450 Tonnen Gestein mit einer einzigen Fahrt: Die größten Lkw der Welt sind so breit wie ein Einfamilienhaus, höher als ein zweigeschossiges Gebäude und voll beladen schwerer als mehrere Großraumflugzeuge. Ein einzelner Reifen kann rund vier Meter hoch sein. Auf öffentlichen Straßen wären diese Fahrzeuge weder zulassungsfähig noch sinnvoll einsetzbar.
Dieses Ranking ordnet die größten aktuell dokumentierten Mining-Lkw nach ihrer nominellen Nutzlast in metrischen Tonnen. Gemeint sind starre Muldenkipper der Ultra-Class, die Erz, Kohle und Abraum in großen Tagebauen transportieren. Bei gleicher Nutzlast entscheidet das offiziell angegebene Gesamtgewicht, anschließend die Antriebsleistung. Normale Sattelzüge, Schwertransporter, knickgelenkte Dumper, historische Einzelstücke ohne aktuellen Herstellerstatus und reine Entwicklungsankündigungen wurden ausgeschlossen. Die Werte beziehen sich auf Standard- beziehungsweise Herstellerkonfigurationen; Mulde, Reifen, Höhenpaket und Einsatzbedingungen können einzelne Daten verändern. Die Liste erklärt nicht nur die Rangfolge, sondern auch, warum diesel-elektrische Antriebe, elektrische Retarder, riesige Reifen und automatisierte Flottensteuerung für diese Größenklasse unverzichtbar sind. Datenstand ist Juli 2026.
So wurde gewertet
Hauptkriterium ist die nominelle Nutzlast in metrischen Tonnen. US-amerikanische Short Tons wurden nicht ungeprüft als metrische Tonnen übernommen: 400 Short Tons entsprechen rund 363 metrischen Tonnen. Bei identischer Nutzlast entscheidet das zulässige beziehungsweise nominelle Gesamtgewicht, danach die installierte Motorleistung. Berücksichtigt wurden starre Tagebau-Muldenkipper mit dokumentierter Hersteller- oder offizieller Produktangabe. Das Wort „Lkw“ wird hier in seiner allgemeinen Bedeutung als Lastkraftwagen verwendet; die Fahrzeuge sind reine Off-Highway-Maschinen und dürfen nicht regulär auf öffentlichen Straßen fahren.
Übersicht
| Rang | Modell | Nutzlast | Gesamtgewicht | Leistung | Antrieb | Höchstgeschwindigkeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | BelAZ 75710 | 450 t | bis ca. 810 t | 2 × 1.715 kW | Diesel-elektrisch, Allrad | ca. 60–64 km/h | Acht Reifen und zwei Dieselmotoren |
| 2 | Caterpillar 798 AC | 372 t | 623,7 t | 2.610 kW | Diesel-elektrischer AC-Antrieb | ca. 64 km/h | Größte reguläre Cat-Nutzlast |
| 3 | Komatsu 980E-5SE | 363 t | 635,0 t | 3.281 kW | Diesel-elektrischer AC-Antrieb | ca. 61 km/h | 4.400 hp und höchstes Gewicht der 363-t-Klasse |
| 4 | Caterpillar 797F | 363 t | 623,7 t | 2.983 kW | Mechanischer Antrieb | ca. 68 km/h | Mechanisches Getriebe statt Radmotoren |
| 5 | Liebherr T 284 | 363 t | 605,0 t | bis 3.000 kW | Diesel-elektrischer AC-Antrieb | 64 km/h | Besonders niedriges Leergewicht |
| 6 | BelAZ 75604 | 360 t | ca. 621 t | ca. 2.610 kW | Diesel-elektrisch | ca. 64 km/h | Für Temperaturen bis etwa −50 °C ausgelegt |
| 7 | Caterpillar 796 AC | 327 t | 576,1 t | 2.610 kW | Diesel-elektrischer AC-Antrieb | ca. 64 km/h | Nutzlast unabhängig von vielen Ausstattungsoptionen |
| 8 | Komatsu 960E-2K | 327 t | 576,1 t | 2.610 kW | Diesel-elektrischer AC-Antrieb | ca. 64 km/h | 214 m³ Muldenvolumen in typischer Konfiguration |
| 9 | Liebherr T 274 | 305 t | 528,0 t | 2.720 kW | Diesel-elektrischer AC-Antrieb | 53 km/h | Für Trolley Assist vorbereitet |
| 10 | Caterpillar 794 AC | 297 t | 521,6 t | 2.610 kW | Diesel-elektrischer AC-Antrieb | 60 km/h | Knapp vor dem Hitachi EH5000AC-3 |
Warum wird nach Nutzlast und nicht nach Länge sortiert? Ein besonders langer Lkw ist nicht zwangsläufig der leistungsfähigste. Im Bergbau bestimmt die transportierte Gesteinsmenge pro Fahrt maßgeblich die Produktivität. Die Nutzlast ist deshalb die international gebräuchlichste Kennzahl zur Einordnung von Mining-Trucks. Abmessungen und Leergewicht werden ergänzend berücksichtigt.
BelAZ 75710: 450 Tonnen Nutzlast und acht riesige Reifen
Rang: 1 Weltrekord
Der BelAZ 75710 führt das Ranking mit einer nominellen Nutzlast von 450 Tonnen deutlich an. Das sind 78 Tonnen mehr als beim zweitplatzierten Caterpillar 798 AC. Voll beladen erreicht der weißrussische Tagebau-Gigant ein Gesamtgewicht von ungefähr 810 Tonnen. Seine Dimensionen erklären, warum er nicht einfach als vergrößerter Muldenkipper betrachtet werden kann: Der 75710 ist rund 20,6 Meter lang, fast zehn Meter breit und mehr als acht Meter hoch.
Besonders auffällig sind die acht Reifen. Herkömmliche Ultra-Class-Trucks besitzen sechs Räder, beim 75710 sitzen dagegen an beiden Achsen Zwillingsreifen. Dadurch verteilt sich die enorme Last auf eine größere Aufstandsfläche. Zwei Dieselmotoren treiben Generatoren an, die elektrische Energie für vier Radmotoren erzeugen. Dieses Konzept ermöglicht Allradantrieb und verbessert die Traktion auf steilen, unbefestigten Fahrwegen. Bei geringerem Leistungsbedarf kann die Maschine mit nur einem laufenden Motor arbeiten. Der Rekord-Lkw entstand 2013 und wurde für besonders große Tagebaue entwickelt, in denen wenige zusätzliche Tonnen pro Fahrt über tausende Zyklen erhebliche Produktionsvorteile ergeben. Sein Vorsprung hat jedoch einen Preis: Straßenbreite, Werkstatt, Beladegerät und Reifenlogistik müssen eigens auf die ungewöhnliche Maschine abgestimmt sein.
- Eine einzige Ladung entspricht ungefähr dem Gewicht von 300 Mittelklasse-Pkw.
- Zwei 16-Zylinder-Dieselmotoren speisen das elektrische Antriebssystem.
- Vier elektrische Radmotoren ermöglichen Allradantrieb.
- Der Wendekreis bleibt durch gelenkte Vorder- und Hinterachse trotz der Größe beherrschbar.
- Nominelle Nutzlast
- 450 t
- Leergewicht
- Je nach Konfiguration ungefähr 360 bis 390,5 t
- Gesamtgewicht
- Bis ungefähr 810 t
- Motorleistung
- Zwei Dieselmotoren mit jeweils rund 1.715 kW beziehungsweise 2.300 hp
- Abmessungen
- Etwa 20,6 m lang, 9,9 m breit und 8,2 m hoch
- Reifen
- Acht Reifen der riesigen 59/80-R63-Klasse
- Quelle
- BelAZ
Caterpillar 798 AC: 372 Tonnen als reguläres Serienkonzept
Rang: 2 Cat-Flaggschiff
Der Caterpillar 798 AC erreicht mit 372 Tonnen Nutzlast Rang zwei. Er bleibt deutlich hinter dem außergewöhnlichen BelAZ 75710, übertrifft aber die verbreitete 400-Short-Ton-Klasse um neun metrische Tonnen. Caterpillar bezeichnet ihn als seinen leistungsfähigsten Mining-Truck mit Elektroantrieb. Das nominelle Gesamtgewicht liegt bei 623.690 Kilogramm.
Der Zusatz „AC“ verweist auf den Wechselstromantrieb. Ein 16-Zylinder-Dieselmotor treibt einen Generator an; die erzeugte elektrische Energie versorgt Fahrmotoren an der Hinterachse. Ein mechanisches Mehrganggetriebe ist nicht erforderlich. Beim Bergabfahren arbeiten die Motoren als Generatoren und erzeugen eine starke elektrische Bremswirkung. Widerstandsgitter wandeln die Energie in Wärme um, wodurch die mechanischen Bremsen geschont werden. In großen Tagebauen ist diese Retarderleistung mindestens so wichtig wie die Beschleunigung, denn ein voll beladener Truck muss auf langen Gefällestrecken kontrollierbar bleiben. Der 798 AC wurde außerdem für unterschiedliche Mulden, Höhenlagen und Einsatzbedingungen ausgelegt. Neuere Konzepte können ihn mit Caterpillars Dynamic Energy Transfer verbinden, bei dem elektrische Energie während der Fahrt zugeführt wird. Rang eins verpasst er trotz moderner Serienarchitektur, weil der BelAZ 78 Tonnen mehr transportiert.
- Der 798 AC kann nominell bis zu 410 US-Short-Tons beziehungsweise 372 metrische Tonnen tragen.
- Sein Gesamtgewicht entspricht ungefähr 624 Tonnen.
- Elektrische Retarder bremsen das Fahrzeug weitgehend verschleißfrei ab.
- Unterschiedliche Mulden werden an Gesteinsdichte und Einsatzprofil angepasst.
- Nominelle Nutzlast
- 372 t beziehungsweise 410 US-Short-Tons
- Gesamtgewicht
- 623.690 kg
- Bruttoleistung
- 2.610 kW beziehungsweise 3.500 hp
- Antrieb
- Diesel-elektrischer Wechselstromantrieb
- Muldenvolumen
- Abhängig von Mulde und Material ungefähr 218 bis 276 m³
- Einordnung
- Größte reguläre Nutzlast im aktuellen Caterpillar-Programm
- Quelle
- Caterpillar
Komatsu 980E-5SE: 4.400 PS für die 363-Tonnen-Klasse
Rang: 3 Leistungsrekord
Der Komatsu 980E-5SE trägt 363 Tonnen und teilt sich damit nominell die Nutzlastklasse mit Caterpillar 797F und Liebherr T 284. Rang drei erhält er durch sein höheres Gesamtgewicht von rund 635 Tonnen. Das Kürzel „SE“ steht für die besonders leistungsstarke Konfiguration: Der Dieselmotor entwickelt 4.400 hp beziehungsweise 3.281 kW und macht den Truck zu einem der stärksten seriennahen Mining-Lkw der Welt.
Die zusätzliche Leistung ist nicht dazu gedacht, auf ebener Strecke Geschwindigkeitsrekorde zu brechen. Sie wird vor allem auf langen Steigungen, in großer Höhe und bei hohen Rollwiderständen benötigt. In einem Tagebau entscheidet die Geschwindigkeit bergauf stark über die Zykluszeit. Schon geringe Unterschiede summieren sich bei hunderten Fahrten pro Tag zu erheblichen Produktionsmengen. Der 980E-5SE nutzt einen diesel-elektrischen Wechselstromantrieb und Komatsus Payload-Meter-System, das die Beladung erfasst. Eine Unterladung verschenkt Transportleistung, eine dauerhafte Überladung belastet dagegen Rahmen, Reifen und Fahrwerk. Der Truck kann zudem in automatisierte Flottenkonzepte integriert werden. Gegenüber dem 798 AC fehlen neun Tonnen Nutzlast. Innerhalb der 363-Tonnen-Gruppe setzt der Komatsu jedoch mit seiner enormen installierten Leistung und dem hohen Gesamtgewicht einen eigenen Maßstab.
- Der 980E-5SE entwickelt bis zu 4.400 hp beziehungsweise 3.281 kW.
- Die nominelle Nutzlast entspricht 400 US-Short-Tons.
- Ein elektronisches System protokolliert die Beladung jeder Fahrt.
- Der elektrische Antrieb erleichtert Traktionskontrolle und dynamisches Bremsen.
- Nominelle Nutzlast
- 363 t
- Gesamtgewicht
- Ca. 635.029 kg
- Bruttoleistung
- 3.281 kW beziehungsweise 4.400 hp
- Antrieb
- Diesel-elektrischer Wechselstromantrieb
- Einsatzschwerpunkt
- Steile Förderwege, hohe Produktion und anspruchsvolle Höhenlagen
- Besonderheit
- Höchste Leistung innerhalb der Komatsu-980E-Familie
- Quelle
- Komatsu
Caterpillar 797F: mechanischer Riese mit 363 Tonnen Nutzlast
Rang: 4 mechanischer Klassiker
Der Caterpillar 797F erreicht ebenfalls 363 Tonnen Nutzlast, unterscheidet sich technisch aber grundlegend von den meisten Konkurrenten. Statt diesel-elektrischer Radmotoren verwendet er einen mechanischen Antriebsstrang mit Drehmomentwandler, Planetengetriebe, Kardanwelle, Differenzial und Seitenantrieben. Damit ist er der größte Vertreter einer Technik, die in niedrigeren Gewichtsklassen seit Jahrzehnten üblich ist.
Ein 20-Zylinder-Dieselmotor liefert 2.983 kW beziehungsweise 4.000 hp. Das Siebengang-Planetengetriebe schaltet unter Last und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 68 km/h. Mechanischer Antrieb kann bei geeigneten Strecken einen hohen Wirkungsgrad erreichen, verlangt aber extrem robuste Getriebekomponenten. Für die Bergabfahrt besitzt der 797F ölgekühlte Lamellenbremsen und ein automatisches Retarder-Kontrollsystem. Diese Bremsanlage muss Bewegungsenergie einer mehr als 620 Tonnen schweren Maschine beherrschen. Rang drei verpasst der 797F, weil sein Gesamtgewicht bei gleicher Nutzlast unter dem des Komatsu 980E-5SE liegt. Historisch ist er dennoch eines der bekanntesten Ultra-Class-Fahrzeuge: Die 797-Familie prägte seit Ende der 1990er-Jahre das Bild großer Tagebaue und zeigte, dass mechanische Kraftübertragung auch jenseits von 350 Tonnen Nutzlast funktionieren kann.
- Der 797F besitzt einen mechanischen Antriebsstrang statt elektrischer Radmotoren.
- Sein 20-Zylinder-Motor leistet rund 4.000 hp.
- Sieben Vorwärtsgänge übertragen die Leistung auf die Hinterachse.
- Ölgekühlte Lamellenbremsen und Retarder kontrollieren lange Gefällestrecken.
- Nominelle Nutzlast
- 363 t beziehungsweise 400 US-Short-Tons
- Gesamtgewicht
- 623.690 kg
- Bruttoleistung
- 2.983 kW beziehungsweise 4.000 hp
- Antrieb
- Mechanisches Siebengang-Planetengetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- Rund 68 km/h
- Historische Bedeutung
- Einer der bekanntesten Ultra-Class-Trucks mit mechanischem Antrieb
- Quelle
- Caterpillar
Liebherr T 284: 363 Tonnen bei besonders niedrigem Leergewicht
Rang: 5 Leichtbau
Der Liebherr T 284 trägt ebenfalls 363 Tonnen, wiegt leer aber nur ungefähr 242 Tonnen. Dadurch ergibt sich ein Gesamtgewicht von rund 605 Tonnen – deutlich weniger als bei Komatsu 980E-5SE und Caterpillar 797F. Im Ranking führt das niedrigere Gesamtgewicht bei identischer Nutzlast zu Rang fünf. Im realen Betrieb ist genau dieses geringe Eigengewicht jedoch eine zentrale Stärke: Weniger Masse muss bei jeder Leerfahrt beschleunigt, bergauf bewegt und wieder abgebremst werden.
Liebherr entwickelte Motor, Wechselstromantrieb und Steuerung als eng abgestimmtes System. Je nach Konfiguration stehen Motoren bis 3.000 kW zur Verfügung. Elektrische Fahrmotoren übertragen die Leistung auf die Hinterräder. Das T-284-Konzept ist zudem mit Trolley Assist kombinierbar: Auf geeigneten Steigungsabschnitten kann der Truck über Oberleitungen elektrische Energie aufnehmen. Dadurch steigt die Geschwindigkeit bergauf, während der Dieselmotor weniger Kraftstoff verbraucht. Langfristig bildet diese Architektur eine Brücke zu stärker elektrifizierten Bergwerken. Der Truck kann mit den Großbaggern R 9800 und R 9600 kombiniert werden; wenige große Schaufelladungen füllen die Mulde. Obwohl er im Ranking hinter den schwereren 363-Tonnen-Modellen steht, besitzt der T 284 eines der günstigsten Nutzlast-zu-Leergewicht-Verhältnisse seiner Klasse.
- Das Leergewicht beträgt nur rund 242 Tonnen.
- Die Nutzlast ist etwa anderthalbmal so hoch wie das Eigengewicht.
- Der Truck kann mit einem elektrischen Oberleitungssystem kombiniert werden.
- Liebherr entwickelt wesentliche Komponenten des Antriebs im eigenen Konzern.
- Nominelle Nutzlast
- 363 t
- Leergewicht
- Ca. 242 t
- Gesamtgewicht
- Ca. 605 t
- Bruttoleistung
- Je nach Motoroption bis 3.000 kW
- Höchstgeschwindigkeit
- 64 km/h
- Elektrifizierung
- Trolley Assist ab Werk oder als Nachrüstung möglich
- Quelle
- Liebherr
BelAZ 75604: 360 Tonnen für extreme Klimazonen
Rang: 6 Kältespezialist
Der BelAZ 75604 belegt mit 360 Tonnen Nutzlast Rang sechs. Nur drei Tonnen trennen ihn von den Modellen auf den Plätzen drei bis fünf. Die Baureihe 7560 wurde für tiefe Tagebaue und extreme klimatische Bedingungen konzipiert. Je nach Ausführung reicht der vorgesehene Temperaturbereich ungefähr von −50 bis +50 Grad Celsius – eine entscheidende Eigenschaft für Minen in Sibirien, Zentralasien und anderen kontinentalen Regionen.
Der Truck wiegt leer rund 261 Tonnen und erreicht voll beladen ungefähr 621 Tonnen. Sein diesel-elektrischer Antrieb arbeitet nach demselben Grundprinzip wie bei vielen westlichen Konkurrenten: Ein Großdiesel treibt einen Generator an, elektrische Fahrmotoren bewegen die Hinterräder. Die Mulde kann je nach Ausführung mehr als 200 Kubikmeter Material aufnehmen. Weil Gesteinsarten sehr unterschiedliche Dichten besitzen, wird nicht ausschließlich nach Volumen beladen. Eisenerz erreicht die Gewichtsgrenze deutlich früher als lockerer Abraum. Der 75604 bleibt hinter den 363-Tonnen-Trucks, ist aber mehr als ein kleinerer Ableger des 75710. Er verwendet die konventionelle Sechsradanordnung und passt dadurch besser in bereits bestehende Ultra-Class-Infrastruktur. Seine Stärke liegt weniger im absoluten Weltrekord als in der Kombination aus hoher Nutzlast, robustem Aufbau und Klimafestigkeit.
- Der 75604 gehört zur 360-Tonnen-Baureihe 7560.
- Die Maschine ist für sehr kalte und sehr warme Tagebauregionen vorgesehen.
- Das Leergewicht liegt je nach Konfiguration bei ungefähr 261 Tonnen.
- Die Muldenauswahl richtet sich nach Dichte und Fließeigenschaften des Transportmaterials.
- Nominelle Nutzlast
- 360 t
- Leergewicht
- Ca. 261 t
- Gesamtgewicht
- Ca. 621 t
- Bruttoleistung
- Je nach Konfiguration ungefähr 2.461 bis 2.610 kW
- Muldenvolumen
- Je nach Mulde bis etwa 218 m³
- Einsatztemperatur
- Für extreme Klimabedingungen von ungefähr −50 bis +50 °C ausgelegt
- Quelle
- Matera – BelAZ-Vertrieb
Caterpillar 796 AC: 327 Tonnen mit flexiblem Elektroantrieb
Rang: 7 flexibel
Der Caterpillar 796 AC erreicht Rang sieben mit 327 Tonnen Nutzlast. Damit transportiert er 33 Tonnen weniger als der BelAZ 75604, gehört aber weiterhin zur Ultra-Class. Sein nominelles Gesamtgewicht beträgt rund 576 Tonnen. Caterpillar entwickelte ihn für Bergwerke, die einen großen Elektroantriebs-Truck benötigen, aber nicht zwingend die 372-Tonnen-Kapazität des 798 AC auslasten können.
Eine Besonderheit ist die möglichst konstante Soll-Nutzlast über unterschiedliche Ausstattungsvarianten hinweg. Zusätzliche Komponenten, Schutzpakete oder anwendungsspezifische Mulden erhöhen das Eigengewicht eines Trucks. Bei manchen Fahrzeugen sinkt dadurch die tatsächlich nutzbare Zuladung. Der 796 AC wurde so ausgelegt, dass er seine nominellen 327 Tonnen auch mit verschiedenen Anbau- und Ausstattungsoptionen erreichen kann. Der Wechselstromantrieb bietet elektronische Traktionskontrolle, dynamisches Bremsen und eine fein dosierbare Kraftübertragung. Caterpillar kombiniert die 327-Tonnen-Klasse mit 59/80-R63-Reifen, die auch bei größeren Modellen verwendet werden. Dadurch bleibt die Reifenbelastung vergleichsweise günstig. Gegenüber dem nahezu gleich schweren Komatsu 960E-2K entscheidet im Ranking die aktuelle Herstellerpositionierung und die explizit zugesicherte Nutzlastflexibilität knapp zugunsten des Cat.
- Die nominelle Nutzlast beträgt 327 metrische Tonnen beziehungsweise 360 US-Short-Tons.
- Das Gesamtgewicht liegt bei rund 576 Tonnen.
- Der AC-Antrieb ermöglicht verschleißarmes dynamisches Bremsen.
- Große 63-Zoll-Reifen reduzieren die spezifische Belastung im Vergleich zu kleineren Reifendimensionen.
- Nominelle Nutzlast
- 327 t
- Gesamtgewicht
- 576.072 kg
- Bruttoleistung
- 2.610 kW beziehungsweise 3.500 hp
- Antrieb
- Diesel-elektrischer Wechselstromantrieb
- Standardreifen
- 59/80 R63
- Besonderheit
- Nominelle Nutzlast für unterschiedliche Ausstattungsvarianten ausgelegt
- Quelle
- Caterpillar Deutschland
Komatsu 960E-2K: 327 Tonnen und mehr als 200 Kubikmeter Muldenraum
Rang: 8 Großvolumen
Der Komatsu 960E-2K trägt wie der Caterpillar 796 AC nominell 327 Tonnen. Auch das Gesamtgewicht beider Modelle liegt mit ungefähr 576 Tonnen praktisch gleichauf. Rang acht entsteht daher aus dem Gleichstandsverfahren. Technisch bleibt der Komatsu ein vollwertiger Ultra-Class-Truck, der über Jahre zu den größten Modellen des japanischen Herstellers gehörte.
Sein 18-Zylinder-Dieselmotor leistet rund 2.610 kW und treibt einen elektrischen Generator an. Fahrmotoren an der Hinterachse übertragen das Drehmoment ohne konventionelles Schaltgetriebe. Eine typische Muldenkonfiguration fasst gehäuft etwa 214 Kubikmeter. Dieses Volumen klingt zunächst nach der entscheidenden Größe, ist im Betrieb aber nur zusammen mit der Materialdichte aussagekräftig. Bei schwerem Erz wird die Gewichtsgrenze erreicht, bevor die Mulde optisch bis zum Rand gefüllt ist. Bei leichtem Abraum kann dagegen eine größere Mulde erforderlich sein, um die zulässige Nutzlast auszuschöpfen. Das Payload-Meter-System unterstützt den Baggerfahrer dabei, die Zielmenge möglichst genau zu treffen. Historisch bereitete die 960E-Reihe den Weg für die noch größere 980E-Familie. Der 960E-2K ist deshalb ein wichtiges Bindeglied zwischen frühen 300-Tonnen-Trucks und den heutigen 363-Tonnen-Maschinen.
- Die nominelle Nutzlast entspricht 360 US-Short-Tons beziehungsweise 327 metrischen Tonnen.
- Das typische gehäufte Muldenvolumen liegt bei ungefähr 214 Kubikmetern.
- Ein elektronisches Nutzlastsystem überwacht die Beladung.
- Der 18-Zylinder-Motor wurde für hohe Dauerlast in Tagebauen entwickelt.
- Nominelle Nutzlast
- 327 t
- Gesamtgewicht
- 576.072 kg
- Bruttoleistung
- 2.610 kW beziehungsweise 3.500 hp
- Muldenvolumen
- Typisch bis ungefähr 214 m³ gehäuft
- Antrieb
- Diesel-elektrischer Wechselstromantrieb
- Historische Einordnung
- Direkter Vorläufer und technische Basis größerer Komatsu-Ultra-Class-Trucks
- Quelle
- Komatsu
Liebherr T 274: 305 Tonnen mit Trolley-Option
Rang: 9 elektrifizierbar
Der Liebherr T 274 belegt mit 305 Tonnen Nutzlast Rang neun. Er schließt die Lücke zwischen der 240-Tonnen-Klasse und dem 363 Tonnen schweren T 284. Dabei übernimmt er wesentliche konstruktive Elemente des größeren Modells, darunter den diesel-elektrischen Litronic-Plus-Antrieb und das Grundkonzept von Rahmen, Federung und Hinterachse.
Das nominelle Gesamtgewicht beträgt 528 Tonnen, das Leergewicht ungefähr 223 Tonnen. Ein Motor mit bis zu 2.720 kW liefert ein hohes Leistungsgewicht. Das ist besonders in tiefen Tagebauen wichtig, in denen beladene Trucks lange Rampen hinauffahren. Der T 274 kann mit Liebherrs Trolley Assist ausgerüstet werden. Auf elektrifizierten Streckenabschnitten verbindet ein Stromabnehmer das Fahrzeug mit einer Oberleitung. Der Truck erhält dann zusätzliche elektrische Leistung, fährt schneller bergauf und verbraucht weniger Diesel. Solche Systeme erfordern hohe Investitionen in Leitungen und Stromversorgung, können sich auf dauerhaft genutzten Hauptrampen aber rechnen. Der T 274 bleibt 22 Tonnen hinter den Modellen auf Rang sieben und acht. Dafür bietet er ein günstiges Verhältnis aus Leistung, Gewicht und Elektrifizierbarkeit. In Verbindung mit den Großbaggern R 9600 oder R 9800 lässt sich seine Mulde mit wenigen Schaufelspielen füllen.
- Der T 274 trägt 305 Tonnen bei etwa 223 Tonnen Leergewicht.
- Das Gesamtgewicht liegt bei rund 528 Tonnen.
- Trolley Assist kann den Dieselverbrauch auf elektrifizierten Steigungen deutlich senken.
- Der Truck basiert konstruktiv auf Erfahrungen mit dem größeren T 284.
- Nominelle Nutzlast
- 305 t
- Leergewicht
- 223 t
- Gesamtgewicht
- 528 t
- Bruttoleistung
- Bis 2.720 kW
- Höchstgeschwindigkeit
- 53 km/h
- Elektrifizierung
- Mit Liebherr Trolley Assist kombinierbar
- Quelle
- Liebherr
Caterpillar 794 AC: 297 Tonnen und nur knapp in den Top 10
Rang: 10 AC-Allrounder
Der Caterpillar 794 AC schließt das Ranking mit 297 Tonnen Nutzlast ab. Damit liegt er nur eine Tonne vor dem Hitachi EH5000AC-3, der in europäischer Standardausführung 296 Tonnen trägt. Der geringe Abstand zeigt, wie eng die Ultra-Class unterhalb der 300-Tonnen-Marke besetzt ist. Das Gesamtgewicht des Cat beträgt rund 521,6 Tonnen.
Der 794 AC verwendet denselben Grundtyp eines 3.500-hp-Motors und elektrischen Wechselstromantriebs wie größere Cat-Modelle. Die Abstimmung ist jedoch auf eine niedrigere Nutzlastklasse zugeschnitten. Caterpillar hebt eine hohe Retarderleistung und gute Geschwindigkeit auf Steigungen hervor. Gerade in wechselnden Tagebauprofilen kann ein etwas kleinerer Truck wirtschaftlicher sein als das größte verfügbare Modell: Er benötigt weniger breite Wege, lässt sich mit kleineren Baggern effizient beladen und bindet weniger Kapital pro Fahrzeug. Eine Flotte muss daher nicht aus den nominell größten Trucks bestehen, um die niedrigsten Kosten pro Tonne zu erreichen. Der 794 AC erreicht bis zu 60 km/h und kann auf Steigungen von bis zu 28 Prozent manövrieren, wobei solche Extremwerte nicht dem normalen voll beladenen Dauerbetrieb entsprechen. Sein zehnter Rang markiert die Untergrenze dieser Auswahl – mit fast 300 Tonnen Zuladung bleibt er dennoch ein technischer Gigant.
- Der 794 AC trägt 297 metrische Tonnen beziehungsweise 327 US-Short-Tons.
- Sein Gesamtgewicht liegt bei ungefähr 521,6 Tonnen.
- Der elektrische Retarder wandelt Bewegungsenergie beim Bremsen in Wärme um.
- Nur eine Tonne trennt ihn vom Hitachi EH5000AC-3.
- Nominelle Nutzlast
- 297 t
- Gesamtgewicht
- 521.631 kg
- Bruttoleistung
- 2.610 kW beziehungsweise 3.500 hp
- Antrieb
- Diesel-elektrischer Wechselstromantrieb
- Höchstgeschwindigkeit
- 60 km/h
- Abstand zu Platz 9
- 8 t weniger Nutzlast
- Quelle
- Caterpillar
Warum die größten Lkw diesel-elektrisch fahren
Bei sieben der zehn Fahrzeuge treibt der Dieselmotor die Räder nicht direkt über ein konventionelles Getriebe an. Stattdessen arbeitet er als Kraftwerk: Er bewegt einen Generator, der elektrische Fahrmotoren versorgt. Dieses Prinzip vermeidet ein mechanisches Getriebe, das mehrere tausend Kilowatt und ein Gesamtgewicht von mehr als 500 Tonnen beherrschen müsste.
Elektrische Fahrmotoren liefern bereits bei niedriger Drehzahl hohes Drehmoment. Das hilft beim Anfahren auf losem Untergrund und auf Steigungen. Beim Bremsen wechseln sie in den Generatorbetrieb. Die dabei erzeugte Energie wird bei klassischen Systemen in großen Widerstandsgittern als Wärme abgeführt. Trolley- und Batteriesysteme können einen Teil der Energie künftig effizienter nutzen oder externe elektrische Leistung zuführen.
Warum Reifen die Größe der Trucks begrenzen
Die größten Mining-Reifen besitzen einen Felgendurchmesser von 63 Zoll und einen Außendurchmesser von ungefähr vier Metern. Jeder Reifen trägt Dutzende Tonnen Last, wird stark erwärmt und muss scharfkantiges Gestein, hohe Seitenkräfte und lange Rampen überstehen. Ausfälle sind teuer und sicherheitskritisch.
Die zulässige Reifentemperatur und die Kennzahl Tonnenkilometer pro Stunde begrenzen, wie schnell ein Truck mit welcher Last fahren darf. Mehr Motorleistung allein macht ein Fahrzeug daher nicht beliebig produktiver. Der BelAZ 75710 verteilt seine Rekordmasse aus diesem Grund auf acht statt sechs Reifen. Bei den übrigen Ultra-Class-Trucks stimmen Hersteller Nutzlast, Geschwindigkeit und Reifendimension eng aufeinander ab.
Wie ein 600-Tonnen-Lkw beladen wird
Ein gewöhnlicher Radlader wäre für diese Trucks viel zu klein. Eingesetzt werden elektrische Seilbagger, große Hydraulikbagger oder Radlader mit Schaufeln, die mehrere Dutzend Kubikmeter fassen. Ziel ist eine Beladung in möglichst wenigen, gleich großen Schaufelspielen. Ein Liebherr R 9800 kann beispielsweise einen T 274 mit ungefähr vier passenden Löffelfüllungen beladen.
Zu wenig Material reduziert die Produktivität, zu viel Material erhöht den Verschleiß. Moderne Nutzlastsysteme messen deshalb jede Schaufelladung und zeigen dem Bediener an, wann die Zielmasse erreicht ist. Zusätzlich wird die Lastverteilung kontrolliert. Eine einseitig gefüllte Mulde belastet Reifen, Rahmen und Federung ungleichmäßig.
Autonome und elektrische Mining-Trucks
Fahrerlose Muldenkipper sind in großen Tagebauen bereits seit Jahren im Einsatz. Die Fahrzeuge folgen digitalen Streckennetzen, kommunizieren mit Baggern und Leitstellen und halten definierte Sicherheitsabstände ein. Automatisierung kann gleichmäßigere Geschwindigkeiten, weniger Leerlauf und eine bessere Auslastung ermöglichen.
Parallel arbeiten Hersteller an Batterie-, Trolley- und Hybridlösungen. Vollständig batterieelektrische Ultra-Class-Trucks stellen wegen Energiebedarf, Ladezeit und Batteriegewicht besondere Anforderungen. Trolley-Systeme sind kurzfristig leichter umzusetzen, weil der Truck auf einer festen Steigungsstrecke Strom aus Oberleitungen beziehen kann. Weitere Ranglisten zu Nutzfahrzeugen, Baumaschinen und Rekordtechnik finden sich in der Kategorie Technik.
Häufige Fragen zu den größten Lkw der Welt
Welcher ist der größte Lkw der Welt?
Der BelAZ 75710 führt das Ranking mit 450 Tonnen nomineller Nutzlast an. Voll beladen kann er ungefähr 810 Tonnen wiegen und verteilt die Last auf acht Reifen.
Dürfen Mining-Lkw auf öffentlichen Straßen fahren?
Nein. Die Fahrzeuge sind reine Off-Highway-Maschinen. Breite, Gewicht, Achslasten und Wendekreis überschreiten die Grenzen öffentlicher Straßen deutlich. Sie werden meist zerlegt zum Bergwerk transportiert und dort montiert.
Wie viel Kraftstoff verbraucht ein riesiger Mining-Truck?
Der Verbrauch hängt stark von Last, Steigung, Fahrweg und Wartezeit ab und kann mehrere hundert Liter pro Betriebsstunde erreichen. Bergwerke bewerten deshalb vor allem den Verbrauch je transportierter Tonne und nicht nur den Stundenwert.
Warum haben die größten Lkw elektrische Fahrmotoren?
Elektrische Fahrmotoren liefern hohes Drehmoment, benötigen kein riesiges mechanisches Schaltgetriebe und können beim Bergabfahren als verschleißarme Retarder arbeiten.
Wie groß ist ein Reifen eines Mining-Lkw?
Reifen der verbreiteten Größe 59/80 R63 erreichen ungefähr vier Meter Außendurchmesser. Ein einzelner Reifen kann mehrere Tonnen wiegen und Dutzende Tonnen Fahrzeuglast tragen.







