Wie schnell kann ein Mensch wirklich laufen? Moderne Zeitmessung, Laser-Geschwindigkeitsmessungen und detaillierte Zwischenzeiten liefern heute erstaunlich präzise Antworten. Diese Rangliste zeigt die 10 schnellsten Menschen der Welt – basierend auf offiziellen Weltrekorden und Spitzenleistungen im Kurzsprint (vor allem 100 m), sortiert nach erreichter Höchstgeschwindigkeit.
Grundlage sind von World Athletics und dem IOC anerkannte Zeiten sowie Analysen der Zwischenzeiten aus Weltrekordläufen. Die Liste mischt deshalb bewusst Frauen und Männer: Wer nachweislich extrem hohe Sprintgeschwindigkeiten erreicht hat, ist dabei – vom klassischen 100-Meter-Weltrekord bis zu legendären 200- oder 400-Meter-Rennen.
Kriterien: Berücksichtigt sind offizielle Weltrekorde bzw. Bestzeiten über 60, 100, 200 und 400 m sowie dokumentierte Spitzengeschwindigkeiten aus diesen Läufen. Die Sortierung folgt der maximal erreichten Geschwindigkeit bzw. den schnellsten 100-m-Zeiten.
Hinweis: Die angegebenen Geschwindigkeiten (km/h) sind Näherungswerte, berechnet aus den Bestzeiten oder aus publizierten Zwischenzeiten – je nach Athletin bzw. Athlet leicht unterschiedlich ermittelt.
Übersicht
| Rang | Sprinter:in | Land | Paradedisziplin | Bestzeit 100 m | Ø-Tempo 100 m | Besonderer Rekord |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Usain Bolt | Jamaika | 100 m / 200 m | 9,58 s | ≈37,6 km/h | Top-Speed im Lauf: ca. 44,7 km/h |
| 2 | Tyson Gay | USA | 100 m / 200 m | 9,69 s | ≈37,2 km/h | Geteilt zweitschnellste 100-m-Zeit |
| 3 | Yohan Blake | Jamaika | 100 m / 200 m | 9,69 s | ≈37,2 km/h | Jüngster 100-m-Weltmeister |
| 4 | Asafa Powell | Jamaika | 100 m | 9,72 s | ≈37,0 km/h | Über 90 Läufe unter 10 s |
| 5 | Maurice Greene | USA | 100 m | 9,79 s | ≈36,8 km/h | Ex-Weltrekordler 100 m |
| 6 | Donovan Bailey | Kanada | 100 m | 9,84 s | ≈36,6 km/h | WR-Lauf bei Olympia 1996 |
| 7 | Michael Johnson | USA | 200 m / 400 m | 10,09 s* | ≈35,7 km/h* | Legendäre WR über 200 m & 400 m |
| 8 | Carl Lewis | USA | 100 m / Weitsprung | 9,86 s | ≈36,5 km/h | Seriensieger bei Olympia |
| 9 | Florence Griffith-Joyner | USA | 100 m / 200 m | 10,49 s | ≈34,3 km/h | WR 100 m & 200 m (Frauen) |
| 10 | Christian Coleman | USA | 60 m / 100 m | 9,76 s | ≈36,9 km/h | WR-Halter 60 m (6,34 s) |
*Michael Johnson wird hier aufgrund seiner historisch schnellen 200- und 400-m-Rennen berücksichtigt; seine Höchstgeschwindigkeit ist aus diesen Distanzen abgeleitet und daher nicht direkt mit 100-m-Weltrekorden vergleichbar.
Usain Bolt
Rang:1
Usain Bolt ist der unangefochtene „schnellste Mensch aller Zeiten“. Beim WM-Finale 2009 in Berlin sprintete er die 100 m in 9,58 s – Weltrekord, der bis heute steht. Analysen der Zwischenzeiten zeigen, dass Bolt im Abschnitt zwischen 60 und 80 m eine Spitzengeschwindigkeit von rund 44,7 km/h erreichte. Neben seinen 100-m- und 200-m-Weltrekorden dominierte er über Jahre hinweg die großen Meisterschaften und machte den Sprint zu einem globalen Show-Event.
- 100-m-Weltrekord: 9,58 s (Berlin 2009), Top-Speed ca. 44,72 km/h
- Ebenso Weltrekord über 200 m (19,19 s) und mit Jamaika über 4×100 m
- Achtfacher Olympiasieger und vielfacher Weltmeister, dominierte die Jahre 2008–2016
- Nationalität
- Jamaika
- Geboren
- 21. August 1986
- Paradedisziplin
- 100 m, 200 m
- Bestzeit 100 m
- 9,58 s (WM Berlin 2009)
- Spitzengeschwindigkeit
- ca. 44,72 km/h im Rekordlauf
- Karriereende
- 2017
- Quelle
- Olympics.com – Usain Bolt Rekorde
- Spitzengeschwindigkeit
- Dominanz bei Großereignissen
- Ikonenstatus
Tyson Gay
Rang:2
Tyson Gay war der Mann, der Usain Bolt am nächsten kam. 2009 lief der US-Sprinter beim Shanghai Golden Grand Prix 9,69 s über 100 m – dieselbe Zeit, mit der Bolt ein Jahr zuvor Weltrekord gelaufen war. Gay kombinierte extreme Endgeschwindigkeit mit starken 200-m-Leistungen und zählt mit dieser Bestzeit bis heute zu den zweitschnellsten Menschen der Geschichte (gemeinsam mit Yohan Blake).
- 100-m-Bestzeit: 9,69 s (+2,0 m/s, Shanghai 2009) – US-Rekord
- Außerdem 19,58 s über 200 m, 44,89 s über 400 m
- Mehrfacher Weltmeister (Osaka 2007) über 100 m, 200 m und Staffel
- Nationalität
- USA
- Geboren
- 9. August 1982
- Paradedisziplin
- 100 m, 200 m
- Bestzeit 100 m
- 9,69 s (Shanghai 2009)
- Ø-Geschwindigkeit 100 m
- ≈37,2 km/h
- Besonderheit
- Geteilt zweitschnellste 100-m-Zeit der Geschichte
- Quelle
- World Athletics – Tyson Gay Profil
- Spitzengeschwindigkeit
- Karrierekonstanz
- Rivalität mit Bolt
Yohan Blake
Rang:3
Yohan Blake, Bolts langjähriger Trainingspartner, wurde wegen seines kompromisslosen Trainingsstils „The Beast“ getauft. Mit 9,69 s über 100 m und 19,26 s über 200 m ist er auf beiden Strecken einer der schnellsten Menschen aller Zeiten. 2011 wurde er mit 21 Jahren jüngster 100-m-Weltmeister der Geschichte – und war der Athlet, den Bolt selbst als größten Herausforderer bezeichnete.
- 100-m-Bestzeit: 9,69 s (Lausanne 2012) – geteilt zweitschnellste Zeit der Historie
- 200-m-Bestzeit: 19,26 s – zweitschnellste Zeit aller Zeiten hinter Bolt
- Olympiasilber 2012 über 100 m und 200 m, mehrfacher Staffel-Olympiasieger
- Nationalität
- Jamaika
- Geboren
- 26. Dezember 1989
- Paradedisziplin
- 100 m, 200 m
- Bestzeit 100 m
- 9,69 s (Lausanne 2012)
- Bestzeit 200 m
- 19,26 s (Brüssel 2011)
- Besonderheit
- Jüngster 100-m-Weltmeister, Spitzname „The Beast“
- Quelle
- Wikipedia – Yohan Blake
- Spitzengeschwindigkeit
- Potenzial ohne Bolt-Ära
- Konstanz über viele Jahre
Asafa Powell
Rang:4
Asafa Powell war der Mann der „Dauer-Sub-10“. Mitte der 2000er senkte er den 100-m-Weltrekord schrittweise auf 9,77 und schließlich 9,74 s, später lief er 9,72 s. Noch beeindruckender: Kein Sprinter war so oft unter 10 s – über 90 Mal. Seine Spitzengeschwindigkeit erreichte er meist im Übergang von Beschleunigungs- zu Maximalphase, wo er lange, kraftvolle Schritte setzte.
- Ex-Weltrekordler mit 9,74 s, offizielle Bestzeit 9,72 s (Lausanne 2008)
- Rekordhalter für die meisten 100-m-Läufe unter 10 s
- Olympiasieger 2008 über 4×100 m mit Jamaika
- Nationalität
- Jamaika
- Geboren
- 23. November 1982
- Paradedisziplin
- 100 m
- Bestzeit 100 m
- 9,72 s
- Ø-Geschwindigkeit 100 m
- ≈37,0 km/h
- Besonderheit
- Meiste Läufe unter 10 s in der Sprintgeschichte
- Quelle
- Wikipedia – Asafa Powell
- Spitzengeschwindigkeit
- Konstanz im Bereich Sub-10 s
- Erfolgsbilanz bei Großereignissen
Maurice Greene
Rang:5
Maurice Greene dominierte die späten 1990er. 1999 lief er in Athen 9,79 s und brach damit den Weltrekord von Donovan Bailey deutlich. Greene war bekannt für einen explosiven Start und enormen Antritt – seine Höchstgeschwindigkeit erreichte er früh im Lauf und hielt sie lange. Neben seinem Einzelrekord war er eine Bank in der US-Staffel.
- 100-m-Weltrekord 1999: 9,79 s (+0,1 m/s), sechs Jahre gültig
- Mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger (Sydney 2000)
- Auch Hallen-WR über 60 m (6,39 s) gehalten
- Nationalität
- USA
- Geboren
- 23. Juli 1974
- Paradedisziplin
- 100 m, 60 m (Halle)
- Bestzeit 100 m
- 9,79 s (Athen 1999)
- Erfolge
- Vier olympische Medaillen, fünf WM-Titel
- Quelle
- USATF – Maurice Greene
- Start & Beschleunigung
- Dominanz Ende 1990er
- Langlebigkeit des Rekords
Donovan Bailey
Rang:6
Donovan Bailey schrieb 1996 Geschichte: Im Olympiafinale von Atlanta sprintete der Kanadier zu 9,84 s – Weltrekord und Gold. Damit wurde er zum „schnellsten Mann der Welt“ seiner Ära. Bailey war berühmt für seine Fähigkeit, auf den letzten 40 m noch einmal deutlich zuzulegen und seine Höchstgeschwindigkeit tief im Rennen zu erreichen.
- 100-m-Weltrekord: 9,84 s (Atlanta 1996, Olympiafinale)
- Olympiasieger über 100 m und 4×100 m
- Erster Kanadier, der legal die 10-Sekunden-Marke unterbot
- Nationalität
- Kanada
- Geboren
- 16. Dezember 1967
- Paradedisziplin
- 100 m
- Bestzeit 100 m
- 9,84 s (Atlanta 1996)
- Ø-Geschwindigkeit 100 m
- ≈36,6 km/h
- Quelle
- Team Canada – Donovan Bailey
- Spitzengeschwindigkeit
- Olympischer Moment
- Einfluss auf kanadische Leichtathletik
Michael Johnson
Rang:7
Michael Johnson war kein klassischer 100-m-Sprinter, sondern dominierte 200 und 400 m – und erreichte dabei Geschwindigkeiten, die nur knapp unter den besten 100-m-Spezialisten lagen. Sein 200-m-Weltrekord von 19,32 s (Atlanta 1996) und der 400-m-Weltrekord von 43,18 s (1999) galten lange als nahezu unantastbar. Johnsons aufrechter Laufstil und seine Fähigkeit, hohes Tempo über längere Strecken zu halten, machten ihn zu einer eigenen Sprint-Kategorie.
- Weltrekorde: 200 m in 19,32 s und 400 m in 43,18 s (beide viele Jahre gültig)
- Doppel-Olympiasieger 1996 (200 m & 400 m), weitere Goldmedaillen 2000
- Sehr hohe Spitzengeschwindigkeiten über die Mitte seiner Rennen, trotz längerer Distanzen
- Nationalität
- USA
- Geboren
- 13. September 1967
- Paradedisziplin
- 200 m, 400 m
- Bestzeit 200 m
- 19,32 s (Atlanta 1996)
- Bestzeit 400 m
- 43,18 s (Sevilla 1999)
- Quelle
- Wikipedia – Michael Johnson
- Dauergeschwindigkeit über 200/400 m
- Einzigartiger Laufstil
- 100-m-Spezialisierung
Carl Lewis
Rang:8
Carl Lewis war das Sprint- und Weitsprung-Gesicht der 1980er und frühen 1990er. Er gewann neun olympische Goldmedaillen, darunter mehrfach über 100 m, und lief 9,86 s als Bestzeit. Seine Höchstgeschwindigkeit lag etwas unter heutigen Rekorden, aber seine Fähigkeit, über ein Jahrzehnt Weltklasseleistungen zu liefern, war einzigartig.
- Olympiasiege über 100 m (1984, 1988*), 4×100 m und im Weitsprung
- 100-m-Bestzeit: 9,86 s (Tokio 1991)
- Prägte eine komplette Generation von Leichtathletikfans
- Nationalität
- USA
- Geboren
- 1. Juli 1961
- Paradedisziplin
- 100 m, 200 m, Weitsprung
- Bestzeit 100 m
- 9,86 s
- Erfolge
- 9× Olympiasieger, 8× Weltmeister
- Quelle
- Wikipedia – Carl Lewis
- Spitzengeschwindigkeit
- Karrierelänge & Titel
- Einfluss auf den Sport
Florence Griffith-Joyner
Rang:9
Florence „Flo-Jo“ Griffith-Joyner ist die schnellste Frau der Geschichte. Bei den US-Olympiaausscheidungen 1988 sprintete sie 100 m in 10,49 s – ein Weltrekord, der bis heute unangetastet ist. Im selben Jahr stellte sie auch über 200 m mit 21,34 s einen Rekord auf, an den sich nur wenige Athletinnen annähern konnten. Ihre Kombination aus Höchstgeschwindigkeit, Stil und Dominanz machte sie zu einer Ikone.
- Frauen-Weltrekorde: 100 m in 10,49 s und 200 m in 21,34 s (1988)
- Dreifache Olympiasiegerin (Seoul 1988) und vielfache Weltrekordlerin
- Berühmt für extravagante Rennanzüge und lange, bunt lackierte Fingernägel
- Nationalität
- USA
- Geboren
- 21. Dezember 1959 († 1998)
- Paradedisziplin
- 100 m, 200 m
- Bestzeit 100 m
- 10,49 s (WR)
- Bestzeit 200 m
- 21,34 s (WR)
- Quelle
- World Athletics – Florence Griffith-Joyner
- Spitzengeschwindigkeit (Frauen)
- Rekordhaltedauer
- Stil- & Ikonenfaktor
Christian Coleman
Rang:10
Christian Coleman gilt als einer der explosivsten Starter der aktuellen Sprintgeneration. 2018 stellte er in Birmingham mit 6,34 s den Hallenweltrekord über 60 m auf – ein Beleg für seine enorme Beschleunigungsphase. 2019 lief er in Doha 9,76 s über 100 m und wurde Weltmeister, womit er sich in die ewige Bestenliste der schnellsten Menschen einreihte.
- 100-m-Bestzeit: 9,76 s (Doha 2019) – sechstbeste Zeit der Geschichte
- 60-m-Weltrekord: 6,34 s (Indoormeeting 2018)
- Weltmeister 2019 über 100 m und mit der 4×100-m-Staffel
- Nationalität
- USA
- Geboren
- 6. März 1996
- Paradedisziplin
- 60 m (Halle), 100 m
- Bestzeit 100 m
- 9,76 s (Doha 2019)
- Bestzeit 60 m
- 6,34 s (WR, 2018)
- Quelle
- World Athletics – Christian Coleman
- Start & Beschleunigung
- Top-Speed über 100 m
- Karrierepotenzial (Stand heute)

