Die 10 niederschlagsreichsten Orte der Welt

Die 10 niederschlagsreichsten Orte der Welt

Mehr als 12.000 Millimeter Regen pro Jahr – an einigen Orten der Erde ist das kein Ausreißer, sondern Normalität. Während in Deutschland je nach Region oft 600 bis 1.000 Millimeter Jahresniederschlag fallen, gibt es Orte, an denen innerhalb weniger Tage mehr Wasser vom Himmel kommt als hierzulande in mehreren Monaten. Genau solche Extremstandorte versammelt diese Liste der 10 niederschlagsreichsten Orte der Welt.

Das Ranking sortiert nach durchschnittlichem Jahresniederschlag in Millimetern, soweit dafür belastbare, häufig zitierte Langzeitwerte vorliegen. Berücksichtigt wurden nur Orte, Siedlungen oder klar benannte Messstandorte, die in meteorologischen, wissenschaftlichen oder offiziell dokumentierten Zusammenhängen regelmäßig als Regenextreme geführt werden. Nicht aufgenommen wurden Länder-Rankings, einzelne Extremjahre ohne belastbaren Langzeitbezug oder Orte, bei denen nur vage Tourismusangaben ohne nachvollziehbare Messbasis existieren. Weil sich Messzeiträume teils unterscheiden und einige Werte aus historischen Reihen stammen, erklärt jeder Eintrag auch, warum genau dort so viel Regen fällt – meist durch die Kombination aus warm-feuchter Luft, Monsunströmungen und starkem Staueffekt an Gebirgen.

So wurde gewertet

Sortiert wurde primär nach dem durchschnittlichen Jahresniederschlag in Millimetern. Entscheidend waren veröffentlichte Langzeitmittel, häufig genannte Rekordwerte und die Plausibilität der Messbasis. Wo verschiedene Quellen leicht abweichende Werte nennen, wird im Text die gebräuchlichste Größenordnung verwendet und eingeordnet, ob es sich um historische Reihen, moderne Mittel oder um Messungen an landwirtschaftlichen bzw. meteorologischen Stationen handelt. Wichtige Ausschlüsse: einzelne Tages- oder Monatsrekorde ohne langfristigen Durchschnitt, reine Länderwerte und Orte mit unklarer oder sehr schwach dokumentierter Datenlage.

Warum die regenreichsten Orte fast nie Zufall sind

Extremer Niederschlag entsteht selten einfach „wegen Tropen“. Die meisten Orte in dieser Liste liegen entweder an steilen Gebirgsflanken, die feuchte Luft abrupt zum Aufsteigen zwingen, oder in Regionen mit außergewöhnlich feuchten Meeresströmungen und Monsunlagen. Besonders wichtig ist der sogenannte Staueffekt: Trifft wassergesättigte Luft auf ein Gebirge, kühlt sie beim Aufsteigen ab, Wasserdampf kondensiert – und es regnet oft tagelang oder wochenlang. Genau deshalb finden sich in der Top 10 mehrfach Orte in Meghalaya in Nordostindien, an den pazifischen Küsten Kolumbiens oder an den windzugewandten Hängen tropischer Insel- und Küstengebirge.

Übersicht

  1. López de Micay, Kolumbien
  2. Lloró, Kolumbien
  3. Mawsynram, Indien
  4. Cherrapunji (Sohra), Indien
  5. Tutunendo, Kolumbien
  6. Debundscha, Kamerun
  7. Cropp River, Neuseeland
  8. San Antonio de Ureca, Äquatorialguinea
  9. Big Bog, Maui, Hawaii
  10. Bellenden Ker, Australien
Rang Ort Land Ø Jahresniederschlag Höhen-/Lagefaktor Regen-Treiber Besonderheit
1 López de Micay Kolumbien ca. 12.892 mm Pazifikküste / Chocó-Region feuchtwarme Pazifikluft + Staueffekte Wird in Fachliteratur teils sogar vor Mawsynram geführt
2 Lloró Kolumbien ca. 12.717 mm Chocó-Tiefland extrem feuchte Tropikluft + Chocó-Jet Einer der umstrittensten, aber meistgenannten Regenrekord-Orte Südamerikas
3 Mawsynram Indien ca. 11.870–12.100 mm Khasi Hills, Meghalaya Sommermonsun + orografischer Stau Heute der bekannteste „nasseste Ort der Welt“
4 Cherrapunji (Sohra) Indien ca. 11.600–11.800 mm Khasi Hills, Meghalaya Bay-of-Bengal-Monsun + Steilstufe Hält historische Weltrekorde für Monat und Jahr
5 Tutunendo Kolumbien ca. 11.700–11.800 mm nahe Quibdó / Chocó äquatoriale Feuchte + Pazifiknähe Oft knapp hinter Cherrapunji genannt
6 Debundscha Kamerun ca. 10.299 mm am Fuß des Mount Cameroon Atlantikfeuchte + Gebirgsstau Afrikas berühmtester Regenextrem-Ort
7 Cropp River Neuseeland ca. 10.264 mm Westseite der Southern Alps Westwinddrift + Gebirgsstau Zeigt, dass auch gemäßigte Breiten extreme Regenorte hervorbringen
8 San Antonio de Ureca Äquatorialguinea ca. 10.045 mm Südseite von Bioko Atlantikfeuchte + Vulkaninsel-Relief Stark saisonal, aber fast ganzjährig feucht
9 Big Bog USA / Hawaii ca. 10.270 mm Haleakalā-Flanke, Maui Passatwolken + Inselorografie Einer der regenreichsten Messpunkte der USA
10 Bellenden Ker Australien ca. 8.000–8.500 mm Tropisches Küstengebirge in Queensland Passate + tropische Staulage Australiens bekanntester Regenextremstandort

Vier Muster, die fast alle Regenrekorde erklären

1. Gebirge direkt am Meer

Wo feuchte Luft kaum Anlauf braucht und sofort an steilen Hängen aufsteigen muss, explodieren die Niederschlagsmengen. Das gilt für Meghalaya, Hawaii, Bioko oder den Mount Cameroon.

2. Monsun oder dauerfeuchte Tropikluft

Viele Top-10-Orte liegen in Regionen, in denen monatelang extrem feuchte Luftmassen nachgeliefert werden – etwa aus dem Golf von Bengalen oder vom tropischen Pazifik.

3. Lokale Verstärkung durch Täler und Jets

In Kolumbiens Chocó-Region spielt zusätzlich die regionale Windzirkulation eine Rolle: Luftströme konzentrieren Feuchte in ohnehin nassen Küsten- und Tieflandräumen.

4. Rekorde hängen oft vom Messzeitraum ab

Ein Ort kann beim Langzeitmittel vorne liegen, ein anderer bei historischen Jahres- oder Monatsrekorden. Deshalb sind Mawsynram und Cherrapunji beide extrem – aber aus unterschiedlichen Gründen.

López de Micay, Kolumbien

Rang: 1 Regen-Grenzfall Nr. 1

López de Micay an der kolumbianischen Pazifikküste ist einer jener Orte, die in populären Listen oft fehlen, in meteorologischen Zusammenstellungen aber regelmäßig ganz oben auftauchen. Mit einem häufig zitierten Langzeitwert von rund 12.892 Millimetern Jahresniederschlag liegt der Ort in manchen Datensätzen sogar vor Mawsynram. Das ist deshalb bemerkenswert, weil López de Micay außerhalb von Fachkreisen viel weniger bekannt ist als die berühmten Monsunorte Nordostindiens. Seine Spitzenstellung verdankt der Ort nicht einem einzelnen Rekordjahr, sondern der außergewöhnlich nassen Grundsituation der gesamten Chocó-Region an Kolumbiens Pazifikküste.

Warum regnet es hier so viel? Entscheidend ist die Kombination aus warmem Pazifik, äquatornaher Feuchte und topografischer Verstärkung. Die Luftmassen über dem östlichen Tropenpazifik sind extrem feucht und werden an den Reliefstrukturen der Region zum Aufsteigen gezwungen. Hinzu kommt, dass Chocó als eine der niederschlagsreichsten Großregionen der Erde gilt. Im Vergleich zu Mawsynram fehlt López de Micay zwar der globale Bekanntheitsgrad, aber gerade das macht den Ort meteorologisch so spannend: Er steht für die These, dass die „nassesten Orte der Welt“ nicht nur im Monsungürtel Asiens zu finden sind, sondern ebenso an der pazifischen Regenküste Südamerikas.

  • Wird in vielen Übersichten mit rund 12.892 mm Jahresniederschlag geführt
  • Liegt in der extrem feuchten Chocó-Region an Kolumbiens Pazifikküste
  • Typischer Fall, bei dem Fachliteratur und populäre Wahrnehmung stark auseinandergehen
Ort
López de Micay, Departamento del Cauca, Kolumbien
Entscheidende Kennzahl
ca. 12.892 mm durchschnittlicher Jahresniederschlag
Warum Rang 1?
In vielen Datensätzen der höchste regelmäßig genannte Langzeitwert unter den bekannten Regenextrem-Orten
Quelle
Mawsynram – Vergleich der weltweit meistzitierten Regenextreme

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Lloró, Kolumbien

Rang: 2 Fachliteratur

Lloró ist einer der klassischen Streitfälle unter den regenreichsten Orten der Welt – und gerade deshalb ein sehr starker Kandidat für die absolute Spitze. Häufig genannt wird ein Mittelwert von rund 12.717 Millimetern pro Jahr, gemessen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In wissenschaftlichen Arbeiten zur Chocó-Region taucht Lloró regelmäßig als Extremstandort auf, weil dort mehrere der wichtigsten Niederschlagsverstärker Südamerikas zusammenkommen: sehr feuchte Luft vom Pazifik, äquatoriale Konvektion und eine regionale Windzirkulation, die zusätzliche Feuchte in die Region transportiert.

Besonders spannend ist der wissenschaftliche Hintergrund. Die Chocó-Region wird unter anderem durch den sogenannten Chocó-Jet geprägt – eine feuchte westliche Strömung, die Luftmassen an die Küste und in die Täler lenkt. In Kombination mit täglicher Erwärmung und Gewitterbildung entstehen dadurch enorme Regenmengen, die nicht nur in einzelnen Monsunmonaten, sondern fast ganzjährig hoch bleiben. Im Unterschied zu Cherrapunji oder Mawsynram ist Lloró kein ikonischer Tourismusort, sondern eher ein hydrometeorologischer Spezialfall. Gerade das erklärt Rang 2: meteorologisch extrem stark, international aber deutlich weniger bekannt und je nach Datengrundlage leicht schwankend eingeordnet.

  • Oft mit etwa 12.717 mm durchschnittlichem Jahresniederschlag angegeben
  • Liegt in der kolumbianischen Chocó-Region, einer globalen Regenkernzone
  • Wissenschaftliche Arbeiten nennen Lloró regelmäßig als Beispiel für extremen Tropenniederschlag
Ort
Lloró, Chocó, Kolumbien
Entscheidende Kennzahl
ca. 12.717 mm Jahresniederschlag
Warum Rang 2?
Sehr hoher Langzeitwert und starke wissenschaftliche Dokumentation, aber etwas weniger konsensual als Mawsynram
Quelle
Geophysical Research Letters – On the existence of Lloró (the rainiest locality on Earth)

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Mawsynram, Indien

Rang: 3 Weltbekannt

Mawsynram in Meghalaya ist der bekannteste Regenort der Welt – und in vielen populären wie fachlichen Darstellungen die aktuelle Nummer 1. Je nach Messzeitraum werden meist Werte zwischen 11.870 und gut 12.100 Millimetern Jahresniederschlag genannt. Dass Mawsynram hier „nur“ auf Rang 3 steht, liegt nicht an mangelnder Extremität, sondern an der schwierigen Vergleichbarkeit globaler Messreihen. Während für Kolumbien teils noch höhere Langzeitmittel zitiert werden, ist Mawsynram der Ort mit der klarsten weltweiten Bekanntheit und der stabilsten Verankerung im öffentlichen Rekordgedächtnis.

Die physikalische Erklärung ist fast lehrbuchhaft: Feuchte Sommermonsunluft zieht vom Golf von Bengalen nordwärts und prallt auf die abrupt ansteigenden Khasi Hills. Dort wird sie in kurzer Distanz stark angehoben, kühlt ab und regnet sich aus. Genau diese Kombination aus Monsunzufuhr und extremem Staueffekt macht Meghalaya so außergewöhnlich. Mawsynram liegt dabei in einer Lage, in der die Feuchte besonders effizient „abgefangen“ wird. Im direkten Vergleich zu Cherrapunji ist Mawsynram heute im Mittel meist etwas nasser, während Cherrapunji die spektakuläreren historischen Einzelrekorde hält. Das macht Mawsynram zum vielleicht besten Beispiel dafür, dass Durchschnitt und Extremrekord nicht dasselbe sind.

  • Häufig genannter Mittelwert: rund 11.872 mm pro Jahr
  • Liegt nur wenige Kilometer von Cherrapunji entfernt, ist im Mittel aber meist etwas nasser
  • Gilt in Guinness- und Reiseführerlogik oft als „nassester Ort der Welt“
Ort
Mawsynram, Meghalaya, Indien
Entscheidende Kennzahl
ca. 11.872 mm Jahresniederschlag; in neueren Reihen teils über 12.000 mm
Warum Rang 3?
Der bekannteste Regenextrem-Ort der Erde, aber in einigen globalen Vergleichen knapp hinter kolumbianischen Standorten
Quelle
Mawsynram – Übersicht zu Mittelwerten und Rekordjahren

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Cherrapunji (Sohra), Indien

Rang: 4 Rekordhalter

Cherrapunji, heute offiziell meist Sohra genannt, ist einer der berühmtesten Wetterorte überhaupt. Im Langzeitmittel liegt der Ort mit rund 11.600 bis 11.800 Millimetern pro Jahr knapp hinter Mawsynram, doch bei historischen Rekorden spielt Cherrapunji in einer eigenen Liga. Der Ort hält bis heute den weltberühmten Rekord für den höchsten Niederschlag in einem Monat sowie für einen der extremsten Jahreswerte, die jemals an einem Ort gemessen wurden. Genau deshalb ist Cherrapunji trotz Rang 4 in vielen Köpfen der „eigentliche“ Regenweltmeister.

Wie in Mawsynram ist die Topografie entscheidend: Die feuchten Luftmassen aus dem Golf von Bengalen treffen auf die steile Kante der Khasi Hills und werden in kurzer Distanz nach oben gedrückt. Interessant ist der Vergleich mit Mawsynram: Beide Orte liegen nahe beieinander und profitieren vom selben großräumigen Monsunsystem, doch kleine Unterschiede in Exposition, Talform und Relief reichen offenbar aus, um im Langzeitmittel messbare Differenzen zu erzeugen. Historisch gesehen ist Cherrapunji sogar der spektakulärere Ort – etwa mit dem oft zitierten Jahresrekord von mehr als 26.000 Millimetern. Für das Ranking zählt jedoch das durchschnittliche Jahresmittel stärker als der Extremwert eines Ausnahmejahres.

  • 48- bis 53-jährige Mittelwerte liegen je nach Datensatz bei gut 11.400 bis 11.600+ mm
  • Berühmt für historische Weltrekorde bei Monats- und Jahresniederschlag
  • Der Unterschied zu Mawsynram liegt eher im Detail als in einer völlig anderen Klimazone
Ort
Cherrapunji / Sohra, Meghalaya, Indien
Entscheidende Kennzahl
ca. 11.621 mm Jahresniederschlag im 48-Jahres-Mittel
Warum Rang 4?
Extrem regenreich und historisch rekordverdächtig, im heutigen Langzeitmittel aber meist leicht hinter Mawsynram
Quelle
Cherrapunjee – Rain Capital of the World

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Tutunendo, Kolumbien

Rang: 5 Kolumbianischer Regenkern

Tutunendo liegt ebenfalls in Kolumbiens legendär nasser Chocó-Region und wird in vielen Aufstellungen mit einem Jahresmittel von etwa 11.700 bis 11.800 Millimetern geführt. Der Ort ist damit ein gutes Beispiel dafür, dass die Regenextreme des kolumbianischen Pazifikraums kein Einzelphänomen sind, sondern eine ganze Region betreffen. Anders als Mawsynram oder Cherrapunji verdankt Tutunendo seine Niederschlagsmengen nicht einem klassischen Monsunimage, sondern einem fast permanent feuchten tropischen Umfeld, in dem konvektive Niederschläge und feuchte Luftzufuhr über weite Teile des Jahres zusammenwirken.

Im Ranking steht Tutunendo knapp hinter Cherrapunji, weil die globalen Mittelwerte weniger ikonisch dokumentiert sind als bei den indischen Rekordorten. Meteorologisch ist der Ort dennoch hochinteressant: Chocó zählt zu den regenreichsten Tieflandregionen der Erde, obwohl man extreme Niederschläge oft eher mit Gebirgen verbindet. Tutunendo zeigt, dass auch ein Zusammenspiel aus Pazifiknähe, regionaler Winddynamik, hoher Luftfeuchte und wiederkehrender Gewitterbildung genügt, um in den Bereich von 10.000-plus-Millimetern vorzudringen. Gerade dieser Vergleich macht den Ort wertvoll: Er erweitert den Blick weg von den bekannten Monsunbergen hin zu äquatorialen Regenlandschaften.

  • Wird häufig mit rund 463 Zoll bzw. knapp 11.760 mm Jahresniederschlag genannt
  • Liegt in derselben Großregion wie Lloró und Quibdó
  • Zeigt, wie extrem auch tropische Tieflandräume ohne berühmten Weltrekord sein können
Ort
Tutunendo, Chocó, Kolumbien
Entscheidende Kennzahl
ca. 11.760 mm durchschnittlicher Jahresniederschlag
Warum Rang 5?
Ein weiterer Top-Standort der Chocó-Region, aber etwas weniger prominent und konsensual dokumentiert als Lloró
Quelle
Mental Floss – Wettest Places on Earth Where People Actually Live

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Debundscha, Kamerun

Rang: 6 Afrika-Spitze

Debundscha am Fuß des Mount Cameroon ist der berühmteste Regenextrem-Ort Afrikas. Der oft zitierte Mittelwert liegt bei rund 10.299 Millimetern pro Jahr – genug für einen Platz unter den nassesten Orten der Erde, auch wenn Indien und Kolumbien noch höhere Werte erreichen. Was Debundscha so außergewöhnlich macht, ist die Kombination aus direkter Atlantiklage und dem massiven Relief des Mount Cameroon. Feuchte Luft vom Golf von Guinea trifft auf den bis über 4.000 Meter hohen Vulkan und wird abrupt zum Aufsteigen gezwungen – ein fast ideales Setup für orografischen Dauerregen.

Interessant ist Debundscha auch als Kontrastfall: Während Meghalaya vom Sommermonsun lebt und Chocó von äquatorialer Pazifikfeuchte, zeigt Kamerun, dass dieselben physikalischen Grundprinzipien an einer ganz anderen Küste ähnlich extreme Resultate erzeugen können. Debundscha ist außerdem ein Ort, an dem Klima, Topografie und Vegetation besonders eng verknüpft sind. Der permanente Regen prägt Böden, Infrastruktur und Lebensweise massiv – und macht den Ort zu einem Lehrbuchbeispiel für die Macht des Staueffekts. Im direkten Vergleich fehlt Debundscha nur die letzte Größenordnung zu den absoluten Spitzenwerten Kolumbiens und Indiens.

  • Rund 10.299 mm durchschnittlicher Jahresniederschlag
  • Liegt unmittelbar am Fuß des Mount Cameroon
  • Gilt als einer der nassesten dauerhaft bewohnten Orte Afrikas
Ort
Debundscha, Südwest-Kamerun
Entscheidende Kennzahl
ca. 10.299 mm Jahresniederschlag
Warum Rang 6?
Afrikas prominentester Regenextrem-Ort, aber etwas hinter den südamerikanischen und indischen Spitzenwerten
Quelle
Debundscha – Übersicht zu Klima und Niederschlagsmittel

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Cropp River, Neuseeland

Rang: 7 Außerhalb der Tropen

Cropp River auf der Westseite der Southern Alps in Neuseeland ist einer der spannendsten Orte dieser Liste, weil er zeigt, dass man für Extremniederschläge nicht zwingend in die Tropen reisen muss. Mit einem oft zitierten Jahresmittel von rund 10.264 Millimetern spielt der Messstandort in derselben Liga wie Debundscha – allerdings in einem maritim-gemäßigten Klima. Verantwortlich ist die Westwinddrift des Südpazifiks: Feuchte Luftmassen werden an den Southern Alps nach oben gedrückt und regnen sich an der Westflanke massiv aus.

Gerade im Vergleich zu Mawsynram oder Cherrapunji ist Cropp River meteorologisch lehrreich. Dort dominiert Monsunfeuchte, hier ist es vor allem die permanente Anströmung feuchter Westwinde in Kombination mit steilem Relief. Die Folge ist eine Niederschlagsmaschine, die zwar anders funktioniert als in Indien oder Kolumbien, aber ähnlich extreme Summen produziert. Dass Cropp River oft nur als Messstation und nicht als großer Siedlungsort bekannt ist, schmälert seine Bedeutung nicht – im Gegenteil: Für globale Regenvergleiche ist er ein wichtiger Hinweis darauf, wie stark Orographie auch in den mittleren Breiten wirken kann.

  • Jahresmittel von rund 10.264 mm wird häufig für den Standort genannt
  • Extremwert in einem gemäßigten Westseitenklima statt in den Tropen
  • Southern Alps wirken als hochwirksame Regenbarriere gegen Pazifikluft
Ort
Cropp River, Westland Tai Poutini National Park, Neuseeland
Entscheidende Kennzahl
ca. 10.264 mm durchschnittlicher Jahresniederschlag
Warum Rang 7?
Außergewöhnlicher Regenextrem-Ort außerhalb der Tropen, aber leicht unter Debundscha und deutlich unter den Top 5
Quelle
List of weather records – Niederschlagsrekorde und Extremstandorte

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San Antonio de Ureca, Äquatorialguinea

Rang: 8 Inselregenwald

San Antonio de Ureca auf der Insel Bioko ist einer der am wenigsten bekannten Orte dieser Liste – klimatisch aber ein Schwergewicht. Der häufig genannte Jahresniederschlag liegt bei etwa 10.045 Millimetern. Ureca liegt an der Südseite der vulkanischen Insel Bioko, wo feuchte Atlantikluft auf steiles Relief trifft und sich besonders in der Regenzeit massiv entlädt. Das Resultat ist ein tropischer Regenwaldstandort, der in globalen Ranglisten regelmäßig auftaucht, im öffentlichen Bewusstsein aber weit hinter Orten wie Cherrapunji zurücksteht.

Spannend ist Ureca auch wegen seines saisonalen Profils: Anders als manche äquatorialen Regenorte mit relativ gleichmäßiger Verteilung zeigt Bioko eine deutlich ausgeprägte Regenzeit, in der sich die Niederschläge ballen. Für das Ranking ist vor allem wichtig, dass die Jahresmengen trotzdem im fünfstelligen Millimeterbereich liegen – eine Schwelle, die weltweit nur sehr wenige Orte erreichen. Im Vergleich zu Debundscha ist Ureca etwas weniger bekannt und meist leicht schwächer dokumentiert, aber die klimatische Logik ist ähnlich: Ozeanfeuchte, kurze Distanz zum Gebirge und ein Relief, das Luftmassen regelrecht auswringt.

  • Häufig genannter Wert: rund 10.045 mm Jahresniederschlag
  • Liegt an der regenexponierten Südseite der Insel Bioko
  • Beispiel für extreme Niederschläge auf vulkanischen Tropeninseln
Ort
San Antonio de Ureca, Bioko, Äquatorialguinea
Entscheidende Kennzahl
ca. 10.045 mm Jahresniederschlag
Warum Rang 8?
Sehr hoher Insel-Regenwert, aber etwas schwächer dokumentiert und meist knapp hinter Debundscha eingeordnet
Quelle
List of weather records – globale Niederschlagsextreme

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Big Bog, Maui, Hawaii

Rang: 9 USA-Regenextrem

Big Bog auf Maui ist kein klassischer Ort mit Dorfkern, sondern vor allem ein meteorologischer Extremstandort – und gerade deshalb in dieser Liste wichtig. Auf der windzugewandten Flanke des Haleakalā werden Jahresmittel von über 10.000 Millimetern gemessen; häufig genannt werden rund 404 Zoll, also gut 10.200 Millimeter. Das macht Big Bog zu einem der regenreichsten Punkte der Vereinigten Staaten und zeigt, wie effizient tropische Inselorografie Niederschlag verstärken kann.

Das Prinzip ähnelt in vereinfachter Form Mawsynram: Feuchte Luft wird an einer markanten Reliefkante zum Aufsteigen gezwungen. Der Unterschied ist die Großwetterlage. Auf Hawaii liefern vor allem Passatwinde und maritime Feuchte den Rohstoff für die Niederschläge, während der Vulkanhang die eigentliche Verstärkung übernimmt. Big Bog ist damit ein Paradebeispiel für die klimatische Logik vieler Inselgebirge: windzugewandte Dauerfeuchte auf engem Raum, wenige Kilometer weiter dagegen deutlich trockenere Leeseiten. Im Vergleich zu Debundscha oder Ureca ist Big Bog weniger als Siedlungsort relevant, aber als Messpunkt für globale Niederschlagsextreme absolut konkurrenzfähig.

  • Über 400 Zoll bzw. gut 10.000 mm Jahresniederschlag
  • Liegt auf Maui an der Luvseite des Haleakalā
  • Zeigt den enormen Einfluss von Passatwolken und Vulkanrelief
Ort
Big Bog, Maui, Hawaii, USA
Entscheidende Kennzahl
ca. 10.270 mm Jahresniederschlag
Warum Rang 9?
Einer der regenreichsten Messpunkte der USA, aber weniger als klassischer „Ort“ und stärker als Stationswert bekannt
Quelle
List of weather records – Big Bog und weitere Niederschlagsextreme

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Bellenden Ker, Australien

Rang: 10 Australien-Spitze

Bellenden Ker in Queensland ist Australiens berühmtester Regenextremstandort und rundet diese Liste ab. Die häufig genannten Jahreswerte liegen im Bereich von 8.000 bis 8.500 Millimetern, in älteren Extremübersichten teils auch höher. Für globale Maßstäbe ist das immer noch enorm – in Deutschland wäre ein solcher Wert fast unvorstellbar –, im direkten Vergleich mit Meghalaya, Chocó oder Debundscha reicht es aber „nur“ für Rang 10. Der Grund ist nicht mangelnde Feuchte, sondern die Tatsache, dass die absoluten Weltspitzen inzwischen meist jenseits der 10.000-Millimeter-Marke liegen.

Klimatisch ist Bellenden Ker dennoch hochinteressant. Das Küstengebirge im tropischen Nordosten Australiens fängt feuchte Luftmassen vom Korallenmeer ab, die an den Hängen stark gehoben werden. In Kombination mit tropischen Tiefs und sommerlicher Konvektion entstehen so enorme Regenmengen. Bellenden Ker ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie ein einzelnes Gebirgsmassiv die regionale Niederschlagsverteilung dominieren kann. Für das Ranking ist der Ort wichtig, weil er die geografische Breite der Regenextreme zeigt: Nicht nur Indien, Kolumbien und Afrika, sondern auch Australien besitzt Standorte, die zu den nassesten der Welt gehören.

  • Australiens bekanntester Regenextrem-Ort
  • Typische Langzeitangaben liegen grob bei 8.000 bis 8.500 mm pro Jahr
  • Feuchte Tropikluft vom Korallenmeer trifft hier direkt auf steiles Küstengebirge
Ort
Bellenden Ker, Queensland, Australien
Entscheidende Kennzahl
ca. 8.000–8.500 mm durchschnittlicher Jahresniederschlag
Warum Rang 10?
Australischer Spitzenwert, aber klar unter den fünfstelligen Regenmengen der Plätze 1 bis 9
Quelle
University of Wisconsin – Global Measured Extremes of Temperature and Precipitation

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Was an dieser Top 10 überrascht

Die Liste zeigt drei Dinge sehr deutlich. Erstens: Die nassesten Orte der Welt liegen nicht nur in Indien. Kolumbien ist in der Spitzengruppe sogar außergewöhnlich stark vertreten. Zweitens: Gebirge sind fast immer der Schlüssel – selbst dort, wo der Ort auf den ersten Blick „nur tropisch“ wirkt. Und drittens: Rekorde hängen stark vom Messziel ab. Wer nach dem berühmtesten Regenort fragt, landet fast immer bei Mawsynram oder Cherrapunji. Wer streng nach bestimmten Langzeitmitteln sortiert, stößt schnell auf kolumbianische Orte wie Lloró oder López de Micay. Genau deshalb lohnt es sich, bei Wetterextremen nicht nur auf einen Rekordtitel zu schauen, sondern auf Messzeitraum, Topografie und Datenbasis.

FAQ: Die niederschlagsreichsten Orte der Welt

Welcher Ort ist der niederschlagsreichste der Welt?

Das hängt von der Datenbasis ab. Mawsynram gilt populär als nassester Ort der Welt, in einigen wissenschaftlichen und klimatologischen Vergleichen werden aber auch López de Micay oder Lloró in Kolumbien mit noch höheren Langzeitmitteln genannt.

Warum regnet es in Mawsynram und Cherrapunji so extrem viel?

Weil feuchte Monsunluft aus dem Golf von Bengalen auf die steilen Khasi Hills trifft. Die Luft wird rasch angehoben, kühlt ab und regnet sich durch den starken Staueffekt außergewöhnlich intensiv aus.

Warum tauchen in der Liste mehrere Orte aus Kolumbien auf?

Die pazifische Chocó-Region gehört zu den regenreichsten Großräumen der Erde. Dort treffen extrem feuchte Tropikluft, Pazifiknähe, äquatoriale Gewitterbildung und regionale Windsysteme aufeinander.

Sind das alles Städte?

Nein. In der Liste stehen Siedlungen, Dörfer und teils auch bekannte Messstandorte. Entscheidend ist, dass sie als klar benannte Orte mit außergewöhnlich hohen Langzeit-Niederschlagswerten dokumentiert sind.

Was ist der Unterschied zwischen Jahresmittel und Regenrekord?

Das Jahresmittel beschreibt, wie viel Regen ein Ort durchschnittlich pro Jahr erhält. Ein Rekord kann dagegen ein einzelner Monat, Tag oder ein außergewöhnliches Extremjahr sein. Cherrapunji ist dafür das beste Beispiel: historisch rekordverdächtig, im aktuellen Mittel aber meist knapp hinter Mawsynram.

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