Wie groß werden Fische tatsächlich? Von planktonfressenden Riesen bis zu gewaltigen Raubfischen – hier kommen die 10 größten Fische der Welt, sortiert nach maximal dokumentierter bzw. seriös berichteter Gesamtlänge. Die Werte basieren auf konservativ bewerteten Rekorden aus wissenschaftlichen und behördlichen Quellen. Stand: November 2025.
Übersicht
| Rang | Art | Maximale Länge (dokumentiert) | Maximales Gewicht | IUCN-Status* | Typischer Lebensraum |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Walhai (Rhincodon typus) | bis ~18,8 m | >20 t (Schätzung) | Endangered (EN) | Tropische & subtropische Ozeane, oft Oberfläche |
| 2 | Riesenhai (Cetorhinus maximus) | bis >10–12 m | bis ~3,9 t+ | Endangered (EN) | Gemäßigte Küsten & Hochsee, planktonreiche Zonen |
| 3 | Riesenmaulhai (Megachasma pelagios) | bis ~7 m (>8 m möglich) | bis ~1,2 t | Least Concern (LC) | Tropisch/subtropisch, meist tiefer im Freiwasser |
| 4 | Weißer Hai (Carcharodon carcharias) | bis ~6,4 m | bis ~2,3 t | Vulnerable (VU) | Gemäßigte Küsten & produktive Hochseegebiete |
| 5 | Tigerhai (Galeocerdo cuvier) | bis >5,5 m | bis ~0,9–1,3 t | Near Threatened (NT) | Warme Küsten & offene Ozeane weltweit |
| 6 | Grönlandhai (Somniosus microcephalus) | bis ~6,4–7 m | bis ~1–1,2 t | Vulnerable (VU) | Tiefe, kalte Gewässer des Nordatlantiks/Arktis |
| 7 | Hausen / Belugastör (Huso huso) | bis ~5,6–8 m berichtet | bis ~1,5–3,2 t | Critically Endangered (CR) | Schwarz-/Kaspisches Meer, große Zuflüsse |
| 8 | Mondfisch (Gattung Mola) | bis ~3,3 m (Körperlänge) | bis ~2,3 t | meist Vulnerable (z. B. M. alexandrini) | Gemäßigte & tropische Hochseegebiete |
| 9 | Riesen-Sägefisch (Pristis pristis) | bis ~7 m | nicht sicher bekannt | Critically Endangered (CR) | Flachwasser, Ästuare, tropische Flüsse |
| 10 | Blauhai (Prionace glauca) | bis ~4,0 m | bis ~206 kg | Near Threatened (NT) | Subtropische & gemäßigte Hochsee weltweit |
*IUCN-Status: globaler Gefährdungsstatus der Art (je nach Region können Bewertungen abweichen).
Walhai
Rang: 1
Der Walhai ist der unangefochtene Riese unter den Fischen – und gleichzeitig einer der sanftesten Bewohner der Meere. Mit seinem breiten, fast rechteckigen Maul streift er gemächlich durch tropische Ozeane, während sein gepunktetes Muster wie ein Sternenhimmel unter der Wasseroberfläche leuchtet. Statt großer Beute jagt er winzige Organismen: Plankton, Fischlarven und Kleinkrebse filtern sich in gigantischen Mengen durch die dichtstehenden Kiemenreusen. Saisonale Planktonblüten locken Walhaie an bekannte Hotspots, etwa vor Mexiko, den Philippinen oder Mosambik, wo sich zeitweise Dutzende Tiere versammeln. Die größten wissenschaftlich bestätigten Exemplare erreichen Längen von deutlich über 18 Metern – länger als ein Gelenkbus – und wiegen schätzungsweise weit mehr als 20 Tonnen. Trotz dieser Dimensionen sind Walhaie für Menschen harmlos; Berührungen und dichtes Umkreisen können sie aber stressen, weshalb seriöse Walhai-Touren strenge Abstandsregeln einhalten. Ihre langsame Fortpflanzung und gezielte wie auch unbeabsichtigte Fischerei haben die Bestände in vielen Regionen stark schrumpfen lassen. Internationale Schutzabkommen, Meeresschutzgebiete und kontrollierter Ökotourismus sollen helfen, den „sanften Riesen“ langfristig zu sichern – ob das gelingt, hängt aber von konsequentem Management in den wichtigsten Verbreitungsgebieten ab.
- Maximallänge: bis ~18,8 m dokumentiert
- Nahrung: Plankton, Kleinkrebse, kleine Fische (Filtrierer)
- Status: global Endangered (stark gefährdet, IUCN)
- Wissenschaftlicher Name
- Rhincodon typus
- Maximale Länge (bestätigt)
- bis 18,8 m; typische adulte Tiere 8–12 m
- Typisches Gewicht
- mehrere 10 t, genaue Werte schwer messbar
- Lebensraum
- Tropische/subtropische Ozeane, meist Oberfläche bis ~200 m
- IUCN-Status
- Endangered (EN, seit 2016-Bewertung)
- Quelle
- Smithsonian Ocean
Riesenhai
Rang: 2
Der Riesenhai wirkt wie eine gemütliche Dampflok des Meeres: Mit weit geöffnetem Maul gleitet er durch planktonreiche Küstengewässer, während Wasser mit feinem Schwebstoff permanent durch seine Kiemen strömt. An sonnigen Tagen schwimmt er oft knapp unter der Oberfläche und „baskt“ dort – daher sein englischer Name „basking shark“. Die meisten ausgewachsenen Tiere werden rund 8–10 Meter lang, doch wissenschaftliche Studien und historische Berichte belegen Exemplare von über 11 Metern und mehreren Tonnen Gewicht. Dutzende Kilometer am Tag legt ein Riesenhai zurück, denn Planktonvorkommen ändern sich schnell und zwingen ihn zu weiträumigen Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartieren. Anders als sein bedrohlich wirkendes Maul vermuten lässt, fehlen ihm die für räuberische Haie typischen großen Zähne; die winzigen Zahnreihen spielen kaum eine Rolle bei der Nahrungsaufnahme. Über Jahrzehnte wurde die Art wegen ihres Leberöls, Fleisches und ihrer Flossen stark befischt, was zu einem drastischen Rückgang führte. Heute gilt der Riesenhai global als gefährdet, gezielte Fischerei ist in vielen Staaten verboten oder streng reguliert. Gleichzeitig nehmen Sichtungen in einigen Regionen langsam wieder zu – ein Hinweis darauf, dass Schutzmaßnahmen zumindest lokal zu wirken beginnen könnten.
- Maximallänge: meist bis ~11 m, Einzelfunde darüber
- Nahrung: Plankton (Filtrierer, bis Tausende Liter Wasser pro Stunde)
- Status: global Endangered, teils streng geschützt
- Wissenschaftlicher Name
- Cetorhinus maximus
- Maximale Länge
- typisch 7–10 m, selten >11 m
- Maximales Gewicht
- bis ~3,9 t dokumentiert
- Lebensraum
- Gemäßigte Küsten & Hochsee, küstennahe Planktonfronten
- IUCN-Status
- Endangered (EN)
- Quelle
- Encyclopaedia Britannica – Basking shark
Riesenmaulhai
Rang: 3
Der Riesenmaulhai ist so etwas wie das Phantom unter den Großfischen: Erst 1976 wurde er zufällig entdeckt, als ein Exemplar in der Ankertrosse eines US-Militärschiffs hängen blieb. Seither sind weltweit nur wenige hundert Tiere wissenschaftlich erfasst worden – ein verschwindend kleiner Datensatz für eine Art, die mit bis zu sieben Metern Länge zu den größten Haien der Erde gehört. Anders als sein Name vermuten lässt, wirkt der Riesenmaulhai im Wasser eher behäbig; sein großes, gummiartiges Maul öffnet er wie eine dunkle Höhle, durch die Plankton und kleine Krebse in die Kiemen strömen. Moderne Telemetrie-Studien zeigen, dass die Tiere zumeist tagsüber in mehrere hundert Meter Tiefe abtauchen und nachts nahe der Oberfläche jagen, wo sich das zooplanktonreiche „Mitternachtsfressen“ der Tiefsee organisiert. Viele Sichtungen stammen aus tropischen und subtropischen Gewässern, etwa vor Taiwan oder im Ostpazifik, was darauf hindeutet, dass er warmes Wasser bevorzugt, gleichzeitig aber weite Ozeanbereiche nutzt. Da gezielte Fischerei kaum stattfindet, liegen die größten Risiken vermutlich im Beifang und in der generellen Veränderung von Planktonsystemen durch den Klimawandel. Sein offizieller Gefährdungsstatus wird derzeit als „Least Concern“ geführt – ein Label, das weniger auf Sicherheit als auf enorme Datenlücken hinweist.
- Maximallänge: bis ~7 m, vereinzelt größer diskutiert
- Verhalten: nachtaktive Vertikalwanderungen zwischen Tiefsee und Oberfläche
- Status: global Least Concern, aber stark datenarm
- Wissenschaftlicher Name
- Megachasma pelagios
- Maximale Länge
- ca. 5–7 m, Einzelfunde >8 m vermutet
- Maximales Gewicht
- bis ~1,2 t dokumentiert
- Lebensraum
- Tropisch/subtropisch, epipelagisch bis mesopelagisch (ca. 5–1500 m)
- IUCN-Status
- Least Concern (LC, IUCN 2018)
- Quelle
- Florida Museum – Megamouth Shark
Weißer Hai
Rang: 4
Kaum ein Fisch prägt unser Bild vom „großen Hai“ so stark wie der Weiße Hai – und kaum eine Art wird so häufig missverstanden. Große Individuen über sechs Meter Länge sind selten, aber möglich; die meisten ausgewachsenen Tiere bewegen sich im Bereich von 3,5 bis 5 Metern und können deutlich über zwei Tonnen wiegen. Als hochspezialisierter Spitzenprädator jagt der Weiße Hai Robben, kleinere Zahnwale und große Knochenfische. Sein muskulöser, torpedoförmiger Körper und ein teils warmgehaltenes Blutkreislaufsystem verschaffen ihm hohe Jagdgeschwindigkeiten auch in kühleren Gewässern. Moderne Telemetrie-Studien zeigen, dass bestimmte Populationen saisonale Pendelwanderungen zwischen produktiven Küstenarealen und weit entfernten Hochseegebieten durchführen; bekannte Beispiele sind Weiße Haie vor Südafrika, Kalifornien oder Südaustralien. Trotz seines Rufes als „Menschenfresser“ sind Angriffe auf Menschen gemessen an der enormen Verbreitung der Art sehr selten, und häufig spielen Verwechslungen mit Beutetieren eine Rolle. Deutlich gravierender für den Weißen Hai sind Fischerei-Beifänge, gezielte Jagd und der langsame Lebenszyklus mit später Geschlechtsreife. Die globale Einstufung als „Vulnerable“ spiegelt diese Bedrohungen wider, auch wenn in einzelnen Regionen – etwa rund um stark geschützte Kolonien von Robben – lokal stabile oder wachsende Bestände beobachtet werden.
- Maximallänge: bis ~6,4 m, einige Individuen >2 t
- Biologie: teil-endotherm, hohe Jagdgeschwindigkeit in kühlen Meeren
- Status: global Vulnerable (gefährdet, aber nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht)
- Wissenschaftlicher Name
- Carcharodon carcharias
- Maximale Länge
- bis ~6,4 m; die meisten ausgewachsen 3,5–5 m
- Typisches Gewicht
- meist 680–1.800 kg, Spitzenwerte >2.270 kg
- Lebensraum
- Produktive gemäßigte Küsten & angrenzende Hochseegebiete
- IUCN-Status
- Vulnerable (VU, IUCN-Assessment 2019)
- Quelle
- Encyclopaedia Britannica – White shark
Tigerhai
Rang: 5
Der Tigerhai gilt als „Staubsauger“ der Tropenmeere – und das ist keine Übertreibung. Kaum eine andere Haiart weist ein derart breites Nahrungsspektrum auf: Fische, Meeresschildkröten, Seevögel, andere Haie, aber auch Aas und vom Menschen verursachter Müll wurden in Mageninhalten nachgewiesen. Mit seinem massigen Kopf, den namensgebenden Streifen auf den Flanken und den kräftigen, gezähnten Zähnen ist der Tigerhai hervorragend an das Aufbrechen harter Panzer angepasst. Typische Tiere erreichen Längen von 3–4 Metern, doch gut dokumentierte Einzelfunde belegen Weibchen von über 5,5 Metern und Hunderten Kilogramm Körpermasse. Anders als viele Küstenhaie nutzen Tigerhaie sowohl flache Riffe und Inselplateaus als auch offene Hochseegebiete, wo sie Wanderungen über Tausende Kilometer zurücklegen können. Für die Ökosysteme sind sie wichtige Regulatoren, da sie geschwächte oder kranke Beutetiere bevorzugt erbeuten und so Bestände strukturieren. Gleichzeitig geraten Tigerhaie häufig in Lang- und Stellnetze, werden gezielt bejagt oder als Beifang getötet. Global stuft die IUCN die Art inzwischen als „Near Threatened“ ein – ein Warnsignal, dass weitere Bestandsrückgänge sie rasch in eine höher gefährdete Kategorie bringen könnten. Viele Regionen reagieren mit Schutzgebieten, Beifang-reduzierenden Maßnahmen oder kompletten Fangverboten in sensiblen Arealen.
- Maximallänge: dokumentiert >5,5 m, typische Länge 3–4 m
- Ernährung: extrem opportunistischer Räuber mit breitem Beutespektrum
- Status: global Near Threatened, regional teils stärker gefährdet
- Wissenschaftlicher Name
- Galeocerdo cuvier
- Maximale Länge
- typisch 3–4 m, selten >5,5 m
- Typisches Gewicht
- häufig 385–635 kg, Spitzenwerte >900 kg
- Lebensraum
- Warme Küsten, Inselriffe, Hochsee (tropisch/subtropisch)
- IUCN-Status
- Near Threatened (NT)
- Quelle
- Florida Museum – Tiger Shark
Grönlandhai
Rang: 6
Der Grönlandhai ist ein Tier der Extreme: Er wächst langsam, lebt in eiskalten Tiefen und erreicht ein Alter, das alle anderen bekannten Wirbeltiere übertrifft. Altersbestimmungen über die Augenlinse deuten darauf hin, dass viele Individuen über 250 Jahre alt werden und einige womöglich 400 Jahre überschreiten. In dieser langen Zeitspanne können die Tiere auf Längen von über sechs Metern anwachsen; einzelne Berichte sprechen sogar von Exemplaren nahe sieben Metern. Trotz ihres gewaltigen Formats sind Grönlandhaie eher gemächlich unterwegs, mit einer geschätzten Durchschnittsgeschwindigkeit von wenigen Stundenkilometern. Ihr Lebensraum umfasst tiefe Fjorde, Kontinentalschelfe sowie den offenen Nordatlantik und die Arktis, häufig in 200–600 Metern Tiefe und in Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. In ihren Mägen finden Forscher Fische, Robben, Aas von Walen – und gelegentlich überraschende Beute wie Rentiere, die vermutlich von der Wasseroberfläche eingetragen wurden. Die Kombination aus extrem langsamer Fortpflanzung und historischer Jagd auf Leberöl sowie Beifang in der Tiefseefischerei macht die Art sehr verwundbar. Heute ist der Grönlandhai global als „Vulnerable“ eingestuft, und es gibt verstärkte Bemühungen, seine Bestände durch Fischereiregulierung und Schutzgebiete in arktischen Kernhabitaten zu stabilisieren.
- Maximallänge: bis ~6,4 m sicher, Berichte bis ~7 m
- Besonderheit: ältestes bekanntes Wirbeltier (250–500 Jahre)
- Status: global Vulnerable, sensibel gegenüber Beifang
- Wissenschaftlicher Name
- Somniosus microcephalus
- Maximale Länge
- bestätigt bis 6,4 m, geschätzte Maxima bis ~7 m
- Lebensspanne
- mindestens ~250 Jahre, Schätzungen bis ~500 Jahre
- Lebensraum
- Nordatlantik/Arktis, meist tiefe, kalte Gewässer (<7 °C)
- IUCN-Status
- Vulnerable (VU)
- Quelle
- NOAA Ocean Service – Greenland shark
Europäischer Hausen (Belugastör)
Rang: 7
Der Belugastör – im deutschsprachigen Raum meist als Hausen bekannt – ist ein Relikt aus der Zeit der Dinosaurier und zugleich der größte Süßwasserfisch Europas. Seine langgestreckte, gepanzerte Silhouette mit den typischen Knochenplatten wirkt urtümlich und erinnert mehr an einen gepanzerten Flussdrachen als an einen modernen Fisch. Historische Aufzeichnungen berichten von Tieren mit Längen von fünf bis über acht Metern und Gewichten jenseits der Tonnenmarke, wobei heutige wissenschaftliche Kompilationen konservativ von Maximalwerten um 5,6–8 Metern und mehreren Tonnen Körpermasse ausgehen. Hausen sind anadrom: Sie verbringen einen Großteil ihres Lebens im Kaspischen oder Schwarzen Meer, wandern aber zum Laichen weit in große Ströme wie die Wolga oder Donau hinauf. In der Flussmitte legen sie ihren Laich über kiesigen Böden ab, die frei von Verschlammung sein müssen – eine Anforderung, die durch Staustufen, Sedimenteinträge und Flussbegradigungen zunehmend schwer erfüllt wird. Jahrzehntelang wurden Belugastöre wegen ihres hochpreisigen Kaviars gnadenlos überfischt; viele der riesigen Laichweibchen wurden entnommen, bevor sie sich erneut fortpflanzen konnten. Heute sind Wildbestände im Kaspischen Raum stark kollabiert, und die Art gilt global als „Critically Endangered“. Zuchtprogramme und Wiederansiedlungsprojekte versuchen, den Hausen vor dem völligen Verschwinden in freier Wildbahn zu bewahren.
- Maximallänge: historisch bis >7 m, konservativ ~5,6–8 m
- Lebensweise: anadrom, weite Wanderungen zwischen Meer und großen Flüssen
- Status: global Critically Endangered, stark von Zuchtprogrammen abhängig
- Wissenschaftlicher Name
- Huso huso
- Maximale Länge
- FishBase: bis 8 m, typische große Wildtiere <6 m
- Maximales Gewicht
- bis ~3,2 t dokumentiert
- Verbreitung
- Kaspisches, Schwarzes, Asowsches Meer und große Zuflüsse
- IUCN-Status
- Critically Endangered (CR)
- Quelle
- FishBase – Huso huso
Mondfisch
Rang: 8
Der Mondfisch sieht aus, als hätte jemand einen normalen Fisch in der Mitte abgeschnitten und mit zwei übergroßen Flossen versehen. Sein fast kreisrunder Körper endet abrupt, stattdessen treiben ihn eine mächtige Rücken- und Afterflosse an, die wie Paddel durch das Wasser schlagen. Mit Längen von über drei Metern und Gewichten von bis zu 2,3 Tonnen sind die großen Vertreter der Gattung Mola die schwersten Knochenfische der Welt. Besonders große Individuen von Mola alexandrini gehören zu den Rekordhaltern in beiden Kategorien. Mondfische sind Hochsee-Bewohner gemäßigter und tropischer Regionen; oft sieht man sie in der Nähe der Oberfläche „sonnenbaden“, vermutlich um sich nach tiefen, kälteren Tauchgängen aufzuwärmen oder Parasiten von Seevögeln entfernen zu lassen. Ihr Speiseplan besteht vor allem aus Quallen, Geléeplankton und weiteren weichen Organismen, doch Untersuchungen zeigen, dass sie auch kleine Fische und Krebstiere fressen. Für die Fischerei sind sie meist Beifang, werden jedoch in einigen Regionen traditionell genutzt. Ihre langsame Fortpflanzung und hohe Anfälligkeit für Treibnetze und Plastikmüll haben in den letzten Jahrzehnten Sorgen um den Erhalt der Populationen geweckt. Einige Arten der Gattung gelten bereits als „Vulnerable“, andere werden derzeit neu bewertet, da erst seit wenigen Jahren klarer ist, wie viele unterschiedliche Mondfisch-Arten es tatsächlich gibt.
- Größe/Masse: bis ~3,3 m Körperlänge und ~2,3 t
- Nahrung: Quallen, Geléeplankton, weiche Beutetiere
- Status: mehrere Mola-Arten als Vulnerable eingestuft
- Wissenschaftliche Gruppe
- Familie Molidae, Gattung Mola
- Maximalmaße
- bis ~3,3 m Länge und ~2,3 t (bony-fish-Rekorde)
- Lebensraum
- Offene Meere der Tropen und gemäßigten Breiten
- Besonderheit
- schwerster Knochenfisch, typischer „Sonnenbader“ an der Oberfläche
- Quelle
- Encyclopaedia Britannica – Mola
Riesen-Sägefisch
Rang: 9
Der Riesen-Sägefisch – genauer: der Largetooth-Sägefisch – wirkt wie eine Mischung aus Hai, Rochen und Kettensäge. Sein langes Rostrum, gesäumt von kräftigen Zähnen, dient ihm sowohl als Suchinstrument im trüben Wasser als auch als Waffe: Mit seitlichen Schlagbewegungen betäubt er Fische oder wühlt den Boden nach versteckter Beute auf. Obwohl er oft für einen Hai gehalten wird, gehört er systematisch zu den Rochen und kann Längen von bis zu sieben Metern erreichen. Besonders junge Tiere halten sich in flachen, oft nur wenige Dezimeter tiefen Flussarmen und Mangroven auf, wo sie vor großen Räubern relativ geschützt sind. Erwachsene Tiere nutzen ein Mosaik aus Küstenlagunen, Ästuaren und Flussläufen und können sowohl im Süß- als auch im Salzwasser leben. Einst war die Art in den Tropen weltweit verbreitet, doch heute sind die Bestände massiv eingebrochen: Stellnetze, Schleppnetze und Habitatverlust haben dafür gesorgt, dass Largetooth-Sägefische in vielen Regionen als lokal ausgestorben gelten. Fangmeldungen aus Restpopulationen – etwa aus dem Amazonas-Gebiet oder Nordaustralien – sind wertvoll für das Monitoring, bedeuten für die betroffenen Tiere aber meist das Ende. Die IUCN führt die Art global als „Critically Endangered“, und internationale Abkommen listen sie in den höchsten Schutzkategorien. Wo Schutzgebiete eingerichtet und Netze reguliert werden, besteht jedoch Hoffnung, dass sich Restbestände langsam erholen können.
- Maximallänge: bis ~7 m (gut 23 ft)
- Lebensraum: Übergangsbereiche zwischen Flüssen, Ästuaren und Küstenmeer
- Status: global Critically Endangered, lokal bereits ausgestorben
- Wissenschaftlicher Name
- Pristis pristis (Largetooth Sawfish)
- Maximale Länge
- bis knapp >23 ft (~7,0 m)
- Lebensraum
- Tropische Flüsse, Brackwasser-Zonen, Küstenflachwasser
- IUCN-Status
- Critically Endangered (CR)
- Quelle
- NOAA Fisheries – Largetooth Sawfish
Blauhai
Rang: 10
Der Blauhai ist der elegante Kosmopolit unter den Großhaien. Mit seinem schlanken, spindelförmigen Körper, der tiefblauen Oberseite und den langen, schmalen Brustflossen wirkt er wie ein Sportwagen des Ozeans. Anders als die meisten anderen Arten in dieser Liste ist der Blauhai kein Küstenspezialist, sondern ein ausgesprochener Hochseebewohner, der nahezu alle gemäßigten und subtropischen Ozeane durchstreift. Erwachsene Tiere erreichen Längen bis knapp vier Meter, typische Individuen liegen bei 2,5–3,5 Metern. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Schwarmfischen und Kalmaren, doch auch Aas spielt eine Rolle. Aufgrund ihrer Häufigkeit und weiten Verbreitung galten Blauahe lange als relativ unproblematisch – doch genau diese Eigenschaften machen sie besonders anfällig für weltweiten Fischereidruck. In der Hochseefischerei werden sie massenhaft als Beifang gefangen; ihre Flossen werden für den Handel genutzt, während der Rest des Körpers oft nur zweitklassig verwertet oder verworfen wird. Populationstrends deuten in vielen Regionen auf deutliche Rückgänge hin, weshalb die IUCN den Blauhai inzwischen global als „Near Threatened“ einstuft. Die Art zeigt aber auch, dass Management wirkt: Dort, wo Fangquoten, Schongebiete und Finning-Verbote konsequent umgesetzt werden, stabilisieren sich die Bestände oder gehen langsamer zurück.
- Maximallänge: bis ~4,0 m, häufig 2,5–3,5 m
- Lebensweise: weit wandernder Hochseehai, oft entlang Temperaturfronten
- Status: global Near Threatened, stark von Hochseefischerei betroffen
- Wissenschaftlicher Name
- Prionace glauca
- Maximale Länge
- bis 400 cm Totallänge, häufig ~335 cm
- Maximales Gewicht
- bis ~206 kg dokumentiert
- Lebensraum
- Subtropische & gemäßigte Hochsee weltweit (epipelagisch)
- IUCN-Status
- Near Threatened (NT)
- Quelle
- FishBase – Prionace glauca

