Die 10 größten Brände der Geschichte

Die 10 größten Brände der Geschichte

Diese Liste zeigt die zehn größten Brände der Geschichte – gemessen an der betroffenen Fläche in Hektar. Sie umfasst Natur- und Buschbrände, die in einzelnen Jahren oder Zeiträumen außer Kontrolle gerieten und riesige Landstriche verwüsteten. Berücksichtigt werden vor allem dokumentierte Großereignisse seit dem 20. Jahrhundert, bei denen Satellitenaufnahmen, historische Aufzeichnungen oder Behördenberichte eine grobe Flächenangabe ermöglichen. Viele dieser Feuer gelten als „Megafeuer“ oder „Gigafeuer“ – sie verändern ganze Landschaften, setzen enorme Mengen Treibhausgase frei und hinterlassen langfristige Spuren in Ökosystemen und Gesellschaften.

Übersicht

  1. Australien 1974–75
  2. Black Summer 2019–20
  3. Sibirien 2003
  4. Bolivien 2024
  5. Alaska 2004
  6. Chinchaga Fire 1950
  7. Great Fire 1910
  8. Black Dragon Fire 1987
  9. Smokehouse Creek Fire 2024
  10. August Complex Fire 2020
Rang Ereignis Land / Region Jahr(e) Fläche (gerundet) Brandtyp Besonderheit
1 Australien 1974–75 Australien (mehrere Bundesstaaten) 1974–1975 ca. 117 Mio. ha Busch- und Graslandfeuer Größter dokumentierter Flächenbrand, rund 15 % des Kontinents betroffen
2 Black Summer 2019–20 Australien 2019–2020 ca. 24 Mio. ha Busch- und Waldbrände Milliarden Tiere betroffen, globale Symbolkatastrophe des Klimawandels
3 Sibirien 2003 Russland (Taiga) 2003 rund 20 Mio. ha Wald- und Torfbrände Massive Rauchwolken über Asien, schwer kontrollierbare Taiga-Feuer
4 Bolivien 2024 Bolivien (Amazonas & Savannen) 2024 über 10 Mio. ha Wald- und Savannenbrände Schlimmste Feuersaison des Landes, große Teile des Amazonas betroffen
5 Alaska 2004 USA (Alaska) 2004 ca. 2,6–2,7 Mio. ha Boreale Wald- und Tundrabrände Rekord-Feuersaison, neuer Maßstab für Großfeuer in hohen Breiten
6 Chinchaga Fire 1950 Kanada (Alberta/BC) 1950 ca. 1,4 Mio. ha Waldbrand Größter einzelne Waldbrand Nordamerikas, „Blue Sun“-Phänomen
7 Great Fire 1910 USA (Idaho/Montana) 1910 ca. 1,2 Mio. ha Waldbrand Prägte die Forstpolitik der USA, über 80 Todesopfer
8 Black Dragon Fire 1987 China / UdSSR 1987 ca. 1,0–1,2 Mio. ha Waldbrand Tödlichster Waldbrand Chinas, enorme Holzverluste
9 Smokehouse Creek Fire 2024 USA (Texas/Oklahoma) 2024 ca. 0,43 Mio. ha Gras- und Buschbrand Größter Brand in Texas und einer der größten der USA 2024
10 August Complex Fire 2020 USA (Kalifornien) 2020 ca. 0,42 Mio. ha Megafeuer-Komplex Erstes „Gigafeuer“ Kaliforniens, über 1 Mio. Acres verbrannt

Australien 1974–75

Rang: 1

Die Buschfeuer-Saison 1974/75 in Australien ist bis heute ein kaum vorstellbares Ereignis: Über viele Monate hinweg brannten im Landesinneren und in mehreren Bundesstaaten geschätzt rund 117 Millionen Hektar – etwa 15 % der gesamten Landfläche des Kontinents. Ausgelöst wurde diese „Feuersaison der Extreme“ durch eine besondere Wetterkonstellation: Nach ungewöhnlich feuchten Jahren wuchsen riesige Mengen Gras und Buschvegetation, die dann in einem sehr heißen, trockenen Sommer zu perfektem Brennstoff wurden. Weil weite Teile des Outbacks nahezu unbewohnt sind, standen damals vergleichsweise wenige Menschen und Gebäude direkt in der Schusslinie. Die Folgen für Viehhaltung, Zäune, Infrastruktur und Ökosysteme waren dennoch enorm – hunderttausende Tiere verendeten, ganze Weidegebiete waren für Jahre unbrauchbar. In den Medien wurde die Katastrophe jedoch nur begrenzt wahrgenommen, da spektakuläre Bilder von besiedelten Gebieten weitgehend fehlten. Erst im Rückblick erkannten Forschende und Behörden das volle Ausmaß: Satellitendaten und Auswertungen ergaben, dass es sich um das flächenmäßig größte bekannte Buschfeuer der Geschichte handelt. In der wissenschaftlichen Literatur und bei Guinness World Records wird das Ereignis heute als „größter Grasland-Brand-Komplex“ der Aufzeichnungen geführt und dient als Referenz dafür, was extreme Witterung und Brennstoffmengen in trockenen Kontinenten bewirken können.

  • Extremes Wachstum von Grasland im Vorjahr, gefolgt von heißem, trockenem Sommer
  • Rund 117 Mio. ha verbrannt – etwa 15 % der Landfläche Australiens
  • Trotz gigantischer Ausmaße vergleichsweise geringe Zahl menschlicher Opfer
Datum:
1974–1975
Fläche:
ca. 117 Mio ha
Ort:
Australien (NT, WA, QLD, SA, NSW, VIC)
Quelle:
Guinness World Records – Australian bushfire 1974–75

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Black Summer 2019–20

Rang: 2

Der „Black Summer“ 2019/20 ist für viele Menschen das Sinnbild moderner Megafeuer: Wochenlang stand Australien in Flammen, TV-Bilder von feuerroten Himmeln und evakuierten Küstenstädten gingen um die Welt. Insgesamt brannten in dieser Saison nach Auswertungen von Behörden und Forschenden deutlich über 20 Millionen Hektar, viele Schätzungen sprechen von rund 24 Millionen Hektar Fläche. Besonders betroffen waren New South Wales und Victoria, aber auch andere Bundesstaaten kämpften mit beispiellosen Feuern. Neben 33 direkt durch die Brände getöteten Menschen starben hunderte weitere an den Folgen der extremen Luftverschmutzung. Ganze Ortschaften wurden zerstört, tausende Häuser brannten nieder. Ein besonders erschütternder Aspekt war das Ausmaß des ökologischen Schadens: Eine WWF-Studie schätzt, dass nahezu drei Milliarden Tiere – Säugetiere, Vögel, Reptilien und Frösche – getötet oder vertrieben wurden; für einige Arten war der Black Summer möglicherweise ein entscheidender Schritt Richtung Aussterben. Die dichten Rauchwolken zogen bis nach Neuseeland und beeinflussten sogar die Atmosphäre über Südamerika. Klimaforschende sehen in dieser Feuersaison ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie Klimawandel, Dürre, Hitzewellen und lange unterdrückte Feuerregime zusammenwirken. Politisch führte der Black Summer zu intensiven Debatten über Klimapolitik, Landnutzung, Feuerprävention und den Schutz von Feuerwehrkräften und Freiwilligen.

  • Rund 24 Mio. ha verbrannte Fläche in mehreren Bundesstaaten
  • 33 direkte Todesopfer, tausende zerstörte Gebäude, massive Rauchbelastung
  • WWF schätzt fast 3 Mrd. betroffene oder getötete Tiere
Datum:
2019–2020
Fläche:
ca. 24 Mio ha
Ort:
Australien
Quelle:
WWF Australien – Bushfire Crisis

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Sibirien 2003

Rang: 3

Die Taiga Sibiriens gehört zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten der Erde – und ist zugleich ein Hotspot für schwer kontrollierbare Wald- und Torfbrände. Im Jahr 2003 kam es dort zu einer besonders extremen Feuersaison. Satellitenauswertungen zeigten, dass in Russland in jenem Jahr rund 20 Millionen Hektar Fläche brannten, ein Großteil davon in sibirischen Nadelwäldern. Die Ursachen sind typisch für die Region: lange Trockenperioden, Hitze, Gewitter mit vielen Blitzeinschlägen und schwer zugängliches Gelände, in dem Feuer oft lange unentdeckt schwelen. Hinzu kommt, dass in abgelegenen Gebieten Löschmaßnahmen häufig nicht wirtschaftlich oder logistisch sinnvoll sind – viele Brände werden daher nur beobachtet, solange sie keine Siedlungen bedrohen. 2003 sorgten die Feuer für riesige Rauchwolken, die bis in dicht besiedelte Regionen Ostasiens zogen und die Luftqualität drastisch verschlechterten. Klimaforschende sehen in solchen Ereignissen einen doppelten Effekt: Zum einen werden große Mengen Kohlenstoff freigesetzt, zum anderen taut durch die Hitze und das Abbrennen der Vegetationsdecke stellenweise Permafrost auf, wodurch zusätzlich Treibhausgase entweichen können. Schätzungen der verbrannten Fläche variieren je nach Datensatz, doch remote-sensing-Analysen von NASA und Forschungseinrichtungen bestätigen, dass frühe 2000er-Jahre – inklusive 2003 – zu den Brandschwerpunktjahren mit rund 20 Millionen Hektar jährlicher Brandfläche in Russland gehören.

  • Rund 20 Mio. ha Taiga- und Waldfläche in Russland betroffen
  • Brände oft schwer zugänglich, Löschung in abgelegenen Gebieten begrenzt
  • Rauchschwaden beeinflussten Luftqualität weit über Sibirien hinaus
Datum:
2003
Fläche:
ca. 20 Mio ha
Ort:
Sibirien, Russland
Quelle:
NASA Earth Observatory – Wildfires in Siberia

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Bolivien 2024

Rang: 4

Bolivien geriet 2024 in eine seiner schlimmsten Umweltkrisen überhaupt: Infolge extremer Trockenheit, langanhaltender Hitze und landwirtschaftlich motivierter Brandrodungen brannten im Verlauf des Jahres über 10 Millionen Hektar – nach manchen Regierungsangaben bis zu 11 Millionen Hektar, also rund 10–12 % der Landesfläche. Besonders betroffen war der Osten des Landes, inklusive Amazonas-Niederungen, Savannen und Trockenwäldern. Viele Brände entstanden in Gebieten, in denen Feuer als Werkzeug der Flächenvorbereitung für Viehzucht oder Sojaanbau genutzt wird. Unter den extremen Wetterbedingungen gerieten zahlreiche dieser Brände außer Kontrolle und fraßen sich in geschützte Ökosysteme vor, darunter Nationalparks und indigene Territorien. Die Folgen waren dramatisch: ganze Dörfer wurden evakuiert, Ernten und Weideflächen gingen verloren, Rauchschwaden legten Städte unter Smog. Umweltorganisationen sprechen von einem massiven Verlust an Biodiversität, da besonders artenreiche Wald- und Feuchtgebiete betroffen waren. Kritiker werfen der Politik vor, durch zu großzügige Brandrodungsregelungen und unzureichende Kontrollen die Eskalation mitverursacht zu haben. International wurden die Brände als Beispiel dafür diskutiert, wie Klimawandel und entwaldungsgetriebene Landnutzung zusammen eine gefährliche Branddynamik erzeugen, die sich schwer wieder einfangen lässt.

  • Über 10 Mio. ha verbrannt – schlimmste Feuersaison in Boliviens Geschichte
  • Starke Betroffenheit von Amazonas-Wäldern, Savannen und Schutzgebieten
  • Intensive Diskussion über Brandrodung, Landnutzung und Klimapolitik
Datum:
2024
Fläche:
ca. 10–11 Mio ha
Ort:
Bolivien (v. a. östliche Tiefländer)
Quelle:
Reuters – Bolivia wildfires burn record area

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Alaska 2004

Rang: 5

Auch in den hohen Breiten brennen Wälder – und das Jahr 2004 zeigte, wie extrem diese Feuer ausfallen können. In Alaska erlebte man damals die größte Feuersaison seit Beginn der Aufzeichnungen: Rund 6,6 Millionen Acres, also etwa 2,6–2,7 Millionen Hektar, gingen in Flammen auf. Verantwortlich war eine Kombination aus ungewöhnlich warmem, teils sehr trockenem Sommerwetter und zahlreichen Gewittern, die hunderte Brände entzündeten. Viele Feuer loderten in dünn besiedelten borealen Wäldern und Tundra-Gebieten, wodurch direkte Schäden an Gebäuden begrenzt blieben – aber die Rauchentwicklung war enorm. Weite Teile des Bundesstaats lagen tagelang unter einer dichten Rauchglocke, der Himmel verfärbte sich gelblich, und Sichtweiten brachen ein. Aus klimawissenschaftlicher Sicht ist die Saison 2004 besonders bedeutsam, weil sie einen Trend zu häufigeren „Megafeuer-Jahren“ in hohen Breiten markiert: Steigende Temperaturen verlängern die Feuersaison, trocknen Böden aus und tauen Permafrostböden an. Studien und Berichte von Forschungsinstitutionen und der Forstverwaltung zeigen, dass 2004 mit seinen 6,59 Millionen verbrannten Acres rund ein Viertel der Fläche ausmachte, die in Alaska in den zwei Jahrzehnten von 1985 bis 2004 insgesamt von Waldbränden betroffen war. Das Jahr gilt daher als Referenzpunkt, an dem vielen Verantwortlichen klar wurde, dass sich das Feuerregime im Norden verändert.

  • Rekordjahr für Alaska: ca. 6,6 Mio. Acres (≈ 2,7 Mio. ha) verbrannt
  • Über 700 Brände, viele durch Blitze ausgelöst
  • Starker Hinweis auf ein sich veränderndes Feuerregime im hohen Norden
Datum:
2004
Fläche:
ca. 2,6–2,7 Mio ha
Ort:
Alaska, USA
Quelle:
FRAMES / Alaska’s Changing Wildfire Environment

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Chinchaga Fire 1950

Rang: 6

Das Chinchaga-Feuer von 1950 in Kanada ist weniger bekannt als andere Katastrophen, gilt aber als größte einzelne Waldbrandfläche in der Geschichte Nordamerikas. Zwischen Juni und Oktober brannte im Norden von Alberta und British Columbia ein riesiges Gebiet von etwa 1,4 Millionen Hektar ab. Das Feuer – auch „Wisp Fire“ oder „Chinchaga River Fire“ genannt – entstand in einer abgelegenen borealen Waldregion, in der damals nur wenige Menschen lebten. Entsprechend gering waren die unmittelbar dokumentierten Sachschäden und Opferzahlen. Trotzdem war die Brandkatastrophe weltweit spürbar: Der Rauchgürtel zog über ganz Nordamerika und bis nach Europa, wo Menschen sich an einen „blauen Mond“ und eine verdunkelte Sonne erinnern – verursacht durch die Streuung des Sonnenlichts an den Rauchpartikeln in der Atmosphäre. Historische Analysen zeigen, dass die betroffenen Gebiete nördlich der etablierten Feuerkontrolllinien der Forstverwaltungen lagen; viele Brände wurden damals schlicht sich selbst überlassen. Erst Jahrzehnte später rückte Chinchaga stärker ins wissenschaftliche Bewusstsein, als Forschende die Dimensionen rekonstruieren und die Bedeutung für Kohlenstoffhaushalt und Klima abschätzten. Heute wird die Saison 1950 mit ihren rund drei Millionen Hektar Gesamtbrandfläche – davon 1,4 Millionen Hektar allein im Chinchaga-Feuer – als frühes Beispiel eines borealen Megabrands verstanden.

  • Größter einzelne registrierte Waldbrand Nordamerikas mit ca. 1,4 Mio. ha
  • Rauchschleier sorgte bis nach Europa für ungewöhnliche Himmelphänomene
  • Lag weit jenseits der damaligen aktiven Feuerkontrollzonen
Datum:
1950
Fläche:
ca. 1,4 Mio ha
Ort:
Alberta/British Columbia, Kanada
Quelle:
Canadian Disaster Database – Chinchaga Fire

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Great Fire 1910

Rang: 7

Der „Great Fire of 1910“, auch „Big Blowup“ genannt, ist einer der prägendsten Waldbrände in der Geschichte der USA. Innerhalb weniger Tage im August 1910 brannte im Nordwesten der Vereinigten Staaten – vor allem in Idaho und Montana, teilweise auch in Washington und British Columbia – eine Fläche von rund drei Millionen Acres nieder, also etwa 1,2 Millionen Hektar. Ausgelöst wurde die Katastrophe durch eine Kombination aus extremer Dürre, zahlreichen kleineren Feuern und einem plötzlichen Sturm, der die einzelnen Brandherde zu einem gigantischen Feuersturm vereinte. Ganze Wälder verwandelten sich in kürzester Zeit in lodernde Flammenfronten, Funkenflug setzte weit entfernte Gebiete in Brand. Besonders tragisch: Mindestens 86 Menschen kamen ums Leben, darunter viele Feuerwehrmänner, die damals noch mit äußerst begrenzter Ausrüstung gegen die Feuer ankämpften. Das Ereignis markiert einen Wendepunkt in der US-Forstpolitik. Der neu gegründete U.S. Forest Service erhielt massiv mehr Mittel, und die Ideologie der konsequenten Feuerunterdrückung („10 a.m. policy“) wurde etabliert – mit langfristigen Folgen für Waldstruktur und Brennstoffansammlung. In der historischen Erinnerung gilt der Great Fire als mahnendes Beispiel dafür, wie eine Vielzahl kleinerer Brände unter extremen Bedingungen zu einer unkontrollierbaren Mega-Katastrophe verschmelzen kann.

  • Rund 3 Mio. Acres (≈ 1,2 Mio. ha) Waldfläche in wenigen Tagen verbrannt
  • Mindestens 86 Tote, vor allem Feuerwehrleute
  • Löste grundlegende Veränderungen in der US-Waldbrandpolitik aus
Datum:
1910
Fläche:
ca. 1,2 Mio ha
Ort:
Idaho/Montana, USA
Quelle:
Encyclopaedia Britannica – Big Blowup of 1910

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Black Dragon Fire 1987

Rang: 8

Das „Black Dragon Fire“ von 1987 – in China auch als Daxing’anling-Waldbrand bekannt – zählt zu den größten und tödlichsten Waldbränden der jüngeren Geschichte. In der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang brach Anfang Mai ein Feuer in den Wäldern des Großen Hinggan-Gebirges aus und breitete sich rasch aus; gleichzeitig erfassten Flammen auch angrenzende Gebiete in der damaligen Sowjetunion. Insgesamt wurden rund 10.000 Quadratkilometer Wald- und Siedlungsgebiet betroffen, Schätzungen zufolge verbrannten etwa 1,0 bis 1,2 Millionen Hektar Wald. Besonders dramatisch war die Bilanz an Menschenleben: Mehr als 200 Menschen kamen ums Leben, hunderte wurden verletzt, und zehntausende verloren ihr Zuhause. Untersuchungen machen eine Mischung aus langanhaltender Dürre, forstwirtschaftlicher Übernutzung und unzureichendem Sicherheitsmanagement verantwortlich. Das Feuer vernichtete erhebliche Teile der chinesischen Holzreserven und führte zu enormen wirtschaftlichen Kosten. Gleichzeitig markierte es einen Wendepunkt in der chinesischen Forst- und Brandschutzpolitik, inklusive strengeren Vorschriften, neuen Strukturen im Katastrophenschutz und groß angelegten Aufforstungsprogrammen. International wird das Black Dragon Fire oft als frühes Beispiel eines „Megafeuers“ im borealen Waldgürtel zitiert, das deutlich machte, wie anfällig auch wirtschaftlich genutzte Wälder für katastrophale Brände sind, wenn sich Klimafaktoren und menschliche Eingriffe ungünstig überlagern.

  • Rund 1,0–1,2 Mio. ha Wald in China und der damaligen UdSSR verbrannt
  • Über 200 Todesopfer, zehntausende Menschen obdachlos
  • Auslöser für umfassende Reformen im chinesischen Forst- und Brandschutz
Datum:
1987
Fläche:
ca. 1,0–1,2 Mio ha
Ort:
Heilongjiang (China) / Amur-Region (UdSSR)
Quelle:
Guinness World Records – Great Black Dragon Fire

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Smokehouse Creek Fire 2024

Rang: 9

Das Smokehouse-Creek-Feuer im Frühjahr 2024 war ein Weckruf für den Süden der USA. In der ländlichen Panhandle-Region von Texas entfachten heruntergerissene Stromleitungen bei extrem trockenen Bedingungen ein Graslandfeuer, das sich in Windeseile über Weiden und Ranchland ausbreitete. Innerhalb weniger Tage standen riesige Flächen in Flammen, das Feuer sprang stellenweise bis nach Oklahoma über. Nach Angaben von US-Behörden wurden mehr als eine Million Acres – also über 400.000 Hektar – verbrannt, womit es zum größten dokumentierten Brand in der Geschichte des Bundesstaates Texas wurde und zugleich zu den größten Feuern der USA im Jahr 2024 zählte. Besonders betroffen waren Rinderfarmen: Zehntausende Stück Vieh verendeten, Zäune, Scheunen und Häuser wurden zerstört, ganze Gemeinden mussten evakuiert werden. Zwei Menschen verloren ihr Leben, hunderte Einsatzkräfte kämpften über Wochen gegen Flammen und Glutnester. Das Ereignis löste eine intensive Diskussion über Infrastruktur-Sicherheit, Wartung von Stromleitungen und die Vorbereitung ländlicher Regionen auf immer extremere Feuerbedingungen aus. In Analysen wird das Smokehouse-Creek-Feuer häufig in einen größeren Kontext gestellt: wiederkehrende Dürre, wachsende Brennstoffmengen in Graslandschaften und starke Winde bilden eine gefährliche Kombination, die im Zuge des Klimawandels häufiger auftreten dürfte.

  • Mehr als 1 Mio. Acres (≈ 0,43 Mio. ha) Gras- und Weideland verbrannt
  • Größter dokumentierter Brand in Texas, Schäden an Farmen und Infrastruktur
  • Diskussion um Stromnetze, Prävention und Klimarisiken in ländlichen Regionen
Datum:
2024
Fläche:
ca. 425 000–430 000 ha
Ort:
Texas/Oklahoma, USA
Quelle:
FEMA – Texas Fires Feb–Mar 2024 (Smokehouse Creek)

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August Complex Fire 2020

Rang: 10

Das August-Complex-Feuer von 2020 in Kalifornien markiert einen neuen Maßstab für Waldbrände im Westen der USA. Auslöser war eine ausgeprägte Gewitterlage Mitte August, bei der Hunderte Blitzeinschläge zahlreiche Einzelbrände im abgelegenen Mendocino National Forest entfachten. 38 dieser Feuer, darunter der große Doe Fire, wuchsen zusammen und bildeten schließlich den „August Complex“ – ein Megafeuer, das sich über mehrere Countys und Nationalwälder erstreckte. Bis zur endgültigen Eindämmung Mitte November verbrannte der Komplex 1.032.648 Acres, also knapp 418.000 Hektar, und wurde damit zum ersten dokumentierten „Gigafeuer“ Kaliforniens (Feuer mit über einer Million Acres). Die Flammen zerstörten hunderte Gebäude, ein Feuerwehrmann kam ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Wochenlang prägten dichte Rauchwolken den Himmel über Nordkalifornien; Städte lagen unter orangefarbenen Dämmerlichtern, Luftqualitätsindizes erreichten gefährliche Spitzenwerte. Das Feuer fügt sich ein in eine Serie extrem großer Brände im Westen der USA, die durch länger andauernde Hitzewellen, Dürre und dichte Brennstoffbelastung in den Wäldern begünstigt werden. Für die Forst- und Brandschutzplanung gilt der August Complex als Fallstudie dafür, wie mehrere zeitgleich entstehende Brände in schwer zugänglichem Gelände rasch zu einem riesigen Komplex verschmelzen können – und wie wichtig angepasste Landschaftspflege, Frühwarnsysteme und grenzüberschreitende Einsatzkoordination sind.

  • 1.032.648 Acres (≈ 417 900 ha) verbrannt – größtes Feuer in Kaliforniens Geschichte
  • Entstand aus 37–38 Einzelbränden, die zu einem Gigafeuer verschmolzen
  • Hunderte zerstörte Gebäude, langanhaltende Rauchbelastung in Nordkalifornien
Datum:
2020
Fläche:
ca. 417 000 ha
Ort:
Northern California, USA
Quelle:
CAL FIRE – August Complex (Doe Fire)

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