Wenn von U-Booten die Rede ist, denken viele an lautlose Hightech-Boote im Kalten Krieg – doch hinter der Technik stehen Mannschaften, deren Leben von wenigen Systemen abhängt. In dieser Liste betrachten wir die 10 schlimmsten U-Boot-Katastrophen der Welt, sortiert streng nach der Zahl der Todesopfer an Bord. Berücksichtigt werden vor allem Unfälle und Havarien in Friedenszeiten, bei denen U-Boote ohne direkte Kampfhandlung verloren gingen – vom Testtauchgang vor der US-Ostküste bis zum Manöver in der eisigen Barentssee.
Übersicht
- USS Thresher (SSN-593, USA, 1963) – 129 Tote
- K-141 Kursk (Russland, 2000) – 118 Tote
- USS Scorpion (SSN-589, USA, 1968) – 99 Tote
- HMS Affray (Großbritannien, 1951) – 75 Tote
- Chinesisches U-Boot 361 (China, 2003) – 70 Tote
- INS Dakar (Israel, 1968) – 69 Tote
- Sowjet-U-Boot K-8 (UdSSR, 1970) – 52 Tote
- ARA San Juan (Argentinien, 2017) – 44 Tote
- K-278 Komsomolets (UdSSR, 1989) – 42 Tote
- INS Sindhurakshak (Indien, 2013) – 18 Tote
| Rang | U-Boot / Nation | Jahr | Gewässer / Gebiet | Unfalltyp | Todesopfer | Besatzung an Bord |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | USS Thresher (SSN-593) | 1963 | Atlantik, vor Cape Cod | Strukturschaden bei Tieftauchtest, Kontrollverlust | 129 | 129 |
| 2 | K-141 Kursk | 2000 | Barentssee | Explosion im Bugtorpedoraum, Sinken auf Grund | 118 | 118 |
| 3 | USS Scorpion (SSN-589) | 1968 | Atlantik, südwestlich der Azoren | Bis heute ungeklärtes Sinken | 99 | 99 |
| 4 | HMS Affray | 1951 | Ärmelkanal | Vermutlich Rohrbruch, Kontrollverlust in Tiefe | 75 | 75 |
| 5 | U-Boot Nr. 361 (China) | 2003 | Gelbes Meer | Maschinenausfall, Erstickung der Besatzung | 70 | 70 |
| 6 | INS Dakar | 1968 | Östliches Mittelmeer | Verschollen, genaue Ursache ungeklärt | 69 | 69 |
| 7 | K-8 (November-Klasse) | 1970 | Biskaya | Brand an Bord, Sinken beim Schleppversuch | 52 | ≈104 |
| 8 | ARA San Juan | 2017 | Südatlantik vor Argentinien | Vermutlich Explosion nach Wassereinbruch | 44 | 44 |
| 9 | K-278 Komsomolets | 1989 | Nördliche Norwegische See | Brand in Maschinenraum, Sinken mit Nukleartorpedos | 42 | 69 |
| 10 | INS Sindhurakshak | 2013 | Marinebasis Mumbai | Explosion im Hafen, Untergang am Liegeplatz | 18 | 18 |
USS Thresher (SSN-593, USA, 1963)
Rang: 1
Die USS Thresher war das modernste Jagd-U-Boot der US Navy, als sie am 10. April 1963 zu einem Tiefen-Testlauf östlich von Cape Cod auslief. An Bord befanden sich nicht nur die reguläre Besatzung, sondern auch Werftpersonal – insgesamt 129 Menschen. Während des Testtauchgangs meldete die Thresher zunächst Probleme mit dem Maschinenraum und versuchte, ihren Tauchgang zu stoppen. Über Funk zeichnete sich ein Bild aus Fehlermeldungen, abgebrochenen Sätzen und flackernder Kontrolle ab. Die Kommandanten in der Begleitfregatte USS Skylark hörten noch den Versuch, mit Druckluft aufzutauchen – dann verstummte das Boot. Später untersuchte die Navy das im Atlantik verteilte Wrack in großer Tiefe: Man geht heute davon aus, dass ein Leck in einem Hochdruck-Rohrsystem zu einem Wassereinbruch führte, der die Maschinen lahmlegte. Ohne Antrieb und mit negativer Trimmung sank die Thresher unter ihre maximale Betriebstiefe und brach durch den gewaltigen Druck in mehrere Teile. Die Katastrophe war ein Schock für die USA: Ein Spitzenboot der nuklearen U-Boot-Flotte, verloren in einem routinemäßigen Test. Als Konsequenz entstand das SUBSAFE-Programm, ein umfassendes Sicherheits- und Qualitätsregime für alle amerikanischen U-Boote. Bis heute gilt: Kein nach SUBSAFE gebautes oder zertifiziertes U-Boot der USA ist mehr durch strukturelle Schäden verloren gegangen – ein tragisches Erbe der Thresher-Besatzung.
- Datum des Unfalls: 10. April 1963
- Ort: Nordatlantik, rund 350 km östlich von Cape Cod
- Besonderheit: Auslöser für das SUBSAFE-Sicherheitsprogramm der US Navy
- Nation
- USA (US Navy)
- Todesopfer
- 129 Menschen
- Ursache (Kurzfassung)
- Vermuteter Leckschaden im Hochdrucksystem, Sinken unter Crush-Tiefe
- Quelle
- NAVSEA – USS Thresher Gedenkartikel
K-141 Kursk (Russland, 2000)
Rang: 2
Als die russische K-141 Kursk im August 2000 in der Barentssee zu einem Großmanöver auslief, galt sie als eines der modernsten und am stärksten bewaffneten Atom-U-Boote der Welt. Während einer Übung mit scharfen Torpedos ereigneten sich zunächst zwei Explosionen im Bug, die von seismischen Stationen wie ein kleines Erdbeben registriert wurden. Die erste, vermutlich ausgelöst durch einen defekten Übungstorpedo, setzte eine Kettenreaktion in Gang: Weitere Torpedos detonierten, der Bug wurde zerstört, Wasser drang ein, das U-Boot sank in etwa 100 Metern Tiefe auf den Meeresboden. Ein Teil der Besatzung starb sofort, andere konnten sich in den hinteren Sektionen verbarrikadieren. Später gefundene Briefe deuten darauf hin, dass mindestens 23 Männer über Stunden in einem dunklen, kalten Abteil überlebten und auf Rettung warteten. Doch die politische und organisatorische Reaktion geriet ins Stocken: Russland zögerte zunächst, internationale Hilfe anzunehmen, Rettungsversuche scheiterten an Technik, Wetter und Abstimmung. Als norwegische Taucher schließlich die Heckluke öffneten, war niemand mehr am Leben. Die Kursk-Katastrophe war nicht nur eine technische Havarie, sondern auch ein Symbol für Kommunikationsversagen und Intransparenz im postsowjetischen Militär. International wurde der Fall zum Menetekel dafür, wie sehr politisches Zögern menschliche Rettungschancen verringern kann.
- Datum des Unfalls: 12. August 2000
- Ort: Barentssee, während eines russischen Flottenmanövers
- Besatzung: 118 Männer, keiner überlebt
- Nation
- Russland (ehem. UdSSR, Nordflotte)
- Todesopfer
- 118 Menschen
- Ursache (Kurzfassung)
- Explosion eines defekten Torpedos, Folgedetonationen, gescheiterte Rettung
- Quelle
- Encyclopaedia Britannica – Kursk-Katastrophe
USS Scorpion (SSN-589, USA, 1968)
Rang: 3
Die USS Scorpion war ein nuklear angetriebenes Jagd-U-Boot, das im Mai 1968 von einem Mittelmeer-Einsatz zur US-Ostküste zurückkehren sollte. Am 22. Mai verliert die US Navy den Kontakt – erst Wochen später wird das Wrack in großer Tiefe südwestlich der Azoren geortet. An Bord befinden sich 99 Männer, keiner überlebt. Bis heute ist die genaue Ursache umstritten: Offizielle Untersuchungen sprechen vorsichtig von einem „wahrscheinlichen Geräteausfall“, andere Hypothesen reichen von Torpedosalven, die im Rohr explodierten, über Probleme mit der Antriebswelle bis hin zu Spekulationen über eine Kollision. Akustische Daten legen nahe, dass die Scorpion in großer Tiefe strukturell versagte – ähnlich wie bei einem Flugzeug, das in der Luft auseinanderbricht. Die Trümmerverteilung zeigt das U-Boot in mehreren Sektionen über den Meeresboden verstreut. Für die US Navy ist der Verlust doppelt brisant: Neben Menschenleben ging auch ein nuklearer Reaktor und Torpedobewaffnung verloren, was Sorge um radioaktive Langzeitfolgen auslöste. In der Öffentlichkeit blieb die Scorpion lange im Schatten der bekannteren Thresher, doch in Fachkreisen gilt sie als eines der rätselhaftesten Unglücke der Unterseegeschichte. Die Kombination aus Kaltem Krieg, fehlenden Augenzeugen und eingeschränkten akustischen Daten sorgt dafür, dass die letzte Stunde der Scorpion wohl nie vollständig rekonstruiert werden kann – ein weiterer Grund, warum der Fall bis heute Stoff für Dokumentationen und investigative Bücher liefert.
- Datum des Unfalls: 22. Mai 1968
- Ort: Nordatlantik, südwestlich der Azoren
- Besonderheit: Ursache offiziell nie eindeutig geklärt, bis heute Gegenstand von Spekulationen
- Nation
- USA (US Navy)
- Todesopfer
- 99 Menschen
- Ursache (Kurzfassung)
- Vermutlich technischer Defekt, exakte Ursache ungeklärt
- Quelle
- U.S. Naval Institute – 1968: Year of Lost Submarines
HMS Affray (Großbritannien, 1951)
Rang: 4
Die britische HMS Affray war ein U-Boot der Amphion-Klasse und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg weiter im Dienst der Royal Navy eingesetzt. Im April 1951 lief sie zu einer Übung im Ärmelkanal aus – an Bord reguläre Besatzungsmitglieder, dazu zusätzliche Offiziersanwärter. Es sollte ein Routine-Training werden, doch nach einem letzten Funkkontakt blieb das Boot stumm. Eine großangelegte Suchaktion lief an: Flugzeuge, Schiffe und andere U-Boote suchten tagelang nach Spuren. Schließlich wurde das Wrack in der Nähe der Insel Alderney gefunden. Alle 75 Männer waren tot. Die späteren Untersuchungen ergaben Hinweise auf einen Rohrbruch oder das Versagen eines Schnorchelmasts, der beim Abtauchen oder unter Seegang Wasser in den Rumpf eindringen ließ. Theorien reichen von Materialermüdung bis zu Konstruktionsschwächen beim Schnorchelsystem. Die Affray war das letzte U-Boot der Royal Navy, das in Friedenszeiten auf See verloren ging – ein Trauma in einer Marine, die sich nach dem Krieg professionalisieren und modernisieren wollte. Die Katastrophe führte zu technischen Anpassungen und strikteren Inspektionsprogrammen. Für die Familien der Besatzung blieb jedoch vor allem die Frage, warum ein U-Boot in unmittelbarer Nähe zu heimischen Gewässern ohne Not und ohne Feindeinwirkung verschwinden konnte. Die Affray steht damit sinnbildlich für die Gefahren „ruhiger“ Trainingsfahrten, bei denen Wachsamkeit und Wartung genauso kritisch sind wie im Ernstfall.
- Datum des Unfalls: 16. April 1951
- Ort: Ärmelkanal nahe Alderney
- Besonderheit: Letztes in Friedenszeit verlorenes U-Boot der Royal Navy
- Nation
- Vereinigtes Königreich (Royal Navy)
- Todesopfer
- 75 Menschen
- Ursache (Kurzfassung)
- Wahrscheinlicher Wassereinbruch über defekten Schnorchel oder Rohrleitung
- Quelle
- Wikipedia – HMS Affray
Chinesisches U-Boot 361 (China, 2003)
Rang: 5
Das dieselelektrische Angriffs-U-Boot mit der Bordnummer 361, ein Boot der Ming-Klasse der chinesischen Marine, war im April 2003 zu einer Übung im Gelben Meer unterwegs. Die Mission war als „stille“ Übung angelegt – Funkstille, kein routinemäßiger Kontakt zur Flotte. Tage später bemerkten Fischer ein U-Boot, dessen Periskop ungewöhnlich lange aus dem Wasser ragte, ohne dass Bewegungen an Deck erkennbar waren. Als das Boot schließlich von der Marine geentert wurde, bot sich ein gespenstischer Anblick: Die gesamte Besatzung – 70 Männer, darunter Offiziere und Kadetten – war tot, auf ihren Stationen zusammengesunken. Offizielle Verlautbarungen sprachen von einem „mechanischen Versagen des Dieselmotors“, der im getauchten Zustand weiterlief und den Innenraum mit Abgasen gefüllt hatte. In der geschlossenen Druckhülle eines U-Bootes bedeutet ein solcher Fehler raschen Sauerstoffmangel und Erstickung – offenbar, ohne dass die Crew noch rechtzeitig reagieren konnte. Der Unfall gilt als eine der schwersten Katastrophen in der Geschichte der chinesischen Marine und rückte Fragen nach Wartung, Ausbildung und Notfallprozeduren in den Fokus. Die Führung in Peking entließ mehrere Befehlshaber und nutzte den Vorfall, um Modernisierungen zu beschleunigen. Für die Öffentlichkeit blieb der Fall dennoch lange im Dunkeln: Erst nach und nach drangen Details über die Todesursache und den Fund des Bootes an die Weltöffentlichkeit, ein Hinweis darauf, wie sensibel U-Boot-Unfälle in autoritären Systemen behandelt werden.
- Datum des Unfalls: April 2003 (Fund am 25. April gemeldet)
- Ort: Gelbes Meer östlich der Changshan-Inseln
- Besonderheit: gesamte Besatzung erstickt, U-Boot blieb schwimmfähig
- Nation
- China (Volksbefreiungsmarine)
- Todesopfer
- 70 Menschen
- Ursache (Kurzfassung)
- Fehlfunktion des Dieselmotors, Sauerstoffentzug und Erstickung der Besatzung
- Quelle
- Wikipedia – Chinese submarine 361
INS Dakar (Israel, 1968)
Rang: 6
Die INS Dakar war ursprünglich ein britisches T-Klasse-U-Boot, das von Israel in den 1960er-Jahren übernommen wurde. Im Januar 1968 befand sich das Boot auf seiner Überführungsfahrt von Großbritannien ins Mittelmeer, frisch modernisiert und unter israelischer Flagge. Nach planmäßigem Funkkontakt im östlichen Mittelmeer verstummte die Dakar plötzlich. Tagelang suchten Schiffe und Flugzeuge der israelischen Marine, der Royal Navy und weiterer NATO-Staaten nach Spuren, fanden aber nichts – das U-Boot galt als verschollen, Verschwörungstheorien und Spekulationen schossen ins Kraut. Erst 1999, mehr als 30 Jahre später, wurde das Wrack in etwa 3.000 Metern Tiefe zwischen Zypern und Kreta entdeckt. Die Position lag deutlich abseits der ursprünglich vermuteten Route. Die Untersuchung vor Ort ergab keine Anzeichen eines feindlichen Angriffs; stattdessen spricht vieles für ein plötzliches technisches Versagen oder menschlichen Fehler beim Tauchvorgang. Dass keine Notfallmaßnahmen ausgelöst wurden, deutet auf eine sehr schnelle Havarie hin, bei der die Besatzung kaum Zeit zur Reaktion hatte. Die 69 Männer an Bord wurden offiziell als im Dienst gefallene Soldaten geehrt; die gehobene Kommandobrücke ist heute in Haifa als Gedenkstätte zu sehen. Die Dakar steht damit beispielhaft für U-Boot-Unfälle, bei denen Ursache und genauer Ablauf auch Jahrzehnte später nur teilweise rekonstruiert werden können – und bei denen die seelische Belastung der Angehörigen durch das jahrelange „Nichtwissen“ besonders groß ist.
- Datum des Verschwindens: 25. Januar 1968 (offiziell für vermisst erklärt)
- Ort: Östliches Mittelmeer, zwischen Zypern und Kreta
- Besonderheit: Wrackfund erst 1999, genaue Unfallursache weiterhin ungeklärt
- Nation
- Israelische Marine
- Todesopfer
- 69 Menschen
- Ursache (Kurzfassung)
- Plötzlicher Verlust des Bootes auf Überführungsfahrt, kein Hinweis auf Gefechtseinwirkung
- Quelle
- Navy History – Israeli Naval Submarine Dakar
Sowjet-U-Boot K-8 (UdSSR, 1970)
Rang: 7
Die K-8 war ein nuklear angetriebenes U-Boot der sowjetischen November-Klasse und Teil der Nordflotte. Im April 1970 befand sich das Boot im Atlantik, als in zwei Abteilungen ein Brand ausbrach – vermutlich ausgelöst durch elektrische Kurzschlüsse. Feuer an Bord eines U-Bootes gehört zu den schlimmsten Szenarien überhaupt: Rauch füllt enge Gänge, Kabelisolierungen brennen, Systeme fallen aus, und die Mannschaft muss gleichzeitig löschen und verhindern, dass sich das Feuer auf den Reaktorbereich ausweitet. Der Kapitän ließ auftauchen; bei schwerem Wetter wurden Teile der Crew evakuiert, während andere an Bord blieben, um das Boot zu sichern und eine mögliche Schleppverbindung vorzubereiten. Mehrere Tage lang kämpften sie gegen Flammen, giftigen Rauch und eindringendes Wasser. Schließlich gaben die Schotten nach, und die K-8 sank in der Biskaya – mit nuklearen Torpedos an Bord. 52 Männer kamen ums Leben, etwa die Hälfte der Crew; der Rest konnte auf Rettungsschiffe übersteigen. Die Havarie machte deutlich, wie riskant die frühen sowjetischen Atom-U-Boote konstruiert waren und wie unzureichend Brandschutz und Notfallabläufe teilweise funktionierten. Jahrzehnte später sorgte der Wrackort noch einmal für Schlagzeilen, weil Umweltorganisationen vor möglichen Leckagen radioaktiver Stoffe warnten. K-8 steht damit sowohl für das menschliche Opfer der Besatzung als auch für die langfristigen Risiken versunkener Nukleartechnik auf dem Meeresgrund.
- Datum des Unfalls: Brand am 8. April, Sinken am 12. April 1970
- Ort: Biskaya, Nordatlantik
- Besonderheit: Kernreaktor an Bord, Sorge um langfristige Umweltfolgen
- Nation
- Sowjetunion (Nordflotte)
- Todesopfer
- 52 Menschen
- Ursache (Kurzfassung)
- Brand an Bord, Abschleppversuch im Sturm, Sinken mit Nukleartorpedos
- Quelle
- Wikipedia – Soviet submarine K-8
ARA San Juan (Argentinien, 2017)
Rang: 8
Die ARA San Juan war ein dieselelektrisches U-Boot der argentinischen Marine, das im November 2017 auf einer Routinefahrt im Südatlantik unterwegs war. Auf dem Weg von Ushuaia nach Mar del Plata meldete die Besatzung zunächst technische Probleme: Es war Wasser in den Batteriebereich eingedrungen, ein ernstes, aber nicht zwingend tödliches Szenario. Nach der Meldung, man habe die Situation unter Kontrolle, brach der Kontakt ab. Kurz darauf registrierten Messstationen ein akustisches Ereignis, das später als mit einer Unterwasserexplosion kompatibel eingestuft wurde. Über Tage und Wochen verfolgte die Öffentlichkeit eine dramatische Suche, an der sich internationale Kräfte beteiligten – von der US Navy bis zur deutschen Marine. Angehörige warteten in Mar del Plata auf Nachrichten, während immer deutlicher wurde, dass die Sauerstoffvorräte längst erschöpft sein mussten. Erst ein Jahr später konnte ein Spezialschiff das Wrack in fast 900 Metern Tiefe lokalisieren. Untersuchungsberichte sprechen von einer wahrscheinlichen Implosion nach einem Batterie- oder Wasserstoffproblem, ausgelöst durch den vorherigen Wassereinbruch. Alle 44 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. In Argentinien wurde der 15. November zum nationalen Gedenktag für die „Helden der San Juan“ erklärt, und die Katastrophe löste eine Debatte über den Zustand der Marine, Budgetkürzungen und mangelhafte Modernisierung aus. Die San Juan ist damit nicht nur ein technisches Unglück, sondern auch ein Symbol für strukturelle Schwächen eines vernachlässigten Flottenprogramms.
- Datum des Unfalls: 15. November 2017
- Ort: Südatlantik, vor der argentinischen Küste
- Besonderheit: Wrackfund erst 2018, nationaler Gedenktag für die 44 Besatzungsmitglieder
- Nation
- Argentinien
- Todesopfer
- 44 Menschen
- Ursache (Kurzfassung)
- Vermutlich Explosion oder Implosion nach Wassereinbruch im Batteriebereich
- Quelle
- Casa Rosada – National Day of Remembrance ARA San Juan
K-278 Komsomolets (UdSSR, 1989)
Rang: 9
Die K-278 Komsomolets war ein sowjetisches Experimental-U-Boot der sogenannten „Mike“-Klasse und galt als technischer Meilenstein: Titanrumpf, extreme Tauchtiefe von über 1.000 Metern, moderne Sensorik. Am 7. April 1989 kehrt das Boot von einer Patrouille in der Norwegischen See zurück, als in einem hinteren Maschinenraum ein Feuer ausbricht. Der Kapitän lässt das U-Boot auftauchen, doch das Feuer breitet sich über Kabeldurchführungen weiter aus, Strom fällt aus, Systeme versagen. Stundenlang kämpft die Besatzung an der Oberfläche gegen Rauch, Hitze und eindringendes Wasser, während Funkmeldungen nach Hilfe gesendet werden. Schließlich sinkt die Komsomolets in über 1.600 Metern Tiefe. Einige der Männer können in Rettungsinseln steigen, andere klammern sich in der zwei Grad kalten Barentssee an Trümmer – viele sterben an Unterkühlung, noch bevor Rettungsschiffe eintreffen. Von 69 Besatzungsmitgliedern überleben 27, 42 kommen ums Leben. Brisant: An Bord befanden sich ein Kernreaktor und nuklear bewaffnete Torpedos. In den Jahren nach dem Untergang untersuchte Norwegen wiederholt den Wrackort wegen möglicher radioaktiver Lecks. Für Russland bleibt die Komsomolets bis heute ein Symbol für Mut der Besatzung unter extremen Bedingungen – aber auch für die Risiken hochkomplexer Militärtechnik, wenn Brandbekämpfung, Notfalltraining und Ausrüstung nicht perfekt zusammenspielen.
- Datum des Unfalls: 7. April 1989
- Ort: Norwegische See, südwestlich von Bäreninsel
- Besonderheit: Versunkenes Atom-U-Boot mit Nukleartorpedos, jahrzehntelange Umweltdebatte
- Nation
- Sowjetunion (Nordflotte)
- Todesopfer
- 42 Menschen
- Ursache (Kurzfassung)
- Brand im Maschinenraum, Ausfall zentraler Systeme, Sinken in großer Tiefe
- Quelle
- Radio Free Europe – Komsomolets Wrack und Strahlung
INS Sindhurakshak (Indien, 2013)
Rang: 10
Die indische INS Sindhurakshak, ein russisch gebautes Kilo-Klasse-U-Boot, war 2013 gerade frisch modernisiert worden und galt als wichtiger Bestandteil der indischen U-Boot-Flotte. In der Nacht vom 13. auf den 14. August 2013 lag das Boot im Marinehafen von Mumbai, mit Besatzung an Bord und Munition im Bugbereich. Kurz nach Mitternacht erschütterte eine gewaltige Explosion das Dock: Zunächst brach ein Feuer aus, dann detonierten offenbar geladene Torpedos oder Raketen im vorderen Teil des U-Boots. Die Explosion war so stark, dass sie von Überwachungskameras der Stadt als heller Feuerball aufgezeichnet wurde. Binnen kurzer Zeit sackte die Sindhurakshak am Liegeplatz ab und sank in flachem Wasser, nur noch das Turmoberteil ragte heraus. Für die 18 Seeleute an Bord gab es praktisch keine Chance: Die Kombination aus Explosion, Feuer, Rauch und rasch eindringendem Wasser ließ kaum Zeit zur Flucht. Erst Taucher der Marine konnten in den folgenden Tagen und Wochen Leichenteile aus dem zerstörten Vorderteil bergen. Die genaue Ursache blieb auch nach der Bergung umstritten; Berichte sprechen von möglichen Fehlern beim Umgang mit Munition oder technischen Problemen bei der Modernisierung. Für Indien war der Verlust ein Schock: Ein teures, modernisiertes U-Boot zerstört, hochqualifiziertes Personal verloren – und das alles nicht im Gefecht, sondern im Heimathafen. Der Fall verdeutlichte, wie riskant das Handling scharfer Munitionslasten selbst im Dock ist und wie wichtig strenge Sicherheitsprotokolle auch fernab des offenen Meeres bleiben.
- Datum des Unfalls: Nacht vom 13. auf den 14. August 2013
- Ort: Marinestützpunkt Mumbai, Indien
- Besonderheit: schweres Unglück im Hafen, nicht auf See – dennoch Totalschaden und Totalverlust der Besatzung an Bord
- Nation
- Indien
- Todesopfer
- 18 Menschen
- Ursache (Kurzfassung)
- Explosion im Bug mit Folgebränden, Untergang am Liegeplatz
- Quelle
- Wikipedia – INS Sindhurakshak

