Was sind die längsten Brücken der Welt? Diese Top-10 listet die größten Brücken nach Gesamtlänge des Bauwerks, unabhängig von Hauptspannweite oder Höhe. Entscheidend ist, wie viele Kilometer kontinuierliche Brücken- bzw. Viaduktstruktur tatsächlich gebaut wurden – nicht, wie spektakulär ein einzelnes Feld wirkt.
Auffällig: Viele Rekordhalter sind Hochgeschwindigkeitsbahn-Viadukte oder langgestreckte Autobahnbrücken in Asien. Dort verlaufen ganze Streckenabschnitte erhöht, um ebenerdige Kreuzungen zu vermeiden, Erdbebenkräfte kontrolliert abzuleiten und empfindliche Agrar- oder Feuchtgebiete zu schonen. Die folgenden Einträge kombinieren technische Eckdaten mit Funktion und verkehrlicher Bedeutung. Alle Längenangaben sind gerundete Richtwerte aus offiziellen oder fachlichen Quellen; kleinere Abweichungen je nach Messmethode ändern die Reihenfolge nicht.
Übersicht
- Danyang–Kunshan Grand Bridge (China)
- Changhua–Kaohsiung Viaduct (Taiwan)
- Tianjin Grand Bridge (China)
- Cangde Grand Bridge (China)
- Weinan Weihe Grand Bridge (China)
- Burapha Withi Expressway / Bang Na Expressway (Thailand)
- Beijing Grand Bridge (China)
- Hangzhou Bay Bridge (China)
- Runyang Yangtze River Bridge (China)
- Donghai Bridge (China)
| Rang | Brücke | Länge (km) | Typ | Land/Länder | Eröffnung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Danyang–Kunshan Grand Bridge | ca. 164,8 | Hochgeschwindigkeitsbahn-Viadukt | China | 2011 |
| 2 | Changhua–Kaohsiung Viaduct | ca. 157,3 | Hochgeschwindigkeitsbahn-Viadukt | Taiwan | 2007 |
| 3 | Tianjin Grand Bridge | ca. 113,7 | Hochgeschwindigkeitsbahn-Viadukt | China | 2011 |
| 4 | Cangde Grand Bridge | ca. 105,8 | Hochgeschwindigkeitsbahn-Viadukt | China | 2010 |
| 5 | Weinan Weihe Grand Bridge | ca. 79,7 | Hochgeschwindigkeitsbahn-Viadukt | China | 2010 |
| 6 | Burapha Withi / Bang Na Expressway | ca. 54–55 | Autobahn-Viadukt | Thailand | 2000 |
| 7 | Beijing Grand Bridge | ca. 48,1 | Hochgeschwindigkeitsbahn-Viadukt | China | 2011 |
| 8 | Hangzhou Bay Bridge | ca. 35,7 | Meeresquerung (Autobahn) | China | 2008 |
| 9 | Runyang Yangtze River Bridge | ca. 35,7 | Brückenkomplex (Hänge-/Schrägseilbrücke) | China | 2005 |
| 10 | Donghai Bridge | ca. 32–32,5 | Meeresquerung (Autobahn) | China | 2005 |
Danyang–Kunshan Grand Bridge (China)
Rang: 1
Der Rekordhalter der Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen Nanjing und Shanghai zieht sich wie ein technischer Horizont über die Landschaft des Jangtse-Deltas. Auf rund 165 Kilometern quert der Viadukt Reisfelder, Kanäle, Siedlungsgebiete und Feuchtflächen, ohne dass der Zugverkehr das Gelände zerschneidet. Statt massiver Dammschüttungen setzt das Bauwerk auf tausende Stützen und standardisierte 32-Meter-Spannbetonträger, die im Taktwerk vorgefertigt und mit Verschubkranen eingehoben wurden. Ein besonders markanter Abschnitt verläuft über den Yangcheng-See, wo längere Felder und Korrosionsschutz eine wichtige Rolle spielen. Die Pfahlgründungen sind für weiche Böden und mögliche Setzungen ausgelegt, gleichzeitig wurden seismische Einwirkungen berücksichtigt, um den Hochgeschwindigkeitsbetrieb auch bei Erdbeben kontrolliert herunterfahren zu können. Die Bauzeit betrug nur wenige Jahre, in denen mehrere Tausend Arbeitskräfte parallel an verschiedenen Abschnitten arbeiteten. Heute ist die Danyang–Kunshan Grand Bridge ein Schlüsselglied der Beijing–Shanghai-Schnellbahn und zeigt, wie stark sich das Konzept „Brücke“ im Zeitalter der Hochgeschwindigkeitsnetze von der klassischen Flussquerung hin zu kilometerlangen Linienbauwerken verschoben hat.
- Gesamtlänge: ca. 164,8 km
- Bauzeit: ~4 Jahre mit rund 10 000 Beschäftigten
- Funktion: erdbebengerecht ausgelegter HSR-Viadukt zur Minimierung von ebenerdigen Querungen
- Land
- China
- Eröffnung
- 2011
- Quelle
- Encyclopaedia Britannica
Changhua–Kaohsiung Viaduct (Taiwan)
Rang: 2
Der Changhua–Kaohsiung Viaduct bildet das südliche Rückgrat der Taiwan High Speed Rail und verknüpft die Metropolräume der Westküste mit einer durchgehend erhöhten Trasse. Auf mehr als 150 Kilometern ruht die Bahn auf seismisch detaillierten Pfeilern und vorgespannten Betonfeldern. Taiwan ist erdbebengefährdet, daher wurde das Bauwerk so ausgelegt, dass Züge im Ernstfall kontrolliert anhalten können, ohne dass der Viadukt kollabiert. Spezielle Lager, Sollbruchstellen und Dehnfugen sorgen dafür, dass sich Kräfte gezielt abbauen und Bauteile gegeneinander verschieben können. Gleichzeitig minimiert die Hochlage Eingriffe in bestehende Siedlungen, Straßen und Bewässerungssysteme und bündelt den Verkehr auf einer schmalen Trasse. Der Viadukt bindet mehrere HSR-Bahnhöfe an und ist dadurch ein zentraler Bestandteil des taiwanischen Pendler- und Fernverkehrs. Baustatisch profitiert das Projekt von einem hohen Maß an Standardisierung: Wiederkehrende Feldlängen, gleichartige Pfeilerformen und modulare Schalungen reduzierten Kosten und Bauzeit. Der Changhua–Kaohsiung Viaduct ist damit ein prototypisches Beispiel dafür, wie Hochgeschwindigkeitsinfrastruktur und Ingenieurbaukunst in einer erdbebenaktiven Region zusammenspielen.
- Gesamtlänge: ca. 157,3 km
- Konstruktionsprinzip: seismisch duktiler Viadukt mit vielen Standardfeldern
- Bedeutung: verbindet vier HSR-Stationen auf erhöhter Trasse
- Land
- Taiwan
- Fertigstellung
- 2004–2007
- Quelle
- Taiwan High Speed Rail (THSRC)
Tianjin Grand Bridge (China)
Rang: 3
Die Tianjin Grand Bridge ist ein weiterer Rekordviadukt der Beijing–Shanghai-Schnellbahn und überspannt auf über 110 Kilometern eine dicht genutzte und vielfach zerschnittene Landschaft zwischen Langfang und Qingxian. Statt getrennte Dämme, Überführungen und Unterführungen zu bauen, wird die Bahn hier als durchgehende Brücke geführt. Kern des Konzepts sind vorgefertigte Hohlkasten-Betonträger mit rund 32 Metern Spannweite, die im Fertigteilwerk hergestellt, per Schwertransport zur Baustelle gebracht und mit mächtigen Verschubkranen auf Pfeilerreihen gesetzt wurden. Diese Bauweise reduziert Erdbewegungen, verkürzt Bauzeiten und erleichtert die Qualitätskontrolle. Im Betrieb sorgt die kontinuierliche Trasse für ruhiges Fahrverhalten, geringe Wartungsaufwände im Unterbau und hohe Hochwassersicherheit, da Flüsse, Entwässerungsgräben und Straßen unter dem Viadukt hindurchgeführt werden. Wie bei anderen HSR-Viadukten spielte die Erdbebenauslegung eine große Rolle; gleichzeitig mussten Lärmschutz, Aerodynamik und die Integration in das regionale Verkehrsnetz berücksichtigt werden. Die Tianjin Grand Bridge ist daher weniger eine einzelne spektakuläre Brücke als vielmehr ein riesiges Infrastrukturband, das die Effizienz des gesamten Korridors prägt.
- Gesamtlänge: ca. 113,7 km
- Decksystem: 32-m-Boxträger, vorgefertigt und nachträglich vorgespannt
- Inbetriebnahme: Teil des HSR-Netzes seit 2011
- Land
- China
- Eröffnung
- 2011
- Quelle
- Encyclopaedia Britannica
Cangde Grand Bridge (China)
Rang: 4
Die Cangde Grand Bridge schließt eine weitere Lücke auf der Beijing–Shanghai-Linie und zeigt, wie Ingenieurbau auf weichen Untergründen funktioniert. Über mehr als 100 Kilometer tragen tausende Pfeiler den Viadukt über Ton- und Schwemmböden, die sich unter Last langsam verformen. Entsprechend wurden tiefreichende Pfahlgründungen, Lastvorbelastungen und Setzungsprognosen eingesetzt, um langfristige Bewegungen zu kontrollieren. Wie bei ihren Schwesterbrücken kommen standardisierte Spannbetonfelder zum Einsatz, die in Serie hergestellt wurden und eine schnelle Montage ermöglichten. Zusätzlich zur Tragfähigkeit stand die Erdbebensicherheit im Fokus: Verformbare Lager, Dehnfugen und detaillierte Bewehrungskonzepte sollen verhindern, dass bei seismischen Ereignissen kritische Bauteile versagen. Im Ergebnis entsteht eine schlanke, aber ausgesprochen robuste Hochgeschwindigkeitsstrecke, die zahlreiche Querungen von Straßen, Kanälen und landwirtschaftlichen Flächen bündelt. Für Reisende wirkt die Cangde Grand Bridge wie ein langes, leicht geschwungenes Band, das Städte und Provinzen nahtlos verbindet – ein gutes Beispiel dafür, wie serielle Großbrücken heute weniger ikonische Einzelbauwerke, sondern leistungsfähige Verkehrsbänder darstellen.
- Gesamtlänge: rund 105,8 km
- Kernpunkt: weiche Tonböden – Pfahlgründungen mit Setzungsmanagement
- Nutzung: Hochgeschwindigkeitsverkehr auf durchgehend erhöhter Trasse
- Land
- China
- Fertigstellung
- 2010
- Quelle
- TheStructuralEngineer.info
Weinan Weihe Grand Bridge (China)
Rang: 5
Die Weinan Weihe Grand Bridge ist Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke Zhengzhou–Xi’an und verbindet zwei wichtige Metropolräume in Zentralchina. Mit knapp 80 Kilometern Länge war sie bei ihrer Fertigstellung kurzzeitig die längste Brücke der Welt, bevor sie von späteren Projekten übertroffen wurde. Der Viadukt quert die Wei gleich mehrfach sowie zahlreiche Nebenflüsse, Straßenachsen und landwirtschaftliche Flächen. Baupraktisch setzte man auf großskaligen seriellen Segmentbau: Pfeiler, Auflager und Träger wurden stark standardisiert, um Produktion, Transport und Montage zu optimieren. Die hohe Betonmenge und der Stahlbedarf machten das Projekt auch logistisch zu einer Herausforderung. Für den Betrieb bringt die durchgehend erhöhte Trasse verschiedene Vorteile: weniger Bahnübergänge, bessere Hochwassersicherheit, geringere Beeinträchtigung des Bodens und ein ruhigeres Fahrverhalten bei hohen Geschwindigkeiten. Zugleich müssen Unterhaltung und Inspektion gut organisiert sein, da viele Lager, Fugen und Entwässerungselemente über die gesamte Länge überwacht werden müssen. Die Weinan Weihe Grand Bridge ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie Rekorde manchmal nur Zwischenstände in einer rasanten Ausbauphase sind.
- Gesamtlänge: ca. 79,7 km
- Bau: großskaliger serieller Segmentbau mit hohen Betonmengen
- Rolle: zentrale Ost-West-Achse im HSR-Netz der Provinzen Henan/Shaanxi
- Land
- China
- Fertigstellung
- 2008 (Strecke 2010 eröffnet)
- Quelle
- Webuild – Longest Bridges
Burapha Withi Expressway / Bang Na Expressway (Thailand)
Rang: 6
Der Burapha Withi Expressway, international meist als Bang Na Expressway bekannt, war lange Zeit die längste Straßenbrücke der Welt. Der elevierte Autobahnviadukt zieht sich über mehr als 50 Kilometer durch den Großraum Bangkok und entlastet damit eines der stauanfälligsten Ballungsräume Südostasiens. Konstruktiv besteht das Bauwerk aus einer riesigen Anzahl vorgefertigter Spannbetonsegmente, die in einer eigenen Precasting-Fabrik produziert wurden. Mittels span-by-span-Montage wurden die Teile feldweise auf bereits errichtete Pfeiler gehoben und dort vorgespannt. Die Fahrbahn bietet mehrere Fahrstreifen in jeder Richtung und ist als Mautstraße organisiert, wodurch Betrieb und Instandhaltung finanziert werden. Besonders bemerkenswert ist, dass die Brücke über weite Strecken bestehende Straßen und Kanäle überbaut, ohne zusätzlich große Flächen zu versiegeln – ein wichtiger Aspekt in einer flachen, hochwassergefährdeten Region. Im Alltag ist der Bang Na Expressway weniger Prestigeobjekt als essenzieller Verkehrskorridor, der Pendelzeiten verkürzt und den Zugang zum Hafen und zum Flughafen vereinfacht. Sein Rekordstatus unter den Straßenbrücken zeigt, wie sehr sich auch Autobahninfrastruktur in Richtung großmaßstäbiger Viaduktsysteme entwickelt hat.
- Gesamtlänge: ca. 54–55 km
- Querschnitt: sechs Fahrstreifen auf Spannbetonfahrbahn
- Besonderheit: riesige Precasting-Fabrik und span-by-span-Montage
- Land
- Thailand
- Eröffnung
- 2000
- Quelle
- PCI Journal (Fachartikel, PDF)
Beijing Grand Bridge (China)
Rang: 7
Die Beijing Grand Bridge markiert den nördlichen Abschnitt der Beijing–Shanghai-Schnellbahn und überbrückt auf knapp 50 Kilometern ein engmaschiges Netz aus Straßen, Gleisen und Siedlungsstrukturen im Großraum Peking. Ein durchgehender Viadukt vermeidet ebenerdige Kreuzungen, reduziert Lärmeinträge am Boden und erlaubt es, die Bahntrasse relativ schlank durch dicht bebaute Bereiche zu führen. Konstruktion und Bau folgen dem bereits bewährten Prinzip: viele kurzspannige Felder aus vorgefertigten Spannbetonträgern, getragen von standardisierten Pfeilern, die auf tiefen Gründungen stehen. Diese Serialisierung senkt die Kosten und erleichtert langfristig den Austausch einzelner Elemente. Gleichzeitig musste der Viadukt so gestaltet werden, dass er sich in die urbane Infrastruktur einfügt – etwa durch Brückenunterführungen, abgestufte Lärmschutzwände und abgestimmte Rampen zu Bahnhöfen. Für den Bahnverkehr ist die durchgehend erhöhte Strecke ein Stabilitätsgewinn: weniger Störungen durch Oberflächenverkehr, geringere Überschwemmungsgefahr und klare Trennung der Verkehrsarten. Damit steht die Beijing Grand Bridge stellvertretend für viele unspektakulär wirkende, aber hochfunktionale Großbauwerke des 21. Jahrhunderts.
- Gesamtlänge: ca. 48,15 km
- System: kontinuierlicher HSR-Viadukt mit kurzen Standardfeldern
- Nutzen: hohe Verfügbarkeit bei urbanen Randbedingungen
- Land
- China
- Eröffnung
- 2011
- Quelle
- Structurae (Datenbank)
Hangzhou Bay Bridge (China)
Rang: 8
Die Hangzhou Bay Bridge gehört zu den längsten Meeresquerungen der Welt und verbindet die Metropolenregionen Shanghai und Ningbo über die weite Hangzhou-Bucht. Die sechsstreifige Autobahnbrücke verkürzt die Fahrzeit deutlich und bildet einen wichtigen Abschnitt im Fernstraßennetz Ostchinas. Konstruktiv kombiniert das Projekt lange Platten- und Balkenabschnitte mit einem markanten Schrägseilfeld, das die Hauptschifffahrtsrinne überspannt. In der Brückenmitte befindet sich ein Service-Center auf einer künstlichen Insel, das als Rastanlage, technischer Stützpunkt und Notfallanlaufstelle dient. Der Bau in einer tidal geprägten Bucht mit starkem Wellengang und weichen Sedimenten stellte hohe Anforderungen an Gründungen, Korrosionsschutz und Bauablaufplanung. Mehrere Jahre lang prägten schwere Hebeschiffe, Baubargen und Installationsplattformen das Bild der Bucht. Für die Region ist die Brücke ein Motor der wirtschaftlichen Integration: Industriegebiete, Häfen und Städte rückten verkehrlich näher zusammen. Gleichzeitig sind Wartung und Überwachung aufwendig – insbesondere bei Sturmereignissen und Taifunen, wenn der Verkehr zeitweise eingeschränkt oder gesperrt werden muss.
- Gesamtlänge: ca. 35,673 km
- Hauptfeld: ca. 448 m (Schrägseilabschnitt)
- Wirkung: erhebliche Reisezeitverkürzung über die Bucht
- Land
- China
- Eröffnung
- 2008
- Quelle
- World Bank PPP Knowledge Lab
Runyang Yangtze River Bridge (China)
Rang: 9
Die Runyang Yangtze River Bridge ist kein einzelnes Bauwerk, sondern ein umfangreicher Brückenkomplex, der den mächtigen Jangtse zwischen Zhenjiang und Yangzhou überquert. Im Süden spannt eine Hängebrücke mit rund 1 490 Metern Hauptspannweite den Hauptstrom, im Norden ergänzt eine Schrägseilbrücke die Verbindung über Nebenarme und die Insel Shiyezhou. Zusammen mit Zufahrtsviadukten entsteht so ein Brückenzug von über 35 Kilometern. Die Anlage ist Teil eines Expressway-Systems und trägt täglich dichten Pkw- und Lkw-Verkehr. Die Hängebrücke zeichnet sich durch hohe Pylone, aerodynamisch optimierte Fahrbahnträger und komplexe Seilanker aus, die die enormen Zugkräfte aufnehmen. Die Schrägseilbrücke im Norden wurde so gestaltet, dass sie Schifffahrt, Strömung und Eisgang möglichst wenig behindert. Neben statischen und dynamischen Lasten mussten Planer auch Wind-, Temperatur- und Erdbebenbeanspruchungen berücksichtigen. Heute ist der Brückenzug ein markantes Landmark im Yangtse-Delta und demonstriert, wie sich verschiedene Brückentypen zu einem funktionalen Gesamtbauwerk kombinieren lassen – von der Fernstraße aus wirkt er wie eine einzige, sehr lange Brücke.
- Gesamtlänge: ca. 35,66 km (Komplex)
- Hauptspannweite Südbrücke: ca. 1 490 m
- Verkehrsfunktion: Expressway-Querung zwischen Zhenjiang und Yangzhou
- Land
- China
- Eröffnung
- 2005
- Quelle
- CRBBG (Projektseite)
Donghai Bridge (China)
Rang: 10
Die Donghai Bridge war eine der ersten großen chinesischen Meeresquerungen und verbindet das Festland bei Shanghai mit dem weit vor der Küste liegenden Tiefwasserhafen Yangshan. Damit wurde der Containerhafen unabhängig von den begrenzteren Fahrrinnen im Jangtse-Delta und konnte für sehr große Frachter ausgebaut werden. Die Brücke verläuft über gut 32 Kilometer größtenteils als niedriger Plattenviadukt, der auf zahlreichen Pfeilern im flachen Küstenmeer steht. Für den Schiffsverkehr wurden einzelne Abschnitte als höhere Schrägseilbrücken ausgebildet, um ausreichende Durchfahrtshöhen zu gewährleisten. Wetterseitig ist die Donghai Bridge mehrfach im Jahr Taifunen, starker Brandung und Salzsprühnebel ausgesetzt, weshalb Korrosionsschutz, Überwachungssysteme und Betriebskonzepte eine zentrale Rolle spielen. Die Fahrbahn bietet in der Regel 2×3 Spuren und verfügt über Betriebsstationen sowie Kontrollpunkte, da der Verkehr im Sturmfall geregelt oder unterbrochen werden kann. Im Zusammenspiel mit künstlichen Inseln, Dämmen und Hafenanlagen bildet die Donghai Bridge das Rückgrat eines der wichtigsten Logistikknotenpunkte Ostasiens – ein gutes Beispiel dafür, wie Verkehrsbauwerke und Seehandel zusammenwachsen.
- Gesamtlänge: ca. 32–32,5 km
- Aufgabe: Anbindung des Container-Tiefwasserhafens von Shanghai
- Fahrbahn: 2×3 Spuren, Betriebsstationen auf der Strecke
- Land
- China
- Eröffnung
- 2005
- Quelle
- CRBC (Projektseite)

