865 Kilometer Rhein in Deutschland – aber wie misst man eigentlich die Länge eines Flusses, der Grenzen bildet, seinen Namen erst an einem Zusammenfluss erhält oder in ein kilometerlanges Ästuar übergeht? Genau diese Fragen entscheiden darüber, welche Flüsse tatsächlich zu den zehn längsten Deutschlands gehören.
Für dieses Ranking wurden die Flusslängen deshalb anhand von Daten der Bundesanstalt für Gewässerkunde, von Landesbehörden und Flussgebietsgemeinschaften neu geprüft. Entscheidend ist die von den zuständigen Fachquellen ausgewiesene Fließstrecke des jeweiligen Flusses auf beziehungsweise innerhalb Deutschlands. Bei vollständig deutschen Flüssen entspricht sie der Gesamtlänge. Das Ergebnis unterscheidet sich deutlich von älteren Listen: Spree und Ems gehören mit 382 beziehungsweise 371 Kilometern eindeutig in die Top 10. Mosel und Oder fallen dagegen aus dem Ranking heraus. Auch bei Donau, Weser und Havel zeigen sich Unterschiede zwischen verschiedenen amtlichen Längenangaben, die sich durch unterschiedliche Abgrenzungen erklären lassen.
So wurde gewertet
Sortiert wird nach der Fließstrecke des jeweiligen Flusses in Deutschland. Bei Rhein und Elbe zählt damit nur der deutsche Abschnitt, bei Main, Weser, Saale, Spree, Ems, Neckar und Havel die von den verwendeten Fachbehörden angegebene Gesamtlänge. Grenzabschnitte werden nicht willkürlich halbiert, sondern entsprechend der hydrologischen beziehungsweise geografischen Abgrenzung der jeweiligen Quelle berücksichtigt.
Flusslängen sind nicht vollkommen unveränderliche Naturkonstanten. Unterschiede entstehen unter anderem dadurch, welcher Quellarm als Beginn gilt, wo ein Ästuar endet, welche Flusslinie kartografisch vermessen wird und wie Begradigungen oder genauere Geodaten berücksichtigt werden. Deshalb werden aktuelle oder fachlich besonders spezifische Angaben bevorzugt und abweichende ältere Werte erläutert.
Bei der Donau verwenden wir beispielsweise die hydrologische Definition der Bundesanstalt für Gewässerkunde: von der Vereinigung der Quellflüsse Brigach und Breg bis zum Verlassen Deutschlands bei Passau sind es rund 625 Kilometer. Ältere statistische Übersichten nennen auch 647 Kilometer. Die unterschiedliche Abgrenzung verändert den dritten Rang nicht. Datenstand: September 2026.
Übersicht
Die längsten Flüsse Deutschlands im Vergleich
| Rang | Fluss | Länge in Deutschland | Beginn / Quelle | Mündung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Rhein | ca. 865 km | kommt aus der Schweiz | Nordsee in den Niederlanden |
| 2 | Elbe | ca. 727 km | kommt aus Tschechien | Nordsee bei Cuxhaven |
| 3 | Donau | ca. 625 km | Vereinigung von Brigach und Breg | verlässt Deutschland bei Passau |
| 4 | Main | 524 km | Quellgebiet in Bayern | Rhein bei Mainz |
| 5 | Weser | ca. 452 km | Werra und Fulda bei Hann. Münden | Nordsee bei Bremerhaven |
| 6 | Saale | 413 km | Fichtelgebirge | Elbe bei Barby |
| 7 | Spree | 382 km | Lausitzer Hochland | Havel in Berlin-Spandau |
| 8 | Ems | ca. 371 km | Kreis Gütersloh | Nordsee / Dollart |
| 9 | Neckar | 367 km | Villingen-Schwenningen | Rhein bei Mannheim |
| 10 | Havel | 334 km | Mecklenburg-Vorpommern | Elbe |
Besonders auffällig ist die Mitte des Rankings. Spree und Ems werden in populären Deutschland-Listen häufig übersehen, obwohl amtliche Wasserwirtschaftsdaten für beide deutlich mehr als 350 Kilometer ausweisen. Dadurch liegen sie vor Neckar und Havel. Zugleich zeigt die Tabelle, weshalb eine einzige alte Statistik als Datengrundlage problematisch sein kann: Neuere Flussgebietsunterlagen weisen beispielsweise für die Weser rund 452 Kilometer aus, während ältere Tabellen noch 440 Kilometer verwenden.
1. Rhein – rund 865 Kilometer in Deutschland
Rang: 1 längster deutscher Abschnitt
Kein anderer Fluss legt auf beziehungsweise entlang deutschen Staatsgebiets eine längere Strecke zurück als der Rhein. Das vom Umweltbundesamt betriebene Nationale Zentrum für Umwelt- und Naturschutzinformationen nennt rund 865 Kilometer in Deutschland. Der Strom kommt aus der Schweiz, bildet im Südwesten abschnittsweise Staatsgrenzen und zieht anschließend durch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen, bevor er die Niederlande erreicht.
Die 865 Kilometer sind allerdings nicht mit einem ausschließlich im deutschen Binnenland verlaufenden Abschnitt gleichzusetzen. Teile des Hochrheins liegen an der deutsch-schweizerischen Grenze, am Oberrhein bildet der Fluss über längere Strecken die Grenze zu Frankreich. Für ein Deutschland-Ranking werden solche Abschnitte nach der üblichen geografischen Zuordnung zum deutschen Rheinverlauf mitgerechnet.
Seine Gesamtlänge liegt bei rund 1.233 Kilometern. Deutschland umfasst damit einen Großteil des Stromlaufs, aber weder Quelle noch Mündung. Für die Platzierung zählt hier ausschließlich der Deutschlandbezug – nicht die gesamte internationale Flusslänge.
- Rund 865 Kilometer verlaufen durch beziehungsweise entlang Deutschland.
- Der Rhein entspringt in den Schweizer Alpen.
- Nach dem deutschen Abschnitt fließt er durch die Niederlande zur Nordsee.
- Länge in Deutschland
- ca. 865 km
- Gesamtlänge
- ca. 1.233 km
- Flusstyp
- internationaler Strom und Grenzfluss
- Mündung
- Nordsee in den Niederlanden
- Quelle
- Nationales Zentrum für Umwelt- und Naturschutzinformationen / Umweltbundesamt
2. Elbe – rund 727 Kilometer in Deutschland
Rang: 2 Tidestrom
Die Elbe erreicht Deutschland aus Tschechien und legt anschließend rund 727 Kilometer bis zur definierten Seegrenze bei Cuxhaven zurück. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde beziffert den deutschen Anteil auf fast genau zwei Drittel der gesamten Fließstrecke. Damit liegt die Elbe deutlich vor der Donau auf Rang 2.
Interessant ist vor allem die Frage, wo der Fluss eigentlich endet. Unterhalb des Wehrs Geesthacht beginnt der tidebeeinflusste Abschnitt. Von dort verbleiben laut BfG noch 141,8 Kilometer, bis die Elbe bei Stromkilometer 727,7 an der Seegrenze bei der Cuxhavener Kugelbake definitionsgemäß endet. Der Hamburger Hafen liegt also keineswegs unmittelbar an der geografischen Mündung.
Diese Abgrenzung erklärt auch, warum Flusslängen nicht einfach mit einem Lineal auf einer Karte nachgemessen werden können. Insbesondere bei Ästuaren muss festgelegt werden, bis zu welchem Punkt ein Gewässer noch als Fluss und ab wann es als Meer betrachtet wird.
- Rund zwei Drittel der Elbe liegen in Deutschland.
- Unterhalb von Geesthacht ist der Fluss über mehr als 140 Kilometer tidebeeinflusst.
- Die BfG definiert die Seegrenze bei Cuxhaven als Ende des deutschen Elblaufs.
- Länge in Deutschland
- ca. 727 km
- Gesamtlänge
- ca. 1.091 km nach BfG-Datengrundlage
- Deutsche Seegrenze
- Cuxhaven, Kugelbake
- Tideabschnitt
- ca. 141,8 km ab Geesthacht
- Quelle
- Bundesanstalt für Gewässerkunde – Beschreibung der Elbe
3. Donau – rund 625 Kilometer in Deutschland
Rang: 3 Messdefinition entscheidend
Bei kaum einem Fluss dieses Rankings zeigt sich das Definitionsproblem so deutlich wie bei der Donau. Ältere amtliche Statistiken führen für Deutschland häufig 647 Kilometer. Der Hydrologische Atlas der Bundesanstalt für Gewässerkunde beschreibt dagegen eine 625 Kilometer lange Fließstrecke von der Vereinigung der Quellflüsse Brigach und Breg in Donaueschingen bis zum Verlassen Deutschlands bei Passau.
Für dieses Ranking verwenden wir die hydrologisch klar beschriebene BfG-Abgrenzung. Sie beginnt dort, wo der Fluss nach der Vereinigung seiner beiden Quellflüsse als Donau geführt wird. Die alternative Zahl von 647 Kilometern ist deshalb nicht einfach „falsch“; sie beruht auf einer anderen statistischen beziehungsweise vermessungstechnischen Abgrenzung.
An der Platzierung ändert der Unterschied nichts. Selbst mit 625 Kilometern liegt die Donau gut 100 Kilometer vor dem Main. International setzt sie ihren Weg anschließend über Österreich und Südosteuropa bis zum Schwarzen Meer fort und erreicht insgesamt rund 2.857 Kilometer.
- Die BfG nennt 625 Kilometer Fließstrecke in Deutschland.
- Brigach und Breg vereinigen sich bei Donaueschingen.
- Bei Passau verlässt die Donau Deutschland Richtung Österreich.
- Fließstrecke Deutschland
- ca. 625 km nach BfG-Definition
- Alternative Angabe
- 647 km in älteren amtlichen Statistikübersichten
- Beginn
- Vereinigung von Brigach und Breg bei Donaueschingen
- Gesamtlänge
- ca. 2.857 km
- Quelle
- Bundesanstalt für Gewässerkunde – Hydrologischer Atlas Deutschland
4. Main – 524 Kilometer
Rang: 4 vollständig in Deutschland
Mit 524 Kilometern ist der Main der längste Fluss dieses Rankings, dessen kompletter von der Fachquelle angesetzter Lauf innerhalb Deutschlands liegt. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde nennt 524 Kilometer bis zur Mündung in den Rhein. Das ist bemerkenswert, weil häufig die kürzere Weser pauschal als längster vollständig deutscher Fluss bezeichnet wird.
Auch beim Main spielt die Wahl des Quellarms eine Rolle. Die BfG beschreibt Roten Main und Weißen Main als Quellflüsse beziehungsweise Quellbereiche. Die verwendete 524-Kilometer-Angabe folgt der amtlichen hydrologischen Gesamtdarstellung. Der Main selbst führt durch Bayern und Hessen und erreicht den Rhein im Raum Mainz/Wiesbaden.
Sein Rang zeigt außerdem einen wichtigen Unterschied zwischen Flusslänge und hierarchischer Stellung im Gewässersystem: Obwohl der Main nur Nebenfluss des Rheins ist, ist er länger als zahlreiche eigenständig ins Meer mündende deutsche Flüsse. Ob ein Gewässer Haupt- oder Nebenfluss ist, sagt nichts darüber aus, wie lang sein Lauf sein muss.
- Die BfG führt den Main mit 524 Kilometern.
- Roter und Weißer Main bilden sein Quellsystem.
- Der gesamte verwendete Flusslauf liegt in Deutschland.
- Länge
- 524 km
- Quellgebiet
- Roter Main und Weißer Main in Bayern
- Bundesländer
- Bayern und Hessen
- Mündung
- Rhein im Raum Mainz/Wiesbaden
- Quelle
- Bundesanstalt für Gewässerkunde – Hydrologischer Atlas Deutschland
5. Weser – rund 452 Kilometer
Rang: 5 Zusammenfluss als Startpunkt
Die Weser beginnt nicht an einer klassischen Quelle. Erst dort, wo Werra und Fulda in Hann. Münden zusammenfließen, trägt der Fluss den Namen Weser. Von diesem Punkt bis zur Nordsee bei Bremerhaven sind es nach aktuellen Unterlagen der Flussgebietsgemeinschaft Weser ungefähr 452 Kilometer.
Damit ist die neuere Fachangabe rund zwölf Kilometer größer als der Wert von 440 Kilometern, der in älteren Statistikübersichten und auch in der bisherigen Version dieses Artikels verwendet wurde. Solche Unterschiede können aus veränderter Kilometrierung, genaueren Geodaten und der Abgrenzung des tidebeeinflussten Unterlaufs entstehen.
Würde man statt des Namens „Weser“ das gesamte Flusssystem über einen Quellfluss verfolgen, entstünde eine wesentlich größere Länge. Für dieses Ranking wird das bewusst nicht getan: Maßgeblich ist der von der Flussgebietsgemeinschaft als Weser bezeichnete Hauptlauf ab Hann. Münden. So bleibt die Methode mit der amtlichen Gewässerbezeichnung nachvollziehbar.
- Die Weser entsteht aus Werra und Fulda in Hann. Münden.
- Aktuelle Flussgebietsunterlagen nennen etwa 452 Kilometer.
- Der gesamte als Weser bezeichnete Lauf liegt in Deutschland.
- Länge
- ca. 452 km
- Beginn
- Zusammenfluss von Werra und Fulda bei Hann. Münden
- Verlauf
- vollständig in Deutschland
- Mündung
- Nordsee bei Bremerhaven
- Quelle
- Flussgebietsgemeinschaft Weser – Überprüfung des Hochwasserrisikos 2024
6. Saale – 413 Kilometer
Rang: 6 großer Elbe-Nebenfluss
Von ihrer Quelle im Fichtelgebirge bis zur Elbe legt die Saale nach Angaben des Landesverwaltungsamts Sachsen-Anhalt 413 Kilometer zurück. Auf diesem Weg durchquert sie Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt und überwindet einen Höhenunterschied von rund 678,5 Metern.
Die Saale ist damit deutlich länger als mehrere bekanntere deutsche Regionalflüsse. Trotzdem ist sie hydrologisch ein Nebenfluss: Bei Barby erreicht ihr Wasser die Elbe. Genau daran lässt sich erkennen, weshalb die Bezeichnung „Nebenfluss“ nicht mit „klein“ oder „kurz“ gleichgesetzt werden darf.
Für historische Tabellen findet man teilweise auch höhere Längenangaben. Das kann unter anderem mit früheren Kartengrundlagen und Veränderungen beziehungsweise unterschiedlichen Abgrenzungen des Flussverlaufs zusammenhängen. Für dieses Ranking wird der aktuell von der Landesverwaltung verwendete 413-Kilometer-Wert übernommen. Gegenüber dem fünftplatzierten Weserlauf fehlen damit rund 39 Kilometer.
- Die Saale entspringt im Fichtelgebirge.
- Sie durchquert Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt.
- Nach 413 Kilometern mündet sie in die Elbe.
- Länge
- 413 km
- Quelle
- Fichtelgebirge in Bayern
- Höhenunterschied
- ca. 678,5 m
- Mündung
- Elbe bei Barby
- Quelle
- Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt – Saale
7. Spree – 382 Kilometer
Rang: 7 in alten Rankings oft übersehen
Die Spree ist die wichtigste Korrektur gegenüber der bisherigen Version dieses Rankings. Der aktuelle Niedrigwasser-Steckbrief des brandenburgischen Umweltministeriums nennt eine Lauflänge von 382 Kilometern vom Lausitzer Hochland bis zur Mündung in die Havel in Berlin-Spandau. Damit gehört die Spree eindeutig vor Ems, Neckar und Havel.
Dass sie dennoch leicht übersehen wird, hat auch mit ihrer Stellung im Flusssystem zu tun: Die Spree mündet in die Havel und gilt damit als deren Nebenfluss – obwohl sie nach der hier verwendeten amtlichen Angabe rund 48 Kilometer länger ist als die Havel selbst. Welcher Fluss nach einem Zusammenfluss seinen Namen behält, wird nicht allein durch die Länge entschieden.
Die Spree fließt durch Sachsen, Brandenburg und Berlin. Ihr Unterlauf ist stark durch wasserwirtschaftliche Eingriffe und die Seen- und Kanallandschaft geprägt. Unterschiedliche amtliche Übersichten nennen teilweise gerundete Werte bis etwa 400 Kilometer; für das Ranking verwenden wir die konkrete 382-Kilometer-Angabe aus dem wasserwirtschaftlichen Fachsteckbrief.
- Die aktuelle wasserwirtschaftliche Angabe beträgt 382 Kilometer.
- Die Spree entspringt im Lausitzer Hochland.
- Sie mündet in Berlin-Spandau in die kürzere Havel.
- Länge
- 382 km
- Quelle
- Lausitzer Hochland in Sachsen
- Bundesländer
- Sachsen, Brandenburg und Berlin
- Mündung
- Havel in Berlin-Spandau
- Quelle
- Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Brandenburg – Niedrigwassermanagement Spree
8. Ems – rund 371 Kilometer
Rang: 8 Nordsee-Fluss
Auch die Ems fehlte in der bisherigen Top 10, obwohl die Internationale Flussgebietseinheit Ems ihre Länge von der Quelle bis zur Mündung mit rund 371 Kilometern angibt. Damit übertrifft sie den Neckar um etwa vier Kilometer und erreicht Rang 8.
Das Quellgebiet liegt am Rand des Teutoburger Waldes im Osten des Kreises Gütersloh. Von dort zieht die Ems zunächst durch Nordrhein-Westfalen und anschließend durch Niedersachsen Richtung Nordsee. Bis zum Dollart überwindet der Fluss lediglich etwa 135 Höhenmeter – ein deutlicher Gegensatz zu Mittelgebirgsflüssen wie der Saale.
Eine Besonderheit liegt am Unterlauf: Das Ems-Dollart-Ästuar wird wegen der besonderen deutsch-niederländischen Grenzsituation gemeinsam bewirtschaftet. Der eigentliche Emslauf überschreitet nach Angaben der Flussgebietseinheit jedoch keine Staatsgrenze; niederländische Nebengewässer münden direkt in das Ästuar. Für das Ranking wird deshalb die offiziell angegebene Gesamtlänge von rund 371 Kilometern angesetzt.
- Die Ems ist rund 371 Kilometer lang.
- Ihr Quellgebiet liegt im Kreis Gütersloh.
- Sie fließt durch Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zur Nordsee.
- Länge
- ca. 371 km
- Quellgebiet
- Kreis Gütersloh, Nordrhein-Westfalen
- Höhenunterschied
- ca. 135 m bis zum Dollart
- Mündung
- Nordsee über den Dollart
- Quelle
- Internationale Flussgebietseinheit Ems
9. Neckar – 367 Kilometer
Rang: 9 Landesfluss
Der Neckar fließt auf 367 Kilometern von Villingen-Schwenningen bis zum Rhein in Mannheim. Bis auf wenige Kilometer an der hessischen Grenze verläuft er fast vollständig innerhalb Baden-Württembergs und durchquert dabei alle vier Regierungsbezirke des Landes.
Mit nur vier Kilometern Abstand liegt er unmittelbar hinter der Ems. Gerade bei solch geringen Differenzen wäre eine Rangliste ohne klare Datenbasis problematisch. Die baden-württembergische Umweltverwaltung bestätigt jedoch ausdrücklich die 367 Kilometer vom Quellgebiet bis zur Mündung.
Der Neckar zeigt zugleich, dass wirtschaftliche und regionale Bedeutung nichts mit einem hohen Rang nach Flusslänge garantieren. Er verbindet unter anderem den Großraum Stuttgart, Heilbronn und Heidelberg mit Mannheim und dem Rhein und ist auf großen Teilen seines Unter- und Mittellaufs Bundeswasserstraße. Für unser Ranking zählt jedoch ausschließlich die Länge – nicht Verkehrsaufkommen, Einzugsgebiet oder Abflussmenge.
- Der Neckar ist 367 Kilometer lang.
- Er beginnt im Raum Villingen-Schwenningen.
- Bei Mannheim mündet er in den Rhein.
- Länge
- 367 km
- Quelle
- Villingen-Schwenningen
- Verlauf
- fast vollständig in Baden-Württemberg
- Mündung
- Rhein bei Mannheim
- Quelle
- Umweltministerium Baden-Württemberg – Unser Neckar
10. Havel – 334 Kilometer
Rang: 10 Seenfluss
Die Havel schließt das Ranking mit 334 Kilometern ab. Das Landesamt für Umwelt Brandenburg verwendet diesen Wert in seiner Managementplanung und verweist dabei auf Daten der Wasserstraßenverwaltung. Bemerkenswert ist die geringe Distanz zwischen Quelle und Mündung in der Luftlinie: nur rund 94 Kilometer. Die große Flusslänge entsteht durch den stark gewundenen Verlauf und die zahlreichen durchflossenen Seen.
Die Havel entspringt in Mecklenburg-Vorpommern, verläuft anschließend durch Brandenburg und Berlin und erreicht schließlich die Elbe. Ihr größter Nebenfluss ist die Spree. Mit 382 Kilometern ist die Spree sogar deutlich länger als der Hauptfluss, in den sie mündet – ein anschauliches Beispiel dafür, dass die Benennung eines Flusssystems nicht zwingend dem längsten Quellast folgt.
Auch für die Havel existieren unterschiedliche amtliche Werte. Andere wasserwirtschaftliche Übersichten Brandenburgs nennen rund 325 Kilometer. Die Platzierung verändert sich dadurch jedoch nicht: Selbst mit dem niedrigeren Wert bleibt die Havel vor den nächsten Kandidaten außerhalb dieser Top 10.
- Die verwendete Fachquelle nennt 334 Kilometer Gesamtlänge.
- Die Luftlinie zwischen Quelle und Mündung beträgt nur etwa 94 Kilometer.
- Der größte Nebenfluss, die Spree, ist länger als die Havel selbst.
- Länge
- 334 km
- Quelle
- Mecklenburg-Vorpommern
- Höhenunterschied
- nur ca. 40,5 m
- Mündung
- Elbe
- Quelle
- Landesamt für Umwelt Brandenburg – Managementplan Mittlere Havel
Warum unterscheiden sich Angaben zur Länge deutscher Flüsse?
Eine Flusslänge wirkt wie eine objektive Zahl, hängt aber von mehreren Festlegungen ab. Schon der Beginn eines Flusses kann unterschiedlich definiert werden. Die Weser erhält ihren Namen beispielsweise erst beim Zusammenfluss von Werra und Fulda. Bei der Donau stellt sich die Frage, ob ausschließlich der als Donau bezeichnete Lauf oder zusätzlich ein Quellfluss in die Längenberechnung einbezogen wird.
Auch am anderen Ende kann die Grenze unscharf sein. Bei der Elbe reicht der tidebeeinflusste Fluss weit unterhalb Hamburgs bis zur festgelegten Seegrenze bei Cuxhaven. Ästuare wie das der Ems bilden Übergangszonen zwischen Fluss und Meer. Hinzu kommen verbesserte Vermessungsmethoden: Moderne digitale Geländedaten können einem stark mäandrierenden Fluss eine andere Länge zuweisen als ältere Karten.
Deshalb sind Unterschiede von wenigen Kilometern zwischen seriösen Quellen nicht automatisch Fehler. Entscheidend ist, transparent zu machen, welche Abgrenzung und welche Fachquelle verwendet wurden. Genau deshalb stehen in diesem Ranking keine scheinbar auf den Meter exakten Werte, wenn die Datengrundlage diese Präzision nicht hergibt.
Welche Flüsse sind aus der alten Top 10 herausgefallen?
In der bisherigen Version standen Mosel und Oder auf Rang 9 und 10. Das hält einer vollständigen Prüfung der deutschen Flusslängen nicht stand. Die Mosel erreicht auf deutschem Gebiet nur rund 242 Kilometer. Bei der Oder betrifft Deutschland vor allem den deutlich kürzeren Grenzabschnitt. Beide werden von Spree, Ems, Neckar und Havel klar übertroffen.
Die entscheidende Korrektur besteht deshalb nicht darin, einzelne Kilometerwerte geringfügig anzupassen, sondern zwei bislang fehlende Flüsse in das Ranking aufzunehmen. Genau dadurch verändert sich die Zusammensetzung der Top 10 substanziell.
FAQ zu den längsten Flüssen Deutschlands
Welcher ist der längste Fluss in Deutschland?
Der Rhein besitzt mit rund 865 Kilometern den längsten Flussabschnitt auf beziehungsweise entlang deutschen Staatsgebiets. Seine Quelle liegt allerdings in der Schweiz und seine Mündung in den Niederlanden. Er ist also kein vollständig deutscher Fluss.
Welcher lange Fluss verläuft vollständig in Deutschland?
Unter den zehn Flüssen dieses Rankings verlaufen Main, Weser, Saale, Spree, Ems und Havel mit ihren hier verwendeten Flussläufen vollständig beziehungsweise nahezu vollständig auf deutschem Staatsgebiet. Der Main wird von der Bundesanstalt für Gewässerkunde mit 524 Kilometern geführt und ist damit länger als die rund 452 Kilometer lange Weser.
Warum ist die Donau hier 625 und nicht 647 Kilometer lang?
Die Bundesanstalt für Gewässerkunde beschreibt 625 Kilometer Fließstrecke von der Vereinigung der Quellflüsse Brigach und Breg in Donaueschingen bis zum Verlassen Deutschlands bei Passau. Andere amtliche Statistiken verwenden 647 Kilometer. Ursache ist eine unterschiedliche Abgrenzung beziehungsweise Kilometrierung. Der dritte Rang ändert sich dadurch nicht.
Warum ist die Spree länger als die Havel, obwohl sie in die Havel mündet?
Die Bezeichnung Hauptfluss oder Nebenfluss richtet sich nicht ausschließlich nach der Länge. Die Spree erreicht nach der verwendeten Fachquelle 382 Kilometer, die Havel 334 Kilometer. Trotzdem behält nach ihrem Zusammenfluss in Berlin-Spandau die Havel ihren Namen.
Warum stehen Mosel und Oder nicht mehr in den Top 10?
Für das Ranking zählt nur die jeweilige Fließstrecke in Deutschland. Die deutschen beziehungsweise Deutschland betreffenden Abschnitte von Mosel und Oder sind kürzer als die von Spree, Ems, Neckar und Havel. In einer vollständig neu geprüften Top 10 reichen sie deshalb nicht mehr für einen Platz aus.







