Die 10 größten Außenseiter-Siege aller Zeiten

Die 10 größten Außenseiter-Siege aller Zeiten

Wie entstehen eigentlich die größten Außenseiter-Sensationen im Sport? Ist es Glück, Schicksal oder das Resultat perfekter taktischer Vorbereitung gegen vermeintlich übermächtige Gegner? In dieser Liste betrachten wir die zehn größten Außenseiter-Siege aller Zeiten – unabhängig von der Sportart, aber strikt sortiert nach der Experteneinschätzung der Erfolgschance vor dem Ereignis.

Die Auswahl umfasst ikonische Momente wie den Boxschock von 1990, historische Team-Sensationen, Überraschungsmeisterschaften und magische Triumphzüge einzelner Athleten, die niemand auf der Rechnung hatte – und die die Sportwelt für immer verändert haben.

Übersicht

  1. Leicester City gewinnt die Premier League (2016)
  2. Buster Douglas schlägt Mike Tyson (1990)
  3. Miracle on Ice – USA vs. UdSSR (1980)
  4. Griechenland gewinnt EM 2004
  5. Emma Raducanu gewinnt die US Open (2021)
  6. Japan schlägt Südafrika – Rugby-WM 2015
  7. Boris Becker gewinnt Wimbledon mit 17 (1985)
  8. Villanova schlägt Georgetown – NCAA 1985
  9. Senegal schlägt Frankreich – WM 2002
  10. Goran Ivanišević gewinnt Wimbledon als Wildcard (2001)

Hinweis: Auf Smartphones kannst du die Tabelle seitlich wischen, um alle Spalten zu sehen.

Rang Ereignis Sportart Jahr Außenseiterstatus laut Experten Schätzbare Erfolgschance Wettquote (falls dokumentiert) Bedeutung
1 Leicester City – Premier-League-Sieg Fußball 2016 extrem gering ~0,02 % 5.000:1 größte Sensation der Ligageschichte
2 Buster Douglas besiegt Mike Tyson Boxen 1990 praktisch ausgeschlossen 0,5–1 % 42:1 schockte die gesamte Boxwelt
3 USA schlägt UdSSR („Miracle on Ice“) Eishockey 1980 weltweit als unmöglich angesehen 1–2 % sportpolitisches Symbol
4 Griechenland gewinnt EM 2004 Fußball 2004 minimalste Chancen 1–3 % 80–150:1 unwahrscheinlichster EM-Triumph
5 Emma Raducanu gewinnt US Open Tennis 2021 als praktisch aussichtslos bewertet <1 % 80–100:1 erste Qualifierin mit Grand-Slam-Titel
6 Japan schlägt Südafrika – Rugby-WM Rugby 2015 massiver Außenseiter 2–3 % nicht einheitlich dokumentiert größter Rugby-Schock der Moderne
7 Boris Becker gewinnt Wimbledon Tennis 1985 gering 3–5 % unbekannt jüngster Champion der Turniergeschichte
8 Villanova schlägt Georgetown Basketball 1985 extrem gering 2–4 % legendäres NCAA-Finale
9 Senegal schlägt Frankreich Fußball 2002 sehr gering 5–10 % WM-Eröffnungssensation
10 Goran Ivanišević gewinnt Wimbledon Tennis 2001 sehr gering 5–7 % 125:1 einziger Wildcard-Sieger

Leicester City gewinnt die Premier League (2016)

Rang: 1

Die wohl größte Außenseiter-Sensation der Sportgeschichte ereignete sich in der Saison 2015/16 der englischen Premier League. Leicester City war ein Verein, der im Vorjahr fast abgestiegen wäre, kaum finanzielle Mittel im Vergleich zur Konkurrenz besaß und bei Saisonbeginn von praktisch allen Experten als Abstiegskandidat gehandelt wurde. Fachzeitschriften beschrieben die Mannschaft als „limitiert“, Analysten sahen keine taktische Struktur, die gegen Großklubs bestehen könnte, und führende Buchmacher notierten eine Quote von 5.000:1 für den Meistertitel – eine Quote, die sonst nur für UFO-Sichtungen oder Loch-Ness-Monster-Wetten vergeben wurde.

Doch Leicester nutzte eine perfekte Mischung aus Geschwindigkeit, Kompaktheit, Teamgeist und einem erstaunlich stabilen Kader: Jamie Vardy erzielte in elf Spielen in Folge ein Tor, Riyad Mahrez wurde zu einem der besten Dribbler Europas, und N’Golo Kanté kontrollierte die zentralen Räume mit einer spielerischen Dominanz, die später bei Topklubs bestätigt wurde. Entscheidend war jedoch die mentale Komponente: Während Großvereine durch englische und internationale Wettbewerbe belastet waren, spielte Leicester mit einer unbeirrbaren Klarheit von Spiel zu Spiel. Experten sahen den Erfolg bis weit nach Weihnachten als „Ausreißer“, doch Leicester brach nicht ein. Stattdessen gewann das Team gegen Manchester City, Tottenham und Chelsea – Gegner, gegen die sie laut Einschätzung der Fachwelt kaum Chancen hatten.

Der Titelgewinn wurde weltweit als „statistische Unmöglichkeit“ beschrieben. Niemals zuvor hatte ein Verein mit so geringem Budget und so niedrigen Erwartungswerten eine Topliga dominiert. Leicester City 2016 ist damit nicht nur ein sportliches Wunder, sondern auch ein gesellschaftliches Symbol für die Macht kollektiven Zusammenhalts und strategischer Klarheit.

  • Meisterquote: 5.000:1 – eine der höchsten jemals vergebenen Quoten im Profisport.
  • Saisonbudget lag nur bei etwa 20–25 % der Top-6-Vereine.
  • Erwartete Meisterchance nach gängigen Modellen: ca. 0,02 %.
Wettbewerb
Premier League 2015/16
Trainer
Claudio Ranieri
Schlüsselspieler
Jamie Vardy, Riyad Mahrez, N’Golo Kanté
Interpretierte Erfolgschance
~0,02 %
Quelle
Premier League – Saisonrückblick 2015/16

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Buster Douglas schlägt Mike Tyson (1990)

Rang: 2

Der Boxkampf zwischen James „Buster“ Douglas und Mike Tyson am 11. Februar 1990 gilt als die größte Überraschung der Boxgeschichte. Tyson war ungeschlagen, der unangefochtene Schwergewichts-Weltmeister und galt als nahezu unverwundbar. Experten beschrieben Tyson als „Maschine“, „Naturgewalt“ oder „den furchterregendsten Athleten der Welt“. Douglas hingegen galt als talentiert, aber inkonstant; viele Beobachter hielten ihn für mental nicht stabil genug, um gegen Tyson zu bestehen.

Schon die Vorberichte machten deutlich, wie einseitig die Ausgangslage war: Tyson trainierte unkonzentriert, galt als unvorbereitet – doch selbst diese Schwächen führten kaum dazu, dass Experten Douglas eine echte Chance einräumten. Als Douglas in der neunten Runde Tyson dominierte, hielten Kommentatoren das zunächst für eine vorübergehende Phase. Doch Douglas nutzte seine jab-orientierte Taktik perfekt, blieb ruhig und präzise und warf Tyson in Runde 10 zu Boden – ein Moment, der weltweit als Schockwelle durch die Sportwelt ging.

Der Sieg veränderte nicht nur Douglas’ Karriere, sondern auch die Wahrnehmung von Dominanz im Boxsport. Es war ein Lehrstück darüber, dass selbst scheinbar unbesiegbare Athleten verwundbar sind, wenn Vorbereitung, Fokus und Respekt fehlen. Für viele Fans markiert dieser Abend den Moment, in dem das Schwergewicht wieder als vollkommen unberechenbar galt.

  • Tyson galt als nahezu unbesiegbar und wurde von Experten als 99-%-Favorit eingestuft.
  • Douglas hatte zuvor mehrere Kämpfe verloren oder nur knapp gewonnen.
  • Die 42:1-Wettquote gehört bis heute zu den extremsten dokumentierten Boxquoten.
Wettbewerb
Weltmeisterschaft im Schwergewicht (WBA/WBC/IBF)
Kampfort
Tokyo Dome, Tokio (Japan)
Interpretierte Erfolgschance
~0,5–1 %
Quelle
Wikipedia – Mike Tyson vs. Buster Douglas

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Miracle on Ice – USA vs. UdSSR (1980)

Rang: 3

Als eine Gruppe amerikanischer College-Spieler bei den Olympischen Winterspielen 1980 auf die sowjetische Übermannschaft traf, sah die gesamte Eishockeywelt ein unausgeglichenes Duell. Die UdSSR hatte fünf der letzten sechs Olympiaturniere gewonnen, dominierte Weltmeisterschaften und galt als taktisch, physisch und spielerisch nahezu perfekt. Die USA dagegen bestanden aus jungen Amateurspielern, die im Vorfeld sogar Testspiele gegen europäische Teams verloren hatten.

Experten beschrieben die UdSSR als „unsportlich stark“ und „das beste Team der Weltgeschichte“. Niemand hielt es für möglich, dass die USA gewinnen könnten. Doch das Spiel nahm eine fast mythische Wendung: Die Amerikaner spielten nicht nur defensiv clever, sondern fanden offensiv immer wieder überraschende Lücken. Als Mike Eruzione im letzten Drittel das 4:3 erzielte, explodierte die Arena in Lake Placid – und Kommentator Al Michaels sprach seinen berühmten Satz: „Do you believe in miracles?“.

Der Sieg hatte weitreichende politische Bedeutung: Er fiel mitten in die Phase des Kalten Krieges und wurde in den USA als Symbol für Mut, Wille und nationale Einheit gedeutet. Sportlich ist es vielleicht das größte Team-Wunder der Moderne – ein Spiel, das bis heute als Lehrstück dafür dient, dass im Sport keine Partie wirklich entschieden ist, bevor die letzte Sekunde abläuft.

  • Die UdSSR galt als klarer Topfavorit und Serien-Olympiasieger.
  • Die USA spielten mit einem Kader aus College-Amateuren.
  • Der Sieg wird häufig als größter Moment der US-Sportgeschichte bezeichnet.
Wettbewerb
Olympische Winterspiele 1980, Herren-Eishockey
Spielort
Lake Placid, USA
Endstand
4:3 für die USA
Interpretierte Erfolgschance
~1–2 %
Quelle
History.com – Miracle on Ice

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Griechenland gewinnt EM 2004

Rang: 4

Der Sieg Griechenlands bei der Fußball-Europameisterschaft 2004 gilt als eines der größten Mannschaftswunder der Sportgeschichte. Vor dem Turnier sahen Experten die Griechen als eines der schwächsten Teams des Feldes – manche Ranglisten sortierten sie auf Platz 16 von 16 Teilnehmern. Die Mannschaft hatte weder internationale Stars noch große Turniererfahrung. Zudem hatten die Griechen in ihrer EM-Geschichte zuvor nur ein einziges Spiel gewonnen. Der deutsche Trainer Otto Rehhagel formte jedoch ein Team, das taktische Disziplin, Mut und unglaublichen Einsatzwillen vereinte. Statt Ballbesitz oder Offensivfeuerwerk setzte er auf ein perfektes Defensivkonzept und schnelle Umschaltmomente.

Schon das Auftaktspiel gegen Gastgeber Portugal schockte die Fußballwelt: Griechenland gewann mit 2:1 – eine Überraschung, die aber von vielen noch als „Zufall“ angesehen wurde. Doch der Außenseiter eliminierte im Verlauf des Turniers den Titelverteidiger Frankreich, das formstärkste Team Tschechien und im Finale erneut Portugal. Der entscheidende Kopfball von Angelos Charisteas im Endspiel ist bis heute ein ikonischer Moment. Experten beschrieben Griechenland im Rückblick als „vollkommen systematisch unterschätzt“ – ein Team, das aus minimalen Mitteln maximalen Erfolg erzielte und den Begriff „organisierte Defensivarbeit“ neu definierte.

Der Triumph löste eine Debatte über Taktik, kollektive Stärke und mentale Disziplin aus. Nie zuvor hatte ein Team mit einer so geringen eingeschätzten Wahrscheinlichkeit ein großes Nationalmannschaftsturnier gewonnen – und es ist bis heute das wohl größte EM-Märchen.

  • Vor dem Turnier sortierten viele Experten Griechenland ans Tabellenende der Favoritenlisten.
  • Die EM-Quote lag je nach Anbieter zwischen 80:1 und 150:1.
  • Im K.-o.-Turnier schlug Griechenland ausschließlich Gruppensieger.
Wettbewerb
UEFA Europameisterschaft 2004
Trainer
Otto Rehhagel
Schlüsselspieler
Angelos Charisteas, Traianos Dellas, Theodoros Zagorakis
Interpretierte Erfolgschance
1–3 %
Quelle
UEFA – Greece is the word (EURO 2004)

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Emma Raducanu gewinnt die US Open (2021)

Rang: 5

Der Triumph von Emma Raducanu bei den US Open 2021 gehört zu den außergewöhnlichsten Einzel-Leistungen der modernen Sportgeschichte. Als 18-jährige Qualifikantin reiste sie nach New York, ohne zuvor ein WTA-Turnier gewonnen oder ein Grand-Slam-Hauptfeld vollständig bestritten zu haben. Experten stuften sie vor dem Turnier als „Talent mit Potenzial“ ein, aber ohne realistische Chancen, die zweite Woche zu erreichen. Raducanu hatte zudem die Wimbledon-Saison zuvor wegen Atemproblemen vorzeitig abbrechen müssen, weshalb die Erwartungen minimal waren.

Dann begann ein märchenhafter Lauf: Raducanu gewann nicht nur jedes ihrer zehn Matches – drei in der Qualifikation, sieben im Hauptturnier –, sondern tat dies ohne einen einzigen Satzverlust. Analysten beschrieben ihr Spiel als „unerschütterlich ruhig“, „technisch makellos“ und „überraschend reif“. Im Finale besiegte sie Leylah Fernandez in zwei Sätzen. Noch am selben Abend wurde sie global bekannt; Medien weltweit sprachen vom „Tennis-Märchen des Jahrzehnts“ und vom „perfekten Lauf durch ein Grand-Slam-Turnier“.

Dass eine ungesetzte Qualifikantin ein Grand-Slam-Turnier gewinnt, war in der Open Era beispiellos. Die vor Turnierbeginn geschätzte Erfolgschance lag laut meisten Expertenmodellen bei deutlich unter 1 %. Ihr Triumph gilt als Paradebeispiel für die Unberechenbarkeit des Sports, in dem mentale Stärke, Tagesform und Turnierdynamiken selbst statistisch unwahrscheinliche Erfolge möglich machen.

  • Erste Qualifikantin der Geschichte, die ein Grand-Slam-Turnier gewinnt.
  • Gewann alle 10 Spiele ohne Satzverlust.
  • Experten schätzten ihre Titelchance vor Turnierbeginn auf unter 1 %.
Wettbewerb
US Open 2021 – Dameneinzel
Finalgegnerin
Leylah Fernandez
Turnierbilanz
10 Siege, 0 Satzverluste (inkl. Qualifikation)
Interpretierte Erfolgschance
<1 %
Quelle
Wikipedia – 2021 US Open Women’s Singles

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Japan schlägt Südafrika – Rugby-WM (2015)

Rang: 6

Bei der Rugby-Weltmeisterschaft 2015 geschah eines der größten Sensationsspiele des gesamten Weltsports. Japan – seit Jahrzehnten ein Außenseiter im internationalen Rugby – traf auf die südafrikanischen Springboks, zweifache Weltmeister und eines der physisch stärksten Teams der Geschichte. Experten sahen Japan als chancenlos: zu leicht, zu unerfahren, zu wenig internationale Härte. Südafrika galt als Topfavorit auf den Weltmeistertitel.

Doch Japan spielte taktisch brillant: extrem schnelle Passfolgen, mutige Entscheidungen, aggressive Verteidigungslinien. Statt mit einem Strafkick auf ein Unentschieden zu gehen, entschied sich Japan kurz vor Schluss bei 29:32 für einen Scrum – eine der mutigsten Entscheidungen der WM-Geschichte. Sekunden später erzielte Karne Hesketh den entscheidenden Versuch zum 34:32. Kommentatoren schrien, Fans weinten, und weltweit wurde das Spiel als „Brighton Miracle“ gefeiert.

Dieser Sieg war nicht nur ein Spiel – er veränderte das Standing des Rugby-Sports in Asien grundlegend. Die Medien beschrieben es als „größten Rugby-Schock aller Zeiten“, und Experten stuften Japans tatsächliche Siegchance im Vorfeld auf rund 2–3 % ein. In der Folge investierte Japan massiv in Nachwuchsarbeit und Infrastruktur – mit sichtbaren Erfolgen bei der Heim-WM 2019.

  • Japan schlug erstmals ein Team der Weltranglisten-Top 6 bei einer WM.
  • Die Entscheidung für den Scrum statt eines sicheren Ausgleichs gilt als legendär.
  • Das Spiel veränderte die Wahrnehmung des japanischen Rugbys weltweit.
Wettbewerb
Rugby-Weltmeisterschaft 2015, Gruppenphase
Spielort
Brighton Community Stadium, England
Endstand
34:32 für Japan
Interpretierte Erfolgschance
2–3 %
Quelle
World Rugby – Matchdetails Südafrika vs. Japan 2015

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Boris Becker gewinnt Wimbledon mit 17 (1985)

Rang: 7

Boris Becker war 1985 praktisch unbekannt außerhalb der Tenniswelt – ein 17-jähriger Deutscher ohne Grand-Slam-Erfahrung, der über enorme Schlagkraft, aber geringe Konstanz verfügte. Experten nannten ihn ein „wildes Talent“, das „noch Jahre entfernt“ schien, um ein Turnier wie Wimbledon zu gewinnen. Doch Becker spielte zwei Wochen lang furchtlos, aggressiv und mit einer mentalen Reife, die niemand erwartet hatte.

Sein Serve-and-Volley-Spiel war spektakulär und zugleich riskant. Dass er diesen Stil über zwei Wochen konstant durchziehen konnte, überraschte selbst ehemalige Champions. Becker besiegte mehrere etablierte Topspieler auf dem Weg ins Finale, darunter Johan Kriek und Henri Leconte. Im Endspiel traf er auf Kevin Curren, ebenfalls ein offensivstarker Spieler – und gewann in vier Sätzen. Der Moment, als Becker jubelnd rückwärts auf den Rasen fiel, wurde zu einem der berühmtesten Bilder des Tennissports.

Für die Tenniswelt war dieser Sieg ein Erdbeben: Becker war der erste ungesetzte Spieler, der Wimbledon gewann, und der jüngste Champion aller Zeiten. Seine eingeschätzte Erfolgschance vor Turnierbeginn war minimal, da kaum jemand glaubte, dass ein Teenager die mentale und taktische Reife für ein solches Turnier besitzt. Gleichzeitig leitete sein Triumph eine neue Ära des kraftvollen Aufschlagspiels auf Rasen ein.

  • Becker war mit 17 Jahren der jüngste Wimbledon-Sieger im Herreneinzel.
  • Er gewann das Turnier als ungesetzter Spieler – eine absolute Seltenheit.
  • Der Sieg machte ihn über Nacht zu einem internationalen Star und Symbolfigur des deutschen Tennisbooms.
Wettbewerb
Wimbledon Championships 1985 – Herreneinzel
Finalgegner
Kevin Curren
Turnierergebnis
Finalsieg 6:3, 6:7, 7:6, 6:4
Interpretierte Erfolgschance
3–5 %
Quelle
Encyclopedia Britannica – Boris Becker

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Villanova schlägt Georgetown – NCAA 1985

Rang: 8

Das NCAA-Basketballfinale von 1985 gehört zu den größten Sensationen der US-Sportgeschichte. Georgetown war der absolute Titelfavorit: ein dominantes Team mit Patrick Ewing als Superstar, überragender Defensive und einem Ruf, der an Unbesiegbarkeit grenzte. Experten waren sich fast einig, dass Villanova – als Nummer 8 gesetzt – praktisch keine Chance hatte. Die Presse sprach von einer „Mission Impossible“, und viele erwarteten ein einseitiges Finale.

Doch Villanova spielte das perfekteste Spiel seiner Geschichte. Mit einer Trefferquote von unglaublichen 78,6 % aus dem Feld zeigte die Mannschaft eine nahezu fehlerfreie Leistung. Jeder Angriff war präzise, ruhig und genau auf Georgetowns Defensive abgestimmt. Trainer Rollie Massimino entwickelte einen Gameplan, der auf Geduld, Ballkontrolle und perfekte Wurfauswahl setzte. Das Ergebnis: Georgetown konnte nicht wegziehen – und Villanova traf fast jeden Wurf.

Der 66:64-Sieg gilt bis heute als „The Perfect Game“ und ist eine der größten Außenseitergeschichten im amerikanischen College-Sport. Experten schätzen Villanovas reale Erfolgschance vor Tip-off auf etwa 2–4 %. Es war eine Demonstration dafür, wie taktische Disziplin und perfekte Ausführung selbst eine Übermannschaft bezwingen können – und machte Villanova über Nacht zur Basketball-Legende.

  • Villanova spielte mit der höchsten Feldwurfquote eines NCAA-Meisterteams der Geschichte.
  • Georgetown trat als Titelverteidiger und Nummer-1-Team der Nation an.
  • Das Finale gilt als eines der größten Upsets der NCAA-Historie.
Wettbewerb
NCAA Division I Championship Game 1985
Spielort
Rupp Arena, Lexington (Kentucky)
Endstand
66:64 für Villanova
Interpretierte Erfolgschance
2–4 %
Quelle
History.com – Villanova vs. Georgetown 1985

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Senegal schlägt Frankreich – WM 2002

Rang: 9

Als Senegal am 31. Mai 2002 im Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft auf Titelverteidiger Frankreich traf, erwartete die gesamte Fußballwelt einen klaren Sieg der „Équipe Tricolore“. Frankreich war Europameister (2000), Weltmeister (1998) und besaß einen der stärksten Kader der Geschichte: Zidane, Henry, Vieira, Trezeguet. Senegal hingegen nahm zum ersten Mal an einer WM teil, mit einem Team, das vor allem aus Spielern der französischen Ligue 1 bestand – stark, aber weit unter dem Niveau des Weltmeisters.

Doch der Außenseiter zeigte keine Angst: Senegal spielte körperlich stark, taktisch diszipliniert und nutzte jede Unsicherheit der Franzosen. Papa Bouba Diop erzielte das legendäre 1:0, das als einer der ikonischen Momente afrikanischer Fußballgeschichte gilt. Experten sprachen nach dem Spiel von „einem der größten WM-Schocks überhaupt“. Frankreich scheiterte später in der Gruppenphase ohne eigenes Tor, während Senegal sensationell bis ins Viertelfinale vordrang und nur knapp ausschied.

Die geschätzte Siegchance Senegals vor dem Spiel lag bei etwa 5–10 %, abhängig vom Modell. Entscheidend war nicht nur der Sieg selbst, sondern die Art und Weise: Senegal war taktisch perfekt vorbereitet, physisch überragend und mental frei von Druck. Das Spiel steht heute sinnbildlich für den Aufstieg afrikanischer Teams im Weltfußball.

  • Frankreich trat als amtierender Welt- und Europameister an.
  • Senegal spielte sein erstes WM-Spiel der Geschichte.
  • Der Sieg gilt als eines der größten Upsets in der WM-Historie.
Wettbewerb
FIFA-Weltmeisterschaft 2002, Gruppenspiel
Spielort
Seoul, Südkorea
Endstand
1:0 für Senegal
Interpretierte Erfolgschance
5–10 %
Quelle
FIFA – World Cup Upsets: France vs. Senegal

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Goran Ivanišević gewinnt Wimbledon als Wildcard (2001)

Rang: 10

Goran Ivanišević stand dreimal im Wimbledonfinale (1992, 1994, 1998), galt als einer der größten Aufschläger der Tennisgeschichte – und gleichzeitig als einer der unkonstantesten Spieler der Welt. 2001 war er weit von seiner Bestform entfernt, körperlich angeschlagen und in der Weltrangliste auf Platz 125 abgerutscht. Er erhielt lediglich eine Wildcard, weil er beim Turnier als Publikumsliebling galt. Experten stuften seine Titelchancen dennoch als extrem gering ein: Niemand glaubte, dass ein Außenseiter in seinem Alter und Zustand den körperlich und mental brutalen Wimbledon-Marathon durchstehen könnte.

Doch Ivanišević spielte mit einer Mischung aus Erfahrung, Mut und emotionaler Hingabe ein magisches Turnier. Er schlug unter anderem Carlos Moyá, Andy Roddick, Marat Safin und Tim Henman – Spieler, die als deutlich stärker eingeschätzt wurden. Das Finale gegen Pat Rafter war ein episches Fünfsatzmatch voller emotionaler Höhen und Tiefen. Als Ivanišević den letzten Punkt verwandelte, brach er in Tränen aus – einer der emotionalsten Momente der Tennisgeschichte, der ihn endgültig zur Kultfigur machte.

Sein Triumph als Wildcard-Spieler war zuvor beispiellos und ist es bis heute. Experten schätzten seine Titelchance vor Turnierbeginn auf 5–7 %, manche sogar niedriger. Sein Sieg wird bis heute in Rankings zu den größten Außenseitererfolgen des Sports geführt und ist ein Beispiel dafür, wie zweite und dritte Chancen im Profisport aussehen können.

  • Erster und bislang einziger Wimbledon-Sieger mit einer Wildcard im Herreneinzel.
  • Gewann den Titel als Weltranglisten-125.
  • Der Sieg war gleichzeitig sein letzter großer Turniersieg der Karriere.
Wettbewerb
Wimbledon Championships 2001 – Herreneinzel
Finalgegner
Pat Rafter
Ranglistenposition
Nr. 125 der Welt
Interpretierte Erfolgschance
5–7 %
Quelle
Wikipedia – Goran Ivanišević

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