Die 10 größten Vulkane der Welt

Die 10 größten Vulkane der Welt

148.000 Kubikkilometer Vulkangestein – und fast nichts davon ist über dem Meer zu sehen: Der größte Vulkan der Erde ist kein klassischer Feuerberg mit perfektem Kegel, sondern ein fast vollständig versunkener Schildvulkan im Pazifik. Genau deshalb ist die Frage nach den größten Vulkanen der Welt komplizierter, als ein Blick auf Höhenangaben vermuten lässt. Dieses Ranking gewichtet vor allem das Volumen des gesamten Vulkangebäudes. Wo dieses wissenschaftlich nicht zuverlässig vergleichbar ist, werden zusätzlich Basisfläche, Höhe vom geologischen Fuß bis zum Gipfel und außergewöhnliche Rekordmerkmale berücksichtigt. Dadurch stehen die gewaltigen hawaiischen Schildvulkane weit vor schlankeren Stratovulkanen der Anden. Gleichzeitig enthält die Liste Rekordhalter wie den höchsten aktiven Vulkan Ojos del Salado, den riesigen Kilimandscharo und den Ätna. Der lange Zeit als größter Vulkan geltende Tamu Massif erhält einen Sonderplatz, weil neuere Forschung seine Einordnung als einzelner Schildvulkan infrage stellt. Datenstand: September 2026.

So wurde gewertet

Das Hauptkriterium ist die physische Größe des Vulkangebäudes, bevorzugt gemessen als Gesamtvolumen einschließlich untermeerischer und durch das Gewicht des Vulkans abgesunkener Bereiche. Da solche Modellrechnungen nur für einen Teil der Vulkane vorliegen, werden bei anderen Giganten Basisfläche, Durchmesser und tatsächliche Höhe über dem geologischen Untergrund ergänzend berücksichtigt. Höhen über dem Meeresspiegel allein entscheiden ausdrücklich nicht über die Platzierung: Ein hoher Andenvulkan kann volumenmäßig wesentlich kleiner sein als ein flach auslaufender Schildvulkan. Vulkanische Plateaus und ganze Vulkanketten wurden ausgeschlossen. Der Tamu Massif wird wegen seiner historischen Rekordstellung aufgenommen, aber mit dem aktuellen wissenschaftlichen Streit über seine Entstehung gekennzeichnet.

Übersicht

  1. Pūhāhonu, Hawaii
  2. Mauna Loa, Hawaii
  3. Tamu Massif, Pazifik
  4. Mauna Kea, Hawaii
  5. Haleakalā, Hawaii
  6. Kilimandscharo, Tansania
  7. Mount Elgon, Uganda/Kenia
  8. Teide-Pico Viejo, Teneriffa
  9. Ojos del Salado, Chile/Argentinien
  10. Ätna, Italien
Rang Vulkan Typ Hauptkennzahl Gipfelhöhe Status/Besonderheit
1 Pūhāhonu Schildvulkan ca. 148.000 ± 29.000 km³ nur kleine Felsen über Meer größter bekannter Schildvulkan nach Volumen
2 Mauna Loa Schildvulkan mind. 75.000 km³, neuere Modelle bis ca. 95.600 km³ 4.169 m größter aktiver Vulkan der Erde
3 Tamu Massif riesiges submarines Vulkanmassiv Fläche etwa in Größenordnung New Mexicos untermeerisch Einordnung als einzelner Schildvulkan heute umstritten
4 Mauna Kea Schildvulkan ca. 42.000 km³ 4.207 m vom Meeresboden rund 9 km hoch
5 Haleakalā Schildvulkan ca. 30.000 km³ 3.055 m rund 97 % des Volumens unter Wasser
6 Kilimandscharo Vulkankomplex ca. 3.885 km² Gesamtfläche 5.895 m größte freistehende Vulkanmasse der Welt laut UNESCO
7 Mount Elgon erloschener Schild-/Vulkankomplex ca. 4.000 km² Basisfläche 4.321 m größte Vulkanbasis der Welt laut UNESCO
8 Teide-Pico Viejo Stratovulkan-Komplex ca. 7.500 m über dem Meeresboden 3.718 m dritthöchste Vulkanstruktur der Welt
9 Ojos del Salado Stratovulkan-Komplex höchster aktiver Vulkan 6.879 m Anden-Rekord
10 Ätna Stratovulkan ca. 1.250 km² Fläche 3.357 m Europas größter und höchster aktiver Vulkan

1. Pūhāhonu – der größte Schildvulkan der Erde liegt fast vollständig unter Wasser

Rang: 1 Volumenrekord

Von Pūhāhonu ist an der Meeresoberfläche kaum etwas zu erkennen. Nur die Gardner Pinnacles ragen als kleine Felsreste aus dem Pazifik nordwestlich der Hauptinseln Hawaiis. Darunter verbirgt sich jedoch ein Vulkan von gewaltigen Dimensionen. Eine 2020 veröffentlichte Studie kombinierte neue Tiefenkarten, Gravimetrie und Gesteinsanalysen und kam auf ein Gesamtvolumen von rund 148.000 ± 29.000 Kubikkilometern. Damit besitzt Pūhāhonu ungefähr doppelt so viel Vulkangestein wie Mauna Loa in derselben Modellstudie.

Der Rekord ist umso erstaunlicher, weil nur ungefähr ein Drittel des Vulkangebäudes oberhalb des ursprünglichen Meeresbodenniveaus liegt. Das enorme Gewicht hat die ozeanische Kruste abgesenkt, wodurch ein großer Teil des Vulkans gewissermaßen in den Untergrund eingesunken ist. Pūhāhonu entstand vor ungefähr 12,5 bis 14,1 Millionen Jahren und ist längst erloschen. Chemische Analysen seiner Lava lieferten zudem Hinweise auf außergewöhnlich hohe Schmelztemperaturen im damaligen hawaiischen Mantelplume. Rang eins erhält Pūhāhonu deshalb nicht wegen Höhe oder heutiger Sichtbarkeit, sondern wegen des Volumens des gesamten Schildes – ein Rekord, der Mauna Loas jahrzehntelange Spitzenposition ablöste.

  • Geschätztes Volumen: etwa 148.000 ± 29.000 km³.
  • Alter: ungefähr 12,5 bis 14,1 Millionen Jahre.
  • Nur ein kleiner Teil des Vulkans ist heute über dem Meer sichtbar.
  • Der Vulkan gehört zur nordwestlichen Hawaii-Kette.
Name
Pūhāhonu
Typ
Schildvulkan
Volumen
ca. 148.000 ± 29.000 km³
Alter
ca. 12,5–14,1 Mio. Jahre
Lage
Nordwestliche Hawaii-Kette, Pazifik
Status
erloschen
Rekord
größter bekannter Schildvulkan der Erde nach berechnetem Volumen
Quelle
University of Hawaiʻi

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2. Mauna Loa – der größte aktive Vulkan unseres Planeten

Rang: 2 größter aktiver Vulkan

Mauna Loa sieht vom Boden aus weniger dramatisch aus als viele steile Stratovulkane. Seine Flanken steigen über Dutzende Kilometer nur sanft an. Genau diese Breite macht ihn jedoch gigantisch. Der Schildvulkan nimmt einen erheblichen Teil der Insel Hawaiʻi ein; allein seine sichtbare Landfläche beträgt ungefähr 5.100 Quadratkilometer. Unter Wasser setzt sich der Vulkan kilometerweit fort. Der US Geological Survey berechnet für ihn mindestens rund 75.000 Kubikkilometer Volumen; geologisch neuere Modelle, die Teile des früher Kīlauea zugerechneten Sockels Mauna Loa zuschlagen, kommen sogar auf ungefähr 95.600 Kubikkilometer.

Vom tiefsten geologischen Untergrund bis zum Gipfel ist seine Dimension noch beeindruckender. Der Gipfel liegt 4.169 Meter über dem Meer, die untermeerischen Flanken reichen weitere rund fünf Kilometer hinab, und das enorme Gewicht hat die ozeanische Kruste zusätzlich abgesenkt. USGS beschreibt dadurch eine Gesamthöhe vom tiefen Sockel bis zum Gipfel von deutlich mehr als zehn Kilometern. Anders als Pūhāhonu ist Mauna Loa weiterhin aktiv: Sein jüngster Ausbruch begann am 27. November 2022. Rang zwei ist daher ein Doppelrekord – nicht mehr der größte Schildvulkan insgesamt, aber weiterhin der größte aktive Vulkan der Erde.

  • Gipfelhöhe: 4.169 Meter.
  • Landfläche: ungefähr 5.100 km².
  • Volumen: mindestens etwa 75.000 km³; alternative moderne Zuordnung etwa 95.600 km³.
  • Letzte Eruption: 2022.
Name
Mauna Loa
Typ
basaltischer Schildvulkan
Höhe
4.169 m
Volumen
mindestens ca. 75.000 km³
Landfläche
ca. 5.100 km²
Letzte Eruption
Beginn 27. November 2022
Rekord
größter aktiver Vulkan der Erde
Quelle
U.S. Geological Survey

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3. Tamu Massif – der frühere Weltrekordhalter, der vielleicht gar kein einzelner Schildvulkan ist

Rang: 3 umstrittener Gigant

2013 sorgte der Tamu Massif im nordwestlichen Pazifik weltweit für Schlagzeilen. Seismische Profile ließen das gewaltige untermeerische Massiv wie einen einzigen extrem flachen Schildvulkan erscheinen. Seine Grundfläche ist ungefähr mit einem großen US-Bundesstaat vergleichbar. Wäre die ursprüngliche Interpretation korrekt geblieben, hätte Tamu selbst Pūhāhonu und Mauna Loa beim gesamten vulkanischen Bauwerk deutlich übertroffen.

Doch genau dieser Rekord ist ein Lehrstück darüber, wie Wissenschaft funktioniert. Neue magnetische Messungen zeigten 2019 lange, streifenartige Anomalien mit wechselnder Polarität – ein Muster, das typischerweise bei der Bildung neuer ozeanischer Kruste an Spreizungszonen entsteht. Die Forscher kamen deshalb zu dem Schluss, dass Tamu Massif nicht einfach durch Lava aus einem einzelnen zentralen Schildvulkan aufgebaut wurde. Stattdessen scheint das Massiv eng mit konzentriertem Vulkanismus an einer mittelozeanischen Spreizungszone verbunden zu sein. Der frühere Titel „größter einzelner Vulkan der Erde“ ist dadurch nicht mehr haltbar. Trotzdem gehört Tamu in diese Liste: Er bleibt eines der größten vulkanischen Gebirge unseres Planeten und zeigt, wie schwierig die Grenze zwischen einem Vulkan und einer ganzen vulkanischen Krustenstruktur sein kann.

  • Liegt rund 1.600 Kilometer östlich von Japan.
  • Teil des Shatsky-Rise-Ozeanplateaus.
  • Wurde 2013 zunächst als größter einzelner Schildvulkan interpretiert.
  • Magnetische Daten von 2019 sprechen für Entstehung durch Spreizungszonen-Vulkanismus.
Name
Tamu Massif
Lage
Nordwestpazifik
Alter
etwa 130–145 Mio. Jahre
Struktur
sehr großes submarines Vulkanmassiv
Frühere Einordnung
riesiger einzelner Schildvulkan
Aktuelle Einordnung
stark durch ozeanische Spreizung aufgebaut; Einzelvulkan-Status umstritten
Besonderheit
eines der größten bekannten vulkanischen Gebirge der Erde
Quelle
University of Houston

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4. Mauna Kea – höher als Mauna Loa, aber nur gut halb so voluminös

Rang: 4 Höhenriese

Mauna Kea überragt seinen Nachbarn Mauna Loa am Gipfel um einige Dutzend Meter. Mit 4.207,3 Metern ist er der höchste Berg Hawaiis. Volumenmäßig ist der Unterschied jedoch genau andersherum: Der USGS beziffert Mauna Kea auf rund 42.000 Kubikkilometer und damit auf weniger als die Hälfte des Volumens des heute neu abgegrenzten Mauna Loa. Dieser Vergleich zeigt exemplarisch, warum Gipfelhöhe allein für ein Größenranking ungeeignet ist.

Auch Mauna Keas scheinbare Höhe täuscht. Der sichtbare Berg beginnt nicht an der Küste, sondern mehrere Kilometer tiefer auf dem Pazifikboden. Vom Meeresboden bis zum Gipfel kommt der Vulkanschild auf ungefähr neun Kilometer Bauhöhe und übertrifft damit den Mount Everest, wenn man nicht Meereshöhe, sondern die tatsächliche Basis zugrunde legt. Geologisch befindet sich Mauna Kea heute in einem fortgeschrittenen Post-Shield-Stadium. Die Ausbrüche sind selten geworden und die Zusammensetzung der Lava hat sich verändert, weil sich die Pazifische Platte weiter vom Zentrum des Hawaii-Hotspots entfernt. Seine hohe Lage ermöglichte während der Eiszeiten sogar Gletscher – eine ungewöhnliche Geschichte für einen tropischen Vulkan.

  • Gipfel: 4.207,3 Meter über dem Meer.
  • Geschätztes Volumen: rund 42.000 km³.
  • Vom Meeresboden etwa neun Kilometer hoch.
  • Der Vulkan trug während der Eiszeiten Gletscher.
Name
Mauna Kea
Typ
Schildvulkan im Post-Shield-Stadium
Gipfelhöhe
4.207,3 m
Volumen
ca. 42.000 km³
Höhe vom Meeresboden
ungefähr 9 km
Aktivitätsphase
fortgeschrittenes Post-Shield-Stadium
Vergleich
höherer Gipfel als Mauna Loa, aber deutlich kleineres Gesamtvolumen
Quelle
U.S. Geological Survey

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5. Haleakalā – 30.000 Kubikkilometer Vulkan, von denen 97 Prozent unter Wasser liegen

Rang: 5 Unterwasser-Gigant

Besucher auf Maui erleben Haleakalā meist als gewaltigen Berg mit einer spektakulären erosiven Gipfelsenke. Das sichtbare Gebirge ist jedoch lediglich die Spitze eines wesentlich größeren Vulkanbaus. Nach Angaben des USGS besitzt East Maui Volcano, wie Haleakalā geologisch ebenfalls genannt wird, ein Gesamtvolumen von ungefähr 30.000 Kubikkilometern. Rund 97 Prozent davon liegen unter dem Meeresspiegel.

Die Landfläche des Vulkans beträgt etwa 1.470 Quadratkilometer, der Gipfel erreicht 3.055 Meter. Haleakalā befindet sich inzwischen in der Post-Shield-Phase, ist aber keineswegs erloschen. Der jüngste Ausbruch ereignete sich nach heutiger Datierung irgendwann zwischen 1480 und 1600. In den vergangenen 1.000 Jahren kam es zu mindestens zehn Eruptionen. Besonders interessant ist der berühmte „Krater“ am Gipfel: Er ist kein klassischer Einsturzkrater wie eine Caldera, sondern wurde wesentlich durch starke Erosion zweier Täler geformt, die schließlich miteinander verschmolzen. Rang fünf erhält Haleakalā wegen seines enormen verborgenen Sockels. Auf der Landkarte wirkt Maui vergleichsweise klein – geologisch sitzt die Insel jedoch auf einem Vulkan, dessen Großteil vom Pazifik verdeckt wird.

  • Gesamtvolumen: ungefähr 30.000 km³.
  • Etwa 97 Prozent des Volumens liegen unter dem Meeresspiegel.
  • Landfläche: rund 1.470 km².
  • Letzte Eruption: zwischen 1480 und 1600.
Name
Haleakalā / East Maui Volcano
Typ
Schildvulkan
Gipfelhöhe
3.055 m
Volumen
ca. 30.000 km³
Unter Wasser
ca. 97 % des Gesamtvolumens
Landfläche
ca. 1.470 km²
Letzte Eruption
zwischen 1480 und 1600
Quelle
U.S. Geological Survey

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6. Kilimandscharo – die größte freistehende Vulkanmasse der Welt

Rang: 6 Afrika-Rekord

Der Kilimandscharo besitzt nicht die schiere Gesteinsmenge der hawaiischen Schildvulkane, dafür erhebt er sich ohne vorgelagertes Hochgebirge fast direkt aus den ostafrikanischen Ebenen. UNESCO beschreibt ihn als größte freistehende Vulkanmasse der Welt und höchsten Berg Afrikas. Vom Umland steigt das Massiv rund 4.877 Meter bis zum 5.895 Meter hohen Gipfel an. Gerade diese gewaltige Reliefhöhe macht seine Silhouette so außergewöhnlich.

Der „Kilimandscharo“ ist streng genommen kein einzelner einfacher Kegel. Das Massiv besteht aus drei großen vulkanischen Zentren: Shira, Mawenzi und Kibo. Shira ist der älteste und stark erodiert, Mawenzi bildet den zerklüfteten östlichen Gipfel, während Kibo den höchsten Punkt Uhuru Peak trägt. Der zentrale Kibo besitzt eine rund zwei mal drei Kilometer große Gipfelcaldera. Die große Gesamtform entstand überwiegend im Pleistozän. Historische Eruptionen sind nicht bekannt, doch Kibo zeigt bis heute Fumarolen und wird nicht einfach als vollständig geologisch „tot“ betrachtet. Seine Gesamtfläche wird in UNESCO-Unterlagen mit ungefähr 388.500 Hektar beziehungsweise 3.885 Quadratkilometern angegeben. Damit ist der Kilimandscharo nach Hawaii der eindrucksvollste kontinentale Vulkanriese dieses Rankings.

  • Höchster Punkt Afrikas: 5.895 Meter.
  • Rund 4.877 Meter Höhenunterschied zu den umgebenden Ebenen.
  • Drei Hauptvulkane: Shira, Mawenzi und Kibo.
  • Gesamtmassiv ungefähr 3.885 km² groß.
Name
Kilimandscharo
Land
Tansania
Höchster Gipfel
5.895 m
Relief über den Ebenen
ca. 4.877 m
Hauptzentren
Shira, Mawenzi, Kibo
Gesamtfläche
ca. 3.885 km²
Rekord
größte freistehende Vulkanmasse und höchster Berg Afrikas
Quelle
UNESCO World Heritage Centre

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7. Mount Elgon – ein erodierter Urzeitvulkan mit 80 Kilometern Durchmesser

Rang: 7 größte Vulkanbasis

Mount Elgon wirkt heute weniger spektakulär als der Kilimandscharo. Genau darin steckt die Überraschung: Der Vulkan ist so alt und stark erodiert, dass sein ursprüngliches Ausmaß leicht unterschätzt wird. UNESCO beziffert seine Basisfläche auf ungefähr 4.000 Quadratkilometer und bezeichnet sie als größte Vulkanbasis der Welt. Das gesamte Massiv erreicht rund 80 Kilometer Durchmesser und erhebt sich mehr als 3.000 Meter über das umgebende Tiefland.

Die vulkanische Geschichte begann vor etwa 24 Millionen Jahren. Mount Elgon gehört damit zu den ältesten großen vulkanischen Landschaften Ostafrikas. Erosion hat den einst wesentlich höheren Berg auf heute 4.321 Meter reduziert. UNESCO weist sogar darauf hin, dass Elgon früher möglicherweise höher als der heutige Kilimandscharo gewesen sein könnte. Im Zentrum liegt eine gewaltige Caldera; an den Flanken haben Flüsse tiefe Täler und Höhlen geschaffen. Rang sieben erhält Mount Elgon nicht wegen eines exakt bekannten Gesteinsvolumens, sondern wegen seiner extrem breiten Basis. Er zeigt, dass der größte sichtbare Kegel nicht automatisch der größte geologische Baukörper sein muss – Millionen Jahre Erosion können einen Vulkan erheblich niedriger machen, ohne seine riesige Grundstruktur vollständig zu beseitigen.

  • Basisfläche: ungefähr 4.000 km².
  • Durchmesser des Massivs: rund 80 Kilometer.
  • Heutige Höhe: 4.321 Meter.
  • Beginn des Vulkanismus vor ungefähr 24 Millionen Jahren.
Name
Mount Elgon
Länder
Uganda und Kenia
Höhe
4.321 m
Basisfläche
ca. 4.000 km²
Durchmesser
ca. 80 km
Alter
erste Aktivität vor etwa 24 Mio. Jahren
Rekord
laut UNESCO größte Vulkanbasis der Welt
Quelle
UNESCO Man and the Biosphere Programme

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8. Teide-Pico Viejo – 7.500 Meter Vulkanhöhe vom Meeresboden

Rang: 8 Ozeaninsel-Gigant

Vom Strand Teneriffas sieht der Teide bereits gewaltig aus. Doch wie bei Hawaii beginnt seine wahre Basis tief unter Wasser. UNESCO beziffert die Höhe des Teide-Pico-Viejo-Komplexes vom Meeresboden bis zum Gipfel auf rund 7.500 Meter und bezeichnet ihn als dritthöchste vulkanische Struktur der Erde. Über dem Meer misst der Teide 3.718 Meter und ist damit der höchste Berg Spaniens.

Der heutige Stratovulkan steht innerhalb der viel größeren Las-Cañadas-Caldera. Diese wiederum gehört zu einer langen Entwicklung der gesamten Vulkaninsel Teneriffa. Deshalb ist auch beim Teide die Frage nach dem „Volumen eines Vulkans“ nicht trivial: Der sichtbare Zentralvulkan sitzt auf einem älteren, mehrfach umgebauten Inselvulkan-Komplex. Genau deshalb ordnet dieses Ranking ihn nach seiner Bauhöhe und geologischen Dimension ein, nicht nach einem unsicheren Einzelvolumen. Die jüngste historische Eruption am eigentlichen Teide-Pico-Viejo-System fand 1798 an den Narices del Teide statt; Teneriffa selbst erlebte 1909 am Chinyero eine weitere Eruption. Der Vulkan wird bis heute überwacht. Rang acht verdankt er seinem außergewöhnlichen Verhältnis von sichtbarem Gipfel und verborgenem submarinen Sockel.

  • Höhe über dem Meeresspiegel: 3.718 Meter.
  • Vom Meeresboden bis zum Gipfel: etwa 7.500 Meter.
  • Höchster Berg Spaniens.
  • Von UNESCO als dritthöchste Vulkanstruktur der Welt bezeichnet.
Name
Teide-Pico Viejo
Ort
Teneriffa, Spanien
Gipfelhöhe
3.718 m
Bauhöhe vom Meeresboden
ca. 7.500 m
Typ
Stratovulkan-Komplex
Umgebung
Las-Cañadas-Caldera
Rekord
dritthöchste Vulkanstruktur der Welt laut UNESCO
Quelle
UNESCO World Heritage Centre

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9. Ojos del Salado – mit 6.879 Metern der höchste aktive Vulkan der Erde

Rang: 9 Höhenrekord

Auf keiner anderen aktiven Vulkanstruktur kann man höher stehen als am Ojos del Salado. Der riesige Vulkankomplex liegt direkt auf der Grenze zwischen Chile und Argentinien und erreicht nach aktuellem Smithsonian-Datensatz 6.879 Meter. Damit übertrifft er selbst den Kilimandscharo um fast einen Kilometer. Trotzdem landet er nur auf Rang neun, weil Höhe über dem Meeresspiegel nicht mit Gesamtgröße gleichzusetzen ist.

Ojos del Salado sitzt bereits auf dem extrem hoch gelegenen Altiplano der Zentralanden. Sein relativer Aufbau über dem regionalen Untergrund ist daher deutlich kleiner als seine Gipfelhöhe vermuten lässt. Der Vulkan besteht außerdem aus zahlreichen Kratern, pyroklastischen Kegeln und Lava-Domen, die über einem älteren, teilweise verschütteten Caldera-System liegen. Smithsonian führt als letzte bekannte Eruption ungefähr 750 n. Chr. auf; historische Eruptionen sind nicht zweifelsfrei bestätigt, doch Fumarolen zeigen weiterhin vulkanische Wärme und Gasfreisetzung. Damit erfüllt er die Kriterien für einen aktiven beziehungsweise holozänen Vulkan. Ojos del Salado beweist eindrucksvoll, warum Mount Everest nicht automatisch Vorbild für Vulkan-Rankings ist: Rekordhöhe und Rekordvolumen sind geologisch völlig verschiedene Eigenschaften.

  • Gipfelhöhe: 6.879 Meter.
  • Höchster aktive beziehungsweise holozäne Vulkan der Erde.
  • Liegt an der Grenze zwischen Chile und Argentinien.
  • Letzte bekannte Eruption laut Smithsonian: ungefähr 750 n. Chr.
Name
Nevados Ojos del Salado
Länder
Chile und Argentinien
Gipfelhöhe
6.879 m
Typ
komplexer Stratovulkan mit Caldera und Lava-Domen
Letzte bekannte Eruption
ca. 750 n. Chr.
Historische Aktivität
keine gesicherte große historische Eruption, aber fumarolische Aktivität
Rekord
höchster aktiver Vulkan der Welt
Quelle
Smithsonian Global Volcanism Program

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10. Ätna – Europas riesiger Vulkan wächst während der Eruptionen weiter

Rang: 10 Europas Gigant

Der Ätna ist kein Rekordhalter auf Weltmaßstab wie Pūhāhonu oder Mauna Loa, aber unter den großen aktiven Stratovulkanen gehört er zu den eindrucksvollsten. Das Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia beziffert seine Fläche auf ungefähr 1.250 Quadratkilometer. Der Vulkan dominiert den Osten Siziliens und besitzt zahlreiche Gipfelkrater, Seitenkegel und radiale Spaltensysteme. Seine vulkanische Geschichte reicht ungefähr eine halbe Million Jahre zurück.

Besonders ungewöhnlich ist, dass sich sogar die Gipfelhöhe innerhalb weniger Jahre verändert. Intensive Lavafontänen und Ablagerungen am Südostkrater ließen den höchsten Punkt 2021 auf 3.357 Meter anwachsen. Der aktuelle Smithsonian-Datensatz verwendet weiterhin diese Höhe. Gleichzeitig ist der Ätna auch 2026 aktiv: Im Sommer kam es wiederholt zu explosiven Phasen, Ascheemissionen und Lavaströmen. Damit unterscheidet er sich stark von alten Riesen wie Mount Elgon. Ein Teil seiner Größe entsteht vor unseren Augen weiter. Rang zehn erhält der Ätna wegen der Kombination aus großer Grundfläche, dauerhaftem vulkanischem Wachstum und außergewöhnlich langer dokumentierter Eruptionsgeschichte. Kaum ein anderer Vulkan vergleichbarer Größe liegt außerdem in einer derart dicht besiedelten europäischen Region.

  • Fläche des Vulkans: ungefähr 1.250 km².
  • Aktuell verwendete Gipfelhöhe: 3.357 Meter.
  • Beginn der vulkanischen Entwicklung vor rund 500.000 Jahren.
  • Auch 2026 wurden mehrere eruptive Phasen dokumentiert.
Name
Ätna
Ort
Sizilien, Italien
Typ
Stratovulkan
Fläche
ca. 1.250 km²
Gipfelhöhe
3.357 m im aktuellen internationalen Vulkandatensatz
Alter der Aktivität
ca. 500.000 Jahre
Status 2026
aktiv
Quelle
Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia

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Warum dominieren Hawaii-Vulkane das Größenranking?

Der Grund liegt in der Art, wie Schildvulkane wachsen. Basaltisches Magma ist vergleichsweise dünnflüssig. Statt sich nahe dem Schlot zu einem steilen Kegel aufzutürmen, kann die Lava viele Kilometer weit fließen. Tausende aufeinanderfolgende Lavaflüsse bauen dadurch sehr breite, flach geneigte Berge auf. Mauna Loa besitzt deshalb zwar keine dramatischen Steilwände wie ein klassischer Stratovulkan, enthält aber ein Vielfaches der Gesteinsmenge.

Hinzu kommt der Hawaii-Hotspot. Während sich die Pazifische Platte langsam darüber hinwegbewegt, entsteht über Millionen Jahre eine Kette gewaltiger Vulkane. Die jüngeren Bauwerke liegen am südöstlichen Ende der Kette, alte Vulkane sind längst erloschen und teilweise tief abgesunken. Pūhāhonu zeigt, dass selbst weit nordwestlich der heutigen Hauptinseln außergewöhnlich große Magmamengen gefördert wurden.

Warum ist der höchste Vulkan nicht automatisch der größte?

Ojos del Salado erreicht 6.879 Meter über dem Meer und schlägt Mauna Loa damit in der offiziellen Gipfelhöhe um mehr als 2.700 Meter. Dennoch besitzt Mauna Loa ein vielfach größeres Volumen. Der Grund ist die Ausgangshöhe: Ojos del Salado wächst auf dem bereits mehrere Kilometer hohen Andenplateau, während Mauna Loa vom tiefen Pazifikboden aufsteigt.

Ein ähnlicher Effekt gilt für Mauna Kea. Misst man nur über dem Meeresspiegel, ist er 4.207 Meter hoch. Vom Meeresboden bis zum Gipfel kommt er auf ungefähr neun Kilometer. Geophysikalisch reicht der belastungsbedingt abgesunkene Vulkanbau sogar noch tiefer. Deshalb müssen bei Vulkanen Höhe, Relief, Volumen und Basisfläche getrennt betrachtet werden.

Ist Tamu Massif nun ein Vulkan oder nicht?

Die Antwort hat sich durch neue Daten verändert. 2013 deuteten seismische Profile darauf hin, dass Lava in alle Richtungen von einem zentralen Bereich ausströmte. Tamu Massif wurde daraufhin als gigantischer Schildvulkan interpretiert und zeitweise als größter Einzelvulkan der Erde bezeichnet.

2019 lieferten magnetische Messungen jedoch ein anderes Bild. Lange Streifen wechselnder magnetischer Polarität passen besser zu Krustenbildung an einer Spreizungszone des Ozeanbodens. Tamu ist weiterhin zweifellos ein gewaltiges vulkanisches Massiv, lässt sich aber nicht mehr so einfach mit Mauna Loa oder Pūhāhonu als einzelner Schildvulkan vergleichen. Genau deshalb steht er hier mit einem ausdrücklichen wissenschaftlichen Vorbehalt.

Welcher Vulkan ist vom Fuß bis zum Gipfel am höchsten?

Diese Frage hängt wiederum davon ab, wo man den „Fuß“ ansetzt. UNESCO nennt für Teide rund 7.500 Meter vom Ozeanboden bis zum Gipfel. Mauna Kea und Mauna Loa erreichen vom gewöhnlichen Meeresboden etwa neun Kilometer. Wird bei Mauna Loa zusätzlich die durch sein eigenes Gewicht tief abgesunkene ozeanische Kruste als geologische Basis einbezogen, steigt die gesamte Bauhöhe nochmals erheblich.

Der oft wiederholte Vergleich „Mauna Kea ist höher als Everest“ ist daher im Kern korrekt, aber nur bei unterschiedlicher Messweise. Everest wird normalerweise ab Meereshöhe gemessen, Mauna Kea in diesem Vergleich vom Meeresboden. Weitere Rankings zu Bergen, Naturrekorden und geologischen Extremen finden sich in der Kategorie Natur.

FAQ zu den größten Vulkanen der Welt

Was ist der größte Vulkan der Welt?

Nach einer 2020 veröffentlichten volumetrischen Untersuchung gilt Pūhāhonu in der nordwestlichen Hawaii-Kette als größter bekannter Schildvulkan der Erde. Sein Gesamtvolumen wird auf etwa 148.000 ± 29.000 Kubikkilometer geschätzt.

Was ist der größte aktive Vulkan der Welt?

Mauna Loa auf Hawaiʻi gilt als größter aktiver Vulkan der Erde. Er erreicht 4.169 Meter über dem Meeresspiegel und besitzt ein Gesamtvolumen von mindestens rund 75.000 Kubikkilometern. Sein jüngster Ausbruch begann 2022.

Welcher ist der höchste aktive Vulkan der Erde?

Ojos del Salado an der Grenze zwischen Chile und Argentinien ist mit 6.879 Metern der höchste aktive beziehungsweise holozäne Vulkan der Erde.

Ist Mauna Kea höher als der Mount Everest?

Vom Meeresboden bis zum Gipfel misst Mauna Kea ungefähr neun Kilometer und ist damit höher als die 8.849 Meter des Mount Everest über dem Meeresspiegel. Über dem Meer ist Mauna Kea selbst allerdings nur 4.207 Meter hoch.

Ist Tamu Massif noch der größte Vulkan der Welt?

Nein. Die frühere Einordnung als größter einzelner Schildvulkan wurde durch magnetische Untersuchungen von 2019 infrage gestellt. Heute wird angenommen, dass ein wesentlicher Teil des Massivs durch konzentrierten Vulkanismus an einer Spreizungszone des Ozeanbodens entstand.

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