Gigantische Gletscher speichern rund 70 Prozent des Süßwassers der Erde und verändern ganze Landschaften. Diese Liste zeigt die größten Gletscher der Welt außerhalb der kontinentalen Eisschilde – sortiert nach Fläche, Länge und geophysikalischer Bedeutung.
Übersicht
| Rang | Gletscher | Region | Länge/Fläche | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Lambert-Gletscher | Antarktis | ca. 400 km | Größter Gletscher der Erde |
| 2 | Bering-Gletscher | Alaska | ca. 5.000 km² | Größter Gletscher Nordamerikas |
| 3 | Fedtschenko-Gletscher | Tadschikistan | ca. 77 km | Längster Gebirgsgletscher |
| 4 | Vatnajökull | Island | ca. 8.100 km² | Größter Gletscher Europas |
| 5 | Aletschgletscher | Schweiz | ca. 23 km | Größter Alpengletscher |
| 6 | Siachen-Gletscher | Karakorum | ca. 76 km | Höchstes Konfliktgebiet |
| 7 | Baltoro-Gletscher | Pakistan | ca. 63 km | Nahe des K2 |
| 8 | Brüggen-Gletscher | Chile | ca. 66 km | Wachsender Großgletscher |
| 9 | Hubbard-Gletscher | USA/Kanada | ca. 122 km | Sehr aktiver Gezeitengletscher |
| 10 | Pasterze | Österreich | ca. 8 km | Starker Gletscherrückgang |
Lambert-Gletscher
Rang: 1 Rekordhalter
Der Lambert-Gletscher in der Ostantarktis ist der größte bekannte Gletscher der Erde. Der gigantische Eisstrom transportiert enorme Mengen Eis in Richtung Amery-Schelfeis und erreicht in einigen Bereichen eine Breite von über 60 Kilometern. Wissenschaftler messen hier Eisbewegungen von mehreren hundert Metern pro Jahr. Aufgrund seiner enormen Eismasse spielt der Lambert-Gletscher eine wichtige Rolle für globale Meeresspiegelmodelle und die Klimaforschung. Satellitenbeobachtungen zeigen, wie empfindlich selbst die riesigen antarktischen Eisströme auf Temperaturveränderungen reagieren.
- Größter Gletscher der Welt
- Teil des antarktischen Eisschilds
- Über 400 Kilometer Länge
- Wichtiger Indikator für Meeresspiegelanstieg
- Kontinent
- Antarktis
- Breite
- bis über 60 km
- Besonderheit
- Größter Eisstrom der Erde
- Quelle
- National Geographic
Bering-Gletscher
Rang: 2 Nordamerika
Der Bering-Gletscher in Alaska bedeckt zusammen mit angrenzenden Eisfeldern eine Fläche von rund 5.000 Quadratkilometern und ist damit der größte Gletscher Nordamerikas. Besonders auffällig sind seine sogenannten „Surges“ – plötzliche Beschleunigungsphasen, bei denen sich das Eis massiv vorwärts bewegt. Gleichzeitig verliert der Gletscher durch steigende Temperaturen große Mengen Masse. Der Bering-Gletscher gilt deshalb als wichtiges Forschungsobjekt für Klimawandel und Gezeitengletscher.
- Größter Gletscher Nordamerikas
- Massive Vorstoß- und Rückzugsphasen
- Teil des Wrangell-Saint-Elias-Gebiets
- Starke Schmelzraten seit dem 20. Jahrhundert
- Land
- USA
- Fläche
- ca. 5.000 km²
- Region
- Alaska
- Quelle
- NASA Earth Observatory
Fedtschenko-Gletscher
Rang: 3 Gebirgsgigant
Der Fedtschenko-Gletscher im Pamir-Gebirge ist der längste Gebirgsgletscher außerhalb der Polarregionen. Seine Eisdecke erreicht lokal mehrere hundert Meter Dicke. Der Gletscher speist wichtige Flusssysteme Zentralasiens und fungiert als riesiger Süßwasserspeicher. Wegen seiner extremen Höhenlage reagiert er langsamer auf Erwärmung als viele europäische Gletscher, dennoch zeigen Messungen langfristige Rückgänge.
- Längster Gebirgsgletscher der Erde
- Teil des Pamir-Hochgebirges
- Wichtige Wasserquelle Zentralasiens
- Mehrere hundert Meter Eisdicke
- Land
- Tadschikistan
- Länge
- ca. 77 km
- Gebirge
- Pamir
- Quelle
- NASA Earth Observatory
Vatnajökull
Rang: 4 Europa
Vatnajökull ist mit rund 8.100 Quadratkilometern der größte Gletscher Europas außerhalb der Polarregionen. Unter der gewaltigen Eisdecke liegen aktive Vulkane wie Grímsvötn und Bárðarbunga. Kommt es dort zu Ausbrüchen, entstehen sogenannte Jökulhlaups – plötzliche Gletscherfluten mit enormer Zerstörungskraft. Das Zusammenspiel aus Vulkanismus und Eis macht Vatnajökull weltweit einzigartig.
- Größter Gletscher Europas
- Mehrere aktive Vulkane unter dem Eis
- UNESCO-Welterbe in Island
- Regelmäßige Gletscherläufe
- Land
- Island
- Fläche
- ca. 8.100 km²
- Besonderheit
- Vulkanismus unter dem Eis
- Quelle
- UNESCO
Aletschgletscher
Rang: 5 Klimawandel
Der Aletschgletscher in der Schweiz ist der größte Gletscher der Alpen und zugleich eines der bekanntesten Beispiele für den sichtbaren Klimawandel in Europa. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verlor der Eisstrom mehrere Kilometer Länge und enorme Eismassen. Der Gletscher gehört zum UNESCO-Welterbe Jungfrau-Aletsch und wird intensiv wissenschaftlich überwacht. Seine Veränderungen lassen sich durch historische Fotografien besonders eindrucksvoll nachvollziehen.
- Größter Gletscher der Alpen
- UNESCO-Welterbe seit 2001
- Starker Eisverlust seit dem 19. Jahrhundert
- Zentrale Klimaforschungsregion Europas
- Land
- Schweiz
- Länge
- ca. 23 km
- UNESCO-Status
- Weltnaturerbe
- Quelle
- UNESCO
Siachen-Gletscher
Rang: 6 Extremregion
Der Siachen-Gletscher liegt im Karakorum zwischen Indien und Pakistan und zählt zu den höchstgelegenen Konfliktregionen der Erde. Militärposten befinden sich teilweise auf über 6.000 Metern Höhe. Die extremen Temperaturen und dünne Luft machen den Aufenthalt gefährlicher als viele Kampfhandlungen. Gleichzeitig bleibt Siachen ein bedeutender Wasserspeicher für Südasien.
- Einer der längsten Gletscher Asiens
- Militärgebiet auf extremen Höhen
- Wichtige Wasserquelle für die Region
- Temperaturen bis unter minus 50 Grad
- Region
- Karakorum
- Länge
- ca. 76 km
- Höhenlage
- über 6.000 m
- Quelle
- Britannica
Baltoro-Gletscher
Rang: 7 K2-Region
Der Baltoro-Gletscher gehört zu den spektakulärsten Hochgebirgsgletschern der Erde. Entlang des Eisstroms ragen mehrere Achttausender auf, darunter der K2, Broad Peak und die Gasherbrum-Gruppe. Der Gletscher bildet die wichtigste Route für Expeditionen in diese Region und ist gleichzeitig ein sensibles Klimaforschungsgebiet.
- Nahe des K2 gelegen
- Umgeben von mehreren Achttausendern
- Einer der größten Gletscher des Karakorum
- Wichtige Route für Bergsteiger
- Land
- Pakistan
- Länge
- ca. 63 km
- Gebirge
- Karakorum
- Quelle
- Britannica
Brüggen-Gletscher
Rang: 8 Patagonien
Der Brüggen-Gletscher, auch Pío-XI-Gletscher genannt, ist der größte Gletscher Südamerikas und gehört zu den wenigen großen Eisströmen weltweit, die zeitweise wachsen statt schrumpfen. Forscher vermuten spezielle Niederschlags- und Eisflussdynamiken als Ursache. Das macht den Gletscher für die Glaziologie besonders interessant.
- Größter Gletscher Südamerikas
- Teil des südpatagonischen Eisfelds
- Zeitweise wachsender Großgletscher
- Wichtige Klimaforschungsregion
- Land
- Chile
- Länge
- ca. 66 km
- Region
- Patagonien
- Quelle
- NASA Earth Observatory
Hubbard-Gletscher
Rang: 9 Aktiv
Der Hubbard-Gletscher an der Grenze zwischen Alaska und Kanada gehört zu den aktivsten Gezeitengletschern der Welt. Anders als viele andere Gletscher zieht er sich nicht dauerhaft zurück, sondern stößt regelmäßig vor. Dadurch blockierte er mehrfach Fjorde und staute riesige Wassermassen auf. Seine Dynamik macht ihn zu einem wichtigen Forschungsobjekt für Eisbewegungen.
- Sehr aktiver Gezeitengletscher
- Regelmäßige Vorstoßbewegungen
- Blockierte mehrfach Fjorde
- Beeinflusst lokale Ökosysteme
- Länder
- USA/Kanada
- Länge
- ca. 122 km
- Typ
- Gezeitengletscher
- Quelle
- National Park Service
Pasterze
Rang: 10 Alpen
Die Pasterze am Großglockner ist Österreichs größter Gletscher und schrumpft seit Jahrzehnten dramatisch. Besonders auffällig ist der starke Rückzug der Gletscherzunge. Messreihen dokumentieren den Verlust von mehreren Kilometern Länge und massiven Eisdicken. Dadurch wurde die Pasterze zu einem der bekanntesten Beispiele für die Auswirkungen der globalen Erwärmung in Mitteleuropa.
- Größter Gletscher Österreichs
- Massiver Rückzug seit dem 20. Jahrhundert
- Gut dokumentierte Klimafolgen
- Wichtiger Tourismus- und Forschungsort
- Land
- Österreich
- Länge
- ca. 8 km
- Gebirge
- Hohe Tauern
- Quelle
- GeoSphere Austria







