Neun Meter Armspannweite und bis zu 272 Kilogramm Körpermasse: Die größten Kraken der Welt erreichen Dimensionen, die eher zu einem kleinen Hai als zu einem Weichtier zu passen scheinen. An der Spitze steht der Pazifische Riesenkrake. Dahinter folgt mit dem Siebenarm-Kraken ein kaum beobachteter Tiefseebewohner, der zwar kürzer, aber außergewöhnlich schwer werden kann. Selbst mehrere weniger bekannte Kraken aus Australien, Neuseeland und Südafrika kommen auf Gesamtlängen von deutlich mehr als einem Meter.
Dieses Ranking bewertet ausschließlich echte Kraken der Ordnung Octopoda – keine Kalmare oder Sepien. Sortiert wird nach der maximal belastbar veröffentlichten Gesamtlänge beziehungsweise bei sehr großen Arten nach der dokumentierten radialen Armspannweite. Das Gewicht dient bei Gleichstand als zweites Kriterium. Gerade bei Kraken ist Vorsicht nötig: Die weichen Arme können bei toten Exemplaren gedehnt werden, weshalb historische Rekorde nicht immer direkt vergleichbar sind. Bevorzugt werden daher Fachinstitutionen, Museen, Forschungsdatenbanken und wissenschaftliche Arbeiten. Datenstand ist August 2026. Weitere ungewöhnliche Tierrekorde gibt es in der Kategorie Tiere.
So wurde gewertet
Hauptkriterium ist die größte belastbar dokumentierte Gesamtausdehnung eines erwachsenen Kraken. Bei benthischen Arten entspricht das meist der Gesamtlänge vom Mantelende bis zur Spitze des längsten Arms; beim Pazifischen Riesenkraken wird zusätzlich die radiale Armspannweite berücksichtigt. Wo zwei Arten ungefähr denselben Maximalwert erreichen, entscheidet die dokumentierte Körpermasse. Historische Rekorde wurden nur übernommen, wenn eine anerkannte Fachinstitution sie ausdrücklich führt. Das ist wichtig, weil Kraken keinerlei Knochen besitzen und tote Tiere durch Dehnung erheblich größer erscheinen können. Der wissenschaftlich häufig genutzte Mantellängenwert wird deshalb in den Faktenboxen zusätzlich genannt, ist aber nicht das Sortierkriterium. Nicht berücksichtigt werden Kalmare wie Riesenkalmar und Koloss-Kalmar, obwohl diese ebenfalls acht Arme besitzen: Sie tragen zusätzlich zwei spezialisierte Fangtentakel und gehören nicht zu den Kraken im engeren Sinn.
Übersicht
| Rang | Art | Max. Größe | Max. Gewicht | Verbreitung | Lebensraum | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Pazifischer Riesenkrake | bis ca. 9 m Spannweite | Rekord ca. 272 kg | Nordpazifik | Felsküsten und Schelf | größter dokumentierter Krake |
| 2 | Siebenarm-Krake | bis 4 m | über 70 kg | weltweit | Freiwasser bis 1.200 m | schwerster Tiefsee-Krake |
| 3 | Neuseeländischer Riesenkrake | bis mindestens 2 m | bis 12 kg | Neuseeland, Südaustralien | Küstenriffe | größter Krake Australasiens |
| 4 | Sydney-Krake | Armspannweite bis 2 m | mehrere kg | Süd- und Ostaustralien | Felsriffe, Buchten | territorialer Großkrake |
| 5 | Gewöhnlicher Krake | bis 1,8 m | bis 10 kg | warme und gemäßigte Meere | Fels-, Sand- und Mischgrund | wirtschaftlich bedeutende Art |
| 6 | Südafrikanischer Riesenkrake | bis 1,67 m | über 10 kg möglich | Namibia, Südafrika | Schelf und Kontinentalhang | großer südlicher Enteroctopus |
| 7 | Langarmiger Weißfleckenkrake | bis 1,5 m | bis ca. 2 kg | warme Meere | Riffe, Sand, Geröll | extrem lange erste Armpaare |
| 8 | Maya-Krake | bis 1,3 m | bis ca. 5 kg | Golf von Mexiko | flache Küstengewässer | endemisch in Mexiko |
| 9 | Schmuckkrake | bis 1,2 m | bis ca. 1 kg | Indopazifik | Korallenriffe | nachtaktiver Langarm-Krake |
| 10 | Patagonischer Riesenkrake | bis ca. 1 m | bis ca. 4 kg, teils mehr | Chile, Argentinien | Felsige Küsten | größte planktonische Schlüpflinge unter Kraken |
1. Pazifischer Riesenkrake – bis etwa neun Meter
Rang: 1 Weltrekord
Der Pazifische Riesenkrake Enteroctopus dofleini ist der klare Spitzenreiter. Smithsonian Ocean nennt für das größte dokumentierte Exemplar etwa 600 Pfund beziehungsweise 272 Kilogramm Gewicht und rund 30 Fuß Armspannweite – knapp neun Meter. Selbst wenn solche Extremtiere außergewöhnlich sind, erreicht keine andere sicher dokumentierte Krakenart eine vergleichbare Kombination aus Länge und Masse. Typische Erwachsene sind erheblich kleiner und bewegen sich oft im Bereich von etwa zehn bis 50 Kilogramm.
Die enorme Größe entsteht in erstaunlich kurzer Zeit. Pazifische Riesenkraken leben meist nur wenige Jahre. Aus einem Ei, das kaum größer als ein Reiskorn ist, wächst innerhalb dieser kurzen Lebensspanne ein Tier mit tausenden Saugnäpfen. Der Energieumsatz muss entsprechend hoch sein. Auf dem Speiseplan stehen Krabben, Muscheln, Hummer und Fische; sehr große Tiere können auch vergleichsweise große Wirbeltiere überwältigen.
Mindestens ebenso beeindruckend wie der Körper ist das Nervensystem. Ein großer Teil der Nervenzellen sitzt nicht zentral im Gehirn, sondern in den Armen. Dadurch können einzelne Arme komplexe Bewegungen teilweise eigenständig koordinieren. Jeder Saugnapf dient nicht nur zum Festhalten, sondern besitzt chemische Rezeptoren und kann gewissermaßen „schmecken“.
Die Fortpflanzung setzt diesem rasanten Leben ein abruptes Ende. Weibchen bewachen zehntausende Eier über Monate, reinigen sie und fächeln sauerstoffreiches Wasser darüber. Währenddessen fressen sie kaum oder gar nicht. Nach dem Schlupf sterben sie. Rang eins verbindet deshalb gigantisches Wachstum mit einer Lebensgeschichte, die für ein Tier dieser Größe erstaunlich kurz ist.
- Rekordexemplar etwa 272 kg schwer
- Bis rund 9 m dokumentierte Armspannweite
- Mehr als 2.000 Saugnäpfe bei großen Tieren möglich
- Weibchen bewachen ihre Eier bis zum Tod
- Wissenschaftlicher Name
- Enteroctopus dofleini
- Rekordspannweite
- ca. 9 m
- Rekordgewicht
- ca. 272 kg
- Typische Größe
- deutlich kleiner; häufig etwa 3–5 m bei großen Adulten
- Verbreitung
- Nordpazifik von Nordamerika bis Japan
- Lebensdauer
- meist nur etwa 3–5 Jahre
- Nahrung
- Krustentiere, Muscheln, Fische und andere Meerestiere
- Rekord
- größter dokumentierter Krake der Welt
- Quelle
- Smithsonian Ocean
2. Siebenarm-Krake – bis vier Meter
Rang: 2 Tiefsee-Gigant
Haliphron atlanticus ist der große Unbekannte unter den Kraken-Giganten. Der Siebenarm-Krake erreicht bis etwa vier Meter Gesamtlänge und kann nach Angaben des Natural History Museum mehr als 70 Kilogramm wiegen. Damit ist er deutlich kürzer als der Pazifische Riesenkrake, gehört nach Körpermasse aber zur absoluten Spitze. Sein Lebensraum erklärt, warum die Art selbst Meeresbiologen nur selten begegnet: Sie lebt überwiegend im freien Wasser und kann bis weit unter die lichtdurchflutete Oberflächenzone hinabsteigen.
Der Name „Siebenarm-Krake“ ist biologisch irreführend. Auch diese Art besitzt acht Arme. Bei Männchen ist der zur Fortpflanzung spezialisierte Arm jedoch in einer Hauttasche verborgen und wirkt äußerlich kaum sichtbar. Frühe Beobachter glaubten deshalb, das Tier habe tatsächlich nur sieben Arme.
Besonders ungewöhnlich ist die Ernährung. Tiefseeaufnahmen zeigen Weibchen, die große Quallen festhalten und offenbar als Nahrung oder Jagdhilfe nutzen. Anstatt nur klassische Beute wie Krabben vom Meeresboden zu sammeln, bewegt sich Haliphron in einer dreidimensionalen pelagischen Welt aus Quallen, Salpen, Fischen und Kleinkrebsen.
Auch der Geschlechtsunterschied ist enorm. Weibchen werden um ein Vielfaches größer als Männchen. Dieses extreme Größenverhältnis ist bei pelagischen Kraken nicht ungewöhnlich, erreicht bei großen Arten aber besonders auffällige Dimensionen. Rang zwei beruht daher nicht nur auf vier Metern Länge: Der Siebenarm-Krake zeigt einen völlig anderen Weg zum Kraken-Gigantismus als der bodenlebende Pazifische Riesenkrake.
- Bis etwa 4 m Gesamtlänge
- Weibchen können mehr als 70 kg wiegen
- Besitzt tatsächlich acht Arme
- Lebt überwiegend im offenen Wasser und der Tiefsee
- Wissenschaftlicher Name
- Haliphron atlanticus
- Maximallänge
- ca. 4 m
- Maximalgewicht
- mehr als 70 kg
- Lebensraum
- pelagisch, von Oberflächenwasser bis in die Tiefsee
- Verbreitung
- tropische und gemäßigte Meere weltweit
- Geschlechtsdimorphismus
- Weibchen erheblich größer als Männchen
- Besonderheit
- Fortpflanzungsarm des Männchens bleibt verborgen
- Rekord
- einer der schwersten Kraken der Welt
- Quelle
- Natural History Museum
3. Neuseeländischer Riesenkrake – bis mindestens zwei Meter
Rang: 3 Australasien-Rekord
Der unter den Namen Macroctopus maorum und Pinnoctopus cordiformis bekannte neuseeländische Großkrake erreicht mindestens zwei Meter Gesamtlänge. Eine wissenschaftliche Untersuchung von 90 Exemplaren dokumentierte Größen bis 198 Zentimeter und Körpermassen bis zwölf Kilogramm. Damit ist die Art nach veröffentlichten Messreihen der größte Krake Australasiens und erreicht im Längenvergleich nahezu dieselben Werte wie der Sydney-Krake auf Rang vier, ist aber deutlich schwerer belegt.
Die komplizierte Namensgeschichte ist selbst für Zoologen interessant. Die Art wurde unter mehreren Gattungs- und Artnamen beschrieben und taucht deshalb in älteren Arbeiten als Octopus maorum, Macroctopus maorum oder Pinnoctopus cordiformis auf. Moderne Arbeiten behandeln diese Namen je nach taxonomischem Konzept unterschiedlich. Für Größenvergleiche ist deshalb entscheidend, dass tatsächlich dieselbe große neuseeländisch-australische Form gemeint ist.
Die Tiere leben an felsigen Küsten, in Riffen und an Hafeneinfahrten. Sie sind kräftige Räuber und fressen vor allem Krustentiere, Muscheln und Fische. Gleichzeitig stehen sie selbst auf dem Speiseplan großer Meeressäuger und Vögel. Forschende können die Größe gefressener Kraken sogar anhand ihrer widerstandsfähigen Schnäbel rekonstruieren, die in Mägen oder ausgewürgten Nahrungsresten von Robben und Albatrossen erhalten bleiben.
Gerade aus solchen Schnäbeln wurden neue Formeln entwickelt, mit denen sich Körpermasse und Gesamtlänge zurückrechnen lassen. Rang drei ist damit nicht bloß eine spektakuläre Größenangabe, sondern ein Beispiel dafür, wie Meeresbiologen indirekt vermessen können, was sich im offenen Meer nur schwer vollständig fangen und wiegen lässt.
- Bis mindestens 1,98–2,0 m Gesamtlänge dokumentiert
- Körpermassen bis 12 kg in wissenschaftlichen Messreihen
- Größter dokumentierter Krake Australasiens
- Größe kann anhand erhaltener Schnäbel rekonstruiert werden
- Wissenschaftlicher Name
- Macroctopus maorum / Pinnoctopus cordiformis
- Maximallänge
- bis mindestens 198–200 cm
- Maximalgewicht
- 12 kg in untersuchter Stichprobe
- Maximale Mantellänge
- ca. 29 cm
- Verbreitung
- Neuseeland und Teile Südaustraliens
- Lebensraum
- felsige Küsten, Riffe und Häfen
- Besonderheit
- taxonomisch unter mehreren Namen in der Literatur geführt
- Rekord
- größter dokumentierter Krake Australasiens
- Quelle
- New Zealand Journal of Marine and Freshwater Research
4. Sydney-Krake – bis zwei Meter Armspannweite
Rang: 4 Territorial
Der Sydney-Krake Octopus tetricus erreicht eine Armspannweite von bis zu zwei Metern. Damit ist er längenmäßig praktisch gleichauf mit dem neuseeländischen Riesenkraken, wird wegen der geringeren dokumentierten Masse jedoch dahinter eingeordnet. Sein Körper beziehungsweise Mantel kann rund 30 Zentimeter erreichen – der größte Teil der eindrucksvollen Gesamtausdehnung entsteht also durch die langen, sich stark verjüngenden Arme.
Die Art lebt entlang australischer Küsten und ist besonders aus New South Wales bekannt. Tagsüber verbergen sich die Tiere häufig in selbst gewählten Höhlen unter Felsvorsprüngen oder zwischen Steinen. Der Eingang wird mit Muschelschalen, leeren Schneckengehäusen und anderem Material umgeben. Solche Ansammlungen verraten erfahrenen Tauchern oft, dass sich hinter dem vermeintlichen Geröll ein Krake versteckt.
Nachts wird O. tetricus zum aktiven Jäger. Krabben, Schnecken und Muscheln gehören zu seiner wichtigsten Beute. Die Schalen werden entweder mit dem kräftigen Schnabel geöffnet oder mit einem kleinen Loch versehen, durch das lähmende beziehungsweise verdauende Sekrete eingebracht werden können.
Besonders interessant ist das Sozialverhalten. Kraken gelten grundsätzlich als Einzelgänger, doch bei Octopus tetricus wurden an geeigneten Standorten Ansammlungen zahlreicher Tiere beobachtet. Dort entstehen regelrechte „Kraken-Siedlungen“ aus Höhlen und Muschelresten. Die Tiere kommunizieren mit Körperhaltung, Farbwechsel und Armbewegungen und geraten regelmäßig in territoriale Konflikte. Ein bis zu zwei Meter breiter Krake kann somit weit komplexere soziale Situationen bewältigen, als das Klischee vom einsamen Meeresbewohner vermuten lässt.
- Armspannweite bis 2 m
- Mantellänge bis etwa 30 cm
- Nachtaktiver Räuber an australischen Felsküsten
- Kann lokal ungewöhnlich dichte Ansammlungen bilden
- Wissenschaftlicher Name
- Octopus tetricus
- Maximale Armspannweite
- bis 2 m
- Mantellänge
- bis ca. 30 cm
- Verbreitung
- Australien
- Lebensraum
- Felsriffe, Küstenbuchten und Estuarien
- Aktivität
- vorwiegend nachtaktiv
- Nahrung
- Krabben, Muscheln und Schnecken
- Besonderheit
- territorial, kann aber an geeigneten Plätzen hohe Dichten erreichen
- Quelle
- Solitary Islands Underwater Research Group
5. Gewöhnlicher Krake – bis 1,8 Meter
Rang: 5 Klassiker
Octopus vulgaris ist der Prototyp des Kraken und zugleich überraschend groß. Für die Art beziehungsweise den eng gefassten Octopus-vulgaris-Komplex werden Gesamtlängen bis etwa 1,8 Meter und Körpermassen bis zehn Kilogramm angegeben. Damit erreicht ein sehr großes Tier etwa die Körperhöhe eines Menschen, obwohl der eigentliche Mantel nur einen Bruchteil dieser Länge ausmacht.
Der Gewöhnliche Krake besiedelt Fels-, Sand- und Schlammböden in warmen und gemäßigten Meeren. Seine Fähigkeit, zwischen sehr unterschiedlichen Habitaten zu wechseln, trägt zu seiner weiten Verbreitung bei. Tagsüber dient eine Felsspalte oder selbst angelegte Höhle als Versteck, nachts suchen viele Tiere aktiv nach Krebsen, Muscheln und Fischen.
Berühmt ist die Tarnfähigkeit. Chromatophoren in der Haut können innerhalb von Sekunden ausgedehnt oder zusammengezogen werden. Zusätzlich verändern spezielle Hautmuskeln die Oberflächenstruktur. Ein glatter Krake kann dadurch plötzlich warzig und felsartig erscheinen. Das Nervensystem steuert Farbe, Muster und Hautrelief gemeinsam und erzeugt eine der schnellsten komplexen Tarnungen im Tierreich.
Die Art ist außerdem wirtschaftlich bedeutend. Besonders im Mittelmeer und vor Nordwestafrika wird sie seit Jahrhunderten gefischt. Töpfe und Fallen nutzen aus, dass Kraken gerne dunkle Hohlräume als Versteck wählen. Diese Fischerei verdeutlicht zugleich den Unterschied zwischen biologischem Rekord und typischer Größe: Die meisten gefangenen Tiere sind weit kleiner als 1,8 Meter und zehn Kilogramm.
Rang fünf ist deshalb kein exotischer Sonderfall. Einer der größten Kraken der Welt ist zugleich die Art, auf der ein erheblicher Teil unseres allgemeinen Wissens über Krakenverhalten, Lernen, Tarnung und Fischerei basiert.
- Bis 1,8 m Gesamtlänge veröffentlicht
- Maximalgewicht bis etwa 10 kg
- Sehr schnelle Veränderung von Farbe und Hautstruktur
- Eine der wirtschaftlich wichtigsten Krakenarten
- Wissenschaftlicher Name
- Octopus vulgaris
- Maximallänge
- bis 1,8 m
- Maximalgewicht
- bis ca. 10 kg
- Lebensraum
- Fels-, Sand- und Schlammböden
- Verbreitung
- warme und gemäßigte Meeresregionen
- Fischerei
- besonders bedeutend im Mittelmeer und vor Nordwestafrika
- Nahrung
- Krebstiere, Mollusken und Fische
- Besonderheit
- eine der am intensivsten erforschten Krakenarten
- Quelle
- SeaLifeBase
6. Südafrikanischer Riesenkrake – bis 1,67 Meter
Rang: 6 Südlicher Gigant
Der Südafrikanische Riesenkrake Enteroctopus magnificus erreicht dokumentierte Gesamtlängen von 1,67 Metern bei Männchen und etwa 1,60 Metern bei Weibchen. Damit ist er der größte bekannte Krake im südöstlichen Atlantik und gehört zur selben Gattung wie der gewaltige Pazifische Riesenkrake. Der Unterschied zwischen beiden ist dennoch enorm: Selbst ein ausgewachsener E. magnificus bleibt weit unter den historischen Extremmaßen seines nordpazifischen Verwandten.
Die Art lebt vor Namibia und Südafrika und kommt von relativ flachem Küstenwasser bis in mehrere hundert Meter Tiefe vor. Besonders häufig wird sie auf sandigen und schlammigen Böden nachgewiesen. Das unterscheidet sie von vielen küstennahen Kraken, die stärker mit Felsriffen verbunden sind.
Auch das Nahrungsspektrum passt zu einem großen opportunistischen Räuber. Untersucht wurden unter anderem Krebse, Einsiedlerkrebse, Flohkrebse, Vielborster, Schnecken und Fische. Selbst andere Kraken können gefressen werden. In südafrikanischen Gewässern gerät Enteroctopus magnificus gleichzeitig selbst in das Nahrungsspektrum von Pelzrobben und Haien.
Für die Fischerei ist die Art vor allem Beifang. Kraken gelangen in Schleppnetze oder in Fallen für Langusten. Damit wird ein Tier erfasst, obwohl keine besonders große gezielte Fischerei auf die Art existiert.
Die wissenschaftliche Beschreibung erfolgte erst 1992. Für ein Tier, das weit über anderthalb Meter lang werden kann, ist das erstaunlich spät. Ursache ist die Ähnlichkeit mit anderen großen Kraken sowie der Lebensraum auf tieferen weichen Böden. Rang sechs erinnert daran, dass selbst große Meerestiere taxonomisch überraschend lange übersehen werden können.
- Männchen bis 1,67 m Gesamtlänge
- Weibchen bis rund 1,60 m
- Verbreitet vor Namibia und Südafrika
- Erst 1992 wissenschaftlich beschrieben
- Wissenschaftlicher Name
- Enteroctopus magnificus
- Maximallänge Männchen
- 167 cm
- Maximallänge Weibchen
- 160 cm
- Mantellänge
- bis ca. 36 cm
- Verbreitung
- Namibia und Südafrika
- Tiefenbereich
- von flachem Wasser bis mehrere hundert Meter
- Nahrung
- Krebse, Fische, Mollusken und andere Kraken
- Besonderheit
- großer Enteroctopus des südöstlichen Atlantiks
- Quelle
- SeaLifeBase Sweden
7. Langarmiger Weißfleckenkrake – bis 1,5 Meter
Rang: 7 Langarm-Rekord
Der Langarmige Weißfleckenkrake Callistoctopus macropus erreicht Gesamtlängen von etwa 1,2 bis 1,5 Metern. Sein Mantel bleibt dagegen bei ungefähr 15 bis 20 Zentimetern. Das Größenverhältnis ist damit extrem: Der größte Teil des Tieres besteht buchstäblich aus Armen. Besonders das erste Armpaar kann ungefähr einen Meter lang werden und übertrifft die übrigen Arme deutlich.
Diese Proportionen sind an die nächtliche Jagd angepasst. Tagsüber versteckt sich der Krake in Löchern, Korallengeröll oder Sand. Nach Einbruch der Dunkelheit streckt er seine langen Arme in Spalten und zwischen Korallenäste, in denen sich kleinere Krebse und Fische verstecken. Die Arme funktionieren dadurch wie flexible Suchsonden, die gleichzeitig tasten, schmecken und Beute packen.
Die rötliche Grundfärbung mit auffälligen weißen Flecken macht die Art unverwechselbar. Bei Nacht wirkt dieses Muster unter natürlichem Licht jedoch weit weniger auffällig als auf Blitzaufnahmen von Tauchern. Der Krake kann Farbe und Muster außerdem wie andere Arten kurzfristig verändern.
Seine Verbreitung ist sehr groß. Vorkommen sind aus dem Mittelmeer, dem Atlantik und dem Indopazifik gemeldet. Moderne taxonomische Untersuchungen zeigen allerdings, dass hinter historisch sehr weit gefassten Namen bei Kraken manchmal mehrere ähnliche Arten stecken. Deshalb sind regionale Größenwerte nicht immer ohne Weiteres vergleichbar.
Mit zwei Kilogramm bleibt der Weißfleckenkrake trotz 1,5 Metern Länge relativ leicht. Der Vergleich mit dem wesentlich kompakteren Gewöhnlichen Kraken zeigt, wie stark Körperproportionen ein Längenranking beeinflussen können.
- Bis 1,2–1,5 m Gesamtlänge
- Mantellänge nur etwa 15–20 cm
- Erstes Armpaar kann ungefähr einen Meter lang werden
- Vor allem nachts aktiv
- Wissenschaftlicher Name
- Callistoctopus macropus
- Maximallänge
- ca. 1,5 m
- Mantellänge
- bis ca. 20 cm
- Maximalgewicht
- ca. 2 kg
- Verbreitung
- warme und gemäßigt-warme Meeresgebiete
- Lebensraum
- Riffe, Sand- und Geröllflächen
- Aktivität
- nachtaktiv
- Besonderheit
- extrem lange erste Armpaare
- Quelle
- Global Biodiversity Information Facility
8. Maya-Krake – bis 1,3 Meter
Rang: 8 Mexiko-Endemit
Bis zu 1,3 Meter Gesamtlänge und annähernd fünf Kilogramm Gewicht kann der Maya-Krake Octopus maya erreichen. Die mexikanische Umweltbehörde PROFEPA führt genau diese Größenordnung an. Damit gehört die Art zu den größten Kraken des westlichen Atlantiks – obwohl ihr gesamtes natürliches Verbreitungsgebiet auf einen relativ kleinen Teil des Golfs von Mexiko beschränkt ist.
Die Art lebt vor allem an den Küsten von Yucatán und Campeche. Felsige Bereiche, Seegraswiesen, Korallenreste und leere Muschelschalen dienen als Versteck. Typisch sind zwei auffällige Augenflecken an den Seiten des Kopfes. Sie können die Kontur des Kraken verändern und spielen vermutlich bei Kommunikation und Abschreckung eine Rolle.
Ökonomisch besitzt Octopus maya eine enorme Bedeutung. Die Krakenfischerei auf der Yucatán-Halbinsel liefert jährlich große Fangmengen und ist für zahlreiche Küstengemeinden eine wichtige Einnahmequelle. Traditionell werden spezielle Leinen mit Krebsen als Köder eingesetzt. Das funktioniert, weil Kraken die vermeintliche Beute mit den Armen greifen und anschließend an die Oberfläche gezogen werden können.
Der Maya-Krake ist außerdem für Aquakulturforschung interessant. Anders als viele Krakenarten produziert er relativ große Eier, aus denen bereits weit entwickelte Jungtiere schlüpfen. Sie müssen keine lange frei schwimmende Planktonphase durchlaufen, was die kontrollierte Aufzucht erleichtert.
Rang acht verbindet damit drei Eigenschaften, die selten gemeinsam auftreten: beträchtliche Körpergröße, ein sehr kleines natürliches Verbreitungsgebiet und hohe wirtschaftliche Bedeutung. Veränderungen der Meerestemperatur treffen eine solche endemische Art entsprechend stärker als einen weltweit verbreiteten Kraken.
- Bis 1,3 m Gesamtlänge
- Bis annähernd 5 kg Körpergewicht
- Nur im Golf von Mexiko natürlich verbreitet
- Wichtige Zielart der Fischerei auf der Yucatán-Halbinsel
- Wissenschaftlicher Name
- Octopus maya
- Maximallänge
- ca. 1,3 m
- Maximalgewicht
- nahe 5 kg
- Verbreitung
- Yucatán und Campeche, Mexiko
- Lebensraum
- flache Fels-, Seegras- und Mischböden
- Lebensdauer
- etwa 12–18 Monate
- Nahrung
- vor allem Krebstiere und Fische
- Besonderheit
- großer, wirtschaftlich wichtiger Endemit Mexikos
- Quelle
- PROFEPA – Gobierno de México
9. Schmuckkrake – bis 1,2 Meter
Rang: 9 Nachtjäger
Callistoctopus ornatus erreicht rund 120 Zentimeter Gesamtlänge und ungefähr ein Kilogramm Gewicht. Damit ist der Schmuckkrake deutlich schlanker als der Maya-Krake, gehört aber aufgrund seiner langen Arme weiterhin zu den größten tropischen Riffoctopoden. Der wissenschaftliche Name ornatus bedeutet sinngemäß „geschmückt“ – passend zur auffälligen rötlich-braunen Zeichnung mit hellen Streifen und Flecken.
Tagsüber bekommt man die Art nur selten vollständig zu sehen. Der Krake versteckt sich tief in Korallengeröll und verschließt den Eingang seiner Höhle häufig mit Steinen und Riffmaterial. Erst nachts verlässt er den Unterschlupf. Bei Ebbe kann er selbst über extrem flache Riffbereiche ziehen, solange genügend Wasser den Körper bedeckt.
Die langen Arme eignen sich hervorragend für die Jagd zwischen Korallen und Steinen. Gefressen werden Fische, Krustentiere und sogar andere Kraken. Der Schmuckkrake ist damit nicht nur ein opportunistischer Räuber, sondern auch ein potenzieller Kannibale beziehungsweise Octopodenjäger.
Sein Verbreitungsgebiet reicht durch große Teile des Indopazifiks. Tropische Korallenriffe bieten besonders viele kleine Höhlen und Spalten. Genau diese strukturelle Vielfalt ermöglicht es einem relativ großen, aber vollständig knochenlosen Räuber, tagsüber nahezu unsichtbar zu bleiben.
Die Fähigkeit, durch extrem schmale Öffnungen zu gelangen, wird durch den fehlenden festen Innenskelettbau ermöglicht. Die einzige harte Größenbegrenzung ist im Wesentlichen der Schnabel. Solange dieser hindurchpasst, kann der restliche Körper stark verformt werden. Bei 1,2 Metern Gesamtlänge ist diese Flexibilität besonders eindrucksvoll.
- Bis 120 cm Gesamtlänge
- Maximal etwa 1 kg Körpergewicht
- Verbirgt seine Höhle tagsüber mit Riffmaterial
- Jagt nachts Fische, Krustentiere und andere Kraken
- Wissenschaftlicher Name
- Callistoctopus ornatus
- Maximallänge
- 120 cm
- Maximalgewicht
- ca. 1 kg
- Mantellänge
- bis ca. 13 cm
- Verbreitung
- Indopazifik
- Lebensraum
- flache tropische Korallenriffe und Sandflächen
- Aktivität
- vorwiegend nachts
- Besonderheit
- lange Arme und auffälliges Streifenmuster
- Quelle
- SeaLifeBase
10. Patagonischer Riesenkrake – bis etwa einen Meter
Rang: 10 Patagonien
Der Patagonische Riesenkrake Enteroctopus megalocyathus erreicht ungefähr einen Meter Gesamtlänge und rund vier Kilogramm Körpergewicht; einzelne untersuchte Tiere können schwerer ausfallen. Damit landet er knapp vor mehreren anderen Kraken, die ebenfalls in die Nähe der Ein-Meter-Marke gelangen, aber geringere Körpermassen erreichen. Innerhalb der Gattung Enteroctopus ist er dennoch ein vergleichsweise kleiner Vertreter.
Die Art lebt an den kalten Küsten des südlichen Südamerikas. Ihr Verbreitungsgebiet reicht entlang Chile und Argentinien bis in den patagonischen Raum. Felsige Untergründe mit Höhlen und Spalten bieten Schutz. Wie andere größere Kraken nutzt E. megalocyathus seine kräftigen Arme, um Krebse und andere Bodentiere aus Verstecken zu holen.
Besonders bemerkenswert ist die Fortpflanzungsbiologie. Die Eier sind im Vergleich zu vielen anderen Kraken sehr groß. Daraus schlüpfen entsprechend große Jungtiere; wissenschaftliche Arbeiten beschreiben sie als die größten bekannten planktonischen Kraken-Schlüpflinge. Der Nachwuchs beginnt sein Leben also bereits in einer Größenklasse, für die andere Arten länger wachsen müssen.
Auch die Männchen produzieren ungewöhnlich große Spermatophoren. Diese können mehrere Dutzend Zentimeter lang werden und sind damit im Verhältnis zum Körper ausgesprochen groß. Solche Merkmale zeigen, dass selbst eng verwandte Krakenarten sehr unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien entwickelt haben.
Der Patagonische Riesenkrake wird außerdem regional befischt. Taucher sammeln Tiere in Küstengewässern, während die Art andernorts als Beifang auftaucht. Rang zehn beendet die Liste deshalb mit einem Kraken, der zwar weit vom gigantischen Pazifik-Rekord entfernt ist, aber immer noch größer und schwerer wird als die große Mehrheit der rund 300 bekannten Krakenarten.
- Bis ungefähr 1 m Gesamtlänge
- Rund 4 kg typische maximale Fachangabe, größere Tiere dokumentiert
- Lebt an den kalten Küsten Chiles und Argentiniens
- Produziert außergewöhnlich große Eier und Schlüpflinge
- Wissenschaftlicher Name
- Enteroctopus megalocyathus
- Maximallänge
- ca. 1 m
- Körpergewicht
- bis etwa 4 kg in der Fachbeschreibung; größere Einzeltiere möglich
- Verbreitung
- Chile und Argentinien
- Lebensraum
- felsige Küsten- und Schelfgebiete
- Fortpflanzung
- große Eier und ungewöhnlich große Schlüpflinge
- Nahrung
- vor allem bodenlebende Krustentiere und andere Meerestiere
- Besonderheit
- Typusart der Gattung Enteroctopus
- Quelle
- CONICET – Fisheries Research
Warum sind Kraken so schwer zu vermessen?
Bei einem Wal oder Hai lässt sich die Gesamtlänge relativ eindeutig zwischen zwei festen Körperpunkten messen. Kraken besitzen dagegen keinerlei Knochen und ihre Arme bestehen fast vollständig aus verformbarem Muskelgewebe. Ein frisch gefangenes Tier kann seine Arme stark zusammenziehen; ein totes Exemplar lässt sich dagegen erheblich strecken. Historische Berichte über spektakuläre Längen sind deshalb nicht automatisch miteinander vergleichbar.
Meeresbiologen verwenden häufig die Mantellänge als wissenschaftlich stabileres Maß. Sie reicht vom hinteren Mantelende bis zum Bereich der Augen und verändert sich deutlich weniger durch ausgestreckte Arme. Für ein populäres Größenranking ist dieses Maß allerdings weniger anschaulich, weil ein zwei Meter breiter Krake nur einen Mantel von wenigen Dutzend Zentimetern besitzen kann.
Deshalb kombiniert diese Liste Gesamtlänge beziehungsweise Armspannweite mit Gewicht und Mantellänge. Beim Pazifischen Riesenkraken ist der Rekord besonders überzeugend, weil sowohl enorme Masse als auch extreme Armspannweite dokumentiert wurden.
Warum werden Kraken nicht so groß wie Riesenkalmare?
Kraken und Kalmare gehören beide zu den Kopffüßern, besitzen aber unterschiedliche Körperpläne. Kraken leben häufig am Boden, bewegen sich über ihre Arme und verstecken sich in Höhlen. Kalmare sind dagegen stromlinienförmige Freiwasserschwimmer. Riesenkalmare besitzen zusätzlich zu ihren acht Armen zwei extrem lange Fangtentakel, die ihre Gesamtlänge massiv erhöhen.
Der längste sicher dokumentierte Riesenkalmar erreicht daher rund 13 Meter und übertrifft selbst den größten Pazifischen Riesenkraken deutlich. Beim Körpergewicht können sehr große Kalmare ebenfalls mehrere hundert Kilogramm erreichen. Sie gehören jedoch nicht in dieses Ranking, weil Kraken zoologisch zur Ordnung Octopoda zählen und keine zusätzlichen Fangtentakel besitzen.
Interessanterweise ist der größte Krake dafür wesentlich flexibler. Ohne stabiles Innenskelett kann selbst ein sehr großes Tier durch eine Öffnung schlüpfen, die nur wenig größer als sein harter Schnabel ist.
Häufige Fragen zu den größten Kraken der Welt
Welcher ist der größte Krake der Welt?
Der Pazifische Riesenkrake Enteroctopus dofleini hält die spektakulärsten dokumentierten Größenrekorde. Smithsonian Ocean nennt für das größte bekannte Exemplar etwa 272 Kilogramm Gewicht und rund neun Meter Armspannweite.
Welcher Krake ist der schwerste nach dem Pazifischen Riesenkraken?
Der Siebenarm-Krake Haliphron atlanticus gehört mit mehr als 70 Kilogramm zu den schwersten bekannten Kraken. Weibchen werden dabei erheblich größer als Männchen.
Haben Kraken wirklich nur acht Arme?
Ja. Echte Kraken besitzen acht Arme. Kalmare und Sepien haben ebenfalls acht Arme, zusätzlich jedoch zwei spezialisierte Fangtentakel. Der sogenannte Siebenarm-Krake besitzt ebenfalls acht Arme; beim Männchen bleibt der Fortpflanzungsarm weitgehend verborgen.
Wie intelligent sind große Kraken?
Kraken können Probleme lösen, Gegenstände untersuchen, sich an Erfahrungen erinnern und komplexe Verhaltensweisen lernen. Ein erheblicher Teil ihres Nervensystems befindet sich in den Armen, die dadurch viele Bewegungen dezentral koordinieren können.
Wie alt wird ein Pazifischer Riesenkrake?
Trotz seiner enormen Größe lebt der Pazifische Riesenkrake nur ungefähr drei bis fünf Jahre. Das Tier wächst daher extrem schnell. Nach der Fortpflanzung sterben sowohl Männchen als auch Weibchen; Weibchen bewachen ihre Eier bis kurz vor ihrem Tod.







