Rund 550.000 Reisende und Besucher an einem einzigen Tag: Deutschlands größte Bahnhöfe sind längst mehr als Orte zum Ein- und Aussteigen. Sie funktionieren gleichzeitig als Fernverkehrsknoten, S-Bahn-Stationen, Einkaufszentren und städtische Verkehrsdrehscheiben. Doch was bedeutet „größter Bahnhof“ eigentlich? Nach Zahl der Gleise würde München besonders weit vorne liegen, nach Gebäudefläche wäre Leipzig ein Sonderfall, und beim täglichen Personenaufkommen führt Hamburg.
Dieses Ranking verwendet deshalb als Hauptkriterium die Zahl der Reisenden und Besucher pro Tag. Ergänzend werden Bahnsteiggleise, Zugbewegungen, Bauform, historische Entwicklung und Verkehrsbedeutung betrachtet. Da aktuelle offizielle Angaben häufig gerundet werden, sind die Werte als Größenordnungen zu verstehen. Bei nahezu identischen Zahlen entscheidet die über längere Zeit dokumentierte Stationsfrequenz. Die Angaben stammen aus aktuell erreichbaren Seiten von Bahn, Städten, Verkehrsunternehmen und offiziellen Tourismusorganisationen. Datenstand ist August 2026. Weitere Rankings zu Bahnhöfen, Architektur und Infrastruktur finden sich in der Kategorie Gebäude.
So wurde gewertet
Sortiert wird primär nach dem täglichen Reisenden- und Besucheraufkommen. Der Begriff umfasst damit teilweise auch Menschen, die einen Bahnhof zum Einkaufen, Umsteigen oder als Zugang zum Nahverkehr nutzen. Exakte Werte schwanken abhängig von Wochentag, Baustellen und Zählmethode. Wo offizielle Quellen nur gerundete Angaben machen, werden keine künstlich präzisen Zahlen erzeugt. Bei Gleichständen dienen längerfristige DB-Frequenzangaben sowie die Bedeutung als Fern- und Regionalverkehrsknoten als Zweitkriterium. Unterirdische S-Bahn- und U-Bahn-Gleise werden nur dann bei der Gleiszahl genannt, wenn sie eindeutig zum Bahnhofskomplex gehören; Straßenbahn- und U-Bahn-Anlagen anderer Betreiber werden separat ausgewiesen. Besonders berücksichtigt werden außerdem aktuelle Großprojekte wie der Umbau des Münchner Hauptbahnhofs und Stuttgart 21.
Übersicht
| Rang | Bahnhof | Reisende/Besucher pro Tag | Bahnsteiggleise | Bauform | Eröffnung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Hamburg Hbf | rund 550.000 | 14 | Durchgangsbahnhof | 1906 | besucherstärkster Hauptbahnhof Deutschlands |
| 2 | Frankfurt (Main) Hbf | rund 450.000 | 24 oberirdisch | Kopfbahnhof | 1888 | zentraler nationaler ICE-Knoten |
| 3 | München Hbf | rund 450.000 | 32 oberirdisch | Kopfbahnhof | heutiger Standort seit 1848 | meiste oberirdische Bahnsteiggleise der Top 10 |
| 4 | Berlin Hbf | rund 300.000 | 14 | Kreuzungsbahnhof | 2006 | größter Kreuzungsbahnhof Europas |
| 5 | Köln Hbf | bis rund 280.000 | 11 | Durchgangsbahnhof | 1859 / Neubau 1894 | rund 1.300 Züge täglich |
| 6 | Stuttgart Hbf | rund 300.000 | 16 im bestehenden Kopfbahnhof | Kopfbahnhof im Umbau | 1922 | Umstellung auf Tief-Durchgangsbahnhof geplant |
| 7 | Düsseldorf Hbf | knapp 250.000 | 16 | Durchgangsbahnhof | 1891 | zentraler NRW-Knoten |
| 8 | Hannover Hbf | rund 250.000 | 12 | Durchgangsbahnhof | 1847 / Gebäude 1879 | rund 750 Züge täglich |
| 9 | Nürnberg Hbf | rund 200.000 | 22 | Durchgangsbahnhof | 1847 | einer der größten Bahnknoten Bayerns |
| 10 | Leipzig Hbf | rund 120.000 | 23 Fernbahngleise im historischen Komplex | Kopfbahnhof mit City-Tunnel | 1915 | größter Kopfbahnhof Europas nach Fläche |
1. Hamburg Hauptbahnhof – 550.000 Menschen und bis zu 2.000 Züge am Tag
Rang: 1 Rekordhalter
Hamburg Hauptbahnhof steht mit deutlichem Abstand an der Spitze dieses Rankings. Rund 550.000 Reisende und Besucher nutzen den Bahnhof täglich. Das ist bemerkenswert, weil die Anlage selbst keineswegs die meisten Gleise besitzt. Mit 14 Gleisen ist Hamburg wesentlich kompakter als Frankfurt, München oder Nürnberg. Genau darin liegt das strukturelle Problem: Ein enormes Verkehrsaufkommen muss sich auf vergleichsweise engem Raum verteilen. Die Deutsche Bahn bezeichnet Hamburg deshalb als den besucherstärksten Hauptbahnhof Deutschlands und zählt ihn zusammen mit Paris Gare du Nord zu den meistfrequentierten Bahnhöfen Europas.
Die heutige Anlage wurde am 6. Dezember 1906 in Betrieb genommen und ersetzte mehrere getrennte Hamburger Fernbahnhöfe. Das Empfangsgebäude umfasst etwa 50.000 Quadratmeter. Die zentrale Halle ist rund 206 Meter lang und 135 Meter breit; die große Bahnsteighalle erreicht etwa 37 Meter Höhe. Täglich verkehren laut Bahn mehr als 800 Fern- und Regionalzüge sowie rund 1.200 S-Bahnen. Damit kommen auf die 14 Gleise außergewöhnlich viele Zugbewegungen. Die Lage zwischen Innenstadt, Alster und St. Georg verschärft den Platzmangel zusätzlich. Deshalb soll der Bahnhof im Rahmen umfangreicher Ausbauprogramme erweitert werden. Hamburg zeigt besonders deutlich: Ein großer Bahnhof wird nicht zwangsläufig durch viele Gleise groß, sondern durch die Intensität, mit der jeder Meter Infrastruktur genutzt wird.
- Rund 550.000 Reisende und Besucher täglich.
- 14 Gleise für Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr.
- Mehr als 800 Fern- und Regionalzüge pro Tag.
- Zusätzlich rund 1.200 S-Bahnen täglich.
- Bahnhofsfläche etwa 50.000 Quadratmeter.
- Empfangsgebäude rund 206 Meter lang und 135 Meter breit.
- Betriebsaufnahme am 6. Dezember 1906.
- Ort
- Hamburg
- Reisende/Besucher täglich
- rund 550.000
- Gleise
- 14
- Fern-/Regionalzüge täglich
- mehr als 800
- S-Bahnen täglich
- rund 1.200
- Bahnhofsfläche
- ca. 50.000 m²
- Länge Empfangsgebäude
- ca. 206 m
- Breite
- ca. 135 m
- Hallenhöhe
- ca. 37 m
- Eröffnung
- 6. Dezember 1906
- Besonderheit
- Besucherstärkster Hauptbahnhof Deutschlands
- Quelle
- Deutsche Bahn
2. Frankfurt Hauptbahnhof – Deutschlands nationales Schienenkreuz
Rang: 2 ICE-Knoten
Frankfurt Hauptbahnhof erreicht mit rund 450.000 Reisenden täglich nahezu die Größenordnung Münchens, liegt aber wegen seiner über Jahrzehnte besonders hohen Stationsfrequenz und seiner zentralen Rolle im deutschen Fernverkehr auf Rang zwei. Die geographische Lage Frankfurts ist dafür ideal: Von hier führen Hauptachsen nach Köln, Hamburg, Berlin, Leipzig, Nürnberg, München, Stuttgart, Basel und in Richtung Benelux. Hinzu kommt die Verbindung zum Frankfurter Flughafen, einem weiteren der wichtigsten Fernbahnhöfe Deutschlands.
Der Kopfbahnhof wurde 1888 eröffnet und war bereits zur Entstehungszeit eines der monumentalsten europäischen Eisenbahnbauwerke. Heute besitzt die oberirdische Haupthalle 24 Bahnsteiggleise. Unter dem Kopfbahnhof verläuft zusätzlich die viergleisige S-Bahn-Station der Frankfurter Stammstrecke. Gerade diese Kombination erklärt das hohe Personenaufkommen: Frankfurt ist nicht nur Zielbahnhof, sondern ein massiver Umsteigepunkt zwischen ICE-, Intercity-, Regional- und S-Bahn-Verkehr. In einem Kopfbahnhof müssen Fernzüge zudem ihre Fahrtrichtung wechseln oder über speziell organisierte Ein- und Ausfahrten abgewickelt werden, was die betriebliche Komplexität erhöht. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt bezeichnet den Hauptbahnhof 2026 als einen der meistfrequentierten Verkehrsknoten Deutschlands. Im Unterschied zu Hamburg verfügt Frankfurt zwar über mehr Gleise, verteilt sein Personenaufkommen aber auf eine deutlich größere Bahnsteiganlage.
- Rund 450.000 Reisende pro Tag.
- 24 oberirdische Bahnsteiggleise.
- Zusätzliche unterirdische S-Bahn-Station.
- 1888 als Centralbahnhof eröffnet.
- Zentraler Knoten der deutschen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen.
- Direkte Fernverkehrsanbindung zum Flughafen Frankfurt.
- Ort
- Frankfurt am Main, Hessen
- Reisende täglich
- rund 450.000
- Oberirdische Bahnsteiggleise
- 24
- S-Bahn
- unterirdische Station der Stammstrecke
- Bauform
- Kopfbahnhof
- Eröffnung
- 1888
- Fernverkehr
- ICE- und IC-Knoten in nahezu alle deutschen Großräume
- Internationale Verbindungen
- unter anderem Richtung Frankreich, Schweiz, Österreich, Belgien und Niederlande
- Besonderheit
- Einer der zentralsten Umsteigebahnhöfe im deutschen Fernverkehr
- Warum Rang 2?
- Sehr hohes Personenaufkommen und außergewöhnliche nationale Netzfunktion
- Quelle
- Verkehrsgesellschaft Frankfurt
3. München Hauptbahnhof – 32 oberirdische Gleise mitten in der Großbaustelle
Rang: 3 32 Gleise
Mit täglich rund 450.000 Reisenden und Pendlern liegt München praktisch auf Augenhöhe mit Frankfurt. Was den Hauptbahnhof besonders macht, ist seine enorme Zahl oberirdischer Bahnsteiggleise: Die Stadt München nennt 32 Gleise. Damit verfügt der Münchner Hauptbahnhof innerhalb dieser Top 10 über die größte oberirdische Gleisanlage für den Personenverkehr. Sie verteilt sich auf die zentrale Haupthalle sowie den Starnberger und den Holzkirchner Flügelbahnhof. Unterirdisch kommen die stark frequentierte S-Bahn-Stammstrecke und U-Bahn-Anlagen hinzu.
Der Bahnhof befindet sich gleichzeitig in einer der umfassendsten Transformationen seiner Geschichte. Teile des Nachkriegs-Empfangsgebäudes wurden ab 2019 abgebrochen. An seiner Stelle entsteht ein neues Empfangsgebäude, während tief unter dem Bahnhof der Zugang zur zweiten S-Bahn-Stammstrecke vorbereitet wird. Der sogenannte Nukleus reicht nach Planungen rund 40 Meter in die Tiefe. Damit entsteht an einem bereits extrem stark belasteten Verkehrsort eine völlig neue vertikale Infrastruktur. Historisch reicht der Bahnbetrieb am heutigen Standort bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück; die Anlage wurde anschließend mehrfach erweitert und umgebaut. Rang drei statt zwei ergibt sich trotz derselben gerundeten Tagesfrequenz aus vergleichbaren langfristigen Frequenzdaten, in denen Frankfurt höher lag. Nach Gleiszahl würde München dagegen klar vor Frankfurt und Hamburg stehen.
- Rund 450.000 Reisende und Pendler täglich.
- 32 oberirdische Bahnsteiggleise.
- Zusätzliche S-Bahn- und U-Bahn-Ebenen unter dem Bahnhof.
- Großumbau des Empfangsgebäudes seit 2019.
- Zweite S-Bahn-Stammstrecke wird in den Neubau integriert.
- Zugangsbauwerk der neuen Stammstrecke reicht etwa 40 Meter in die Tiefe.
- Ort
- München, Bayern
- Reisende/Pendler täglich
- rund 450.000
- Oberirdische Bahnsteiggleise
- 32
- Bauform
- Kopfbahnhof mit Flügelbahnhöfen
- Zusätzliche Systeme
- S-Bahn und U-Bahn
- Umbau
- seit 2019
- Neues Empfangsgebäude
- Teil eines umfassenden Neuordnungsprojekts
- Zweite Stammstrecke
- unterirdisch in den neuen Bahnhof integriert
- Tiefe des Nukleus
- rund 40 m
- Besonderheit
- Größte Zahl oberirdischer Bahnsteiggleise in diesem Ranking
- Quelle
- Landeshauptstadt München
4. Berlin Hauptbahnhof – Europas größter Kreuzungsbahnhof
Rang: 4 modern Kreuzungsbahnhof
Berlin Hauptbahnhof ist der jüngste Bahnhof dieser Top 10 und konstruktiv zugleich der ungewöhnlichste. Die Deutsche Bahn eröffnete ihn am 26. Mai 2006. Statt klassisch nebeneinander liegen seine Hauptverkehrsachsen auf verschiedenen Ebenen: Oben führt die Berliner Stadtbahn in Ost-West-Richtung durch die große Glashalle, tief darunter verlaufen Fern- und Regionalgleise in Nord-Süd-Richtung. Dadurch entsteht ein echter Kreuzungsbahnhof, den die Bahn als größten Europas bezeichnet.
Rund 300.000 Gäste nutzen den Bahnhof täglich. Auf 14 Bahnsteiggleisen kommen nach aktuellen DB-Angaben jährlich rund 486.000 Züge zum Halt – rechnerisch mehr als 1.300 Zughalte pro Tag. Das Gebäude selbst ist ein vertikales Verkehrssystem. Die Geschossfläche umfasst etwa 78.000 Quadratmeter, davon rund 15.600 Quadratmeter Einzelhandelsfläche. 54 Rolltreppen und 38 Aufzüge verteilen die Passagiere zwischen den Ebenen. Die Ost-West-Halle misst etwa 321 Meter in der Länge; ihr prägnantes Glasdach wird von Solarflächen ergänzt. Der Bahnhof entstand auf dem Gelände des früheren Lehrter Bahnhofs und war ein Kernprojekt der nach der Wiedervereinigung neu organisierten Berliner Eisenbahninfrastruktur. Anders als historische Kopfbahnhöfe konnte Berlin von Anfang an für durchgebundene Verkehre geplant werden. Deshalb bewältigt er mit nur 14 Gleisen ein außerordentlich dichtes Zugprogramm.
- Rund 300.000 Gäste täglich.
- 14 Bahnsteiggleise auf verschiedenen Ebenen.
- Fast 486.000 Zughalte pro Jahr.
- Etwa 78.000 Quadratmeter Geschossfläche.
- 54 Rolltreppen und 38 Aufzüge.
- Eröffnung am 26. Mai 2006.
- Nord-Süd- und Ost-West-Verkehr kreuzen sich höhenfrei.
- Ort
- Berlin
- Gäste täglich
- rund 300.000
- Bahnsteiggleise
- 14
- Zughalte jährlich
- rund 486.000
- Zughalte täglich
- mehr als 1.300 im Durchschnitt
- Geschossfläche
- ca. 78.000 m²
- Einzelhandelsfläche
- ca. 15.600 m²
- Rolltreppen
- 54
- Aufzüge
- 38
- Eröffnung
- 26. Mai 2006
- Besonderheit
- Größter Kreuzungsbahnhof Europas
- Quelle
- Deutsche Bahn
5. Köln Hauptbahnhof – 1.300 Züge auf nur elf Gleisen
Rang: 5 Rheinknoten
Der Kölner Hauptbahnhof demonstriert wie kaum ein zweiter deutscher Bahnhof, dass Gleiszahl und Verkehrsmenge nicht proportional wachsen müssen. Nur elf Gleise stehen zur Verfügung, trotzdem passieren laut koeln.de täglich rund 1.300 Züge und bis zu 280.000 Reisende den Bahnhof. Das entspricht einer enormen betrieblichen Dichte. Der Grund liegt in seiner Lage unmittelbar westlich der Hohenzollernbrücke: Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr aus dem Rheinland, Ruhrgebiet und aus Süddeutschland müssen sich auf wenigen Gleisen bündeln.
Der erste Centralbahnhof wurde 1859 eröffnet. Ende des 19. Jahrhunderts entstand ein monumentaler Neubau, dessen große Stahl-Glas-Bahnsteighalle bis heute das Erscheinungsbild prägt. Der Standort ist städtebaulich außergewöhnlich: Direkt vor einem der Bahnhofsausgänge erhebt sich der Kölner Dom, während wenige hundert Meter östlich über die Hohenzollernbrücke bereits der nächste wichtige Fernverkehrsbahnhof Köln Messe/Deutz liegt. Diese Nähe ermöglicht zwar zusätzliche Kapazitäten, erzeugt aber auch einen hochkomplexen Knoten. Köln ist außerdem ein bedeutender internationaler Übergang Richtung Brüssel, Paris, Amsterdam und weitere europäische Ziele. Verglichen mit Berlin besitzt Köln drei Bahnsteiggleise weniger, erreicht aber eine ähnlich hohe Zahl täglicher Zugbewegungen. Die Grenze des Systems liegt weniger im Gebäude als in den stark ausgelasteten Zulaufstrecken und der Rheinquerung.
- Bis zu rund 280.000 Reisende täglich.
- Nur elf Bahnsteiggleise.
- Rund 1.300 Züge täglich.
- Centralbahnhof bereits 1859 eröffnet.
- Historische Stahl-Glas-Bahnsteighalle aus dem 19. Jahrhundert.
- Direkt neben Kölner Dom und Hohenzollernbrücke.
- Ort
- Köln, Nordrhein-Westfalen
- Reisende täglich
- bis zu rund 280.000
- Bahnsteiggleise
- 11
- Züge täglich
- rund 1.300
- Bauform
- Durchgangsbahnhof
- Erster Centralbahnhof
- 1859
- Historischer Neubau
- Ende des 19. Jahrhunderts
- Direkte Nachbarschaft
- Kölner Dom
- Wichtige Rheinquerung
- Hohenzollernbrücke
- Internationale Bedeutung
- Knoten Richtung Benelux und Frankreich
- Quelle
- koeln.de
6. Stuttgart Hauptbahnhof – Großbahnhof zwischen Kopfbahnhof und Stuttgart 21
Rang: 6 Bonatzbau im Umbau
Stuttgart Hauptbahnhof nimmt in dieser Liste eine Sonderstellung ein, weil sich seine bauliche Definition mitten im Wandel befindet. Der bestehende oberirdische Kopfbahnhof wird täglich von rund 300.000 Reisenden und Besuchern frequentiert. Seine 16 oberirdischen Bahnsteiggleise liegen vor dem denkmalgeschützten Bonatzbau, der 1922 eröffnet wurde. Gleichzeitig entsteht darunter beziehungsweise unmittelbar daneben der neue, tieferliegende Durchgangsbahnhof von Stuttgart 21.
Die neue Station verändert das Prinzip des gesamten Eisenbahnknotens. Statt Züge in einem Kopfbahnhof enden und wenden zu lassen, sollen sie künftig auf acht Durchgangsgleisen weiterfahren. Die Bahnsteighalle erhält die charakteristischen Kelchstützen, die gleichzeitig tragende Konstruktion und Lichtöffnungen bilden. Allerdings verschob sich der Inbetriebnahmeplan mehrfach. Nach dem im Juni 2026 veröffentlichten Stufenplan der Landeshauptstadt Stuttgart soll der neue Hauptbahnhof im Dezember 2031 für Fernverkehr und große Teile des Regionalverkehrs in Betrieb gehen; der alte Kopfbahnhof bleibt für bestimmte Verkehre noch bis 2032 relevant. Diese Entwicklung ist für das Ranking wichtig: Die heutige Gleiszahl und die künftige Anlage dürfen nicht vermischt werden. Stuttgart bleibt aktuell ein sehr großer Kopfbahnhof, wird aber perspektivisch zu einem wesentlich kompakteren Durchgangsbahnhof. Seine rund 300.000 täglichen Nutzer zeigen, dass eine geringere künftige Gleiszahl nicht automatisch geringere Kapazität bedeuten soll.
- Rund 300.000 tägliche Reisende und Besucher als Größenordnung.
- Der bestehende Kopfbahnhof verfügt über 16 oberirdische Gleise.
- Bonatzbau 1922 eröffnet.
- Neuer Tiefbahnhof mit acht Durchgangsgleisen vorgesehen.
- Neue Bahnsteighalle mit charakteristischen Kelchstützen.
- Aktueller Stufenplan sieht Hauptinbetriebnahme für Dezember 2031 vor.
- Ort
- Stuttgart, Baden-Württemberg
- Reisende/Besucher täglich
- rund 300.000 als dokumentierte Größenordnung
- Bestehende Gleise oben
- 16
- Heutige Bauform
- Kopfbahnhof
- Künftige Bauform
- unterirdischer Durchgangsbahnhof
- Künftige Durchgangsgleise
- 8
- Bonatzbau eröffnet
- 1922
- Aktueller Projektstand
- Stuttgart 21 im Bau
- Geplante Hauptinbetriebnahme
- Dezember 2031 laut Stufenplan 2026
- Besonderheit
- Fundamentaler Wechsel von Kopf- zu Durchgangsbahnhof
- Quelle
- Landeshauptstadt Stuttgart
7. Düsseldorf Hauptbahnhof – knapp 250.000 Reisende im Herzen des Rhein-Ruhr-Netzes
Rang: 7 Rhein-Ruhr
Düsseldorf Hauptbahnhof ist einer der wichtigsten Verknüpfungspunkte des dichtesten Ballungsraums Deutschlands. Knapp 250.000 Reisende pro Tag passieren die Station. Die Landeshauptstadt liegt zwischen den großen Bahnknoten Köln, Duisburg, Essen und Wuppertal und wird von zahlreichen ICE-, IC-, Regionalexpress-, Regionalbahn- und S-Bahn-Linien bedient. Anders als klassische Kopfbahnhöfe ist Düsseldorf als Durchgangsbahnhof organisiert, sodass Züge ohne Richtungswechsel durch den Knoten fahren können.
Der heutige Hauptbahnhof entstand Ende des 19. Jahrhunderts aus der Zusammenlegung mehrerer älterer Bahnanlagen. Das heutige Empfangsgebäude wurde in den 1930er-Jahren neu gestaltet. Für den Personenverkehr stehen 16 Bahnsteiggleise zur Verfügung. Von hier bestehen direkte Verbindungen unter anderem nach Köln, Ruhrgebiet, Berlin, Frankfurt, München, Amsterdam und in weitere internationale Ziele. Unterhalb beziehungsweise unmittelbar vor dem Bahnhof liegt außerdem ein bedeutender Stadtbahn- und Straßenbahnknoten. Das macht die tatsächliche Mobilitätsleistung größer, als die Zahl der Fern- und Regionalbahngleise allein vermuten lässt. Die Stadt plant seit Jahren eine umfassende Neuordnung des Konrad-Adenauer-Platzes vor dem Bahnhof, einschließlich verbesserter Wegebeziehungen und zusätzlicher Fahrradabstellmöglichkeiten. Im Vergleich zu Stuttgart und Köln liegt Düsseldorf bei der täglichen Frequenz etwas niedriger, bleibt aber einer der wichtigsten Umsteigebahnhöfe in Nordrhein-Westfalen.
- Knapp 250.000 Reisende pro Tag.
- 16 Bahnsteiggleise.
- Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr in einem gemeinsamen Knoten.
- Direkte Verbindungen in alle großen Teile des Rhein-Ruhr-Raums.
- Wichtiger Stadtbahnknoten unter dem Bahnhofsumfeld.
- Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes geplant.
- Ort
- Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen
- Reisende täglich
- knapp 250.000
- Bahnsteiggleise
- 16
- Bauform
- Durchgangsbahnhof
- Verkehrsarten
- ICE, IC, Regionalverkehr und S-Bahn
- ÖPNV-Anschluss
- Stadtbahn, Straßenbahn und Bus
- Bahnhofsumfeld
- Konrad-Adenauer-Platz
- Regionale Rolle
- Zentraler Knoten zwischen Köln und Ruhrgebiet
- Internationale Verbindungen
- unter anderem Richtung Niederlande
- Besonderheit
- Sehr hohe Umsteigefunktion im polyzentrischen Rhein-Ruhr-Raum
- Quelle
- Landeshauptstadt Düsseldorf
8. Hannover Hauptbahnhof – 250.000 Reisende an Deutschlands Nord-Süd-Drehkreuz
Rang: 8 Fernverkehrsknoten
Hannover ist kleiner als Hamburg, Berlin, Köln oder München, besitzt aber einen Bahnhof, dessen Bedeutung weit über die Einwohnerzahl der Stadt hinausgeht. Rund 250.000 Reisende und etwa 750 Züge passieren nach Angaben von Visit Hannover täglich den Hauptbahnhof. Zwölf Bahnsteiggleise reichen aus, weil Hannover als klassischer Durchgangsbahnhof funktioniert und Züge den Knoten ohne Richtungswechsel durchfahren können.
Seine Stärke ergibt sich aus der Netzgeographie. Hier treffen die großen Nord-Süd-Verbindungen von Hamburg und Bremen Richtung Frankfurt, Stuttgart und München auf Ost-West-Strecken zwischen Berlin, Ruhrgebiet und dem Rheinland. Dadurch ist Hannover für viele Fahrgäste vor allem ein Umsteigebahnhof. Eisenbahngeschichte besitzt der Standort seit 1847; das heutige historische Empfangsgebäude stammt im Kern von 1879. Zur Expo 2000 wurde die Anlage grundlegend modernisiert und erhielt deutlich größere Einkaufs- und Servicebereiche. Unter dem Ernst-August-Platz liegt zusätzlich eine Stadtbahnstation, während die S-Bahn Hannover den Hauptbahnhof als zentralen Knoten ihres Netzes nutzt. Im direkten Vergleich mit Düsseldorf bewegen sich beide Stationen bei etwa 250.000 täglichen Reisenden. Düsseldorf liegt aufgrund historisch etwas höherer Stationsfrequenzen knapp davor; Hannover besitzt dafür eine besonders starke überregionale Umsteigefunktion. Die rund 750 täglichen Züge auf zwölf Gleisen verdeutlichen die intensive Nutzung.
- Rund 250.000 Reisende täglich.
- Etwa 750 Züge pro Tag.
- Zwölf Bahnsteiggleise.
- Eisenbahnbetrieb am Standort seit 1847.
- Heutiges Empfangsgebäude im Kern von 1879.
- Große Modernisierung im Vorfeld der Expo 2000.
- Ort
- Hannover, Niedersachsen
- Reisende täglich
- rund 250.000
- Züge täglich
- rund 750
- Bahnsteiggleise
- 12
- Bauform
- Durchgangsbahnhof
- Erster Bahnhof
- 1847
- Heutiges Gebäude
- 1879
- Große Modernisierung
- um 2000
- Netzfunktion
- Kreuzung wichtiger Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen
- Besonderheit
- Außergewöhnlich große Fernverkehrsbedeutung gemessen an der Stadtgröße
- Quelle
- Visit Hannover
9. Nürnberg Hauptbahnhof – 200.000 Menschen und 22 Bahnsteiggleise
Rang: 9 Bayern-Knoten
Nürnberg Hauptbahnhof gehört zu den größten Bahnhöfen Deutschlands, obwohl seine tägliche Personenfrequenz mit rund 200.000 Menschen deutlich unter Hamburg, Frankfurt oder München liegt. Seine bauliche Dimension ist dafür beträchtlich: 22 Bahnsteiggleise machen Nürnberg zu einem der gleisreichsten großen Personenbahnhöfe des Landes. Der Bahnhof liegt unmittelbar vor der historischen Altstadt und bündelt Fern-, Regional-, S-Bahn- und städtischen Nahverkehr an einem zentralen Punkt.
Der erste Nürnberger Centralbahnhof entstand Mitte des 19. Jahrhunderts; das heutige monumentale Empfangsgebäude geht auf den großen Neubau um 1900 zurück. Verkehrlich treffen hier mehrere bedeutende Achsen zusammen: die ICE-Verbindungen Richtung München und Berlin, die Ost-West-Strecken Richtung Würzburg und Frankfurt sowie zahlreiche Regionalstrecken nach Franken, Oberpfalz und Thüringen. Unter dem Bahnhof halten zusätzlich mehrere Nürnberger U-Bahn-Linien. Dadurch entsteht eine vertikale Verknüpfung, ähnlich wie in München oder Frankfurt, wenn auch in kleinerem Maßstab. Das Bayerische Innenministerium bezeichnete Nürnberg 2025 mit rund 200.000 Menschen täglich als einen der zentralen Verkehrsknotenpunkte Bayerns. Die große Zahl von 22 Bahnsteiggleisen ist dabei teilweise historisch bedingt: Nürnberg verteilt viele Regional- und Fernverkehrsrelationen auf eine breite Durchgangsanlage. Gegenüber Hannover liegt die Frequenz niedriger, nach Gleiszahl ist Nürnberg jedoch deutlich größer.
- Rund 200.000 Menschen täglich.
- 22 Bahnsteiggleise.
- Fern-, Regional- und S-Bahn-Knoten für Nordbayern.
- Direkte ICE-Achse Berlin–Nürnberg–München.
- Mehrere U-Bahn-Linien unter dem Bahnhof.
- Empfangsgebäude in monumentaler Form seit Beginn des 20. Jahrhunderts.
- Ort
- Nürnberg, Bayern
- Menschen täglich
- rund 200.000
- Bahnsteiggleise
- 22
- Bauform
- Durchgangsbahnhof
- Verkehrsarten
- ICE, IC, Regionalverkehr und S-Bahn
- Städtische Anbindung
- U-Bahn, Straßenbahn und Bus
- Wichtige Achse
- Berlin–Nürnberg–München
- Regionale Bedeutung
- Zentraler Bahnknoten Frankens
- Lage
- unmittelbar an der Nürnberger Altstadt
- Besonderheit
- Sehr hohe Gleiszahl im Verhältnis zum täglichen Personenaufkommen
- Quelle
- Bayerisches Staatsministerium des Innern
10. Leipzig Hauptbahnhof – Europas größter Kopfbahnhof nach Fläche
Rang: 10 Flächenrekord 1915
Leipzig Hauptbahnhof zeigt besonders deutlich, warum „größter Bahnhof“ mehrere Bedeutungen haben kann. Beim täglichen Personenaufkommen liegt Leipzig mit rund 120.000 Reisenden hinter den anderen neun Stationen dieser Liste. Nach seiner baulichen Dimension ist er dagegen ein Rekordhalter: Leipzig Tourismus bezeichnet ihn als größten Kopfbahnhof Europas. Das monumentale Bauwerk wurde nach 13 Jahren Bauzeit am 1. Oktober 1915 eröffnet und war ursprünglich für zwei Eisenbahnverwaltungen konzipiert.
Die historische Querhalle ist rund 267 Meter lang, etwa 32 Meter breit und 18 Meter hoch. Der Bahnhofskomplex verfügt laut Leipzig Tourismus über 23 Fernbahngleise und rund 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Ein grundlegender Wandel erfolgte mit der Modernisierung in den 1990er-Jahren: Unter den Bahnsteigen entstanden die „Promenaden Hauptbahnhof“ mit mehr als 140 Geschäften und Gastronomiebetrieben. Seit 2013 verändert zudem der City-Tunnel die klassische Definition des Kopfbahnhofs. S-Bahnen fahren unter dem historischen Bahnhof hindurch und verbinden ihn direkt mit Stationen unter der Innenstadt. Dadurch kombiniert Leipzig heute ein monumentales historisches Kopfgleissystem mit einem modernen unterirdischen Durchgangsverkehr. Nach Fahrgastzahl reicht das nur für Rang zehn; nach Gebäudemaßstab und historischer Bahnsteiganlage würde Leipzig deutlich weiter oben stehen. Genau deshalb gehört der Bahnhof zwingend in eine umfassende Liste der größten deutschen Stationen.
- Rund 120.000 Reisende täglich laut Leipzig Tourismus.
- Als größter Kopfbahnhof Europas bezeichnet.
- Eröffnung am 1. Oktober 1915 nach 13 Jahren Bauzeit.
- Historische Querhalle etwa 267 Meter lang.
- 23 Fernbahngleise im historischen Bahnhofskomplex.
- Rund 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.
- Mehr als 140 Geschäfte in den Promenaden.
- Seit 2013 unterirdischer Durchgangsverkehr durch den City-Tunnel.
- Ort
- Leipzig, Sachsen
- Reisende täglich
- rund 120.000
- Historische Fernbahngleise
- 23
- Bauform
- Kopfbahnhof mit unterirdischem City-Tunnel
- Eröffnung
- 1. Oktober 1915
- Bauzeit
- 13 Jahre
- Länge Querhalle
- ca. 267 m
- Breite Querhalle
- ca. 32 m
- Höhe Querhalle
- ca. 18 m
- Verkaufsfläche
- rund 30.000 m²
- Geschäfte
- mehr als 140
- Besonderheit
- Größter Kopfbahnhof Europas nach baulicher Dimension
- Quelle
- Leipzig Tourismus
FAQ: Die größten Bahnhöfe Deutschlands
Welcher ist der größte Bahnhof Deutschlands?
Nach dem täglichen Reisenden- und Besucheraufkommen steht Hamburg Hauptbahnhof auf Platz eins. Rund 550.000 Menschen nutzen ihn täglich. Nach anderen Kriterien kann die Antwort anders ausfallen: München besitzt mehr oberirdische Bahnsteiggleise, während Leipzig als größter Kopfbahnhof Europas nach baulicher Dimension gilt.
Welcher deutsche Bahnhof hat die meisten Gleise?
Unter den großen Hauptbahnhöfen dieser Liste besitzt München mit 32 oberirdischen Bahnsteiggleisen die größte Gleiszahl. Nürnberg folgt mit 22 Bahnsteiggleisen. Die Zahl allein sagt allerdings wenig über die tatsächliche Kapazität aus, weil Durchgangsbahnhöfe Gleise intensiver nutzen können als Kopfbahnhöfe.
Warum ist Hamburg trotz nur 14 Gleisen auf Platz eins?
Hamburg Hauptbahnhof konzentriert ein außergewöhnlich hohes Verkehrsaufkommen auf eine vergleichsweise kleine Anlage. Rund 550.000 Reisende und Besucher sowie mehr als 800 Fern- und Regionalzüge und rund 1.200 S-Bahnen pro Tag sorgen für eine extrem hohe Auslastung.
Ist Leipzig Hauptbahnhof der größte Bahnhof Deutschlands?
Nach Fahrgastzahl nein. Leipzig liegt mit rund 120.000 Reisenden täglich deutlich hinter Hamburg, Frankfurt oder München. Baulich besitzt Leipzig jedoch einen Superlativ: Der Hauptbahnhof gilt als größter Kopfbahnhof Europas und verfügt über eine monumentale historische Halle sowie eine sehr große Grundfläche.
Welcher ist der modernste große Bahnhof Deutschlands?
Berlin Hauptbahnhof ist der jüngste vollständig neu errichtete Großbahnhof dieser Liste. Er wurde 2006 eröffnet und kombiniert Ost-West- und Nord-Süd-Verkehr auf verschiedenen Ebenen. Stuttgart wird mit Stuttgart 21 künftig ebenfalls grundlegend neu organisiert, befindet sich im August 2026 aber noch im Umbau.







