4.000 Megawatt auf einer einzigen Solarfläche – die größten Solarparks der Welt haben inzwischen Dimensionen erreicht, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren. Vier Gigawatt Nennleistung entsprechen der elektrischen Leistung mehrerer großer konventioneller Kraftwerksblöcke. Besonders rasant entwickelt sich China: Neue Wüsten- und Bergbaufolgeprojekte haben frühere Rekordhalter aus Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten innerhalb weniger Jahre überholt.
Dieses Ranking vergleicht klar abgegrenzte, in Betrieb befindliche Solarparks und Solar-Kraftwerksprojekte nach installierter Nennleistung. Großräumige Entwicklungszonen mit Dutzenden voneinander unabhängigen Kraftwerken – etwa der inzwischen riesige Talatan-Solarcluster in Qinghai – werden nicht als einzelner Solarpark gewertet. Photovoltaik bildet fast überall die technische Grundlage; beim Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park wird zusätzlich solarthermische CSP-Leistung berücksichtigt, weil sie Bestandteil desselben offiziell geführten Solarparks ist. Bei Leistungsgleichstand entscheidet der frühere nachgewiesene Vollbetrieb beziehungsweise die eindeutigere Projektabgrenzung. Datenstand: August 2026. Der Artikel gehört zur Kategorie Technik.
So wurde gewertet
Hauptkriterium ist die tatsächlich installierte und netzgekoppelte Solarleistung in Megawatt beziehungsweise Gigawatt. Geplante Erweiterungen werden nur als Zusatzinformation genannt. Regionale Solarbasen, in denen zahlreiche eigenständige Betreiber und Projekte lediglich räumlich zusammengefasst werden, bleiben ausgeschlossen, weil sie mit einem einzelnen Kraftwerk nicht sinnvoll vergleichbar sind. Die Rangliste berücksichtigt Photovoltaik und eindeutig einem Solarpark zugeordnete solarthermische Leistung. Zusätzlich werden Fläche, Modulzahl, Stromproduktion, Speicher, Übertragungstechnik, Inbetriebnahme und technologische Besonderheiten verglichen. Leistungsangaben können als AC- oder DC-Nennwerte publiziert sein; deshalb sind kleinere Unterschiede zwischen Quellen möglich. Datenstand: August 2026.
Übersicht
- Ruoqiang PV Project – China
- Lingwu Solar Project – China
- Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park – VAE
- Midong Solar Project – China
- Ningxia Tenggeli Solar Project – China
- Golmud Wutumeiren Solar Complex – China
- Mengxi Blue Ocean PV Station – China
- Bhadla Solar Park – Indien
- Huanghe Hydropower Hainan Solar Park – China
- Pavagada Solar Park – Indien
| Rang | Solarpark | Land | Leistung | Technik | Fläche | Module | Vollbetrieb | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Ruoqiang PV Project | China | 4.000 MW | HJT-Photovoltaik | großflächiges Wüstenprojekt | 1.280 PV-Arrays | 2024 | 4-GW-Heterojunction-Projekt am Taklamakan |
| 2 | Lingwu Solar Project | China | 4.000 MW | Photovoltaik | Teil einer 120-km²-Bergbaufolgelandschaft | mehrere Millionen | 2026 | größtes chinesisches PV-Projekt auf Bergbausenkungsflächen |
| 3 | Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park | VAE | 3.860 MW | PV + CSP | Wüstenstandort | mehrere Millionen | laufender Phasenausbau | 700 MW CSP plus großer PV-Anteil |
| 4 | Midong Solar Project | China | 3.500 MW | Photovoltaik | ca. 133 km² | über 5 Mio. | 2024 | bei Netzanschluss größtes Einzel-PV-Kraftwerk der Welt |
| 5 | Ningxia Tenggeli Desert Solar Project | China | 3.000 MW | Photovoltaik | Wüstenregion | Millionen Module | vor 2024 | einer der ersten chinesischen 3-GW-Solarparks |
| 6 | Golmud Wutumeiren Solar Complex | China | 3.000 MW | Photovoltaik | Qinghai-Hochland | Millionen Module | vor 2024 | 3-GW-Komplex im extrem sonnenreichen Westchina |
| 7 | Mengxi Blue Ocean PV Station | China | 3.000 MW | Photovoltaik | ca. 70 km² | über 5,9 Mio. | 2024 | Solarstrom auf ehemaligem Kohleabbaugebiet |
| 8 | Bhadla Solar Park | Indien | 2.245 MW | Photovoltaik | ca. 56 km² | mehrere Millionen | phasenweise bis 2020 | Indiens langjähriger Solarpark-Rekordhalter |
| 9 | Huanghe Hydropower Hainan Solar Park | China | 2.200 MW | PV + Batteriespeicher | Großprojekt in Qinghai | Millionen Module | 2020 | 202,9 MWh Batteriespeicher und UHV-Fernleitung |
| 10 | Pavagada Solar Park | Indien | 2.050 MW | Photovoltaik | ca. 53 km² | mehrere Millionen | 2019/2020 | Land wird überwiegend von Bauern langfristig verpachtet |
1. Ruoqiang PV Project: Vier Gigawatt am Rand der Taklamakan-Wüste
Rang: 1 Weltspitze
Ende 2024 verschob sich der Maßstab großer Photovoltaikanlagen erneut. In Ruoqiang im Südosten Xinjiangs ging ein 4.000-Megawatt-PV-Projekt ans Netz. Damit erreicht Ruoqiang gemeinsam mit dem später fertiggestellten Lingwu-Projekt die höchste klar dokumentierte Nennleistung eines einzelnen Solarprojekts in diesem Ranking. Den ersten Platz erhält Ruoqiang, weil der vollständige Netzanschluss bereits Ende 2024 erfolgte – mehr als ein Jahr vor Lingwu.
Technisch ist der Park besonders interessant, weil in großem Maßstab Heterojunction-Module (HJT) eingesetzt werden. Diese kombinieren kristallines Silizium mit dünnen amorphen Siliziumschichten und können hohe Wirkungsgrade, gute Temperaturkoeffizienten und eine hohe bifaziale Ausbeute erreichen. Huasun lieferte allein 1,8 Gigawatt HJT-Module. Der Gesamtpark besteht aus 1.280 Erzeugungsfeldern und vier 220-kV-Umspannwerken. Die Konstruktionen stehen teilweise mehrere Meter über dem Boden. Dadurch soll die Luftzirkulation verbessert und zugleich eine ökologisch verträglichere Nutzung des Wüstenbodens ermöglicht werden. Gerade in Xinjiang ist die Netzfrage entscheidend: Die Sonneneinstrahlung ist hervorragend, die großen Verbrauchszentren Chinas liegen jedoch Tausende Kilometer entfernt. Ruoqiang ist deshalb nicht nur ein Solarpark, sondern Teil eines viel größeren Systems aus Erzeugung und Hochspannungsübertragung.
- 4.000 MW installierte Photovoltaikleistung.
- Vollständiger Netzanschluss Ende 2024.
- Huasun lieferte allein 1,8 GW Heterojunction-Module.
- Land
- China
- Region
- Ruoqiang, Xinjiang
- Installierte Leistung
- 4.000 MW
- Technologie
- Photovoltaik, hoher HJT-Anteil
- PV-Arrays
- 1.280
- Umspannwerke
- 4 × 220 kV
- HJT-Lieferung Huasun
- 1.800 MW
- Netzanschluss
- Ende 2024
- Landschaft
- südöstlicher Rand der Taklamakan-Wüste
- Besonderheit
- eines der weltweit größten klar abgegrenzten Einzel-PV-Projekte
- Quelle
- Huasun Energy – Ruoqiang PV Project :contentReference[oaicite:0]{index=0}
2. Lingwu Solar Project: Vier Gigawatt auf ehemaligem Kohleabbaugebiet
Rang: 2 Transformation
Der zweite Vier-Gigawatt-Gigant erzählt eine besonders symbolträchtige Geschichte der Energiewende. Das Lingwu-Solarprojekt in Ningxia steht auf Flächen, die durch jahrzehntelangen Kohlebergbau abgesunken und wirtschaftlich nur eingeschränkt nutzbar waren. Im Februar 2026 wurde die zweite Zwei-Gigawatt-Phase vollständig in den kommerziellen Betrieb übergeben. Damit erreicht der Standort 4.000 Megawatt und liegt nach Leistung exakt gleichauf mit Ruoqiang.
Lingwu ist zugleich Teil eines größeren sechs Gigawatt starken Bergbaufolgeprogramms. Neben dem Vier-Gigawatt-Standort existiert in Ningdong ein weiteres Zwei-Gigawatt-Projekt. Für das Ranking werden diese Standorte bewusst nicht addiert. Technisch bemerkenswert ist die Kombination unterschiedlicher Montagesysteme: starre Unterkonstruktionen, flexible Träger und einachsige Tracker müssen mit schwierigen Bodenverhältnissen und möglichen weiteren Setzungen umgehen. Drohnen und automatische Reinigungsroboter übernehmen einen Teil der Kontrolle und Wartung. Hinzu kommt Speichertechnik: Für den Gesamtkomplex sind 600 MW beziehungsweise 1.200 MWh Batteriespeicher vorgesehen, von denen 400 MW/800 MWh bereits fertiggestellt wurden. Die Energie wird über eine ±800-kV-HGÜ-Verbindung Richtung Zhejiang transportiert. Lingwu verdeutlicht damit, wie moderne Solargroßprojekte Erzeugung, Speicher, Fernübertragung und Flächenrekultivierung gleichzeitig lösen müssen.
- 4.000 MW am Standort Lingwu vollständig in Betrieb.
- Die zweite 2-GW-Phase wurde am 28. Februar 2026 kommerziell übernommen.
- Das Projekt nutzt ehemalige Kohlebergbau-Senkungsflächen.
- Land
- China
- Region
- Lingwu, Ningxia
- Installierte Leistung
- 4.000 MW
- Phase II
- 2.000 MW
- Vollbetrieb
- 28. Februar 2026
- Technologie
- Photovoltaik
- Gesamtprojekt Lingwu + Ningdong
- 6.000 MW
- Geplanter Speicher
- 600 MW / 1.200 MWh
- Fertiggestellter Speicher
- 400 MW / 800 MWh
- Netz
- ±800-kV-Lingzhou–Shaoxing-HGÜ
- Besonderheit
- Solarpark auf bergbaubedingten Senkungsflächen
- Quelle
- CHN Energy – Lingwu Solar Project :contentReference[oaicite:1]{index=1}
3. Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park: 3,86 Gigawatt und noch lange nicht fertig
Rang: 3 Hybrid-Solarpark
Der Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park bei Dubai unterscheidet sich technisch von den chinesischen Spitzenreitern. Seine aktuell 3.860 Megawatt Produktionskapazität bestehen überwiegend aus Photovoltaik, enthalten aber auch 700 Megawatt konzentrierende Solarthermie. Weil beide Technologien Bestandteil desselben offiziell abgegrenzten Solarparks sind, wird die gesamte Solarleistung gewertet. Damit erreicht Dubai Rang drei.
Die Entwicklung begann ausgesprochen klein: Die erste Phase von 2013 lieferte lediglich zehn Megawatt. 2017 folgten 200 MW, 2020 weitere 800 MW. Die vierte Phase kombinierte 250 MW Photovoltaik mit 700 MW CSP. Der solarthermische Teil besitzt einen mehr als 263 Meter hohen Solarturm und insgesamt 5.907 MWh thermische Speicherkapazität. Dadurch kann gespeicherte Sonnenwärme noch Stunden nach Sonnenuntergang Strom erzeugen – ein fundamentaler Unterschied zu einem reinen PV-Park ohne Batterie. Mit der fünften und sechsten Phase wächst der Park weiter. DEWA plant inzwischen mehr als acht Gigawatt bis 2030; Phase sieben soll zusätzlich zwei Gigawatt PV und einen 1,4-GW-Batteriespeicher mit sechs Stunden Speicherdauer erhalten. Der heutige dritte Platz ist deshalb wahrscheinlich nur eine Zwischenstation.
- Aktuell 3.860 MW Gesamt-Solarleistung.
- Davon umfasst Phase 4 allein 700 MW CSP und 250 MW PV.
- Bis 2030 soll die Gesamtleistung auf mehr als 8.000 MW wachsen.
- Land
- Vereinigte Arabische Emirate
- Emirat
- Dubai
- Aktuelle Kapazität
- 3.860 MW
- Technologie
- Photovoltaik + CSP
- CSP-Leistung
- 700 MW
- CSP-Turm
- 263,126 m
- Thermischer Speicher
- 5.907 MWh
- Start
- 2013 mit 10 MW
- Ziel 2030
- mehr als 8.000 MW
- Phase 7
- 2.000 MW PV + 1.400 MW Batteriespeicher geplant
- Besonderheit
- einer der größten Solarparks mit kombinierter PV- und CSP-Technik
- Quelle
- Dubai Electricity and Water Authority :contentReference[oaicite:2]{index=2}
4. Midong Solar Project: 3,5 Gigawatt und mehr als fünf Millionen Module
Rang: 4 Rekord 2024
Als das Midong-Projekt bei Ürümqi im Juni 2024 ans Netz ging, bezeichnete Reuters es auf Grundlage chinesischer Staatsangaben als größten Solarpark der Welt. Seine installierte Leistung beträgt 3,5 Gigawatt. Nur wenige Monate später übernahm Ruoqiang mit vier Gigawatt die Führung, und 2026 kam Lingwu hinzu. Midong ist damit ein eindrucksvolles Beispiel für das Tempo, mit dem Solarrekorde inzwischen gebrochen werden.
Das Kraftwerk liegt in einer trockenen Region Xinjiangs und umfasst ungefähr 32.947 Acres, also rund 133 Quadratkilometer. Mehr als fünf Millionen bifaziale Module wurden installiert. Bei bifazialen Solarzellen kann nicht nur die Vorderseite direktes Sonnenlicht nutzen; auch reflektierte Strahlung von der Rückseite trägt zur Produktion bei. Gerade helle Wüsten- und Steppenböden können dadurch zusätzliche Energie liefern. Die erwartete Jahresproduktion beträgt rund 6,09 Milliarden Kilowattstunden. Rechnerisch entspricht das einem Kapazitätsfaktor von knapp 20 Prozent – typisch für ein großes PV-Kraftwerk ohne nächtliche Erzeugung. Midong zeigt zudem die chinesische Herausforderung der Geographie: Die besten Flächen liegen im Westen, während besonders viel Strom im dicht besiedelten Osten benötigt wird. Leistungsfähige Übertragungsnetze sind deshalb ebenso wichtig wie die Module selbst.
- 3.500 MW Photovoltaikleistung.
- Rund 133 Quadratkilometer Projektfläche.
- Prognostizierte Jahreserzeugung: etwa 6,09 Milliarden kWh.
- Land
- China
- Region
- Midong, Ürümqi, Xinjiang
- Installierte Leistung
- 3.500 MW
- Netzanschluss
- 3. Juni 2024
- Fläche
- ca. 32.947 Acres / rund 133 km²
- Technologie
- Photovoltaik
- Module
- mehr als 5 Mio.
- Erwartete Jahresproduktion
- ca. 6,09 Mrd. kWh
- Standorttyp
- Wüsten- und Trockenregion
- Besonderheit
- bei Inbetriebnahme größtes Einzel-Solarkraftwerk der Welt
- Quelle
- Reuters – Midong Solar Project :contentReference[oaicite:3]{index=3}
5. Ningxia Tenggeli: Der chinesische Drei-Gigawatt-Solarpark in der Wüste
Rang: 5 Wüstentechnik
Bevor Midong 2024 die Rekordmarke auf 3,5 Gigawatt anhob, lagen zwei chinesische Solargroßprojekte mit jeweils 3.000 Megawatt an der Weltspitze. Eines davon ist der Ningxia-Tenggeli-Komplex in Westchina. Reuters führte das Projekt bei der Inbetriebnahme Midongs ausdrücklich als eine der beiden zuvor größten operativen Solaranlagen der Erde. Seine drei Gigawatt sichern ihm Rang fünf.
Der Standort liegt in einem Gebiet, das für Solartechnik gleichzeitig ideal und schwierig ist. Hohe Sonneneinstrahlung und große, dünn besiedelte Flächen ermöglichen Millionen Module, doch Sand, Staub und große Temperaturunterschiede erhöhen den Wartungsaufwand. Staub auf Modulen kann die Stromproduktion spürbar reduzieren, weshalb Reinigungsstrategien bei chinesischen Wüstenparks inzwischen ebenso wichtig sind wie Wechselrichter oder Modulwirkungsgrade. Der Ausbau solcher Anlagen verfolgt außerdem eine zweite Strategie: Photovoltaikfelder können Windgeschwindigkeiten am Boden verringern und werden teilweise mit Begrünung oder Weidenutzung kombiniert. Technisch bleibt die Stromübertragung die zentrale Aufgabe. Die Wüstengebiete Ningxias liegen weit von den größten chinesischen Lastzentren entfernt. Das Projekt steht daher exemplarisch für Chinas Kombination aus riesigen Erzeugungsbasen und einem immer stärker ausgebauten Ultra-Hochspannungsnetz.
- 3.000 MW installierte Solarleistung.
- Bereits vor dem Midong-Projekt vollständig in Betrieb.
- Großstandort in einer trockenen Wüstenregion Westchinas.
- Land
- China
- Region
- Ningxia
- Installierte Leistung
- 3.000 MW
- Technologie
- Photovoltaik
- Standort
- Wüstenregion
- Status
- operativ
- Rekordstatus
- vor Midong eines der zwei größten operativen Solarprojekte
- Kernproblem
- Staub, Entfernung zu Verbrauchszentren und Netzanbindung
- Besonderheit
- früher chinesischer Schritt in den 3-GW-Maßstab
- Quelle
- Reuters – Ningxia Tenggeli :contentReference[oaicite:4]{index=4}
6. Golmud Wutumeiren: Drei Gigawatt Solarstrom auf dem Qinghai-Plateau
Rang: 6 Hochland
Der zweite Drei-Gigawatt-Rekordhalter liegt in Qinghai. Reuters nennt den Golmud-Wutumeiren-Solarkomplex gemeinsam mit Ningxia Tenggeli als eine der beiden Anlagen, die vor Midong mit jeweils 3.000 Megawatt an der Weltspitze lagen. Bei identischer Nennleistung entscheidet hier lediglich die Reihenfolge der früher dokumentierten Großprojekte über Rang fünf und sechs; technisch befinden sich beide in derselben Leistungsklasse.
Qinghai besitzt für Photovoltaik außergewöhnlich gute Voraussetzungen. Die Region liegt hoch, ist trocken und weist eine starke direkte Sonneneinstrahlung auf. Niedrige Temperaturen können den elektrischen Wirkungsgrad kristalliner Siliziummodule zusätzlich verbessern, weil Solarzellen bei großer Hitze weniger effizient arbeiten. Gleichzeitig ist das Hochland nur dünn besiedelt. Das schafft Raum, verschärft aber – ähnlich wie in Xinjiang – das Problem der Stromübertragung. Qinghai wurde deshalb zu einem Versuchsfeld für chinesische Ultra-Hochspannungsleitungen, die erneuerbaren Strom über Entfernungen von weit mehr als 1.000 Kilometern transportieren. Die Region kombiniert inzwischen Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft und Speicher. Dadurch können unterschiedliche Erzeugungsprofile zumindest teilweise ausgeglichen werden. Wutumeiren ist somit nicht nur wegen seiner drei Gigawatt bemerkenswert, sondern als Baustein eines zunehmend hybriden Energiesystems.
- 3.000 MW installierte Leistung.
- Liegt im sonnenreichen Hochland der Provinz Qinghai.
- Gehörte vor Midong zu den zwei größten operativen Solarprojekten weltweit.
- Land
- China
- Provinz
- Qinghai
- Region
- Golmud / Wutumeiren
- Installierte Leistung
- 3.000 MW
- Technologie
- Photovoltaik
- Klima
- trockenes, sonnenreiches Hochland
- Status
- operativ
- Netzkontext
- Fernübertragung aus Westchina
- Vergleich
- gleiche Leistung wie Ningxia Tenggeli und Mengxi Blue Ocean
- Besonderheit
- Groß-PV-Anlage auf dem Qinghai-Plateau
- Quelle
- Reuters – Golmud Wutumeiren :contentReference[oaicite:5]{index=5}
7. Mengxi Blue Ocean: 5,9 Millionen Module auf ehemaligem Kohleland
Rang: 7 3-GW-Projekt
Im November 2024 ging in der Inneren Mongolei ein Solarpark ans Netz, der schon aufgrund seiner Modulzahl aus dem Rahmen fällt: Die Mengxi Blue Ocean Photovoltaic Power Station besitzt mehr als 5,9 Millionen Solarmodule und eine installierte Leistung von drei Gigawatt. Damit liegt sie nominell gleichauf mit Ningxia Tenggeli und Golmud Wutumeiren. Weil diese beiden Anlagen bereits früher als operative 3-GW-Rekordhalter dokumentiert waren, erreicht Mengxi Rang sieben.
Auf ungefähr 70 Quadratkilometern entstand das Projekt auf Flächen, die zuvor durch Kohleabbau geprägt wurden. Diese Standortwahl ist energiewirtschaftlich bemerkenswert: Statt neue unberührte Flächen zu erschließen, wird industriell verändertes Land für erneuerbare Stromerzeugung weitergenutzt. Die erwartete Jahresproduktion liegt bei ungefähr 5,7 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht rechnerisch einem Kapazitätsfaktor von knapp 22 Prozent. Zwischen den Modulen werden außerdem Pflanzen zur Sandfixierung und Futtergewächse angebaut; Weidenutzung soll an geeigneten Stellen möglich bleiben. Technisch interessant ist auch ein neuartiges Erdungsmaterial auf Basis einer seltenen Erdmetalllegierung, mit dem die Kosten in diesem Bereich nach Projektangaben deutlich reduziert wurden. Mengxi steht damit für die zunehmend integrierte chinesische Strategie aus Solarstrom, Bodensanierung und landwirtschaftlicher Nutzung.
- 3.000 MW Photovoltaikleistung.
- Mehr als 5,9 Millionen Solarmodule auf rund 70 km².
- Geplante Jahresproduktion etwa 5,7 Milliarden kWh.
- Land
- China
- Region
- Innere Mongolei
- Installierte Leistung
- 3.000 MW
- Fläche
- ca. 70 km²
- Solarmodule
- mehr als 5,9 Mio.
- Jahresproduktion
- ca. 5,7 Mrd. kWh
- Inbetriebnahme
- November 2024
- Investition
- ca. 12 Mrd. RMB
- Vorherige Nutzung
- Kohleabbaugebiet
- Besonderheit
- Solarstrom, Sandfixierung und Weidenutzung auf derselben Fläche
- Quelle
- Solar Energy Association of Ukraine – Mengxi Blue Ocean :contentReference[oaicite:6]{index=6}
8. Bhadla Solar Park: 2.245 Megawatt in der indischen Thar-Wüste
Rang: 8 Indien-Rekord
Bevor Chinas neue Wüstenprojekte in die Drei- und Vier-Gigawatt-Klasse vorstießen, galt Bhadla jahrelang als Symbol für die größten Solarparks der Erde. Die staatliche Solar Energy Corporation of India führt für den Park in Rajasthan 2.245 Megawatt Leistung. Damit bleibt Bhadla einer der größten klar abgegrenzten Solarparks außerhalb Chinas und erreicht im aktuellen Ranking Rang acht.
Die Anlage liegt in der Thar-Wüste, wo extreme Sonneneinstrahlung auf hohe Temperaturen und Staub trifft. Für Photovoltaik ist das eine ambivalente Kombination. Viel Sonne erhöht den Energieertrag, starke Hitze reduziert jedoch den Wirkungsgrad der Module. Hinzu kommt Verschmutzung durch Sand, weshalb Reinigungsverfahren und möglichst geringer Wasserverbrauch entscheidend sind. Bhadla wurde nicht von einem einzigen Entwickler errichtet, sondern in mehreren Phasen und Teilfeldern aufgebaut. Dadurch entstand ein Solarparkmodell, das Indien später auch an anderen Standorten übernahm: Der Staat beziehungsweise spezielle Parkgesellschaften stellen Land, Netzanschlüsse und gemeinsame Infrastruktur bereit, während verschiedene Stromproduzenten einzelne Blöcke entwickeln. Besonders wichtig war Bhadla auch für die Kostenentwicklung. Ausschreibungen im Park gehörten mehrfach zu den günstigsten Solarstromangeboten Indiens und zeigten, wie stark Photovoltaikkosten innerhalb eines Jahrzehnts gefallen waren.
- 2.245 MW bestätigte Solarparkleistung.
- Liegt in der extrem trockenen Thar-Wüste von Rajasthan.
- In mehreren Phasen und von verschiedenen Projektentwicklern errichtet.
- Land
- Indien
- Bundesstaat
- Rajasthan
- Standort
- Bhadla
- Installierte Leistung
- 2.245 MW
- Technologie
- Photovoltaik
- Fläche
- rund 56 km²
- Klima
- heiß und extrem trocken
- Entwicklung
- mehrere Projektphasen
- Betreiberstruktur
- mehrere unabhängige Erzeuger innerhalb des Solarparks
- Besonderheit
- langjähriger indischer und internationaler Solarpark-Rekordhalter
- Quelle
- Solar Energy Corporation of India :contentReference[oaicite:7]{index=7}
9. Huanghe Hydropower Hainan Solar Park: 2,2 Gigawatt mit Batteriespeicher
Rang: 9 Solar + Speicher
Als Huanghe Hydropower Development das Projekt 2020 ans Netz brachte, gehörte es zu den größten Solarparks weltweit. Die 2.200 Megawatt Photovoltaikleistung reichen 2026 noch für Rang neun. Besonders bemerkenswert war damals die Kombination mit einem Batteriespeicher von rund 202,9 MW beziehungsweise 202,9 MWh. Speicher dieser Größenordnung waren bei Solarparks Anfang der 2020er-Jahre noch deutlich seltener als heute.
Der Standort liegt in Qinghai, einer Region mit hervorragenden Solarressourcen, aber geringer lokaler Stromnachfrage. Deshalb gehört zum Gesamtkonzept eine fast 1.600 Kilometer lange Ultra-Hochspannungsleitung Richtung Ostchina. Dieses Detail ist entscheidend: Ein Solarpark produziert nur dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn sein Strom zur richtigen Zeit einen Verbraucher erreicht oder zwischengespeichert werden kann. Bei zunehmender Photovoltaikleistung entsteht mittags häufig ein Überschuss, während nach Sonnenuntergang die Erzeugung abrupt wegfällt. Batterie- und Wasserkraftsysteme in Qinghai sollen solche Schwankungen abfedern. Das 2,2-GW-Projekt war zugleich Bestandteil einer wesentlich größeren geplanten erneuerbaren Energiezone aus Photovoltaik, Windkraft, Solarthermie und Speichern. Für die Rangfolge zählt jedoch ausschließlich das konkret fertiggestellte 2,2-GW-Solarkraftwerk – nicht das größere regionale Ausbauprogramm.
- 2.200 MW Photovoltaikleistung.
- Zusätzlich rund 202,9 MW/202,9 MWh Batteriespeicher.
- Strom kann über eine fast 1.600 Kilometer lange UHV-Leitung nach Osten transportiert werden.
- Land
- China
- Provinz
- Qinghai
- Installierte PV-Leistung
- 2.200 MW
- Inbetriebnahme
- 2020
- Batterieleistung
- 202,9 MW
- Batteriekapazität
- 202,9 MWh
- Technologie
- Photovoltaik + Batteriespeicher
- Fernleitung
- rund 1.600 km UHV-Verbindung
- Investitionsgröße
- etwa 2,2 Mrd. US-Dollar laut Projektberichten
- Besonderheit
- frühe Kombination eines Multi-GW-Solarparks mit Großbatterie
- Quelle
- Balkan Green Energy News – Huanghe Hydropower :contentReference[oaicite:8]{index=8}
10. Pavagada Solar Park: 2.050 Megawatt auf gepachtetem Bauernland
Rang: 10 Landmodell
Pavagada im südindischen Bundesstaat Karnataka beendet die Top 10 mit einer installierten Leistung von 2.050 Megawatt. Damit liegt der Park nur knapp hinter Huanghe Hydropower Hainan und ungefähr 195 Megawatt hinter Bhadla. Seine wichtigste Besonderheit ist jedoch weniger die Technik als das Flächenmodell, mit dem ein klassisches Problem großer Solarparks entschärft werden sollte.
Statt zehntausende Hektar landwirtschaftliche Fläche vollständig aufzukaufen, setzte die Projektgesellschaft zu einem großen Teil auf langfristige Pachtverträge mit lokalen Grundstückseigentümern. Bauern behalten dadurch ihr Eigentum und erhalten regelmäßige Einnahmen. Dieses Konzept sollte Landkonflikte reduzieren, die bei großen indischen Infrastrukturprojekten häufig auftreten. Der Park verteilt sich über ungefähr 53 Quadratkilometer im trockenen Distrikt Tumakuru. Mehrere Projektentwickler betreiben eigene Blöcke, während gemeinsame Infrastruktur und Netzanschluss zentral organisiert werden. Die starke Sonneneinstrahlung Karnatakas sorgt für gute Erträge, gleichzeitig bleiben Staub, Hitze und Flächenmanagement technische Herausforderungen. Pavagada wurde in den späten 2010er-Jahren zu einem wichtigen Baustein der indischen Solarstrategie und demonstrierte, dass Großprojekte nicht zwingend ein einziges Kraftwerksunternehmen benötigen. Mit 2,05 Gigawatt schafft es der Park knapp vor dem 2-GW-Al-Dhafra-Projekt in Abu Dhabi in die Top 10.
- 2.050 MW installierte Leistung nach offizieller SECI-Angabe.
- Ungefähr 53 Quadratkilometer Projektfläche.
- Große Teile der benötigten Flächen werden langfristig von lokalen Eigentümern gepachtet.
- Land
- Indien
- Bundesstaat
- Karnataka
- Region
- Pavagada, Tumakuru
- Installierte Leistung
- 2.050 MW
- Technologie
- Photovoltaik
- Fläche
- ca. 53 km²
- Projektstruktur
- mehrere Erzeugungsblöcke
- Flächenmodell
- langfristige Pacht statt vollständigem Landkauf
- Vergleich
- 50 MW größer als Al Dhafra
- Besonderheit
- wegweisendes Landpachtmodell für indische Solarparks
- Quelle
- Solar Energy Corporation of India :contentReference[oaicite:9]{index=9}
Häufige Fragen zu den größten Solarparks der Welt
Welcher ist der größte Solarpark der Welt?
Unter den klar abgegrenzten Einzelprojekten dieses Rankings erreichen Ruoqiang in Xinjiang und Lingwu in Ningxia jeweils 4.000 Megawatt Photovoltaikleistung. Ruoqiang steht auf Rang eins, weil der vollständige Netzanschluss bereits Ende 2024 erfolgte, während Lingwu seine vier Gigawatt im Februar 2026 vollständig erreichte.
Warum ist der riesige Talatan-Solarpark nicht auf Platz eins?
Talatan in Qinghai ist inzwischen eine gewaltige Solarentwicklungszone mit vielen eigenständigen Kraftwerken und Betreibern. Für dieses Ranking werden solche regionalen Cluster nicht einfach zusammengerechnet, weil sie sonst mit einzelnen Solarparks und Kraftwerksprojekten nicht vergleichbar wären. Gewertet werden möglichst klar abgegrenzte Anlagen beziehungsweise einheitlich geführte Solarparks.
Welcher ist der größte Solarpark außerhalb Chinas?
Nach der verwendeten Definition ist der Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park in Dubai mit 3.860 Megawatt der größte nicht-chinesische Solarpark. Allerdings enthält dieser Wert neben Photovoltaik auch 700 Megawatt solarthermische CSP-Leistung. Unter reinen PV-Großparks gehört Bhadla in Indien mit 2.245 Megawatt zu den größten außerhalb Chinas.
Warum ist Al Dhafra mit 2 Gigawatt nicht in der Top 10?
Al Dhafra bei Abu Dhabi war bei seiner Einweihung 2023 der größte einzelne Solar-PV-Standort seiner Art und besitzt rund vier Millionen bifaziale Module. Inzwischen liegt Pavagada mit 2.050 Megawatt knapp davor und besetzt Rang zehn. Al Dhafra verpasst diese Rangliste somit nur um etwa 50 Megawatt. :contentReference[oaicite:10]{index=10}
Wie viel Strom erzeugt ein Solarpark mit vier Gigawatt?
Die Nennleistung von vier Gigawatt wird nur unter geeigneten Einstrahlungsbedingungen erreicht. Ein Solarpark mit einem Kapazitätsfaktor von beispielsweise 20 Prozent würde rechnerisch rund sieben Terawattstunden Strom im Jahr erzeugen. Die tatsächliche Produktion hängt von Sonneneinstrahlung, Temperatur, Verschattung, Staub, technischen Verlusten, Abregelung und Verfügbarkeit des Stromnetzes ab.







