56,7 °C Lufttemperatur, Nächte mit mehr als 42 °C Mindesttemperatur und Hitzeindizes jenseits von 70 °C: Die heißesten Orte der Erde sind nicht einfach nur Wüsten auf der Landkarte. Sie zeigen, wie Rekordhitze entsteht, warum manche historische Messungen umstritten sind und weshalb für Menschen nicht nur die Temperatur auf dem Thermometer zählt.
Dieses Ranking bewertet die 10 heißesten Orte der Welt nach drei Kriterien: höchste gemessene Lufttemperatur, Qualität der Messung und besondere Hitzebelastung. Offizielle oder von der Weltorganisation für Meteorologie geprüfte Werte stehen höher als unsichere historische Angaben. Ergänzend wurden Orte aufgenommen, die nicht durch absolute Tagesrekorde, sondern durch extreme Dauerhitze, Nachtwärme oder gefährliche Kombinationen aus Hitze und Feuchtigkeit auffallen. Bodentemperaturen und Satellitenwerte wurden ausgeschlossen. Datenstand: Juni 2026. Der Artikel gehört zur Kategorie Natur.
So wurde gewertet
Gewertet wurden Lufttemperaturen in meteorologischer Standardmessung, also geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und etwa 1,5 bis 2 m über dem Boden. Die Rangfolge priorisiert erst offiziell geführte oder moderne, gut geprüfte Lufttemperaturrekorde. Danach folgen Orte mit besonders relevanter Hitzebelastung: große bewohnte Städte, extreme Hitzeindizes, höchste nächtliche Mindesttemperaturen oder dauerhaft außergewöhnliche Jahresmittel. Historische Rekorde mit schwächerer Messdokumentation werden ausdrücklich gekennzeichnet. Deshalb stehen moderne WMO-verifizierte Werte teilweise fachlich höher im Text als ältere, nominell größere Angaben.
Warum Bodentemperaturen nicht zählen
In Wüsten können Sand, Fels oder dunkle Salzflächen deutlich heißer werden als die Luft. Satelliten messen deshalb teils Oberflächentemperaturen von über 70 °C. Für offizielle Wetterrekorde zählt jedoch die Lufttemperatur in standardisierter Messhöhe. Nur so sind Orte weltweit vergleichbar. Ein 80 °C heißer Boden bedeutet also nicht, dass Menschen in 80 °C heißer Luft stehen.
Übersicht
| Rang | Ort | Land | Rekord / Kennzahl | Datum / Zeitraum | Messstatus | Hitze-Typ | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Death Valley / Furnace Creek | USA | 56,7 °C | 10.07.1913 | offizieller WMO-Weltrekord, wissenschaftlich diskutiert | absolute Lufttemperatur | höchster offiziell geführter Lufttemperaturwert der Erde |
| 2 | Kebili | Tunesien | 55,0 °C | 07.07.1931 | WMO-Tabellenwert, historisch einzuordnen | absolute Lufttemperatur | höchster geführter Wert der östlichen Hemisphäre |
| 3 | Mitribah | Kuwait | 53,9 °C ±0,1 °C / gerundet 54,0 °C | 21.07.2016 | WMO-verifiziert | moderne Rekordhitze | einer der zuverlässigsten modernen Extremwerte |
| 4 | Turbat | Pakistan | 53,7 °C ±0,4 °C / gerundet 54,0 °C | 28.05.2017 | WMO-verifiziert | Vormonsun-Hitze | extreme Hitze vor Einsetzen des Monsuns |
| 5 | Tirat Zvi | Israel | 54,0 °C historisch gemeldet | 21.06.1942 | historischer Regionalrekord, diskutiert | Tieflandhitze | Beckenlage rund 200 m unter Meeresspiegel |
| 6 | Basra | Irak | 53,9 °C gemeldet | 22.07.2016 | sehr hoher gemeldeter Wert | Großstadthitze | extreme Hitze in dicht besiedelter Region |
| 7 | Ahvaz | Iran | 53,7 °C gemeldet | 29.06.2017 | nationaler Rekord gemeldet | Stadt- und Staubhitze | Hitze, Staub, Luftverschmutzung und warme Nächte |
| 8 | Bandar Mahshahr | Iran | ca. 46 °C Lufttemperatur, ca. 74 °C Hitzeindex | 31.07.2015 | Hitzeindex-Ereignis | feucht-heiße Küstenhitze | eine der extremsten gefühlten Temperaturen |
| 9 | Quriyat | Oman | 42,6 °C Tagesminimum | 26.06.2018 | höchste 24-Stunden-Mindesttemperatur gemeldet | Nacht- und Dauerhitze | ein ganzer Tag ohne Abkühlung unter 42,6 °C |
| 10 | Dallol | Äthiopien | ca. 34–35 °C Jahresmittel | historische Klimareihen | Dauerhitze statt Tagesrekord | Jahreshitze | einer der heißesten Orte im Jahresmittel |
Death Valley, USA
Rang: 1 Weltrekord
Death Valley steht auf Platz 1, weil Furnace Creek nach offizieller WMO-Führung den Weltrekord für die höchste gemessene Lufttemperatur hält: 56,7 °C am 10. Juli 1913. Dieser Wert ist berühmt, aber nicht unproblematisch. Mehrere Klimahistoriker bezweifeln, dass die Messung von 1913 unter idealen Bedingungen entstand. Trotzdem bleibt sie der offiziell geführte Rekord, nachdem der frühere Libyen-Rekord von 58 °C aus El Azizia 2012 verworfen wurde.
Die extreme Hitze ist geographisch gut erklärbar. Death Valley liegt tief, trocken und von Gebirgen eingeschlossen. Furnace Creek befindet sich rund 54 m unter dem Meeresspiegel. Absinkende Luft erwärmt sich, Wolken sind selten, und der dunkle Wüstenboden speichert enorme Wärmemengen. Die Gebirgsketten verhindern zudem, dass feuchtere, kühlere Luftmassen leicht eindringen. So entsteht ein natürlicher Backofen, in dem sich Wärme tagsüber aufbaut und nachts nur langsam entweicht.
Death Valley bleibt auch ohne den umstrittenen 1913er-Wert ein moderner Hitzepol. In den letzten Jahren wurden wiederholt Werte um 54 °C gemessen, und der Nationalpark meldete außergewöhnlich heiße Sommer. Der Ort unterscheidet sich von vielen anderen Kandidaten dadurch, dass er sowohl historische Rekorde als auch heutige Extremhitze verbindet. Genau diese Kombination aus offizieller Rekordstellung, physikalisch plausibler Topografie und aktueller Hitzerealität macht Death Valley zur Nummer 1.
- Offiziell geführter WMO-Weltrekord: 56,7 °C
- Furnace Creek liegt unter dem Meeresspiegel
- Auch moderne Sommer erreichen dort regelmäßig lebensgefährliche Extremwerte
- Ort
- Furnace Creek / Death Valley
- Land
- USA
- Rekordwert
- 56,7 °C
- Datum
- 10. Juli 1913
- Höhenlage
- ca. 54 m unter Meeresspiegel
- Klimatyp
- heißes Wüstenklima
- Messstatus
- offizieller WMO-Weltrekord, fachlich diskutiert
- Hitze-Ursache
- Tieflage, Trockenheit, Gebirgskessel, starke Einstrahlung
- Abgrenzung
- höher als alle offiziell geführten Lufttemperaturwerte
- Quelle
- NOAA/NCEI
Kebili, Tunesien
Rang: 2 Afrika-Rekord
Kebili am Rand der tunesischen Sahara erreicht Platz 2, weil die WMO-Extremtabelle für den 7. Juli 1931 einen Wert von 55,0 °C führt. Damit liegt Kebili nominell nur 1,7 °C unter dem offiziellen Weltrekord von Death Valley. Der Wert ist vor allem deshalb spannend, weil er gleichzeitig hoch genug für Platz 2 ist, aber aus einer Zeit stammt, in der Messnetze, Instrumentierung und Stationsdokumentation nicht so standardisiert waren wie heute.
Klimatisch ist Kebili als Hitzepol plausibel. Die Oasenstadt liegt im Einflussbereich der Sahara. Dort dominieren im Sommer trockene Luftmassen, nahezu wolkenloser Himmel und sehr starke Sonneneinstrahlung. Verdunstungskühlung spielt wegen der geringen Bodenfeuchte außerhalb bewässerter Flächen kaum eine Rolle. Dadurch kann sich die bodennahe Luft extrem stark aufheizen.
Besonders interessant ist der Kontrast zwischen Oase und Wüste. In bewässerten Palmenhainen entstehen lokal kühlere Mikroräume, während das Umland glühend heiß bleibt. Diese traditionelle Anpassung an Hitze unterscheidet Kebili von rein technischen Wüstenstationen. Im Ranking steht der Ort vor Mitribah und Turbat, weil der geführte Wert höher ist. Fachlich muss man jedoch sagen: Die modernen Werte aus Kuwait und Pakistan sind messtechnisch belastbarer.
- 55,0 °C als WMO-Tabellenwert
- Oasenstadt am Rand der Sahara
- Sehr hoher historischer Rekord, aber geringere Messsicherheit als moderne Werte
- Ort
- Kebili
- Land
- Tunesien
- Rekordwert
- 55,0 °C
- Datum
- 7. Juli 1931
- Region
- Sahararand nahe Chott el-Djerid
- Klimatyp
- heißes Wüstenklima
- Messstatus
- WMO-Tabellenwert, historisch einzuordnen
- Besonderheit
- Oasenmikroklima in extrem heißer Wüstenumgebung
- Abgrenzung
- höherer Wert als Mitribah und Turbat, aber ältere Messung
- Quelle
- WMO Extremrekorde
Mitribah, Kuwait
Rang: 3 WMO-verifiziert
Mitribah in Kuwait ist einer der wichtigsten Orte dieser Liste, weil der dort gemessene Extremwert modern und offiziell überprüft ist. Die WMO bewertete die Messung vom 21. Juli 2016 und bestätigte 53,9 °C ±0,1 °C, häufig gerundet als 54,0 °C angegeben. Damit gehört Mitribah zu den höchsten zuverlässig gemessenen Lufttemperaturen der Erde.
Der Ort liegt im nordwestlichen Inland Kuwaits, weit genug vom Golf entfernt, um kaum von kühlender Meeresluft zu profitieren. Im Sommer dominiert dort trockene, heiße Kontinentalluft. Wolken fehlen fast völlig, der Boden ist trocken, Vegetation ist spärlich, und die Sonneneinstrahlung wirkt über viele Stunden nahezu ungebremst. Wenn zusätzlich heiße Winde aus dem Landesinneren einsetzen, kann die Lufttemperatur in einen Bereich steigen, der für Menschen im Freien akut gefährlich wird.
Mitribah steht hinter Kebili, obwohl die Messung fachlich stärker ist, weil das Ranking zuerst nach höchster Lufttemperatur sortiert. Für die wissenschaftliche Belastbarkeit ist Mitribah aber fast wichtiger als Kebili. Der Ort zeigt, wie moderne Rekordprüfung funktioniert: Stationsdaten, Instrumente, Umgebung und Messabläufe wurden untersucht, bevor die WMO den Wert anerkannte. Deshalb ist Mitribah einer der besten Referenzpunkte, wenn es um die heißesten verlässlich gemessenen Orte der Welt geht.
- 53,9 °C ±0,1 °C, häufig als 54,0 °C gerundet
- Von der WMO offiziell verifiziert
- Extrem trockene Inlandswüste mit sehr hoher Einstrahlung
- Ort
- Mitribah
- Land
- Kuwait
- Rekordwert
- 53,9 °C ±0,1 °C
- Datum
- 21. Juli 2016
- Region
- nordwestliches Inland Kuwaits
- Klimatyp
- heißes Wüstenklima
- Messstatus
- WMO-verifiziert
- Besonderheit
- einer der belastbarsten modernen Hitzerekorde
- Abgrenzung
- niedriger als Kebili, aber wesentlich moderner und besser geprüft
- Quelle
- WMO
Turbat, Pakistan
Rang: 4 Vormonsun-Hitze
Turbat in Belutschistan erreichte am 28. Mai 2017 einen von der WMO bestätigten Wert von 53,7 °C ±0,4 °C, der ebenfalls häufig als 54,0 °C gerundet wird. Damit gehört Turbat zu den heißesten modern verifizierten Orten der Erde. Der Rang hinter Mitribah ergibt sich aus der offiziellen Unsicherheitsspanne und der etwas niedrigeren zentralen Angabe.
Die besondere Hitze in Turbat entsteht vor allem vor dem Monsun. Im späten Frühjahr kann sich Südwestpakistan tagelang unter trockener, wolkenarmer Luft aufheizen. Die Landschaft ist vegetationsarm, der Boden trocken, und Tal- beziehungsweise Beckenlagen begünstigen Wärmestau. Anders als in Küstenregionen fehlt oft die feuchte Luft, die Wolkenbildung oder Verdunstungskühlung fördern könnte. Die Sonne arbeitet daher über viele Stunden fast ungebremst.
Der Ort ist auch gesellschaftlich relevant. Turbat ist keine unbewohnte Messstation, sondern eine Stadt in einer Region mit begrenzter Infrastruktur. Temperaturen jenseits von 50 °C beeinflussen dort Stromversorgung, Wasserbedarf, Arbeit im Freien und Gesundheitsrisiken. Im Vergleich zu Death Valley ist die touristische Aufmerksamkeit gering, die reale Belastung für Bewohner aber hoch. Genau deshalb ist Turbat ein zentraler Eintrag: Er verbindet moderne Messqualität mit bewohnter Extremhitze.
- 53,7 °C ±0,4 °C am 28. Mai 2017
- Von der WMO verifiziert
- Spitzenhitze vor Beginn des Monsuns
- Ort
- Turbat
- Land
- Pakistan
- Rekordwert
- 53,7 °C ±0,4 °C
- Datum
- 28. Mai 2017
- Region
- Belutschistan, Südwestpakistan
- Klimatyp
- heißes Wüsten- bis Halbwüstenklima
- Messstatus
- WMO-verifiziert
- Besonderheit
- extreme Vormonsun-Hitze in bewohnter Region
- Abgrenzung
- ähnlich heiß wie Mitribah, aber mit größerer Messunsicherheit
- Quelle
- WMO
Tirat Zvi, Israel
Rang: 5 Tieflandhitze
Tirat Zvi im Beit-Sche’an-Tal wird häufig mit einem historischen Wert von 54,0 °C vom 21. Juni 1942 genannt. Der Ort liegt in der Jordansenke, rund 200 m unter dem Meeresspiegel. Diese Tieflage ist einer der wichtigsten Gründe für die extreme Hitze: Absinkende Luft erwärmt sich, und in einer Senke kann sich Wärme besonders stark sammeln.
Im Ranking steht Tirat Zvi hinter Mitribah und Turbat, obwohl der nominelle Wert ähnlich hoch ist. Der Grund liegt in der Messqualität. Die modernen Werte aus Kuwait und Pakistan wurden von der WMO detailliert geprüft, während Tirat Zvi ein historischer Rekord mit stärkerer Diskussion bleibt. Für eine seriöse Liste ist diese Unterscheidung entscheidend: Nicht jeder hohe Wert ist gleich belastbar.
Spannend ist Tirat Zvi auch, weil es kein abgeschiedener Wüstenposten ist. Der Kibbutz liegt in einer landwirtschaftlich genutzten Region, in der Hitze durch Bewässerung, Arbeitszeiten und Schattenstrategien bewältigt werden muss. Das macht den Ort zu einem Beispiel dafür, wie Menschen in extrem heißen Tieflandbecken leben und wirtschaften. Im Vergleich zu Death Valley ist Tirat Zvi weniger bekannt, klimatisch aber hochinteressant.
- Historisch gemeldete 54,0 °C
- Lage rund 200 m unter dem Meeresspiegel
- Hitze durch Beckenlage, Trockenheit und starke Einstrahlung
- Ort
- Tirat Zvi
- Land
- Israel
- Gemeldeter Rekordwert
- 54,0 °C
- Datum
- 21. Juni 1942
- Region
- Beit-Sche’an-Tal / Jordansenke
- Höhenlage
- rund 200 m unter Meeresspiegel
- Messstatus
- historischer Regionalrekord, fachlich diskutiert
- Besonderheit
- bewohnter Hitzepol in tiefer Beckenlage
- Abgrenzung
- nominell ähnlich heiß wie Mitribah/Turbat, aber ältere Messung
- Quelle
- WMO Extremrekorde
Basra, Irak
Rang: 6 Großstadthitze
Basra gehört zu den heißesten Großstadtregionen der Erde. Am 22. Juli 2016 wurden dort 53,9 °C gemeldet. Das liegt nur knapp unter den modern verifizierten Spitzenwerten von Mitribah und Turbat. Der Ort steht auf Rang 6, weil die Messung nicht denselben globalen WMO-Verifikationsstatus besitzt, aber als gemeldeter Extremwert und wegen der Bevölkerungsdichte besonders relevant ist.
Die Stadt liegt im Südirak, etwa 75 Meilen nordwestlich des Persischen Golfs. Dadurch treffen zwei Formen von Hitze aufeinander: extrem heiße Luft aus dem Landesinneren und zeitweise feuchtere Einflüsse aus der Golfregion. Je nach Wetterlage kann die Hitze trocken und sengend oder drückend feucht sein. Für Menschen ist beides gefährlich, aber feuchte Hitze erschwert die Schweißverdunstung besonders stark.
Basra unterscheidet sich von Furnace Creek oder Mitribah durch seine urbane Dimension. Millionen Menschen, Stromnetze, Verkehr, Wasserinfrastruktur und Arbeitsplätze sind direkt betroffen. In solchen Städten ist Hitze kein Naturphänomen für Rekordtabellen, sondern eine Belastung für Alltag, Gesundheit und Wirtschaft. Deshalb gehört Basra trotz etwas schwächerer Rekordabsicherung weit nach oben in diese Liste.
- 53,9 °C am 22. Juli 2016 gemeldet
- Eine der heißesten Großstadtregionen der Welt
- Hitzeprobleme werden durch Urbanisierung und Infrastrukturbelastung verschärft
- Ort
- Basra
- Land
- Irak
- Gemeldeter Spitzenwert
- 53,9 °C
- Datum
- 22. Juli 2016
- Region
- Südirak nahe Persischem Golf
- Klimatyp
- heißes Wüstenklima mit zeitweise feuchtem Küsteneinfluss
- Messstatus
- sehr hoher gemeldeter Wert, vorläufige Einordnung
- Besonderheit
- extreme Hitze in einer großen bewohnten Stadtregion
- Abgrenzung
- ähnlich heiß wie Mitribah, aber weniger offiziell abgesichert
- Quelle
- Washington Post
Ahvaz, Iran
Rang: 7 Iran-Rekord
Ahvaz im Südwesten Irans erreichte am 29. Juni 2017 laut Berichten 53,7 °C. Damit zählt die Stadt zu den heißesten bewohnten Orten der modernen Messgeschichte. Der Wert wurde als Irans höchster zuverlässig gemeldeter Temperaturwert beschrieben und lag nahe an den höchsten modernen Messungen überhaupt.
Die Hitze in Ahvaz entsteht in einer flachen, sommerlich extrem heißen Region nahe dem Persischen Golf. Heiße kontinentale Luftmassen können sich mit Feuchtigkeitseinfluss aus südlicher Richtung verbinden. Hinzu kommen Staubstürme und Luftverschmutzung, die die Belastung für Menschen zusätzlich erhöhen. Ahvaz ist also nicht nur heiß, sondern oft auch gesundheitlich besonders problematisch.
Im Ranking steht Ahvaz hinter Basra, weil der gemeldete Spitzenwert minimal niedriger liegt und die internationale Rekordprüfung weniger eindeutig ist. Inhaltlich ist Ahvaz aber einer der wichtigsten Einträge: Die Stadt zeigt, dass extreme Hitze in urbanen Räumen anders wirkt als in leeren Wüsten. Asphalt, Gebäude, Verkehr, Abwärme und Klimaanlagenbedarf verstärken den Hitzestress. Für Bewohner bedeutet ein Rekordtag nicht nur eine Zahl, sondern Risiko für Kreislauf, Stromversorgung, Arbeit und Mobilität.
- 53,7 °C im Juni 2017 gemeldet
- Gilt als einer der höchsten modernen Werte im Iran
- Zusätzliche Belastung durch Staub, Luftverschmutzung und warme Nächte
- Ort
- Ahvaz
- Land
- Iran
- Gemeldeter Spitzenwert
- 53,7 °C
- Datum
- 29. Juni 2017
- Region
- Khuzestan, Südwestiran
- Klimatyp
- heißes Wüstenklima
- Messstatus
- nationaler Rekord gemeldet, internationale Prüfung offen
- Besonderheit
- Hitze, Staub, Luftverschmutzung und Großstadteffekt
- Abgrenzung
- minimal unter Basra, aber besonders starke urbane Hitzebelastung
- Quelle
- The Weather Channel
Bandar Mahshahr, Iran
Rang: 8 Hitzeindex
Bandar Mahshahr steht nicht wegen der höchsten Lufttemperatur auf Platz 8, sondern wegen einer der extremsten bekannten Kombinationen aus Hitze und Luftfeuchtigkeit. Ende Juli 2015 wurden dort etwa 46 °C Lufttemperatur und ein Taupunkt um 32 °C gemeldet. Daraus ergab sich ein Hitzeindex von rund 74 °C. Der Hitzeindex beschreibt, wie heiß sich die Luft für den menschlichen Körper anfühlt, wenn hohe Feuchtigkeit die Verdunstung von Schweiß erschwert.
Das macht Bandar Mahshahr anders gefährlich als Death Valley. In trockener Wüste kann Schweiß noch relativ gut verdunsten, sofern genug Wasser vorhanden ist. In feucht-heißer Luft funktioniert diese natürliche Kühlung deutlich schlechter. Ab einem bestimmten Punkt wird selbst Schatten kaum noch entlastend, weil der Körper Wärme nicht mehr ausreichend abgeben kann.
Die Stadt liegt an der iranischen Küste des Persischen Golfs. Sehr warmes Wasser, flache Küstenebenen, schwacher Wind und heiße Luftmassen aus dem Landesinneren erzeugen dort einen gefährlichen Mix. Bandar Mahshahr zeigt deshalb, warum die heißesten Orte der Erde nicht nur über Rekordtemperaturen definiert werden sollten. Für Menschen kann ein Ort mit 46 °C und extrem hoher Luftfeuchte gefährlicher sein als ein trockener Ort mit 50 °C.
- ca. 46 °C Lufttemperatur beim Extremereignis
- Hitzeindex von rund 74 °C gemeldet
- Extrem gefährlich durch hohe Luftfeuchtigkeit und eingeschränkte Schweißverdunstung
- Ort
- Bandar Mahshahr
- Land
- Iran
- Lufttemperatur
- ca. 46 °C
- Hitzeindex
- rund 74 °C
- Datum
- 31. Juli 2015
- Region
- Küste des Persischen Golfs
- Klimatyp
- feucht-heißes Küstenwüstenklima
- Messstatus
- Hitzeindex-Ereignis, kein absoluter Lufttemperaturrekord
- Besonderheit
- eine der extremsten gefühlten Hitzebelastungen
- Abgrenzung
- niedrigere Lufttemperatur als Ahvaz, aber deutlich gefährlichere Feuchtebelastung
- Quelle
- NOAA Climate.gov
Quriyat, Oman
Rang: 9 Hitzerekord-Nacht
Quriyat in Oman ist ein anderer Extremfall: Der Ort ist nicht wegen der höchsten Tagesmaximumtemperatur berühmt, sondern wegen der wohl heißesten 24-Stunden-Mindesttemperatur. Am 26. Juni 2018 fiel die Temperatur über einen ganzen Tag hinweg nicht unter 42,6 °C. Das bedeutet: Selbst der kühlste Moment des Tages war heißer als ein extremer Hochsommernachmittag in vielen Teilen Europas.
Solche Hitzerekorde sind für den Menschen besonders gefährlich. Normalerweise kann sich der Körper nachts erholen, Wohnungen kühlen etwas ab, und die Kreislaufbelastung sinkt. Wenn die Temperatur jedoch selbst nachts über 40 °C bleibt, entsteht Dauerstress. Schlaf wird schlechter, Klimaanlagen laufen permanent, Stromnetze werden stärker belastet, und Risikogruppen haben kaum Erholungsphasen.
Quriyat liegt an der Küste des Golfs von Oman. Dort können heiße Luftmassen aus dem Landesinneren mit feuchter Küstenluft zusammenkommen. Die Luft bleibt warm, schwer und schlecht abkühlend. Im Ranking steht Quriyat hinter Bandar Mahshahr, weil der Hitzeindex dort extremer war. Trotzdem gehört Quriyat klar in diese Liste: Kein Ort zeigt besser, dass die gefährlichste Hitze oft dann beginnt, wenn auch die Nacht keine Pause mehr bietet.
- 42,6 °C als 24-Stunden-Mindesttemperatur
- Ein ganzer Tag ohne Abkühlung unter 42,6 °C
- Besonders relevant für Gesundheit, Schlaf und Stromversorgung
- Ort
- Quriyat / Qurayyat
- Land
- Oman
- Rekord-Kennzahl
- 42,6 °C Tagesminimum
- Datum
- 26. Juni 2018
- Region
- Küste des Golfs von Oman
- Klimatyp
- heißes Küstenwüstenklima
- Messstatus
- höchste 24-Stunden-Mindesttemperatur gemeldet
- Besonderheit
- extreme Nacht- und Dauerhitze
- Abgrenzung
- keine Top-Maximaltemperatur, aber außergewöhnliche fehlende Abkühlung
- Quelle
- Guinness World Records
Dallol, Äthiopien
Rang: 10 Dauerhitze
Dallol in der Danakil-Senke schließt das Ranking ab, obwohl dort kein moderner Tagesrekord wie in Kuwait oder Pakistan im Mittelpunkt steht. Der Ort ist wichtig, weil er für dauerhafte Hitze steht. Historische Klimareihen nennen Jahresmittel um 34 bis 35 °C. Das klingt neben 54 °C zunächst niedrig, ist aber klimatisch extrem: Ein Jahresmittel über 34 °C bedeutet, dass selbst „kühlere“ Phasen kaum echte Entlastung bringen.
Die Danakil-Senke liegt unter dem Meeresspiegel und gehört zu den lebensfeindlichsten Landschaften der Erde. Salzflächen, saure Quellen, Schwefelablagerungen und geothermische Aktivität prägen die Region. Die Hitze wird durch Tieflage, trockene Luft, kaum Vegetation und starke Sonneneinstrahlung verstärkt. Gleichzeitig ist Dallol heute kaum dauerhaft bewohnt, was den Ort von Städten wie Basra oder Ahvaz unterscheidet.
Dallol steht auf Platz 10, weil dieses Ranking absolute Lufttemperaturrekorde stärker gewichtet. Für die Frage nach dem „heißesten Ort“ im Sinne dauerhafter Jahreswärme ist Dallol jedoch unverzichtbar. Während Death Valley, Mitribah oder Turbat vor allem durch Rekordtage auffallen, zeigt Dallol eine andere Form extremer Hitze: nicht der eine Spitzenwert, sondern ein fast permanentes Grundrauschen aus Wärme, Trockenheit und geologischer Aktivität.
- Historisches Jahresmittel um 34–35 °C
- Danakil-Senke liegt unter dem Meeresspiegel
- Extrem heiße, trockene und geothermisch aktive Landschaft
- Ort
- Dallol
- Land
- Äthiopien
- Klima-Kennzahl
- ca. 34–35 °C Jahresmittel in historischen Reihen
- Region
- Danakil-Senke, Afar-Dreieck
- Höhenlage
- unter Meeresspiegel
- Klimatyp
- hyperarides Wüstenklima
- Messstatus
- Dauerhitze statt Tagesmaximum-Rekord
- Besonderheit
- einer der heißesten Orte im Jahresmittel
- Abgrenzung
- niedrigerer Tagesrekord, aber außergewöhnlich hohe Dauerwärme
- Quelle
- Scientific Reports / PMC
FAQ – Fragen zu den heißesten Orten der Erde
Was ist der heißeste Ort der Erde?
Nach offizieller WMO-Führung hält Furnace Creek im Death Valley den Weltrekord: 56,7 °C am 10. Juli 1913. Der Wert wird wissenschaftlich diskutiert, ist aber weiterhin offiziell geführt.
Welcher moderne Hitzerekord ist besonders zuverlässig?
Die Werte von Mitribah in Kuwait und Turbat in Pakistan gehören zu den wichtigsten modernen Hitzerekorden, weil sie von der WMO überprüft wurden.
Warum sind manche Hitzerekorde umstritten?
Viele alte Rekorde stammen aus Zeiten mit weniger standardisierten Messstationen. Instrumente, Standort, Abschirmung und Beobachtungsabläufe waren nicht immer so gut dokumentiert wie heute.
Was ist gefährlicher: hohe Lufttemperatur oder hoher Hitzeindex?
Beides kann lebensgefährlich sein. Trockene 50 °C belasten den Körper stark, aber feucht-heiße Luft mit hohem Hitzeindex kann noch gefährlicher sein, weil Schweiß schlechter verdunstet.
Warum fehlen Bodentemperaturen aus der Lut-Wüste oder Sonora-Wüste?
Weil offizielle Wetterrekorde Lufttemperaturen messen. Satelliten- oder Bodentemperaturen können deutlich höher sein, sind aber nicht direkt mit standardisierten Lufttemperaturen vergleichbar.







