Die 10 schlimmsten Fährunfälle

Die 10 schlimmsten Fährunfälle

Wenn von Schiffsunglücken die Rede ist, denken viele zuerst an die Titanic – doch mehrere Fährkatastrophen in Friedenszeiten forderten weit mehr Opfer. In dieser Rangliste listen wir die 10 schlimmsten Fährunfälle der Welt, sortiert streng nach der dokumentierten Zahl der Todesopfer. Berücksichtigt werden nur zivile Fähren im regulären Linien- oder Passagierdienst, keine Kriegs- oder Truppentransporte.

Übersicht

  1. MV Doña Paz (Philippinen, 1987) – ca. 4 386 Tote
  2. MV Le Joola (Senegal, 2002) – ca. 1 863 Tote
  3. MV Neptune (Haiti, 1993) – ca. 1 500 Tote
  4. MS al-Salam Boccaccio 98 (Rotes Meer, 2006) – ca. 1 031 Tote
  5. MV Bukoba (Tansania, 1996) – ca. 894 Tote
  6. MS Estonia (Ostsee, 1994) – 852 Tote
  7. MV Princess of the Stars (Philippinen, 2008) – ca. 814 Tote
  8. MV Sewol (Südkorea, 2014) – 304 Tote
  9. MS Herald of Free Enterprise (Belgien/UK, 1987) – 193 Tote
  10. MV Princess Victoria (Nordkanal, 1953) – 135 Tote
Vergleich der 10 schlimmsten Fährunfälle (Sortierung nach Todesopfern)
Rang Unfall / Fähre Land / Gewässer Jahr Art des Unfalls Todesopfer (≈) Überlebende (≈)
1 MV Doña Paz Philippinen, Tablas-Straße 1987 Kollision mit Öltanker, anschließender Brand 4 300–4 400 ca. 25–30
2 MV Le Joola Senegal, vor Gambia 2002 Überladung, Sturm, Kentern ≈1 863 ≈64
3 MV Neptune Haiti, Karibik 1993 Überladung, Sturm, plötzlicher Untergang ≈1 500 ≈500
4 MS al-Salam Boccaccio 98 Ägypten/Saudi-Arabien, Rotes Meer 2006 Brand an Bord, Wassereinbruch, Kentern ≈1 030 ≈380–390
5 MV Bukoba Tansania, Victoriasee 1996 Überladung, Instabilität, Kentern offiziell 894 ≈50–60
6 MS Estonia Estland/Schweden, Ostsee 1994 Strukturschaden am Bugvisier, schnelles Sinken 852 ≈137
7 MV Princess of the Stars Philippinen, Sibuyan-Meer 2008 Fahrt in Taifun, Kentern ≈814 ≈50–60
8 MV Sewol Südkorea, vor Jindo 2014 Überladung, Instabilität, verzögerte Evakuierung 304 172
9 MS Herald of Free Enterprise Belgien (Zeebrugge), Ärmelkanal 1987 Abfahrt mit offener Bugklappe, rasches Kentern 193 ≈340–350
10 MV Princess Victoria Nordkanal (UK) 1953 Sturm, Wassereinbruch am Heck, Untergang 135 44

MV Doña Paz (Philippinen, 1987)

Rang: 1

Die Kollision der philippinischen Fähre MV Doña Paz mit dem Öltanker MT Vector am 20. Dezember 1987 gilt als tödlichste zivile Schiffskatastrophe der Geschichte. Das Schiff war zwischen den Inseln Leyte und Mindoro unterwegs, offiziell für rund 1 500 Passagiere zugelassen – an Bord befanden sich jedoch Berichten zufolge mehrere Tausend Menschen, viele ohne Ticket und ohne Registrierung. In der Nacht stieß die Fähre mit dem mit Benzin und Öl beladenen Tanker zusammen. Das auslaufende Öl entzündete sich, ein Feuerball erfasste beide Schiffe, und auf dem Wasser bildete sich ein regelrechtes Flammenmeer. Die meisten Menschen hatten weder Zeit noch Möglichkeit, Rettungswesten zu holen oder in Sicherheit zu gelangen; viele Passagiere schliefen in den Kabinen. Nur ein winziger Bruchteil erreichte schwimmende Wrackteile oder wurde von herbeigeeilten Schiffen geborgen. Weil es keine vollständige Passagierliste gab, schwanken die Schätzungen – doch übereinstimmend ist von mehr als 4 000 Toten die Rede. Die Katastrophe machte strukturelle Probleme sichtbar: chronische Überladung, mangelnde Sicherheitskontrollen und unzureichend geschulte Crews. In den Philippinen ist der Fall bis heute Mahnung, wie tödlich das Zusammenspiel aus fehlender Regulierung, wirtschaftlichem Druck und schlechtem Wartungszustand sein kann.

  • Datum des Unfalls: 20. Dezember 1987, kurz vor Weihnachten
  • Art des Unfalls: Kollision mit Öltanker, Explosion und Großbrand
  • Folge: über 4 300 Tote, nur wenige Dutzend Überlebende
Todesopfer (Referenz = Doña Paz) Überlebende (≈)
Todesopfer≈4 386
Tödlichster ziviler Fährunfall der Geschichte

Überlebende≈25–30
Nur ein winziger Bruchteil der Menschen an Bord überlebt

Schiff
MV Doña Paz (Philippinen)
Ort
Tablas-Straße zwischen Leyte und Mindoro
Geschätzte Todesopfer
≈4 300–4 400 Menschen
Überlebende
etwa 24–30 Personen
Quelle
Encyclopaedia Britannica – Deadliest Shipwrecks

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MV Le Joola (Senegal, 2002)

Rang: 2

Die senegalesische Staatsfähre MV Le Joola war offiziell für etwas über 500 Passagiere zugelassen, als sie am 26. September 2002 vor der Küste Gambias in schwere See geriet. Tatsächlich befanden sich nach späteren Untersuchungen rund 2 000 Menschen an Bord – darunter zahlreiche Studierende, Händlerinnen und ganze Familien. In einem nächtlichen Sturm krängte das Schiff durch Überladung und unzureichende Stabilität so stark zur Seite, dass Wasser über das Oberdeck eindrang. Innerhalb weniger Minuten kenterte die Fähre; die meisten Passagiere befanden sich im Inneren und wurden eingeschlossen. Rettungsmaßnahmen begannen erst mit großer Verzögerung, weil die Behörden zunächst von einem technischen Problem und nicht von einem Totalverlust ausgingen. Nur rund 60 Menschen überlebten, viele von ihnen, weil sie sich im Freien aufhielten und schwimmende Trümmer erreichen konnten. Die Katastrophe löste im Senegal eine tiefe nationale Krise aus: Ein staatliches Schiff, schwer überladen und bei schlechter Wetterlage unterwegs – für viele Hinterbliebene ein Symbol für Versagen der Behörden. Der Fährbetrieb wurde eingestellt, mehrere Minister mussten zurücktreten. Bis heute gilt Le Joola als eine der schlimmsten zivilen Maritimumfälle weltweit und als Lehrbuchbeispiel dafür, wie Überladung und mangelhafte Sicherheitskultur in Entwicklungsländern tödlich zusammenwirken.

  • Datum des Unfalls: 26. September 2002
  • Art des Unfalls: Überladung, Sturm, Kentern innerhalb weniger Minuten
  • Folge: ca. 1 863 Tote, nur etwa 64 Überlebende
Todesopfer relativ zu Doña Paz Überlebende (≈64)
Todesopfer≈1 863
Weniger als die Hälfte der Opferzahl von Doña Paz

Überlebende≈64
Nur ein kleiner Teil der geschätzten 2 000 Menschen an Bord überlebt

Schiff
MV Le Joola (Senegal)
Ort
Atlantik vor Gambia
Geschätzte Todesopfer
≈1 863 Menschen
Überlebende
rund 64 Personen
Quelle
Wikipedia – MV Le Joola

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MV Neptune (Haiti, 1993)

Rang: 3

Die haitianische Fähre MV Neptune verkehrte als wichtiges Verkehrsmittel entlang der Küste, in einem Land, in dem Straßen oft schlecht oder gar nicht ausgebaut sind. Am 17. Februar 1993 verließ das Schiff den Hafen von Miragoâne mit Ziel Port-au-Prince – bei schwerem Wetter und deutlicher Überladung. Offiziell war die Fähre für einige Hundert Passagiere ausgelegt, die Berichte sprechen jedoch von bis zu 1 800 Menschen an Bord. In der rauen See, begleitet von starken Winden, krängte das Schiff immer stärker. Schließlich kenterte die Neptune und sank sehr schnell; viele Menschen befanden sich im Inneren oder auf den unteren Decks und hatten kaum Chancen, rechtzeitig ins Freie zu gelangen. Schätzungsweise 500 Menschen konnten sich retten oder wurden von Fischerbooten und anderen Schiffen aufgenommen, doch etwa 1 500 Passagiere ertranken. Da es keine vollständige Passagierliste gab und viele Menschen ohne Ticket mitreisten, blieben die genauen Zahlen unsicher. Die Katastrophe rückte die maritimen Missstände Haitis in den Fokus: Überfüllte, schlecht gewartete Schiffe, kaum durchgesetzte Sicherheitsstandards und ein Mangel an staatlicher Aufsicht. International machte der Unfall deutlich, wie abhängig Inselstaaten und Küstenregionen von Fährverbindungen sind – und wie verheerend sich fehlende Regulierung auswirkt.

  • Datum des Unfalls: 17. Februar 1993
  • Art des Unfalls: Überladung, Sturm, Kentern und schnelles Sinken
  • Folge: etwa 1 500 Tote, rund 500 Überlebende
Todesopfer relativ zu Doña Paz Überlebende (≈500)
Todesopfer≈1 500
Drittgrößter ziviler Fährunfall nach Opferzahl

Überlebende≈500
Deutlich mehr Überlebende als bei Doña Paz und Le Joola

Schiff
MV Neptune (Haiti)
Ort
Küste Haitis, Karibik
Geschätzte Todesopfer
≈1 500 Menschen
Überlebende
rund 500 Personen
Quelle
Wikipedia – Sinking of the ferry Neptune

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MS al-Salam Boccaccio 98 (Rotes Meer, 2006)

Rang: 4

Die RoRo-Fähre MS al-Salam Boccaccio 98 war am 2. Februar 2006 auf einer stark frequentierten Route im Roten Meer unterwegs: von Duba in Saudi-Arabien nach Safaga in Ägypten. An Bord befanden sich vor allem ägyptische Arbeitsmigranten sowie Pilger, die von der Umrah oder von Arbeitsaufenthalten zurückkehrten. Kurz nach Auslaufen brach ein Brand in einem unteren Deck aus, vermutlich ausgelöst durch einen Fahrzeugmotor oder Ladung. Statt sofort umzudrehen, setzte die Fähre ihre Überfahrt fort. Löschversuche führten dazu, dass große Mengen Wasser im Schiff verblieben; zusammen mit möglichen Stabilitätsproblemen brachte dies die Fähre schließlich zum Kentern. In der Nacht sank das Schiff im Roten Meer, weit entfernt von der Küste. Nur ein Teil der Passagiere konnte sich in Rettungsboote oder auf schwimmende Trümmer retten; Rettungsmaßnahmen wurden durch die Dunkelheit und widersprüchliche Notrufmeldungen verzögert. Am Ende überlebten rund 380 bis 390 Menschen, während über 1 000 ums Leben kamen. Der Unfall löste heftige Kritik an der Reederei und den Aufsichtsbehörden aus: Fragen nach Wartung, Evakuierungsabläufen und Entscheidungsfindung der Crew standen im Raum. Er ist bis heute eine der schwersten Katastrophen mit einer modernen RoRo-Fähre.

  • Datum des Unfalls: Nacht vom 2. auf den 3. Februar 2006
  • Art des Unfalls: Brand an Bord, Löschwasser und Instabilität, Kentern und Sinken
  • Folge: über 1 000 Tote, nur ein Drittel der Menschen an Bord überlebt
Todesopfer relativ zu Doña Paz Überlebende (≈380–390)
Todesopfer≈1 030
Eine der schlimmsten RoRo-Fährkatastrophen der Neuzeit

Überlebende≈380–390
Viele Überlebende berichteten von chaotischen Evakuierungsbedingungen

Schiff
MS al-Salam Boccaccio 98
Ort
Rotes Meer zwischen Saudi-Arabien und Ägypten
Geschätzte Todesopfer
≈1 030 Menschen
Überlebende
rund 380–390 Personen
Quelle
Panama Maritime Authority – Investigation Report

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MV Bukoba (Victoriasee, Tansania, 1996)

Rang: 5

Die tansanische Fähre MV Bukoba verkehrte auf dem Victoriasee, der für die Anrainerstaaten eine Art Binnenmeer mit hoher verkehrlicher Bedeutung ist. Am 21. Mai 1996 war das Schiff von Bukoba nach Mwanza unterwegs, als es wenige Kilometer vor dem Zielhafen plötzlich Schlagseite entwickelte und sank. Offiziell war die Bukoba für rund 430 Passagiere zugelassen, Schätzungen zufolge befanden sich jedoch über 1 000 Menschen an Bord – viele ohne Ticket, darunter Schüler, Pendler und Marktbesucher. Untersuchungen ergaben, dass das Schiff vermutlich überladen und unzureichend stabil war; zusätzlich spielten offenbar Fehler in der Ladungsverteilung eine Rolle. Als die Fähre kenterte, hatten die meisten Passagiere keine Chance, rechtzeitig an Deck oder zu Rettungsmitteln zu gelangen. Offiziell wurden 894 Todesopfer bestätigt, einige Quellen gehen von noch höheren Zahlen aus. Nur rund 50 bis 60 Menschen überlebten, viele von ihnen, weil sie sich im Freien aufhielten oder sich an schwimmenden Teilen festhalten konnten. Der Unfall löste in Tansania große Bestürzung aus und führte zu Untersuchungen, die systemische Probleme bei der Aufsicht über Binnenfähren offenlegten. Trotzdem kam es Jahrzehnte später auf dem Victoriasee erneut zu schweren Fährkatastrophen – ein Hinweis darauf, wie schwierig es ist, Sicherheitsstandards in abgelegenen Regionen dauerhaft durchzusetzen.

  • Datum des Unfalls: 21. Mai 1996
  • Art des Unfalls: Überladung und Instabilität, Kentern kurz vor dem Hafen
  • Folge: mindestens 894 Tote, nur wenige Dutzend Überlebende
Todesopfer relativ zu Doña Paz Überlebende (≈50–60)
Todesopfer894 (offiziell)
Schwerste Fährkatastrophe auf dem Victoriasee der 1990er Jahre

Überlebende≈50–60
Nur ein sehr kleiner Teil der Menschen an Bord überlebt

Schiff
MV Bukoba
Ort
Victoriasee, Nähe des Hafens Mwanza
Bestätigte Todesopfer
894 (offiziell), teils höhere Schätzungen
Überlebende
rund 50–60 Personen
Quelle
Wikipedia – MV Bukoba

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MS Estonia (Ostsee, 1994)

Rang: 6

Der Untergang der MS Estonia in der Nacht vom 27. auf den 28. September 1994 zählt zu den bekanntesten Fährkatastrophen der Welt – auch weil viele Opfer aus Nordeuropa stammten und das Unglück live in die Medienlandschaft der 1990er Jahre hineinwirkte. Die RoRo-Fähre war auf der regulären Route von Tallinn nach Stockholm unterwegs, als sie in schwerer See fuhr. Untersuchungen ergaben, dass das Bugvisier, hinter dem sich das Fahrzeugdeck befand, durch Wellenbelastung versagte. Wasser konnte ungehindert auf das Autodeck strömen, wodurch das Schiff schnell Schlagseite bekam und innerhalb von etwa 30 bis 45 Minuten sank. Von 989 Menschen an Bord überlebten nur rund 137; 852 kamen ums Leben. Besonders tragisch war, dass viele Passagiere nachts in ihren Kabinen überrascht wurden und die Evakuierung aufgrund der hohen Krängung schwierig war. Die Katastrophe führte zu weitreichenden Änderungen internationaler Sicherheitsvorschriften für RoRo-Fähren, insbesondere im Bereich der Bugvisierkonstruktion, Schottentrennung und Stabilitätsanforderungen. Für Estland, Schweden und Finnland ist die Estonia bis heute traumatisches Erinnerungsereignis; Mahnmale, Gedenkfeiern und eine anhaltende Debatte über die genaue Unfallursache prägen das Bild. Sie steht exemplarisch für die Risiken moderner Schnellfähren, bei denen große, offene Fahrzeugdecks im Ernstfall zur Falle werden können.

  • Datum des Unfalls: Nacht 27./28. September 1994
  • Art des Unfalls: Strukturschaden am Bugvisier, Wassereinbruch auf Autodeck, schnelles Sinken
  • Folge: 852 Tote, 137 Überlebende von insgesamt 989 Menschen an Bord
Todesopfer relativ zu Doña Paz Überlebende (137)
Todesopfer852
Bekannteste europäische Fährkatastrophe der Neuzeit

Überlebende137
Intensive internationale Rettungsaktion, aber extreme Bedingungen

Schiff
MS Estonia
Ort
Ostsee zwischen Estland und Finnland
Todesopfer
852 Menschen
Überlebende
137 Personen
Quelle
Joint Accident Investigation Commission – MV Estonia

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MV Princess of the Stars (Philippinen, 2008)

Rang: 7

Die MV Princess of the Stars war eine große philippinische Passagier- und RoRo-Fähre der Reederei Sulpicio Lines. Am 21. Juni 2008 verließ sie den Hafen von Manila, obwohl sich der Taifun Fengshen (in den Philippinen „Frank“) bereits der Inselgruppe näherte. Trotz Sturmwarnungen setzte das Schiff die Fahrt fort. Im Sibuyan-Meer traf die Fähre auf schwere See mit hohen Wellen und starken Winden. Nach Berichten von Überlebenden geriet das Schiff in extreme Schräglage, Wasser drang ein, und die Princess of the Stars kenterte schließlich und trieb kieloben. Rettungsmaßnahmen wurden durch das Unwetter und die Lage des Wracks erschwert; nur rund 50 bis 60 Menschen überlebten, viele, weil sie zufällig Schwimmkörper oder Rettungsinseln erreichten. Insgesamt werden etwa 814 Menschen als verstorben oder vermisst geführt. Die tragische Episode löste auf den Philippinen eine Debatte über die Verantwortung von Reedereien und Behörden aus: Warum war die Fähre überhaupt in den Taifunkurs ausgelaufen? Vorwürfe reichten von schlechter Risikoeinschätzung bis hin zu wirtschaftlichem Druck, Fahrpläne einzuhalten. Der Unfall führte zu strengeren Richtlinien für Fährverkehre bei Sturm und zeigte, wie verwundbar Inselstaaten sind, wenn Wetterextreme auf schwache Sicherheitskulturen treffen.

  • Datum des Unfalls: 21. Juni 2008
  • Art des Unfalls: Fahrt in Taifun, Kentern im Sturm
  • Folge: etwa 814 Tote und Vermisste, nur wenige Dutzend Überlebende
Todesopfer relativ zu Doña Paz Überlebende (≈50–60)
Todesopfer≈814
Zweitgrößte Fährkatastrophe in der Geschichte der Philippinen

Überlebende≈50–60
Rettung stark durch Taifunbedingungen eingeschränkt

Schiff
MV Princess of the Stars
Ort
Sibuyan-Meer, Philippinen
Geschätzte Todesopfer
≈814 Tote und Vermisste
Überlebende
rund 50–60 Personen
Quelle
Wikipedia – MV Princess of the Stars

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MV Sewol (Südkorea, 2014)

Rang: 8

Der Untergang der südkoreanischen Fähre MV Sewol am 16. April 2014 ist weniger durch seine Opferzahl, sondern vor allem durch die Umstände weltbekannt geworden. Das Schiff war auf der Strecke von Incheon zur Insel Jeju unterwegs, an Bord zahlreiche Schülerinnen und Schüler auf Klassenfahrt. Untersuchungen ergaben, dass die Fähre in den Jahren zuvor umgebaut und dadurch instabiler geworden war; zudem war sie überladen, und ein Teil der Ladung wurde nicht ordnungsgemäß gesichert. In einer engen Passage änderte das Schiff den Kurs, krängte stark und verlor Container – Wasser drang ein, die Schräglage nahm zu. Trotzdem erhielt die Mehrheit der Passagiere zunächst die Anweisung, in ihren Kabinen zu bleiben. Als die Lage kritisch wurde, war eine geordnete Evakuierung kaum noch möglich. Die Sewol kenterte und sank, während viele Jugendliche in Klassenräumen und Kabinen eingeschlossen waren. 304 Menschen starben, darunter über 250 Schüler. Die Katastrophe führte in Südkorea zu einer tiefen Vertrauenskrise gegenüber Regierung und Küstenwache, zu Rücktritten und einer intensiven Aufarbeitung von Korruption, Überladung und Versagen der Rettungskräfte. Sie ist ein tragisches Beispiel dafür, dass nicht nur Technik, sondern auch falsche Entscheidungen im Krisenmoment katastrophale Folgen haben.

  • Datum des Unfalls: 16. April 2014
  • Art des Unfalls: Instabilität und Fehlbeladung, Kentern nach Kursänderung, verzögerte Evakuierung
  • Folge: 304 Tote (davon über 250 Schüler), 172 Überlebende
Todesopfer relativ zu Doña Paz Überlebende (172)
Todesopfer304
Medial sehr präsente Katastrophe mit vielen Jugendlichen unter den Opfern

Überlebende172
Evakuierungserfolg stark von Kabinenlage und Eigeninitiative abhängig

Schiff
MV Sewol
Ort
Gelbes Meer vor der Insel Jindo, Südkorea
Todesopfer
304 Menschen
Überlebende
172 Personen
Quelle
Wikipedia – Sinking of MV Sewol

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MS Herald of Free Enterprise (Zeebrugge, 1987)

Rang: 9

Die Katastrophe der MS Herald of Free Enterprise am 6. März 1987 vor dem belgischen Hafen Zeebrugge gilt als Wendepunkt in der europäischen Schifffahrtssicherheit. Die britische RoRo-Fähre der Reederei Townsend Thoresen sollte mit Passagieren und Fahrzeugen nach Dover übersetzen. Beim Ablegen blieb jedoch die Bugklappe offen – ein Versäumnis, das später als Symbol für gravierende Organisationsmängel gelten sollte. Kurz nach Verlassen des Hafens lief Wasser auf das Autodeck, die Fähre verlor binnen Minuten Stabilität und kenterte in flachem Wasser. Viele Passagiere befanden sich noch in Salons oder Kabinen und hatten kaum Zeit zur Reaktion. 193 Menschen kamen ums Leben, rund 340 bis 350 überlebten. Die spätere Untersuchung sprach von einem „Organisationsversagen“ auf mehreren Ebenen: mangelhafte Sicherheitskultur, fehlende Kontrolle, unzureichende Kommunikation in der Besatzung. Der Unfall führte in Großbritannien und international zu grundlegenden Änderungen bei Sicherheitsmanagement, Schulung und der Verantwortung von Reedereien – Stichwort „Corporate Manslaughter“ und ISM-Code (International Safety Management Code). Die Herald of Free Enterprise ist damit nicht nur ein tragischer Einzelfall, sondern ein Schlüsselmoment in der Geschichte moderner Fährsicherheit.

  • Datum des Unfalls: 6. März 1987
  • Art des Unfalls: Abfahrt mit offener Bugklappe, Wassereinbruch, rasches Kentern
  • Folge: 193 Tote, über 300 Überlebende, tiefgreifende Reformen im Fährbetrieb
Todesopfer relativ zu Doña Paz Überlebende (≈340–350)
Todesopfer193
Schweres Unglück, aber mit relativ vielen Geretteten im Vergleich zu anderen Fällen

Überlebende≈340–350
Schneller Zugriff von Rettungskräften in Hafennähe rettet Hunderte

Schiff
MS Herald of Free Enterprise
Ort
Vor Zeebrugge, Belgien
Todesopfer
193 Menschen
Überlebende
über 300 Personen
Quelle
MAIB – Herald of Free Enterprise

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MV Princess Victoria (Nordkanal, 1953)

Rang: 10

Die MV Princess Victoria war eine roll-on/roll-off-Fähre, die im Nordkanal zwischen Schottland und Nordirland verkehrte. Am 31. Januar 1953 geriet sie in einen der schwersten Stürme, die die Region im 20. Jahrhundert erlebt hatte – im gleichen Sturm, der in den Niederlanden zur „Flutkatastrophe von 1953“ führte. Hohe Wellen schlugen immer wieder auf das Heck der Fähre, die Ladung geriet in Bewegung, und Wasser drang durch das Hecktor ins Fahrzeugdeck. Anders als spätere RoRo-Fähren hatte die Princess Victoria nur begrenzte Möglichkeiten, eingedrungenes Wasser wieder zu entfernen. Als sich das Wasser am Heck sammelte, verlor das Schiff zunehmend Stabilität. Funknotrufe wurden abgesetzt, doch die Positionsangaben waren ungenau, und die Wetterbedingungen behinderten die Suche. Schließlich kenterte die Fähre und sank. 135 Menschen kamen ums Leben, nur 44 überlebten – darunter keine der Frauen und Kinder an Bord; sie hatten vielfach schlechteren Zugang zu Rettungsmitteln und befanden sich teilweise in tiefer gelegenen Bereichen. Die Katastrophe führte zu einer Neubewertung der Sicherheit von Heck-Ladeklappen, Schottentrennung und Rettungsmitteln auf Nordsee-Fähren. Sie gilt heute als frühes Warnsignal für die besonderen Risiken von RoRo-Konzepten bei schwerem Wetter.

  • Datum des Unfalls: 31. Januar 1953
  • Art des Unfalls: Sturm, Wassereinbruch am Heck, Verlust der Stabilität und Sinken
  • Folge: 135 Tote, nur 44 Überlebende – keine Frauen und Kinder unter den Geretteten
Todesopfer relativ zu Doña Paz Überlebende (44)
Todesopfer135
Im Vergleich weniger Opfer, aber prägend für Sicherheitsdebatten der 1950er Jahre

Überlebende44
Große Rettungsbemühungen scheitern teilweise an Sturm und Positionsproblemen

Schiff
MV Princess Victoria
Ort
Nordkanal zwischen Schottland und Nordirland
Todesopfer
135 Menschen
Überlebende
44 Personen
Quelle
Wikipedia – MV Princess Victoria (1946)

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