Wie groß kann ein Kloster eigentlich werden – als Gebäudekomplex, als ummauerte Anlage oder sogar als regelrechte Klosterstadt? Diese Liste ordnet die 10 größten Klöster der Welt nach der am besten dokumentierten Großdimension ihrer Anlagen, also vor allem nach Areal, historischer Ausdehnung, Zahl der Klostergebäude und monumental belegter Gesamtgröße.
Übersicht
| Rang | Kloster | Land | Dokumentierte Größenangabe | Warum im Ranking? |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Drepung-Kloster | Tibet / China | Historisch bis etwa 10.000 Mönche | Als größte Klosterstadt der traditionellen tibetischen Welt dokumentiert |
| 2 | Kyjiw-Petschersk-Lawra | Ukraine | Etwa 26 Hektar | Außergewöhnlich weitläufige Ober- und Unterlawra mit Höhlensystem |
| 3 | Kloster Poblet | Spanien | 18 Hektar UNESCO-Kernzone | Massive Zisterzienseranlage mit Mauerringen, Palast- und Konventsbereichen |
| 4 | Kloster El Escorial | Spanien | 33.327 Quadratmeter | Monumentaler Renaissancekomplex mit Kloster, Basilika, Bibliothek und Palast |
| 5 | Tawang-Kloster | Indien | Größtes Kloster Indiens | Gewaltige Hochgebirgsanlage mit Wohngebäuden, Schule, Bibliothek und Museum |
| 6 | Rila-Kloster | Bulgarien | 8.800 Quadratmeter Hauptkomplex | Größtes und bedeutendstes Kloster Bulgariens mit festungsartigem Grundriss |
| 7 | Stift Melk | Österreich | Südflügel fast 196 Meter lang | Barockes Großstift mit enormer Bauausdehnung über dem Donautal |
| 8 | Kloster Maulbronn | Deutschland | Extensives Gesamtareal mit Wasserbau-System | Eines der vollständigsten erhaltenen mittelalterlichen Klosterensembles Europas |
| 9 | Kloster Alcobaça | Portugal | Monumentaler Zisterzienserkomplex, Kirche 106 Meter lang | Eine der größten und einflussreichsten Klosteranlagen der Iberischen Halbinsel |
| 10 | Katharinenkloster am Sinai | Ägypten | Großes befestigtes Spätantike-Kloster mit byzantinischen Mauern | Nicht das flächenmäßig größte, aber eines der monumentalsten und ältesten aktiven Klöster |
Drepung-Kloster
Rang: 1
Das Drepung-Kloster nimmt in dieser Liste den Spitzenplatz ein, weil es historisch nicht einfach nur ein großes Kloster war, sondern eine regelrechte Klosterstadt. Gegründet wurde Drepung 1416 westlich von Lhasa, und über die Jahrhunderte entwickelte sich die Anlage zum mächtigsten monastischen Zentrum des Gelug-Ordens. Besonders beeindruckend ist weniger eine einzige Mauerlänge oder ein einzelner Quadratmeterwert, sondern die belegte institutionelle Größe: Historische Studien beschreiben Drepung als das größte Kloster der traditionellen tibetischen Welt, zeitweise mit rund 7.700 Mönchen und in Spitzenzeiten sogar mit etwa 10.000 Bewohnern. Damit war Drepung in seiner Hochphase eher eine eigene religiöse Stadt als nur ein abgeschlossener Konvent. Die Anlage bestand aus mehreren Kollegien, Wohntrakten, Kapellen, Versammlungshallen und dem berühmten Ganden-Podrang, dem früheren Sitz der Dalai Lamas. Gerade diese Verbindung aus geistlicher Autorität, baulicher Masse und riesiger Mönchsgemeinschaft macht Drepung so außergewöhnlich. Wer die größten Klöster der Welt vergleicht, kommt an diesem Namen kaum vorbei, weil Drepung die Vorstellung von einem Kloster auf eine ganz andere Größenordnung hebt. Es ging hier nicht nur um Mauern und Höfe, sondern um eine komplexe Bildungs- und Lebenswelt, die den Alltag tausender Mönche organisierte. Genau deshalb steht Drepung hier auf Rang eins: Kein anderes Kloster verbindet historische Massenwirkung, religiöse Bedeutung und dokumentierte Großdimension so eindrucksvoll wie dieses tibetische Zentrum.
- Drepung wurde 1416 gegründet und war über lange Zeit eines der wichtigsten Zentren des Gelug-Ordens.
- Historische Forschung beschreibt die Anlage als größte Klosterinstitution des traditionellen Tibet.
- Die Höchstzahl von bis zu 10.000 Mönchen macht Drepung zu einer echten Klosterstadt.
- Größenkriterium
- Historisch dokumentierte Mönchszahl und die institutionelle Ausdehnung der Gesamtanlage
- Besonderheit
- Mehrere Kollegien, große Versammlungshallen und der frühere Sitz der Dalai Lamas innerhalb des Komplexes
- Quelle
- University of Washington
Kyjiw-Petschersk-Lawra
Rang: 2
Die Kyjiw-Petschersk-Lawra gehört zu den eindrucksvollsten Großklöstern Europas und erreicht ihren Spitzenrang vor allem durch die dokumentierte Fläche von rund 26 Hektar. Das allein ist schon beachtlich, doch die wahre Größe der Lawra zeigt sich in der Vielschichtigkeit des Ensembles. Der Komplex ist in Ober- und Unterlawra gegliedert und umfasst nicht nur Kirchen, Glockentürme, Wohn- und Wirtschaftsbereiche, sondern auch das berühmte Höhlensystem, das dem Kloster seinen Namen gab. Genau diese Kombination aus oberirdischer Monumentalarchitektur und unterirdischer geistlicher Landschaft hebt die Anlage von vielen anderen Klöstern ab. Über Jahrhunderte entwickelte sich die Lawra zu einem religiösen, kulturellen und politischen Mittelpunkt der orthodoxen Welt in Osteuropa. Ihre Baugeschichte reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück, und der Ort strahlt bis heute jene Mischung aus Pilgerziel, Heiligtum und urbanem Klosterbezirk aus, die ihn so außergewöhnlich macht. Anders als kompakte Bergklöster ist die Lawra kein einzelner Baublock, sondern ein weitläufiges System von sakralen und funktionalen Teilräumen. Gerade das macht sie im Größenvergleich so stark. Wer über „große Klöster“ spricht, meint hier nicht nur hohe Mauern oder riesige Kirchen, sondern eine ausgedehnte geistliche Stadtlandschaft mit Jahrhunderten architektonischer Verdichtung. Die Kyjiw-Petschersk-Lawra gehört deshalb völlig zurecht in die Spitzengruppe: Sie ist flächenmäßig enorm, historisch bedeutend und als Gesamtkomplex von außergewöhnlicher Tiefe.
- Die Lawra nimmt laut Stadt- und Museumsangaben rund 26 Hektar ein.
- Der Komplex ist traditionell in eine Ober- und eine Unterlawra gegliedert.
- Berühmt ist die Anlage vor allem für die Verbindung aus monumentalen Kirchen und Höhlenkloster.
- Größenkriterium
- Dokumentierte Arealfläche des Klosterterritoriums
- Besonderheit
- Großes oberirdisches Ensemble plus historisches Höhlensystem als integraler Teil der Anlage
- Quelle
- Kyiv City Guide
Kloster Poblet
Rang: 3
Das katalanische Kloster Poblet ist ein Musterbeispiel dafür, wie gewaltig eine mittelalterliche Zisterzienseranlage werden konnte. Die von der UNESCO ausgewiesene Kernzone umfasst 18 Hektar – ein Wert, der das Ausmaß des Gesamtkomplexes sofort greifbar macht. Poblet ist dabei weit mehr als eine einzelne Kirche mit Kreuzgang. Die Anlage besteht aus mehreren Mauerringen, Konventsgebäuden, Dormitorien, Kapitelhaus, Refektorium, Scriptorium, Abtspalast und königlichen Grablegen. Schon diese Dichte zeigt, dass hier ein religiöses Zentrum mit klarem Machtanspruch entstand. Das Kloster war über Jahrhunderte eng mit der Krone von Aragón verbunden und entwickelte sich zu einem der politisch und wirtschaftlich bedeutendsten Konvente der Iberischen Halbinsel. Seine Größe erklärt sich also nicht nur architektonisch, sondern auch historisch: Poblet musste Platz für Liturgie, Gemeinschaft, Verwaltung, Repräsentation und Schutz bieten. Gerade die erhaltene Ummauerung macht bis heute sichtbar, wie stark die Anlage als eigenständige geistliche Stadt gedacht war. Im Vergleich zu manchen Berg- oder Eremitenklöstern wirkt Poblet fast wie eine kleine Festung mit innerem Funktionsnetz. Das ist einer der Gründe, warum es in dieser Liste so weit oben steht. Die Kombination aus belegbarer Fläche, baulicher Vollständigkeit und historischer Bedeutung macht Poblet zu einem der überzeugendsten Beispiele für ein wirklich großes Kloster im klassischen Sinn.
- Die UNESCO nennt für den Kernbereich des Klosters eine Fläche von 18 Hektar.
- Poblet war eines der wichtigsten Zisterzienserklöster im mittelalterlichen Spanien.
- Zum Ensemble gehören Konventsbereiche, Wirtschaftsgebäude, Mauerringe und königliche Grablegen.
- Größenkriterium
- UNESCO-Kernzone mit 18 Hektar und vollständige Großanlage hinter mehreren Umfassungsmauern
- Besonderheit
- Großer Konventskomplex mit Wehrcharakter und enger Verbindung zur Krone von Aragón
- Quelle
- UNESCO
Kloster El Escorial
Rang: 4
El Escorial ist eines der monumentalsten Klöster überhaupt und sprengt schon mit seiner Bauidee den normalen Rahmen eines Konvents. Der Komplex umfasst 33.327 Quadratmeter und vereint Kloster, Basilika, Bibliothek, Pantheon, Schule und königliche Repräsentationsräume in einem einzigen riesigen Renaissancebau. Genau diese Mehrfachfunktion macht El Escorial so außergewöhnlich. Es handelt sich nicht nur um ein großes Kloster, sondern um ein geradezu programmatisches Gesamtkunstwerk der spanischen Weltmachtzeit. Unter Philipp II. sollte der Bau religiöse Disziplin, monarchische Ordnung und kulturelle Größe zugleich sichtbar machen. Das Ergebnis ist ein strenger, gewaltiger Gebäudeblock, der eher wie eine eigene steinerne Welt als wie ein klassisches Einzelkloster wirkt. Wer die größten Klöster der Welt vergleicht, muss El Escorial deshalb hoch einstufen, weil hier die pure Grundfläche mit monumentaler Komplexität zusammenfällt. Die Anlage ist kein loses Ensemble, sondern ein klar organisierter Riesenbau mit Höfen, Gängen, Bibliotheksräumen, Grablegen und sakralem Zentrum. Gerade dieser innere Reichtum bei gleichzeitiger äußerer Strenge gehört zu den Dingen, die El Escorial bis heute so faszinierend machen. Auch wenn andere Klöster flächenmäßig durch Gärten oder Außenbezirke größer sein mögen, ist El Escorial als kompakter Monasterien-Gigant kaum zu übersehen. Es ist eines jener Gebäude, bei denen die Idee des „großen Klosters“ fast imperial gedacht wurde – und genau darum gehört es hier ganz nach oben.
- Der Gesamtkomplex wird mit 33.327 Quadratmetern angegeben.
- El Escorial vereint Klosterleben mit Basilika, Bibliothek, Pantheon und königlicher Repräsentation.
- Der Bau gilt als einer der gewaltigsten Renaissancekomplexe Europas.
- Größenkriterium
- Dokumentierte Gesamtfläche des monumentalen Gebäudekomplexes
- Besonderheit
- Kloster und Herrschaftsarchitektur verschmelzen hier zu einem einzigen riesigen Renaissancebau
- Quelle
- esMadrid
Tawang-Kloster
Rang: 5
Das Tawang-Kloster in Arunachal Pradesh steht im Größenvergleich besonders stark da, weil es als größtes Kloster Indiens gilt und zugleich eine außergewöhnlich ausgedehnte Hochgebirgsanlage bildet. Schon seine Lage auf über 3.000 Metern Höhe verleiht ihm Präsenz, doch noch beeindruckender ist seine funktionale Dichte. Tawang ist nicht nur ein Gebetsort, sondern ein voll entwickelter monastischer Komplex mit Wohnbereichen, Bibliothek, Museum, Schule und großen Versammlungsräumen. Die Klosteranlage dominiert die Umgebung regelrecht und wirkt in ihrer topografischen Einbindung wie eine eigene befestigte Klosterwelt über dem Tal. Gerade dieser Charakter macht Tawang so bemerkenswert: Es ist groß, sichtbar, institutionell bedeutend und zugleich in eine dramatische Gebirgslandschaft eingespannt, die seine Wirkung noch verstärkt. Historisch gehört das Kloster zum Gelug-Orden des tibetischen Buddhismus und entwickelte sich seit dem 17. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Zentren des Mahayana-Buddhismus in der Region. Im Vergleich zu europäischen Großklöstern zeigt Tawang eine andere Art von Größe. Hier geht es weniger um höfische Monumentalität und mehr um eine ausgedehnte, lebendige Klostergemeinschaft, die Schule, Kultur, Ritual und Alltag unter einem Dach zusammenführt. Wer nur an kleine, abgelegene Bergklöster denkt, unterschätzt Tawang völlig. In Wahrheit handelt es sich um eine der gewaltigsten monastischen Anlagen Asiens, die wegen ihrer institutionellen und baulichen Größe einen festen Platz in jeder internationalen Top-10 verdient.
- Tawang gilt offiziell als größtes Kloster Indiens.
- Der Komplex vereint religiöse, schulische und kulturelle Funktionen in einer einzigen Anlage.
- Die Höhenlage und die dominante Position über dem Tal verstärken die monumentale Wirkung zusätzlich.
- Größenkriterium
- Offizieller Rang als größtes Kloster Indiens und weitläufige Mehrzweckanlage im Hochgebirge
- Besonderheit
- Kloster, Wohnanlage, Schule, Bibliothek und Museum in einem großen buddhistischen Gesamtkomplex
- Quelle
- Incredible India
Rila-Kloster
Rang: 6
Das Rila-Kloster ist das größte und bedeutendste Kloster Bulgariens und beeindruckt vor allem durch seinen klar ummauerten Hauptkomplex von rund 8.800 Quadratmetern. Diese Zahl klingt zunächst kleiner als bei manchen weitläufigen UNESCO-Arealen, doch gerade die kompakte Monumentalität macht Rila so stark. Die Anlage wirkt von außen wie eine Festung und öffnet sich im Inneren zu einem überraschend großen Hof mit Kirche, Hrelyo-Turm, Wohntrakten, Arkaden, Werkstätten und Museumsbereichen. Genau diese starke Verdichtung verleiht dem Kloster eine ungewöhnliche Wirkung: Alles ist massiv, geschlossen und zugleich architektonisch hoch differenziert. Das Kloster entstand im 10. Jahrhundert und wurde über die Jahrhunderte zu einem zentralen Symbol bulgarischer Religions- und Kulturgeschichte. Anders als ein bloß großer Sakralbau ist Rila ein in sich geschlossenes Klostersystem, das Wohnen, Beten, Wirtschaften und Verteidigen miteinander verband. Die unregelmäßige, fast pentagonale Form unterstreicht zusätzlich, dass hier nicht ein einzelner Monumentalbau, sondern ein lebensfähiger monastischer Organismus entstand. Dass Rila heute zu den berühmtesten orthodoxen Klöstern Europas zählt, liegt also nicht nur an seiner spirituellen Geschichte, sondern auch an seiner starken baulichen Präsenz. Im Ranking der größten Klöster gehört es deshalb unbedingt hinein: als ein Beispiel dafür, wie ein Kloster trotz kompakter Fläche monumental, vollständig und überwältigend groß wirken kann.
- Der Hauptkomplex wird mit rund 8.800 Quadratmetern angegeben.
- Rila gilt als größtes und angesehenstes Kloster Bulgariens.
- Die festungsartige Außenwirkung steht in spannendem Kontrast zum farbigen, vielschichtigen Innenhof.
- Größenkriterium
- Dokumentierte Fläche des geschlossenen Hauptkomplexes
- Besonderheit
- Starke Verdichtung von Kirche, Turm, Wohntrakten und Wirtschaftsbauten in einer festungsartigen Gesamtanlage
- Quelle
- Tourist Information Center Samokov
Stift Melk
Rang: 7
Stift Melk ist eines der imposantesten Klöster Mitteleuropas und gehört allein wegen seiner baulichen Ausdehnung in jede Liste der größten Klöster der Welt. Besonders anschaulich wird das an einer einzigen Zahl: Der kaiserliche Gang im ersten Stock des Südflügels misst fast 196 Meter Länge und spannt sich damit beinahe über die gesamte Südseite des Klosterkomplexes. Das zeigt, mit welcher Größenordnung man es hier zu tun hat. Melk thront hoch über der Donau und erscheint schon von außen nicht wie ein gewöhnliches Kloster, sondern wie ein ausgreifender barocker Großbau, der Landschaft und Architektur miteinander verschmilzt. Im Inneren setzt sich dieser Eindruck fort: Marmorsaal, Bibliothek, Kirche, Höfe und langgestreckte Trakte bilden ein Ensemble von enormer räumlicher Wirkung. Gerade bei Melk zeigt sich, dass „Größe“ nicht nur in Hektar gemessen werden muss. Die Länge der Flügel, die Höhe über dem Tal und die repräsentative Ausformung des Gesamtbaus machen das Stift zu einem der monumentalsten Benediktinerklöster überhaupt. Zugleich blieb es immer ein lebendiges Kloster und nicht nur ein musealer Baukörper. Genau diese Verbindung aus geistlichem Zentrum und architektonischer Großform ist der Grund für den Platz in dieser Top 10. Melk ist kein Kloster, das nur durch eine einzelne Kirche berühmt wurde, sondern ein komplexes Gesamtsystem von bemerkenswerter Ausdehnung – und damit eines der großen monastischen Bauwerke der Welt.
- Allein der Kaisergang im Südflügel misst fast 196 Meter.
- Melk zählt zu den monumentalsten Barockklöstern Europas.
- Die Lage über der Donau verstärkt den Eindruck eines riesigen, landschaftsprägenden Klosterkomplexes.
- Größenkriterium
- Monumentale Länge der Haupttrakte und außergewöhnliche bauliche Gesamtwirkung
- Besonderheit
- Barockes Großstift mit weithin sichtbarer Dominanz über das Donautal
- Quelle
- Stift Melk
Kloster Maulbronn
Rang: 8
Das Kloster Maulbronn steht vielleicht nicht wegen einer spektakulären Einzelzahl im Fokus, wohl aber wegen der außergewöhnlichen Vollständigkeit und räumlichen Komplexität seines Gesamtareals. Die UNESCO bezeichnet Maulbronn als das vollständigste erhaltene mittelalterliche Zisterzienserkloster Europas. Genau das ist im Größenvergleich entscheidend, denn hier geht es nicht nur um ein Hauptgebäude, sondern um ein dichtes monastisches Gesamtsystem mit Kirche, Kreuzgang, Wirtschaftsbereichen, Mauern und einem ausgedehnten Wasserbau-System aus Teichen, Kanälen und Entwässerungsstrukturen. Diese landschaftlich eingebundene Infrastruktur war essenzieller Teil des Klosters und macht deutlich, dass große Klöster häufig viel mehr waren als ein sakraler Kern mit ein paar Nebengebäuden. Maulbronn besaß eine ausgeprägte funktionale Gesamtplanung, die Gebet, Arbeit, Versorgung und Geländeorganisation eng miteinander verzahnte. Gerade deshalb gehört es in eine Liste der größten Klöster: als Beispiel für eine Anlage, deren Größe aus der Summe der erhaltenen Strukturen spricht. Anders als bei späteren Barockriesen ist Maulbronn nicht überwältigend prunkvoll, sondern durch seine mittelalterliche Geschlossenheit beeindruckend. Mauern, Wirtschaftsbereiche und Wasserlandschaft bilden ein Ensemble, das die innere Logik eines Großklosters bis heute ablesbar macht. Wer verstehen will, wie mächtig und weit gespannt ein Zisterzienserkloster im Mittelalter sein konnte, findet in Maulbronn eines der überzeugendsten Beispiele überhaupt.
- Maulbronn gilt als vollständigstes erhaltenes mittelalterliches Zisterzienserkloster Europas.
- Zum Gesamtkomplex gehört auch ein weitverzweigtes historisches Wasserbau-System.
- Die Anlage zeigt besonders gut, wie groß ein Kloster als Wirtschafts- und Lebensraum sein konnte.
- Größenkriterium
- Hohe räumliche Vollständigkeit des Gesamtareals inklusive Wasserwirtschaft und Nebengebäuden
- Besonderheit
- Außergewöhnlich geschlossenes mittelalterliches Großensemble hinter befestigten Mauern
- Quelle
- UNESCO
Kloster Alcobaça
Rang: 9
Das portugiesische Kloster Alcobaça ist eines der eindrucksvollsten Zisterzienserklöster Westeuropas und verdient seinen Platz im Ranking vor allem wegen der Monumentalität seiner Bauten. Bereits die Kirche misst 106 Meter Länge und zählt damit zu den größten gotischen Kirchen Portugals. Doch Alcobaça ist nicht nur eine lange Kirche, sondern ein weit verzweigter Klosterkomplex, der über Jahrhunderte zu einem der reichsten und einflussreichsten Konvente des Landes anwuchs. Die Anlage zeigt sehr anschaulich, wie sehr Größe im monastischen Kontext mit wirtschaftlicher und politischer Bedeutung verknüpft war. Ein solches Kloster musste Liturgie, Gemeinschaftsleben, Verwaltung, Vorratshaltung und Repräsentation zugleich ermöglichen. Genau deshalb entwickelte sich Alcobaça zu einem räumlich mächtigen Ensemble, das über seine reine Bauform hinaus Wirkung entfaltete. Die klare zisterziensische Architektur täuscht leicht darüber hinweg, wie groß und ambitioniert diese Anlage tatsächlich war. Gerade ihre langen Raumachsen, die monumentale Kirche und die enge Bindung an die portugiesische Monarchie machten Alcobaça zu einem herausragenden Großkloster der Iberischen Halbinsel. Wer große Klöster weltweit vergleicht, sollte deshalb nicht nur auf Quadratmeter schauen, sondern auch auf den architektonischen Maßstab einzelner Kernelemente. Und genau dort ist Alcobaça stark: als weiträumiger, klar gegliederter und historisch äußerst mächtiger Konvent, dessen Größe bis heute spürbar bleibt.
- Die Klosterkirche von Alcobaça ist rund 106 Meter lang.
- Das Kloster war über lange Zeit eines der reichsten und einflussreichsten des Landes.
- Alcobaça gilt als Meisterwerk zisterziensischer Gotik in Portugal.
- Größenkriterium
- Monumentale Bauausdehnung des Hauptkomplexes mit besonders großer Klosterkirche
- Besonderheit
- Großes portugiesisches Zisterzienserkloster mit hoher historischer, architektonischer und politischer Bedeutung
- Quelle
- UNESCO
Katharinenkloster am Sinai
Rang: 10
Das Katharinenkloster am Sinai schließt diese Liste nicht deshalb ab, weil es unbedeutend kleiner wäre, sondern weil seine Größe anders wirkt als bei den ausgedehntesten Flächenklöstern. Hier beeindruckt vor allem die monumental befestigte Geschlossenheit eines seit der Spätantike bestehenden Klosterkomplexes, der bis heute ununterbrochen genutzt wird. Das allein macht den Ort zu einer Ausnahmeerscheinung. Die byzantinischen Mauern umschließen ein dichtes Ensemble aus Kirchen, Kapellen, Wohnbereichen, Bibliothek, Werkstätten und Innenhöfen. In Verbindung mit der kargen Berglandschaft entsteht ein monastischer Mikrokosmos, der weit größer wirkt, als es eine bloße Grundrisszahl ausdrücken könnte. Gerade darin liegt die besondere Dimension des Katharinenklosters: Es ist kein expansives Klosterterritorium, sondern eine mächtige, befestigte Welt für sich, die über Jahrhunderte hinweg religiös, kulturell und politisch Bestand hatte. Hinzu kommt die außergewöhnliche Ausstattung mit Ikonen und Handschriften, die den Komplex nicht nur baulich, sondern auch geistig „groß“ macht. Im Vergleich mit spätereuropäischen Riesenanlagen wirkt der Sinai zunächst kompakter, doch im historischen Maßstab der frühchristlichen Klosterwelt ist die Anlage geradezu monumental. Deshalb gehört sie in diese Top 10: als eines der ältesten, geschlossensten und eindrucksvollsten Großklöster der Welt, dessen Präsenz aus Beständigkeit, Befestigung und spiritueller Ausnahmestellung entsteht.
- Das Kloster gilt als ältestes dauerhaft genutztes christliches Kloster der Welt.
- Seine byzantinischen Mauern umschließen ein dichtes, bis heute funktionsfähiges Klosterensemble.
- Berühmt ist die Anlage auch für ihre außergewöhnlichen Manuskript- und Ikonensammlungen.
- Größenkriterium
- Monumentale befestigte Gesamtanlage und außergewöhnliche historische Kontinuität
- Besonderheit
- Seit der Spätantike ununterbrochen genutztes Hochgebirgskloster mit starkem Wehr- und Inselcharakter
- Quelle
- Saint Catherine’s Monastery

