Kann ein Gesetz wirklich verbieten, „Fisch unter verdächtigen Umständen“ zu besitzen – oder dass du in Barcelona im Bikini durch die Innenstadt schlenderst? Ja. In dieser Liste zeigen wir die 10 seltsamsten Gesetze weltweit, sortiert nach einem nachvollziehbaren Seltsamkeits-Score (10 = maximal ungewöhnlich und zugleich alltagsnah, 1 = eher speziell).
Übersicht
- UK: „Fisch in verdächtigen Umständen“ (Salmon Act)
- Singapur: Kaugummi verkaufen (fast) verboten
- Schweiz: Meerschweinchen nicht allein halten
- Venedig: Tauben füttern verboten
- Barbados: Camouflage-Kleidung illegal
- Barcelona: Bikini weg vom Strand verboten
- UAE: Fotos von sensiblen Gebäuden verboten
- Queensland: Kaninchen als Haustier illegal
- Japan: Bestimmte Nasensprays (Pseudoephedrin) illegal
- Thailand: Mehr als 200 Zigaretten importieren verboten
| Rang | Land/Ort | Gesetz/Regel (kurz) | Seltsamkeits-Score | Typischer Auslöser | Worum geht’s wirklich? | Praxis-Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| #1 | Vereinigtes Königreich | „Fisch in verdächtigen Umständen“
Handling fish in suspicious circumstances
|
10/10 | Du kaufst/transportierst Fisch ohne klare Herkunft | Anti-Wilderei & Schutz illegaler Fischerei | Quittung/Herkunft ist King |
| #2 | Singapur | Kaugummi-Verkauf/ Werbung (weitgehend) verboten | 9,5/10 | Gum verkaufen oder bewerben | Sauberkeit, Infrastruktur, Ordnung | Medizinische Ausnahmen beachten |
| #3 | Schweiz | Meerschweinchen nicht allein
Sozialkontakt für „soziale Tiere“
|
9/10 | Einzelhaltung von sozialen Tieren | Tierschutz statt „Spaß-Verbot“ | Mindestens Partner/Gruppe |
| #4 | Italien (Venedig) | Tauben/ Möwen füttern verboten | 8,5/10 | „Nur ein bisschen Futter“ auf dem Platz | Hygiene, Denkmalschutz, Tiermanagement | Bußgeld möglich |
| #5 | Barbados | Camouflage-Kleidung illegal | 8/10 | Camo-Shorts, Camo-Shirt, Camo-Cap | Abgrenzung zum Militär, Ordnung | Lieber einfarbig packen |
| #6 | Spanien (Barcelona) | Bikini/oben-ohne weg vom Strand verboten | 7,5/10 | In Badekleidung durch die City | Öffentliche Ordnung & Anstandszonen | Überwurf/ T-Shirt wirkt Wunder |
| #7 | VAE (UAE) | Fotos von bestimmten Regierungs-/Militärgebäuden illegal | 7/10 | „Schnell ein Foto“ an sensiblen Orten | Sicherheitsrecht & Schutzbereiche | Warnschilder ernst nehmen |
| #8 | Australien (Queensland) | Kaninchen halten ist illegal
mit engen Ausnahmen/Permits
|
6,5/10 | Du willst „nur ein Haustier“ | Biosecurity: invasive Art | Kein Bunny ohne Genehmigung |
| #9 | Japan | Bestimmte Nasensprays (Pseudoephedrin) illegal | 6/10 | Apothekenprodukt im Handgepäck | Drogen-/Vorläuferstoff-Regeln | Inhaltsstoffe checken |
| #10 | Thailand | Importlimit: max. 200 Zigaretten | 5,5/10 | „Ich bringe Zigaretten mit“ | Zollrecht & Abgaben/Einfuhrkontrolle | Limit einhalten, sonst Stress |
UK: „Fisch in verdächtigen Umständen“ (Salmon Act)
Rang: 1
Stell dir vor, du stehst nachts am Kofferraum, ein Freund drückt dir eine Tüte in die Hand und sagt: „Nur kurz lagern, ist nichts.“ Du schaust rein – Fisch. Und plötzlich befindest du dich in der seltsamsten Gesetzesformulierung, die Großbritannien zu bieten hat: „Handling fish in suspicious circumstances“. Das klingt wie eine Comedy-Nummer, ist aber bitter ernst gemeint. Die Idee dahinter ist ein Klassiker der Strafverfolgung: Man will nicht erst zuschauen, bis der Fang längst verkauft oder verarbeitet ist. Stattdessen greift das Gesetz genau da, wo Wilderei und illegaler Handel anfangen: bei der Herkunft, bei fehlenden Nachweisen, bei „komischen“ Übergaben. Und weil die Praxis zeigt, dass man illegale Fischerei nicht immer am Angelhaken erwischt, sondern an der Kühltasche, wird aus einem Alltagssatz („Hast du eine Quittung?“) plötzlich ein rechtlicher Hebel. Der Charme – oder Horror – liegt im Wort „suspicious“: Nicht der Fisch selbst ist verboten, sondern die Umstände. Das macht es gleichzeitig logisch und herrlich britisch. In einer Welt, in der Lieferketten, Quittungen und Kühlketten ganz normal sind, wird aus einem vergessenen Nachweis eine unangenehme Frage. Und genau deshalb landet dieses Gesetz ganz oben: Es wirkt absurd, ist aber ein messerscharfes Werkzeug gegen illegale Beschaffung.
- Das Gesetz macht es strafbar, Fisch „unter verdächtigen Umständen“ zu handhaben.
- Es zielt auf die Bekämpfung illegaler Fischerei/Wilderei und Hehlerei ab.
- „Verdächtig“ bezieht sich auf Kontext (Herkunft, Besitzlage, Übergabe), nicht auf die Fischart an sich.
- Jurisdiktion
- England, Wales, Schottland (E+W+S)
- Worum geht’s im Kern?
- Herkunft/Legitimität von Fisch im Handel & Besitz
- Quelle
- legislation.gov.uk – Salmon Act 1986, Section 32
Singapur: Kaugummi verkaufen (fast) verboten
Rang: 2
Singapur hat den Ruf, Sauberkeit nicht zu „empfehlen“, sondern zu organisieren. Und kein Beispiel wird so oft zitiert wie das Kaugummi: In vielen Ländern ist es ein harmloses Mitnahmeprodukt, in Singapur dagegen ein Symbol dafür, wie sehr Kleinigkeiten Infrastruktur nerven können. Das Gesetz wirkt auf den ersten Blick übertrieben – bis man die Logik versteht: Wo Millionen Menschen täglich Bahnen, Aufzüge und Türen nutzen, wird jeder festgeklebte Kaugummi nicht nur eklig, sondern teuer. Der Staat ging daher nicht den Umweg über Appelle, sondern über den Markt: Wenn das Zeug nicht verkauft und beworben wird, landet es seltener auf Knöpfen, Sensoren und Gehwegen. Gleichzeitig ist das System nicht „komplett albern“: Es gibt Ausnahmen (z. B. für bestimmte medizinische/therapeutische Produkte). Genau diese Mischung macht das Ganze so seltsam: Du darfst in einem hochmodernen Land vieles kaufen, aber ein normales Kaugummi im Regal kann rechtlich zum Problem werden – zumindest im Verkaufskontext. Als Tourist ist das weniger eine „Chew“-Frage als eine „Supply“-Frage: Wer meint, er macht mit einem Verkauf oder einer Promotion einen Spaß, hat schnell echten Ärger. Und wer einfach nur staunt, merkt: Hier wird nicht Moral verhandelt, sondern Wartungskosten.
- Der Verkauf oder die Werbung für den Verkauf von Kaugummi ist grundsätzlich untersagt (mit Ausnahmen).
- Der Fokus liegt auf Verkauf/Angebot – nicht darauf, ob jemand privat kaut.
- Ausnahmen betreffen bestimmte zulässige Kaugummis (z. B. medizinisch/therapeutisch im Rahmen der Regelung).
- Jurisdiktion
- Singapur
- Was ist (typisch) verboten?
- Verkauf oder Bewerbung des Verkaufs von Kaugummi (außer geregelte Ausnahmen)
- Quelle
- Singapore Statutes Online – Sale of Food (Prohibition of Chewing Gum) Regulations
Schweiz: Meerschweinchen nicht allein halten
Rang: 3
Dieses „Gesetz“ klingt wie ein Internet-Märchen – ist aber ein ziemlich konsequenter Gedanke aus dem Tierschutz: Wenn ein Tier nachweislich sozial ist, wird Einsamkeit zur Form von Leid. Die Schweiz macht daraus keine Feel-Good-Kampagne, sondern eine Regel: Bestimmte Tierarten sollen ausreichend Sozialkontakt mit Artgenossen haben. Und plötzlich ist „ein einzelnes Meerschweinchen“ nicht mehr nur ein Haustier-Entscheid, sondern ein Tierschutzthema. Genau hier wird es für viele Menschen seltsam: Man ist gewohnt, dass der Staat sich bei Haustieren höchstens für Impfungen oder Leinenpflicht interessiert. Doch diese Regel denkt weiter – sie fragt, ob ein Tier artgerecht leben kann, wenn es allein ist. Wer einmal Meerschweinchen erlebt hat, versteht den Hintergrund sofort: Die Tiere kommunizieren ständig, reagieren aufeinander, beruhigen sich in Gruppen. Allein gehalten, werden sie oft still, ängstlich oder apathisch. Deshalb ist der Kern nicht „Du musst zwei kaufen, damit der Handel läuft“, sondern: Du musst Rahmenbedingungen schaffen, die dem Sozialverhalten entsprechen. Das ist gleichzeitig rührend und radikal. Und genau deshalb landet es so weit oben: Ein Gesetz, das sich nicht um Menschen, sondern um die psychische Grundbedürfnisse eines kleinen Nagetiers kümmert, ist im globalen Vergleich selten – und in seiner Konsequenz ziemlich einzigartig.
- Die Regel basiert auf Tierschutzprinzipien zu Sozialkontakt für soziale Tierarten.
- Meerschweinchen werden dabei als soziale Tiere behandelt, die nicht isoliert gehalten werden sollen.
- Die Idee ist nicht „Witz“, sondern rechtlich verankerte Artgerechtigkeit.
- Jurisdiktion
- Schweiz
- Worum geht’s im Kern?
- Sozialkontakt/Artgenossen-Kontakt für soziale Tiere (u. a. Meerschweinchen)
- Quelle
- BLV admin.ch – Animal Protection Ordinance (Tierschutzverordnung, PDF)
Venedig: Tauben füttern verboten
Rang: 4
Du stehst auf einem der berühmtesten Plätze der Welt, die Kamera hängt schon am Handgelenk, und dann passiert dieser klassische Urlaubsimpuls: „Komm, wir füttern die Tauben – das gehört doch dazu.“ In Venedig ist genau das der Moment, in dem Romantik auf Ordnungspolitik trifft. Die Stadt hat sehr konkrete Regeln, was Touristen (und Einheimische) lassen sollen – und das Füttern von Tauben oder sogar Möwen ist ausdrücklich untersagt. Seltsam? Nur, bis man die Rechnung macht: Venedig ist ein empfindlicher Ort. Vogelkot greift Stein an, sorgt für Rutschgefahr, verursacht Reinigungskosten und lockt Tiere in Massen dorthin, wo ohnehin schon zu viele Menschen sind. Außerdem kippt die Tierdynamik schnell: Möwen werden aggressiver, Taubenpopulationen wachsen, Müll nimmt zu. Aus einer kleinen Geste wird ein Stadtproblem. Was daran so skurril wirkt, ist die Diskrepanz zwischen Tradition und Verbot: Jahrzehntelang galt „Tauben in Venedig“ als Postkarten-Motiv. Heute ist es eher ein Beispiel dafür, wie sich Städte gegen ihre eigenen Klischees schützen müssen. Das Gesetz ist hier nicht „lustig“, sondern städtische Selbstverteidigung – und trotzdem hat es diesen absurden Beigeschmack, weil es genau das unterbindet, was viele Besucher spontan als „harmlos“ empfinden.
- Das Füttern von Tauben oder Möwen ist in Venedig ausdrücklich verboten.
- Auf der Seite werden mögliche Geldbußen genannt (je nach Fall innerhalb einer Spanne).
- Die Regel verweist auf städtische Vorschriften zu Hygiene, Tierwohl und Urbanität.
- Jurisdiktion
- Italien (Comune di Venezia)
- Verbot (Kurzfassung)
- Tauben oder Möwen füttern
- Quelle
- Comune di Venezia – Forbidden behaviour
Barbados: Camouflage-Kleidung illegal
Rang: 5
Camouflage ist in vielen Ländern einfach Mode: ein Shirt, eine Shorts, vielleicht eine Cap aus dem Outdoor-Laden. Auf Barbados kann genau dieses Outfit jedoch rechtlich problematisch werden – denn Camouflage-Kleidung ist dort laut offizieller Reisehinweise illegal, und zwar ausdrücklich „für jeden“, sogar für Kinder. Das wirkt für Besucher besonders seltsam, weil es keine „Tat“ im klassischen Sinn ist: Du machst nichts, du trägst nur Stoff. Aber genau das ist der Punkt: In manchen Staaten sind militärische Symbole und Erscheinungsbilder streng abgegrenzt, um Verwechslungen zu vermeiden, Autorität klar zuzuordnen und Missbrauch zu verhindern. Camouflage wird dann nicht als Style gelesen, sondern als Signal. Und weil Touristen häufig nicht wissen, dass Kleidung überhaupt in „Lokalgesetze“ fallen kann, passiert die Überraschung schnell – oft erst, wenn man am Flughafen oder im öffentlichen Raum angesprochen wird. Das Seltsame an dieser Regel ist also nicht nur die Sache selbst, sondern der Perspektivwechsel: Was du daheim als neutral empfindest, kann anderswo als staatliches Hoheitszeichen wirken. Der praktische Trick ist banal: Pack lieber einfarbig. Der kulturelle Lerneffekt ist größer: Kleidung ist nicht überall „nur Kleidung“.
- Camouflage-Kleidung ist laut offizieller Reiseinformation auf Barbados illegal – auch für Kinder.
- Die Regel wird im Kontext „Laws and cultural differences“ betont.
- Der Hintergrund ist typischerweise die klare Abgrenzung zu Militär-/Sicherheitskräften.
- Jurisdiktion
- Barbados
- Verbot (Kurzfassung)
- Camouflage-Kleidung tragen
- Quelle
- GOV.UK – Barbados: Safety and security
Barcelona: Bikini weg vom Strand verboten
Rang: 6
Barcelona ist Strandstadt – und genau deshalb wirkt diese Regel so kontraintuitiv: Bikini, Badehose oder oben ohne ist am Strand normal, aber „weg von der Beachfront“ kann es rechtlich Ärger geben. Der seltsame Teil daran ist das psychologische Missverständnis: Als Tourist denkt man „Ich bin doch in einer Strandmetropole, das passt schon.“ Die Stadtlogik ist aber eine andere. Innenstädte, Einkaufsstraßen und Wohnviertel wollen nicht permanent zum Badebereich werden – aus Gründen von Ordnung, Rücksicht und einem bestimmten Bild des öffentlichen Raums. Deshalb existieren Regeln, die Badekleidung außerhalb der unmittelbaren Strandzone als Ordnungswidrigkeit behandeln. Das klingt spießig, ist aber in vielen touristischen Hotspots eine Reaktion auf „Party-Stadt“-Druck: Wenn Millionen Besucher dieselben Freiheiten überall ausleben, kippt die Balance für Einheimische. Das Skurrile ist, dass du nicht wegen Lärm oder Müll auffällst, sondern einfach wegen zu wenig Stoff. Und trotzdem ist es am Ende ein klassisches „Stadt schützt Alltag“-Thema. Praktisch heißt das: Ein T-Shirt oder ein Überwurf spart Diskussionen – und zeigt, dass du die Trennlinie zwischen Strand und Stadt respektierst.
- In Barcelona ist es gegen die Regeln, im Bikini/Badehose oder oben ohne abseits der Strandzone herumzulaufen.
- Die Regel wird als Beispiel „ungewöhnlicher Gesetze und Bräuche“ in offiziellen Hinweisen genannt.
- Sie zielt auf öffentliche Ordnung und Rücksichtnahme außerhalb von Strandbereichen.
- Jurisdiktion
- Spanien (Barcelona)
- Verbot (Kurzfassung)
- Bikini/Badehose/oben-ohne außerhalb der Strandfront
- Quelle
- GOV.UK – Brits caught out by unusual laws and customs
Vereinigte Arabische Emirate: Fotos von sensiblen Gebäuden verboten
Rang: 7
Es ist der klassische Reisereflex: Du siehst ein imposantes Gebäude, die Flagge weht, das Licht ist perfekt – und zack, Smartphone hoch. In den Vereinigten Arabischen Emiraten kann genau dieser Moment problematisch werden, denn es ist illegal, bestimmte Regierungsgebäude und militärische Anlagen zu fotografieren. Was daran so seltsam wirkt: Für viele ist Fotografieren längst ein neutrales Alltagsverhalten, fast wie Atmen. Das Gesetz erinnert dich jedoch daran, dass Kamera und Sicherheit in manchen Staaten eng zusammenhängen. Der Hintergrund ist weniger „Touristen ärgern“, sondern Sicherheitsrecht: Schutz sensibler Infrastruktur, Vermeidung von Aufklärung, klare Kontrolle darüber, was öffentlich dokumentiert wird. In der Praxis entsteht die Absurdität häufig dadurch, dass Grenzen für Außenstehende nicht immer offensichtlich sind. Ein Areal kann „irgendwie offiziell“ wirken, aber du erkennst nicht, ob es dazugehört. Die Regeln warnen außerdem davor, Menschen ohne Zustimmung zu fotografieren – besonders in Situationen, in denen Privatsphäre kulturell stark gewichtet ist. Damit ist die „seltsame“ Komponente weniger das Verbot an sich, sondern die Alltagsnähe: Ein Foto ist schnell gemacht, aber rechtlich kann es plötzlich ein ernstes Thema sein. Wer hier entspannt reisen will, hält sich an eine simple Formel: Keine Fotos in der Nähe von Sicherheitsbereichen, Warnschilder respektieren, im Zweifel die Kamera unten lassen.
- Es ist illegal, Fotos von bestimmten Regierungsgebäuden und militärischen Installationen zu machen.
- Die Hinweise betonen besondere Sensibilität in der Nähe von Militär, Behörden und Flughäfen.
- Auch das Fotografieren von Personen ohne Erlaubnis kann problematisch sein.
- Jurisdiktion
- Vereinigte Arabische Emirate
- Verbot (Kurzfassung)
- Fotografieren bestimmter sensibler Einrichtungen
- Quelle
- GOV.UK – UAE: Safety and security
Queensland: Kaninchen als Haustier illegal
Rang: 8
Wenn du aus Europa kommst, klingt das fast unmöglich: „Du darfst kein Kaninchen als Haustier haben.“ In Queensland (Australien) ist genau das der Punkt – denn Rabbits gelten dort nicht als niedlich, sondern als Biosecurity-Problem. Die Geschichte dahinter ist australisch: Eingeschleppte Arten können ein Ökosystem kippen, Landwirtschaft schädigen und sich explosionsartig vermehren. Kaninchen sind in Australien ein historisches Lehrbuchbeispiel dafür, wie schnell ein „harmloses“ Tier zur Großplage wird. Deshalb ist die Regel radikal: Einführen, Halten und auch „Supply“ sind illegal, und es gibt nur sehr begrenzte Ausnahmen mit Genehmigungen (z. B. Forschung, öffentliche Vorführung). Das Seltsame ist die emotionale Dissonanz: Du siehst ein Tier, das du mit Kinderbüchern verbindest – der Staat sieht eine invasive Spezies. Und im Alltag zeigt sich das praktisch: Wer in Queensland „mal eben“ ein Haustierkaninchen anschaffen will, läuft ins Leere. Die Regel wirkt streng, ist aber eine Konsequenz aus Erfahrung: Entwischte Haustiere können Populationen verstärken. Genau deshalb betont die offizielle Information auch: Nicht freilassen, sondern abgeben. Als „seltsames Gesetz“ ist es weniger wegen des Wortlauts kurios, sondern wegen des Kulturclashs: In einem Land ist das Kaninchen Familienmitglied – im anderen eine Umweltbedrohung.
- In Queensland ist das Einführen, Halten und Bereitstellen von Kaninchen illegal; Strafen sind möglich.
- Es gibt nur eng begrenzte Genehmigungen für spezielle Zwecke (z. B. Forschung, öffentliche Vorführung).
- Die offizielle Seite betont ausdrücklich: Kaninchen nicht in die Wildnis entlassen.
- Jurisdiktion
- Australien (Queensland)
- Verbot (Kurzfassung)
- Kaninchen halten (mit engen Ausnahme-Permits)
- Quelle
- Business Queensland – Rabbit (restricted invasive animal)
Japan: Bestimmte Nasensprays (Pseudoephedrin) illegal
Rang: 9
Das ist der Albtraum für „Ich packe schnell“-Reisende: Du wirfst ein Nasenspray ein, weil der Flug klimatisiert ist und du immer damit gut fährst – und dann gilt genau dieses Spray in Japan als illegal. Der seltsame Teil: Es handelt sich nicht um „Drogen“ im Party-Sinn, sondern um in vielen Ländern frei erhältliche Erkältungsprodukte, die bestimmte Wirkstoffe enthalten können (wie Pseudoephedrin). In Japan wird der Umgang damit restriktiver behandelt, weil solche Substanzen missbraucht oder als Ausgangsstoffe in illegalen Kontexten genutzt werden können. Dadurch wird ein Alltagsgegenstand zum Zollrisiko. Und das ist genau der Grund, warum dieses Thema in offiziellen Hinweisen als „ungewöhnliches Gesetz“ auftaucht: Es trifft Leute, die sich nichts dabei denken, nicht Leute, die bewusst Grenzen testen. Die Story ist immer ähnlich: Jetlag, Rotznase, man will vorbereitet sein – und plötzlich ist die beste Strategie nicht „mitnehmen“, sondern „vorher Inhaltsstoffe prüfen“. Genau darum wirkt dieses Gesetz so seltsam: Es bestraft keine ungewöhnliche Handlung, sondern eine völlig normale Vorsorge. Und es zeigt, wie sehr „legal“ bei Medikamenten vom Land abhängt. Wer auf Nummer sicher gehen will, prüft den Wirkstoffzettel oder besorgt vor Ort eine erlaubte Alternative.
- Offizielle Hinweise nennen, dass bestimmte Nasensprays mit Pseudoephedrin in Japan illegal sein können.
- Betroffen sind Produkte, die in vielen Ländern frei verfügbar sind.
- Der Kern ist Substanz-/Wirkstoffrecht, nicht „Spray“ an sich.
- Jurisdiktion
- Japan
- Typisches Risiko
- Erkältungs-/Nasensprays mit problematischen Wirkstoffen im Gepäck
- Quelle
- GOV.UK – Brits caught out by unusual laws and customs
Thailand: Mehr als 200 Zigaretten importieren verboten
Rang: 10
Viele halten Zollregeln für langweilig – bis sie selbst im falschen Gang stehen. Thailand hat ein Beispiel, das auf den ersten Blick banal wirkt, aber im Reisealltag erstaunlich oft passiert: Es ist illegal, mehr als 200 Zigaretten ins Land zu importieren. Das Seltsame daran ist nicht die Existenz eines Limits (die gibt es überall), sondern wie schnell man unbewusst drüber sein kann: Ein paar Stangen „für die Reise“, vielleicht noch welche „für Freunde“ – und schon wird aus „Mitbringsel“ ein Zollproblem. Diese Regel ist ein typischer Fall von „harmlos wirkt, hat aber klare Konsequenzen“. Sie ist außerdem ein gutes Beispiel dafür, wie Gesetze manchmal dort zuschlagen, wo Menschen am wenigsten hinschauen: beim Gepäckinhalt, nicht beim Verhalten im Land. In Rankings seltsamer Gesetze steht so etwas oft weit hinten, weil es weniger spektakulär ist als Fisch-Hehlerei oder Camouflage-Verbote. Aber als „Alltagsfalle“ ist es stark: Wer nicht aufpasst, kann sich den Urlaubsstart ruinieren – wegen etwas, das man in der eigenen Logik als „normal“ empfindet. Die Lösung ist simpel: Zählen, Limits respektieren, und im Zweifel lieber weniger mitnehmen als in eine unnötige Kontrolle geraten.
- Offizielle Hinweise nennen, dass es illegal ist, mehr als 200 Zigaretten nach Thailand zu importieren.
- Bei Überschreitung drohen laut Hinweis große Geldbußen und Konfiskation.
- Typische Falle: „Mitbringsel“ werden schnell zu „zu viel“.
- Jurisdiktion
- Thailand
- Regel (Kurzfassung)
- Importlimit: maximal 200 Zigaretten
- Quelle
- GOV.UK – Brits caught out by unusual laws and customs

