Die 10 schlimmsten Gebäudeeinstürze

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Wie viele Menschen können bei einem einzigen Gebäudeeinsturz sterben – und welche Katastrophen waren am schlimmsten? In dieser Liste sortieren wir die 10 schlimmsten Gebäudeeinstürze der Geschichte nach der Zahl der Todesopfer, unabhängig davon, ob sie durch Baupfusch, Feuer, Naturereignisse oder Terror verursacht wurden.

Die Rangfolge orientiert sich dabei an der bestmöglichen Schätzung der Todeszahlen, wobei ältere Ereignisse zum Teil größere Unsicherheiten aufweisen.

Übersicht

  1. Fidenae-Amphitheater bei Rom (27 n. Chr.)
  2. World Trade Center, New York (2001)
  3. Iglesia de la Compañía de Jesús, Santiago de Chile (1863)
  4. Rana-Plaza-Fabrikgebäude, Savar/Dhaka (2013)
  5. Sampoong-Kaufhaus, Seoul (1995)
  6. Hyatt-Regency-Skywalks, Kansas City (1981)
  7. Spectrum-Sweater-Fabrik, Savar/Dhaka (2005)
  8. Highland Towers, Ulu Klang/Malaysia (1993)
  9. Pickwick Club, Boston (1925)
  10. Versailles Wedding Hall, Jerusalem (2001)
Rang Ereignis Jahr Ort Todesopfer (ca.) Hauptursache Intensität (visuell)
1 Fidenae-Amphitheater 27 n. Chr. Fidenae, nahe Rom ≈ 20.000 Baumängel / Überlastung

2 World Trade Center 2001 New York City 2.749 Terror / Feuer

3 Compañía-Kirche 1863 Santiago de Chile ≈ 2.500 Feuer / Panik

4 Rana Plaza 2013 Savar/Dhaka 1.134 illegale Aufstockung

5 Sampoong-Kaufhaus 1995 Seoul 502 Umbauten / Überlastung

6 Hyatt-Skywalks 1981 Kansas City 114 Konstruktionsfehler

7 Spectrum-Fabrik 2005 Savar/Dhaka ≈ 70 illegale Aufstockung

8 Highland Towers 1993 Ulu Klang 48 Hangrutsch / Regen

9 Pickwick Club 1925 Boston 44 Überlastung / Statik

10 Versailles Wedding Hall 2001 Jerusalem 23 Deckensystem Pal-Kal

Fidenae-Amphitheater bei Rom (27 n. Chr.)

Rang: 1

Im Jahr 27 n. Chr. stürzte in der Kleinstadt Fidenae nördlich von Rom ein provisorisches Holzamphitheater während eines Gladiatorenspiels ein – eine der frühesten bekannten Massenkatastrophen durch einen Gebäudeeinsturz. Der Unternehmer Atilius hatte die Arena möglichst billig und schnell errichten lassen, um vom enormen Zuschauerinteresse an den Kämpfen zu profitieren. Das Bauwerk war jedoch weder solide fundiert noch für die geplante Menschenmenge ausgelegt. Als die Ränge sich füllten und die Zuschauer ihre Plätze einnahmen, gaben Teile der hölzernen Konstruktion nach, einzelne Segmente rissen andere mit sich und große Bereiche der Tribünen stürzten in sich zusammen. Zeitgenössische Chronisten schildern ein Bild aus Schreien, Staub und zusammenbrechenden Gerüstteilen, unter denen ganze Familien begraben wurden. Die Rettung verlief chaotisch; es fehlten sowohl organisierte Einsatzkräfte als auch medizinische Infrastruktur. Die antiken Quellen berichten von etwa 20.000 Toten und zahllosen Verletzten, was das Unglück zur schlimmsten Sportveranstaltungs-Katastrophe der Geschichte macht. Der römische Senat reagierte mit strengeren Bauvorschriften für Arenen: Nur noch vermögende Bauherren durften Amphitheater errichten, und statische Sicherheitsanforderungen wurden erstmals gesetzlich formuliert – ein frühes Beispiel dafür, wie tragische Einstürze Regulierung nach sich ziehen.

  • Das Amphitheater war aus Holz errichtet und schlecht fundiert, obwohl bis zu 50.000 Zuschauer Platz finden sollten.
  • Antike Autoren wie Tacitus und Sueton berichten von rund 20.000 Toten – damit gilt das Unglück als schlimmste Sportveranstaltungs-Katastrophe der Geschichte.
  • Als Reaktion wurden Mindestvermögen für Veranstalter festgelegt und statische Prüfungen für zukünftige Arenen vorgeschrieben.
Ort
Fidenae, nahe Rom, Italien
Todesopfer (Schätzung)
rund 20.000

Relatives Ausmaß im Vergleich zu den anderen Einstürzen:

Quelle
Guinness World Records

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World Trade Center, New York (2001)

Rang: 2

Am 11. September 2001 wurden die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York von entführten Passagierflugzeugen getroffen; nach ausgedehnten Bränden kollabierten beide Hochhäuser sowie weitere Gebäude des Komplexes. Zunächst schien es vielen Menschen, als seien die riesigen Türme der Einschlagskraft trotzig gewachsen, doch im Inneren hatten die Flugzeuge tragende Strukturen und Brandschutzbeschichtungen zerstört. Über Stunden versuchten tausende Beschäftigte, über verrauchte Treppenhäuser und verstopfte Flure zu entkommen, während Feuerwehr und Polizei versuchten, so viele Menschen wie möglich zu evakuieren. Schließlich erreichten die Temperaturen in den Brandzonen einen Punkt, an dem Stahlträger ihre Tragfähigkeit verloren und ganze Etagen einsackten – der Einsturz verlief dann in einer dramatischen, progressiven Kettenreaktion nach unten. Die Bilder der kollabierenden Türme gingen um die Welt und prägten sich als Symbol für den Terror des 21. Jahrhunderts ein. Gleichzeitig war der Einsturz aus ingenieurwissenschaftlicher Sicht eine Zäsur: Untersuchungen des US-amerikanischen NIST analysierten über Jahre hinweg die Brand- und Tragwerksmechanik sowie die Evakuierungsbedingungen. Die Ergebnisse führten in vielen Ländern zu strengeren Anforderungen an Feuerbeständigkeit, Notfallkommunikation, Redundanz von Treppenhäusern und bauliche Robustheit von Hochhäusern.

  • Beim Angriff und dem anschließenden Kollaps der WTC-Gebäude kamen allein in New York 2.749 Menschen ums Leben, darunter über 400 Einsatzkräfte.
  • Die Untersuchungen betrachteten sowohl die unmittelbaren Schäden durch die Einschläge als auch den Einfluss lang anhaltender Brände auf Stahlkonstruktionen.
  • Weltweit wurden infolge des Berichts zahlreiche Bauordnungen, Evakuierungspläne und Brandschutzstandards überarbeitet.
Ort
New York City, USA
Todesopfer (offiziell, WTC-Bereich)
2.749

Relatives Ausmaß im Vergleich zu den anderen Einstürzen:

Quelle
NIST

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Iglesia de la Compañía de Jesús, Santiago de Chile (1863)

Rang: 3

Am 8. Dezember 1863 verwandelte sich ein feierlicher Mariengottesdienst in der Iglesia de la Compañía de Jesús in Santiago de Chile in ein Inferno: Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, vor allem mit Frauen aus der Stadtgesellschaft, die zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis beteten. Das Gebäude war üppig mit Stoffgirlanden, Vorhängen, Altarschmuck und künstlichen Blumen dekoriert, Dutzende von Kerzen erhellten das Innere. Als eine Girlande in der Nähe des Altars Feuer fing, breitete sich der Brand in Sekunden über die leicht brennbaren Stoffe aus. Die Flammen erfassten die Dachkonstruktion, machten Fluchtwege unpassierbar und ließen Teile des Daches und der Emporen einstürzen. Panik brach aus, Türen waren teilweise nach innen öffnend oder blockiert, und Menschen drängten sich in den wenigen zugänglichen Ausgängen. Viele Gottesdienstbesucher wurden von herabfallenden Bauteilen erschlagen oder erstickten im Rauch, während die Feuerwehr mit den engen Straßen und unzureichender Ausrüstung kämpfte. Schätzungen gehen von 2.000 bis 3.000 Todesopfern aus, womit das Ereignis zu den tödlichsten Katastrophen in einem einzelnen Gebäude zählt. Der Brand und die strukturellen Versagensmechanismen der Kirche führten in Chile zu tiefgreifenden Reformen beim Brandschutz, bei den Fluchtwegen und bei der Nutzung brennbarer Dekorationen in Sakralbauten.

  • Zwischen 2.000 und 3.000 Menschen kamen ums Leben, die meisten von ihnen Frauen.
  • Die Kirche war mit Stoffgirlanden, Vorhängen und Kerzen überladen, wodurch sich das Feuer rasend schnell ausbreitete und die Dachstruktur schwächte.
  • Das Desaster führte zu neuen Vorschriften für Fluchtwege, Baumaterialien und maximal zulässige Besucherzahlen in Kirchen und Versammlungsstätten.
Ort
Santiago de Chile, Chile
Todesopfer (Schätzung)
ca. 2.500

Relatives Ausmaß im Vergleich zu den anderen Einstürzen:

Quelle
WorldAtlas

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Rana-Plaza-Fabrikgebäude, Savar/Dhaka (2013)

Rang: 4

Am Morgen des 24. April 2013 stürzte das achtstöckige Rana-Plaza-Gebäude in Savar bei Dhaka ein – ein Komplex mit mehreren Textilfabriken, einer Bankfiliale und verschiedenen Geschäften. Bereits am Vortag hatten Arbeiterinnen und Arbeiter Risse in Wänden und Pfeilern gemeldet, einige Etagen waren evakuiert worden. Während die Bank geschlossen blieb, zwangen Fabrikbesitzer ihre Beschäftigten unter Androhung von Lohnabzug oder Entlassung zur Rückkehr an die Nähmaschinen. Kurz nach Arbeitsbeginn kam es zu lauten Knallgeräuschen, einzelne Stützen versagten, und Teile des Gebäudes gaben nach. Innerhalb weniger Minuten kollabierte der Großteil der Struktur, Stockwerke stürzten wie ein Kartenhaus übereinander und begruben tausende Menschen unter Trümmern und schweren Maschinen. Die Rettungsarbeiten dauerten Tage, teils Wochen; Bilder von verschütteten Arbeiterinnen, die per Handy um Hilfe baten, gingen um die Welt. Mit offiziell 1.134 Toten und rund 2.500 Verletzten wurde Rana Plaza zum Symbol für die Schattenseiten der globalen Fast-Fashion-Industrie: illegale Aufstockungen, mangelhafte Kontrollen, überlastete Tragwerke und ein massiver Machtunterschied zwischen Auftraggebern und Näherinnen. Internationaler Druck führte zu neuen Sicherheitsabkommen, strengeren Inspektionen und zu einer breiteren Debatte über soziale Verantwortung in Lieferketten.

  • Beim Einsturz kamen 1.134 Menschen ums Leben, rund 2.500 wurden verletzt – überwiegend Textilarbeiterinnen.
  • Spätere Untersuchungen belegten illegale Aufstockungen, fehlende Tragreserven und zu schwere Maschinen auf den oberen Etagen.
  • Der Skandal führte zu internationalen Sicherheitsabkommen wie dem „Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“ und veränderte den globalen Blick auf Fabriksicherheit.
Ort
Savar, Dhaka-Distrikt, Bangladesch
Todesopfer (bestätigt)
1.134

Relatives Ausmaß im Vergleich zu den anderen Einstürzen:

Quelle
Rana Plaza Never Again

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Sampoong-Kaufhaus, Seoul (1995)

Rang: 5

Am 29. Juni 1995 kollabierte im gut besuchten Sampoong Department Store in Seoul der Südflügel praktisch senkrecht in sich selbst, nachdem zuvor Risse in der Decke und Knallgeräusche ignoriert worden waren. Das Kaufhaus war ursprünglich anders geplant, dann aber während der Bauphase mehrfach umgestaltet worden, um Platz für große Verkaufsflächen und ein Restaurant zu schaffen. Stützen wurden entfernt, tragende Wände versetzt, schwere Klimageräte auf das Dach gestellt – viele dieser Eingriffe waren statisch kaum oder gar nicht nachgerechnet worden. Am Unglückstag bemerkten Angestellte deutliche Risse und Deformationen, doch statt das Gebäude konsequent zu räumen, wurden nur einzelne Bereiche abgesperrt. Kurz darauf brach eine Deckenplatte ein, der Lastabtrag verschob sich, und die bereits geschwächten Stützen gaben nach. Innerhalb von Sekunden stürzten mehrere Etagen übereinander zusammen und begruben hunderte Menschen. Die Katastrophe legte ein Netz aus Korruption, schlecht kontrollierten Bauvorschriften und ökonomischem Druck offen: Genehmigungen waren großzügig erteilt, Kontrollen oberflächlich. Nach dem Unglück wurden mehrere Manager und Beamte verurteilt, und Südkorea verschärfte Bauordnungen, Prüfverfahren und Haftungsregeln deutlich.

  • Beim Einsturz starben 502 Menschen, fast 1.000 wurden verletzt – das schwerste Unglück in Südkorea in Friedenszeiten.
  • Neben Konstruktionsfehlern trugen nachträgliche Umbauten, entfernte Stützen und schwere Klimageräte auf dem Dach zur Überlastung bei.
  • Der Fall gilt als Lehrbuchbeispiel für progressiven Kollaps durch schleichende Überlastung eines fehlerhaften Tragwerks.
Ort
Seoul, Südkorea
Todesopfer (offiziell)
502

Relatives Ausmaß im Vergleich zu den anderen Einstürzen:

Quelle
SHEQ Network – Case Study

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Hyatt-Regency-Skywalks, Kansas City (1981)

Rang: 6

Am 17. Juli 1981 stürzten in der großen Lobby des Hyatt Regency Hotels in Kansas City zwei übereinander angeordnete verglaste Fußgängerbrücken ab, unter denen Gäste bei einer Tanzveranstaltung feierten. Die hängenden Stege verbanden die oberen Etagen und waren ein architektonischer Blickfang des Hotels. Während des beliebten „Tea Dance“ füllten sich sowohl die Lobby als auch die Skywalks selbst mit Menschen. Was kaum jemand wusste: Während der Bauphase war die Aufhängungskonstruktion der Stege verändert worden, um die Montage zu erleichtern. Diese scheinbar kleine Planungsänderung verdoppelte die Last, die auf zentrale Verbindungspunkte wirkte, ohne dass die neue Lösung gründlich nachgerechnet wurde. Als sich viele Gäste gleichzeitig auf den Brücken befanden, überschritten die Kräfte die Tragfähigkeit der Aufhängestangen; die obere Brücke stürzte ab und riss die darunterliegende mit in die Tiefe. Innerhalb eines Augenblicks verwandelte sich die fröhliche Tanzveranstaltung in ein Trümmerfeld aus Stahl, Glas und Beton. 114 Menschen starben, über 200 wurden verletzt. Der Einsturz führte in den USA zu einem massiven Umdenken bei Ingenieurverantwortung, Prüfpflichten und der Dokumentation von Planungsänderungen: Der Fall wird bis heute in Ingenieurstudiengängen als mahnendes Beispiel für Kommunikationsfehler und fehlende unabhängige Kontrolle behandelt.

  • 114 Menschen kamen ums Leben, mehr als 200 wurden verletzt – die tödlichste Bauwerkskatastrophe in den USA, die nicht durch Feuer oder Explosion ausgelöst wurde.
  • Eine Planungsänderung in der Aufhängung verdoppelte die Belastung kritischer Verbindungen, ohne dass dies in der statischen Berechnung berücksichtigt wurde.
  • Der Einsturz führte zu strengeren Berufsregeln, klareren Verantwortlichkeiten und einer stärkeren Rolle unabhängiger Prüfingenieure.
Ort
Kansas City, Missouri, USA
Todesopfer (offiziell)
114

Relatives Ausmaß im Vergleich zu den anderen Einstürzen:

Quelle
Online Ethics Center

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Spectrum-Sweater-Fabrik, Savar/Dhaka (2005)

Rang: 7

Acht Jahre vor Rana Plaza stürzte in derselben Region bereits ein anderes Textilgebäude ein: die Spectrum-Sweater-Fabrik in Savar. In der Nacht des 11. April 2005 arbeiteten viele Beschäftigte in Überstunden, um Lieferfristen für internationale Marken einzuhalten. Das Gebäude war ursprünglich nur für wenige Etagen ausgelegt, war dann aber mehrfach illegal aufgestockt worden – eine Praxis, die in der boomenden Textilregion nicht unüblich war. Berichten zufolge verursachte eine Kessel-Explosion oder ein anderer Erschütterungsimpuls in Verbindung mit strukturellen Schwächen einen plötzlichen Kollaps großer Teile des neunstöckigen Komplexes. Schlafende Arbeiter in den oberen Etagen hatten kaum eine Chance, rechtzeitig zu entkommen. Rettungskräfte kämpften sich durch enge Treppenhäuser und unzureichend gesicherte Trümmer, während Angehörige der Arbeiter vor Ort verzweifelt auf Nachrichten warteten. Schätzungen gehen von rund 64 bis über 70 Todesopfern und zahlreichen Verletzten aus; genaue Zahlen sind aufgrund unvollständiger Register schwer zu ermitteln. Die Katastrophe war ein frühes und deutliches Warnsignal für systematische Baumängel, fehlende staatliche Aufsicht und das enorme Machtgefälle in globalen Lieferketten – lange bevor Rana Plaza das Thema weltweit auf die Titelseiten brachte.

  • Mindestens mehrere Dutzend Arbeiterinnen und Arbeiter kamen ums Leben; seriöse Quellen nennen rund 64 bis über 70 Tote und zahlreiche Verletzte.
  • Das Gebäude war über die ursprünglich genehmigte Höhe hinaus aufgestockt worden, ohne ausreichende Fundamente und ohne belastbare statische Berechnungen.
  • Der Einsturz machte strukturelle Schwächen des Aufsichtssystems deutlich, führte damals aber nur zu begrenzten Reformen – erst Rana Plaza erzeugte globalen Druck.
Ort
Savar, nahe Dhaka, Bangladesch
Todesopfer (Schätzung)
rund 64–73

Relatives Ausmaß im Vergleich zu den anderen Einstürzen:

Quelle
Maquila Solidarity Network

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Highland Towers, Ulu Klang/Malaysia (1993)

Rang: 8

Am 11. Dezember 1993 rutschte nach starken Regenfällen ein Hang hinter den Highland Towers bei Kuala Lumpur ab und untergrub die Fundamente von Block 1 der Wohnanlage. Die drei Wohntürme waren in Hanglage errichtet worden, teils mit unzureichender Entwässerung und umstrittenen Erdarbeiten in der Umgebung. Über Tage hinweg hatten sintflutartige Regenfälle den Boden aufgeweicht, Wasser sammelte sich hinter Stützmauern, und der Hang verlor schrittweise seine Stabilität. Schließlich kam es zu einem massiven Erdrutsch, der die Stützkonstruktionen hinter Block 1 zerstörte und den Gebäudegrund förmlich wegspülte. Das zwölfstöckige Wohnhaus geriet in Bewegung, kippte und stürzte in Sekunden in sich zusammen, wobei ganze Wohnungen in den Hang gezogen wurden. 48 Menschen kamen ums Leben, viele von ihnen Bewohner, die sich zu Hause aufhielten und nicht ahnen konnten, wie kritisch die Lage geworden war. Die Katastrophe war ein Schock für Malaysia und lenkte den Fokus auf Bauprojekte in geologisch sensiblen Lagen. Untersuchungen beleuchteten vor allem unzureichende Drainagesysteme, Bebauung im Hangbereich und fehlende Berücksichtigung von Extremregen in Planung und Genehmigung. Bis heute dient der Fall als Mahnbeispiel dafür, wie eng Georisiken, Stadtentwicklung und Bauingenieurwesen miteinander verknüpft sind.

  • Beim Einsturz von Block 1 kamen 48 Menschen ums Leben.
  • Als Ursache gilt ein Hangrutsch nach tagelangen Regenfällen; mangelhafte Entwässerung und Bebauung im Hangbereich verstärkten das Risiko erheblich.
  • Der Fall beeinflusste Richtlinien für Hangbebauung, Drainage und Risikobewertung bei Hochhausprojekten im tropischen Klima.
Ort
Taman Hillview, Ulu Klang, Selangor, Malaysia
Todesopfer (offiziell)
48

Relatives Ausmaß im Vergleich zu den anderen Einstürzen:

Quelle
Journal of King Saud University / ScienceDirect

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Pickwick Club, Boston (1925)

Rang: 9

In den frühen Morgenstunden des 4. Juli 1925 brach im Pickwick Club, einem populären Tanzlokal in Boston, eine Zwischendecke ein und riss Teile des Gebäudes mit sich. Viele junge Leute hatten sich versammelt, um in die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag hineinzutanzen. Die Konstruktion des Saals war jedoch nur begrenzt für dynamische Belastungen ausgelegt, und es gab Hinweise darauf, dass die tatsächliche Besucherzahl deutlich über der geplanten Kapazität lag. Als Musik und Tanz die Schwingungen verstärkten, gerieten Teile der Deckenkonstruktion an ihre Belastungsgrenze. Plötzlich gaben tragende Elemente nach, eine Deckenfläche sackte ab und stürzte auf die darunter befindlichen Gäste. Der lokale Einsturz löste eine Kettenreaktion aus, bei der weitere Teile des Bodens und angrenzende Bauteile nachgaben. 44 Menschen starben, viele weitere wurden verletzt. Das Unglück machte eindrücklich deutlich, dass Nutzlasten von Versammlungsstätten nicht nur statisch, sondern auch unter Berücksichtigung von Schwingungen, Rhythmus und Menschenbewegungen betrachtet werden müssen. In den folgenden Jahren wurden in den USA Vorschriften für Tanzlokale, Theater und ähnliche Einrichtungen verschärft – unter anderem durch höhere Sicherheitsreserven bei Decken und strengere Kontrollen der maximalen Besucherzahlen.

  • Beim Einsturz kamen 44 Menschen ums Leben – die schwerste Gebäudekatastrophe in der Geschichte Bostons.
  • Die Konstruktion war für die tatsächliche Besucherzahl und die dynamische Belastung durch Tanz und Musik unzureichend ausgelegt.
  • Der Fall ist bis heute Mahnbeispiel in der Diskussion um Versammlungsstätten, Nutzlasten und Schwingungsverhalten von Decken.
Ort
Boston, Massachusetts, USA
Todesopfer (offiziell)
44

Relatives Ausmaß im Vergleich zu den anderen Einstürzen:

Quelle
Pickwick Club collapse (enwiki)

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Versailles Wedding Hall, Jerusalem (2001)

Rang: 10

Am Abend des 24. Mai 2001 feierte ein Hochzeitspaar mit hunderten Gästen in der dritten Etage der Versailles Wedding Hall in Jerusalem, als plötzlich Teile der Decke unter der tanzenden Menge nachgaben. Der Festsaal nutzte das sogenannte „Pal-Kal“-System, ein damals in Israel verbreitetes Bauverfahren mit leichten Betonhohlelementen, das schlanke Decken bei geringem Materialeinsatz ermöglichen sollte. In der Praxis war die Ausführung jedoch vielfach fehleranfällig; auch in der Versailles-Halle wurden nachträgliche Umbauten und Änderungen vorgenommen. Während der Feier sammelten sich zahlreiche Gäste im Zentrum der Tanzfläche, die Musik wurde lauter, und die Belastung konzentrierte sich auf einen ohnehin kritischen Deckenbereich. Zunächst waren nur kleinere Risse zu sehen, dann senkte sich die Fläche spürbar, bevor Teile der Decke plötzlich wegbrachen. In einer dramatischen Kettenreaktion stürzte ein großer Deckenabschnitt mitsamt Gästen durch mehrere Stockwerke nach unten. 23 Menschen starben, über 350 wurden verletzt, viele davon schwer. Das Unglück löste in Israel intensive Debatten über die Pal-Kal-Bauweise, Kontrollmechanismen und Verantwortlichkeiten zwischen Planern, Bauunternehmen und Behörden aus. In der Folge wurde das System verboten, und bestehende Gebäude mit ähnlichen Konstruktionen wurden überprüft und teilweise nachgerüstet.

  • 23 Menschen starben, mehr als 350 wurden verletzt – eine der schwersten Katastrophen bei einer Hochzeit weltweit.
  • Die fehlerhaft ausgeführte Pal-Kal-Decke war für die tatsächlichen Lasten und Umbauten nicht geeignet.
  • Nach dem Unglück wurde die Bauweise in Israel verboten und es wurden umfassende Kontrollen an vergleichbaren Gebäuden durchgeführt.
Ort
Jerusalem, Israel
Todesopfer (offiziell)
23

Relatives Ausmaß im Vergleich zu den anderen Einstürzen:

Quelle
Versailles wedding hall disaster (enwiki)

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