Die 10 schlimmsten Minenunglücke aller Zeiten

Die 10 schlimmsten Grubenunglücke

Welches Minenunglück forderte die meisten Menschenleben? Überall dort, wo Kohlenstaub, Methan und enge Stollen zusammenkommen, können Sekunden über Hunderte Schicksale entscheiden. Diese Top-10 zeigt die schlimmsten Minenunglücke aller Zeiten – strikt sortiert nach der bestätigten Zahl der Todesopfer (absteigend).

Übersicht

  1. Benxihu/Honkeiko (China, 1942)
  2. Courrières (Frankreich, 1906)
  3. Laobaidong (China, 1960)
  4. Mitsui Miike (Japan, 1963)
  5. Senghenydd/Universal Colliery (Wales, 1913)
  6. Coalbrook (Südafrika, 1960)
  7. Wankie No. 2 (Simbabwe, 1972)
  8. Chasnala (Indien, 1975)
  9. Monongah (USA, 1907)
  10. Soma/Eynez (Türkei, 2014)
Rang Unglück Jahr Land Todesopfer Typ Kernauslöser
1 Benxihu/Honkeiko 1942 China 1549 Kohle Explosion, Feuer & giftige Gase
2 Courrières 1906 Frankreich 1099 Kohle Explosion & Brand unter Tage
3 Laobaidong 1960 China 684 Kohle Methan/Kohlenstaub-Explosion
4 Mitsui Miike 1963 Japan 458 Kohle Explosion, danach CO-Ausbreitung
5 Senghenydd (Universal Pit) 1913 Wales 439 Kohle Explosion (Firedamp/Kohlenstaub)
6 Coalbrook 1960 Südafrika 437 Kohle Pfeiler-/Stollenkollaps
7 Wankie No. 2 1972 Simbabwe 426 Kohle Explosion(en) durch Kohlenstaub
8 Chasnala 1975 Indien 375 Kohle Explosion & anschließende Flutung
9 Monongah 1907 USA 362 Kohle Große Explosion in zwei Schächten
10 Soma (Eynez) 2014 Türkei 301 Kohle Brand/CO-Vergiftung

Benxihu/Honkeiko (China, 1942)

Rang: 1

Wenn Historiker vom „schlimmsten Minenunglück aller Zeiten“ sprechen, fällt fast immer ein Name: Benxihu – in japanischer Bezeichnung Honkeiko. Am 26. April 1942 verwandelte eine Explosion eine Kohlemine nahe Benxi in eine Hölle aus Flammen, Rauch und tödlichen Gasen. In tiefen Stollen genügt oft ein kleiner Funke, eine ungünstige Luftströmung oder eine Staubwolke, und aus Arbeit wird binnen Sekunden Ausnahmezustand. Was Benxihu so unfassbar macht, ist nicht nur die enorme Opferzahl, sondern auch die Kette von Entscheidungen danach. Explosion und Brand setzten giftige Gase frei, und in einem Umfeld, in dem Arbeiter kaum Schutz, kaum Rechte und kaum Ausweichwege hatten, bedeutete jede Minute Verzögerung den Unterschied zwischen Leben und Tod. Zeitzeugenberichte und spätere Aufarbeitungen zeichnen das Bild einer Mine, die unter extremen Bedingungen betrieben wurde. Nach der Detonation wurden Zugänge gesichert und Bereiche abgesperrt – für Eingeschlossene konnte das wie ein endgültiges Urteil wirken. Die Bergung dauerte lange, die Identifizierung vieler Opfer war kaum möglich, und das Unglück blieb als Mahnmal dafür, dass Sicherheitskultur nicht verhandelbar ist. Benxihu steht bis heute als Symbol: In der Tiefe sind Fehler nicht „klein“, sie multiplizieren sich – durch Enge, Hitze, Panik und fehlende Luft.

  • Größtes bestätigtes Minenunglück der Geschichte mit 1549 Todesopfern.
  • Typisch für Kohlebergwerke: Explosionsgemisch aus Gasen und Kohlenstaub.
  • Die Bergung zog sich über viele Tage, zahlreiche Opfer waren nicht identifizierbar.
Opferzahl
1549 ToteKohle GrubeExplosion Hauptphase
Datum & Ort
26. April 1942, Benxi (Liaoning), China
Quelle
Encyclopaedia Britannica

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Courrières (Frankreich, 1906)

Rang: 2

Courrières ist ein Name, der in Nordfrankreich bis heute mit Trauer und Wut verbunden ist. Am 10. März 1906 erschütterte eine gewaltige Explosion das Revier im Pas-de-Calais – so stark, dass die Druckwelle selbst an der Oberfläche spürbar war. Unter Tage raste die Explosion durch ein verzweigtes Stollensystem, entfachte Brände und setzte toxische Gase frei. In solchen Momenten wirkt ein Bergwerk wie ein gigantisches Labyrinth: Wege, die morgens noch Routine waren, sind am Nachmittag abgeschnitten. Das dramatische Ausmaß zeigte sich schnell: 1099 Menschen starben, unzählige Familien verloren Väter, Söhne und Brüder. Besonders erschütternd ist die Geschichte der Überlebenden: Einige Bergleute konnten erst viele Tage später aus eigener Kraft entkommen, ausgehungert, verletzt, aber am Leben – ein Detail, das Courrières zu einer der eindrücklichsten Erzählungen über menschliche Widerstandskraft macht. Gleichzeitig führte das Unglück zu massiven gesellschaftlichen Spannungen. In der Öffentlichkeit wurde die Frage laut, ob Warnzeichen – Rauch, Gase, kleine Brände – ernst genug genommen wurden. Courrières wurde damit auch zum politischen Wendepunkt: Debatten über Rettungsorganisation, Verantwortlichkeiten und Sicherheitsstandards bekamen eine neue Wucht. Bis heute ist das Unglück ein Referenzpunkt, wenn es darum geht, warum Prävention, Belüftung, Staubkontrolle und transparente Kommunikation in der Mine überlebenswichtig sind.

  • Europas schlimmstes Minenunglück seiner Zeit mit 1099 Todesopfern.
  • Explosion und Feuer breiteten sich über weite Teile des Grubennetzes aus.
  • Einige Bergleute überlebten ungewöhnlich lange und entkamen erst Tage später.
Opferzahl
1099 Tote1906 JahrFrankreich Land
Datum & Ort
10. März 1906, Pas-de-Calais, Frankreich
Quelle
Encyclopaedia Britannica

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Laobaidong (China, 1960)

Rang: 3

Laobaidong steht für eine Tragödie, die typisch ist für viele Kohlekatastrophen: Eine gefährliche Mischung aus Methan und Kohlenstaub trifft auf eine Zündquelle – und plötzlich wird aus dem Alltag eine Massenkatastrophe. Am 9. Mai 1960 ereignete sich in der Laobaidong-Kohlemine nahe Datong (Shanxi) eine große untertägige Explosion. 684 Menschen kamen ums Leben. Solche Zahlen sind kaum zu begreifen, bis man sich vorstellt, was in den Minuten nach der Detonation passiert: Strom fällt aus, Lampen erlöschen, Orientierung geht verloren. Gleichzeitig füllt sich die Luft mit giftigen Gasen; selbst wer nicht direkt von Flammen oder Druckwellen getroffen wird, kämpft gegen einen unsichtbaren Gegner. Laobaidong wird in Analysen großer Grubenunfälle häufig als Beispiel genannt, weil es zeigt, wie explosiv Kohlebergwerke sein können, wenn Staubbindung, Gasüberwachung, Belüftung und Abschottung nicht perfekt zusammenspielen. Hinzu kommt ein psychologischer Faktor: In großen Betrieben kann sich ein Sicherheitsproblem „normal“ anfühlen, wenn es lange nicht zum Ernstfall kommt. Doch unter Tage zählt nicht, was sich normal anfühlt – entscheidend ist, was physikalisch möglich ist. Laobaidong machte deutlich, dass einzelne Schutzschichten (z. B. Ventilation) nie ausreichen, wenn das Gesamtsystem nicht robust ist. Die Katastrophe gehört zu den tödlichsten Bergbauunglücken der Nachkriegszeit und bleibt ein globales Warnsignal: Wo Kohlenstaub und Methan zusammenkommen, ist Prävention keine Option, sondern Pflicht.

  • 684 bestätigte Todesopfer nach einer großen untertägigen Explosion.
  • Typischer Auslöserkomplex: Kohlenstaub und Methan in Kombination.
  • Laobaidong gilt als Referenzfall in internationalen Übersichten zu Großunfällen.
Opferzahl
684 Tote09.05.1960 DatumExplosion Ursache
Datum & Ort
9. Mai 1960, Nähe Datong (Shanxi), China
Quelle
World Bank (WPS8129)

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Mitsui Miike (Japan, 1963)

Rang: 4

Das Unglück in der Mitsui-Miike-Mine zeigt eine besonders tückische Dynamik: Nicht immer sind Flammen der Hauptkiller – manchmal ist es das, was danach kommt. Am 9. November 1963 kam es in einem Stollen der Miike-Kohlemine zu einer Explosion. Die Detonation selbst war verheerend, doch die größte Gefahr breitete sich kurz darauf aus: Kohlenmonoxid füllte Teile des Grubensystems. In der Enge unter Tage ist CO tödlich, weil es geruchlos ist, schnell wirkt und Körperfunktionen blockiert, bevor Betroffene überhaupt verstehen, was passiert. Das macht solche Ereignisse so brutal: Man kämpft nicht gegen sichtbares Feuer, sondern gegen einen unsichtbaren Gegner, der jede Entscheidung verzögert – und jede Verzögerung bestraft. Die Katastrophe forderte 458 Todesopfer und hinterließ darüber hinaus viele Verletzte, die teils langfristig unter den Folgen einer CO-Vergiftung litten. Miike wurde in Japan zum Synonym dafür, wie wichtig Notfallabschottungen, klare Evakuationsketten, Gasmonitoring und Schulung sind. Denn eine Mine ist nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ein komplexes System: Luftströme können Giftgas in Bereiche tragen, die zunächst sicher wirken, und Kommunikation kann zusammenbrechen, wenn Infrastruktur ausfällt. Mitsui Miike erinnert daran, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht nur Explosionen verhindern müssen, sondern auch die „zweite Welle“ – die toxische Phase danach. Genau diese Lektion findet sich in vielen modernen Standards wieder: Atemschutz, Selbstretter, Notfallpläne und das konsequente Management von Kohlenstaub sind keine Extras, sondern Lebensversicherung.

  • 458 Todesopfer – eines der schwersten Bergbauunglücke Japans.
  • Nach der Explosion spielte Kohlenmonoxid eine zentrale Rolle bei den Todesfällen.
  • Der Fall gilt als Musterbeispiel für mangelnde Barrieren gegen Gas-Ausbreitung.
Opferzahl
458 ToteCO Hauptgefahr~500 m Tiefe (ca.)
Datum & Ort
9. November 1963, Miike/Mikawa (Kyūshū), Japan
Quelle
Shippai Knowledge Database (Case CA1000611)

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Senghenydd/Universal Colliery (Wales, 1913)

Rang: 5

Am 14. Oktober 1913 wurde das walisische Dorf Senghenydd zum Schauplatz der schlimmsten Bergbaukatastrophe Großbritanniens. Im Universal Pit, der zur Universal Colliery gehörte, kam es zu einer Explosion, die das Stollensystem in kürzester Zeit verwüstete. 439 Männer und Jungen starben – eine Zahl, die sich in die kollektive Erinnerung der Region eingebrannt hat. Die Tragik liegt nicht nur im Moment der Explosion, sondern im, was sie auslöste und was sie nach sich zog: Firedamp (entzündliches Grubengas) und Kohlenstaub gelten seit jeher als gefährliche Kombination. Wird sie durch einen Funken – etwa durch Technik, Lampen oder Arbeiten am Gestein – entzündet, entstehen Druckwellen, Flammenfronten und Sekundärexplosionen. Danach folgt oft das „Nachbeben“: Rauch, CO, Sauerstoffmangel, Orientierungslosigkeit. In Senghenydd warteten Angehörige tagelang, oft ohne zu wissen, ob Hoffnung realistisch ist. Das Unglück wurde zum Symbol für die Härte des Bergarbeiterlebens und für die Notwendigkeit, Sicherheitsregeln nicht nur aufzuschreiben, sondern konsequent durchzusetzen. Der Ort zeigt bis heute, dass hinter jeder Statistik eine Gemeinschaft steht: Schulen, Vereine, ganze Straßenzüge, die plötzlich Lücken tragen. Senghenydd erinnert eindringlich daran, dass Sicherheit im Bergbau nicht allein Technik ist – es ist auch Kultur, Ausbildung und die Bereitschaft, bei Risiken die Produktion zu stoppen, selbst wenn es wirtschaftlich weh tut.

  • 439 Tote – schwerstes Minenunglück in der Geschichte Großbritanniens.
  • Explosion im Universal Pit am 14. Oktober 1913.
  • Das Ereignis prägt Wales bis heute als historischer Wendepunkt der Arbeitssicherheit.
Opferzahl
439 Tote1913 JahrWales Region
Datum & Ort
14. Oktober 1913, Senghenydd (nahe Caerphilly), Wales
Quelle
National Library of Wales

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Coalbrook (Südafrika, 1960)

Rang: 6

Coalbrook ist ein Unglück anderer Art: kein Feuerball, keine Staubexplosion – sondern der Moment, in dem das Dach einer Mine „aufgibt“. Am 21. Januar 1960 kam es in der Coalbrook-Kohlemine zu einem großflächigen Pfeiler- und Stollenkollaps. 437 Menschen starben. Das Grauen bei einem solchen Ereignis ist still und endgültig: Gestein bewegt sich nicht wie Wasser oder Feuer, es ist Masse. Wenn Stützpfeiler versagen, kann sich der Druck wie in einer Kettenreaktion fortsetzen – und binnen Minuten werden große Bereiche unzugänglich. Rettungsteams stehen dann vor einem Dilemma: Jeder Versuch, tiefer einzudringen, kann weitere Einstürze auslösen und zusätzliche Leben kosten. Coalbrook wurde in Südafrika zum Symbolfall, weil er zeigte, wie entscheidend Planung, Pfeilerbemessung, Abbauverfahren und geotechnische Überwachung sind. Ein Bergwerk ist kein statischer Bau, sondern ein Eingriff in ein Spannungsfeld aus Gestein, Lasten und Hohlräumen. Werden Hohlräume zu groß, Pfeiler zu schwach oder Abbaufolgen falsch gewählt, kann Stabilität kippen. In Coalbrook wurde später intensiv darüber diskutiert, wie man Versagensmechanismen besser versteht und früh erkennt. Das Unglück prägte die Entwicklung des südafrikanischen Rock-Engineering und beeinflusste Sicherheitsstandards weit über die Region hinaus. Es ist eine bittere Lektion: Nicht jede Katastrophe explodiert – manche „brechen“ einfach, und genau deshalb braucht es Systeme, die Risiken messbar machen, bevor sie tödlich werden.

  • 437 Tote durch einen großflächigen Pfeiler- und Dachkollaps.
  • Typischer Mechanismus: Kaskadierendes Pfeilerversagen mit Dominoeffekt.
  • Coalbrook gilt als Schlüsselereignis für Fortschritte im Rock-Engineering in Südafrika.
Opferzahl
437 ToteKollaps Typ21.01.1960 Datum
Datum & Ort
21. Januar 1960, Coalbrook (Free State), Südafrika
Quelle
SAIMM Journal (v106n12p857)

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Wankie No. 2 (Simbabwe, 1972)

Rang: 7

Das Wankie-Unglück – heute meist mit dem Namen Hwange verbunden – gehört zu den schlimmsten Bergbaukatastrophen Afrikas. Im Juni 1972 erschütterte eine Explosion die No.-2-Kohlemine. Was diese Tragödie so brutal macht, ist die typische Abfolge: Eine erste Detonation wirbelt Kohlenstaub auf, der wiederum als Brennstoff für eine zweite, größere Explosion dienen kann. Unter Tage werden Druckwellen zu Waffen: Türen und Stützkonstruktionen werden zerlegt, Luftströme kehren sich um, und innerhalb kurzer Zeit wird aus einem lokalen Ereignis ein großflächiges Desaster. 426 Menschen kamen ums Leben. Berichte über die damaligen Tage zeigen, wie schnell Rettungsversuche an Grenzen stoßen: Giftige Gase, Instabilität, fehlende Sicht und die Gefahr weiterer Zündungen. Für die Angehörigen ist das die grausamste Phase – das Warten, während unter Tage die Bedingungen immer schlechter werden. Wankie wurde später intensiv diskutiert, weil es exemplarisch für die Gefahr von Kohlenstaub ist: Selbst wenn Methan im Fokus steht, kann trockener Staub in Gängen, an Förderbändern und in Nischen zur eigentlichen Katastrophenbeschleunigung werden. Die Lehre daraus ist klar: Staubbekämpfung ist keine Nebensache. Wasserung, Staubbinder, Reinigung, Messungen und strikte Regeln für Zündquellen sind zentrale Bausteine. Wankie steht damit nicht nur für Trauer, sondern auch für eine sehr konkrete, technische Wahrheit: In einer Kohlemine reicht oft eine kleine Unachtsamkeit – der Rest erledigt die Physik.

  • 426 Todesopfer nach einer Explosion in der No.-2-Kohlemine.
  • Kohlenstaub wird als besonders gefährlicher „Katastrophenverstärker“ beschrieben.
  • Wankie gilt als einer der schwersten Bergbauunfälle Afrikas im 20. Jahrhundert.
Opferzahl
426 Tote1972 JahrExplosion Typ
Datum & Ort
Juni 1972, Wankie/Hwange, Simbabwe (damals Rhodesien)
Quelle
Rhodesiana Archive (PDF-Bericht)

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Chasnala (Indien, 1975)

Rang: 8

Chasnala gehört zu den Unglücken, bei denen sich mehrere Katastrophenmechanismen überlagern – und genau das macht sie so tödlich. Am 27. Dezember 1975 kam es in einem Kohlebergwerk nahe Dhanbad zu einem Ereignis, das in der indischen Bergbaugeschichte als Schockmoment gilt. Nach einer Explosion versagte eine Barriere zu einem wassergefüllten Bereich: In kürzester Zeit drang eine enorme Wassermenge ein und flutete Teile der Grube. 375 Menschen starben. Bei Flutungen ist die Zeit noch gnadenloser als bei Bränden: Wasser nimmt Fluchtwege, löscht Lampen, drückt Luft aus Räumen und macht Kommunikation nahezu unmöglich. Wer sich nicht sofort in höhere Bereiche retten kann, verliert die Chance. Dazu kommt die Desorientierung – selbst erfahrene Bergleute finden in völliger Dunkelheit und mit steigenden Wasserständen schwer zurück. Chasnala zeigt damit eine weniger bekannte Wahrheit über Minensicherheit: Nicht nur Gas und Staub sind gefährlich, sondern auch alte, geflutete Grubenbaue und die Frage, wie gut Pläne, Karten und Abstandsvorschriften eingehalten werden. In vielen Revieren existieren historische Abbaubereiche, die wie „versteckte Seen“ im Berg liegen. Wenn neue Strecken zu nah heranrücken oder Barrieren zu dünn sind, reicht eine Beschädigung – und das Wasser kommt mit Gewalt. Chasnala wurde deshalb in Fachübersichten zu Großunfällen häufig als Beispiel für Inundationsrisiken (Wassereinbruch) geführt. Es ist eine Warnung, die modern bleibt: Gute Vermessung, klare Sicherheitsabstände, Bohrkontrollen, Sperrzonen und strenge Freigaben sind entscheidend – weil Wasser unter Tage keine zweite Chance lässt.

  • 375 Tote – schwerstes dokumentiertes Grubenunglück Indiens in vielen Übersichten.
  • Kombination aus Explosion und anschließender Flutung (Wassereinbruch/Inundation).
  • Chasnala gilt als Lehrbeispiel für Risiken durch alte, wassergefüllte Grubenfelder.
Opferzahl
375 ToteFlutung Folge27.12.1975 Datum
Datum & Ort
27. Dezember 1975, Chasnala (Dhanbad-Region), Indien
Quelle
Major Accidents in the Indian Coal Mines (PDF)

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Monongah (USA, 1907)

Rang: 9

Monongah in West Virginia ist bis heute ein Synonym für den schlimmsten Bergbauverlust an Menschenleben in der US-Geschichte. Am 6. Dezember 1907 erschütterte eine massive Explosion zwei Kohleschächte (No. 6 und No. 8) – und riss 362 Bergleute in den Tod. Wer sich die Zeit vor Augen führt, versteht, warum Monongah so prägend wurde: Schutztechnik war begrenzt, Messsysteme für Gase standen nicht auf dem heutigen Niveau, und viele Sicherheitsvorschriften, die wir heute als selbstverständlich betrachten, waren damals entweder nicht vorhanden oder wurden nicht konsequent durchgesetzt. In der Mine bedeutete die Explosion nicht nur unmittelbare Zerstörung, sondern auch eine Kettenreaktion: Brände, giftige Gase, Einstürze, versperrte Ausgänge. Das macht solche Ereignisse so tödlich – selbst wenn einzelne Menschen die Druckwelle überleben, verlieren sie danach Orientierung und Luft. Monongah steht zudem für die gesellschaftliche Dimension: Viele Bergleute waren Einwanderer, und der Verlust traf Gemeinschaften, die ohnehin kaum soziale Absicherung kannten. Die Tragödie wurde später als Argument genutzt, Bergbausicherheit systematisch zu erforschen und zu verbessern. Genau deshalb taucht Monongah in historischen Rückblicken von Arbeitsschutz-Institutionen auf: Als Mahnung, dass Katastrophen nicht „Schicksal“ sind, sondern oft das Ergebnis aus Technik, Organisation und fehlender Regulierung. Monongah ist ein Name, der nicht nur erinnert, sondern erklärt, warum moderne Standards wie Gasdetektion, Staubkontrolle, Belüftungsmanagement, Rettungsübungen und unabhängige Aufsicht überhaupt entstanden.

  • 362 Todesopfer – schlimmster US-Bergbauverlust an einem Tag.
  • Explosion in zwei Minenabschnitten am 6. Dezember 1907.
  • Monongah wurde zu einem Schlüsselereignis für die Entwicklung moderner Arbeitsschutzforschung.
Opferzahl
362 Tote06.12.1907 DatumUSA Land
Datum & Ort
6. Dezember 1907, Monongah (West Virginia), USA
Quelle
CDC/NIOSH (National Miners Day Feature)

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Soma/Eynez (Türkei, 2014)

Rang: 10

Das Soma-Unglück ist ein modernes Beispiel dafür, dass große Bergbaukatastrophen nicht nur „Geschichte“ sind. Am 13. Mai 2014 brach in der Eynez-Kohlemine nahe Soma ein Brand aus. 301 Bergleute starben – viele nicht durch Flammen, sondern durch Kohlenmonoxid. Genau das ist die bittere Logik von Minebränden: Feuer verbraucht Sauerstoff und produziert tödliche Gase; die größten Gefahren sind häufig Unsichtbarkeit und Geschwindigkeit. In Soma zeigte sich außerdem, wie eng Sicherheitskultur mit Verantwortlichkeiten verknüpft ist. In der öffentlichen Debatte stand die Frage im Raum, ob Warnzeichen rechtzeitig erkannt, gemeldet und ernst genommen wurden – und ob Notfallmaßnahmen, Fluchtwege, Atemschutz und Evakuationsabläufe ausreichend vorbereitet waren. Denn in einem untertägigen Brand zählt jede Minute: Türen müssen schließen, Luftströme dürfen das Giftgas nicht in Fluchtstrecken treiben, Menschen müssen wissen, wohin sie laufen – auch im Dunkeln, auch unter Stress. Soma wurde international diskutiert und führte zu langwierigen juristischen und politischen Auseinandersetzungen. Für viele Familien war es nicht nur ein Unglück, sondern ein Einschnitt in die soziale Realität einer ganzen Region. Der Fall zeigt, warum moderne Bergbausicherheit mehr ist als „Regeln auf Papier“: Sie braucht Kontrolle, Transparenz, wirksame Aufsicht und das praktische Training von Notfällen. Soma erinnert daran, dass selbst im 21. Jahrhundert die älteste Bergbauwahrheit gilt: Unter Tage kann man nicht improvisieren – man muss vorbereitet sein.

  • 301 Todesopfer – schlimmstes Bergbauunglück der Türkei.
  • Haupttodesursache: Kohlenmonoxid nach einem Grubenbrand.
  • Der Fall führte zu internationaler Kritik und umfangreichen Gerichtsverfahren.
Opferzahl
301 Tote13.05.2014 DatumCO Hauptgefahr
Datum & Ort
13. Mai 2014, Soma (Manisa), Türkei
Quelle
Human Rights Watch

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