Die 10 größten Nationalparks der Welt

Die 10 größten Nationalparks der Welt

Wusstest du, dass es Nationalparks gibt, die größer sind als ganze Staaten – und in einem Fall sogar größer als alle US-Nationalparks zusammen? In dieser Liste schauen wir auf die 10 größten Nationalparks und nationalen Großschutzgebiete der Welt, sortiert nach ihrer Fläche in Quadratkilometern (absteigend). Berücksichtigt sind klassische Nationalparks ebenso wie Meeres- und grenzüberschreitende Parks, die auf nationaler Ebene mit Park- oder Monument-Status geschützt sind.

Bei der Größe zählen wir die offiziell ausgewiesene Schutzfläche – egal ob Land, Eis oder Meer. Gerade Meeresparks wie das Great Barrier Reef oder Papahānaumokuākea sprengen dabei jede Vorstellungskraft. Um die Dimensionen greifbarer zu machen, setzen wir die Parks immer wieder in Relation zu bekannten Ländern und heben hervor, welche Ökosysteme und Tierarten diese gigantischen Naturräume so einzigartig machen.

Übersicht

  1. 1. Papahānaumokuākea Marine National Monument (USA/Hawaii)
  2. 2. Northeast Greenland National Park (Grönland/Dänemark)
  3. 3. Kavango–Zambezi Transfrontier Conservation Area (Südliches Afrika)
  4. 4. Phoenix Islands Protected Area (Kiribati)
  5. 5. Great Barrier Reef Marine Park (Australien)
  6. 6. Galápagos Marine Reserve (Ecuador)
  7. 7. Great Limpopo Transfrontier Conservation Area (Südliches Afrika)
  8. 8. Wrangell–St. Elias National Park and Preserve (USA/Alaska)
  9. 9. Namib-Naukluft National Park (Namibia)
  10. 10. Wood Buffalo National Park (Kanada)
Rang Nationalpark / Gebiet Fläche (km²) Land / Länder Typ Schwerpunkt-Ökosystem Gründungsjahr
1 Papahānaumokuākea Marine National Monument 1.508.870 USA (Hawaii) Marine National Monument Korallenriffe & Tiefsee 2006 (Erweiterung 2016)
2 Northeast Greenland National Park 972.000 Grönland / Dänemark Nationalpark (Land & Küste) Inlandeis, Fjorde, Tundra 1974 (Erweiterung 1988)
3 Kavango–Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA) 520.000 Angola, Botswana, Namibia, Sambia, Simbabwe Transfrontier Conservation Area Flusssysteme, Savannen Abkommen 2006
4 Phoenix Islands Protected Area 408.250 Kiribati Marine Protected Area Korallen-Atolle & Hochsee 2008
5 Great Barrier Reef Marine Park 344.400 Australien Marine Park Korallenriffe & Inseln 1975
6 Galápagos Marine Reserve 133.000 Ecuador Marine Reserve Vulkaninseln & Küstenmeer 1998
7 Great Limpopo Transfrontier Conservation Area 99.800 Mosambik, Südafrika, Simbabwe (Kern) + angrenzende Gebiete Transfrontier Conservation Area Savannen & Flusstäler Vertrag 2002 / Ausbau laufend
8 Wrangell–St. Elias National Park and Preserve ≈ 53.320 USA (Alaska) Nationalpark & Preserve Hochgebirge & Gletscher 1980 (Monument 1978)
9 Namib-Naukluft National Park 49.768 Namibia Nationalpark Wüste & Gebirge 1907 (mehrfach erweitert)
10 Wood Buffalo National Park ≈ 44.800 Kanada Nationalpark Borealer Wald & Feuchtgebiete 1922

Papahānaumokuākea Marine National Monument – Heiliger Riesenpark im Pazifik

Rang: 1

Papahānaumokuākea klingt zunächst wie ein Zungenbrecher – und genauso schwer vorstellbar ist die Dimension dieses Schutzgebiets. Das Marine National Monument im Nordwesten Hawaiis umfasst eine Fläche von rund 1,5 Millionen Quadratkilometern und ist damit größer als alle US-Nationalparks zusammen. Der „Park“ besteht vor allem aus Ozean: Korallenriffe, Atolle, tiefen Meeresbecken und seichten Lagunen ziehen sich über mehr als 2.000 Kilometer durch den Pazifik. Nur winzige Landflächen ragen als Inselchen aus dem Wasser, doch genau dort brüten Millionen Seevögel, nisten bedrohte Meeresschildkröten und ruhen sich Mönchsrobben in der Sonne aus. Für indigene Hawaiianer ist Papahānaumokuākea zudem ein hochheiliger Ort, an dem nach traditioneller Vorstellung Leben entsteht und wohin die Seelen der Verstorbenen zurückkehren. Strenge Schutzregeln sorgen dafür, dass dieser Symbolort nicht zur touristischen Kulisse verkommt: Es gibt keinen Pauschalurlaub, sondern nur stark reglementierte wissenschaftliche Expeditionen und wenige Spezialtouren. Ökologisch ist das Monument ein Rückzugsraum für mehr als 7.000 dokumentierte Arten, von denen viele endemisch sind und nur hier vorkommen. Wer die Karte betrachtet, sieht: Zwischen Hawaii und Midway spannt sich ein gigantischer Bogen aus Riffen und Seebergen, der als natürlicher „Sicherheitsgürtel“ für Meeresleben fungiert. In Zeiten überfischter Ozeane ist Papahānaumokuākea so etwas wie ein lebendiges Labor dafür, wie vielfältig und intakt tropische Meere eigentlich aussehen könnten.

  • Eines der größten Meeresschutzgebiete der Erde und größtes zusammenhängendes Schutzgebiet unter US-Flagge.
  • Beherbergt tausende Arten, darunter seltene hawaiianische Mönchsrobben, Grüne Meeresschildkröten und endemische Rifffische.
  • Für die indigene Bevölkerung Hawaiis von großer kultureller und spiritueller Bedeutung.
Fläche
ca. 1.508.870 km² (582.578 sq mi)
Lage
Nordwestliche Hawaii-Inseln und umgebende Gewässer im Pazifik
Quelle
Papahānaumokuākea Marine National Monument (US-Regierungsseite)

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Northeast Greenland National Park – Eiswüste im XXL-Format

Rang: 2

Wer sich Nationalparks als grüne Wälder mit Campingplatz vorstellt, bekommt im Northeast Greenland National Park einen regelrechten Kulturschock. Hier gibt es keine Städte, keine Dörfer, keine Straßen – nur Eis, Fels, Fjorde und Tundra. Mit 972.000 Quadratkilometern ist dieser Park größer als Frankreich und Spanien zusammen und bedeckt fast die komplette Nordosthälfte Grönlands. Der größte Teil der Fläche liegt unter dem Eisschild, doch entlang der Küste öffnen sich spektakuläre Fjordsysteme, in denen Gletscher mit Donnern ins Meer kalben. Die Besucherzahlen liegen offiziell im niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr: ein paar wissenschaftliche Stationen, die Hundeschlitten-Einheiten der dänisch-grönländischen Sirius-Patrouille und sehr wenige Expeditionsschiffe. Für Tiere ist diese scheinbar lebensfeindliche Landschaft allerdings ein Hotspot: Rund 40 % des weltweiten Bestands an Moschusochsen leben hier, dazu kommen Eisbären, Polarfüchse, Schneehasen, Walrosse und zahlreiche arktische Vogelarten. Der Park wurde in den 1970er-Jahren ausgewiesen, um eine der letzten wirklich unberührten Großlandschaften der Erde langfristig zu schützen. Klimaforscher nutzen ihn heute als riesiges Freiluftlabor, um zu verstehen, wie sich das arktische System im Zuge des Klimawandels verändert. Wer es bis hierher schafft, erlebt eine Stille, die man kaum beschreiben kann: kein Straßenlärm, kein Flugzeugbrummen – nur Wind, Eis und das Knacken der Gletscher. Northeast Greenland ist damit weniger ein „Ausflugsziel“ als ein Symbol dafür, wie groß und wild „Schutzgebiet“ auf diesem Planeten gedacht werden kann.

  • Größter Nationalpark der Welt an Land und einziges Schutzgebiet dieser Größe in Grönland.
  • Umfasst gewaltige Teile des grönländischen Eisschildes, Fjorde, Gebirge und Tundragebiete.
  • Lebensraum für Eisbären, Moschusochsen, Walrosse und zahlreiche arktische Vogelarten.
Fläche
ca. 972.000 km²
Lage
Nord- und Nordostgrönland; fast die gesamte nordöstliche Küstenregion
Quelle
Visit Greenland – The National Park

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Kavango–Zambezi Transfrontier Conservation Area – Megapark mit Elefanten-Highway

Rang: 3

Stell dir einen Nationalpark vor, der sich über fünf Länder erstreckt und von der Kalahari bis zu den Victoriafällen reicht – genau das ist die Kavango–Zambezi Transfrontier Conservation Area, kurz KAZA. Mit etwa 520.000 Quadratkilometern ist sie das größte zusammenhängende länderübergreifende Schutzgebiet der Welt. Anders als klassische, klar abgegrenzte Nationalparks funktioniert KAZA als Netzwerk: Bestehende Nationalparks und Reservate wie Chobe, Bwabwata, Kafue oder die Umgebung der Victoriafälle werden über Korridore miteinander verbunden. Ziel ist, dass Elefanten, Wildhunde oder Löwen ihre historischen Wanderwege wieder nutzen können, ohne an Grenzzäunen zu scheitern. Wer hier unterwegs ist, erlebt Afrika in vielen Facetten: Nebel über dem Sambesi, die Wasserwege des Okavango, trockene Mopane-Savannen und saisonale Überflutungsebenen voller Antilopen. Gleichzeitig ist KAZA auch ein soziales Projekt: In vielen Gebieten leben Menschen seit Generationen mit der Wildnis, und nachhaltiger Tourismus soll ihnen langfristig Einkommen und Mitsprache sichern. Politisch ist das Ganze eine Meisterleistung, denn fünf Staaten mit unterschiedlichen Interessen haben sich auf ein gemeinsames Management geeinigt. Für Reisende bleibt KAZA meist unsichtbar – sie besuchen „ihren“ Park in Botswana, Namibia oder Sambia und merken gar nicht, dass sie Teil eines riesigen Puzzles sind. Doch aus Sicht der Natur zählt der Megapark: Wandernde Elefantenherden, weite Savannenlandschaften und Flussökosysteme werden als zusammenhängendes Ganzes gedacht – ein Modell, das weltweit Schule machen könnte.

  • Größtes grenzüberschreitendes Schutzgebiet der Welt, das Teile von fünf Ländern verbindet.
  • Beinhaltet berühmte Ziele wie Okavango-Delta, Victoriafälle und mehrere große Nationalparks.
  • Wichtiger Korridor für Afrikas größte zusammenhängende Elefantenpopulation.
Fläche
rund 520.000 km²
Lage
Grenzregionen von Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe in den Becken von Kavango und Sambesi
Quelle
TFCA Portal – Kavango Zambezi Transfrontier Conservation Area

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Phoenix Islands Protected Area – Urzeit-Riffe mitten im Pazifik

Rang: 4

Mitten im endlosen Blau des Zentralpazifiks liegt ein Schutzgebiet, das aussieht, als hätte man einen Ausschnitt der Ozeanwelt vor tausend Jahren konserviert: die Phoenix Islands Protected Area (PIPA) im Inselstaat Kiribati. Das Gebiet umfasst gut 408.000 Quadratkilometer Meer und eine Handvoll winziger Koralleninseln. Hier gibt es keine großen Städte, keine Massentourismus-Resorts, keine Industrie – nur Atolle, Lagunen, Riffe und tiefes Blau. Genau das macht PIPA so wertvoll: Die Riffe gelten als außergewöhnlich intakt, mit hunderten Arten von Korallen und Fischen, dazu Meeressäugern, Seevögeln und pelagischen Großfischen wie Haien oder Thunfischen. Lange Zeit war Überfischung ein Thema, doch seit 2015 ist die kommerzielle Fischerei im Gebiet komplett verboten. Für Kiribati, ein kleines Entwicklungsland, war dieser Schritt wirtschaftlich alles andere als trivial – umso größer ist die symbolische Wirkung. International wird PIPA oft als Beispiel genannt, wie maritime Großschutzgebiete aussehen können, wenn man sie ernst meint. Besucher sind extrem selten und meist wissenschaftlich oder streng reguliert unterwegs, etwa auf Spezialkreuzfahrten mit Forschungsschwerpunkt. Wer diese abgelegene Ecke der Welt erreicht, blickt auf Lagunen in leuchtenden Türkistönen, weiße Riffdächer, die bei Ebbe trockenfallen, und Vogelschwärme, die den Himmel verdunkeln. In Zeiten globaler Korallenbleiche ist PIPA eine Art Zeitkapsel eines Riffsystems, das noch weitgehend nach eigenen Gesetzen funktionieren darf – und hoffentlich lange genug erhalten bleibt, um als Referenz für Restaurationsprojekte weltweit zu dienen.

  • Eines der größten Meeresschutzgebiete der Erde und UNESCO-Welterbe.
  • Umfasst mehrere Korallenatolle, Tiefseeberge und offene Ozeanbereiche.
  • Bekannt für außergewöhnlich intakte Korallenriffe und große Artenvielfalt.
Fläche
ca. 408.250 km²
Lage
Phoenix-Inselgruppe im zentralen Pazifik, etwa auf halbem Weg zwischen Australien und Hawaii
Quelle
UNESCO World Heritage Centre – Phoenix Islands Protected Area

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Great Barrier Reef Marine Park – Das größte Korallenriffsystem der Erde

Rang: 5

Der Great Barrier Reef Marine Park ist vermutlich der bekannteste Großschutzraum der Welt – und doch unterschätzen viele seine Dimension. Das Schutzgebiet vor der Nordostküste Australiens umfasst rund 344.400 Quadratkilometer, erstreckt sich über mehr als 2.300 Kilometer Länge und schützt ein Labyrinth aus etwa 3.000 Einzelriffen und hunderten Inseln. Aus dem Flugzeug betrachtet wirkt das Riff wie ein zerbrochener Smaragdgürtel, der parallel zur Küste im warmen Korallenmeer liegt. Unter der Wasseroberfläche herrscht Hochbetrieb: Meeresschildkröten, Riffhaie, Dugongs, Mantarochen, farbenprächtige Rifffische und eine erstaunliche Vielfalt an Korallen gehören zu den „Residents“ dieses Ökosystems. Der Marine Park ist dabei kein komplett unberührtes Naturschutzgebiet, sondern ein zoniertes Managementgebiet: In streng geschützten Kernzonen ist jede Nutzung verboten, andere Bereiche erlauben nachhaltige Fischerei, Tourismus oder traditionelle Nutzung durch indigene Gemeinschaften. Die Verwaltung des Parks gilt weltweit als Referenz für großskaliges Meeresmanagement – mit allen Erfolgen und Rückschlägen. In den letzten Jahren sorgten wiederkehrende Massenbleichen durch Meereserwärmung für Schlagzeilen und haben gezeigt, wie verwundbar auch ein so großer Park ist. Wer tauchen oder schnorcheln geht, erlebt trotzdem vielerorts noch intensive Farben und lebendige Riffe, besonders in entlegeneren Abschnitten. Der Great Barrier Reef Marine Park steht damit sinnbildlich für die zentrale Frage des 21. Jahrhunderts: Reichen Schutzstatus und gutes Management, um ein Naturwunder unter Klimastress zu bewahren?

  • Schützt das größte zusammenhängende Korallenriffsystem der Erde vor Australiens Nordostküste.
  • Zonierter Marine Park mit strengen No-Take-Zonen und Bereichen für nachhaltige Nutzung.
  • UNESCO-Welterbe und Brennpunkt der globalen Debatte um Korallenbleiche und Klimaschutz.
Fläche
ca. 344.400 km²
Lage
Vor der Küste von Queensland, Australien, im Korallenmeer
Quelle
MSPglobal – Great Barrier Reef Marine Park (Australische Regierungsangaben)

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Galápagos Marine Reserve – Unterwasserlabor von Darwin

Rang: 6

Die Galápagosinseln sind als Wiege der Evolution weltberühmt – weniger bekannt ist, dass das Meer rundherum noch größer und mindestens genauso spektakulär ist. Die Galápagos Marine Reserve schützt etwa 133.000 Quadratkilometer pazifisches Küstenmeer und Hochsee rund um den ecuadorianischen Archipel. Kalte und warme Meeresströmungen treffen hier aufeinander und schaffen ein Mosaik aus Temperatur- und Nährstoffzonen, das für eine einzigartige Artenmischung sorgt: tropische Korallenfische schwimmen neben Pinguinen, Seelöwen tauchen mit Hammerhaien, und Meeresleguane grasen Algen von den Felsen. Für Forschende ist das Gebiet ein Traum, weil sich Veränderungen in marinen Nahrungsketten hier besonders gut beobachten lassen. Gleichzeitig ist die Reserve auch ein politisches Experiment: Fischereiinteressen, Artenschutz und Tourismus müssen in Balance gebracht werden – ein dauerhafter Spagat, der immer wieder für Diskussionen sorgt. Der Großteil der Fläche ist streng geschützt, dennoch gibt es Nutzungskorridore für lokale Küstengemeinden. Für Besucherinnen und Besucher bleiben die Auswirkungen spürbar positiv: Schnorchelgänge, bei denen neugierige Seelöwen direkt neben einem spielen, oder Tauchgänge mit Schulen von Hammerhaien gehören zu den Natureindrücken, die man nie vergisst. Die Galápagos Marine Reserve zeigt exemplarisch, dass Meeresschutz nicht an Stränden enden darf, sondern groß denken muss – und dass ein Land wie Ecuador bereit ist, dafür einen beachtlichen Teil seines marinen Raumes unter Schutz zu stellen.

  • Eines der größten Meeresschutzgebiete eines Entwicklungslandes und UNESCO-Welterbe.
  • Schützt ein außergewöhnlich produktives Meeresökosystem mit hoher endemischer Artenvielfalt.
  • Wichtiger Baustein für Forschung zu Klima, Strömungen und mariner Biodiversität.
Fläche
ca. 133.000 km²
Lage
Pazifik rund um die Galápagosinseln, etwa 1.000 km westlich der ecuadorianischen Küste
Quelle
National Geographic – Case Study: Galápagos Marine Reserve

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Great Limpopo Transfrontier Conservation Area – Safari-Landschaft in XXL

Rang: 7

Die Great Limpopo Transfrontier Conservation Area ist so etwas wie ein „Super-Safari-Park“: Sie verbindet den südafrikanischen Kruger-Nationalpark mit Mosambiks Limpopo-Nationalpark, Simbabwes Gonarezhou und weiteren Schutzgebieten zu einem Mosaik, das am Ende rund 99.800 Quadratkilometer umfassen soll. Der Kern – der eigentliche Great Limpopo Transfrontier Park – ist bereits Realität, der Ausbau der umliegenden Transfrontier-Fläche läuft. Für die Tiere ist die politische Grenze ohnehin irrelevant: Elefanten, Büffel, Wildhunde oder Löwen folgen ihren Wanderkorridoren, die durch die Öffnung alter Grenzzäune wieder zugänglich wurden. Landschaftlich reicht das Spektrum von sandigen Flussbetten und Baobab-Ebenen bis zu dicht bewaldeten Hügeln, in denen Leoparden jagen. Für Besucher ist die Transfrontier-Struktur meist unsichtbar – sie buchen eine Safari im Kruger oder Gonarezhou und merken höchstens daran etwas, dass an manchen Stellen keine Zäune mehr stehen. Im Hintergrund aber arbeiten drei Staaten und zahlreiche Organisationen zusammen, um Management, Wilderei-Bekämpfung und Tourismuskonzepte aufeinander abzustimmen. Der Park gilt als Modellfall für Naturschutz, der nicht an Landesgrenzen endet: Gemeinden auf beiden Seiten der Grenze sollen langfristig vom Naturtourismus profitieren, während die Tierwanderungen wieder großräumiger möglich werden. Great Limpopo zeigt damit, dass „größter Nationalpark“ nicht immer ein einzelnes, klar umzäuntes Gebiet sein muss – sondern auch ein flexibles Netzwerk aus Schutzgebieten und Pufferzonen sein kann.

  • Verknüpft mehrere Nationalparks und Schutzgebiete in Mosambik, Südafrika und Simbabwe.
  • Langfristig als rund 99.800 km² große Transfrontier Conservation Area geplant.
  • Symbolprojekt für grenzüberschreitenden Naturschutz und Wiederherstellung von Tierwanderungen.
Fläche
bis zu ca. 99.800 km² (Transfrontier Conservation Area)
Lage
Länderdreieck Mosambik–Südafrika–Simbabwe rund um den Limpopo
Quelle
KrugerPark.co.za – Great Limpopo Transfrontier Park

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Wrangell–St. Elias National Park and Preserve – Gletscherkönig Nordamerikas

Rang: 8

Der Wrangell–St. Elias National Park and Preserve in Alaska sprengt selbst nordamerikanische Maßstäbe. Mit gut 53.000 Quadratkilometern ist er größer als die Schweiz und zugleich der größte Nationalpark der USA. Vier mächtige Gebirgszüge treffen hier aufeinander, darunter die Wrangell- und St.-Elias-Kette mit einigen der höchsten Gipfel Nordamerikas. Dazwischen schieben sich gewaltige Eismassen wie der Malaspina-Gletscher oder der Hubbard-Gletscher durchs Land – Eisströme, die eher an ein eigenes Gebirge erinnern als an einfache Talgletscher. Für Besucher fühlt sich der Park schnell „zu groß für eine Landkarte“ an: Es gibt nur zwei raue Zufahrtsstraßen, viele Bereiche sind ausschließlich per Buschflugzeug erreichbar. Wer die Mühe auf sich nimmt, wird mit einem der wildesten Landschaftspanoramen des Kontinents belohnt: schneebedeckte Gipfel, endlose Moränenfelder, Flusstäler mit Wildflusscharakter und boreale Wälder, in denen Elche, Karibus, Grizzlys und Wölfe vorkommen. Historisch war die Region auch Schauplatz intensiven Kupferbergbaus – die Ruinen der Kennecott-Mine sind heute Teil eines National Historic Landmark. Im Management vereint der Park klassischen Wilderness-Schutz mit kulturellem Erbe und begrenzter Jagdnutzung im Preserve-Teil. Sein UNESCO-Welterbestatus teilt Wrangell–St. Elias mit benachbarten Schutzgebieten in Kanada und Alaska, die gemeinsam eines der größten zusammenhängenden Gebirgsschutzgebiete der Welt bilden. Kurz gesagt: Wenn man „Nationalpark“ wörtlich als „Land der Superlative“ versteht, ist dieser Eisgigant das Paradebeispiel.

  • Größter Nationalpark der USA und Teil eines grenzüberschreitenden UNESCO-Welterbes.
  • Beinhaltet einige der höchsten Gipfel Nordamerikas sowie riesige Gletscher- und Eisfeldsysteme.
  • Nur spärliche Infrastruktur, viele Bereiche nur per Buschflugzeug erreichbar – echtes Wildnis-Erlebnis.
Fläche
insgesamt ca. 53.320 km² (Park + Preserve)
Lage
Südost-Alaska, vom Golf von Alaska bis in das Binnenland reichend
Quelle
Encyclopædia Britannica – Wrangell–St. Elias National Park and Preserve

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Namib-Naukluft National Park – Dünenmeer im „Land der offenen Räume“

Rang: 9

Der Namib-Naukluft National Park ist ein Traum für alle, die Wüste lieben – und eine Überraschung für alle, die glauben, dort gäbe es „nichts zu sehen“. Mit knapp 49.800 Quadratkilometern ist er der größte Nationalpark Afrikas und umfasst einen riesigen Ausschnitt der Namib, einer der ältesten Wüsten der Erde. Ikonen wie Sossusvlei und Deadvlei sind hier zuhause: rostrote Megadünen, die im Morgenlicht zu glühen scheinen, und eine weiße Lehmpfanne, in der schwarze Skelette abgestorbener Kameldornbäume wie Kunstskulpturen in der Landschaft stehen. Doch der Park ist mehr als seine Fotomotive. Entlang der Küste liegen Lagunen und Nebelzonen, in denen Seevögel und Flamingos rasten, während Nebelkäfer und andere Spezialisten die Feuchtigkeit aus der Luft „melken“. Im Inland ragen die Naukluft-Berge wie eine steinige Insel aus dem Sandmeer und beherbergen Quellen, Schluchten und überraschend grüne Täler. Tierisch ist mehr los als erwartet: Oryxantilopen, Springböcke, Schakale, Hyänen und Wüstenelefanten haben sich an die extremen Bedingungen angepasst. Der Park ist zugleich ein Lehrbuch dafür, wie wichtig Nebel, Wind und alte Sandablagerungen für die Entstehung einer Wüste sind. Für Reisende bedeutet die schiere Größe, dass man sehr bewusst planen muss: Manche Regionen sind für normalen Tourismus gesperrt, andere nur mit Allradfahrzeug oder im Rahmen geführter Touren erreichbar. Wer sich darauf einlässt, erlebt eine Landschaft, die minimalistisch wirkt und doch bei jedem Lichtwechsel ihr Gesicht verändert.

  • Größter Nationalpark Afrikas und einer der größten Wüstenparks der Welt.
  • Beinhaltet ikonische Landschaften wie Sossusvlei, Deadvlei und die Naukluft-Berge.
  • Lebensraum hochspezialisierter Wüstenarten und wichtiger Standort für Wüstenforschung.
Fläche
ca. 49.768 km²
Lage
Westliches Namibia zwischen Atlantikküste und Randstufe des Binnenhochlands
Quelle
The Global Alliance of National Parks – Namib-Naukluft National Park

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Wood Buffalo National Park – Bisonland im Norden Kanadas

Rang: 10

Wood Buffalo National Park klingt zunächst unspektakulär – ein Park irgendwo im Norden Kanadas eben. Ein Blick auf die Karte zeigt jedoch: Dieses „Irgendwo“ ist größer als viele europäische Länder. Mit rund 44.800 Quadratkilometern ist Wood Buffalo der größte Nationalpark Kanadas und einer der größten weltweit. Die Landschaft ist ein Patchwork aus borealem Nadelwald, Flussläufen, Feuchtgebieten und weiten Ebenen. Herzstück ist das Peace–Athabasca-Delta, eines der größten Binnenflussdeltas der Erde und ein Feuchtgebiet von weltweiter Bedeutung für Zugvögel. Der Park wurde ursprünglich gegründet, um die letzte Population frei wandernder Waldbisons zu schützen. Bis heute prägen diese massigen Tiere das Bild der weiten Ebenen – oft in Kombination mit Kanadas ikonischen Arten wie Elch, Schwarzbär und Wolf. Internationale Aufmerksamkeit erhielt Wood Buffalo zudem als letztes natürlicheres Brutgebiet der stark bedrohten Schreikraniche. Besuchertechnisch geht es hier deutlich ruhiger zu als in berühmten Parks wie Banff oder Jasper: Nur wenige tausend Menschen verirren sich jährlich in die abgelegene Region an der Grenze von Alberta und den Nordwest-Territorien. Wer kommt, findet Dunkelheit, wie sie in Mitteleuropa kaum noch vorkommt – der Park ist eines der größten Dark-Sky-Reservate der Welt – und exzellente Chancen für Nordlichter. Gleichzeitig steht Wood Buffalo vor Herausforderungen: Veränderungen in Flussregimen, industrielle Einflüsse außerhalb der Parkgrenzen und der Klimawandel setzen dem empfindlichen Feuchtgebietssystem zu. Der Park ist damit ein gutes Beispiel dafür, dass „groß“ nicht automatisch „sicher“ heißt – Schutz braucht auch jenseits der Grenzen Verbündete.

  • Größter Nationalpark Kanadas und eines der größten Schutzgebiete für boreale Ökosysteme weltweit.
  • Wurde gegründet, um die letzten frei lebenden Waldbisons zu schützen; heute auch wichtig für Zugvögel wie den Schreikranich.
  • Beherbergt eines der größten Binnenflussdeltas der Welt und ein international anerkanntes Dark-Sky-Reservat.
Fläche
ca. 44.800 km²
Lage
Nördliches Alberta und südliche Northwest Territories, Kanada
Quelle
Parks Canada – Wood Buffalo National Park

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