Mehr als 440.000 Quadratkilometer umfasst die größte Insel dieses Rankings – und entlang ihrer Westseite zieht sich eine Vulkankette über fast die gesamte Länge des Eilands. Doch was genau ist eine Vulkaninsel? Bei kleinen Inseln wie Stromboli ist die Antwort einfach: Fast die gesamte Insel bildet den sichtbaren Teil eines einzelnen Vulkangebäudes. Bei Sumatra, Honshū oder Luzon ist die Geologie erheblich komplexer. Diese riesigen Inseln entstanden über Millionen Jahre an aktiven Plattengrenzen und bestehen aus Vulkanbögen, aufgefalteten Gesteinen, Sedimentbecken und älterer Kruste.
Diese Top 10 verwendet deshalb den weiten geologischen Begriff der Vulkaninsel: Berücksichtigt werden große Inseln, deren Entwicklung und heutiges Relief wesentlich durch Vulkanismus eines Inselbogens, einer Subduktionszone oder einer divergenten Plattengrenze geprägt wurden. Sortiert wird ausschließlich nach der Landfläche der Hauptinsel. Vorgelagerte Nebeninseln und komplette Verwaltungsregionen werden nicht addiert. Neben Fläche und höchstem Punkt zeigt die Übersicht auch Vulkanismus, Plattentektonik und markante Vulkane. Der Artikel gehört zur Kategorie Natur.
So wurde gewertet
Hauptkriterium ist die Fläche der jeweiligen Hauptinsel in Quadratkilometern. Als Vulkaninseln gelten hier nicht nur einzelne aus dem Meer gewachsene Schild- oder Schichtvulkane, sondern auch große vulkanisch geprägte Inselbogensysteme. Entscheidend ist, dass Vulkanismus einen wesentlichen Anteil an Entstehung, Gebirgsbau und heutiger Landschaft der Insel besitzt. Rein kontinentale Inseln mit nur vereinzelten Vulkanfeldern werden ausgeschlossen. Da Flächenangaben je nach Küstenlinie, Kartenauflösung und Einbeziehung kleiner Nebeninseln variieren können, sind die Werte gerundet und werden nicht mit einer Scheingenauigkeit von wenigen Quadratkilometern verglichen. Datenstand: August 2026.
Übersicht
| Rang | Vulkaninsel | Land | Fläche | Höchster Punkt | Höhe | Tektonischer Typ | Bekannte Vulkane | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Sumatra | Indonesien | ca. 443.000 km² | Kerinci | 3.805 m | Sunda-Vulkanbogen | Kerinci, Marapi, Sinabung | Vulkankette über einen Großteil der Insel |
| 2 | Honshū | Japan | ca. 228.000 km² | Fuji | 3.776 m | Subduktions-Inselbogen | Fuji, Asama, Ontake, Bandai | größte japanische Insel |
| 3 | Java | Indonesien | ca. 139.000 km² | Semeru | 3.676 m | Sunda-Vulkanbogen | Merapi, Semeru, Bromo, Ijen | mehr als 35 aktive Vulkane |
| 4 | Nordinsel | Neuseeland | ca. 111.600 km² | Ruapehu | 2.797 m | Taupō-Vulkanzone / Subduktion | Ruapehu, Tongariro, Taranaki, Taupō | Supervulkan und aktive Vulkankette |
| 5 | Luzon | Philippinen | ca. 110.000 km² | Pulag | 2.928 m | Philippinischer Inselbogen | Pinatubo, Mayon, Taal, Banahaw | mehrere besonders gefährliche Vulkansysteme |
| 6 | Island | Island | ca. 103.000 km² | Hvannadalshnúkur | 2.110 m | Mittelatlantischer Rücken + Hotspot | Grímsvötn, Katla, Hekla, Reykjanes | einzige Top-10-Insel auf einem Spreizungsrücken |
| 7 | Mindanao | Philippinen | ca. 97.500 km² | Mount Apo | 2.954 m | komplexer Inselbogen | Apo, Ragang, Matutum, Parker | höchster Berg der Philippinen |
| 8 | Hokkaidō | Japan | ca. 78.000 km² | Asahidake | 2.291 m | Kurilen- und Nordostjapan-Bogen | Tokachidake, Tarumae, Usu, Asahidake | Zusammentreffen zweier Inselbogensysteme |
| 9 | New Britain | Papua-Neuguinea | ca. 35.145 km² | Ulawun | 2.334 m | Bismarck-Vulkanbogen | Ulawun, Rabaul, Langila, Pago | extrem aktive Vulkankette |
| 10 | Halmahera | Indonesien | ca. 17.800 km² | Gamkonora | 1.635 m | Halmahera-Vulkanbogen | Dukono, Ibu, Gamkonora | Dukono eruptiert seit Jahrzehnten nahezu kontinuierlich |
1. Sumatra: Der 1.700 Kilometer lange Vulkanrücken Indonesiens
Rang: 1 Flächenrekord
Sumatra ist ein gutes Beispiel dafür, warum der Begriff Vulkaninsel bei großen Landmassen genauer erklärt werden muss. Die rund 443.000 Quadratkilometer große Hauptinsel besteht keineswegs ausschließlich aus Lava. Dennoch ist ihre gesamte Westseite von einem der mächtigsten vulkanisch-tektonischen Systeme der Erde geprägt. Dort zieht sich das Barisangebirge beinahe über die gesamte, rund 1.700 Kilometer lange Insel. Seine Vulkane entstehen, weil sich die Indo-Australische Platte am Sundagraben unter die Sunda-Platte schiebt. Wasserhaltiges Material gelangt mit der abtauchenden Platte in den Mantel, senkt dort den Schmelzpunkt und fördert Magmenbildung.
Der höchste Vulkan ist der 3.805 Meter hohe Kerinci, zugleich der höchste aktive Vulkan Indonesiens. Weitere bekannte Feuerberge sind Marapi und Sinabung. Marapi gilt als aktivster Vulkan Sumatras und hat seit Ende des 18. Jahrhunderts mehr als 50 kleinere bis mittlere explosive Eruptionen hervorgebracht. Die Insel dokumentiert aber auch die zerstörerische Seite der Plattentektonik: Vor ihrer Westküste liegt jene Subduktionszone, an der 2004 das verheerende Sumatra-Andamanen-Erdbeben entstand. Sumatra erreicht Rang eins deshalb nicht wegen eines einzelnen gigantischen Vulkans, sondern wegen seiner enormen Landfläche in Verbindung mit einem Vulkanbogen, der die Topographie über fast die gesamte Insel prägt.
- Größte Insel dieses Rankings mit rund 443.000 Quadratkilometern Hauptinselfläche.
- Der Barisan-Vulkanbogen verläuft über einen Großteil der rund 1.700 Kilometer langen Insel.
- Kerinci erreicht 3.805 Meter; Marapi gehört zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens.
- Land
- Indonesien
- Fläche
- ca. 443.000 km²
- Länge
- rund 1.700 km
- Höchster Vulkan
- Kerinci
- Höhe Kerinci
- 3.805 m
- Vulkanbogen
- Sunda-Bogen / Barisangebirge
- Plattengrenze
- Subduktion der Indo-Australischen Platte
- Bekannte Vulkane
- Kerinci, Marapi, Sinabung
- Besonderheit
- Marapi ist einer der aktivsten Vulkane Sumatras
- Quelle
- Smithsonian Global Volcanism Program
2. Honshū: 228.000 Quadratkilometer zwischen Fuji und Pazifischem Feuerring
Rang: 2 Japan-Rekord
Honshū ist mit knapp 228.000 Quadratkilometern die größte Insel Japans und die Nummer zwei dieser Liste. Anders als eine klassische kleine Vulkaninsel ist Honshū ein geologisch zusammengesetzter Inselbogen: Gebirgsketten, Sedimentbecken, alte Krustenblöcke und zahlreiche Vulkane wurden durch die Wechselwirkung mehrerer tektonischer Platten aufgebaut. Japan liegt an einer der kompliziertesten Plattengrenzen der Erde. Vor Honshū tauchen ozeanische Platten unter den Inselbogen ab und erzeugen sowohl starke Erdbeben als auch aufsteigendes Magma.
Das sichtbarste Symbol dieses Prozesses ist Fuji. Der 3.776 Meter hohe Schichtvulkan ist nicht nur Japans höchster Berg, sondern seit Jahrhunderten religiöses und kulturelles Symbol. Seine jüngste große Eruption, die Hōei-Eruption, ereignete sich 1707. Fuji ist jedoch nur einer von zahlreichen Vulkanen Honshūs. Dazu kommen beispielsweise Asama, Ontake, Bandai und Zaō. Die Vulkanlandschaften reichen von jungen Kegeln bis zu großen Calderas und hydrothermalen Gebieten. Gleichzeitig leben auf Honshū rund vier Fünftel der japanischen Bevölkerung, einschließlich der Metropolräume Tokio, Osaka und Nagoya. Genau das macht den Vulkanismus hier besonders relevant: Naturgefahren treffen nicht auf eine abgelegene Insel, sondern auf eines der wirtschaftlich und infrastrukturell dichtesten Gebiete der Welt. Nur Sumatra ist im Ranking deutlich größer.
- Mit knapp 228.000 Quadratkilometern größte der vier japanischen Hauptinseln.
- Der 3.776 Meter hohe Fuji ist zugleich Japans höchster Berg.
- Honshū liegt innerhalb des tektonisch hochaktiven Pazifischen Feuerrings.
- Land
- Japan
- Fläche
- knapp 228.000 km²
- Höchster Punkt
- Fuji
- Höhe
- 3.776 m
- Inseltyp
- komplexer Subduktions-Inselbogen
- Bekannte Vulkane
- Fuji, Asama, Ontake, Bandai
- Letzte Fuji-Eruption
- 1707–1708
- Besonderheit
- größte und bevölkerungsreichste Hauptinsel Japans
- Quelle
- Ministry of Foreign Affairs of Japan
3. Java: Eine der vulkanisch aktivsten Großinseln der Erde
Rang: 3 Vulkan-Hotspot
Auf Java stehen Städte, Reisfelder und Vulkankegel so dicht nebeneinander wie kaum irgendwo sonst. Die Insel umfasst je nach Flächenabgrenzung rund 130.000 bis 139.000 Quadratkilometer; für dieses Ranking wird der verbreitete Vergleichswert von etwa 139.000 Quadratkilometern verwendet. Damit liegt Java auf Rang drei. Entscheidend für ihren Charakter ist eine nahezu durchgehende Kette vulkanischer Berge von West nach Ost. NASA-Aufnahmen beschreiben mehr als 35 aktive Vulkane auf der Insel – bemerkenswert für ein Gebiet, das gleichzeitig zu den am dichtesten besiedelten Regionen der Erde gehört.
Der höchste Vulkan ist der 3.676 Meter hohe Semeru. Berühmter ist teilweise Merapi nördlich von Yogyakarta, dessen Lavadome immer wieder zusammenbrechen und pyroklastische Ströme erzeugen. Auch Bromo mit seiner Sandmeer-Caldera sowie das Ijen-System mit seinem stark sauren Kratersee gehören zu den bekanntesten Vulkanlandschaften Indonesiens. Ursache ist wiederum die Subduktion südlich Javas: Ozeanische Lithosphäre der Indo-Australischen Platte sinkt unter die Sunda-Platte. Die dadurch erzeugten Magmen bauen seit Millionen Jahren den Sunda-Vulkanbogen auf. Vulkanische Aschen machen viele Böden ausgesprochen fruchtbar und unterstützten die intensive Landwirtschaft – gleichzeitig können dieselben Vulkane ganze Siedlungsräume bedrohen. Diese enge Verbindung von Vulkanismus, Landwirtschaft und einer riesigen Bevölkerung unterscheidet Java deutlich von Island oder New Britain.
- Rund 139.000 Quadratkilometer nach verbreiteter internationaler Flächenabgrenzung.
- Mehr als 35 aktive Vulkane verteilen sich entlang der Insel.
- Semeru ist mit rund 3.676 Metern der höchste Vulkan Javas.
- Land
- Indonesien
- Fläche
- ca. 139.000 km²; Angaben variieren je nach Abgrenzung
- Höchster Vulkan
- Semeru
- Höhe
- ca. 3.676 m
- Aktive Vulkane
- mehr als 35
- Vulkanbogen
- Sunda-Bogen
- Bekannte Vulkane
- Merapi, Semeru, Bromo, Ijen
- Besonderheit
- extrem dichter Siedlungsraum unmittelbar zwischen aktiven Vulkanen
- Quelle
- NASA Johnson Space Center
4. Neuseelands Nordinsel: Supervulkan, Schichtvulkane und 53 Krater bei Auckland
Rang: 4 Supervulkan
Neuseelands Nordinsel erreicht mit ungefähr 111.600 Quadratkilometern Platz vier. Vulkanologisch ist sie außergewöhnlich vielfältig. Die wichtigste Struktur ist die Taupō Volcanic Zone, die sich von Whakaari im Norden bis zum Ruapehu im Süden zieht. Earth Sciences New Zealand zufolge konzentrierte sich der größte Teil des neuseeländischen Vulkanismus der vergangenen 1,6 Millionen Jahre in dieser Zone. Hier liegen mit Taupō und Okataina große Calderas ebenso wie die markanten Schichtvulkane Tongariro und Ruapehu.
Der 2.797 Meter hohe Ruapehu ist der höchste Berg der Nordinsel und der größte aktive Vulkan Neuseelands. Taupō steht für eine völlig andere Größenordnung: Die jüngste große Eruption vor ungefähr 1.800 Jahren erzeugte pyroklastische Ströme, die ein Gebiet von etwa 20.000 Quadratkilometern verwüsteten. Weiter westlich erhebt sich der 2.518 Meter hohe Taranaki als nahezu isolierter Vulkankegel. Selbst Auckland ist vulkanisches Gelände. Das Auckland Volcanic Field umfasst 53 Zentren; Rangitoto entstand erst vor rund 600 Jahren. Die Nordinsel ist deshalb kein einzelner Vulkanbau, sondern eine geologische Sammlung sehr unterschiedlicher Vulkanformen. Sie liegt flächenmäßig knapp vor Luzon und zeigt deutlicher als fast jeder andere Rang, wie groß der Unterschied zwischen einer Vulkaninsel im engeren und im weiten geologischen Sinn sein kann.
- Rund 111.600 Quadratkilometer Landfläche.
- Ruapehu erreicht 2.797 Meter und ist Neuseelands größter aktiver Vulkan.
- Das Auckland Volcanic Field besitzt 53 bekannte vulkanische Zentren.
- Land
- Neuseeland
- Fläche
- ca. 111.600 km²
- Höchster Punkt
- Ruapehu
- Höhe
- 2.797 m
- Wichtigste Vulkanzone
- Taupō Volcanic Zone
- Auckland Volcanic Field
- 53 vulkanische Zentren
- Bekannte Systeme
- Taupō, Tongariro, Ruapehu, Taranaki, Okataina
- Besonderheit
- Taupō zählt zu den mächtigsten explosiven Vulkansystemen der Erde
- Quelle
- Earth Sciences New Zealand / GNS Science
5. Luzon: Von Pinatubo bis Mayon – Vulkanismus neben Millionenstädten
Rang: 5 Explosiv
Mit ungefähr 110.000 Quadratkilometern ist Luzon nur wenig kleiner als Neuseelands Nordinsel. Geologisch gehört die größte Insel der Philippinen zu einem komplexen System verschiedener Inselbögen und Subduktionszonen. Das Ergebnis ist eine ungewöhnliche Konzentration aktiver und potentiell gefährlicher Vulkane. PHIVOLCS führt auf Luzon unter anderem Pinatubo, Mayon, Taal, Bulusan und Banahaw als relevante vulkanische Systeme. Gleichzeitig liegen mit Manila und dem angrenzenden Ballungsraum einige der größten Bevölkerungszentren Südostasiens auf der Insel.
Der vielleicht folgenreichste moderne Ausbruch war Pinatubo 1991. Die gewaltige Eruption schleuderte große Mengen Schwefeldioxid in die Stratosphäre; die entstehenden Sulfataerosole beeinflussten vorübergehend das globale Klima. Mayon wiederum ist für seinen fast ideal symmetrischen Kegel bekannt, gehört aber zu den aktivsten Vulkanen des Landes. Taal ist geologisch noch komplizierter: Innerhalb einer großen Caldera liegt der Taal-See, darin wiederum Volcano Island mit mehreren Eruptionszentren. Diese geschachtelte Landschaft verdeutlicht, wie wiederholte Ausbrüche eine Insel über lange Zeit umformen. Luzon steht knapp hinter der Nordinsel Neuseelands, besitzt aber eine deutlich höhere Bevölkerungsdichte. Dadurch gehören seine Vulkane zu den am intensivsten überwachten Naturgefahren der Welt. Nicht die höchste Erhebung, sondern die Kombination aus Fläche, Vulkanzahl und Exposition macht Luzon in diesem Ranking besonders.
- Etwa 110.000 Quadratkilometer groß und größte Insel der Philippinen.
- Pinatubo, Mayon und Taal gehören zu den bekanntesten Vulkansystemen Asiens.
- Die Pinatubo-Eruption von 1991 hatte messbare globale Klimaeffekte.
- Land
- Philippinen
- Fläche
- ca. 110.000 km²
- Höchster Punkt
- Mount Pulag
- Höhe
- ca. 2.928 m
- Bekannte Vulkane
- Pinatubo, Mayon, Taal, Bulusan, Banahaw
- Vulkantypen
- Schichtvulkane, Calderas und komplexe Vulkansysteme
- Bedeutende Eruption
- Pinatubo 1991
- Besonderheit
- zahlreiche aktive Vulkane in dicht besiedelten Regionen
- Quelle
- DOST-PHIVOLCS
6. Island: Wo ein mittelozeanischer Rücken über den Meeresspiegel ragt
Rang: 6 Geologie-Rekord
Island nimmt unter den zehn größten Vulkaninseln eine Sonderstellung ein. Die rund 103.000 Quadratkilometer große Insel liegt unmittelbar auf dem Mittelatlantischen Rücken, an dem sich die Nordamerikanische und die Eurasische Platte voneinander entfernen. Gleichzeitig liegt unter der Region ein Mantel-Hotspot. Die Kombination aus Spreizungszone und besonders intensiver Magmazufuhr erklärt, weshalb hier genügend vulkanisches Material aufgebaut wurde, um den normalerweise tief unter dem Atlantik liegenden Ozeanrücken über die Wasseroberfläche zu heben.
Das Ergebnis ist eine Insel mit ausgedehnten Lavafeldern, Spaltenvulkanismus, Zentralvulkanen, Calderas und Gletschern. Das isländische Wetteramt betrachtet den Vulkanismus deshalb nicht nur nach einzelnen Bergen, sondern nach ganzen Vulkansystemen aus Zentralvulkanen und Spaltenschwärmen. Grímsvötn gilt als aktivstes System Islands und hat in den vergangenen 1.100 Jahren ungefähr 70-mal eruptiert. Die Laki-Spalteneruption von 1783/84 setzte enorme Mengen Lava und vulkanischer Gase frei. Seit 2021 zeigt außerdem die Reykjanes-Halbinsel eine neue Phase wiederholter Spalteneruptionen; 2026 hält die vulkanische Unruhe dort weiter an. Anders als Sumatra oder Honshū ist Island damit geologisch sehr viel näher an der klassischen Vorstellung einer Vulkaninsel. Nur seine geringere Fläche verhindert eine Spitzenposition.
- Rund 103.000 Quadratkilometer Landfläche.
- Liegt gleichzeitig auf dem Mittelatlantischen Rücken und über einem Mantel-Hotspot.
- Grímsvötn hat in rund 1.100 Jahren etwa 70 bekannte Eruptionen hervorgebracht.
- Land
- Island
- Fläche
- ca. 103.000 km²
- Höchster Punkt
- Hvannadalshnúkur
- Höhe
- ca. 2.110 m
- Plattengrenze
- Mittelatlantischer Rücken
- Zusätzlicher Faktor
- Island-Hotspot
- Aktivstes System
- Grímsvötn
- Weitere Systeme
- Katla, Hekla, Reykjanes/Svartsengi
- Aktuelle Entwicklung
- anhaltende vulkanische Unruhe auf Reykjanes auch 2026
- Quelle
- Icelandic Meteorological Office
7. Mindanao: Der höchste Vulkanberg der Philippinen steht auf einer 97.500-km²-Insel
Rang: 7 Höhenrekord
Mindanao ist mit ungefähr 97.500 Quadratkilometern die zweitgrößte Insel der Philippinen und landet unmittelbar hinter Island. Ihre Geologie ist außergewöhnlich komplex, denn rund um die Insel treffen mehrere tektonische Strukturen, Mikroplatten und Subduktionszonen aufeinander. Deshalb besitzt Mindanao nicht eine einzige durchgehende Vulkankette wie Java, sondern mehrere vulkanisch aktive Regionen. Zu ihnen gehören der Central Mindanao Volcanic Arc sowie Vulkangebiete im Westen und Süden.
Über allem erhebt sich der 2.954 Meter hohe Mount Apo. Er ist nicht nur Mindanaos höchster Gipfel, sondern der höchste Berg der gesamten Philippinen. Apo wird als potentiell aktiver Vulkan eingestuft; sein Gebiet weist Fumarolen und andere hydrothermale Erscheinungen auf. Aktiver sind andere Feuerberge der Insel. Ragang gehört zu den bedeutenden Vulkanen Zentralmindanaos, während Matutum mit seinem steilen Profil das südliche Hochland prägt. Besonders bemerkenswert ist auch Mount Parker, dessen Gipfelregion eine große Caldera mit dem Maughan-See enthält. Vulkanismus bedeutet auf Mindanao deshalb nicht nur Eruptionsgefahr, sondern schafft auch Hochländer, Wassereinzugsgebiete und außergewöhnlich artenreiche Lebensräume. Gegenüber Island ist die Insel knapp kleiner und ihr Vulkanismus räumlich weniger flächendeckend. Für die siebte Position reicht ihre enorme Größe in Verbindung mit mehreren aktiven Vulkanprovinzen jedoch deutlich aus.
- Etwa 97.500 Quadratkilometer groß.
- Mount Apo erreicht 2.954 Meter und ist der höchste Berg der Philippinen.
- Ragang, Matutum und Parker gehören zu den markanten Vulkansystemen der Insel.
- Land
- Philippinen
- Fläche
- ca. 97.500 km²
- Höchster Punkt
- Mount Apo
- Höhe
- 2.954 m
- Status Mount Apo
- potentiell aktiver Vulkan
- Bekannte Vulkane
- Apo, Ragang, Matutum, Parker
- Tektonik
- mehrere komplexe Vulkanbogen- und Subduktionssysteme
- Besonderheit
- höchster Gipfel des gesamten philippinischen Archipels
- Quelle
- DOST-PHIVOLCS
8. Hokkaidō: Japans Vulkaninsel zwischen Kurilenbogen und Nordostjapan
Rang: 8 Feuerring
Hokkaidō umfasst als Hauptinsel ungefähr 78.000 Quadratkilometer. Die nördlichste der vier großen japanischen Inseln liegt an einer geologisch besonders interessanten Nahtstelle: Hier nähern sich der Kurilen-Inselbogen und das vulkanisch-tektonische System Nordostjapans. Das Japan Meteorological Agency führt allein in der Hokkaidō-Region eine lange Reihe aktiver Vulkane, darunter Shiretoko-Iozan, Mashū, Atosanupuri, Tokachidake, Tarumae, Usu und Hokkaidō-Komagatake.
Der höchste Gipfel Hokkaidōs ist der 2.291 Meter hohe Asahidake im Daisetsuzan-Gebirge. Die Landschaft rund um Daisetsuzan besteht aus mehreren vulkanischen Zentren, Hochflächen und geothermal aktiven Gebieten. Tokachidake ist ein weiterer bekannter aktiver Schichtvulkan. Im Südwesten zeigt der Usu-Komplex, wie schnell vulkanische Landschaften entstehen können: Bei Eruptionen im 20. Jahrhundert bildeten sich neue Kryptodome und Hebungsstrukturen. Hokkaidō besitzt darüber hinaus mehrere große Calderaseen, darunter Mashū und Shikotsu. Im Größenvergleich mit Honshū ist die Insel weniger als halb so groß, doch ihre Vulkanlandschaften sind besonders konzentriert und vielerorts deutlich sichtbar. Die vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte reduziert zwar stellenweise das unmittelbare Risiko, aber Orte, Verkehrsachsen, Landwirtschaft und Tourismus liegen dennoch in Reichweite aktiver Systeme. Platz acht ergibt sich eindeutig aus der Landfläche.
- Rund 78.000 Quadratkilometer große Hauptinsel.
- Asahidake ist mit 2.291 Metern der höchste Punkt Hokkaidōs.
- Die japanische Wetterbehörde überwacht zahlreiche aktive Vulkane auf der Insel.
- Land
- Japan
- Fläche
- ca. 78.000 km²
- Höchster Punkt
- Asahidake
- Höhe
- 2.291 m
- Tektonische Lage
- Übergangsbereich von Kurilen- und Nordostjapan-Bogen
- Bekannte Vulkane
- Tokachidake, Usu, Tarumae, Asahidake
- Calderagebiete
- Mashū, Shikotsu und weitere
- Besonderheit
- hohe Konzentration aktiver Vulkanzentren in Nordjapan
- Quelle
- Japan Meteorological Agency
9. New Britain: Eine 520 Kilometer lange Insel voller aktiver Feuerberge
Rang: 9 Extrem aktiv
New Britain ist mit rund 35.145 Quadratkilometern deutlich kleiner als Hokkaidō, gehört vulkanologisch aber zu den spektakulärsten Kandidaten des Rankings. Die größte Insel des Bismarck-Archipels erstreckt sich über etwa 520 Kilometer vor der Nordostküste Papua-Neuguineas. Sie liegt am Bismarck-Vulkanbogen, wo Subduktionsprozesse eine Kette ausgesprochen aktiver Feuerberge speisen. Smithsonian-Daten zeigen auf und unmittelbar an New Britain unter anderem Ulawun, Langila, Rabaul, Pago, Garbuna und die Sulu Range.
Der 2.334 Meter hohe Ulawun ist der höchste Vulkan des Bismarck-Bogens und einer der am häufigsten aktiven Vulkane Papua-Neuguineas. Seine dokumentierte Eruptionsgeschichte reicht bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück. Noch dramatischer ist die Geschichte von Rabaul am nordöstlichen Ende der Insel. Dort liegen mehrere Vulkanschlote innerhalb einer großen Caldera. Im September 1994 brachen Tavurvur und Vulcan gleichzeitig aus; große Teile der damaligen Provinzhauptstadt Rabaul wurden unter Asche begraben, und Verwaltungsfunktionen verlagerten sich anschließend nach Kokopo. New Britain unterscheidet sich dadurch von den ersten acht Rängen: Hier ist die vulkanische Herkunft nicht nur ein Teil einer komplizierten Großinselgeologie, sondern wesentlich offensichtlicher. Die Insel ist buchstäblich eine lange Kette vulkanischer Gebirge. Flächenmäßig reicht es dennoch nur für Platz neun.
- Etwa 35.145 Quadratkilometer groß und rund 520 Kilometer lang.
- Ulawun erreicht 2.334 Meter und ist der höchste Vulkan des Bismarck-Bogens.
- Die Doppel-Eruption von Rabaul 1994 verwüstete große Teile der damaligen Provinzhauptstadt.
- Land
- Papua-Neuguinea
- Fläche
- ca. 35.145 km²
- Länge
- ca. 520 km
- Höchster Vulkan
- Ulawun
- Höhe
- 2.334 m
- Vulkanbogen
- Bismarck-Bogen
- Bekannte Vulkane
- Ulawun, Langila, Rabaul, Pago, Garbuna
- Historisches Ereignis
- Rabaul-Eruption 1994
- Besonderheit
- außergewöhnlich hohe Dichte häufig aktiver Vulkanzentren
- Quelle
- Smithsonian Global Volcanism Program – Ulawun
10. Halmahera: Wo Dukono seit Jahrzehnten fast ohne Pause eruptiert
Rang: 10 Dauereruption
Halmahera ist mit ungefähr 17.800 Quadratkilometern die kleinste Insel dieser Top 10, geologisch jedoch alles andere als unscheinbar. Die stark gegliederte Insel in den nördlichen Molukken besitzt eine charakteristische, beinahe vierarmige Form. Ihr westlicher Bereich wird vom Halmahera-Vulkanbogen geprägt, der durch die außergewöhnlich komplizierte Plattentektonik des Molukkensee-Raums entstanden ist. Hier stehen aktive Schichtvulkane direkt über einer Zone, in der sich mehrere ozeanische und mikroplattentektonische Strukturen begegnen.
Der prominenteste Vulkan ist Dukono im Norden. Das Smithsonian Global Volcanism Program beschreibt ihn als einen der aktivsten Vulkane Indonesiens; seit 1933 hält nahezu kontinuierliche explosive Aktivität an. Regelmäßige Aschewolken sind deshalb kein seltenes Ereignis, sondern Teil des langfristigen Normalzustands. Weiter südwestlich liegt Ibu, dessen jüngste Eruptionsphase bereits seit 2008 andauert und häufig Ascheemissionen erzeugt. Der etwa 1.635 Meter hohe Gamkonora zählt ebenfalls zu den großen Vulkankegeln der Insel. Halmahera zeigt damit eine andere Form von vulkanischer Bedeutung als Java oder Luzon: Die Bevölkerung ist wesentlich kleiner, aber einzelne Vulkane können über Jahrzehnte eine erstaunlich konstante Aktivität aufrechterhalten. Im Flächenranking reicht Halmahera knapp für Platz zehn; gemessen an der Dauer gegenwärtiger Eruptionsaktivität würde die Insel wesentlich weiter oben stehen.
- Etwa 17.800 Quadratkilometer große Hauptinsel der nördlichen Molukken.
- Dukono zeigt seit 1933 nahezu kontinuierliche explosive Aktivität.
- Ibus gegenwärtige Eruptionsphase begann bereits 2008.
- Land
- Indonesien
- Fläche
- ca. 17.800 km²
- Höchster markanter Vulkan
- Gamkonora
- Höhe Gamkonora
- ca. 1.635 m
- Vulkanbogen
- Halmahera-Bogen
- Bekannte Vulkane
- Dukono, Ibu, Gamkonora
- Dukono-Aktivität
- nahezu kontinuierliche Eruptionsphase seit 1933
- Ibu-Aktivität
- gegenwärtige Eruptionsphase seit 2008
- Besonderheit
- zwei außergewöhnlich lang andauernde aktive Vulkansysteme
- Quelle
- Smithsonian Global Volcanism Program – Dukono
Häufige Fragen zu den größten Vulkaninseln
Welche ist die größte Vulkaninsel der Welt?
Bei einer weiten geologischen Definition vulkanisch geprägter Inselbogensysteme steht Sumatra mit rund 443.000 Quadratkilometern Hauptinselfläche an erster Stelle. Die Insel besteht allerdings nicht vollständig aus Vulkangestein. Vulkanismus prägt vor allem das Barisangebirge entlang ihrer Westseite.
Ist Island die größte Vulkaninsel der Welt?
Island wird häufig als größte klassische Vulkaninsel bezeichnet, weil die Insel unmittelbar auf dem Mittelatlantischen Rücken und über einem Hotspot aufgebaut wurde. Werden jedoch auch wesentlich vulkanisch geprägte Inselbögen wie Sumatra, Honshū, Java und Luzon einbezogen, ist Island mit etwa 103.000 Quadratkilometern nur die sechstgrößte Insel dieses Rankings.
Wie entstehen Vulkaninseln?
Vulkaninseln können auf unterschiedliche Weise entstehen. An Subduktionszonen sinkt eine Erdplatte unter eine andere und erzeugt Magma, aus dem Inselbögen wie Japan oder Indonesien aufgebaut werden. An divergenten Plattengrenzen steigt Mantelmaterial auf; Island liegt beispielsweise direkt auf dem Mittelatlantischen Rücken. Eine dritte Möglichkeit sind Hotspots wie unter Hawaii.
Welche Vulkaninsel hat besonders viele aktive Vulkane?
Java gehört zu den auffälligsten Beispielen. NASA-Daten nennen mehr als 35 aktive Vulkane auf der Insel. Dazu gehören Merapi, Semeru, Bromo und zahlreiche weitere Zentren des Sunda-Vulkanbogens. Auch Honshū, Hokkaidō, Luzon und New Britain besitzen eine hohe Konzentration aktiver Vulkane.
Welche Vulkaninsel ist aktuell besonders aktiv?
Mehrere Inseln dieser Liste zeigen auch im 21. Jahrhundert häufige Aktivität. Auf Halmahera eruptiert Dukono seit 1933 nahezu kontinuierlich, während Ibus aktuelle Eruptionsphase 2008 begann. Auf Island kam es seit 2021 auf der Reykjanes-Halbinsel zu einer neuen Serie von Magmaintrusionen und Spalteneruptionen; auch 2026 wird das Gebiet intensiv überwacht.







