Die 10 größten Autobahnbrücken in Deutschland

Die 10 größten Autobahnbrücken in Deutschland

Welche Autobahnbrücke ist in Deutschland wirklich am längsten? Diese Top-10 zeigt die größten Autobahnbrücken nach Gesamtlänge des Bauwerks in Metern – unabhängig von Höhe oder Spannweite. Berücksichtigt sind Brücken im Zuge einer Bundesautobahn (A-Nummern), inklusive zusammenhängender Rampenbauwerke, soweit diese als ein konstruktiver Brückenverband betrachtet werden. Stand der Daten: November 2025.

Übersicht

  1. Hochstraße Elbmarsch (A7)
  2. Mintarder Ruhrtalbrücke (A52)
  3. Rader Hochbrücke (A7)
  4. Schiersteiner Brücke (A643)
  5. Fleher Brücke (A46)
  6. Kochertalbrücke (A6)
  7. Leverkusener Rheinbrücke (A1)
  8. Moseltalbrücke Winningen (A61)
  9. Itztalbrücke (A73)
  10. Saaletalbrücke Jena (A4)
Rang Brücke Autobahn Region Gesamtlänge Besonderheit Baujahr(e)
1 Hochstraße Elbmarsch A7 Hamburg ca. 4.200 m (K20+K30) Längstes Autobahnbrücken­system Deutschlands 1971–1974, Ausbau seit 2010er
2 Mintarder Ruhrtalbrücke A52 Mülheim an der Ruhr 1.830 m Längste Stahlbrücke Deutschlands 1963–1966
3 Rader Hochbrücke A7 Nord-Ostsee-Kanal / Rendsburg ca. 1.500 m Großbrücke über NOK und Borgstedter Enge 1972, Ersatzneubau seit 2020ern
4 Schiersteiner Brücke A643 Mainz / Wiesbaden ca. 1.280 m Sechsstreifige Rheinquerung mit 2 Teilbauwerken Neubau 2013–2023
5 Fleher Brücke A46 Düsseldorf / Neuss ca. 1.166 m Schrägseilbrücke mit Ein-Pylon 1976–1979, Ersatzneubau geplant
6 Kochertalbrücke A6 Geislingen am Kocher 1.128 m Höchste Talbrücke Deutschlands 1976–1979
7 Leverkusener Rheinbrücke A1 Köln / Leverkusen ca. 1.066 m Neuer Rheinübergang mit zwei Schrägseil­brücken Neubau seit 2017, 1. Teil 2024
8 Moseltalbrücke Winningen A61 Winningen / Dieblich 935 m Zweithöchste Autobahnbrücke Deutschlands 1969–1972
9 Itztalbrücke A73 Rödental / Coburg 852 m Längstes Bauwerk der A73 2004–2007
10 Saaletalbrücke Jena A4 Jena-Göschwitz 794 m (Altbau) Gewölbebrücke mit modernem Parallelneubau 1938–1941; Neubau 2003–2006
Sortierung nach Gesamtlänge des Brückenbauwerks; bei Verbundbauwerken inklusive zusammenhängender Rampen, sofern sie konstruktiv zur Brücke gehören.

Hochstraße Elbmarsch (A7)

Rang: 1

Die Hochstraße Elbmarsch ist mehr als „nur“ eine Brücke: Sie bildet ein komplettes, aufgeständertes Autobahnsystem, das die A7 südlich des Elbtunnels über Hafen- und Marschflächen führt. Das Bauwerk besteht aus der eigentlichen Hochstraße K20 und dem angeschlossenen Rampenbauwerk K30, die zusammen auf eine Gesamtlänge von rund 4,2 Kilometern kommen. Damit ist die Hochstraße Elbmarsch das längste Autobahnbrücken­system Deutschlands. In den 1970er-Jahren gebaut, war sie zunächst als sechsstreifiger Abschnitt konzipiert – mit bereits eingeplanter Option für eine spätere Verbreiterung. Genau diese Option wird aktuell genutzt: Im Zuge des großangelegten A7-Ausbaus in Hamburg wird die Hochstraße verstärkt, verbreitert und teilweise erneuert. Ziel ist es, den enorm gestiegenen Verkehr von täglich weit über 100.000 Fahrzeugen sicher und leistungsfähig abzuwickeln und gleichzeitig die Belastungen für die angrenzenden Stadtteile zu reduzieren. Technisch handelt es sich größtenteils um eine Stahlbeton-Plattenbalkenbrücke auf mehreren Dutzend Pfeilern, die über Hafenbecken, Gleisanlagen, Kleingartenflächen und Marschwitzonen hinwegführt. Die Sanierung stellt Ingenieure vor besondere Herausforderungen: Der Verkehr muss so weit wie möglich aufrechterhalten werden, während unter und neben der Brücke gearbeitet wird – eine „Operation am offenen Herzen“ der Hamburger Fernverkehrsachse.

  • Längstes zusammenhängendes Autobahnbrücken­system Deutschlands (K20+K30)
  • Zentraler Bestandteil der A7-Südtrasse mit hohem Schwerverkehrsanteil
  • Umfangreicher Ausbau und Ertüchtigung im laufenden Betrieb
Ort
Hamburg, südlich des Elbtunnels
Gesamtlänge
ca. 4,2 km inkl. Rampen
Bautyp
Aufgeständerte Hochstraße aus Stahlbeton
Baujahre
ca. 1971–1974; Ausbau ab 2010er
Funktion
Engpassbeseitigung und leistungsfähige Elbquerung der A7
Quelle
DEGES – A 7 Hochstraße Elbmarsch

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Mintarder Ruhrtalbrücke (A52)

Rang: 2

Die Mintarder Ruhrtalbrücke – offiziell Ruhrtalbrücke Mintard – gilt als Klassiker des deutschen Brückenbaus der 1960er-Jahre. Mit 1.830 Metern Länge schwingt sich der stählerne Überbau in einem sanften Bogen über das Ruhrtal zwischen Essen und Düsseldorf. Die Brücke überführt die A52 hoch über Fluss, Wiesen, Einzelhöfe und die Bahnlinie und ist damit ein prägendes Element der Kulturlandschaft im südlichen Ruhrgebiet. Konstruktionstechnisch handelt es sich um eine Balkenbrücke mit Hohlkästen und orthotroper Fahrbahnplatte: geschweißte Stahlhohlkästen tragen die Kräfte, die Fahrbahnplatte wirkt als steife Platte und verteilt die Lasten. Die größte Höhe über dem Talgrund liegt bei rund 65 Metern, getragen von insgesamt 18 schlanken Stahlbetonpfeilern. Als sie Mitte der 1960er-Jahre in Betrieb ging, war sie eine der längsten Stahlbrücken Europas und steht bis heute für Ingenieurbaukunst jener Zeit, in der man Autobahnen möglichst landschaftsnah, aber topografisch „mutig“ trassierte. Verkehrlich verbindet die Ruhrtalbrücke die Ballungsräume Rhein-Ruhr und Rhein-Main – täglich rollt ein dichtes Band aus Pendler-, Logistik- und Fernverkehr über das Bauwerk. Ihre markante Silhouette macht sie zudem zu einem beliebten Fotomotiv, insbesondere von Aussichtspunkten an den Hängen des Ruhrtals.

  • Mit 1.830 m eine der längsten Stahlbrücken Deutschlands
  • Stahltalbrücke mit Hohlkasten und orthotroper Fahrbahnplatte
  • Wichtige Verbindung zwischen Essen, Düsseldorf und dem Rhein-Ruhr-Raum
Ort
Mülheim an der Ruhr (Stadtteil Mintard)
Gesamtlänge
1.830 m
Höhe über Tal
bis ca. 65 m
Bautyp
Stahlbalkenbrücke mit Hohlkasten
Inbetriebnahme
1966
Quelle
Stadt Mülheim – Ruhrtalbrücke

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Rader Hochbrücke (A7)

Rang: 3

Die Rader Hochbrücke ist das markante A7-Bauwerk über den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) und die Borgstedter Enge bei Rendsburg – und damit ein Schlüsselbau der Nord-Süd-Achse von Skandinavien nach Mitteleuropa. Die knapp 1,5 Kilometer lange Brücke aus den 1970er-Jahren führt die Autobahn in rund 42 Metern lichter Höhe über den Kanal, sodass große Seeschiffe ungehindert passieren können. Das Bauwerk ruht auf hohen Stahlbetonpfeilern, die den stählernen Überbau tragen. Über Jahrzehnte war die Brücke Symbol für den Aufbruch der Autobahnplanung in den Norden – zugleich nahm die Belastung stetig zu: Heute nutzen täglich zehntausende Fahrzeuge, darunter ein sehr hoher Schwerverkehrsanteil, die A7-Verbindung. Alterung, steigende Lasten und Schäden im Stahlbeton machten schließlich ein Ersatzbauwerk notwendig. Der neue, in den 2020er-Jahren entstehende Brückenzug wird bei ähnlicher Länge deutlich leistungsfähiger und widerstandsfähiger ausgelegt, mit modernen Bauweisen und höheren Reserven für Verkehr und Wind. Während das Bestandsbauwerk in den nächsten Jahren zurückgebaut wird, entsteht direkt daneben der Neubau – eine logistische und verkehrliche Herausforderung, weil der Nord-Ostsee-Kanal einer der meistbefahrenen künstlichen Wasserwege der Welt ist und Sperrungen nur begrenzt möglich sind.

  • Großbrücke über Nord-Ostsee-Kanal und Borgstedter Enge
  • Gesamtlänge knapp 1,5 km, lichte Höhe über Kanal ca. 42 m
  • Aktuell Ersatzneubau zur langfristigen Sicherung der A7-Nord-Süd-Achse
Ort
bei Rendsburg/Borgstedt, Schleswig-Holstein
Gesamtlänge
ca. 1.500 m
Hauptöffnung
ca. 221 m über dem Kanal
Lichte Höhe
ca. 42 m über Nord-Ostsee-Kanal
Baujahre
Bestand 1972; Ersatzneubau seit 2020er
Quelle
DEGES – A 7 Rader Hochbrücke

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Schiersteiner Brücke (A643)

Rang: 4

Die Schiersteiner Brücke verbindet Rheinland-Pfalz und Hessen über den Rhein und bildet die zentrale Rheinquerung der A643 im Ballungsraum Mainz/Wiesbaden. Das ursprüngliche Bauwerk aus den 1960er-Jahren war für rund 20.000 Fahrzeuge pro Tag ausgelegt – tatsächlich rollten zuletzt bis zu 90.000 Fahrzeuge darüber, bei deutlich höheren Achslasten als einst geplant. Schäden, Sperrungen und ein spektakulärer Brückenunfall 2015 führten dazu, dass ein kompletter Ersatzneubau notwendig wurde. Der neue Rheinübergang besteht aus zwei parallelen Brücken, die je drei Fahrstreifen und Standstreifen aufnehmen und zusammen eine Gesamtlänge von rund 1.280 Metern erreichen. Die westliche Brücke wurde 2017, die östliche 2023 für den Verkehr freigegeben. Konstruktiv handelt es sich um Stahlverbundbrücken mit schlanken Pfeilern, die den Rhein und seine Auen mit großen Feldweiten queren. Der Neubau verbessert nicht nur die Tragfähigkeit, sondern auch die Verkehrssicherheit: breitere Fahrstreifen, moderne Geländer, optimierte Übergangskonstruktionen und ein integrales Entwässerungssystem. Gleichzeitig wurden Naturschutzbelange im sensiblen Rheinauenbereich berücksichtigt. Heute ist die Schiersteiner Brücke ein Paradebeispiel dafür, wie ein zentraler Engpass im Netz durch einen Neubau unter Verkehr beseitigt werden kann.

  • Sechsstreifige Rheinquerung mit zwei Teilbauwerken
  • Ausgelegt für rund 90.000 Fahrzeuge pro Tag
  • Neubau ersetzte geschädigte Brücken aus den 1960er-Jahren
Ort
Mainz (RP) / Wiesbaden (HE)
Gesamtlänge
ca. 1.280 m
Querschnitt
2 Brücken mit je 3 Fahrstreifen + Standstreifen
Freigabe Neubau
West 2017, Ost 2023
Bautyp
Stahlverbundbrücke
Quelle
Autobahn GmbH – Schiersteiner Brücke

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Fleher Brücke (A46)

Rang: 5

Die Fleher Brücke im Süden Düsseldorfs ist eine der elegantesten Rheinquerungen Deutschlands. Die A46 wird hier von einer Schrägseilbrücke mit charakteristischem Ein-Pylon getragen, der sich wie ein markantes Wahrzeichen über dem Fluss erhebt. Mit einer Gesamtlänge von etwa 1.166 Metern und einer Hauptspannweite von rund 368 Metern ermöglicht sie eine weiträumige, stützenarme Rheinquerung, die sowohl Schiffahrt als auch Hochwasserabfluss berücksichtigt. Als sie Ende der 1970er-Jahre eröffnet wurde, galt sie als technisches Vorzeigeprojekt: Der schlanke Überbau, die orthotrope Fahrbahnplatte und die Schrägseile erlaubten eine wirtschaftliche Konstruktion bei hoher Steifigkeit. Heute ist die Brücke stark belastet – täglich fahren rund 80.000 bis 90.000 Fahrzeuge über sie, darunter viele Pendler zwischen Düsseldorf und dem linken Niederrhein. Altersbedingte Schäden, steigende Verkehrslasten und geänderte Normen führen jedoch dazu, dass ein Ersatzneubau geplant ist. Während die bestehende Brücke weiter den Verkehr trägt, laufen Untersuchungen, Planungen und erste vorbereitende Maßnahmen. Die Fleher Brücke zeigt damit exemplarisch, wie selbst ikonische Ingenieurbauwerke nach einigen Jahrzehnten an die Grenzen ihrer ursprünglich vorgesehenen Nutzungsdauer stoßen können.

  • Markante Schrägseilbrücke mit Ein-Pylon über den Rhein
  • Gesamtlänge ca. 1.166 m, Hauptspannweite ca. 368 m
  • Geplanter Ersatzneubau wegen hoher Belastung und Alterung
Ort
Düsseldorf / Neuss
Gesamtlänge
ca. 1.166 m
Hauptspannweite
ca. 368 m
Verkehrsaufkommen
rund 80.000–90.000 Kfz/Tag
Inbetriebnahme
1979
Quelle
Autobahn GmbH – Fleher Brücke

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Kochertalbrücke (A6)

Rang: 6

Die Kochertalbrücke an der A6 bei Geislingen am Kocher ist die höchste Talbrücke Deutschlands und ein Wahrzeichen moderner Ingenieurbaukunst. Der Spannbeton-Hohlkastenquerschnitt überspannt auf einer Länge von 1.128 Metern das tief eingeschnittene Kochertal mit seinen Straßen und Wegen. Mit bis zu rund 185 Metern Höhe über Talgrund überragt die Brücke sogar den Turm des Ulmer Münsters und war lange Zeit eine der höchsten Autobahnbrücken Europas. Gebaut wurde sie zwischen 1976 und 1979, um die damals neue Ost-West-Verbindung Heilbronn–Nürnberg möglichst geradlinig und verkehrsfreundlich zu führen. Die Trasse steigt aus dem Tal mit sanfter Längsneigung an; im Grundriss folgt der Brückenverlauf einer leichten Krümmung, sodass das Bauwerk harmonisch in die Landschaft eingebettet ist. In den 2010er-Jahren wurde die Brücke umfassend instand gesetzt und ertüchtigt – unter anderem, um die Sicherheit und Dauerhaftigkeit angesichts gestiegener Verkehrslasten deutlich zu erhöhen. Diese Sanierung wurde 2016 mit dem Deutschen Brückenbaupreis ausgezeichnet. Heute ist die Kochertalbrücke ein unverwechselbarer Punkt auf der A6 und fasziniert sowohl Ingenieurinnen und Ingenieure als auch Reisende, die beim Überqueren für einen Moment „über den Dingen schweben“.

  • Höchste Talbrücke Deutschlands mit bis zu ca. 185 m Höhe
  • Spannbeton-Hohlkastenbrücke mit 1.128 m Gesamtlänge
  • Preisgekrönte Instandsetzung und Ertüchtigung (u. a. Deutscher Brückenbaupreis)
Ort
Geislingen am Kocher, Baden-Württemberg
Gesamtlänge
1.128 m
Maximale Höhe
ca. 185 m über Talgrund
Konstruktion
Spannbeton-Hohlkasten, Durchlaufträger
Baujahre
1976–1979, Sanierung 2013–2015
Quelle
Land Baden-Württemberg – Kochertalbrücke

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Leverkusener Rheinbrücke (A1)

Rang: 7

Die Rheinbrücke Leverkusen ist eines der prominentesten Großprojekte im deutschen Autobahnnetz. Die alte Strombrücke aus den 1960er-Jahren war durch hohe Verkehrsbelastung und Materialermüdung so stark geschädigt, dass sie zunächst für schwere Lkw gesperrt und schließlich durch einen Ersatzneubau ersetzt werden musste. Das Gesamtprojekt umfasst nicht nur die eigentliche Rheinbrücke, sondern auch den achtstreifigen Ausbau der A1 auf rund 4,5 Kilometern zwischen Köln-Niehl und Leverkusen-West. Der neue Rheinübergang ist als Doppelbrücke konzipiert: zwei Schrägseilbrücken mit je mehreren Pylonen und einem schlanken Stahlüberbau. Die Gesamtlänge liegt bei gut 1.060 Metern. Anfang 2024 wurde die erste neue Brückenhälfte für den Verkehr freigegeben, die zweite entsteht nach dem Abbruch der Altbrücke. Bereits jetzt zeigt sich der Effekt: Bessere Querschnitte, moderne Lärmschutzsysteme und optimierte Anschlussstellen sorgen für mehr Leistungsfähigkeit und Sicherheit am vielbefahrenen Knotenpunkt des nördlichen Kölner Rings. Gleichzeitig erfordert der Umbau eine komplexe Bauphasenplanung, da neben dem Straßenverkehr auch der Schiffsverkehr auf dem Rhein und zahlreiche Leitungen berücksichtigt werden müssen.

  • Ersatzneubau einer stark geschädigten Rheinbrücke der A1
  • Gesamtprojekt mit ca. 4,5 km Ausbaulänge, Brücke selbst gut 1,0 km
  • Erste neue Brückenhälfte Anfang 2024 für Verkehr freigegeben
Ort
Köln / Leverkusen, Rheinquerung der A1
Gesamtlänge Brücke
ca. 1.066 m
Projektlänge
ca. 4,5 km (inkl. Ausbauabschnitte)
Bautyp
Schrägseilbrücke mit zwei Teilbauwerken
Status
1. Teilbrücke seit 2024 in Betrieb, 2. im Bau
Quelle
Autobahn GmbH – Rheinbrücke Leverkusen

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Moseltalbrücke Winningen (A61)

Rang: 8

Die Moseltalbrücke Winningen auf der A61 gehört zu den spektakulärsten Talbrücken Deutschlands. Zwischen den Anschlussstellen Koblenz/Dieblich und Koblenz/Metternich überspannt sie das Moseltal in bis zu 136 Metern Höhe – ein beeindruckender Blick sowohl für Autofahrende als auch von den Aussichtspunkten an den Raststätten. Die Brücke ist eine einteilige Stahlbalkenbrücke mit Hohlkastenquerschnitt und orthotroper Fahrbahnplatte. Auf einer Gesamtlänge von 935 Metern ruht der Überbau auf fünf hohen Stahlbetonpfeilern und zwei Widerlagern. Die größten Spannweiten reichen über 200 Meter, sodass das Tal mit wenigen Stützen gequert wird. Gebaut wurde das Bauwerk zwischen 1969 und 1972; seither ist es ein unverzichtbarer Bestandteil der Nord-Süd-Achse im Westen Deutschlands. Aufgrund der enormen Beanspruchung und des Alters laufen inzwischen umfangreiche Instandsetzungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen, etwa an Schweißnähten und Fahrbahnübergängen. Für die Region ist die Moseltalbrücke mehr als nur Infrastruktur: Sie bildet einen weithin sichtbaren Rahmen für Weinberge, Fluss und Orte und ist ein häufiges Fotomotiv. Gleichzeitig steht sie exemplarisch für die Herausforderungen, hochbeanspruchte Großbrücken sicher in die Zukunft zu führen.

  • Zweithöchste Autobahnbrücke Deutschlands mit ca. 136 m Fahrbahnhöhe
  • Stahlhohlkastenbrücke mit 935 m Länge und großen Feldweiten
  • Aktuell Gegenstand umfangreicher Instandsetzungs- und Sanierungsplanungen
Ort
zwischen Winningen und Dieblich, Rheinland-Pfalz
Gesamtlänge
935 m
Maximale Höhe
ca. 136 m über Talgrund/Mosel
Konstruktion
Stahlbalkenbrücke mit Hohlkasten und orthotroper Platte
Baujahre
1969–1972
Quelle
Autobahn GmbH – Moseltalbrücke Winningen

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Itztalbrücke (A73)

Rang: 9

Die Itztalbrücke der A73 bei Coburg ist ein modernes Beispiel für eine große Spannbeton-Hohlkastenbrücke in gekrümmter Lage. Mit 852 Metern Länge ist sie das längste Bauwerk der Autobahn 73 und überspannt das Tal der Itz samt Bahnstrecke, Straßen und Wegen. Die Brücke besteht aus zwei parallelen Überbauten, die jeweils als Durchlaufträger mit Hohlkastenquerschnitt ausgebildet sind. Die 15 Felder weisen Stützweiten von 49 Metern an den Enden und 13 mittleren Feldern à 58 Meter auf. Dank der leichten Grundrisskrümmung fügt sich die Brücke elegant in das Tal und folgt zugleich der Trassierung der Autobahn. Gebaut wurde sie ab 2004 im Taktschiebeverfahren, bei dem der Überbau in einzelnen Abschnitten von einem Widerlager aus über die Pfeiler geschoben wird – eine Methode, die bei großen Längen und gleichmäßigen Feldweiten besonders effizient ist. 2007 wurde die Brücke für den Verkehr freigegeben. Neben ihrer technischen Bedeutung trägt sie auch zur Entlastung der Ortsdurchfahrten im Raum Coburg bei, indem sie den Durchgangsverkehr auf die Umgehungsautobahn verlagert. Aus Fahrersicht ist die Itztalbrücke weniger spektakulär als Hochbrücken wie Kochertal oder Moseltal – planerisch ist sie jedoch ein sehr ausgewogenes Beispiel moderner Talbrückenbauweise.

  • Mit 852 m längstes Bauwerk der A73
  • Gekrümmte Spannbeton-Hohlkastenbrücke mit 15 Feldern
  • Im Taktschiebeverfahren errichtet, Inbetriebnahme 2007
Ort
bei Rödental / Coburg, Bayern
Gesamtlänge
852 m
Maximale Höhe
ca. 32 m über Talgrund
Konstruktion
Spannbeton-Hohlkasten, Durchlaufträger
Bauzeit
2004–2007
Quelle
Wikipedia – Itztalbrücke (A 73)

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Saaletalbrücke Jena (A4)

Rang: 10

Die Saaletalbrücke Jena ist ein außergewöhnliches Doppelbauwerk im Zuge der A4: eine historische Gewölbebrücke aus der Zeit der Reichsautobahn und ein moderner Parallelneubau aus Spannbeton. Die ursprüngliche Brücke wurde zwischen 1938 und 1941 errichtet und war mit 794 Metern die längste Brücke im damaligen Reichsautobahnnetz. Sie überquert die Saale, die Bundesstraße 88 und mehrere Bahnstrecken in einem großen Bogen bei Jena-Göschwitz. Das Gewölbesystem aus Natursteinmauerwerk mit 17 großen Bögen gilt als architektonisches und denkmalpflegerisches Meisterwerk. Mit dem Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 15 (sechsstreifiger Ausbau der A4) reichte die Kapazität der alten Brücke jedoch nicht mehr aus. Daher wurde sie in den Jahren 2003 bis 2006 durch einen parallel verlaufenden südlichen Neubau ergänzt: eine moderne Spannbetonplattenbalkenbrücke mit ähnlicher Länge, die heute den Hauptverkehr trägt. Die historische Gewölbebrücke blieb erhalten und steht unter Denkmalschutz. Gemeinsam bilden beide Bauwerke einen eindrucksvollen Brückenzug, der Technikgeschichte und moderne Verkehrsinfrastruktur vereint. Für Reisende ist die Saaletalbrücke ein markantes Portal zur Universitätsstadt Jena und ein gutes Beispiel dafür, wie denkmalgeschützte Autobahnarchitektur in ein leistungsfähiges, modernes Netz eingebunden werden kann.

  • Historische Gewölbebrücke (Reichsautobahn) plus moderner Spannbeton-Neubau
  • Altbau mit 794 m Länge, einst längste Autobahnbrücke des Reichsnetzes
  • Wichtiger Teil des sechsstreifigen Ausbaus der A4 im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit
Ort
Jena-Göschwitz, Thüringen
Gesamtlänge Altbau
794 m (Gewölbebrücke)
Bautyp
Kalkstein-Gewölbebrücke / Spannbetonplattenbrücke
Baujahre
1938–1941; Neubau 2003–2006
Funktion
Talquerung über Saale, B 88 und mehrere Bahnstrecken
Quelle
Autobahn GmbH – Saaletalbrücke Jena

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