Die 10 größten Schlachthöfe in Deutschland

Die 10 größten Schlachthöfe in Deutschland

Bis zu 130.000 Schweineschlachtungen pro Woche an einem einzigen Standort, 2.300 Tonnen Fleischproduktion pro Tag und Betriebsgelände von mehreren Hektar: Deutschlands größte Schlachthöfe arbeiten in industriellen Dimensionen. Ein exaktes Top-10-Ranking ist dennoch schwieriger, als es zunächst scheint. Anders als bei Unternehmensrankings existiert keine aktuelle amtliche Rangliste einzelner Standorte mit einheitlich veröffentlichten Schlachtzahlen. Manche Betreiber nennen tatsächliche Schlachtmengen, andere genehmigte Kapazitäten, Produktionsmengen oder lediglich Beschäftigten- und Flächendaten. Dieses Ranking vergleicht deshalb öffentlich belegte Standortleistung, technische Kapazität und industrielle Bedeutung. Datenstand ist Juli 2026. Berücksichtigt werden große Schlacht- und Zerlegestandorte für Schweine und Rinder; Geflügelschlachtereien bleiben wegen der völlig anderen Tiergewichte und Taktzahlen ausgeschlossen. Reine Zerlege- oder Verarbeitungswerke ohne eigene Schlachtung werden ebenfalls nicht aufgenommen. Geplante Erweiterungen sind ausdrücklich als Zukunftsprojekte gekennzeichnet und werden nicht als bereits erreichte Schlachtleistung behandelt. Weitere Rankings zu großen Industrie- und Zweckbauten finden sich in der Kategorie Gebäude. :contentReference[oaicite:0]{index=0}

So wurde gewertet

Die Rangfolge basiert auf vier Faktoren: öffentlich dokumentierte Schlacht- oder Verarbeitungskapazität (45 Prozent), tatsächlich belegte Schlacht- beziehungsweise Produktionsmenge (30 Prozent), Größe und Beschäftigtenzahl des Standorts (15 Prozent) sowie Bedeutung innerhalb des deutschen Schlachtmarkts (10 Prozent). Tatsächliche Schlachtzahlen wurden höher gewichtet als lediglich genehmigte oder geplante Kapazitäten. Schweine- und Rinderstandorte werden nicht allein anhand der Tierzahl verglichen, weil ein Rind ein wesentlich höheres Lebend- und Schlachtgewicht besitzt als ein Schwein. Wo aktuelle Standortzahlen nicht veröffentlicht werden, wird dies transparent angegeben. Deshalb ist die Liste eine redaktionelle Größenrangfolge und keine amtliche Statistik. Besonders bei Westfleisch zeigen öffentliche Unterlagen, dass genehmigte Ausbaukapazitäten und tatsächlich genutzte Mengen erheblich auseinanderliegen können. :contentReference[oaicite:1]{index=1}

Übersicht

  1. Tönnies Rheda-Wiedenbrück
  2. Tönnies Weißenfels
  3. Weidemark Sögel
  4. Danish Crown Essen (Oldenburg)
  5. Westfleisch Oer-Erkenschwick
  6. Westfleisch Coesfeld
  7. Böseler Goldschmaus Garrel
  8. Westfleisch Hamm
  9. Josef Wernke Cloppenburg
  10. Rinderschlachthof Buchloe
Rang Schlachthof Ort Tierart Öffentlich dokumentierte Größenordnung Weitere Kennzahl Einordnung
1 Tönnies Rheda-Wiedenbrück Nordrhein-Westfalen Schwein ca. 130.000 Schweine/Woche als dokumentierter Referenzwert größter Tönnies-Schlachtstandort größter Einzelstandort im deutschen Schweinesektor
2 Tönnies Weißenfels Sachsen-Anhalt Schwein ca. 2.300 t Fleischproduktion/Tag ca. 2.200 Beschäftigte zweitgrößter zentraler Tönnies-Standort
3 Weidemark Sögel Niedersachsen Schwein 15.000 Schweine/Tag als dokumentierter Betriebswert großer Tönnies-Standort im Emsland einer der größten norddeutschen Schweineschlachthöfe
4 Danish Crown Essen Niedersachsen Schwein Kapazität bis 72.000 Schweine/Woche 45.000 m², ca. 1.400 Beschäftigte zentraler deutscher Danish-Crown-Schlachtstandort
5 Westfleisch Oer-Erkenschwick Nordrhein-Westfalen Schwein genehmigter Ausbau bis 12.000 t Lebendgewicht/Woche Betriebsgelände ca. 13 ha größter Westfleisch-Doppelstandort nach Beschäftigten
6 Westfleisch Coesfeld Nordrhein-Westfalen Schwein Großstandort; Ausbauziel bis 70.000 Schweine/Woche geplant Standort seit 1972 klassischer Erzeuger-Schlachthof der Genossenschaft
7 Böseler Goldschmaus Garrel Niedersachsen Schwein 1,7 Mio. Schweineschlachtungen/Jahr bis zu 5.500 Anlieferungen/Tag einer der größten unabhängigen deutschen Standorte
8 Westfleisch Hamm Nordrhein-Westfalen Schwein historisch 29.000 Schweine/Woche; Großausbau projektiert seit 2021 Schweine-Monobetrieb wichtige Schlacht- und Logistikdrehscheibe
9 Josef Wernke Cloppenburg Niedersachsen Schwein industrieller Schlacht- und Zerlegebetrieb Betrieb seit 1970, seit 2005 Sprehe-Gruppe bedeutender südoldenburgischer Traditionsstandort
10 Rinderschlachthof Buchloe Bayern Rind ca. 2.700 Rinder/Woche ca. 750 t Rindfleisch-Zerlegung/Woche einer der größten Rindfleischstandorte Süddeutschlands

Wichtig zur Einordnung: Die Tabelle enthält bewusst unterschiedliche Kennzahlen. „Kapazität“ bezeichnet die technisch oder genehmigungsrechtlich mögliche Leistung, während „Schlachtungen“ eine tatsächliche Menge beschreiben. Bei mehreren Standorten liegen nur ältere Referenzwerte oder Ausbauunterlagen öffentlich vor. Diese werden deshalb mit ihrem jeweiligen Status gekennzeichnet und nicht als aktuelle Ist-Zahl ausgegeben.

Tönnies Rheda-Wiedenbrück

Rang: 1 größter Einzelstandort

Der Schlacht- und Zerlegestandort von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gilt als größter Schweineschlachthof Deutschlands. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands bezifferte die Größenordnung des Werks 2020 auf rund 130.000 Schweineschlachtungen pro Woche. Umgerechnet auf 52 Wochen entspräche dies theoretisch bis zu 6,76 Millionen Tieren pro Jahr, wobei tatsächliche Jahresmengen durch Feiertage, Wartungen, Marktlage und Produktionsunterbrechungen abweichen. Die enorme Konzentration wurde während der Corona-Pandemie 2020 besonders sichtbar: Nach einem großen Infektionsausbruch musste der Standort vier Wochen vollständig schließen und arbeitete anschließend über Monate mit reduzierter Leistung. Die Folgen waren weit über Ostwestfalen hinaus im deutschen Schweinemarkt spürbar. Genau diese systemische Bedeutung ist ein wesentlicher Grund für Rang eins. Rheda ist nicht nur ein Schlachthof, sondern verbindet Schlachtung, Zerlegung, Kühlung und Logistik in einem hochintegrierten Industriekomplex. Im Vergleich zu Weißenfels ist die öffentlich dokumentierte Stückleistung noch größer. Gleichzeitig ist der Standort ein Beispiel für die starke Konzentration der Branche: Fällt ein Werk dieser Dimension aus, lassen sich die Mengen kurzfristig kaum vollständig auf andere Schlachthöfe verteilen. :contentReference[oaicite:2]{index=2}

  • Dokumentierter Referenzwert: rund 130.000 Schweineschlachtungen pro Woche
  • Theoretisches Jahresäquivalent bei 52 Wochen: bis zu 6,76 Millionen Tiere
  • Vierwöchige Komplettschließung während des Corona-Ausbruchs 2020
Betreiber
Tönnies / Premium Food Group
Ort
Rheda-Wiedenbrück, Nordrhein-Westfalen
Tierart
Schweine
Dokumentierte Wochenleistung
Ca. 130.000 Schweine
Theoretisches Jahresäquivalent
Ca. 6,76 Millionen bei durchgehender Wochenleistung
Besonderheit
Größter zentraler Schweineschlachtstandort Deutschlands
Quelle
ISN – Schlachthofranking und Standortangabe Rheda-Wiedenbrück

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Tönnies Weißenfels

Rang: 2 Produktionsriese

Der Tönnies-Standort Weißenfels in Sachsen-Anhalt ist der zweite Gigant des Konzerns in Deutschland. Nach Unternehmensangaben arbeiten dort rund 2.200 Beschäftigte, während täglich etwa 2.300 Tonnen Fleisch produziert werden. Tönnies übernahm den Schweineschlachthof 1990 und investierte seitdem nach eigenen Angaben mehr als 200 Millionen Euro in den Standort. Diese Größenordnung macht deutlich, warum Weißenfels unmittelbar hinter Rheda-Wiedenbrück steht. Anders als eine reine Stückzahl bildet die Tagesproduktion in Tonnen nicht ausschließlich den Schlachtvorgang ab, sondern auch die industrielle Weiterverarbeitung. Sie zeigt aber, welches Materialvolumen der Standort bewältigt. Weißenfels besitzt zudem eine besondere wirtschaftliche Bedeutung für Mitteldeutschland: In einer Branche, deren große Werke vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen konzentriert sind, ist der Standort ein wichtiges Zentrum östlich der traditionellen Veredelungsregionen. Im Vergleich zu Rheda werden öffentlich weniger aktuelle Stückzahlen genannt, weshalb Platz zwei nicht mathematisch exakt über Tiere pro Woche bestimmt werden kann. Die Kombination aus Beschäftigtenzahl, täglicher Produktionsmenge, Investitionsvolumen und Stellung innerhalb der Tönnies-Gruppe macht die Position dennoch nachvollziehbar. :contentReference[oaicite:3]{index=3}

  • Rund 2.300 Tonnen Fleischproduktion pro Tag laut Unternehmen
  • Etwa 2.200 Beschäftigte am Standort
  • Mehr als 200 Millionen Euro Investitionen seit der Übernahme 1990
Betreiber
Tönnies / Premium Food Group
Ort
Weißenfels, Sachsen-Anhalt
Tierart
Schweine
Produktion
Ca. 2.300 Tonnen Fleisch pro Tag
Beschäftigte
Ca. 2.200
Übernahme
1990
Investitionen
Mehr als 200 Millionen Euro seit der Übernahme
Quelle
Tönnies – Unternehmenshistorie und Standortzahlen Weißenfels

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Weidemark Sögel

Rang: 3 Emsland-Großstandort

Weidemark in Sögel gehört zu den großen Schweineschlacht- und Zerlegebetrieben Norddeutschlands und ist Teil des Tönnies-Netzwerks. Für den Standort wurde 2017 eine tägliche Schlachtleistung von rund 15.000 Schweinen dokumentiert. Bei fünf Produktionstagen entspräche diese Größenordnung theoretisch etwa 75.000 Tieren pro Woche. Der Wert ist ein historischer Referenzwert und keine Aussage über die aktuelle Auslastung 2026; gerade Sögel hat in den vergangenen Jahren erhebliche Schwankungen bei der Produktionsmenge erlebt. Dennoch zeigt die Zahl die technische Dimension des Werks. Seine Lage im Emsland ist kein Zufall: Niedersachsen gehört zu den wichtigsten deutschen Regionen der Schweinehaltung und Fleischwirtschaft, wodurch große Schlachtbetriebe vergleichsweise kurze Wege zu vielen Lieferbetrieben haben. Historisch entwickelte sich Weidemark seit Ende der 1990er-Jahre zu einem strategisch wichtigen Tönnies-Standort. Der Betrieb geriet während der Corona-Pandemie ebenfalls in den Fokus und musste zeitweise mit stark eingeschränkter Leistung arbeiten. Im Vergleich zu Rheda und Weißenfels ist der Standort kleiner, gehört hinsichtlich seiner dokumentierten Tagesleistung aber weiterhin in die Spitzengruppe der deutschen Schweineschlachtindustrie. :contentReference[oaicite:4]{index=4}

  • Dokumentierter Betriebswert 2017: rund 15.000 Schweine pro Tag
  • Theoretisches Fünf-Tage-Äquivalent: rund 75.000 Tiere pro Woche
  • Strategisch wichtiger Schweinefleischstandort im niedersächsischen Emsland
Betreiber
Weidemark Fleischwaren, Teil von Tönnies
Ort
Sögel, Niedersachsen
Tierart
Schweine
Dokumentierter Tageswert
15.000 Schweine im Jahr 2017
Rechnerisches Wochenäquivalent
75.000 Tiere bei fünf Schlachttagen
Status der Zahl
Historischer Referenzwert, keine aktuelle Ist-Leistung 2026
Besonderheit
Einer der größten Schweineschlachtstandorte Norddeutschlands
Quelle
top agrar – dokumentierte Schlachtleistung Weidemark Sögel

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Danish Crown Essen (Oldenburg)

Rang: 4 72.000 pro Woche

Der Danish-Crown-Schlachthof in Essen im Oldenburger Münsterland gehört zu den größten deutschen Schweineschlachtbetrieben außerhalb der Tönnies- und Westfleisch-Gruppen. Ende 2024 wurde für das Werk eine Kapazität von 72.000 Schweinen pro Woche genannt. Zusätzlich wurden rund 1.400 Beschäftigte und eine Fläche von etwa 45.000 Quadratmetern angegeben. Damit verfügt Essen über besonders gut vergleichbare Standortdaten. Hochgerechnet entspräche die technische Wochenkapazität rund 3,74 Millionen Schweinen pro Jahr, sofern sie durchgehend vollständig genutzt würde. Tatsächlich arbeitete der Betrieb zeitweise nur einschichtig und damit deutlich unter seiner theoretischen Kapazität. Genau dieser Unterschied zwischen Kapazität und Auslastung ist für das gesamte Ranking wichtig. Der Standort liegt in einer der bedeutendsten deutschen Veredelungsregionen und verfügt dadurch über ein großes Einzugsgebiet für Schlachtschweine. Auch strategisch ist Essen bemerkenswert: Während Vion sein deutsches Schlachtgeschäft stark zurückfuhr beziehungsweise verkaufte, bekannte sich Danish Crown zum Fortbestand des Standorts. Damit bleibt Essen ein eigenständiges Schwergewicht in einem Markt, der zunehmend von wenigen großen Unternehmensgruppen geprägt wird. :contentReference[oaicite:5]{index=5}

  • Technische Kapazität: bis zu 72.000 Schweine pro Woche
  • Rund 1.400 Beschäftigte
  • Standortfläche von etwa 45.000 Quadratmetern
Betreiber
Danish Crown
Ort
Essen (Oldenburg), Niedersachsen
Tierart
Schweine
Wochenkapazität
72.000 Schweine
Theoretisches Jahresäquivalent
Ca. 3,74 Millionen Tiere
Beschäftigte
Ca. 1.400
Fläche
Ca. 45.000 m²
Quelle
ISN – Danish Crown behält Schlachthof Essen

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Westfleisch Oer-Erkenschwick

Rang: 5 Großkapazität

Das Fleischcenter Oer-Erkenschwick gehört zu den größten industriellen Komplexen von Westfleisch. Eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung aus dem Jahr 2018 erlaubte eine stufenweise Erhöhung der Schlachtkapazität von 6.500 auf bis zu 12.000 Tonnen Schweine-Lebendgewicht pro Woche. Die zweite Stufe war dabei an umfangreiche technische und wasserrechtliche Voraussetzungen geknüpft. Dieser Wert darf deshalb nicht automatisch mit einer tatsächlich ausgeschöpften Wochenleistung gleichgesetzt werden. Unabhängig davon zeigt die genehmigte Dimension, welches industrielle Potenzial der Standort besitzt. Westfleisch beschreibt das Gelände heute mit rund 13 Hektar und bezeichnet den gemeinsamen Komplex aus Fleischcenter und angrenzender Gustoland-Produktion gemessen an der Mitarbeiterzahl als größten „Doppel-Standort“ innerhalb der Gruppe. Seit 2004 gehört Erkenschwick zu Westfleisch und arbeitet als Monobetrieb für Schweineschlachtung und -zerlegung. Im Vergleich zu Danish Crown Essen sind aktuelle tatsächliche Wochenstückzahlen weniger transparent veröffentlicht. Deshalb steht Erkenschwick trotz theoretisch sehr hoher Genehmigungswerte nur auf Rang fünf. Der Standort zeigt besonders deutlich, warum bei Schlachthöfen zwischen genehmigter Kapazität, technisch möglicher Leistung und realer Auslastung unterschieden werden muss. :contentReference[oaicite:6]{index=6}

  • Genehmigte Kapazitätserhöhung von 6.500 auf bis zu 12.000 Tonnen Lebendgewicht pro Woche
  • Ausbau in zwei Stufen mit technischen und wasserrechtlichen Bedingungen
  • Einer der größten Westfleisch-Standorte für Schweineschlachtung und Zerlegung
Betreiber
Westfleisch Erkenschwick GmbH
Ort
Oer-Erkenschwick, Nordrhein-Westfalen
Tierart
Schweine
Frühere genehmigte Basis
6.500 t Lebendgewicht pro Woche
Genehmigter Ausbau
Bis zu 12.000 t Lebendgewicht pro Woche
Ausbaustruktur
Zweistufig und an technische Bedingungen gebunden
Einordnung
Genehmigte Kapazität ist nicht identisch mit tatsächlicher Auslastung
Quelle
Kreis Recklinghausen – Genehmigungsbescheid zur Kapazitätserhöhung

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Westfleisch Coesfeld

Rang: 6 Ausbau geplant

Das Fleischcenter Coesfeld ist einer der drei großen Schweinefleischstandorte von Westfleisch. Der Betrieb arbeitet bereits seit 1972 und ist eng mit der genossenschaftlichen Struktur des Unternehmens verbunden: Mehrere hundert landwirtschaftliche Familienbetriebe in der Region liefern nach Angaben von Westfleisch ihre Tiere traditionell an den Standort. Besonders interessant ist die geplante nächste Größenstufe. Ende 2025 wurde bekannt, dass der planungsrechtliche Rahmen für eine künftige Kapazität von bis zu 70.000 Schweinen pro Woche geschaffen werden soll. Das Erweiterungsgebiet umfasst rund zwölf Hektar. Zum damaligen Zeitpunkt hatte jedoch ausdrücklich noch keine Baumaßnahme stattgefunden; das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren sollte 2026 eingeleitet werden. Für dieses Ranking wird die Zahl von 70.000 deshalb nicht als aktuelle Schlachtleistung gezählt. Der Standort landet dennoch auf Rang sechs, weil Coesfeld bereits heute zu den zentralen Westfleisch-Werken gehört und der Ausbau seine langfristige Bedeutung unterstreicht. Im Vergleich zu Oer-Erkenschwick liegen weniger öffentlich belastbare aktuelle Kapazitätsdaten vor. Gerade deshalb wird die geplante Erweiterung hier klar vom Ist-Zustand getrennt. :contentReference[oaicite:7]{index=7}

  • Westfleisch-Standort mit Schlachttradition seit 1972
  • Künftige Zielgröße: bis zu 70.000 Schweine pro Woche
  • Geplantes Erweiterungsgebiet von rund zwölf Hektar
Betreiber
Westfleisch SCE
Ort
Coesfeld, Nordrhein-Westfalen
Tierart
Schweine
Standorttradition
Seit 1972
Geplante Kapazität
Bis zu 70.000 Schweine pro Woche
Erweiterungsfläche
Rund 12 ha
Status
Ausbauziel; 2025 noch nicht baulich umgesetzt
Quelle
Münsterland Zeitung – Ausbauplanung Westfleisch Coesfeld

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Böseler Goldschmaus Garrel

Rang: 7 1,7 Mio. pro Jahr

Böseler Goldschmaus in Garrel gehört zu den größten deutschen Schweineschlachtstandorten außerhalb der drei Marktführer Tönnies, Westfleisch und Danish Crown. Die Goldschmaus-Gruppe gibt eine Jahresleistung von 1,7 Millionen geschlachteten Schweinen an. Rechnerisch entspricht das durchschnittlich rund 32.700 Tieren pro Kalenderwoche. Eine weitere Unternehmensdarstellung nennt bis zu 5.500 täglich angelieferte Schweine. Diese Größenordnung macht Garrel zu einem wichtigen Beispiel für den starken Mittelbau der deutschen Fleischindustrie: Der Betrieb ist kleiner als die Mega-Standorte in Rheda oder Essen, erreicht aber immer noch eine industrielle Jahresleistung im Millionenbereich. Die Region Cloppenburg gehört zu den Zentren der deutschen Schweinehaltung und Fleischverarbeitung. Dadurch liegt der Standort in unmittelbarer Nähe zu vielen Erzeugerbetrieben und konkurriert mit mehreren weiteren großen Schlachthöfen im Oldenburger Münsterland. Goldschmaus hebt außerdem die vertikale Verbindung von Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung innerhalb der Unternehmensgruppe hervor. Im Vergleich zu Coesfeld ist die aktuelle Größenordnung transparenter, weil eine konkrete Jahreszahl veröffentlicht wird. Platz sieben ergibt sich dennoch aus der deutlich niedrigeren absoluten Menge gegenüber den größten Standorten. :contentReference[oaicite:8]{index=8}

  • 1,7 Millionen Schweineschlachtungen pro Jahr laut Unternehmensangabe
  • Rechnerischer Durchschnitt von rund 32.700 Tieren pro Kalenderwoche
  • Standort in einer der wichtigsten deutschen Schweinehaltungsregionen
Betreiber
Böseler Goldschmaus
Ort
Garrel, Niedersachsen
Tierart
Schweine
Jahresschlachtungen
1,7 Millionen
Rechnerischer Wochenwert
Ca. 32.700 Tiere
Unternehmensgruppe
Goldschmaus Gruppe
Besonderheit
Großer unabhängiger Schweineschlachtstandort im Oldenburger Münsterland
Quelle
Goldschmaus – Zahlen, Daten und Fakten

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Westfleisch Hamm

Rang: 8 Monobetrieb

Das Fleischcenter Hamm wurde im Rahmen der Westfleisch-Strategie zu einem reinen Schweineschlacht- und Zerlegestandort umgebaut. Öffentliche Projektunterlagen beschrieben für den früher kombinierten Betrieb eine Ausgangsleistung von rund 29.000 Schweinen, 1.600 Rindern und 1.600 Kälbern pro Woche. Vorgesehen war anschließend ein weitreichender Ausbau des Schweinebereichs auf bis zu 108.000 Schweine pro Woche beziehungsweise maximal 2.500 Tonnen pro Tag. Entscheidend für die heutige Einordnung ist jedoch: Diese Projektzahl darf nicht ohne aktuellen Nachweis als tatsächlich realisierte Leistung von 2026 verstanden werden. Westfleisch bestätigt, dass Hamm seit 2021 als Monobetrieb für Schweineschlachtung und -zerlegung arbeitet und zusätzlich eine wichtige Rolle bei der Kommissionierung von Rindfleischartikeln spielt. Das Werk bleibt damit eine zentrale Produktions- und Logistikdrehscheibe. Platz acht ist bewusst konservativ gewählt, weil zwar außergewöhnlich große Ausbaupläne dokumentiert sind, aber keine ebenso aktuelle veröffentlichte Ist-Schlachtzahl vorliegt. Im Gegensatz zu Goldschmaus kann deshalb keine belastbare Jahresmenge angegeben werden. Der Standort illustriert besonders gut, wie stark sich industrielle Schlachthöfe durch Spezialisierung verändern. :contentReference[oaicite:9]{index=9}

  • Historische Ausgangslage: 29.000 Schweine pro Woche plus Rinder- und Kälberschlachtung
  • Seit 2021 als Schweine-Monobetrieb geführt
  • Großausbau bis 108.000 Schweine pro Woche wurde in Projektunterlagen vorgesehen
Betreiber
Westfleisch SCE
Ort
Hamm, Nordrhein-Westfalen
Tierart heute
Schweine
Historische Ausgangsleistung
29.000 Schweine pro Woche
Ehemalige weitere Schlachtung
1.600 Rinder und 1.600 Kälber pro Woche
Projektierte Ausbaugröße
Bis zu 108.000 Schweine pro Woche
Status der Ausbauzahl
Projektwert, nicht als aktuelle Ist-Leistung gewertet
Quelle
UVP-Bericht zum Ausbau des Westfleisch-Standorts Hamm

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Josef Wernke Cloppenburg

Rang: 9 Traditionsbetrieb

Der Schlacht- und Zerlegebetrieb Josef Wernke in Cloppenburg ist ein etablierter Schweinefleischstandort im Oldenburger Münsterland. Das Unternehmen wurde 1970 von Josef Wernke aufgebaut und 2005 von der Sprehe-Unternehmensgruppe übernommen. Damit steht der Betrieb für eine andere Größenklasse als die Konzerngiganten auf den Spitzenplätzen: Er ist industriell organisiert und Teil einer größeren Fleischgruppe, bleibt aber deutlich unter den öffentlich dokumentierten Kapazitäten von Rheda, Essen oder Sögel. Gerade solche Standorte sind für die regionale Struktur des deutschen Schlachtmarkts wichtig, weil sie zusätzliche Abnahmekapazitäten in Gebieten mit hoher Tierhaltungsdichte bereitstellen. Die Unternehmensseite bezeichnet Wernke ausdrücklich als Schlacht- und Zerlegebetrieb für Schweine; Zerlegung und Frischfleischproduktion sind damit unmittelbar an die Schlachtung gekoppelt. Warum Rang neun? Aktuelle öffentlich zugängliche Standortzahlen sind deutlich weniger detailliert als bei den höher platzierten Werken. Ältere Branchen- und Genehmigungsangaben weisen zwar auf einen industriellen Durchsatz im fünfstelligen Wochenbereich hin, für dieses Ranking wird darauf verzichtet, eine nicht aktuell bestätigte Zahl als heutige Leistung auszugeben. Die Platzierung beruht deshalb auf Standortfunktion, Marktstellung und belegter Betriebskontinuität. :contentReference[oaicite:10]{index=10}

  • Schlacht- und Zerlegebetrieb für Schweine seit 1970
  • Seit 2005 Teil der Sprehe-Unternehmensgruppe
  • Standort im Zentrum der südoldenburgischen Fleischwirtschaft
Betreiber
Josef Wernke GmbH / Sprehe-Gruppe
Ort
Cloppenburg, Niedersachsen
Tierart
Schweine
Gründung des Betriebs
1970
Übernahme durch Sprehe
2005
Betriebsart
Schlachtung und Zerlegung
Einordnung
Großer regionaler Industrieschlachthof ohne aktuell veröffentlichte einheitliche Kapazitätszahl
Quelle
Wernke Fleisch – Unternehmensgeschichte

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Rinderschlachthof Buchloe

Rang: 10 Rindfleischzentrum

Der Schlacht- und Zerlegestandort Buchloe hebt sich von den neun anderen Plätzen durch seine Spezialisierung auf Rinder ab. Pro Woche werden nach veröffentlichten Standortangaben rund 2.700 Rinder geschlachtet und etwa 750 Tonnen Rindfleisch zerlegt. Die Tierzahl wirkt gegenüber einem Schweineschlachthof zunächst klein, ist aber nicht direkt vergleichbar: Rinder besitzen ein Vielfaches des Lebend- und Schlachtgewichts eines Mastschweins. Deshalb gehört Buchloe trotz der niedrigeren Stückzahl zu den bedeutenden Großstandorten der deutschen Fleischindustrie. Der Standort liegt im Allgäu, einer der wichtigsten deutschen Regionen der Rinder- und Milchwirtschaft, und beliefert sowohl den Lebensmitteleinzelhandel als auch weiterverarbeitende Betriebe im In- und Ausland. 2026 befand sich Buchloe zudem in einer Phase des Eigentümerwechsels: Vion kündigte eine Vereinbarung zum Verkauf des Produktionsstandorts an die irische ABP Food Group an. Für das Ranking ist jedoch die physische Schlacht- und Zerlegeleistung entscheidend, nicht der Eigentümer. Buchloe bildet damit bewusst den Abschluss der Liste und zeigt, dass ein Ranking nach bloßen Tierstückzahlen große Rinderbetriebe systematisch unterschätzen würde. :contentReference[oaicite:11]{index=11}

  • Rund 2.700 Rinderschlachtungen pro Woche
  • Etwa 750 Tonnen Rindfleisch-Zerlegung pro Woche
  • Strategischer Standort in einer der wichtigsten deutschen Rinderregionen
Standort
Buchloe, Bayern
Tierart
Rinder
Schlachtungen
Ca. 2.700 Rinder pro Woche
Zerlegung
Ca. 750 Tonnen Rindfleisch pro Woche
Kunden
Lebensmitteleinzelhandel und weiterverarbeitende Fleischindustrie
Aktuelle Entwicklung
2026 wurde eine Vereinbarung über einen Verkauf des Standorts an ABP angekündigt
Quelle
Vion Food Group – Standort Buchloe

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Häufige Fragen zu den größten Schlachthöfen in Deutschland

Was ist der größte Schlachthof in Deutschland?

Nach öffentlich dokumentierten Standortzahlen gilt der Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück als größter deutscher Schweineschlachtstandort. Als Referenz wurden rund 130.000 Schweineschlachtungen pro Woche genannt. Die tatsächliche Auslastung kann von Woche zu Woche abweichen.

Warum gibt es keine amtliche Top 10 der größten Schlachthöfe?

Amtliche Statistiken veröffentlichen Schlachtzahlen häufig auf Bundes-, Länder- oder Unternehmensebene, aber nicht als laufendes Ranking einzelner Betriebsstätten. Zusätzlich veröffentlichen Unternehmen unterschiedliche Kennzahlen – etwa Tiere pro Woche, Tonnen pro Tag, genehmigte Kapazitäten oder Jahresmengen. Dadurch ist ein direkter Vergleich nur mit methodischen Einschränkungen möglich.

Wie viele Schweine kann ein großer deutscher Schlachthof pro Woche verarbeiten?

Die größten öffentlich dokumentierten Standorte erreichen Größenordnungen von mehreren zehntausend bis über 100.000 Schweinen pro Woche. Rheda-Wiedenbrück wurde mit rund 130.000 Schweinen pro Woche angegeben, Danish Crown Essen verfügt über eine Kapazität von bis zu 72.000 Schweinen pro Woche.

Warum werden Rinder- und Schweineschlachthöfe nicht nur nach Tierzahl verglichen?

Ein Rind besitzt ein wesentlich höheres Lebend- und Schlachtgewicht als ein Schwein. Ein Rinderschlachthof mit einigen tausend Tieren pro Woche kann deshalb ein sehr großes Fleischvolumen verarbeiten. Eine reine Stückzahl würde Schweineschlachthöfe systematisch bevorzugen und die industrielle Größe von Rinderstandorten unterschätzen.

Sind genehmigte Schlachtkapazitäten dasselbe wie tatsächliche Schlachtzahlen?

Nein. Eine genehmigte Kapazität beschreibt, welche Leistung ein Betrieb unter bestimmten rechtlichen und technischen Voraussetzungen maximal erreichen darf. Die tatsächliche Schlachtmenge hängt unter anderem von Tierangebot, Personal, Schichtsystem, Marktnachfrage, Wartung und behördlichen Auflagen ab und kann deutlich niedriger liegen.

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