. Genau das unterscheidet ihn von vielen schwächeren Parodien. Die Figuren beginnen als abgehalfterte Darsteller, wachsen aber in die Rollen hinein, die sie früher nur gespielt haben. Dadurch bekommt die Komödie eine überraschend emotionale Dimension. Alan Rickman, Sigourney Weaver, Tim Allen und der restliche Cast spielen die Spannung zwischen Peinlichkeit und echter Heldwerdung sehr präzise. Platz 10 erhält „Galaxy Quest“, weil er besonders zeigt, wie Parodie auch Wertschätzung sein kann. Der Film versteht Raumschiff-Serien, Technobabble, Kulissenlogik und Fanrituale so gut, dass er sie gleichzeitig verspotten und feiern kann. Am Ende bleibt nicht nur eine Komödie, sondern fast ein echter Science-Fiction-Film. Genau diese doppelte Wirkung macht ihn dauerhaft beliebt.

  • „Galaxy Quest“ parodiert Weltraumserien, Fankultur und Schauspielerkarrieren nach Kultrollen.
  • Der Film verbindet Satire mit einer tatsächlich funktionierenden Science-Fiction-Abenteuerhandlung.
  • Seine liebevolle Haltung gegenüber Fans unterscheidet ihn von vielen reinen Spottparodien.
Regie
Dean Parisot
Jahr
1999
Quelle
AFI Catalog

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