Die 10 größten Regenwälder

Die 10 größten Regenwälder

Wo stehen die größten zusammenhängenden Regenwälder der Erde – und wie viel Fläche bedecken sie noch? Diese Top-10 listet die größten Regenwälder der Welt, sortiert nach dokumentierter Gesamtfläche in Quadratkilometern.

Von der feuchtheißen Amazonastiefebene über die verwilderten Wälder Zentralafrikas bis zu kühlen, nebelverhangenen Küstenregenwäldern in Chile, Australien und Neuseeland: Die Übersicht zeigt, wie wichtig diese Waldgiganten für Klima, Artenvielfalt und indigene Gemeinschaften sind – und wie stark sie zugleich unter Druck stehen.

Übersicht

  1. Amazonasregenwald (Südamerika)
  2. Kongo-Regenwald (Zentralafrika)
  3. Regenwälder von Neuguinea
  4. Borneo-Tieflandregenwald
  5. Valdivianischer Regenwald (Chile/Argentinien)
  6. Östliche australische Regenwälder
  7. Pazifischer Küstenregenwald (Nordamerika)
  8. Tropischer Regenwald Sumatra (UNESCO-Welterbe)
  9. Bosawás-Regenwald (Nicaragua)
  10. Westland-Regenwald (Neuseeland)

Amazonasregenwald (Südamerika)

Rang: 1

Der Amazonasregenwald ist der Inbegriff des tropischen Regenwaldes – und mit Abstand der größte seiner Art. Der Waldgürtel um den Amazonas und seine Nebenflüsse bedeckt mehr Fläche als die gesamte EU und erstreckt sich über neun Länder. Zwischen gewaltigen Überschwemmungswäldern, unzugänglichen Terra-Firme-Gebieten und Indigenen Territorien speichert der Wald gigantische Mengen Kohlenstoff und beherbergt schätzungsweise zehn Prozent aller bekannten Arten. Gleichzeitig wurde bereits ein erheblicher Teil abgeholzt oder degradiert, sodass der Amazonas heute als globaler Kipppunkt im Klimasystem gilt.

  • Größter zusammenhängender Regenwald der Erde mit mehreren Millionen Quadratkilometern.
  • Erstreckt sich über Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Guyana, Suriname und Französisch-Guayana.
  • Beherbergt rund zehn Prozent der bekannten Arten und etwa 30 Millionen Menschen, viele davon indigene Gemeinschaften.
Kontinent
Südamerika
Fläche
über 5,5 Mio. km² Regenwald, Amazonien-Biom ca. 6,7 Mio. km²
Länderzahl
9 Staaten + Überseegebiet (Frankreich)
Ökosystemtyp
Tropischer Tieflandregenwald mit Überschwemmungs-, Berg- und Trockenwäldern
Bedeutung
Globaler Kohlenstoffspeicher, Klimaregulator, Hotspot der Biodiversität
Hauptbedrohungen
Abholzung für Weideland und Soja, Bergbau, Straßenbau, Feuer, Klimawandel
Quelle
WWF – About the Amazon

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Kongo-Regenwald (Zentralafrika)

Rang: 2

Der Kongo-Regenwald ist das grüne Herz Afrikas und nach dem Amazonas der zweitgrößte Regenwaldblock der Erde. Die Wälder breiten sich über das Einzugsgebiet des Kongo und seiner Nebenflüsse aus und bilden ein riesiges Mosaik aus Sümpfen, Tieflandregenwald, Savanneninseln und Torfmooren. Hier leben Flachlandgorillas, Bonobos und Waldelefanten, aber auch Dutzende Millionen Menschen, die direkt vom Wald abhängen. Noch ist ein großer Teil relativ intakt – doch Infrastrukturprojekte, Landwirtschaft und Rohstoffförderung setzen das Ökosystem zunehmend unter Druck.

  • Zweitgrößter tropischer Regenwald der Welt und größter Afrikas.
  • Erstreckt sich v. a. über die Demokratische Republik Kongo, dazu Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Republik Kongo, Gabun und Äquatorialguinea.
  • Speichert mehrere zehn Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Wald und ausgedehnten Torfgebieten.
Kontinent
Afrika
Fläche
rund 1,6–2,0 Mio. km² Regenwald im Kongo-Becken
Länderzahl
6 Hauptländer im Kongo-Becken
Ökosystemtyp
Tropischer Tieflandregenwald mit großflächigen Sumpf- und Torfwäldern
Menschen im Becken
über 80 Mio., viele indigene und lokale Gemeinschaften
Hauptbedrohungen
Kleinbäuerliche Landwirtschaft, Holzeinschlag, Rohstoffabbau, Straßen- und Ölinfrastruktur
Quelle
WWF – Congo Basin Forest

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Regenwälder von Neuguinea

Rang: 3

Die Insel Neuguinea ist die größte tropische Insel der Welt – und fast vollständig von Regenwald bedeckt. Dichte Tieflandwälder gehen in steile Nebelwälder und alpine Grasländer über. In dieser komplexen Topografie haben sich extrem viele endemische Arten entwickelt, von Paradiesvögeln über Baumkängurus bis zu seltenen Orchideen. Viele Regionen sind nur per Boot oder Kleinflugzeug erreichbar, sodass Teile der Wälder bis heute wissenschaftlich kaum erforscht sind. Gleichzeitig nehmen Plantagen, Straßen und Bergbau auch hier zu.

  • Riesiger, weitgehend geschlossener Waldblock auf der Insel Neuguinea.
  • Beherbergt geschätzt 5–10 % aller Arten der Erde, viele davon endemisch.
  • Wälder reichen von Küstenebenen bis über 3 000 m Höhe in montane Regenwälder.
Kontinent/Region
Ozeanien (Indonesien & Papua-Neuguinea)
Fläche
Inselgröße ca. 786 000 km², davon der Großteil Regenwald
Länderzahl
2 Staaten (Indonesien, Papua-Neuguinea)
Ökosystemtyp
Tropischer Tiefland-, Berg- und Nebelregenwald
Biodiversität
5–10 % der weltweiten Arten, sehr hoher Endemismus
Hauptbedrohungen
Holzeinschlag, Bergbau, Ölpalm- und Agrarplantagen, Wildtierhandel
Quelle
World Rainforests – New Guinea

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Borneo-Tieflandregenwald

Rang: 4

Die Tieflandregenwälder Borneos waren einst ein nahezu durchgehender grüner Teppich, der mehr als die Hälfte der Insel bedeckte. Dipterocarpen-Riesen mit über 70 Metern Höhe bilden ein Dach, unter dem Orang-Utans, Nasenaffen, Nebelparder und zahllose Insektenarten leben. Heute sind große Flächen gerodet oder fragmentiert – vor allem für Palmölplantagen, Holz und Bergbau. Dennoch zählen die verbliebenen Tieflandregenwälder zu den artenreichsten Ökosystemen Südostasiens und sind für den Erhalt vieler ikonischer Arten entscheidend.

  • Deckt den Großteil der Insel unterhalb von etwa 1 000 m Höhe.
  • Verteilt sich über Indonesien (Kalimantan), Malaysia (Sabah, Sarawak) und Brunei.
  • Enthält einige der höchsten tropischen Bäume der Welt und kritische Lebensräume für Orang-Utans.
Kontinent/Region
Südostasien, Insel Borneo
Fläche
rund 425 000–428 000 km² Tieflandregenwald
Länderzahl
3 (Brunei, Indonesien, Malaysia)
Ökosystemtyp
Tropischer Tieflandregenwald (Dipterocarpen-Wälder)
Biodiversität
ca. 15 000 Pflanzenarten, hunderte Vogel- und Säugerarten
Hauptbedrohungen
Palmöl- und Kautschukplantagen, Holzeinschlag, Straßen, Bergbau
Quelle
DOPA Explorer – Borneo Lowland Rain Forests

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Valdivianischer Temperierter Regenwald (Chile/Argentinien)

Rang: 5

Der Valdivianische Regenwald liegt am „Ende der Welt“ an der Westküste Südamerikas. Hier prallen feuchte Luftmassen des Pazifiks auf die Anden und bringen ganzjährig Regen – ideal für immergrüne Laub- und Mischwälder mit Farnen, Bambus und jahrhundertealten Araukarien. Die kühlen, moosbewachsenen Wälder erinnern eher an Fantasy-Kulissen als an klassische Tropen. Viele Baumarten sind Relikte des alten Südkontinents Gondwana und kommen sonst nur in Neuseeland oder Tasmanien vor.

  • Größter temperierter Regenwald der Südhalbkugel.
  • Erstreckt sich als schmaler Streifen zwischen Pazifik und Anden von Zentral- bis Südchile und in Teile Argentiniens.
  • Hoher Anteil endemischer Baum- und Straucharten, u. a. immergrüne Südbuchen.
Kontinent
Südamerika (Chile, Argentinien)
Fläche
ca. 248 100 km²
Ökosystemtyp
Temperierter Küstenregenwald, immergrüne Laub- und Mischwälder
Klima
Kühl-feucht, regional 2 000–6 000 mm Jahresniederschlag
Biodiversität
Viele Reliktarten der antarktischen Flora, hoher Endemismus
Hauptbedrohungen
Holzeinschlag, Monokulturen (z. B. Eukalyptus, Kiefer), Infrastruktur
Quelle
AsianForests – Valdivian Temperate Rainforest

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Östliche australische Regenwälder

Rang: 6

Entlang der Great Dividing Range im Osten Australiens ziehen sich verstreute, aber insgesamt sehr große Regenwald- und Feuchtwaldreste. Sie umfassen berühmte Schutzgebiete wie die Gondwana-Regenwälder Australiens und den Greater Blue Mountains National Park. In geschützten Schluchten, an Nebelhängen und Küstenhängen überleben hier Überreste des einst viel weiter verbreiteten Gondwana-Regenwaldes mit uralten Baumarten, während drumherum Eukalyptuswälder dominieren.

  • Großes, aber fragmentiertes Regenwald-Mosaik entlang der Ostküste Australiens.
  • Beherbergt mehrere UNESCO-Welterbestätten, darunter die Gondwana-Regenwälder.
  • Wichtiger Rückzugsraum für bedrohte Arten wie Koalas, Baumkängurus und viele Vogelarten.
Kontinent
Australien
Fläche
ca. 222 100 km² (Östliche australische temperierte/subtropische Wälder)
Ökosystemtyp
Subtropischer und temperierter Regen- und Feuchtwald, von Eukalyptuswäldern umgeben
Schutzstatus
Rund 16 % der Fläche geschützt; mehrere UNESCO-Welterbestätten
Hauptbedrohungen
Landnutzungswandel, Urbanisierung, invasive Arten, Buschfeuer
Quelle
EarthForests – Eastern Australian Temperate Forests

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Pazifischer Küstenregenwald (Nordamerika)

Rang: 7

Der pazifische Küstenregenwald zieht sich wie ein schmaler, grüner Saum von Alaska über British Columbia bis nach Nordkalifornien. Gewaltige Sitka-Fichten, Hemlocktannen und Riesenlebensbäume bilden Kathedralen aus Holz, deren Baumriesen mehrere hundert Jahre alt werden. Stürme vom Pazifik bringen im Winter kaum enden wollenden Regen, im Sommer dagegen dichten Nebel. Zwischen uralten Bäumen streifen Grizzlys, Wölfe und Elche, während Lachsflüsse die Verbindung zwischen Ozean und Wald herstellen.

  • Größter zusammenhängender Küstenregenwald der Welt.
  • Erstreckt sich über rund 4 000 km Länge entlang der Nordwestküste Nordamerikas.
  • Verbindet Wälder, Fjorde, Gletscher und Flusssysteme zu einem einzigartigen Ökosystem.
Kontinent
Nordamerika (USA & Kanada)
Fläche
ca. 60 300 km² Küstenregenwald, je nach Abgrenzung mehr
Ökosystemtyp
Temperierter Küstenregenwald mit Nadel- und Mischwäldern
Klimamerkmale
Ganzjährig hohe Niederschläge, starke Nebel, milde Winter
Schlüsselfauna
Bären, Wölfe, Seeadler, Lachsbestände, zahlreiche Meeressäuger an den Küsten
Hauptbedrohungen
Holzeinschlag, Straßenbau, Klimawandel (Gletscherrückgang, Feuer)
Quelle
Adopteer Regenwoud – Biggest Rainforests of the World

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Tropischer Regenwald Sumatra (UNESCO-Welterbe)

Rang: 8

Auf der indonesischen Insel Sumatra sind große Regenwaldflächen bereits Agrarland und Plantagen gewichen. Die wichtigsten Reste bündelt das UNESCO-Welterbe „Tropical Rainforest Heritage of Sumatra“, das drei große Nationalparks entlang der Barisan-Gebirgskette umfasst. Von Tieflandwäldern über Bergnebelwälder bis zu Vulkanlandschaften reicht hier die Spannbreite der Lebensräume. Diese Wälder sind einer der letzten Rückzugsräume für Sumatra-Tiger, Sumatra-Elefanten, Nashörner und Orang-Utans – eine Dichte an ikonischen Großsäugern, die weltweit einzigartig ist.

  • Umfasst die Nationalparks Gunung Leuser, Kerinci Seblat und Bukit Barisan Selatan.
  • Großes, zusammenhängendes Regenwaldgebiet in ansonsten stark fragmentierter Landschaft.
  • Wichtiger Schutzraum für zahlreiche akut bedrohte Arten Südostasiens.
Kontinent/Region
Asien, Insel Sumatra (Indonesien)
Fläche
rund 2,5 Mio. ha (ca. 25 000–26 000 km²)
Ökosystemtyp
Tropischer Regenwald von Tiefland bis in hohe Gebirgslagen
Schutzstatus
UNESCO-Welterbestätte seit 2004, seit 2011 auf der Roten Liste gefährdeter Welterbestätten
Schlüsselfauna
Sumatra-Tiger, Sumatra-Elefant, Sumatra-Nashorn, Orang-Utans, Hornvögel
Hauptbedrohungen
Plantagen (Palmöl), illegale Rodungen, Wilderei, Straßenbau
Quelle
UNESCO – Tropical Rainforest Heritage of Sumatra

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Bosawás-Regenwald (Nicaragua)

Rang: 9

Die Bosawás-Biosphärenreservat im Norden Nicaraguas schützt den Kern des größten geschlossenen Regenwaldes in Mittelamerika. Das Gebiet erstreckt sich von Bergketten über Nebelwälder bis hinunter zu tropischen Tieflandregenwäldern und ist Heimat indigener Mayangna- und Miskito-Gemeinschaften. Bosawás ist noch immer vergleichsweise dünn besiedelt und biologisch reich – gleichzeitig greifen illegale Rodungen, Viehzucht und Landkonflikte umso tiefer in den Wald ein.

  • Größter Regenwaldblock Mittelamerikas.
  • Seit 1997 UNESCO-Biosphärenreservat mit Kern-, Puffer- und Übergangszonen.
  • Schlüsselgebiet für Jaguar, Tapir und unzählige Vogel- und Amphibienarten.
Kontinent/Region
Mittelamerika, Norden Nicaraguas
Fläche
rund 20 000 km² (Biosphärenreservat inkl. Pufferzonen)
Ökosystemtyp
Tropischer Regenwald mit Berg-, Nebel- und Tieflandwäldern
Schutzstatus
UNESCO-Biosphärenreservat seit 1997
Bedeutung
Größter zusammenhängender Regenwald nördlich von Kolumbien, zentrale Rolle für regionale Klimaregulation
Hauptbedrohungen
Landkonflikte, illegale Siedlungen und Viehzucht, Holzeinschlag, Bergbau
Quelle
UNESCO – Bosawás Biosphere Reserve

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Westland-Regenwald (Neuseeland)

Rang: 10

Der Westland-Regenwald säumt die Westküste der neuseeländischen Südinsel. Zwischen Tasmansee und den steil aufragenden Südalpen bleibt nur ein schmaler Streifen Land – dafür prasseln vom Meer her jedes Jahr mehrere Meter Regen auf die immergrünen Wälder. Besonders spektakulär ist der Kontakt von Gletschern und Regenwald: Fox- und Franz-Josef-Gletscher reichen hier bis beinahe auf Meereshöhe inmitten von Farnen, Moosen und Baumfarnen. Große Teile des Gebietes sind Teil des UNESCO-Welterbes „Te Wahipounamu – South West New Zealand“.

  • Schmaler, aber beeindruckend großer Streifen temperierten Regenwaldes an der Westküste der Südinsel.
  • Bekannt für die seltene Kombination aus Regenwald, Gletschern, Fjorden und alpinen Landschaften.
  • Lebensraum für zahlreiche endemische Vogelarten wie Kiwis und Keas.
Kontinent/Region
Ozeanien, Südinsel Neuseelands
Fläche
Westland-Region ca. 11 880 km², großer Teil davon temperierter Regenwald
Ökosystemtyp
Temperierter Küstenregenwald mit Gletschern und alpinen Zonen
Schutzstatus
Große Teile in Nationalparks und im UNESCO-Welterbe „Te Wahipounamu“
Niederschlag
Bis zu 3 000 mm und mehr pro Jahr, lokal deutlich höher
Besonderheit
Eines der wenigen Gebiete weltweit, in denen Regenwald bis an aktive Gletscher reicht.
Quelle
Kiddle – Westland Temperate Forests

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