Fast 6.700 Kilometer legt Afrikas längster Fluss von den äquatorialen Quellgebieten bis zum Mittelmeer zurück. Der Nil überquert dabei Klimazonen, die von tropischen Hochländern über ausgedehnte Sümpfe bis zur Sahara reichen. Hinter dem Rekordhalter wird das Ranking jedoch komplizierter: Beim Kongo, Ubangi und Okavango hängt die angegebene Länge davon ab, welcher Quellarm als Beginn gilt und ob ein gesamtes Flusssystem oder nur der namentliche Hauptstrom vermessen wird.
Diese Liste ordnet die zehn längsten Flüsse Afrikas nach der gebräuchlichen Länge des jeweiligen Flusses beziehungsweise seines allgemein anerkannten längsten Quellwegs. Entscheidend ist die Entfernung von der entferntesten zugeordneten Quelle bis zur Mündung. Nebenflüsse wie Ubangi-Uele und Kasai werden eigenständig aufgenommen, weil sie selbst zu den längsten Flussläufen des Kontinents zählen. Nicht berücksichtigt wurden reine Teilabschnitte wie Weißer und Blauer Nil, deren Wasser bereits im Nil-Ranking enthalten ist. Die Übersicht vergleicht außerdem Einzugsgebiet, Anrainerstaaten, Quelle, Mündung, Abflussform und wirtschaftliche Bedeutung. Datenstand ist Juli 2026.
So wurde gewertet
Sortiert wurde nach der verbreitetsten Gesamtlänge von der entferntesten anerkannten Quelle bis zur Mündung. Bei zusammengesetzten Flussläufen wird die Messweise ausdrücklich genannt. Die Länge des Kongo umfasst beispielsweise den längsten Quellweg über Lualaba und Chambeshi; beim Ubangi wird der Uele als längster Oberlauf einbezogen. Rundungen und abweichende Quellen sind unvermeidbar, weil Quellarme, saisonale Wasserläufe, Flussschlingen und Deltas unterschiedlich vermessen werden. Die verwendeten Werte wurden mit live erreichbaren Seiten von Flusskommissionen, Behörden, internationalen Organisationen und anerkannten Fachportalen abgeglichen.
Übersicht
| Rang | Fluss | Länge | Einzugsgebiet | Anrainerstaaten | Quelle | Mündung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Nil | ca. 6.695 km | ca. 3,35 Mio. km² | Einzugsgebiet in 11 Staaten | Entferntester Quellweg im Kagera-System | Mittelmeer | Längster Fluss Afrikas |
| 2 | Kongo | ca. 4.374–4.700 km | ca. 3,7 Mio. km² | Mehrere Staaten Zentralafrikas | Chambeshi-System in Sambia | Atlantischer Ozean | Wasserreichster und tiefster Fluss Afrikas |
| 3 | Niger | ca. 4.200 km | ca. 2,2 Mio. km² | Becken in 9 Staaten | Guineisches Hochland | Golf von Guinea | Großer Flussbogen durch den Sahel |
| 4 | Sambesi | ca. 2.650 km | ca. 1,4 Mio. km² | Becken in 8 Staaten | Nordwestliches Sambia | Indischer Ozean | Fließt über die Victoriafälle |
| 5 | Orange-Senqu | über 2.300 km | knapp 1 Mio. km² | Lesotho, Südafrika, Namibia; Beckenanteil Botswana | Hochland von Lesotho | Atlantischer Ozean | Längster Fluss im südlichen Afrika westlich des Sambesi |
| 6 | Ubangi-Uele | ca. 2.270 km | ca. 652.000 km² | DR Kongo, Zentralafrikanische Republik, Republik Kongo | Uele-Quellgebiet | Kongo | Größter rechter Nebenfluss des Kongo |
| 7 | Kasai | ca. 2.153 km | ca. 884.000 km² | Angola und DR Kongo | Hochland von Bié | Kongo | Wasserreicher Nebenfluss mit Diamantregionen |
| 8 | Okavango | ca. 1.900 km | ca. 530.000 km² | Angola, Namibia, Botswana | Angolanisches Hochland | Okavangodelta | Endet im Landesinneren statt im Meer |
| 9 | Shabelle | ca. 1.820 km | ca. 337.000 km² | Äthiopien und Somalia | Äthiopisches Hochland | Meist Versickerung; zeitweise Verbindung zum Juba | Verliert in trockenen Jahren seinen gesamten Abfluss |
| 10 | Limpopo | ca. 1.680 km | ca. 408.000 km² | Südafrika, Botswana, Simbabwe, Mosambik | Zusammenfluss von Marico und Crocodile River | Indischer Ozean | Halbkreisförmiger Lauf durch das südliche Afrika |
1. Nil: Afrikas längster Strom durch Tropen, Sümpfe und Wüste
Rang: 1 Afrika-Rekord
Der Nil erreicht nach Angaben der Nile Basin Initiative rund 6.695 Kilometer und belegt damit mit großem Abstand Rang 1. Selbst gegenüber dem längsten Messwert des Kongo beträgt sein Vorsprung fast 2.000 Kilometer. Der Strom verbindet äquatoriale Regengebiete, die ostafrikanischen Seen, die Sumpflandschaften des Südsudan, die Hochländer Äthiopiens und die extrem trockenen Wüsten Sudans und Ägyptens.
Sein Flusssystem besitzt zwei große Hauptäste. Der Weiße Nil führt Wasser aus dem ostafrikanischen Seengebiet und sorgt für einen vergleichsweise gleichmäßigen Grundabfluss. Der Blaue Nil entspringt im äthiopischen Tanasee und liefert während der Regenzeit einen großen Teil des Wassers und der Sedimente. Beide Flüsse vereinigen sich in Khartum. Von dort fließt der Nil ohne dauerhaft wasserführenden großen Nebenfluss durch die Sahara zum Mittelmeer.
Historisch schufen die jährlichen Überschwemmungen fruchtbare Böden und ermöglichten die altägyptische Hochkultur. Heute regulieren Staudämme wie der Assuan-Hochdamm den Abfluss. Der Grand Ethiopian Renaissance Dam am Blauen Nil hat zugleich eine neue Phase grenzüberschreitender Wasserdiplomatie ausgelöst. Der Spitzenplatz steht deshalb nicht nur für geografische Länge, sondern für einen Fluss, dessen Wasserpolitik elf Staaten und einen erheblichen Teil der afrikanischen Bevölkerung betrifft.
- Der Nil fließt entgegen der auf vielen Karten gewohnten Leserichtung von Süden nach Norden.
- Sein Einzugsgebiet umfasst ungefähr ein Zehntel der Fläche Afrikas.
- Die Wasserführung in Ägypten hängt stark von Niederschlägen im äthiopischen Hochland ab.
- Länge
- rund 6.695 km
- Einzugsgebiet
- rund 3,35 Mio. km²
- Entfernteste Quelle
- Kagera-System im ostafrikanischen Seengebiet
- Mündung
- Nildelta am Mittelmeer
- Wichtige Städte
- Jinja, Juba, Khartum, Assuan, Luxor und Kairo
- Hauptnutzung
- Trinkwasser, Bewässerung, Wasserkraft, Fischerei und Schifffahrt
- Quelle
- Nile Basin Initiative: Transboundary Water Cooperation
2. Kongo: Afrikas wasserreichster und tiefster Fluss
Rang: 2 Wasserrekord
Der Kongo erreicht je nach Definition ungefähr 4.374 bis 4.700 Kilometer. Die kürzere Angabe bezeichnet den verbreitet abgegrenzten Flusslauf, während der höhere Wert den längsten Quellweg über Lualaba, Luapula und Chambeshi einbezieht. Unabhängig von der Messweise bleibt er Afrikas zweitlängster Fluss. Im Unterschied zum Nil hält er jedoch mehrere andere Kontinentalrekorde.
Mit einem Einzugsgebiet von etwa 3,7 Millionen Quadratkilometern besitzt der Kongo das größte Flussbecken Afrikas. Sein mittlerer Abfluss liegt bei ungefähr 41.000 Kubikmetern pro Sekunde. Damit führt er mehr Wasser als alle anderen afrikanischen Flüsse und weltweit nur weniger als der Amazonas. Messungen ergaben zudem Tiefen von mehr als 200 Metern, womit der Kongo als tiefster bekannter Fluss der Erde gilt.
Sein Lauf beschreibt einen großen Bogen durch den äquatorialen Regenwald und überquert den Äquator zweimal. Zahlreiche Stromschnellen verhindern eine durchgehende Schifffahrt, doch lange Abschnitte bilden ein Verkehrsnetz in Regionen mit wenigen Straßen. Das theoretische Wasserkraftpotenzial ist enorm. Besonders die Inga-Stromschnellen werden seit Jahrzehnten für Großprojekte diskutiert. Kritiker verweisen auf hohe Kosten, soziale Folgen und die Frage, ob die erzeugte Energie tatsächlich lokale Haushalte erreicht.
- Der Kongo überquert den Äquator zweimal.
- Sein Abfluss ist nach dem Amazonas der zweitgrößte aller Flüsse.
- Das Becken trägt den zweitgrößten zusammenhängenden tropischen Regenwald der Erde.
- Länge
- rund 4.374 km; über den längsten Quellweg etwa 4.700 km
- Einzugsgebiet
- rund 3,7 Mio. km²
- Längster Quellweg
- Chambeshi-Luapula-Lualaba-System
- Mündung
- Atlantischer Ozean bei Banana in der DR Kongo
- Mittlerer Abfluss
- ungefähr 41.000 m³/s
- Besonderheit
- Wasserreichster und tiefster Fluss Afrikas
- Quelle
- Europäische Weltraumorganisation: Congo River Basin
3. Niger: der große Flussbogen Westafrikas
Rang: 3 Westafrika-Rekord
Mit rund 4.200 Kilometern ist der Niger der drittlängste Fluss Afrikas und der längste Strom Westafrikas. Er ist nur etwa 174 Kilometer kürzer als der konservativ vermessene Kongo, bleibt aber mehr als 1.500 Kilometer länger als der Sambesi. Sein ungewöhnlicher Lauf war für europäische Kartografen lange rätselhaft: Obwohl seine Quelle nur wenige hundert Kilometer vom Atlantik entfernt liegt, fließt er zunächst nach Nordosten und vom Meer weg.
Der Niger entspringt im feuchten guineischen Hochland, zieht durch Mali bis an den Rand der Sahara und bildet dort das Binnendelta des Niger. In diesem flachen Gebiet verzweigt er sich in Kanäle, Seen und saisonal überflutete Ebenen. Die Feuchtgebiete sind für Fischerei, Viehzucht, Reisanbau und Zugvögel von zentraler Bedeutung. Anschließend dreht der Strom nach Südosten, durchquert Niger und Nigeria und erreicht den Golf von Guinea durch ein weit verzweigtes Küstendelta.
Mehr als 160 Millionen Menschen leben nach Angaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Einzugsgebiet. Staudämme, Bewässerung, Bevölkerungswachstum und Klimaschwankungen erhöhen den Nutzungsdruck. Im Nigerdelta kommt die Erdölförderung hinzu, die Wohlstand geschaffen, aber zugleich schwere Verschmutzungen und politische Konflikte verursacht hat. Rang 3 verbindet daher einen geografischen Rekord mit einigen der wichtigsten Wasser-, Ernährungs- und Umweltfragen Westafrikas.
- Der Niger fließt anfangs vom nahe gelegenen Atlantik weg.
- Sein Binnendelta in Mali gehört zu den wichtigsten Feuchtgebieten des Sahel.
- Das Küstendelta in Nigeria ist eine der bedeutendsten Erdölregionen Afrikas.
- Länge
- rund 4.200 km
- Einzugsgebiet
- rund 2,2 Mio. km²
- Quelle
- Guineisches Hochland nahe der Grenze zu Sierra Leone
- Mündung
- Nigerdelta am Golf von Guinea
- Direkt durchflossene Staaten
- Guinea, Mali, Niger, Benin und Nigeria
- Hauptnutzung
- Landwirtschaft, Fischerei, Trinkwasser, Schifffahrt und Wasserkraft
- Quelle
- Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit: Nigerbecken
4. Sambesi: vom angolanischen Hochland zu den Victoriafällen
Rang: 4 Victoriafälle
Der Sambesi ist nach Angaben der Sambesi-Wasserlaufkommission etwa 2.650 Kilometer lang. Er belegt mit deutlichem Abstand hinter dem Niger Rang 4, liegt aber ungefähr 350 Kilometer vor dem Orange-Senqu. Sein Einzugsgebiet umfasst rund 1,4 Millionen Quadratkilometer und reicht in acht südafrikanische Staaten hinein.
Die Quelle liegt im feuchten Hochland Nordwestsambias nahe der Grenze zu Angola. Von dort zieht der Fluss zunächst durch Angola, kehrt nach Sambia zurück und bildet Grenzabschnitte zu Namibia, Botswana und Simbabwe. An der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe stürzt er über die Victoriafälle. Bei hohem Wasserstand fällt der Strom auf einer Breite von mehr als 1,7 Kilometern in eine schmale Basaltschlucht.
Unterhalb der Fälle wird der Sambesi durch zwei gewaltige Stauseen geprägt. Der Karibasee gehört nach Volumen zu den größten künstlichen Seen der Erde, während Cahora Bassa ein zentrales Wasserkraftwerk Mosambiks speist. Die Anlagen liefern Strom, veränderten aber natürliche Überschwemmungen, Fischwanderungen und den Sedimenttransport zum Delta. Der Sambesi ist zudem von starken Schwankungen zwischen Dürre und Hochwasser betroffen. Diese Variabilität macht die Abhängigkeit mehrerer Staaten von Wasserkraft zunehmend riskant.
- Der Sambesi ist der längste ostwärts zum Indischen Ozean fließende Strom Afrikas.
- Die Victoriafälle gehören zum UNESCO-Welterbe.
- Kariba und Cahora Bassa zählen zu den größten Wasserkraftprojekten des Kontinents.
- Länge
- rund 2.650 km
- Einzugsgebiet
- rund 1,4 Mio. km²
- Quelle
- Hochland im Nordwesten Sambias
- Mündung
- Indischer Ozean in Mosambik
- Wichtige Bauwerke
- Kariba-Talsperre und Cahora-Bassa-Talsperre
- Naturrekord
- Victoriafälle mit einer durchgehenden Fallkante von mehr als 1,7 km
- Quelle
- Zambezi Watercourse Commission: Publikationen zum Sambesibecken
5. Orange-Senqu: vom regenreichen Lesotho in die Namib
Rang: 5 Südafrika-Rekord
Der Orange-Senqu legt vom Hochland Lesothos bis zum Atlantik mehr als 2.300 Kilometer zurück. Er ist damit der längste Fluss Südafrikas und liegt knapp vor dem Ubangi-Uele-System. Der Oberlauf heißt in Lesotho Senqu; erst weiter westlich ist die Bezeichnung Orange River gebräuchlich. Sein Einzugsgebiet umfasst nahezu eine Million Quadratkilometer.
Kaum ein afrikanischer Fluss überquert einen so starken Niederschlagsgradienten. In den Quellregionen der Drakensberge fallen stellenweise etwa 2.000 Millimeter Niederschlag im Jahr. An der Mündung zwischen Südafrika und Namibia sind es weniger als 100 Millimeter. Während der Strom nach Westen fließt, verwandelt sich die Landschaft von grünen Hochlandtälern in Halbwüste und schließlich in eine der trockensten Küstenregionen der Erde.
Das Wasser wird intensiv für Städte, Bergbau und Landwirtschaft genutzt. Talsperren wie Gariep und Vanderkloof speichern Wasser und erzeugen Strom. Großprojekte leiten außerdem Wasser aus Lesotho in das wirtschaftliche Kernland Südafrikas. Der Fluss erreicht das Meer daher mit wesentlich weniger Wasser und Sediment als unter natürlichen Bedingungen. An seiner Mündung liegt ein international bedeutendes Feuchtgebiet, das durch Wasserentnahmen, Bergbau und Veränderungen des Abflusses belastet wird.
- Der Fluss wird in Lesotho Senqu und in Südafrika Orange beziehungsweise Gariep genannt.
- Er bildet auf seinem Unterlauf einen langen Grenzabschnitt zwischen Südafrika und Namibia.
- Sein Wasser wird über Gebirgszüge hinweg in andere südafrikanische Einzugsgebiete geleitet.
- Länge
- mehr als 2.300 km
- Einzugsgebiet
- knapp 1 Mio. km²
- Quelle
- Hochland von Lesotho in den Drakensbergen
- Mündung
- Atlantischer Ozean zwischen Südafrika und Namibia
- Beckenstaaten
- Lesotho, Südafrika, Namibia und Botswana
- Hauptnutzung
- Bewässerung, Trinkwasser, Bergbau und Wasserkraft
- Quelle
- African Water Facility: Orange-Senqu River Basin
6. Ubangi-Uele: Zentralafrikas bedeutende Wasserstraße
Rang: 6 längster Kongo-Zufluss
Der Ubangi ist ab dem Zusammenfluss von Uele und Mbomou etwa 1.060 Kilometer lang. Wird der Uele als längster Quellfluss einbezogen, erreicht das Ubangi-Uele-System ungefähr 2.270 Kilometer. Nach dieser international häufig verwendeten Systemmessung belegt es Rang 6 und liegt nur wenig hinter dem Orange-Senqu.
Der Uele entsteht im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo und fließt westwärts durch tropische Savannen- und Waldlandschaften. Bei Yakoma vereinigt er sich mit dem Mbomou zum Ubangi. Dieser bildet lange Grenzabschnitte zwischen der Zentralafrikanischen Republik und der Demokratischen Republik Kongo sowie später zwischen der DR Kongo und der Republik Kongo. Bei Bangui verläuft er unmittelbar an einer afrikanischen Hauptstadt.
In einer Region mit schwacher Straßeninfrastruktur besitzt der Fluss große Bedeutung für Personen- und Güterverkehr. Sein saisonal schwankender Wasserstand erschwert jedoch die Schifffahrt. Der Ubangi führt im Jahresmittel mehrere Tausend Kubikmeter Wasser pro Sekunde und ist der größte rechte Nebenfluss des Kongo. Wiederholt wurden Pläne diskutiert, Wasser aus seinem Einzugsgebiet in Richtung Tschadsee umzuleiten. Ein solches Projekt könnte den Pegel des schrumpfenden Sees erhöhen, hätte aber kaum kalkulierbare ökologische und politische Folgen für das Kongobecken.
- Der Ubangi beginnt offiziell erst am Zusammenfluss von Uele und Mbomou.
- Der längste Quellweg führt über den Uele und ergibt rund 2.270 Kilometer.
- Der Strom dient als internationale Grenze und als zentrale Verkehrsroute.
- Systemlänge
- rund 2.270 km einschließlich Uele
- Ubangi-Hauptlauf
- rund 1.060 km
- Einzugsgebiet
- rund 652.000 km²
- Entstehung
- Zusammenfluss von Uele und Mbomou bei Yakoma
- Mündung
- Kongo bei Liranga
- Besonderheit
- Größter rechter Nebenfluss des Kongo
- Quelle
- World Factbook Archive: Major Rivers of the Central African Republic
7. Kasai: ein wasserreicher Strom aus Angolas Hochland
Rang: 7 Diamantenregion
Der Kasai ist rund 2.153 Kilometer lang und erreicht Rang 7. Er entspringt im Hochland von Bié in Angola, fließt zunächst ostwärts und bildet anschließend abschnittsweise die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Weiter nördlich zieht er durch das zentrale Kongobecken und mündet schließlich als einer der wasserreichsten Nebenflüsse in den Kongo.
Sein Einzugsgebiet umfasst ungefähr 884.000 Quadratkilometer und ist damit fast so groß wie das Becken des Orange-Senqu. Zahlreiche große Nebenflüsse, darunter Kwango, Sankuru und Fimi, speisen den Kasai. Im Unterlauf führt er im Mittel annähernd 10.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Damit transportiert er trotz seiner deutlich geringeren Länge mehr Wasser als viele eigenständige Hauptströme anderer Kontinente.
Das Becken ist für seine Diamantvorkommen bekannt. Besonders rund um Tshikapa und in der Provinz Kasaï-Oriental prägte der Abbau Wirtschaft, Migration und Landschaft. Informelle Minen sichern Einkommen, gehen jedoch häufig mit gefährlichen Arbeitsbedingungen, Sedimenteinträgen und sozialen Konflikten einher. Für abgelegene Gemeinden ist der Fluss zugleich Verkehrsweg, Fischgrund und Wasserquelle. Stromschnellen und Wasserfälle unterbrechen allerdings die durchgehende Schiffbarkeit.
- Der Kasai gehört zu den wasserreichsten Nebenflüssen der Erde.
- Sein Becken umfasst große Regenwald-, Savannen- und Feuchtgebiete.
- Diamantabbau besitzt große wirtschaftliche, aber auch ökologische Bedeutung.
- Länge
- rund 2.153 km
- Einzugsgebiet
- rund 884.000 km²
- Quelle
- Hochland von Bié in Angola
- Mündung
- Kongo in der Demokratischen Republik Kongo
- Wichtige Nebenflüsse
- Kwango, Sankuru, Fimi und Lulua
- Wirtschaftliche Bedeutung
- Schifffahrt, Fischerei, Landwirtschaft und Diamantabbau
- Quelle
- WorldAtlas: Kasai River
8. Okavango: ein Fluss, der in der Kalahari verschwindet
Rang: 8 Binnendelta
Der Cubango-Okavango ist nach einer Fallstudie der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen ungefähr 1.900 Kilometer lang. Andere Quellen nennen rund 1.600 bis 1.700 Kilometer, abhängig davon, welcher angolanische Quellarm einbezogen wird. Mit dem längeren anerkannten Quellweg belegt er Rang 8 vor dem Shabelle.
Der Strom entspringt im niederschlagsreichen Hochland Zentralangolas. Dort heißt er Cubango. Weiter südlich bildet er als Kavango einen Teil der Grenze zwischen Angola und Namibia, bevor er nach Botswana eintritt. Anders als fast alle großen Flüsse dieser Liste erreicht er keinen Ozean. Sein Wasser verteilt sich in der flachen Kalahari in einem riesigen Netz aus Kanälen, Lagunen, Inseln und saisonal überfluteten Grasländern.
Das Okavangodelta ist eines der größten Binnendeltas der Erde und UNESCO-Welterbe. Besonders ungewöhnlich ist der Zeitpunkt der Flut: Wasser aus der angolanischen Regenzeit benötigt Monate bis Botswana und erreicht das Delta während der dortigen Trockenzeit. Dadurch entstehen lebenswichtige Wasserflächen für Elefanten, Flusspferde, Antilopen, Raubtiere und Vögel. Der Hauptstrom ist bislang vergleichsweise wenig verbaut. Landwirtschaft, Bevölkerungswachstum und mögliche Wasserentnahmen im Oberlauf könnten dieses empfindliche Zeit- und Abflusssystem jedoch verändern.
- Der Fluss heißt in Angola Cubango, in Namibia Kavango und in Botswana Okavango.
- Seine Hochwasserwelle erreicht Botswana während der regionalen Trockenzeit.
- Ein großer Teil des Wassers verdunstet oder versickert im Kalahari-Becken.
- Länge
- je nach Messweise etwa 1.600–1.900 km
- Einzugsgebiet
- rund 530.000 km² einschließlich trockener Beckenanteile
- Quelle
- Hochland Zentralangolas
- Endpunkt
- Okavangodelta in Botswana
- Abflussform
- Endorheisch, ohne Verbindung zum Meer
- Schutzstatus
- Okavangodelta seit 2014 UNESCO-Welterbe
- Quelle
- UNECE: Permanent Okavango River Basin Water Commission
9. Shabelle: ein langer Fluss, der häufig kein Meer erreicht
Rang: 9 saisonaler Strom
Der Shabelle ist rund 1.820 Kilometer lang und fließt vom äthiopischen Hochland in die trockenen Ebenen Somalias. Sein Name bedeutet im Somali sinngemäß „Leopardfluss“. Die Länge verschafft ihm Rang 9, doch hydrologisch unterscheidet er sich grundlegend von den meisten anderen großen Flüssen Afrikas: In durchschnittlichen und trockenen Jahren erreicht sein Wasser den Indischen Ozean nicht.
Der Oberlauf erhält Niederschläge aus den Hochländern Äthiopiens und schneidet sich dort stellenweise tief in Plateaus ein. Rund 1.290 Kilometer des Hauptlaufs liegen nach Angaben des FAO-Projekts SWALIM innerhalb Äthiopiens. In Somalia wird das Gefälle sehr gering. Verdunstung, Versickerung und Bewässerungsentnahmen reduzieren den Abfluss, bis der Fluss in Feuchtgebieten und sandigen Ebenen ausläuft.
Nur in besonders nassen Perioden vereinigt sich der Shabelle mit dem weiter südlich verlaufenden Juba und erreicht über dessen System den Indischen Ozean. Trotz dieser Unsicherheit ist er für die somalische Landwirtschaft unverzichtbar. In seinem Tal werden unter anderem Mais, Sesam, Bananen und Gemüse angebaut. Gleichzeitig führen Starkregen im äthiopischen Oberlauf regelmäßig zu Überschwemmungen, während Dürreperioden den Fluss drastisch schrumpfen lassen. Diese Gegensätze machen den Shabelle zu einem besonders klimasensiblen Strom.
- Der Shabelle versickert in trockenen Jahren, bevor er den Juba erreicht.
- Seine Hochwasser werden überwiegend durch Regen im äthiopischen Hochland ausgelöst.
- Das Flusstal gehört zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen Somalias.
- Länge
- rund 1.820 km
- Einzugsgebiet
- rund 337.000 km²
- Quelle
- Mendebo-Gebirge im äthiopischen Hochland
- Gewöhnliches Ende
- Feuchtgebiete und Sandebenen in Südsomalia
- Verbindung zum Meer
- Nur bei hohem Abfluss über den Juba zum Indischen Ozean
- Hauptnutzung
- Bewässerungslandwirtschaft und Trinkwasserversorgung
- Quelle
- FAO SWALIM: Juba-Shabelle Transboundary River Basin
10. Limpopo: der große Halbkreis des südlichen Afrikas
Rang: 10 grenzüberschreitend
Der Limpopo ist nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ungefähr 1.680 Kilometer lang. Damit schließt er die Top 10 ab. Sein Flusslauf beginnt am Zusammenfluss von Marico und Crocodile River nordwestlich von Johannesburg und beschreibt anschließend einen weiten Halbkreis durch das südliche Afrika.
Zunächst fließt der Limpopo nordwärts und bildet Grenzabschnitte zwischen Südafrika, Botswana und Simbabwe. Danach dreht er nach Osten, durchquert Mosambik und mündet in den Indischen Ozean. Große Teile des Beckens sind trocken bis halbtrocken. Der Abfluss schwankt deshalb stark, und einzelne Nebenflüsse führen nur nach Regen Wasser.
Trotz seines im Vergleich zum Kongo geringen mittleren Abflusses kann der Limpopo katastrophale Hochwasser erzeugen. Im Jahr 2000 überschwemmten außergewöhnliche Regenfälle große Teile Mosambiks. Hunderttausende Menschen waren betroffen, und die Bilder einer Frau, die während der Flut in einem Baum ein Kind zur Welt brachte, gingen weltweit um. Gleichzeitig leidet das Becken regelmäßig unter Dürre und Wasserknappheit. Bewässerungslandwirtschaft, Städte, Bergbau und Naturschutzgebiete konkurrieren um begrenzte Ressourcen. Seine Platzierung zeigt, dass ein langer Fluss nicht zwangsläufig dauerhaft große Wassermengen führen muss.
- Der Limpopo bildet lange internationale Grenzabschnitte.
- Sein Wasserstand reagiert stark auf Dürren und tropische Wirbelstürme.
- Das Becken umfasst Großstädte, Landwirtschaftsregionen und bedeutende Schutzgebiete.
- Länge
- rund 1.680 km
- Einzugsgebiet
- rund 408.000 km²
- Entstehung
- Zusammenfluss von Marico und Crocodile River
- Mündung
- Indischer Ozean in Mosambik
- Beckenstaaten
- Südafrika, Botswana, Simbabwe und Mosambik
- Hauptrisiken
- Dürre, Hochwasser, Übernutzung und Verschmutzung
- Quelle
- FAO: The Inland Waters of Africa – Limpopo River
Warum Afrikas längste Flüsse so unterschiedlich sind
Die zehn längsten Flüsse Afrikas bilden fast das gesamte klimatische Spektrum des Kontinents ab. Der Kongo führt ganzjährig gewaltige Wassermengen aus den äquatorialen Regengebieten. Nil und Niger verbinden feuchte Quellregionen mit Trockengebieten, in denen ihr Wasser zur Lebensgrundlage von Millionen Menschen wird. Okavango und Shabelle erreichen häufig keinen Ozean, weil Verdunstung, Versickerung und Entnahmen ihren Abfluss im Landesinneren aufbrauchen.
Länge und Wassermenge stehen daher nicht automatisch in Zusammenhang. Der Nil ist fast 2.000 Kilometer länger als der Kongo, führt aber erheblich weniger Wasser. Der nur 2.153 Kilometer lange Kasai kann nahe seiner Mündung mehr Wasser transportieren als der wesentlich längere Niger. Noch deutlicher wird der Gegensatz beim Orange und Limpopo, deren Abfluss durch trockene Klimazonen und intensive Nutzung begrenzt wird.
Auch die Messung bleibt eine Herausforderung. Quellflüsse tragen andere Namen, Deltas besitzen mehrere Mündungsarme und saisonale Flüsse ändern ihren Endpunkt. Die Zahlen sind deshalb keine unveränderlichen Naturkonstanten, sondern bestmögliche geografische Vermessungen. Weitere Rankings über Flüsse, Landschaften und Naturrekorde finden Sie in der Kategorie Natur.
Häufige Fragen zu den längsten Flüssen Afrikas
Welcher ist der längste Fluss Afrikas?
Der Nil ist mit etwa 6.650 bis 6.695 Kilometern der längste Fluss Afrikas. Sein Einzugsgebiet erstreckt sich über elf Staaten und reicht von den äquatorialen Seen bis zum Mittelmeer.
Ist der Nil oder der Kongo wasserreicher?
Der Kongo ist deutlich wasserreicher. Er führt im Mittel ungefähr 41.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde und besitzt damit nach dem Amazonas den zweitgrößten Abfluss aller Flüsse. Der Nil ist dagegen wesentlich länger.
Warum wird der Ubangi zusammen mit dem Uele gemessen?
Der namentliche Ubangi beginnt erst am Zusammenfluss von Uele und Mbomou. Für internationale Längenvergleiche wird häufig der Uele als längster Quellfluss einbezogen. Dadurch ergibt sich eine Systemlänge von etwa 2.270 Kilometern.
Welcher ist der längste Fluss im südlichen Afrika?
Der Sambesi ist mit ungefähr 2.650 Kilometern der längste Fluss des südlichen Afrikas. Er fließt über die Victoriafälle und mündet in Mosambik in den Indischen Ozean.
Welcher große afrikanische Fluss mündet nicht ins Meer?
Der Okavango endet im Okavangodelta in Botswana. Sein Wasser verteilt sich dort in Kanälen, Sümpfen und Lagunen und verdunstet oder versickert in der Kalahari. Auch der Shabelle erreicht in vielen Jahren keinen Ozean.







