Wusstest du, dass sich alle wirklich hohen Gipfel Südamerikas entlang der Andenkette aufreihen – und fast alle gleichzeitig riesige Vulkanbauten sind? In dieser Liste schauen wir uns die 10 höchsten Berge des Kontinents an, sortiert nach ihrer Höhe in Metern über dem Meeresspiegel (absteigend) und mit Fokus auf Lage, Charakter und alpinistische Bedeutung.
Weil sich Höhenangaben je nach Messmethode leicht unterscheiden können, orientiert sich diese Top-10 an den heute am häufigsten zitierten Werten aus offiziellen Stellen, Forschungsinstituten und anerkannten Berg-Datenbanken. Die Reihenfolge bleibt davon aber praktisch unbeeinflusst: Aconcagua thront über allem – und dahinter folgt eine beeindruckende Parade aus Sechstausendern.
Übersicht
- 1. Aconcagua (Argentinien)
- 2. Ojos del Salado (Argentinien/Chile)
- 3. Monte Pissis (Argentinien)
- 4. Huascarán Sur (Peru)
- 5. Cerro Bonete Chico (Argentinien)
- 6. Nevado Tres Cruces Sur (Argentinien/Chile)
- 7. Llullaillaco (Argentinien/Chile)
- 8. Mercedario (Argentinien)
- 9. Yerupajá (Peru)
- 10. Nevado Incahuasi (Argentinien/Chile)
| Rang | Berg | Höhe (m) | Land/Länder | Gebirge/Region | Bergtyp | Erstbesteigung (westlich dokumentiert) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Aconcagua | 6.962 | Argentinien | Anden, Mendoza | Hochgebirgsgipfel (kein Vulkan) | 1897 |
| 2 | Ojos del Salado | 6.893 | Argentinien / Chile | Puna de Atacama | Stratovulkan, höchster Vulkan der Erde | 1937 |
| 3 | Monte Pissis | ≈ 6.795 | Argentinien | Anden, La Rioja/Catamarca | Erloschener Stratovulkan | 1937 |
| 4 | Huascarán Sur | 6.768 | Peru | Cordillera Blanca | Vergletscherter Granitberg | 1932 |
| 5 | Cerro Bonete Chico | ≈ 6.759 | Argentinien | Sierra del Veladero | Erloschener Vulkan | 1971 (erste gesicherte Besteigung) |
| 6 | Nevado Tres Cruces Sur | 6.748 | Argentinien / Chile | Anden, Grenzgebiet Catamarca/Atacama | Stratovulkan-Massiv | 1937 |
| 7 | Llullaillaco | 6.739 | Argentinien / Chile | Anden, Atacamawüste | Historisch aktiver Stratovulkan | 1952 (erste moderne Besteigung) |
| 8 | Mercedario | 6.720 | Argentinien | Anden, San Juan | Hochgebirgsmassiv | 1. Hälfte 20. Jh. |
| 9 | Yerupajá | ≈ 6.635 | Peru | Cordillera Huayhuash | Steiler Eis- und Felsgipfel | Mitte 20. Jh. |
| 10 | Nevado Incahuasi | 6.621 | Argentinien / Chile | Grenzbereich Catamarca/Atacama | Stratovulkan | 1. Hälfte 20. Jh. |
Aconcagua – Dach der Anden
Rang: 1
Der Aconcagua ist nicht nur der höchste Berg Südamerikas, sondern zugleich der höchste Gipfel der gesamten Westhalbkugel und der höchste Berg außerhalb Asiens. Wer von Mendoza aus in Richtung chilenische Grenze fährt, sieht irgendwann eine gewaltige Pyramide aus Fels und Eis über den übrigen Kämmen aufragen – genau dort beginnt der Mythos dieses Berges. Der Aconcagua ist technisch vergleichsweise „leicht“ und wird deshalb oft mit dem Kilimandscharo verglichen: ein Riesenberg, den gut vorbereitete Trekker ohne Kletterei erreichen können, sofern sie die Höhe ernst nehmen. Trotzdem ist er alles andere als harmlos: Stürme, eisige Temperaturen und die berüchtigte Dünne der Luft fordern jedes Jahr ihren Tribut. Im Sommer herrscht im Basislager Plaza de Mulas eine fast stadtähnliche Atmosphäre: Zelte, Kochdüfte, internationale Expeditionen und immer wieder nervöse Blicke nach oben in die gewaltige Südwand. Gleichzeitig hat der Berg eine lange Kulturgeschichte: Für die Inka war er Teil des heiligen Andenwegenetzes Qhapaq Ñan, archäologische Funde in der Umgebung belegen rituelle Nutzung in großer Höhe. Heute ist der Aconcagua einer der am besten erschlossenen Sechstausender der Anden – ein logischer Schritt für alle, die nach alpinen Viertausendern ihr erstes „richtig hohes“ Ziel suchen.
- Höchster Berg der Anden, Amerikas und der gesamten Südhalbkugel außerhalb Asiens.
- Liegt im Parque Provincial Aconcagua in der argentinischen Provinz Mendoza.
- Beliebtes Seven-Summits-Ziel, Normalroute ohne Kletterei, aber mit ernster Höhe.
- Höhe
- 6.962 m
- Lage
- Mendoza, Argentinien, Anden-Hauptkamm nahe der Grenze zu Chile
- Quelle
- Ministerio de Turismo y Deportes de la Nación (La Ruta Natural)
Ojos del Salado – Der höchste Vulkan der Erde
Rang: 2
Der Nevado Ojos del Salado thront inmitten der Puna de Atacama, einer der trockensten Hochwüsten des Planeten. Auf den ersten Blick wirkt der Berg eher wie ein riesiger, sanft geneigter Schutthügel, doch dieser Eindruck täuscht: Ojos del Salado ist der höchste Vulkan der Erde und ein echter Riese, der fast an die 7.000-Meter-Marke heranreicht. Die Route führt durch eine Welt aus Salzseen, Lagunen mit Flamingos und endlosen Geröllflanken, in denen sich Vulkankegel aneinanderreihen. Wer hier unterwegs ist, merkt schnell, dass weniger die technische Schwierigkeit als vielmehr Wind, Kälte und extreme Trockenheit die eigentlichen Gegner sind. Im oberen Bereich überrascht der Vulkan mit einem kleinen Kratersee – eine der höchstgelegenen permanenten Wasserflächen der Erde. Historisch spielte Ojos del Salado lange die Rolle des „ewigen Zweiten“ im Wettstreit um den höchsten Gipfel Südamerikas, bevor präzisere Messungen Aconcagua bestätigten. Für Bergsteiger ist er heute besonders spannend, weil er vulkanologische Superlative mit einem vergleichsweise gut planbaren Normalweg kombiniert. Trotzdem bleibt der Gipfeltag anspruchsvoll: Der Schlussaufschwung zum höchsten Punkt erfordert leichte Kletterei und absolute Schwindelfreiheit.
- Zweithöchster Berg Südamerikas und höchster Vulkan der Erde.
- Grenzgipfel zwischen Argentinien (Catamarca) und Chile (Region Atacama).
- Extrem trockenes Hochwüstenklima, Akklimatisation und Logistik sind der Schlüssel.
- Höhe
- 6.893 m
- Lage
- Grenzbereich Catamarca (Argentinien) / Región de Atacama (Chile), Puna de Atacama
- Quelle
- Servicio Nacional de Turismo de Chile (SERNATUR)
Monte Pissis – Der stille Riese der Puna
Rang: 3
Monte Pissis ist einer dieser Berge, die selbst viele bergaffine Menschen erst dann bewusst wahrnehmen, wenn sie sich genauer mit den Anden beschäftigen. Dabei gehört er zu den ganz großen Namen: dritthöchster Berg Südamerikas und nach Ojos del Salado der zweithöchste Vulkan der Erde. Von Weitem wirkt Pissis wie ein gewaltiger, vergletscherter Rücken, der sich aus einem Meer aus Hochwüstenplateaus erhebt. Das Umfeld ist extrem einsam: endlose „ruta de los seismiles“, Vicuñas am Straßenrand, Salzseen und das Gefühl, wirklich weit weg von allem zu sein. Wer hier aufbricht, erlebt typische Anden-Expeditionslogistik: lange Anfahrt auf Pisten, Lager an winterkalten Lagunen und Aufstiege über endlose Geröllflanken, bevor die Route über Gletscher und Firn zum höchsten Punkt führt. Historisch war Pissis über Jahre Gegenstand geodätischer Diskussionen, weil manche Messungen ihm kurzzeitig den Titel des höchsten Vulkans der Erde zuschrieben. Moderne Daten bestätigen heute Ojos del Salado, doch Pissis bleibt ein Gigant. Dass er trotz seiner Höhe viel seltener besucht wird als Aconcagua, macht ihn zum Traumziel für ambitionierte Andenfans, die Einsamkeit, Höhe und ein Hauch Explorationsgefühl suchen.
- Dritthöchster Berg Südamerikas und zweithöchster Vulkan der Erde.
- Abgelegenes Gebiet zwischen den Provinzen La Rioja und Catamarca in Argentinien.
- Kombiniert Gletscherpassagen mit sehr trockener Hochwüstenumgebung.
- Höhe
- ≈ 6.795 m
- Lage
- Grenzgebiet La Rioja/Catamarca, Zentral-Anden, Argentinien
- Quelle
- CONAE / Argentina.gob.ar
Huascarán Sur – Eisriese der Cordillera Blanca
Rang: 4
Der Huascarán dominiert die berühmte Cordillera Blanca in Peru und ist mit seinem Südgipfel der höchste Punkt des Landes. Anders als die trockenen Vulkanriesen der Puna präsentiert er sich als klassischer Hochgebirgsgipfel: steile Eis- und Firnflanken, gewaltige Hängegletscher und Seracs, die schon aus dem Tal bei Huaraz bedrohlich über den Tälern hängen. Der Berg ist in den Anden nicht nur ein geografischer, sondern auch ein kultureller Fixpunkt – unzählige Postkarten, Expeditionsberichte und Trekkingrouten tragen sein Profil. Die Normalroute über die „Garganta“ zwischen Nord- und Südgipfel ist technisch moderat, aber objektiv ernst: Spaltenzonen, Eisbrüche und Lawinengefahr verlangen Erfahrung im Hochalpinen. Gleichzeitig ist Huascarán Zentrum eines Nationalparks, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört; wer sich auf den Gipfel vorbereitet, begegnet unterwegs Lagunen, Polylepis-Wäldern und einer vielfältigen Hochgebirgsfauna. Tragische Kapitel gehören ebenso zur Geschichte: Erdrutsche und Lawinen aus seinen Flanken haben bereits ganze Ortschaften zerstört. Umso respektvoller gehen heutige Expeditionen mit Wetterfenstern und objektiven Gefahren um. Für viele Andenkletterer ist Huascarán die logische Krönung nach technisch leichteren Fünftausendern – und ein Berg, der wie kaum ein anderer das Bild der peruanischen Anden prägt.
- Höchster Berg Perus und höchster Gipfel der Tropen weltweit.
- Liegt im Parque Nacional Huascarán, Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Cordillera Blanca.
- Bekannte Normalroute über die Scharte „La Garganta“ zwischen Nord- und Südgipfel.
- Höhe
- 6.768 m (Südgipfel)
- Lage
- Cordillera Blanca, Region Ancash, Peru
- Quelle
- SERNANP – Parque Nacional Huascarán
Cerro Bonete Chico – Der unterschätzte Andengigant
Rang: 5
Cerro Bonete Chico ist der Prototyp des „unterschätzten Riesen“. Viele Andenlisten nennen ihn schlicht „Cerro Bonete“ und mancher Bergfreund denkt dabei zuerst an den niedrigeren Bonete Grande – ein Namenschaos, das perfekt zum wilden Sechstausenderland der argentinischen Puna passt. Tatsächlich gehört Bonete Chico mit knapp 6.760 Metern zu den höchsten Bergen des Kontinents und ist ein gewaltiger Vulkankegel aus Lava und Tuff, der sich über die karge Hochebene von La Rioja erhebt. Die Umgebung wird durch die Reserva Provincial Laguna Brava geprägt: türkisblaue Lagunen, Flamingos, Salzkrusten und eine Landschaft, die mehr an einen fremden Planeten als an klassische Bergidylle erinnert. Alpinistisch ist der Berg weniger bekannt als seine prominenten Nachbarn Aconcagua oder Huascarán, doch gerade das macht seinen Reiz aus. Die Normalroute führt über weite Schuttrücken, steile Geröllhänge und schließlich Firnfelder zum Gipfelplateau – eine physisch fordernde, aber technisch wenig schwierige Unternehmung. Die erste nachweislich dokumentierte Besteigung gelang argentinischen Bergsteigern erst in den 1970er-Jahren; vorher standen kartografische Unklarheiten und die extreme Abgeschiedenheit im Weg. Wer heute auf Bonete Chico steigt, erlebt einen Andengiganten, dessen Gipfel man sich oft mit niemandem teilen muss – dafür aber mit einem Panorama, das von Monte Pissis bis zu den vulkanischen Plateaus der Puna reicht.
- Massiver erloschener Vulkan in der Provinz La Rioja, Argentinien.
- Lange mit dem niedrigeren Bonete Grande verwechselt, was zu falschen Höhenangaben führte.
- Sehr einsamer Sechstausender in der Umgebung der Laguna Brava und der „ruta de los seismiles“.
- Höhe
- ≈ 6.759 m
- Lage
- Sierra del Veladero, Provinz La Rioja, Argentinien
- Quelle
- PeakVisor – Cerro Bonete Chico
Nevado Tres Cruces Sur – Der vergessene Dreifachgipfel
Rang: 6
Der Nevado Tres Cruces ist kein einzelner Gipfel, sondern ein ausgedehntes vulkanisches Massiv mit drei Hauptgipfeln – und sein Südgipfel Tres Cruces Sur schiebt sich in die Top-10 der höchsten Berge Südamerikas. Wer hier unterwegs ist, spürt die Weite der Grenzregion zwischen Argentinien und Chile besonders stark: Die Anfahrt folgt der spektakulären Andenstraße zum Paso de San Francisco, flankiert von endlosen Sechstausendern. Tres Cruces selbst wirkt aus der Distanz wie ein breiter, eisbedeckter Rücken, dessen einzelne Gipfel erst im Aufstieg ihre wuchtigen Formen zeigen. Historisch wurde der Berg lange von Nachbarn wie Ojos del Salado und Monte Pissis überschattet, auch weil er alpinistisch etwas weniger dramatisch erscheint. Doch gerade diese Überschaubarkeit macht ihn für gut akklimatisierte Bergsteiger attraktiv, die einen hohen, aber nicht extrem schwierigen Andengipfel suchen. Die Normalroute führt über Geröllhänge und Gletscherpassagen, bei denen Spaltenkenntnis Pflicht ist. Dafür entschädigt der Gipfel mit einem unglaublichen Blick: Die Vulkankette der Puna, Salzseen, die chilenische Atacama und weit im Süden erneut die Silhouette des Ojos del Salado – ein 360-Grad-Panorama aus Hochwüsten und Eis. Für viele ist Tres Cruces damit so etwas wie der „geheime Aussichtsbalkon“ der Sechstausenderroute.
- Massiv aus drei Hauptgipfeln, höchster Punkt ist Tres Cruces Sur (≈ 6.748 m).
- Grenzvulkan zwischen Argentinien (Catamarca) und Chile (Región de Atacama).
- Wird deutlich seltener bestiegen als Ojos del Salado, bietet aber ähnlich große Höhen-Erfahrung.
- Höhe
- 6.748 m (Tres Cruces Sur)
- Lage
- Grenzgebiet Catamarca (Argentinien) / Región de Atacama (Chile), Anden
- Quelle
- Wikipedia – Nevado Tres Cruces (ES)
Llullaillaco – Heiliger Vulkan der Inka
Rang: 7
Llullaillaco steht an der Grenze zwischen Chile und Argentinien mitten in der Atacamawüste und ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein Ausnahmeberg. Mit rund 6.739 Metern Höhe gilt er als der höchste historisch aktive Vulkan der Welt – und zugleich als einer der bedeutendsten archäologischen Fundorte in großen Höhen. Der Berg war für die Inka ein heiliger Ort: Auf seinem Gipfelplateau wurden die berühmten Llullaillaco-Kindermumien entdeckt, perfekt konserviert im Eis auf über 6.700 Metern. Wer heute am Berg unterwegs ist, bewegt sich also nicht nur in einem extremen Klima, sondern auch auf historischen Pilgerpfaden. Landschaftlich dominiert ein majestätischer, freistehender Vulkankegel, der aus einer staubtrockenen, fast lebensfeindlichen Umgebung in den klaren Himmel wächst. Die Normalroute erfordert lange Anfahrten über Pisten, Hochlager in eisigen Nächten und einen sehr langen Gipfeltag über Geröll- und Firnflanken. Technisch ist der Aufstieg moderat, aber durch Höhe, Kälte und Wind ernst – die dünne Luft fordert selbst gut akklimatisierte Bergsteiger. Das Gipfelerlebnis ist dafür einzigartig: Blick auf eine riesige Wüste aus Salzpfannen, Vulkankegeln und fernen Andenkämmen, während die Ruinen präkolumbischer Bauten daran erinnern, dass Menschen hier schon vor Jahrhunderten kultische Rituale in dieser extremen Umgebung vollzogen.
- Zweithöchster aktiver Vulkan der Erde und einer der höchsten archäologischen Fundorte weltweit.
- Liegt im Grenzgebiet zwischen der argentinischen Provinz Salta und der chilenischen Region Antofagasta.
- Bekannt durch die Entdeckung der Llullaillaco-Kindermumien auf dem Gipfelplateau.
- Höhe
- 6.739 m
- Lage
- Grenzregion Salta (Argentinien) / Región de Antofagasta (Chile), Atacamawüste
- Quelle
- Smithsonian Global Volcanism Program – Llullaillaco
Mercedario – Klassiker zwischen Aconcagua und Cordillera de Ansilta
Rang: 8
Der Cerro Mercedario liegt weiter südlich als die meisten hier gelisteten Riesen und wird oft als „stiller Nachbar des Aconcagua“ beschrieben. Mit rund 6.720 Metern Höhe steht er seinem berühmten Bruder zwar etwas nach, bietet aber eine deutlich wildere und einsamere Erfahrung. Die Anreise führt in die Provinz San Juan und in den Bereich des Parque Nacional El Leoncito, wo trockene Täler, Observatorien und schroffe Felsgrate das Landschaftsbild bestimmen. Mercedario selbst ist ein gewaltiger Fels- und Eisriegel mit mehreren Graten und Flanken, die verschiedenste Routen ermöglichen – von vergleichsweise moderaten Normalwegen bis hin zu sehr anspruchsvollen, steilen Eislinien. Historisch war der Berg wichtig für frühe Andenerkundungen und militärische Passrouten; heute wird er von erfahrenen Alpinisten geschätzt, die ein großes Höhenziel ohne den Trubel des Aconcagua suchen. Die Besteigung verlangt solides Höhenmanagement und gute Kondition, ist aber für routinierte Hochtourengeher ein logischer nächster Schritt nach Fünftausendern. Das Panorama vom Gipfel reicht über die Cordillera de Ansilta, die Sechstausender rund um den Paso Agua Negra und tief hinein in die nordchilenische Atacama – bei klarer Luft ein Meer aus Gipfeln, das bis an den Horizont reicht.
- Etwas südlich des Aconcagua in der Provinz San Juan, Argentinien.
- Beliebtes, aber deutlich weniger frequentiertes Ziel als die Seven-Summits-Berge.
- Kombiniert lange Zustiege mit alpinen Eis- und Firnpassagen in großer Höhe.
- Höhe
- 6.720 m
- Lage
- Cordillera de Ansilta / Cordillera Principal, Provinz San Juan, Argentinien
- Quelle
- La Ruta Natural – Parque Nacional El Leoncito
Yerupajá – Spektakulärer Eisgipfel der Huayhuash
Rang: 9
Yerupajá bricht optisch deutlich aus der Reihe der breiten Vulkanbauten dieser Liste aus. Er ist ein scharfgeschnittener Eis- und Felsgipfel im Herzen der Cordillera Huayhuash in Peru – jener Gebirgsgruppe, die durch legendäre Trekkingrunden und steile Eiswände in Kletterkreisen Kultstatus besitzt. Mit etwa 6.635 Metern Höhe ist Yerupajá der zweithöchste Gipfel Perus, wirkt aber durch seine dramatischen Flanken oft noch höher. Vom Huayhuash-Trek aus zeigt sich die Nordwand als kompakte, vergletscherte Riesenwand mit seracübersäten Hängen und messerscharfen Graten. Alpinistisch gehört der Berg zu den anspruchsvollsten Sechstausendern der Anden: Steile Eisfelder, wechselhafte Verhältnisse und objektive Gefahren machen ihn zum Terrain für sehr erfahrene Expeditionsbergsteiger. Gleichzeitig spielt Yerupajá eine wichtige Rolle im lokalen Wasserhaushalt, da seine Gletscher zahlreiche Täler mit Schmelzwasser speisen. Viele Besucher erleben den Berg nicht vom Gipfel, sondern aus respektvoller Distanz auf der berühmten Huayhuash-Umrundung – mit vielleicht den spektakulärsten Zeltplätzen der peruanischen Anden. In dieser Kulisse schimmert Yerupajá bei Sonnenaufgang in Rosa und Orange und zeigt, dass „höchster“ nicht automatisch „schönster“ Gipfel bedeuten muss: Für viele ist er der ästhetisch beeindruckendste Berg Südamerikas.
- Zweithöchster Gipfel Perus und markantester Berg der Cordillera Huayhuash.
- Bekannt für extrem steile Eis- und Mischrouten, alpinistisch sehr anspruchsvoll.
- Dominierender Blickfang auf der klassischen Huayhuash-Trekkingrunde.
- Höhe
- ≈ 6.635 m
- Lage
- Cordillera Huayhuash, Region Huánuco/Lima/Ancash, Peru
- Quelle
- Wikipedia – Yerupajá (EN)
Nevado Incahuasi – Grenzvulkan im Reich der „Seismiles“
Rang: 10
Nevado Incahuasi liegt wie einige seiner „Kollegen“ dieser Liste im Grenzgebiet zwischen Argentinien und Chile entlang der berühmten „Ruta de los Seismiles“. Der Berg ist ein imposanter, vielgipfliger Stratovulkan, der mit rund 6.621 Metern Höhe zwar knapp hinter anderen Giganten zurückbleibt, aber dennoch deutlich zu den höchsten Bergen des Kontinents gehört. Sein Name wird oft als „Haus des Inka“ gedeutet – ein Hinweis darauf, dass der Berg bereits in präkolumbischer Zeit eine rituelle Bedeutung hatte. Heute führt die Standardroute über weitläufige Geröll- und Schneehänge, vorbei an alten Lavaflüssen und Kraterstrukturen, die die vulkanische Geschichte des Massivs erzählen. Das Klima ist extrem trocken, die Luft staubig, und die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind enorm. Technisch gilt Incahuasi als moderat, wird aber durch Höhe, Wind und logistische Herausforderungen zu einer ernsthaften Expedition. Gleichzeitig ist er ein perfekter Aussichtspunkt: Von seinem Gipfel aus reihen sich die Sechstausender der Puna wie an einer Perlenschnur auf – darunter Ojos del Salado, Tres Cruces und zahlreiche weniger bekannte Vulkane. Für viele Andenfans ist Incahuasi deshalb der ideale Berg, um in großer Höhe unterwegs zu sein, ohne auf totaler Einsamkeit oder völliger Überfüllung hängen zu bleiben.
- Hoher Stratovulkan im Grenzgebiet zwischen Argentinien und Chile.
- Teil der spektakulären „Ruta de los Seismiles“ mit zahlreichen weiteren Sechstausendern.
- Alpinistisch moderat, aber durch Höhe, Wind und Trockenheit ernst zu nehmen.
- Höhe
- 6.621 m
- Lage
- Grenzregion Catamarca (Argentinien) / Región de Atacama (Chile), Anden
- Quelle
- Smithsonian Global Volcanism Program – Nevado de Incahuasi

