Die 10 größten Höhlen der Welt

Die 10 größten Höhlen der Welt

Wie misst man „größte Höhle“? Nach Volumen, Grundfläche oder Gesamtlänge. Dieses Ranking ordnet absteigend nach globaler Größe und nennt pro Eintrag das jeweilige Kriterium. So taucht die Liste unterschiedliche Dimensionen ab: gigantische Hallen, endlose Labyrinthe und rekordverdächtige Unterwasser-Systeme – jeweils mit konservativen, gut belegten Zahlen.

Übersicht

  1. Hang Sơn Đoòng (Vietnam)
  2. Miao Room, Gebihe (China)
  3. Sarawak Chamber, Gunung Mulu (Malaysia)
  4. Mammoth Cave System (USA)
  5. Sistema Ox Bel Ha (Mexiko)
  6. Shuanghedong-Höhlennetz (China)
  7. Sistema Sac Actun / Tulum (Mexiko)
  8. Hölloch (Schweiz)
  9. Gruta Casa de Pedra (Brasilien)
  10. Deer Cave, Gunung Mulu (Malaysia)
Rang Höhle Land Hauptkriterium Größenordnung Besuchbarkeit
1 Hang Sơn Đoòng Vietnam Größtes Höhlenvolumen Volumen ≈ 38,5 Mio. m³ Geführte Expeditionen, stark limitiert
2 Miao Room China Größte Einzelkammer (Volumen) Volumen ≈ 10,78 Mio. m³ Nur Forschung / Spezialtouren
3 Sarawak Chamber Malaysia Größte Kammer (Grundfläche) Fläche ≈ 164.000 m² Aufwendige Expeditionen im Nationalpark
4 Mammoth Cave System USA Längstes Höhlensystem ≈ 686 km vermessen Show-Cave-Touren + Wild Cave Touren
5 Sistema Ox Bel Ha Mexiko Längstes Unterwasser-System ≈ 524 km Unterwasser-Passagen Nur für technische Höhlentaucher
6 Shuanghedong China Drittlängste Höhle der Welt ≈ 437 km Länge Teilweise touristisch erschlossen
7 Sistema Sac Actun Mexiko Großes Unterwasser-System ≈ 386 km gesamt Nur für spezialisierte Dives
8 Hölloch Schweiz Großes Alpen-Höhlensystem ≈ 210–212 km Länge Geführte Touren + Forschung
9 Gruta Casa de Pedra Brasilien Höchstes Höhlentor Portalhöhe ≈ 170–175 m Streng reglementierte Führungen
10 Deer Cave Malaysia Außergewöhnlich große Passage Passage bis ~170 × 125 m Showcave im Mulu-Nationalpark

Hang Sơn Đoòng (Vietnam)

Rang: 1

Hang Sơn Đoòng ist der Superlativ unter den Naturhöhlen: Die Hauptpassage ist so groß, dass ein Stadtviertel mit Hochhäusern hineinpassen würde. Die Röhre schneidet den Karstkörper von Phong Nha–Kẻ Bàng wie ein Canyon im Untergrund; an zwei Stellen ist die Decke eingestürzt, wodurch Tageslicht, Regen und ganze „Dschungelinseln“ tief ins Innere gelangen. Nebel, Wolkenfetzen und ein ständig aktiver Fluss machen die Höhle zu einem eigenen Wetter- und Ökosystem.

Vermessungen durch britisch-vietnamesische Teams ergaben ein Volumen von rund 38,5 Millionen Kubikmetern – damit gilt Sơn Đoòng als größte bekannte Naturhöhle der Erde nach Volumen. Die Hauptröhre erreicht Höhen bis etwa 200 m und Breiten um 150 m, an manchen Stellen mehr. Seit 2019 gilt die Höhle offiziell als mit dem benachbarten Hang Thung verbunden, was das Gesamtvolumen noch weiter anhebt. Die Dimensionen sind so spektakulär, dass selbst die berühmte Deer Cave in Mulu volumenmäßig vergleichsweise bescheiden wirkt.

Geologisch gehört Sơn Đoòng zu einem sehr alten Karstsystem; der Fluss hat über Millionen Jahre einen Tunnel durch das Gebirge gefräst. Heute ist der Zugang streng reguliert: Nur wenige Hundert Menschen pro Jahr dürfen auf mehrtägigen Expeditionen unter Leitung lokaler Anbieter die Höhle betreten. Der Schutzstatus als Teil des UNESCO-Welterbes Phong Nha–Kẻ Bàng begrenzt den Tourismus und soll sicherstellen, dass dieses Extrembeispiel unterirdischer Landschaft weitgehend unberührt bleibt.

Volumen: ≈ 38,5 Mio. m³ Länge Kernhöhle: ~9 km Passagen: bis ~200 m hoch
Kriterium
Größte bekannte Naturhöhle nach Volumen
Maße
Volumen ≈ 38,5 Mio. m³; Röhren bis ~200 × 150 m
Quelle
Son Doong Cave – Offizielle Seite

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Miao Room, Gebihe (China)

Rang: 2

Der Miao Room im Gebihe-System ist keine Höhle im Sinne eines eigenständigen Systems, sondern eine einzige Kammer – allerdings die größte bekannte Naturkammer der Welt nach Volumen. Wer ihre Dimensionen in Gedanken füllen möchte, braucht viel Fantasie: Flughäfen, Stadien oder ganze Stadtviertel verschwinden in der freien Spannweite dieser Halle. Die Decke wirkt erstaunlich homogen, lange Strecken kommen ohne tragende Pfeiler aus.

Ein internationales Team scannte die Kammer 2013 mit 3D-Lasersystemen und ermittelte ein Volumen von rund 10,78 Millionen m³ bei einer Grundfläche von etwa 154.500 m². Die Kammer ist ungefähr 850 m lang und knapp 200 m breit – ein unterirdischer Saal, der architektonisch jeder Kathedrale Konkurrenz macht. Schuttkegel, Böschungen und Sintervorhänge erzählen von verschiedenen Erosions- und Einsturzphasen im Verlauf der Höhlenentwicklung.

Miao Room liegt in einem ausgedehnten Karstgebiet mit weiteren Großhöhlen und Flusssystemen. Für normale Tourist:innen ist die Halle nicht zugänglich; sie bleibt Forschungsexpeditionen und spezialisierten Gruppen vorbehalten. In der wissenschaftlichen Literatur dient sie als Referenzobjekt für Stabilitätsfragen großer Spannweiten und für die Frage, wie Wasser und Schwerkraft über geologische Zeiträume zusammenarbeiten, um derart gigantische unterirdische Räume aus dem Gestein zu schneiden.

Volumen: ≈ 10,78 Mio. m³ Fläche: ~154.500 m² Länge: ~852 m
Kriterium
Größte bekannte Einzelkammer nach Volumen
Maße
~852 × 191 m; Volumen ≈ 10,78 Mio. m³
Quelle
Guinness World Records – Miao Room

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Sarawak Chamber, Gunung Mulu (Malaysia)

Rang: 3

Die Sarawak Chamber im Gunung-Mulu-Nationalpark ist legendär unter Höhlenforschenden. Sie gilt als größte bekannte unterirdische Kammer der Welt nach Grundfläche und wirkt wie ein „unterirdisches Stadion“, dessen Größenordnungen man erst im Schein der Stirnlampen erahnt. Der Zugang erfolgt über die Höhle Lubang Nasib Bagus, bereits selbst eine eindrucksvolle Karstformation im tropischen Regenwald von Borneo.

UNESCO-Angaben zufolge misst die Kammer etwa 600 m in der Länge, 415 m in der Breite und bis zu rund 80–115 m in der Höhe. Laserscans ergaben eine Fläche von über 160.000 m² und ein Volumen von rund 12 Millionen m³. Damit übertrifft Sarawak Chamber die meisten anderen Großräume der Erde deutlich. Die Decke spannt sich über lange Bereiche freitragend; Felsrippen und Kollapszonen zeigen, wie knapp die Statik hier über geologische Zeiträume balanciert.

Der Nationalpark ist UNESCO-Welterbe und bekannt für mehrere Rekordhöhlen (Clearwater Cave, Deer Cave). Sarawak Chamber steht nicht auf Standardtouren: Expeditionen benötigen Genehmigungen, erfahrene Teams und aufwändige Logistik. Wer sie erreicht, steht in einem Raum, der das Gefühl für Maßstäbe endgültig sprengt – selbst das Licht starker Lampen verliert sich in der Dunkelheit der Decke.

Fläche: ≈ 164.000 m² Volumen: ≈ 12 Mio. m³ Lage: Gunung Mulu NP
Kriterium
Größte Kammer nach Grundfläche
Maße
~600 × 415 m; Höhe ~80–115 m; Volumen ≈ 12 Mio. m³
Quelle
UNESCO – Gunung Mulu National Park

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Mammoth Cave System (USA)

Rang: 4

Mammoth Cave in Kentucky ist das längste bekannte Höhlensystem der Erde – und der Name ist Programm. Seit dem 19. Jahrhundert werden neue Gänge kartiert, Systeme miteinander verbunden und Ebenen nach und nach entschlüsselt. Aus ursprünglich einigen Dutzend Kilometern ist ein mehrstöckiges Labyrinth geworden, das sich heute über hunderte Kilometer unter der Landschaft erstreckt.

Offizielle Angaben des US National Park Service nennen inzwischen eine vermessene Länge von rund 426 Meilen, also etwa 686 km. Unterirdische Flüsse, „fossile“ hohe Ebenen, vertikale Schächte und enge Durchschlüpfe greifen ineinander. Der bekannte Teil ist dabei nur das, was bisher vermessen werden konnte – an vielen Enden ist klar, dass es weitergeht. Mammoth Cave ist damit deutlich länger als jede andere bekannte Höhle; der Abstand zum zweitplatzierten System beträgt über 1,5-mal dessen Länge.

Der Nationalpark ist sowohl UNESCO-Welterbe als auch Biosphärenreservat. Ein Teil des Systems steht als Show Cave für Führungen zur Verfügung, von bequemen Spaziergängen bis zu „Wild Cave Tours“, bei denen man kriecht, klettert und sich durch enge Passagen arbeitet. Parallel finden kontinuierlich geologische, biologische und paläontologische Untersuchungen statt – Mammoth Cave ist nicht nur touristische Attraktion, sondern auch eines der wichtigsten Freiluftlabors der Höhlenforschung.

Länge: ≈ 686 km Status: Längstes Höhlensystem Schutz: Nationalpark & Welterbe
Kriterium
Längstes bekanntes Höhlensystem der Welt
Maße
Vermessene Länge ≈ 426 Meilen / 686 km
Quelle
National Park Service – Mammoth Cave Länge

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Sistema Ox Bel Ha (Mexiko)

Rang: 5

Unter dem dünnen Kalkdach von Quintana Roo verbirgt sich mit Sistema Ox Bel Ha das längste bekannte Unterwasser-Höhlensystem der Welt. „Ox Bel Ha“ bedeutet auf Maya „drei Pfade des Wassers“ – ein passender Name für ein System, in dem sich Süß- und Salzwasser labyrinthisch mischen. Dutzende Kilometer gefluteter Tunnel verbinden mehr als 160 Cenoten, also Einsturztrichter, die an der Oberfläche als kreisrunde Seen erscheinen.

Aktuelle Vermessungen, u. a. durch den Quintana Roo Speleological Survey und Forschungsorganisationen wie CINDAQ, kommen auf rund 524 km vermessene Unterwasser-Passagen. Das macht Ox Bel Ha nicht nur zum längsten Unterwasser-System, sondern nach Mammoth Cave auch zu einem der längsten Höhlensysteme überhaupt. Die Halokline – die Grenzschicht zwischen Süß- und Salzwasser – bildet dabei oft eine sichtbare „Spiegelung“ im Wasser, hinter der sich chemische und biologische Bedingungen abrupt ändern.

Für Höhlentaucher:innen ist Ox Bel Ha ein technisch extrem anspruchsvolles Gebiet: lange Penetrationen, verzweigte Linien, große Tiefen und empfindliche Formationen. Gleichzeitig ist das System hydrologisch entscheidend, denn es speist den Grundwasserleiter der Region und wirkt als Klima- und Meeresspiegel-Archiv. Paläontologische und archäologische Funde, von Eiszeitfauna bis zu frühen menschlichen Skeletten, machen deutlich, dass hier einst trockene Höhlen lagen, bevor der Meeresspiegel anstieg.

Länge: ≈ 524 km (Unterwasser) Cenoten: >160 Typ: Geflutetes Karstsystem
Kriterium
Längstes bekanntes Unterwasser-Höhlensystem
Maße
Vermessene Unterwasser-Passagen ≈ 524 km
Quelle
Quintana Roo Speleological Survey – Long Underwater Caves

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Shuanghedong-Höhlennetz (China)

Rang: 6

Das Shuanghedong-System in der chinesischen Provinz Guizhou ist das längste bekannte Höhlensystem Asiens und zählt weltweit zu den Top-3. Es liegt in einem Karstgeopark mit tief eingeschnittenen Tälern, Dolinen und unterirdischen Flüssen. Anders als „einzelne“ Showcaves ist Shuanghedong ein vernetzter Höhlenkomplex mit zahlreichen Eingängen und Ebenen, der sich über eine ganze Landschaft erstreckt.

UNESCO-Angaben zur Tentativliste sprechen von rund 437 km vermessener Länge, einer Gesamttiefe von über 900 m und etwa 115 bekannten Eingängen. Die Passagen variieren stark: mal enge Schlote und Schachtstrecken, mal große Galerien, die von unterirdischen Flüssen geformt wurden. Trocken liegende fossile Ebenen dokumentieren alte Flusshöhen, während tiefer gelegene Gänge noch heute aktiv vom Wasser genutzt werden.

Teile des Systems sind als Schauhöhle zugänglich, der Großteil bleibt jedoch Forscher:innen und speziell ausgebildeten Gruppen vorbehalten. Für die Höhlenforschung ist Shuanghedong ein Labor für Langzeitentwicklung in Dolomitkarst – und ein Beispiel dafür, wie moderne Vermessungstechnik (DistoX, 3D-Scanning) Höhlenlängen in rasantem Tempo anwachsen lässt.

Länge: ≈ 437 km Tiefe: ~912 m Eingänge: ~115
Kriterium
Drittlängstes Höhlensystem der Welt, längstes in Asien
Maße
Vermessene Länge ≈ 437 km; Tiefe ~912 m
Quelle
UNESCO Tentative List – Guizhou Shuanghe Cave

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Sistema Sac Actun / Tulum (Mexiko)

Rang: 7

Auch Sistema Sac Actun ist ein Unterwasser-Riese im Karst von Quintana Roo. Über Hunderte Kilometer ziehen sich geflutete Tunnel, Tunnelkreuzungen und Schächte unter dem Dschungel bei Tulum entlang. Zahlreiche Cenoten bilden die sichtbaren „Fenster“ an der Oberfläche, über die Taucher:innen in das System einsteigen. Sac Actun war zeitweise das längste bekannte Unterwasser-Höhlensystem der Welt, wurde inzwischen aber von Ox Bel Ha überholt.

Aktuelle Zahlen sprechen von rund 379 km vermessener Unterwasser-Passagen und einer Gesamtlänge (inklusive trockener Teile) von über 386 km. Mehr als 220 Cenoten sind mit dem System verbunden, die maximale Tiefe liegt bei gut 119 m. Neben bemerkenswerten Sinterformationen sind hier archäologische und paläontologische Funde entscheidend: menschliche Skelette, Eiszeitfauna und Hinweise auf frühe Nutzung durch indigene Kulturen, etwa als Kult- oder Bestattungsorte.

Für die Wasserwirtschaft der Region ist Sac Actun – wie Ox Bel Ha – Teil eines empfindlichen Grundwasserleiters, der die Süßwasserversorgung des Gebiets sicherstellt. Höhlentauchgänge sind logistisch anspruchsvoll und nur für sehr erfahrene Teams geeignet. In der geowissenschaftlichen Literatur dient das System als Paradebeispiel für karstige Küstenaquifere und für die Wechselwirkung von Meeresspiegel, Klima und Unterwasserhöhlen.

Länge gesamt: ≈ 386 km Unterwasser: ≈ 379 km Cenoten: ~220+
Kriterium
Unter den längsten Unterwasser- und Höhlensystemen weltweit
Maße
Unterwasserlänge ≈ 379 km; Gesamtlänge ≈ 386 km
Quelle
Quintana Roo Speleological Survey – Long Underwater Caves

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Hölloch (Schweiz)

Rang: 8

Das Hölloch im Muotatal ist eine der ganz großen klassischen Höhlen Europas – und ein Pionierobjekt der modernen Speläologie. Seit Ende des 19. Jahrhunderts arbeiten sich Expeditionen in das verzweigte System vor; in den 1950er- und 1960er-Jahren war das Hölloch zeitweise die längste bekannte Höhle der Welt. Heute gilt es als Referenzkarst für die alpinen Kalkmassive.

Aktuelle Vermessungsdaten sprechen von gut 210–212 km bekannter Gänge und einer Tiefe von über 1.000 m zwischen niedrigstem und höchstem Punkt. Mehrere Stockwerke mit fossilen, halbaktiven und aktiven Passagen reagieren sensibel auf Niederschlagsereignisse: Starkregen kann Teile des Systems in kürzester Zeit fluten. Genau diese Dynamik macht das Hölloch für Hydrologie und Geomorphologie so interessant – und zwingt gleichzeitig zu sehr vorsichtigem Tourenmanagement.

Ein kleiner Bereich nahe dem Eingang ist als Schauhöhle für Besucher:innen ausgebaut; weiter innen sind nur geführte Touren und Forschungsexpeditionen erlaubt. Die Arbeitsgemeinschaft Höllochforschung publiziert seit Jahrzehnten Vermessungsdaten und Chroniken, die die Entwicklung des Systems dokumentieren. Wer ins Hölloch einsteigt, erlebt nicht nur beeindruckende Hallen und Schächte, sondern auch ein Stück Speläologiegeschichte.

Länge: ≈ 211–212 km Tiefe: ~1.033 m Region: Muotatal, Schwyz
Kriterium
Unter den längsten Höhlen Europas; extrem tiefes Alpenkarst-System
Maße
Länge ≈ 211–212 km; Tiefe ~1.033 m
Quelle
Arbeitsgemeinschaft Höllochforschung – Chronik

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Gruta Casa de Pedra (Brasilien)

Rang: 9

Gruta Casa de Pedra im brasilianischen Bundesstaat São Paulo ist vor allem für eines berühmt: das höchste bekannte Höhlentor der Welt. Das monumentale Portal ragt steil aus dem atlantischen Regenwald des Schutzgebiets PETAR empor und wirkt wie ein in Stein gemeißeltes Stadttor für Riesen. Die Öffnung ist so groß, dass man sich problemlos einen Wolkenkratzer darin vorstellen kann.

Neuere Laservermessungen durch brasilianische Speläologie-Gruppen und staatliche Stellen ergaben eine Portalhöhe von etwa 172 m, stellenweise bis 175 m, bei entsprechend breiter Spannweite. Damit korrigierten sie ältere, teils überhöhte Angaben nach unten, bestätigten aber den Rekordstatus als höchstes Höhlentor. Hinter dem Eingang folgt eine gewaltige Halle mit Schuttkegeln, Felsbändern und einem aktiven Bachlauf, der das Innere modelliert.

Casa de Pedra liegt im Parque Estadual Turístico do Alto Ribeira (PETAR), einem Gebiet mit hunderten weiteren Höhlen und hoher Biodiversität. Der Zugang ist stark reglementiert; geführte Touren sind möglich, aber begrenzt, um Erosion, Trittschäden und Sicherheitsrisiken zu minimieren. Als Fotomotiv ist das Portal ikonisch – und ein anschauliches Beispiel dafür, welche Dimensionen rein natürliche Prozesse erreichen können.

Portalhöhe: ≈ 172–175 m Lage: PETAR, São Paulo Typ: Rekord-Höhlentor
Kriterium
Höchstes natürliches Höhlenportal der Welt
Maße
Portalhöhe ≈ 172 m, lokal bis ~175 m
Quelle
Governo do Estado de São Paulo – Casa de Pedra

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Deer Cave, Gunung Mulu (Malaysia)

Rang: 10

Deer Cave (Gua Rusa) in Gunung Mulu war lange als größter bekannter Höhlentunnel der Welt berühmt, bevor Sơn Đoòng den Rekord übernahm. Ihre Hauptröhre bleibt dennoch spektakulär: Abschnitte erreichen Breiten bis etwa 170 m und Höhen bis rund 125–150 m. Durch das riesige Portal fällt Tageslicht in den Eingangsteil, weiter innen dominieren Guano, Felshügel und eine dichte Fledermausfauna die Landschaft.

Die Passage verläuft über Kilometer nahezu kontinuierlich durch den Berg, an einer Stelle öffnet sie sich in das berühmte „Garden of Eden“ – ein vom Tageslicht erfülltes Karstbecken, das von steilen Felswänden umschlossen ist. Schätzungen zufolge beherbergt Deer Cave mehrere Millionen Fledermäuse; ihr abendlicher Ausflug in spiralförmigen Schwärmen über dem Regenwald ist ein Hauptgrund, warum der Nationalpark zu den bekanntesten Showcave-Zielen Südostasiens zählt.

Die Höhle ist über gut ausgebaute Stege und Wege zugänglich und Teil geführter Touren im Gunung-Mulu-Nationalpark. Ihre enormen Querschnitte machen Deer Cave zu einem hervorragenden Beispiel für großdimensionale Fluss-Höhlen im tropischen Karst. Zusammen mit Sarawak Chamber und Clearwater Cave zeigt sie, wie vielfältig und extrem die unterirdische Welt von Mulu ist.

Passage: bis ~169 m breit Höhe: bis ~125–148 m Show Cave seit: 1980er
Kriterium
Außergewöhnlich große natürliche Tunnelpassage
Maße
Passageabschnitte ~170 × 120–150 m; Länge mehrere km
Quelle
Gunung Mulu National Park – Deer Cave

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