Die 10 teuersten Weine der Welt

Die 10 teuersten Weine der Welt

Wie viel kann eine einzige Flasche Wein tatsächlich kosten? Für diese Liste zählen nicht bloß Prestige und Legenden, sondern die jeweils höchsten öffentlich dokumentierten Verkaufspreise eines konkreten Weins oder Wein-Lots. Sortiert ist die Rangliste daher streng nach dem belegten Höchstpreis in US-Dollar – von Platz 10 bis zum teuersten Wein der Welt.

Übersicht

  1. Domaine de la Romanée-Conti 1945
  2. Romanée-Conti 1945 (Sotheby’s-Rekord)
  3. Screaming Eagle Cabernet Sauvignon 1992
  4. Romanée-Conti 1978, 12er-Kiste
  5. Château Mouton Rothschild 1945 Jeroboam
  6. Château Cheval-Blanc 1947 Imperial
  7. Heidsieck 1907 Shipwrecked Champagne
  8. Château Mouton Rothschild 1945–2008 Vertikale
  9. Château Lafite Rothschild 1869
  10. Niepoort in Lalique 1863 Port
Rang Wein Jahrgang / Format Dokumentierter Höchstpreis Verkaufsart / Ort Besonderheit
1 Domaine de la Romanée-Conti 1945 / 750 ml 812.500 US-Dollar Acker-Auktion, New York, 2026 Aktueller Rekord für eine einzelne Weinflasche
2 Romanée-Conti 1945 / 750 ml 558.000 US-Dollar Sotheby’s, New York, 2018 Früherer Weltrekord einer Einzelflasche
3 Screaming Eagle Cabernet Sauvignon 1992 / 6 Liter 500.000 US-Dollar Charity-Auktion, Napa Valley, 2000 Kalifornischer Kultwein im Großformat
4 Romanée-Conti 1978 / 12 Flaschen 476.280 US-Dollar Christie’s, Hongkong, 2013 Rekord für eine 12er-Kiste Wein
5 Château Mouton Rothschild 1945 / Jeroboam 310.700 US-Dollar Sotheby’s, New York, 2007 Historischer Bordeaux mit ikonischem V-Etikett
6 Château Cheval-Blanc 1947 / Imperial (6 Liter) 304.375 US-Dollar Christie’s, Genf, 2010 Mythischer Saint-Émilion in seltenem Großformat
7 Heidsieck 1907 / Flasche 275.000 US-Dollar Historische Verkäufe nach Bergung Legendärer Champagner aus einem Schiffswrack
8 Château Mouton Rothschild 1945–2008 / 66 Magnums 270.784 US-Dollar Christie’s, Genf, 2013 Berühmte Vertikale direkt aus dem Château
9 Château Lafite Rothschild 1869 / 750 ml 233.972 US-Dollar Sotheby’s, Hongkong, 2010 Historischer Lafite im Standardformat
10 Niepoort in Lalique 1863 / Dekanter 134.269 US-Dollar Sotheby’s, Hongkong, 2019 Teuerster dokumentierter Portwein bei Auktion

Domaine de la Romanée-Conti 1945

Rang: 1

Wenn ein Wein den Status einer Legende erreicht, verschwimmen oft die Grenzen zwischen landwirtschaftlichem Produkt, Kulturgut und Sammlerobjekt. Genau das ist bei der Domaine de la Romanée-Conti 1945 geschehen. Diese Flasche steht nicht nur für Burgund in seiner prestigeträchtigsten Form, sondern auch für einen historischen Ausnahmejahrgang. 1945 war das letzte Jahr vor der Erneuerung der Reben in Romanée-Conti, weshalb die produzierte Menge extrem klein war. Für Sammler bedeutet das: Es geht hier nicht nur um Geschmack, sondern um die seltene Möglichkeit, ein unwiederholbares Stück Weingeschichte zu besitzen. Als 2026 in New York eine Flasche für 812.500 US-Dollar verkauft wurde, war das nicht einfach eine hohe Summe, sondern ein neuer globaler Referenzwert für eine einzelne Flasche Wein.

Solch ein Preis entsteht nicht aus einem einzigen Faktor. Entscheidend sind die winzige Verfügbarkeit, die nachvollziehbare Provenienz, die mythische Stellung des Weinguts und die enorme Symbolkraft des Jahrgangs. Hinzu kommt, dass Romanée-Conti seit Jahrzehnten wie ein Seismograf für die Spitze des Fine-Wine-Markts funktioniert: Wenn dort Rekorde fallen, schaut die gesamte Branche hin. Gerade die 1945er Flaschen gelten als nahezu sakrosankt, weil sie nicht ersetzbar sind. Selbst unter sehr reichen Sammlern ist der Kreis möglicher Käufer klein, aber extrem entschlossen. Genau das treibt Auktionen in den Bereich, in dem Wein längst mehr ist als Genussmittel. Diese Flasche markiert den Punkt, an dem Seltenheit, Prestige und Historie im höchsten bislang dokumentierten Preis der Weingeschichte zusammenlaufen.

  • Letzter Jahrgang vor der Erneuerung der historischen Reben.
  • 2026 in New York für 812.500 US-Dollar verkauft.
  • Aktuell teuerste einzelne Weinflasche mit öffentlich dokumentiertem Preis.
Jahrgang / Format
1945 / 750 ml
Dokumentierter Preis
812.500 US-Dollar
Warum so teuer?
Extrem geringe Stückzahl, historischer Schlüsseljahrgang, ikonische Herkunft und außergewöhnliche Sammlernachfrage.
Quelle
The Drinks Business

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Romanée-Conti 1945 (Sotheby’s-Rekord)

Rang: 2

Noch bevor der neue Rekord aus dem Jahr 2026 Schlagzeilen machte, war eine andere Flasche desselben Jahrgangs bereits zum Symbol für die Preisexplosion im obersten Segment des Weinmarkts geworden. 2018 wurde bei Sotheby’s in New York eine Romanée-Conti 1945 für 558.000 US-Dollar versteigert. Dieser Betrag war damals nicht nur sensationell, sondern definierte den Markt für Spitzenweine praktisch neu. Er zeigte, dass ein Wein nicht bloß anhand von Kritikerpunkten oder Herkunft bewertet wird, sondern durch eine Verdichtung aus Geschichte, knapper Verfügbarkeit und beinahe musealem Status. Bei Romanée-Conti 1945 ist all das in extremer Form vorhanden.

Was diese Flasche so außergewöhnlich macht, ist die Verbindung von Qualitätserzählung und materieller Endlichkeit. Von moderner Luxusware kann man bei einem Wein wie diesem kaum sprechen, denn die Zahl existierender, trinkbarer und glaubwürdig dokumentierter Flaschen schrumpft mit jedem Jahr. Zugleich ist Romanée-Conti die wohl ikonischste Einzellage des Burgunds. Wer hier kauft, erwirbt nicht nur einen Spitzenwein, sondern ein Stück jener Aura, die sich über Generationen aufgebaut hat. Die Auktion von 2018 war deshalb ein Schlüsselmoment: Sie machte sichtbar, dass Fine Wine endgültig in einer Liga mit Spitzenkunst, Juwelen und historischen Sammlerstücken angekommen ist. Dass derselbe Jahrgang später sogar noch teurer wurde, nimmt diesem Rekord nichts von seiner Bedeutung. Im Gegenteil: Er war das Sprungbrett für die heutige Wahrnehmung des absoluten Wein-Olymps.

  • 2018 stellte diese Flasche einen damaligen Weltrekord auf.
  • Der Verkauf fand bei Sotheby’s in New York statt.
  • Guinness führte sie als teuersten Auktionswein ihrer Zeit.
Jahrgang / Format
1945 / 750 ml
Dokumentierter Preis
558.000 US-Dollar
Marktbedeutung
Weltrekord bis zur erneuten Rekordsteigerung desselben Jahrgangs im Jahr 2026.
Quelle
Guinness World Records

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Screaming Eagle Cabernet Sauvignon 1992

Rang: 3

Auf den ersten Blick wirkt es fast wie ein Ausreißer in einer Liste, die von Bordeaux und Burgund dominiert wird: ein kalifornischer Kultwein, noch dazu aus dem modernen Napa Valley. Doch gerade das macht die Geschichte des Screaming Eagle Cabernet Sauvignon 1992 so faszinierend. Im Jahr 2000 erzielte eine 6-Liter-Flasche bei einer Charity-Auktion im Napa Valley 500.000 US-Dollar. Der Wein gilt damit bis heute als einer der teuersten jemals verkauften Weine überhaupt. Auch wenn Charity-Auktionen häufig gesondert betrachtet werden, bleibt die Summe real und dokumentiert – und sie erzählt viel darüber, wie stark Prestige, Seltenheit und amerikanische Kultmarken den Markt bewegen können.

Screaming Eagle war damals schon ein Mythos: winzige Mengen, eine fast unerreichbare Warteliste, exzellente Kritikerbewertungen und die Aura eines Weins, den nur ein kleiner Kreis überhaupt regelmäßig kaufen konnte. Der Jahrgang 1992 war dabei besonders bedeutsam, weil er zu den frühen und stilprägenden Jahrgängen des Hauses zählt. Dass eine 6-Liter-Flasche auf einer Wohltätigkeitsauktion so hoch steigt, hat natürlich auch mit dem Anlass zu tun. Dennoch wäre ein solcher Betrag ohne die enorme Strahlkraft der Marke undenkbar gewesen. Screaming Eagle steht für das, was im Fine-Wine-Markt als Kultstatus gilt: ein Wein, dessen Verfügbarkeit nicht ausgeweitet werden kann, dessen Nachfrage aber weltweit gewachsen ist. Diese Geschichte zeigt auch einen Machtwechsel: Spitzenpreise müssen längst nicht mehr nur aus Europa kommen.

  • Verkauft wurde eine 6-Liter-Flasche, kein Standardformat.
  • Der Preis entstand bei einer Charity-Auktion im Napa Valley.
  • Screaming Eagle gilt als einer der berühmtesten Kultweine der USA.
Jahrgang / Format
1992 / 6 Liter
Dokumentierter Preis
500.000 US-Dollar
Besonderheit
Kalifornischer Kultwein mit extremer Knappheit, starker Markenwirkung und Charity-Rekordpreis.
Quelle
The Drinks Business

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Romanée-Conti 1978, 12er-Kiste

Rang: 4

Einzelne Flaschen sorgen für die größten Schlagzeilen, doch im Sammlermarkt sind ungeöffnete Originalkisten oft noch spektakulärer. Die 12er-Kiste Romanée-Conti 1978, die 2013 bei Christie’s in Hongkong für 476.280 US-Dollar zugeschlagen wurde, ist dafür das perfekte Beispiel. Hier ging es nicht um eine einzelne museale Flasche, sondern um ein geschlossenes Ensemble eines legendären Grand Cru. Für viele Spitzensammler ist das sogar reizvoller, weil eine Originalkiste eine eigene Erzählung von Unberührtheit, Provenienz und Vollständigkeit mitbringt. Christie’s sprach damals von einem Weltauktionsrekord für Romanée-Conti und zugleich für jede 12er-Kiste Wein.

Warum ausgerechnet 1978? Der Jahrgang besitzt in Burgunderkreisen einen sehr hohen Ruf, besonders wenn es um klassische Struktur, Langlebigkeit und historische Resonanz geht. Dazu kommt, dass Romanée-Conti selbst innerhalb des ohnehin hochpreisigen DRC-Kosmos nochmals eine Sonderstellung einnimmt. Wer eine komplette Kiste kauft, erwirbt im Grunde nicht nur zwölf Flaschen, sondern ein Konzentrat aus Marktgeschichte, Seltenheit und potenziell jahrzehntelanger Wertsteigerung. Hongkong war in diesen Jahren ein Zentrum des globalen Fine-Wine-Handels, was den Wettbewerb zusätzlich verschärfte. Der Kaufpreis zeigt eindrucksvoll, dass der Markt nicht nur einzelne Trophäen belohnt, sondern auch makellose Lots in Originalkonfiguration. Diese Kiste steht deshalb für eine andere Form von Luxus: weniger ikonisch als ein Einzelflaschen-Rekord, aber aus Sammlersicht vielleicht sogar noch rationaler.

  • 2013 in Hongkong für 476.280 US-Dollar versteigert.
  • Christie’s meldete einen Rekord für jede 12er-Kiste Wein.
  • Originalkisten gelten im Fine-Wine-Handel als besonders begehrt.
Jahrgang / Format
1978 / 12 Flaschen
Dokumentierter Preis
476.280 US-Dollar
Sammlerwert
Geschlossene Kiste, hochkarätiger Jahrgang und Rekordstatus im Lot-Format.
Quelle
Christie’s

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Château Mouton Rothschild 1945 Jeroboam

Rang: 5

Es gibt Weine, deren Preis nicht nur durch Qualität, sondern auch durch Symbolik in die Höhe getrieben wird. Der Château Mouton Rothschild 1945 gehört zweifellos dazu. Sein berühmtes Etikett mit dem großen „V“ steht für den Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg und macht den Wein zu einem historischen Objekt weit über Bordeaux hinaus. Als 2007 ein Jeroboam dieses Jahrgangs bei Sotheby’s in New York für 310.700 US-Dollar verkauft wurde, entstand ein Rekord, der bis heute nachhallt. Der Wein ist legendär, der Jahrgang ikonisch, und das große Format verstärkt die Seltenheit noch einmal erheblich.

Mouton Rothschild gehört zu jenen Châteaux, die Wein und Inszenierung meisterhaft zusammenführen. Künstleretiketten, historische Jahrgänge und die Aura eines Premier Cru machen das Haus seit Jahrzehnten zu einer festen Größe unter den teuersten Weinen der Welt. Der 1945er Jahrgang ist aber selbst innerhalb dieser Geschichte ein Sonderfall. Nach den Entbehrungen des Krieges symbolisiert er Wiederaufbruch, Triumph und zugleich die enorme Strahlkraft der großen Bordeaux-Güter. Dass der Rekord mit einem Jeroboam erzielt wurde, ist kein Nebendetail: Großformate sind deutlich seltener als Standardflaschen, altern anders und sind auf Auktionen oft die eigentlichen Trophäen. Wer hier mitbietet, kauft also nicht nur einen überragenden Bordeaux, sondern eine monumentale Ausgabe eines geschichtsträchtigen Weins. Genau diese Mischung aus Qualität, Ikonografie und physischer Präsenz erklärt, warum Mouton 1945 dauerhaft in jeder ernsthaften Liste der teuersten Weine auftaucht.

  • Das „V“ auf dem Etikett verweist auf den Sieg 1945.
  • Verkauft wurde ein Jeroboam, also ein großes Sonderformat.
  • Der Rekord wurde 2007 in New York erzielt.
Jahrgang / Format
1945 / Jeroboam
Dokumentierter Preis
310.700 US-Dollar
Preistreiber
Legendärer Jahrgang, historisches Etikett, Premier-Cru-Status und Großformat.
Quelle
Château Mouton Rothschild

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Château Cheval-Blanc 1947 Imperial

Rang: 6

Der Château Cheval-Blanc 1947 ist einer jener Bordeaux-Weine, über die fast ehrfürchtig gesprochen wird. Er gilt vielen Kennern als einer der größten und zugleich exotischsten Jahrgänge des 20. Jahrhunderts. Warmes Wetter, ungewöhnliche Reife und ein Stil, der mit heutiger Kellertechnik kaum noch reproduzierbar wäre, haben ihn zu einer Art vinösem Mythos gemacht. Als 2010 bei Christie’s in Genf ein Imperial – also eine 6-Liter-Flasche – für 304.375 US-Dollar versteigert wurde, war sofort klar, dass hier nicht nur ein Spitzenwein, sondern ein singuläres Sammlerobjekt den Besitzer gewechselt hatte. Ein solcher Wein vereint Seltenheit, historische Faszination und formatbedingte Monumentalität in einer Weise, die nur wenige Lots erreichen.

Cheval Blanc besitzt ohnehin einen besonderen Ruf, weil das Gut stilistisch oft zwischen den Welten steht: Saint-Émilion, aber mit einer Eleganz und Tiefe, die sich jeder simplen Schublade entzieht. Der Jahrgang 1947 gilt dabei als mythisch, nicht nur wegen seines Geschmacksprofils, sondern auch wegen seiner Geschichte. In vielen Verkostungsnotizen taucht er wie ein Solitär auf, ein Wein, den man weniger bewertet als erlebt. Das erklärt, warum Sammler enorme Summen zahlen, wenn eine glaubwürdig gelagerte Flasche oder gar ein Imperial auftaucht. Im Großformat steigert sich dieser Reiz noch einmal, weil solche Flaschen schon bei der Abfüllung selten waren und danach kaum unversehrt durch die Jahrzehnte kommen. Der Zuschlag war deshalb kein Ausrutscher, sondern die logische Folge eines Weins, bei dem Mythos, Seltenheit und Format sich gegenseitig verstärken.

  • 1947 gilt als einer der berühmtesten Jahrgänge von Cheval Blanc.
  • Versteigert wurde ein Imperial mit 6 Litern Inhalt.
  • Christie’s Genf erzielte 2010 den dokumentierten Rekordpreis.
Jahrgang / Format
1947 / Imperial (6 Liter)
Dokumentierter Preis
304.375 US-Dollar
Besonderheit
Mythischer Jahrgang in extrem seltenem Großformat mit außergewöhnlicher Sammlerwirkung.
Quelle
Reuters

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Heidsieck 1907 Shipwrecked Champagne

Rang: 7

Manche Weine werden teuer, weil sie aus berühmten Lagen stammen. Andere werden teuer, weil ihre Geschichte wie ein Abenteuerroman klingt. Der Heidsieck 1907 Shipwrecked Champagne gehört eindeutig zur zweiten Kategorie – und gerade deshalb ist er so spektakulär. Die Flaschen waren ursprünglich für Russland bestimmt, verschwanden dann mit einem im Ersten Weltkrieg versenkten Schiff in der Ostsee und wurden erst viele Jahrzehnte später geborgen. Genau diese Mischung aus historischer Zufälligkeit, maritimer Konservierung und spektakulärer Wiederentdeckung machte den Wein zu einer Sensation. Einzelne Flaschen wurden in Berichten später mit Preisen von bis zu 275.000 US-Dollar genannt.

Was hier bezahlt wird, ist nicht einfach ein alter Champagner, sondern eine kaum reproduzierbare Geschichte. Der Wein stammt aus einer Epoche, die im heutigen Markt fast unvorstellbar weit entfernt wirkt. Dazu passt die filmreife Erzählung von Zarentransport, U-Boot-Angriff, jahrzehntelangem Tiefseeschlaf und moderner Bergung. Gerade im Luxussegment ist solche Provenienz enorm wertvoll, weil sie aus einer Flasche ein narratives Sammlerstück macht. Ob der Wein heute sensorisch noch im klassischen Sinn beurteilt werden sollte, ist fast zweitrangig. Für die Käufer zählt, dass sie ein Objekt erwerben, das Geschichte, Seltenheit und Spektakel zugleich verkörpert. Der Heidsieck 1907 ist daher ein Sonderfall in dieser Liste: weniger klassischer Grand Vin als historische Reliquie in trinkbarer Form. Aber genau das ist der Punkt. In den höchsten Preisklassen des Weinmarkts gewinnt nicht immer nur die berühmteste Appellation – manchmal gewinnt die außergewöhnlichste Geschichte.

  • Die Flaschen wurden aus einem Schiffswrack in der Ostsee geborgen.
  • Der Wein war ursprünglich für das zaristische Russland bestimmt.
  • Spätere Verkäufe wurden mit Preisen bis zu 275.000 US-Dollar pro Flasche beziffert.
Jahrgang / Format
1907 / Flasche
Dokumentierter Preis
275.000 US-Dollar
Warum berühmt?
Ein außergewöhnlicher Mix aus Champagnergeschichte, Schiffswrack-Provenienz und extremer Seltenheit.
Quelle
The Drinks Business

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Château Mouton Rothschild 1945–2008 Vertikale

Rang: 8

Nicht nur einzelne Flaschen treiben den Markt in schwindelerregende Höhen, sondern auch kuratierte Vertikalen, die eine ganze Weingeschichte in einem Lot verdichten. Genau das geschah mit der Vertikale von Château Mouton Rothschild aus den Jahrgängen 1945 bis 2008, die bei Christie’s in Genf 2013 für 270.784 US-Dollar verkauft wurde. Das Lot umfasste 66 Magnums und war damit weit mehr als eine Ansammlung teurer Flaschen. Es war eine fast museale Sammlung, die mehrere Generationen Bordeaux-Geschichte, unterschiedliche Etikettenkunst und die Entwicklung eines der berühmtesten Châteaux der Welt in einem einzigen Zuschlag bündelte.

Für Sammler ist eine solche Vertikale besonders attraktiv, weil sie den Besitz auf ein neues Niveau hebt. Man kauft nicht bloß Wein zum Trinken oder einzelne Trophy Bottles für den Safe, sondern ein geschlossenes historisches Narrativ. Bei Mouton Rothschild spielt das eine große Rolle, denn das Château ist berühmt für seine Künstleretiketten und für Jahrgänge, die in vielen Sammlungen als Eckpfeiler gelten. Gerade Magnums erhöhen den Reiz, weil sie seltener sind als Standardflaschen und in der Reifung häufig als besonders begehrt gelten. Das Lot verband also drei starke Preistreiber: einen legendären Namen, ein geschlossenes Sammlerformat und eine außergewöhnliche Spannweite über Jahrzehnte. Wer dafür fast 271.000 US-Dollar zahlt, kauft letztlich eine private Mini-Ausstellung in flüssiger Form. In dieser Liste ist das Lot deshalb ein wichtiger Gegenpol zu den singulären Rekordflaschen.

  • Das Lot umfasste 66 Magnums aus den Jahren 1945 bis 2008.
  • Versteigert wurde die Sammlung 2013 in Genf.
  • Vertikalen verbinden Provenienz, Vollständigkeit und Langzeit-Sammlerwert.
Jahrgang / Format
1945–2008 / 66 Magnums
Dokumentierter Preis
270.784 US-Dollar
Lot-Typ
Historische Vertikale eines Premier-Cru-Châteaus mit außergewöhnlicher Spannweite.
Quelle
Christie’s

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Château Lafite Rothschild 1869

Rang: 9

Kaum ein Name transportiert im Weinhandel so viel Prestige wie Lafite. Als 2010 in Hongkong drei Flaschen Château Lafite Rothschild 1869 jeweils für 233.972 US-Dollar verkauft wurden, war das ein Schockmoment selbst für erfahrene Marktbeobachter. Der Preis lag weit über den Erwartungen und machte sichtbar, wie stark die Nachfrage nach Bordeaux-Ikonen im asiatischen Markt geworden war. Gleichzeitig war 1869 kein gewöhnlicher Jahrgang, sondern ein Wein aus dem 19. Jahrhundert – also aus einer Epoche, in der erhaltene, authentische Flaschen in erstklassigem Zustand grundsätzlich zur absoluten Ausnahme gehören.

Die Wucht dieses Preises erklärt sich aus mehreren Ebenen. Zunächst ist Lafite eines jener Güter, die weltweit auch außerhalb klassischer Weinsammlerkreise bekannt sind. Dann kommt der historische Abstand hinzu: Ein Wein aus dem 19. Jahrhundert ist nie nur eine Flasche, sondern immer auch ein Artefakt. Schließlich spielte der Auktionsort Hongkong eine zentrale Rolle. Dort traf in dieser Phase enorme Kaufkraft auf große Markenwirkung, und Lafite war eines der begehrtesten Labels überhaupt. Dass ausgerechnet Standardflaschen – also kein Sonderformat – derart hohe Preise erreichten, verlieh dem Verkauf zusätzliche Signalwirkung. Diese Flaschen machten deutlich, dass Alter, Marke und Marktdynamik zusammen ausreichen können, um bisherige Preisgrenzen zu sprengen. Château Lafite Rothschild 1869 bleibt daher einer der berühmtesten Rekordweine der Neuzeit.

  • 2010 in Hongkong zu je 233.972 US-Dollar verkauft.
  • Es handelte sich um Standardflaschen, nicht um Großformate.
  • Der Verkauf gilt als Schlüsselmoment des asiatischen Fine-Wine-Booms.
Jahrgang / Format
1869 / 750 ml
Dokumentierter Preis
233.972 US-Dollar
Marktkontext
Prestigeträchtiger Bordeaux traf auf maximale Nachfrage in Hongkong.
Quelle
Decanter

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Niepoort in Lalique 1863 Port

Rang: 10

Zum Abschluss der Liste steht kein klassischer Bordeaux und kein Burgunder, sondern ein Portwein – und das macht den Eintrag besonders spannend. Der Niepoort in Lalique 1863 Port erreichte 2019 bei einer Sotheby’s-Auktion in Hongkong 134.269 US-Dollar und wurde von Guinness World Records als teuerster Portwein bei Auktion geführt. Schon die Kombination ist außergewöhnlich: ein historischer Port aus dem 19. Jahrhundert, präsentiert in einem exklusiven Lalique-Dekanter. Hier verschmelzen Wein, Handwerkskunst und Luxusobjekt zu einem Paket, das sich bewusst an ein Publikum richtet, das nicht nur trinken, sondern besitzen, zeigen und sammeln will.

Portwein wird in allgemeinen Weinrankings oft unterschätzt, weil der Fokus vieler Listen auf Bordeaux, Burgund oder Champagner liegt. Dabei haben Spitzenports eine enorme Lagerfähigkeit, starke historische Tiefe und einen ausgesprochen loyalen Sammlermarkt. Der 1863er Niepoort hebt das nochmals auf eine andere Ebene. Ein solches Alter ist schon für sich genommen spektakulär, doch die Präsentation im Lalique-Dekanter verschiebt den Wein zusätzlich in den Bereich des Design- und Luxusobjekts. Der Käufer erwirbt also nicht nur einen extrem seltenen Port, sondern ein bewusst inszeniertes Gesamtkunstwerk. Dass der Zuschlag in Hongkong stattfand, passt ins Bild: Dort trifft traditionsreicher Sammlerwert häufig auf eine hohe Bereitschaft, für Exklusivität und Prestige überproportional zu zahlen. Dieser Wein zeigt damit, wie breit das oberste Preissegment tatsächlich ist.

  • 2019 in Hongkong für 134.269 US-Dollar versteigert.
  • Guinness führt ihn als teuersten Portwein bei Auktion.
  • Der Lalique-Dekanter steigert den Objekt- und Sammlerwert zusätzlich.
Jahrgang / Format
1863 / Dekanter
Dokumentierter Preis
134.269 US-Dollar
Besonderheit
Historischer Portwein als Luxusobjekt mit exklusiver Lalique-Präsentation.
Quelle
Guinness World Records

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