Wie groß können Edelsteine wirklich werden? Diese Top-10 listet die größten Edelsteine der Welt – sortiert nach dokumentiertem Gewicht, Ausnahmestatus in der Fachliteratur und historischer Bedeutung. Grundlage sind Museumsangaben, Fachinstitute und spezialisierte Gemmologie-Quellen.
Von ungeschliffenen Smaragdriesen über legendäre Diamanten bis zu einzigartigen Spinellen und Cerussit-Kristallen: Die hier versammelten Naturwunder stehen heute in Museen oder Kronjuwelen-Sammlungen und zeigen, welche Dimensionen die Natur hervorbringen kann – oft so groß, dass sie eher an Skulpturen als an „Schmucksteine“ erinnern.
Übersicht
- Queen of Asia – Blauer Saphir (310 kg)
- Bahia Emerald – Roh-Smaragd (~381 kg)
- Cullinan-Diamant (3 106 ct)
- Star of India – Stern-Saphir (563 ct)
- Light of the Desert – Cerussit (898 ct)
- Samarian Spinel (500 ct)
- Gachalá Emerald (858 ct)
- Mim Emerald (1 390 ct)
- Sergio-Diamant (~3 167 ct)
- Motswedi-Diamant (2 492 ct)
Queen of Asia – Blauer Saphir (310 kg)
Rang: 1
Als Sri Lanka 2021 die „Queen of Asia“ präsentierte, wirkte der Edelstein eher wie ein Felsblock als wie ein Schmuckstein. Der gewaltige Saphirbrocken mit geschätzten 1,5 bis 1,6 Millionen Karat wurde in einem privaten Edelstein-Schacht in der Region Balangoda/Horana entdeckt und zunächst im Haus eines Minenbesitzers ausgestellt. Fachleute diskutieren bis heute, ob und wie so ein gigantischer Rohstein überhaupt wissenschaftlich untersucht und klassifiziert werden kann – klar ist nur: Er gilt als größter bekannter natürlicher blauer Korund-Saphir der Welt und ist eher ein geologisches Monument als ein potenzieller Schmuckstein.
- Gewaltiger Rohsaphir mit rund 310 kg Gewicht – mehr als viele komplette Felsplatten.
- Fund in einem privaten Edelstein-Schacht in Sri Lanka, 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt.
- Wird von Fachquellen als größter bekannter natürlicher blauer Korund-Saphir geführt.
- Mineral / Varietät
- Korund / Blauer Saphir
- Gewicht
- ca. 310 kg (~1,5–1,6 Mio. ct)
- Fundjahr
- 2021
- Fundort
- Region Balangoda/Horana, Sri Lanka
- Steintyp
- Ungeschliffener Rohblock („pebble“)
- Besonderheit
- Einer der größten je beschriebenen Edelsteine überhaupt, aktuell noch nicht vollständig gemmologisch zertifiziert.
- Quelle
- GII Gem Lab – Queen of Asia
Bahia Emerald – Roh-Smaragd (~381 kg)
Rang: 2
Die Bahia Emerald ist ein geologischer Mythos in Steinform: ein Smaragd-Cluster mit gewaltigen Kristallen, eingebettet in Muttergestein und so groß wie ein kleiner Tresor. Der Fund aus dem brasilianischen Bundesstaat Bahia wurde Anfang der 2000er-Jahre bekannt und ist seitdem Gegenstand von Gerichtsverfahren, Besitzansprüchen und spektakulären Mediengeschichten. Mit einem Gewicht von rund 380 Kilogramm beziehungsweise etwa 180 000 Karat zählt der Block zu den schwersten bekannten Smaragd-Funden und ist für klassischen Schmuck völlig unbrauchbar – dafür aber ein einzigartiges Schauobjekt, das eher an ein geologisches Artefakt erinnert.
- Smaragd-Cluster mit mehreren großen Kristallen in schwarzem Schiefergestein.
- Über Jahre in Besitzstreitigkeiten und Strafverfahren verwickelt („verfluchter Edelstein“).
- Einer der schwersten bekannten Smaragd-Funde mit rund 180 000 Karat Gesamtgewicht.
- Mineral / Varietät
- Beryll / Smaragd
- Gewicht
- ca. 380–381 kg (~180 000 ct)
- Fundzeitraum
- Ende 1990er / Anfang 2000er Jahre
- Fundort
- Bundesstaat Bahia, Brasilien
- Steintyp
- Ungeschliffener Smaragd-Block in Matrixgestein
- Besonderheit
- Zählt zu den größten jemals beschriebenen Roh-Smaragden; war jahrelang Mittelpunkt internationaler Rechtsstreitigkeiten.
- Quelle
- GeologyIn – Largest Gemstone / Bahia Emerald
Cullinan-Diamant (3 106 ct)
Rang: 3
Der Cullinan ist der Superstar unter den Diamanten: 1905 in der Premier Mine nahe Pretoria entdeckt, wog der Rohstein unglaubliche 3 106 Karat und war damit der größte jemals gefundene farblose gemmologische Diamant. Der Stein wurde später in Amsterdam von Joseph Asscher & Co. in 9 große und 96 kleinere Diamanten zerteilt. Die größten Stücke, darunter „Cullinan I – Great Star of Africa“ und „Cullinan II“, sind heute Teil der britischen Kronjuwelen und werden bei Staatsanlässen im Zepter bzw. in der Imperial State Crown getragen. Kaum ein anderer Edelstein verbindet physische Größe, Reinheit und politische Symbolkraft so stark wie der Cullinan.
- Größter jemals gefundener farbloser, gemaßerter Rohdiamant.
- 1905 in der Premier Mine in Südafrika entdeckt und 1907 dem britischen Königshaus geschenkt.
- Lieferte mit Cullinan I (530,4 ct) und II (317,4 ct) zwei der berühmtesten Diamanten der Welt.
- Mineral
- Diamant
- Rohgewicht
- 3 106 ct (~621 g)
- Fundjahr
- 1905
- Fundort
- Premier Mine (heute Cullinan Mine), Südafrika
- Heutige Nutzung
- In zahlreiche Steine zerteilt; größte Stücke Teil der britischen Kronjuwelen.
- Besonderheit
- Größter jemals gefundener gemmologischer Rohdiamant, historisch und symbolisch einzigartig.
- Quelle
- Royal Collection Trust – The Cullinan Diamond
Star of India – Stern-Saphir (563 ct)
Rang: 4
Der „Star of India“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie spektakulär optische Effekte in Edelsteinen sein können. Der blaugraue Stern-Saphir mit 563,35 Karat zeigt einen klaren, sechszackigen Stern auf der Oberfläche – und zwar auf beiden Seiten des Steins. Er stammt aus Sri Lanka und kam um 1900 über den Juwelier J. P. Morgan in die Sammlung des American Museum of Natural History in New York. Berühmt wurde der Stein nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch durch einen spektakulären Juwelendiebstahl 1964, nach dem der Saphir jedoch wieder aufgefunden wurde.
- Mit über 560 ct einer der größten bekannten Stern-Saphire der Welt.
- Charakteristischer Asterismus-Effekt mit Sternbild auf Vorder- und Rückseite.
- Seit Beginn des 20. Jahrhunderts Teil der Mineralsammlung des American Museum of Natural History.
- Mineral / Varietät
- Korund / Stern-Saphir
- Gewicht
- 563,35 ct (~112,7 g)
- Fundgebiet
- Sri Lanka
- Steintyp
- Cabochon, poliert (nicht facettiert)
- Heutiger Standort
- American Museum of Natural History, New York
- Besonderheit
- Großer, nahezu makelloser Stern-Saphir mit Asterismus auf beiden Seiten.
- Quelle
- Juwelo – Star of India
Light of the Desert – Cerussit (898 ct)
Rang: 5
„Light of the Desert“ wirkt wie ein überdimensionierter Diamant, ist aber tatsächlich ein Cerussit – ein Bleicarbonat, das extrem spröde und beim Schleifen außerordentlich riskant ist. Der Rohkristall wurde in der legendären Tsumeb-Mine in Namibia gefunden und später in Arizona zu einem facettierten Stein geschliffen. Mit 898 Karat gilt er als größter facettierter Cerussit der Welt und ist ein Highlight der Edelsteinsammlung des Royal Ontario Museum in Toronto. Weil Cerussit stark auf Temperaturwechsel und Erschütterungen reagiert, ist der Stein vor allem ein Ausstellungsobjekt, nicht aber für Schmuck geeignet.
- Größter bekannter facettierter Cerussit-Edelstein.
- Rohmaterial aus der Tsumeb-Mine in Namibia, später in Nordamerika geschliffen.
- Aufgrund der Sprödigkeit des Minerals war das Schleifen und der Transport hochriskant.
- Mineral
- Cerussit (Bleicarbonat)
- Gewicht
- 898 ct (~179,6 g)
- Fundgebiet
- Tsumeb, Namibia
- Steintyp
- Facettierter Edelstein
- Heutiger Standort
- Royal Ontario Museum, Toronto, Kanada
- Besonderheit
- Weltweit größtes facettiertes Cerussit-Exemplar; das Mineral ist für Schmuck kaum geeignet.
- Quelle
- Royal Ontario Museum – Light of the Desert
Samarian Spinel (500 ct)
Rang: 6
Der Samarian Spinel zeigt, wie leicht Spinell historisch mit Rubin verwechselt wurde: Jahrhunderte lang galten große rote Spinelle in Kronjuwelen-Sammlungen als Rubine. Mit rund 500 Karat ist der Samarian Spinel einer der größten bekannten Spinelle überhaupt und Teil der iranischen Kronjuwelen in Teheran. Der Stein besitzt eine Bohrung, die der Legende nach von seiner früheren Verwendung in einem religiösen Kultobjekt stammt; später wurde die Öffnung mit einem Diamanten kaschiert. Heute ist er weniger wegen seines Marktwertes interessant, sondern vor allem als geschichtsträchtiges Staatsjuwel.
- Einer der größten bekannten Spinelle mit etwa 500 Karat.
- Überliefert als Beutestück aus den Feldzügen Nadir Schahs im 18. Jahrhundert.
- Besitzt eine historische Bohrung, die später mit einem Diamanten verdeckt wurde.
- Mineral
- Spinell
- Gewicht
- ca. 500 ct
- Fund- / Herkunftsregion
- Vermutlich Badachschan / Indien, genaue Herkunft unklar
- Steintyp
- Gefasster Edelstein in den iranischen Kronjuwelen
- Heutiger Standort
- Juwelenmuseum der Iranischen Zentralbank, Teheran
- Besonderheit
- Historischer Großspinell, lange Zeit fälschlich als Rubin interpretiert.
- Quelle
- Naturalgemstones – Samarian Spinel
Gachalá Emerald (858 ct)
Rang: 7
Der Gachalá Emerald ist ein Paradebeispiel für kolumbianische Smaragde höchster Qualität. Der 858-karätige Kristall wurde 1967 in der Vega-de-San-Juan-Mine nahe Gachalá entdeckt und vom New Yorker Juwelier Harry Winston erworben, der sich bewusst gegen das Zerschneiden des Steins entschied. Statt viele kleinere Schmucksteine zu gewinnen, schenkte er den Kristall 1969 der Smithsonian Institution, wo er heute in der berühmten Hall of Geology, Gems and Minerals ausgestellt ist. Selten sind Smaragde dieser Größe so klar und intensiv gefärbt – darum gilt der Gachalá als Referenzstück für Smaragd-Liebhaber.
- 858 ct großer, ungeschliffener Smaragdkristall von etwa 5 cm Größe.
- Fund 1967 in Kolumbien; 1969 als Ganzes an das Smithsonian gespendet.
- Gilt als eines der bedeutendsten Smaragd-Exponate der Welt.
- Mineral / Varietät
- Beryll / Smaragd
- Gewicht
- 858 ct (~172 g)
- Fundjahr
- 1967
- Fundort
- Vega-de-San-Juan-Mine, Gachalá, Kolumbien
- Heutiger Standort
- Smithsonian Institution, Washington D.C.
- Besonderheit
- Großer, vergleichsweise klarer Kristall, der bewusst nicht in kleinere Steine zerteilt wurde.
- Quelle
- Smithsonian – Gachalá Emerald
Mim Emerald (1 390 ct)
Rang: 8
Der Mim Emerald ist ein smaragdgrüner Riese in Museumsbesitz: ein di-hexagonaler Kristall mit 1 390 Karat, der im Mim Museum in Beirut ausgestellt ist. Der Stein zeigt eine ungewöhnlich schöne, tiefgrüne Farbe und ist in den oberen zwei Dritteln weitgehend transparent, während der untere Teil eher transluzent wirkt. Über den genauen Fundort gibt es unterschiedliche Angaben, sicher ist jedoch, dass der Kristall zu den größten öffentlich ausgestellten Smaragden zählt. Für Sammler und Fachleute ist er vor allem als mineralogisches Spitzenexemplar interessant, das Größe und Qualität kombiniert.
- 1 390 Karat schwerer, ungeschliffener Smaragdkristall.
- Oberer Bereich relativ klar, unterer Bereich transluzent – eindrucksvolles Wachstumsprofil.
- Eines der Aushängeschilder der Edelsteinsammlung des Mim Museums in Beirut.
- Mineral / Varietät
- Beryll / Smaragd
- Gewicht
- 1 390 ct (~278 g)
- Fundzeit
- Fund vor 2010, in der Literatur seit 2010er-Jahren beschrieben
- Fundangaben
- Fundregion nicht eindeutig dokumentiert; wahrscheinlich Südamerika
- Heutiger Standort
- Mim Museum, Beirut, Libanon
- Besonderheit
- Großer Museums-Smaragd, der Größe, Form und Farbe in einem Einzelkristall vereint.
- Quelle
- Mim Emerald – Beschreibung (Wikimedia Commons)
Sergio-Diamant (~3 167 ct)
Rang: 9
Der „Sergio“ ist ein Sonderfall in dieser Liste: ein schwarzer Carbonado und zugleich der größte bekannte Rohdiamant überhaupt. Der Stein wurde 1895 im brasilianischen Bundesstaat Bahia gefunden und wog etwa 3 167 Karat – mehr als der Cullinan. Anders als klassische Schmuckdiamanten ist Carbonado jedoch ein Gefüge aus vielen mikroskopisch kleinen Diamantkristallen und eignet sich vor allem für industrielle Anwendungen. Der Sergio wurde daher in kleinere Stücke zerlegt und als Bohr- und Schneidwerkzeug genutzt. Sein Ruhm besteht heute vor allem in der Rekordzahl auf dem Papier.
- Mit rund 3 167 ct der schwerste bekannte Rohdiamant (Carbonado) der Welt.
- 1895 in Lençóis im Bundesstaat Bahia oberflächennah gefunden.
- Später in zahlreiche kleinere Stücke zerteilt und als Industriediamant verwendet.
- Mineral
- Diamant (Carbonado, schwarzer Diamant)
- Rohgewicht
- ca. 3 167 ct (~633 g)
- Fundjahr
- 1895
- Fundort
- Lençóis, Bundesstaat Bahia, Brasilien
- Heutiger Status
- Nicht mehr als Ganzes erhalten; in industrielle Diamantstücke zerteilt.
- Besonderheit
- Größter bekannter Rohdiamant überhaupt, aber kein klassischer Schmuckstein.
- Quelle
- GeologyIn – Largest Black Diamond / Sergio
Motswedi-Diamant (2 492 ct)
Rang: 10
Der Motswedi-Diamant („Quelle“) ist ein sehr junges Mitglied im Klub der Mega-Diamanten. Der farblose Rohstein wurde 2024 in der Karowe-Mine in Botswana entdeckt und bringt 2 492 Karat auf die Waage. Damit gilt er als zweitgrößter klarer Rohdiamant nach dem Cullinan und als größter Diamantenfund seit über 100 Jahren. Botswana hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Diamantproduzenten der Welt entwickelt – Funde wie der Motswedi unterstreichen den Status des Landes als Hotspot für außergewöhnlich große Steine.
- 2 492 Karat schwerer, farbloser Rohdiamant aus der Karowe-Mine.
- 2024 entdeckt und als einer der größten Diamanten der Geschichte eingeordnet.
- Stammt aus derselben Mine wie mehrere weitere Großdiamanten (u. a. Lesedi La Rona).
- Mineral
- Diamant
- Rohgewicht
- 2 492 ct
- Fundjahr
- 2024
- Fundort
- Karowe-Mine, Botswana
- Heutiger Status
- Im Besitz von Lucara Diamond Corp.; Details zu späterem Schliff noch in Entwicklung.
- Besonderheit
- Zweitgrößter bekannter klarer Rohdiamant nach dem Cullinan und größter Fund seit über einem Jahrhundert.
- Quelle
- Naturaldiamonds.com – 2 492-ct Motswedi Diamond

