4.244 Kilometer auf einer einzigen Autobahnroute: Die längsten Autobahnen der Welt erreichen Dimensionen, bei denen eine Fahrt von Anfang bis Ende mehrere Tage dauern würde. Überraschend ist dabei vor allem die geografische Verteilung dieser Top 10: Nach einer strengen Definition als durchgehend für Schnellverkehr ausgebaute, kontrolliert zugängliche Fernstraße stammen sämtliche zehn hier aufgeführten Routen aus China. Das ist eine Folge des enormen Ausbaus des chinesischen National Expressway Network.
Sortiert wird nach der offiziellen beziehungsweise von Behörden angegebenen Gesamtlänge der jeweiligen G-Autobahnroute. Berücksichtigt werden nur weitgehend beziehungsweise vollständig realisierte Expressway-Verbindungen mit kontrolliertem Zugang. Berühmte Fernstraßen wie der Pan-American Highway, Australiens Highway 1, die Trans-Canada Highway oder die US Route 20 sind zwar teilweise erheblich länger, aber keine durchgehenden Autobahnen nach diesem technischen Kriterium. Ebenfalls ausgeschlossen wurden lange chinesische Planungsachsen mit wesentlichen noch fehlenden Abschnitten. Die Kilometerwerte beziehen sich auf die ausgewiesene Gesamtroute und können gemeinsame Abschnitte mit anderen Autobahnen enthalten. Datenstand: September 2026. Weitere Rekorde aus Infrastruktur und Architektur finden sich in der Kategorie Gebäude.
So wurde gewertet
Entscheidend ist die ausgewiesene Gesamtlänge einer national nummerierten Autobahnroute. Als Autobahn gelten hier Straßen des Expressway-Typs mit getrennten Richtungsfahrbahnen, kontrolliertem Zugang und planfreien Anschlussstellen. Nicht gleichgesetzt werden Autobahnroute und physisch ausschließlich dieser Routennummer vorbehaltene Fahrbahn: Im chinesischen Netz können sich verschiedene G-Routen abschnittsweise dieselbe Trasse teilen. Ausgeschlossen sind allgemeine Fernstraßen, deren Strecke über längere Abschnitte nicht Autobahnstandard besitzt, sowie Routen mit entscheidenden noch nicht realisierten Lücken. Deshalb ist diese Liste nicht mit Rankings der längsten Straßen oder Highway-Systeme der Welt identisch.
Übersicht
| Rang | Autobahn | Nummer | Länge | Start | Ziel | Richtung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Lianyungang–Khorgos Expressway | G30 | 4.244 km | Lianyungang | Khorgos | Ost–West | Längste chinesische Autobahn |
| 2 | Changchun–Shenzhen Expressway | G25 | 3.585 km | Changchun | Shenzhen | Nord–Süd | Durchquert 11 Provinzregionen |
| 3 | Daqing–Guangzhou Expressway | G45 | 3.550 km | Daqing | Guangzhou | Nord–Süd | Verbindet Nordostchina mit dem Perlflussdelta |
| 4 | Hangzhou–Ruili Expressway | G56 | 3.404 km | Hangzhou | Ruili | Ost–West | Bis an die Grenze zu Myanmar |
| 5 | Baotou–Maoming Expressway | G65 | 3.130 km | Baotou | Maoming | Nord–Süd | Durchquert Chinas Binnenland |
| 6 | Beijing–Kunming Expressway | G5 | 2.865 km | Beijing | Kunming | Nordost–Südwest | Spektakuläre Gebirgsabschnitte |
| 7 | Erenhot–Guangzhou Expressway | G55 | 2.685 km | Erenhot | Guangzhou | Nord–Süd | Von der Mongoleigrenze nach Südchina |
| 8 | Lanzhou–Haikou Expressway | G75 | 2.570 km | Lanzhou | Haikou | Nord–Süd | Strategische Westchina-Achse |
| 9 | Beijing–Ürümqi Expressway | G7 | 2.540 km | Beijing | Ürümqi | Ost–West | Extrem lange Wüsten- und Gobi-Passagen |
| 10 | Fuzhou–Yinchuan Expressway | G70 | 2.485 km | Fuzhou | Yinchuan | Südost–Nordwest | Verbindet Küste, Zentralchina und Nordwesten |
G30 Lianyungang–Khorgos Expressway – 4.244 Kilometer
Rang: 1 Rekordhalter
Vom Gelben Meer bis fast an die Grenze Kasachstans: Die G30 Lianyungang–Khorgos Expressway, meist Lianhuo Expressway genannt, ist mit rund 4.244 Kilometern die längste Autobahnroute Chinas und steht damit an der Spitze dieses Rankings. Sie beginnt in der Hafenstadt Lianyungang in Jiangsu und durchquert China fast vollständig von Ost nach West, bevor sie am bedeutenden Grenz- und Handelsplatz Khorgos in Xinjiang endet.
Die Dimension wird erst im Vergleich deutlich: Die G30 ist fast 660 Kilometer länger als die zweitplatzierte G25. Auf ihrem Weg durchquert sie Jiangsu, Anhui, Henan, Shaanxi, Gansu und Xinjiang. Damit verbindet sie dicht besiedelte Ebenen im Osten mit Gebirgen, Hochland, Wüsten und den gewaltigen Landschaften Zentralasiens. Große Städte wie Zhengzhou, Xi’an, Lanzhou und Ürümqi liegen an oder nahe der Achse. Historisch besonders interessant ist die Parallele zur alten Seidenstraße. Große Teile des westlichen Korridors folgen demselben grundlegenden Verkehrsraum, über den bereits vor Jahrhunderten Waren zwischen China und Zentralasien transportiert wurden. Heute führt die G30 bis zum internationalen Grenzübergang Khorgos und ist damit nicht nur ein Straßenrekord, sondern eine zentrale Logistikachse im chinesischen West-Ost-Verkehr.
- Mit rund 4.244 Kilometern längste Autobahnroute des Rankings.
- Verbindet die chinesische Ostküste mit der Grenze zu Kasachstan.
- Durchquert sechs Provinzen beziehungsweise autonome Regionen.
- Offizielle Nummer
- G30
- Chinesischer Kurzname
- Lianhuo Expressway
- Länge
- ca. 4.244 km
- Start
- Lianyungang, Jiangsu
- Ziel
- Khorgos, Xinjiang
- Großräume
- Ostchina, Zentralchina, Nordwestchina, Xinjiang
- Wichtige Städte
- Zhengzhou, Xi’an, Lanzhou, Ürümqi
- Charakter
- Transkontinental wirkende Ost-West-Verbindung
- Besonderheit
- Verläuft teilweise im historischen Verkehrskorridor der Seidenstraße
- Quelle
- Stadtverwaltung Hami
G25 Changchun–Shenzhen Expressway – 3.585 Kilometer
Rang: 2 Nord–Süd-Achse
Rund 3.585 Kilometer liegen zwischen Changchun im winterkalten Nordosten Chinas und der subtropischen Millionenmetropole Shenzhen unmittelbar vor Hongkong. Die G25 Changchun–Shenzhen Expressway, kurz Changshen Expressway, macht aus dieser gewaltigen Distanz eine zusammenhängende nationale Nord-Süd-Verkehrsachse. Platz zwei erreicht sie mit 35 Kilometern Vorsprung vor der G45 und deutlichem Abstand zum Rekordhalter G30.
Die G25 ist vor allem wegen ihrer geografischen Spannweite bemerkenswert. Nach Angaben der Verkehrsbehörde der Provinz Jilin verbindet sie elf Provinzen, autonome Regionen beziehungsweise regierungsunmittelbare Städte: Jilin, Innere Mongolei, Liaoning, Hebei, Tianjin, Shandong, Jiangsu, Anhui, Zhejiang, Fujian und Guangdong. Der letzte nur 6,18 Kilometer lange Abschnitt zwischen Changchun und Daling wurde Ende November 2017 eröffnet. Gerade dieses kurze Teilstück zeigt eine Besonderheit gigantischer Fernstraßen: Über Jahre können Tausende Kilometer fertig sein, während wenige fehlende Kilometer die vollständige Netzverbindung verhindern. Mit dessen Freigabe war die 3.585-Kilometer-Achse komplett verbunden. Wirtschaftlich koppelt sie den industriell geprägten Nordosten mit den starken Küstenräumen Ost- und Südchinas und endet schließlich in Shenzhen, einem der wichtigsten Technologie- und Wirtschaftszentren Asiens.
- 3.585 Kilometer lange Nord-Süd-Verbindung.
- Verläuft durch elf chinesische Provinzregionen.
- Seit Ende 2017 vollständig verbunden.
- Offizielle Nummer
- G25
- Name
- Changchun–Shenzhen Expressway
- Länge
- 3.585 km
- Start
- Changchun, Jilin
- Ziel
- Shenzhen, Guangdong
- Provinzregionen
- 11
- Vollständige Verbindung
- November 2017
- Letztes Teilstück
- Changchun–Daling, 6,18 km
- Abstand zu Rang 1
- 659 km
- Quelle
- Verkehrsministerium der Provinz Jilin
G45 Daqing–Guangzhou Expressway – 3.550 Kilometer
Rang: 3 Wirtschaftsachse
Nur 35 Kilometer fehlen der G45 auf Rang zwei. Die Daqing–Guangzhou Expressway beginnt in Daqing in der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang und führt rund 3.550 Kilometer weit bis Guangzhou im Perlflussdelta. Damit verbindet sie Regionen, die wirtschaftlich und klimatisch kaum unterschiedlicher sein könnten: das traditionsreiche Öl- und Industriezentrum Daqing im Norden und eine der dynamischsten Metropolregionen der Welt im Süden.
Die Strecke ist Teil des chinesischen nationalen Autobahnnetzes und wurde als eine der großen Nord-Süd-Achsen konzipiert. Nach Angaben der politischen Konsultativkonferenz Guangzhou reicht sie über 3.550 Kilometer und ist abschnittsweise für 80 bis 120 km/h ausgelegt. Allein der Abschnitt in Guangdong misst rund 182 Kilometer. Im Großraum Guangzhou verzahnt sich die G45 mit weiteren wichtigen Autobahnen und verteilt Verkehr in das dicht besiedelte Perlflussdelta. Ihre Bedeutung liegt deshalb weniger in einem einzelnen spektakulären Bauwerk als in der Netzfunktion: Güter können aus Nordost- und Nordchina über eine leistungsfähige Achse bis in eine Region gelangen, die mit Guangzhou, Shenzhen, Dongguan und Hongkong zu den wichtigsten Produktions- und Exportclustern Asiens gehört. Mit 3.550 Kilometern bleibt die G45 nur knapp hinter der G25, ist aber 146 Kilometer länger als Rang vier.
- 3.550 Kilometer von Daqing bis Guangzhou.
- Designgeschwindigkeiten auf Abschnitten von 80 bis 120 km/h.
- Verknüpft Nordostchina direkt mit dem Perlflussdelta.
- Offizielle Nummer
- G45
- Name
- Daqing–Guangzhou Expressway
- Länge
- 3.550 km
- Start
- Daqing, Heilongjiang
- Ziel
- Guangzhou, Guangdong
- Richtung
- Nord–Süd
- Designgeschwindigkeit
- Je nach Abschnitt etwa 80–120 km/h
- Guangdong-Abschnitt
- ca. 182 km
- Abstand zu Rang 2
- 35 km
- Quelle
- Politische Konsultativkonferenz Guangzhou
G56 Hangzhou–Ruili Expressway – 3.404 Kilometer
Rang: 4 Grenzroute
Von einer der wirtschaftlich stärksten Regionen an Chinas Ostküste bis an die Grenze zu Myanmar führt die G56 Hangzhou–Ruili Expressway. Ihre 3.404 Kilometer reichen von Hangzhou in Zhejiang über Zentral- und Südwestchina bis nach Ruili in Yunnan. Sie verfehlt die G45 auf Rang drei um 146 Kilometer, liegt aber noch 274 Kilometer vor Platz fünf.
Die G56 erzählt zugleich eine Geschichte moderner Brückenbaukunst. Ein entscheidender Lückenschluss war die Querung des Dongting-Sees in Hunan. Die dortige 2.390 Meter lange Dongting-Lake-Brücke besitzt eine Hauptspannweite von 1.480 Metern. Nach Angaben der Stadt Yueyang war sie bei ihrer Fertigstellung die größte Stahlfachwerk-Hängebrücke Chinas und die zweitgrößte ihrer Art weltweit. Am 1. Februar 2018 wurde die Verbindung eröffnet; damit war die 3.404 Kilometer lange G56 vollständig durchgängig. Die Autobahn verläuft von Zhejiang über Anhui, Jiangxi, Hubei, Hunan und Guizhou bis Yunnan. Ihr westlicher Endpunkt Ruili liegt unmittelbar an Myanmar und macht die G56 zu einem strategischen Korridor zwischen dem chinesischen Küstenraum und Südostasien. Kaum eine andere Route verbindet so unterschiedliche Landschaften: vom dicht urbanisierten Jangtse-Delta über Seenlandschaften und Mittelgebirge bis zu den Bergregionen Yunnans.
- 3.404 Kilometer von Hangzhou nach Ruili.
- Seit Februar 2018 vollständig verbunden.
- Die Dongting-Lake-Brücke besitzt eine Hauptspannweite von 1.480 Metern.
- Offizielle Nummer
- G56
- Name
- Hangzhou–Ruili Expressway
- Länge
- 3.404 km
- Start
- Hangzhou, Zhejiang
- Ziel
- Ruili, Yunnan
- Vollständig verbunden
- 1. Februar 2018
- Schlüsselbauwerk
- Dongting-Lake-Brücke
- Brückenlänge
- 2.390 m
- Hauptspannweite
- 1.480 m
- Quelle
- Stadtverwaltung Yueyang
G65 Baotou–Maoming Expressway – 3.130 Kilometer
Rang: 5 Binnenland
Auf der G65 verändert sich China über mehr als 3.000 Kilometer nahezu permanent. Die Baotou–Maoming Expressway beginnt in der Inneren Mongolei und führt über Shaanxi, Sichuan, Chongqing, Hunan und Guangxi bis in die südchinesische Provinz Guangdong. Mit rund 3.130 Kilometern erreicht sie Platz fünf. Sie ist damit 274 Kilometer kürzer als die G56, aber immer noch 265 Kilometer länger als die G5 auf Platz sechs.
Ihre besondere Bedeutung liegt in der Erschließung des Binnenlandes. Während mehrere andere chinesische Fernexpressways große Teile der wirtschaftsstarken Küstenräume verbinden, zieht die G65 weitgehend durch das Landesinnere. Auf ihrem Korridor liegen unter anderem Ordos, Yulin, Yan’an, Xi’an, Chongqing, Guilin und Wuzhou. Allein diese Städte zeigen die historische und geografische Spannweite: von den trockenen Landschaften der Inneren Mongolei über das Lössplateau und die alte Kaiserstadt Xi’an bis zu den Karstlandschaften Südchinas. In Guangdong erreicht die Route schließlich Maoming nahe dem Südchinesischen Meer. Offizielle chinesische Quellen nennen 3.130 Kilometer Gesamtlänge. Der letzte südliche Ausbau machte die G65 zugleich zu einer leistungsfähigen Verbindung zwischen Nord- und Südchina, die zahlreiche zuvor weniger direkt angebundene Binnenregionen in das nationale Schnellstraßennetz integriert.
- Rund 3.130 Kilometer lange Nord-Süd-Autobahn.
- Verbindet die Innere Mongolei mit Guangdong.
- Wichtige Städte entlang des Korridors sind Xi’an, Chongqing und Guilin.
- Offizielle Nummer
- G65
- Name
- Baotou–Maoming Expressway
- Länge
- ca. 3.130 km
- Start
- Baotou, Innere Mongolei
- Ziel
- Maoming, Guangdong
- Richtung
- Nord–Süd
- Wichtige Metropole
- Chongqing
- Historischer Knoten
- Xi’an
- Abstand zu Rang 6
- 265 km
- Quelle
- Regierung der Provinz Guangdong
G5 Beijing–Kunming Expressway – 2.865 Kilometer
Rang: 6 Ingenieurskunst
Die G5 Beijing–Kunming Expressway ist mit 2.865 Kilometern zwar deutlich kürzer als die fünf Spitzenreiter, gehört ingenieurtechnisch aber zu den interessantesten Routen der Liste. Von Beijing führt sie über Hebei, Shanxi, Shaanxi und Sichuan bis Kunming in Yunnan. Dabei überwindet die Straße einige der schwierigsten Gebirgslandschaften Chinas.
Besonders spektakulär ist die Ya’an–Xichang-Sektion in Sichuan, häufig als Yaxi Expressway bezeichnet. Dort steigt die Strecke vom Rand des Sichuan-Beckens in kompliziertes Hochgebirgsterrain. Chinesische Fachberichte beschreiben Abschnitte, auf denen die Autobahn innerhalb kurzer Distanz von etwa 700 auf mehr als 2.200 Meter Höhe steigt. Brücken und Tunnel dominieren die Trasse; sogar Doppelspiral-Tunnel wurden eingesetzt, um die großen Höhenunterschiede mit autobahntauglichen Steigungen zu bewältigen. Diese technischen Herausforderungen erklären, warum die Länge allein nicht den Aufwand eines Fernstraßenprojekts beschreibt. Wirtschaftlich verbindet die G5 die Hauptstadtregion mit Xi’an, Chengdu und Kunming und damit mehrere der wichtigsten urbanen Zentren Westchinas. Rang sechs ergibt sich aus den 2.865 Kilometern Gesamtlänge – 180 Kilometer mehr als die G55 auf dem folgenden Platz.
- 2.865 Kilometer zwischen Beijing und Kunming.
- Durchquert sechs Provinzen beziehungsweise regierungsunmittelbare Gebiete.
- Die Yaxi-Sektion zählt zu den technisch anspruchsvollsten Gebirgsautobahnen Chinas.
- Offizielle Nummer
- G5
- Name
- Beijing–Kunming Expressway
- Länge
- 2.865 km
- Start
- Beijing
- Ziel
- Kunming, Yunnan
- Provinzregionen
- 6
- Wichtige Städte
- Beijing, Taiyuan, Xi’an, Chengdu, Kunming
- Spektakulärer Abschnitt
- Ya’an–Xichang in Sichuan
- Höhenanstieg dort
- Abschnittsweise von etwa 700 auf über 2.200 m
- Quelle
- Verkehrsministerium der Provinz Yunnan
G55 Erenhot–Guangzhou Expressway – 2.685 Kilometer
Rang: 7 Grenze bis Metropole
Am nördlichen Ende der G55 liegt Erenhot unmittelbar an der Grenze zur Mongolei, am südlichen Ende wartet Guangzhou mit einer der größten Metropolregionen der Erde. Dazwischen liegen 2.685 Kilometer Autobahn. Die Erenhot–Guangzhou Expressway, auf Chinesisch kurz Erguang Expressway, erreicht damit Rang sieben.
Die Strecke führt durch die Innere Mongolei, Shanxi, Henan, Hubei, Hunan und Guangdong. Damit verbindet sie die dünn besiedelten Steppenräume an der mongolischen Grenze mit den dicht besiedelten Wirtschaftsregionen Südchinas. Seit dem 31. Dezember 2016 ist die G55 nach Angaben der Verkehrsbehörde von Yongzhou vollständig durchgängig. Der Unterschied zur G5 auf Rang sechs beträgt 180 Kilometer. In ihrer verkehrspolitischen Funktion ähneln sich beide Strecken dennoch: Beide erschließen Chinas Binnenland und schaffen Alternativen zu den stark belasteten Küstenachsen. Die G55 passiert beziehungsweise erschließt unter anderem Datong, Taiyuan, Luoyang, Xiangyang und Changde, bevor sie Guangdong erreicht. Sie ist damit zugleich ein anschauliches Beispiel für die Systematik des chinesischen Autobahnnetzes: Zweistellige ungerade G-Nummern kennzeichneten im klassischen „7918“-Netz die großen Nord-Süd-Achsen.
- 2.685 Kilometer von der Mongoleigrenze bis Guangzhou.
- Seit Ende 2016 vollständig durchgängig.
- Verläuft durch sechs Provinzen beziehungsweise autonome Regionen.
- Offizielle Nummer
- G55
- Name
- Erenhot–Guangzhou Expressway
- Länge
- 2.685 km
- Start
- Erenhot, Innere Mongolei
- Ziel
- Guangzhou, Guangdong
- Vollständig durchgängig
- 31. Dezember 2016
- Provinzregionen
- 6
- Richtung
- Nord–Süd
- Abstand zu Rang 6
- 180 km
- Quelle
- Verkehrsbehörde Yongzhou
G75 Lanzhou–Haikou Expressway – 2.570 Kilometer
Rang: 8 Westchina-Achse
Vom trockenen Nordwesten bis zur tropischen Inselprovinz Hainan reicht die planerische Dimension der G75 Lanzhou–Haikou Expressway. Mit 2.570 Kilometern belegt sie Rang acht. Ausgangspunkt ist Lanzhou in Gansu; anschließend führt der Korridor über Sichuan, Chongqing, Guizhou und Guangxi in Richtung Guangdong und Haikou.
Die G75 ist vor allem für Westchina von strategischer Bedeutung. Die Verkehrsbehörde Chongqings beschreibt sie als eine der nationalen Hauptachsen und nennt ebenfalls 2.570 Kilometer Gesamtlänge. Historisch ersetzte beziehungsweise entlastete sie auf wichtigen Teilstücken langsamere Nationalstraßen, die sich durch schwieriges Bergland wanden. Ein Beispiel ist die Verbindung zwischen Chongqing und Guizhou: Bevor moderne Autobahnabschnitte entstanden, musste ein großer Teil des Verkehrs über die ältere Nationalstraße 210 abgewickelt werden. Der Ausbau verkürzte Reisezeiten und verbesserte den Gütertransport zwischen dem Binnenland und den südchinesischen Häfen erheblich. Gegenüber der G55 auf Rang sieben fehlen der G75 115 Kilometer; die G7 auf Platz neun ist dagegen nur 30 Kilometer kürzer. Damit liegen die Plätze acht und neun trotz völlig unterschiedlicher Landschaftsräume bemerkenswert dicht zusammen.
- 2.570 Kilometer lange Nord-Süd-Achse.
- Verbindet den Nordwesten mit Südchina und dem Raum Haikou.
- Nur 30 Kilometer länger als die G7 auf Rang neun.
- Offizielle Nummer
- G75
- Name
- Lanzhou–Haikou Expressway
- Länge
- 2.570 km
- Start
- Lanzhou, Gansu
- Ziel
- Haikou, Hainan
- Wichtige Räume
- Gansu, Sichuan, Chongqing, Guizhou, Guangxi, Guangdong/Hainan
- Funktion
- Nord-Süd-Hauptkorridor Westchinas
- Abstand zu Rang 7
- 115 km
- Vorsprung auf Rang 9
- 30 km
- Quelle
- Verkehrskommission Chongqing
G7 Beijing–Ürümqi Expressway – 2.540 Kilometer
Rang: 9 Wüstenrekord
Die G7 Beijing–Ürümqi Expressway ist nicht nur 2.540 Kilometer lang – sie durchquert Landschaften, in denen Straßenbau zu einer logistischen Extremaufgabe wird. Von Beijing führt die Jingxin Expressway über Hebei, Shanxi, die Innere Mongolei und Gansu bis nach Xinjiang. Besonders berühmt ist der lange Abschnitt durch Gobi- und Wüstenregionen zwischen der Inneren Mongolei und Xinjiang.
Am 30. Juni 2021 wurde mit dem Abschnitt Wutong Daquan–Mulei die letzte entscheidende Lücke geschlossen. Die Entwicklungs- und Reformkommission Xinjiangs bezeichnet die G7 als die Autobahn mit der weltweit längsten Passage durch Wüsten- und Gobilandschaften. Ihr Bau verlangte Lösungen für Sandverwehungen, enorme Temperaturunterschiede, lange Distanzen ohne Siedlungen sowie die Versorgung der Baustellen in extrem dünn besiedelten Regionen. Verkehrlich war der Effekt enorm: Nach Angaben der Behörde verkürzte sich die Straßenentfernung zwischen Beijing und Xinjiang um mehr als 1.300 Kilometer gegenüber früheren Verbindungen. Gleichzeitig entstand eine neue schnelle Ost-West-Achse, die Xinjiang besser mit Nordchina und den östlichen Seehäfen verbindet. Mit 2.540 Kilometern liegt die G7 nur 30 Kilometer hinter der G75, aber 55 Kilometer vor der G70 auf Platz zehn.
- 2.540 Kilometer zwischen Beijing und Ürümqi.
- Seit Juni 2021 vollständig durchgängig.
- Außergewöhnlich lange Passagen durch Wüste und Gobi.
- Offizielle Nummer
- G7
- Name
- Beijing–Ürümqi Expressway
- Länge
- ca. 2.540 km
- Start
- Beijing
- Ziel
- Ürümqi, Xinjiang
- Vollständig durchgängig
- 30. Juni 2021
- Schlüsselabschnitt
- Wutong Daquan–Mulei
- Besondere Landschaft
- Wüste und Gobi
- Reiseweg-Effekt
- Beijing–Xinjiang gegenüber früheren Routen um mehr als 1.300 km verkürzt
- Quelle
- Entwicklungs- und Reformkommission Xinjiang
G70 Fuzhou–Yinchuan Expressway – 2.485 Kilometer
Rang: 10 Küste–Binnenland
Rang zehn führt vom subtropischen Südosten tief in den Nordwesten Chinas. Die G70 Fuzhou–Yinchuan Expressway beginnt im Raum Fuzhou in Fujian und endet nach rund 2.485 Kilometern in Yinchuan, der Hauptstadt der Autonomen Region Ningxia. Dabei verbindet sie sechs Provinzen beziehungsweise autonome Regionen: Fujian, Jiangxi, Hubei, Shaanxi, Gansu und Ningxia.
Die G70 ist ein gutes Beispiel dafür, wie Autobahnen Wirtschaftsgeografie verändern können. In Fujian öffnete sie zuvor verkehrlich schwer zugängliche Gebiete Richtung Inland. Weiter westlich verbindet sie unter anderem Nanchang, Wuhan und den Großraum Xi’an mit den Regionen Gansu und Ningxia. Chinesische Berichte beschreiben beispielsweise, wie Orte entlang der Strecke durch schnelleren Zugang zu Absatzmärkten neue Möglichkeiten für Landwirtschaft, Tourismus und Logistik erhielten. Damit ist die G70 nicht nur eine Fernroute zwischen zwei Provinzhauptstädten, sondern ein Korridor zwischen Küstenwirtschaft, Zentralchina und dem Nordwesten. Ihre 2.485 Kilometer reichen für Platz zehn; zur G7 fehlen 55 Kilometer. Dass selbst der letzte Platz dieses Rankings fast 2.500 Kilometer erreicht, zeigt die außergewöhnliche Größenordnung des chinesischen Expressway-Netzes.
- 2.485 Kilometer von Fuzhou bis Yinchuan.
- Durchquert sechs Provinzen beziehungsweise autonome Regionen.
- Verbindet Südostküste, Zentralchina und den Nordwesten.
- Offizielle Nummer
- G70
- Name
- Fuzhou–Yinchuan Expressway
- Länge
- 2.485 km
- Start
- Fuzhou, Fujian
- Ziel
- Yinchuan, Ningxia
- Provinzregionen
- 6
- Wichtige Großräume
- Fujian, Jiangxi, Hubei, Shaanxi, Gansu, Ningxia
- Funktion
- Verbindung von Südostchina mit Zentral- und Nordwestchina
- Abstand zu Rang 9
- 55 km
- Quelle
- Regierung des Kreises Minhou – Verkehrsplanung 2021–2035
Warum kommen alle zehn längsten Autobahnen aus China?
Dass China sämtliche Plätze dieser Liste belegt, liegt nicht daran, dass andere Länder keine längeren Straßen besitzen. Entscheidend ist die Definition. Australiens Highway 1 ist mit weit über 10.000 Kilometern wesentlich länger, besteht aber aus sehr unterschiedlichen Straßentypen und ist über weite Strecken keine Autobahn. Ähnliches gilt für den Pan-American Highway, der ein internationales Straßennetz und keine einzelne durchgehend kontrolliert zugängliche Autobahn ist. Auch die Trans-Canada Highway besitzt zahlreiche Abschnitte ohne klassischen Autobahnstandard.
China dagegen hat seit den 1990er-Jahren ein riesiges, einheitlich nummeriertes Expressway-System aufgebaut. Die nationalen Hauptstrecken tragen ein „G“ für Guodao beziehungsweise nationale Fernstraße. Das Netz wurde systematisch mit radial von Beijing ausgehenden Strecken sowie Nord-Süd- und Ost-West-Achsen entwickelt. Dadurch entstanden einzelne Routennummern, die über mehrere Tausend Kilometer durch zahlreiche Provinzen führen.
Ein weiterer Unterschied zu europäischen Autobahnnetzen liegt in der Benennung. Eine Strecke wie die deutsche A7 erreicht knapp 1.000 Kilometer. In China können dagegen mehrere regionale Autobahnprojekte zu einer nationalen G-Route von 2.000, 3.000 oder sogar mehr als 4.000 Kilometern zusammengefasst sein. Teilweise teilen sich verschiedene Routennummern dieselbe physische Fahrbahn. Deshalb beschreibt die angegebene Länge die Länge des nationalen Routenkorridors und nicht zwangsläufig eine Trasse, die auf jedem Kilometer ausschließlich eine einzige Nummer trägt.
Warum G6 und G15 trotz 3.710 Kilometern nicht in dieser Liste stehen
Zwei bekannte chinesische Routen benötigen eine besondere Erklärung. Sowohl die G6 Beijing–Lhasa Expressway als auch die G15 Shenyang–Haikou Expressway werden in Planungsunterlagen mit ungefähr 3.710 Kilometern geführt. Würde man ausschließlich geplante Endlängen vergleichen, würden beide weit oben in diesem Ranking stehen.
Für diese Liste zählt jedoch die weitgehend durchgängige Realisierung der benannten Autobahnverbindung. Bei der G6 bestehen beziehungsweise bestanden auf dem Weg über das tibetische Hochland wesentliche Ausbau- und Verbindungslücken. Zwar ist der 295 Kilometer lange Abschnitt zwischen Nagqu und Lhasa seit 2021 in Betrieb und gilt wegen seiner durchschnittlichen Höhenlage von mehr als 4.500 Metern als außergewöhnliches Ingenieurbauwerk, doch die gesamte Beijing-Lhasa-Achse entspricht noch nicht einer lückenlos fertiggestellten 3.710-Kilometer-Autobahn.
Bei der G15 ist die Situation anders, aber ähnlich entscheidend: Die geplante Verbindung von Shenyang bis Haikou erfordert große Meeresquerungen, insbesondere zwischen dem Festland und Hainan. Die ausgewiesene Routengesamtlänge ist deshalb nicht mit einer einzigen vollständig durchfahrbaren Autobahntrasse gleichzusetzen. Würde man geplante Routen statt realisierter Autobahnverbindungen werten, sähe die Rangfolge entsprechend anders aus.
Häufige Fragen zu den längsten Autobahnen der Welt
Welche ist die längste Autobahn der Welt?
Unter der hier verwendeten strengen Definition einer nationalen, kontrolliert zugänglichen und weitgehend durchgängig realisierten Expressway-Route ist die chinesische G30 Lianyungang–Khorgos Expressway mit rund 4.244 Kilometern die längste Autobahn des Rankings. Sie führt von der Ostküste Chinas bis nach Khorgos an der Grenze zu Kasachstan.
Ist der Pan-American Highway nicht viel länger?
Ja, das panamerikanische Straßensystem ist insgesamt erheblich länger. Es handelt sich aber weder um eine einzelne Autobahn noch um eine auf voller Länge autobahnähnlich ausgebaute Straße. Der Pan-American Highway besteht aus zahlreichen nationalen Straßen unterschiedlicher Standards und besitzt zudem die bekannte Unterbrechung im Darién Gap zwischen Panama und Kolumbien.
Warum ist Australiens Highway 1 nicht auf Platz eins?
Australiens Highway 1 umrundet mit einem sehr langen Straßennetz große Teile des Kontinents, erfüllt aber nicht durchgehend die Kriterien einer Autobahn beziehungsweise eines Motorway oder Freeway. Große Abschnitte sind gewöhnliche Fernstraßen. Ein Ranking der längsten Straßen der Welt würde deshalb völlig anders aussehen.
Wie lang ist die längste Autobahn Europas?
Europäische Autobahnrouten sind in der Regel deutlich kürzer als die chinesischen Spitzenreiter. Selbst sehr lange nationale Autobahnen erreichen meist keine 2.000 Kilometer. Zusätzlich bestehen internationale Europastraßen aus verschiedenen nationalen Straßen und Autobahnen und sind daher methodisch nicht direkt mit einer einzelnen chinesischen G-Expressway-Route vergleichbar.
Warum sind chinesische Autobahnen so lang?
China besitzt eine enorme Landesfläche und hat ein nationales Expressway-Netz aufgebaut, dessen Hauptachsen weit entfernte Provinzen unter einer einzigen Routennummer verbinden. Eine nationale G-Route kann dadurch mehrere Tausend Kilometer lang sein und zahlreiche regionale Bauabschnitte zu einem einzigen Fernkorridor zusammenfassen.







