Die 10 schwersten Stürme in Deutschland

Die 10 schwersten Stürme in Deutschland

315 Tote in Hamburg, mehr als zwei Milliarden Euro versicherte Schäden durch Kyrill, historische Sturmflutrekorde und Wälder, die in wenigen Stunden zu Sturmholz wurden: Die schwersten Stürme in Deutschland lassen sich nicht sinnvoll nur nach der höchsten Windböe sortieren. Dieses Ranking bewertet deshalb den Gesamteinfluss auf Deutschland: Todesopfer, Sachschäden, Waldschäden, Sturmfluten, Verkehrsausfälle, Infrastrukturfolgen und historische Wirkung. Berücksichtigt wurden Orkane, Sturmserien und sturmbedingte Sturmfluten mit starker Deutschland-Relevanz. Reine Tornados und internationale Stürme mit nur schwacher Randwirkung wurden ausgeschlossen. Datenstand ist 2026.

So wurde gewertet

Die Rangfolge basiert auf einem transparenten Impact-Score mit maximal 25 Punkten. Bewertet wurden fünf Kriterien mit jeweils 0 bis 5 Punkten: Todesopfer in Deutschland, Schadenshöhe, meteorologische Intensität, Infrastrukturfolgen und historische Bedeutung. Der Score ist keine amtliche Kennzahl, sondern eine redaktionelle Vergleichshilfe, um Sturmfluten, Orkane und Sturmserien mit sehr unterschiedlicher Datenlage fairer einordnen zu können. Bei älteren Ereignissen sind Schadenssummen und Opferzahlen teils ungenauer als bei modernen Versicherungs- und Behördendaten; deshalb spielt die historische Wirkung zusätzlich eine Rolle.

Kriterium 0–1 Punkte 2–3 Punkte 4–5 Punkte
Todesopfer in Deutschland keine oder nur Einzelfälle mehrere Tote oder regional schwere Folgen zweistellige Opferzahl oder historische Katastrophe mit sehr vielen Toten
Schadenshöhe regional begrenzt, vergleichsweise geringe Sachschäden große regionale Schäden oder mehrere hundert Millionen Euro Milliardenschäden, außergewöhnliche Wald- oder Gebäudeverluste
Meteorologische Intensität schwerer Sturm, aber ohne Extremcharakter klare Orkanlage oder schwere Sturmflut extreme Böen, Rekordpegel oder außergewöhnliche Wetterlage
Infrastrukturfolgen lokale Störungen große Verkehrs-, Strom- oder Bahnprobleme in mehreren Regionen bundesweite oder lebenswichtige Ausfälle, massive Evakuierungen oder Küstenschutzkrise
Historische Bedeutung begrenzte Nachwirkung regional prägend oder oft zitiertes Sturmereignis dauerhafte Folgen für Deichbau, Katastrophenschutz, Versicherungen oder Risikobewertung
Legende: Orkan/WindSturmflutWaldschädenVerkehr/Infrastruktur

Übersicht

  1. Sturmflut 1962 / Orkan Vincinette
  2. Orkan Kyrill (2007)
  3. Orkan Quimburga (1972)
  4. Orkan Lothar (1999)
  5. Capella-Orkan (1976)
  6. Sturmserie 1990 / Vivian und Wiebke
  7. Orkan Friederike (2018)
  8. Orkan Zeynep / Ylenia / Antonia (2022)
  9. Orkan Anatol (1999)
  10. Orkan Niklas (2015)
Rang Sturm Jahr Todesopfer Schäden Intensität Infrastruktur Historische Bedeutung Gesamt
1 Sturmflut 1962 / Vincinette 1962 5 4 5 5 5 24/25
2 Kyrill 2007 2 5 4 5 5 21/25
3 Quimburga 1972 4 3 5 4 4 20/25
4 Lothar 1999 3 5 5 3 4 20/25
5 Capella 1976 1 3 5 4 5 18/25
6 Sturmserie 1990 1990 2 4 4 4 4 18/25
7 Friederike 2018 2 4 4 4 3 17/25
8 Zeynep / Ylenia / Antonia 2022 2 5 3 4 3 17/25
9 Anatol 1999 1 3 4 3 3 14/25
10 Niklas 2015 1 4 4 3 2 14/25

Sturmflut 1962 / Orkan Vincinette

Rang: 1 Sturmflut Katastrophenschutz

Die Sturmflut von 1962 steht auf Platz 1, weil sie die tödlichste deutsche Sturmkatastrophe der Moderne war. Der Orkan Vincinette drückte Wasser in die Deutsche Bucht und die Elbe hinauf; in Hamburg brachen in der Nacht zum 17. Februar zahlreiche Deiche. Besonders Wilhelmsburg, Waltershof und Moorfleet wurden überflutet. Anders als bei reinen Windorkanen entstand die Katastrophe aus Sturm, Tide, unzureichendem Hochwasserschutz und zu späten Warnketten. 315 Menschen starben allein in Hamburg. Der Score erklärt den Spitzenplatz klar: maximale Punktzahl bei Todesopfern, Infrastrukturfolgen und historischer Bedeutung. Keine andere moderne Sturmkatastrophe in Deutschland veränderte den Deichbau, den Katastrophenschutz und die Krisenvorsorge so nachhaltig.

  • Warum Platz 1: höchste Opferzahl und größte historische Wirkung aller deutschen Sturmereignisse der Moderne
  • Entscheidende Kennzahl: 315 Tote in Hamburg
  • Unterschied zu Kyrill: weniger moderne Schadendaten, aber ungleich folgenreicher für Menschenleben und Küstenschutz
Datum
16./17. Februar 1962
Region
Hamburg, Unterelbe, Nordseeküste
Todesopfer in Deutschland
315 in Hamburg, rund 340 insgesamt
Impact-Score
24/25
Score-Aufteilung
Todesopfer 5 / Schäden 4 / Intensität 5 / Infrastruktur 5 / historische Bedeutung 5
Folge
grundlegende Reformen im Hochwasser- und Katastrophenschutz
Quelle
Stadt Hamburg

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Orkan Kyrill (2007)

Rang: 2 Orkan Bahn-Stillstand Wald

Kyrill ist der schwerste moderne Winterorkan in Deutschland, wenn man versicherte Schäden, räumliche Ausdehnung, Verkehrsfolgen und öffentliche Wirkung zusammen betrachtet. Am 18. und 19. Januar 2007 zog das Orkantief über fast das ganze Land. Wälder wurden großflächig geworfen, Stromleitungen beschädigt und Gebäude abgedeckt. Besonders außergewöhnlich war die bundesweite Reaktion der Bahn: Der Fernverkehr wurde großflächig eingestellt. Der GDV führt Kyrill als teuerstes Sturm-/Hagelereignis in der Sachversicherung seit 1997. Im Score verliert Kyrill Punkte nur bei den Todesopfern, weil andere deutsche Stürme dort deutlich schwerer waren. Genau deshalb bleibt Platz 2 logisch: wirtschaftlich und infrastrukturell extrem, aber nicht so tödlich und historisch systemverändernd wie die Sturmflut 1962.

  • Warum Platz 2: teuerster moderner Winterorkan mit massiver Deutschland-Wirkung, aber deutlich weniger Tote als 1962
  • Entscheidende Kennzahl: über 2 Mrd. Euro versicherte Schäden
  • Unterschied zu Quimburga: flächiger, teurer und moderner dokumentiert, aber weniger tödlich
Datum
18./19. Januar 2007
Region
nahezu ganz Deutschland
Todesopfer in Deutschland
11 bis 13 je nach Quelle
Versicherte Schäden
über 2 Mrd. Euro
Impact-Score
21/25
Score-Aufteilung
Todesopfer 2 / Schäden 5 / Intensität 4 / Infrastruktur 5 / historische Bedeutung 5
Besonderheit
bundesweite Bahn-Einschränkungen und massive Forstschäden
Quelle
GDV

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Orkan Quimburga (1972)

Rang: 3 Orkan Jahrhundertorkan

Quimburga, auch Niedersachsenorkan genannt, war einer der brutalsten Windstürme des 20. Jahrhunderts in Norddeutschland. Am 13. November 1972 zog der Orkan über Westeuropa und traf besonders Niedersachsen schwer. Der NDR nennt mindestens 73 Todesopfer insgesamt und 21 allein in Niedersachsen; in der DDR starben ebenfalls Menschen. Am Brocken wurden Böen bis 245 km/h genannt. Im Vergleich zu Kyrill ist Quimburga schwächer dokumentiert und bei versicherten Schäden kaum fair in heutige Größenordnungen zu übersetzen. Im Ranking bleibt Platz 3 trotzdem plausibel, weil der Sturm bei Todesopfern und meteorologischer Wucht deutlich stärker war als fast alle jüngeren Ereignisse. Hinter Kyrill landet Quimburga nur deshalb, weil moderne Schadens- und Infrastrukturdaten weniger belastbar und die Deutschland-Wirkung regionaler waren.

  • Warum Platz 3: außergewöhnlich hohe Opferzahl und extreme Böen, aber weniger präzise Schadensdaten als bei Kyrill
  • Entscheidende Kennzahl: mindestens 21 Tote allein in Niedersachsen
  • Unterschied zu Lothar: tödlicher und in Norddeutschland unmittelbarer, aber wirtschaftlich schlechter vergleichbar
Datum
13. November 1972
Region
Norddeutschland, besonders Niedersachsen; auch DDR stark betroffen
Todesopfer in Deutschland
mindestens 21 in Niedersachsen, zusätzlich 16 in der DDR genannt
Maximalböe
bis 245 km/h am Brocken genannt
Impact-Score
20/25
Score-Aufteilung
Todesopfer 4 / Schäden 3 / Intensität 5 / Infrastruktur 4 / historische Bedeutung 4
Quelle
NDR

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Orkan Lothar (1999)

Rang: 4 Orkan Waldschäden

Lothar war der Weihnachtsorkan, der Südwestdeutschland am 26. Dezember 1999 besonders hart traf. Während Anatol vor allem Norddeutschland verwüstete, lag Lothars Schwerpunkt in Baden-Württemberg, im Schwarzwald und angrenzenden Regionen. Der Sturm war extrem schnell, kleinräumig und zerstörerisch. In Baden-Württemberg starben am Sturmtag 13 Menschen; der Waldschaden war enorm. Allein in Baden-Württemberg wurden rund 25 Millionen Festmeter Holz geworfen. Im Score erreicht Lothar die Höchstwerte bei Schäden und meteorologischer Intensität, verliert aber Punkte gegenüber Quimburga bei Todesopfern und gegenüber Kyrill bei der bundesweiten Infrastrukturwirkung. Genau das erklärt Platz 4: regional ein Extremsturm, deutschlandweit aber weniger flächig als die Plätze davor.

  • Warum Platz 4: gewaltige Wald- und Gebäudeschäden im Südwesten, aber weniger deutschlandweit prägend als Kyrill
  • Entscheidende Kennzahl: rund 25 Mio. Festmeter Sturmholz in Baden-Württemberg
  • Unterschied zu Capella: deutlich höhere Wind- und Waldschäden, aber keine vergleichbare Sturmflutwirkung
Datum
26. Dezember 1999
Region
Südwestdeutschland, besonders Baden-Württemberg und Schwarzwald
Todesopfer in Deutschland
13 in Baden-Württemberg am Sturmtag
Waldschaden
rund 25 Mio. Festmeter Sturmholz in Baden-Württemberg
Impact-Score
20/25
Score-Aufteilung
Todesopfer 3 / Schäden 5 / Intensität 5 / Infrastruktur 3 / historische Bedeutung 4
Quelle
SWR

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Capella-Orkan (1976)

Rang: 5 Sturmflut Rekordpegel

Capella rückt vor die Sturmserie 1990, weil die Sturmflutdimension außergewöhnlich war. Anfang Januar 1976 erreichte die Nordseeküste extreme Wasserstände. In Hamburg-St. Pauli wurden 6,45 Meter über Normalnull gemessen – höher als 1962. Dass Capella trotzdem nicht weiter oben steht, liegt an einem entscheidenden Unterschied: Nach der Katastrophe von 1962 waren Deiche und Katastrophenschutz deutlich verbessert worden. Dadurch blieb der Sturm trotz Rekordpegeln weit weniger tödlich. Im Score verliert Capella fast ausschließlich bei den Todesopfern und den wirtschaftlichen Gesamtschäden. Bei Intensität und historischer Bedeutung ist der Sturm dagegen ganz vorne dabei, weil er bis heute als Beleg gilt, dass Küstenschutzmaßnahmen nach 1962 tatsächlich funktionierten.

  • Warum Platz 5: Rekordpegel und enorme Sturmflutgefahr, aber deutlich weniger Tote als 1962
  • Entscheidende Kennzahl: 6,45 m über Normalnull am Pegel Hamburg-St. Pauli
  • Unterschied zu Wiebke/Vivian: historisch wichtiger für den Küstenschutz, aber nicht so breit über Deutschland verteilt
Datum
3. Januar 1976
Region
Nordseeküste, Elbmündung, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen
Wasserstand
6,45 m über Normalnull in Hamburg-St. Pauli
Überflutete Fläche
rund 100.000 Hektar in Schleswig-Holstein und Niedersachsen genannt
Impact-Score
18/25
Score-Aufteilung
Todesopfer 1 / Schäden 3 / Intensität 5 / Infrastruktur 4 / historische Bedeutung 5
Quelle
NDR

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Sturmserie 1990 / Vivian und Wiebke

Rang: 6 Orkanserie Sturmfolge

Die Sturmserie von Januar bis März 1990 wird ausdrücklich als Serie gewertet, weil Deutschland innerhalb kurzer Zeit von mehreren schweren Orkanlagen getroffen wurde. Besonders Vivian und Wiebke blieben in Erinnerung. Böden waren aufgeweicht, Wälder vorgeschädigt und Einsatzkräfte mehrfach belastet. Der DWD nennt die Sturmserie Anfang 1990 mit Daria, Herta, Vivian und Wiebke als herausragendes Wintersturmereignis, das Schäden oberhalb der Milliardengrenze verursachte. Im Score profitiert die Serie vor allem von Schäden, Infrastrukturfolgen und historischer Bedeutung. Gegenüber Capella liegt sie knapp dahinter, weil sie keinen einzelnen deutschen Rekordsturm oder eine einzelne Katastrophe wie 1962 oder Capella hervorbrachte. Gegenüber Friederike bleibt sie aber höher, weil die Abfolge mehrerer Orkane eine außergewöhnliche Gesamtbelastung erzeugte.

  • Warum Platz 6: außergewöhnliche Kettenbelastung durch mehrere schwere Orkane in kurzer Zeit
  • Entscheidende Kennzahl: Schäden oberhalb der Milliardengrenze laut DWD
  • Methodischer Hinweis: bewusst als Sturmserie und nicht als Einzelorkan gewertet
Zeitraum
Januar bis März 1990, Höhepunkte Vivian/Wiebke Ende Februar
Region
weite Teile Deutschlands, besonders Süd- und Westdeutschland
Schäden
laut DWD-Sturmüberblick oberhalb der Milliardengrenze
Besonderheit
mehrere schwere Orkane in kurzer Folge statt eines einzelnen Großereignisses
Impact-Score
18/25
Score-Aufteilung
Todesopfer 2 / Schäden 4 / Intensität 4 / Infrastruktur 4 / historische Bedeutung 4
Quelle
Deutscher Wetterdienst

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Orkan Friederike (2018)

Rang: 7 Orkan Bahnchaos

Friederike war der schwerste deutsche Wintersturm der jüngeren Vergangenheit nach Kyrill. Am 18. Januar 2018 zog das Orkantief quer über Deutschland und traf besonders Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Auf dem Brocken wurden 203 km/h gemessen, im Flachland traten vielerorts schwere Sturm- und Orkanböen auf. Acht Menschen starben, der Bahnverkehr wurde großflächig eingestellt, Flughäfen, Straßen und Schulen waren betroffen. Im Score liegt Friederike knapp hinter der Sturmserie 1990, weil die Schäden und die historische Nachwirkung geringer ausfielen. Gegenüber Zeynep/Ylenia bleibt der Orkan aber stark, weil er als einzelnes Ereignis besonders klar umrissen ist und bei Intensität und Infrastruktur fast überall hohe Werte erreicht.

  • Warum Platz 7: schwerster jüngerer Einzelorkan nach Kyrill, aber unter den historischen Großereignissen
  • Entscheidende Kennzahl: rund 1 Mrd. Euro versicherte Schäden
  • Unterschied zu Zeynep/Ylenia: als Einzelsturm klarer, aber mit etwas geringerer Gesamtschadenssumme
Datum
18. Januar 2018
Region
weite Teile Deutschlands, besonders Mitte und Westen
Todesopfer in Deutschland
8
Maximalböe
203 km/h auf dem Brocken
Versicherte Schäden
rund 1 Mrd. Euro
Impact-Score
17/25
Score-Aufteilung
Todesopfer 2 / Schäden 4 / Intensität 4 / Infrastruktur 4 / historische Bedeutung 3
Quelle
GDV Naturgefahrenreport 2018

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Orkan Zeynep / Ylenia / Antonia (2022)

Rang: 8 Orkanserie Moderne Schadensserie

Die Sturmserie Ylenia, Zeynep und Antonia im Februar 2022 war eine der schwersten modernen Orkanlagen in Deutschland. Sie wird als Serie gewertet, weil die drei Stürme in kurzer Folge auftraten und gemeinsam die Schadensbilanz bestimmten. Der GDV bezifferte die versicherten Schäden auf 1,4 Milliarden Euro. Davon entfiel der Großteil auf beschädigte Gebäude, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetriebe. Besonders Nord- und Westdeutschland waren betroffen; Bahnverkehr, Fährverbindungen, Straßen und Feuerwehren wurden stark belastet. Im Score erreicht die Serie bei Schäden sogar höhere Werte als Friederike, verliert aber bei historischer Bedeutung und meteorologischer Klarheit, weil kein einzelner deutscher Sturmrekord im Mittelpunkt steht. Deshalb bleibt Platz 8 plausibel.

  • Warum Platz 8: sehr hohe moderne Schadenssumme, aber weniger klar umrissen als ein einzelner Jahrhundertorkan
  • Entscheidende Kennzahl: 1,4 Mrd. Euro versicherte Schäden
  • Unterschied zu Anatol: teurer und besser dokumentiert, aber ohne dessen ausgeprägte Sturmflut-Note
Zeitraum
Februar 2022
Region
Nord- und Westdeutschland, später weitere Regionen
Schäden
1,4 Mrd. Euro versicherte Schäden
Infrastruktur
mehrtägige Bahn-, Fähr- und Straßeneinschränkungen
Impact-Score
17/25
Score-Aufteilung
Todesopfer 2 / Schäden 5 / Intensität 3 / Infrastruktur 4 / historische Bedeutung 3
Quelle
GDV

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Orkan Anatol (1999)

Rang: 9 Orkan Norddeutschland

Anatol wird in Deutschland oft von Lothar überstrahlt, war für Norddeutschland aber ein extremes Ereignis. Am 3. Dezember 1999 traf der Orkan vor allem Schleswig-Holstein, Hamburg, die Nordseeküste und Dänemark. Der DWD beschreibt den Sturm rückblickend als markanten Paukenschlag: Schiffe gerieten in Seenot, Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt und an der Nordsee kam es teilweise zu einer sehr schweren Sturmflut. In Schleswig-Holstein wurden allein beim größten Versicherer 35.000 Schadenfälle gemeldet. Im Score liegt Anatol knapp hinter Zeynep/Ylenia, weil die moderne Gesamtschadensbilanz geringer und die deutschlandweite Wirkung begrenzter war. Vor Niklas bleibt Anatol aber, weil Sturmflutkomponente und regionale Extremwirkung an der Küste klar herausragen.

  • Warum Platz 9: regional extremer Norddeutschland-Orkan mit Sturmflut, aber weniger flächig als die Top 8
  • Entscheidende Kennzahl: 35.000 Schadenfälle bei einem großen Versicherer in Schleswig-Holstein
  • Unterschied zu Niklas: stärkerer Küstenbezug und höhere regionale Ausnahmequalität
Datum
3. Dezember 1999
Region
Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordseeküste, Dänemark
Wind
zeitweise Windstärke 12
Besonderheit
schwere Sturmflut und massiver Norddeutschland-Fokus
Impact-Score
14/25
Score-Aufteilung
Todesopfer 1 / Schäden 3 / Intensität 4 / Infrastruktur 3 / historische Bedeutung 3
Quelle
Deutscher Wetterdienst

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Orkan Niklas (2015)

Rang: 10 Orkan Bundesweite Wirkung

Niklas ersetzt Xynthia, weil die Deutschlandwirkung besser belegt und für dieses Ranking stärker ist. Ende März 2015 zog der Orkan über weite Teile des Landes. Auf der Zugspitze wurden 192 km/h gemessen, auch im Flachland traten vielerorts schwere Sturm- und Orkanböen auf. Der GDV-Naturgefahrenreport nennt für Niklas deutschlandweite Schäden in Höhe von 750 Millionen Euro. Zusätzlich kam es zu erheblichen Bahn- und Verkehrsproblemen. Im Score erreicht Niklas hohe Werte bei Schäden und Intensität, bleibt aber hinter Anatol, weil ihm die außergewöhnliche Sturmflut- oder Katastrophenkomponente fehlt. Genau deshalb ist Platz 10 stimmig: ein schwerer deutscher Orkan, aber kein Ereignis mit der historischen Wucht der übrigen Top 9.

  • Warum Platz 10: sehr gut belegte Deutschlandwirkung, aber ohne die historische Ausnahmestellung der höheren Plätze
  • Entscheidende Kennzahl: 750 Mio. Euro versicherte Schäden
  • Unterschied zu Xynthia: für Deutschland belastbarer dokumentiert und wirtschaftlich relevanter
Datum
31. März 2015
Region
weite Teile Deutschlands
Schäden
750 Mio. Euro
Maximalböe
192 km/h auf der Zugspitze
Impact-Score
14/25
Score-Aufteilung
Todesopfer 1 / Schäden 4 / Intensität 4 / Infrastruktur 3 / historische Bedeutung 2
Quelle
GDV Naturgefahrenreport 2015

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Häufige Fragen zu den schwersten Stürmen in Deutschland

Was war der schlimmste Sturm in Deutschland?

Nach Todesopfern und historischer Wirkung war die Sturmflut von 1962 die schwerste Sturmkatastrophe in Deutschland. Allein in Hamburg starben 315 Menschen.

Warum ist Kyrill nicht auf Platz 1?

Kyrill war der schwerste moderne Winterorkan nach Schäden und bundesweiter Wirkung. Die Sturmflut 1962 forderte jedoch deutlich mehr Menschenleben und veränderte den deutschen Katastrophenschutz grundlegend.

Warum sind Sturmserien wie 1990 und 2022 enthalten?

Sie wurden aufgenommen, weil mehrere Orkane in kurzer Folge Deutschland trafen und die Schäden in der Praxis als zusammenhängende Belastung auftraten. Das wird in der Methodik und im Score ausdrücklich berücksichtigt.

Was bedeutet der Impact-Score?

Der Score ist eine redaktionelle Vergleichshilfe mit fünf Kriterien: Todesopfer, Schäden, Intensität, Infrastrukturfolgen und historische Bedeutung. So lassen sich Sturmfluten und Orkane nachvollziehbarer miteinander vergleichen.

Warum wurde Xynthia durch Niklas ersetzt?

Xynthia war europaweit schwer, besonders in Frankreich. Für Deutschland ist Niklas aber besser belegt und verursachte mit 750 Millionen Euro deutlich stärkere versicherte Schäden.

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