Wie tief bohrt sich der Mensch in die Erde? Diese Liste zeigt die tiefsten Bergwerke der Welt nach maximaler Teufe (vom Eingang bis zum tiefsten abgebauten Punkt), absteigend sortiert. Kriterium ist die dokumentierte Schachttiefe bzw. Abbauteufe laut Betreiber- oder belastbarer Fachquelle.
Im Unterschied zu Forschungsbohrungen oder Schächten ohne nennenswerten Abbau stehen hier Produktionsbergwerke im Fokus – also Gruben, in denen über Jahre Erze gefördert wurden oder noch werden.
Extreme Teufen bringen besondere Herausforderungen mit sich: Mit jedem Kilometer nimmt der Gebirgsdruck zu, Gesteinstemperaturen steigen teilweise auf weit über 50 °C, und schon der Weg zur Arbeitsstelle kann fast eine Stunde dauern. Kühlanlagen, Bewetterung (Frischluft), seismisches Monitoring und ausgefeilte Flucht- sowie Rettungskonzepte sind deshalb integraler Bestandteil dieser Anlagen.
Die Rangliste soll einen sachlichen Überblick liefern: Wo liegen die Rekordteufen, welche Rohstoffe werden gefördert, und welche Bergwerke sind historisch bedeutsam – etwa als längst stillgelegter Rekordhalter oder als Standort von Untergrundlaboren.
Übersicht
| Rang | Bergwerk | Land / Region | Maximaltiefe (≈) | Hauptrohstoff / Status |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Mponeng | Südafrika (Gauteng) | 3.891 m | Gold, in Betrieb (Harmony) |
| 2 | TauTona | Südafrika (Gauteng) | ~3.900 m | Gold, stillgelegt |
| 3 | Savuka | Südafrika (Gauteng) | ~3.700–3.900 m | Gold, stark zurückgefahren / integriert |
| 4 | Driefontein | Südafrika (Gauteng) | ~3.420 m | Gold (+ Uran), Teilkomplex |
| 5 | Kusasalethu | Südafrika (Gauteng) | ~3.380 m | Gold, Harmony-Betrieb |
| 6 | Moab Khotsong | Südafrika (Nordwest) | bis ~3.050 m | Gold/Uran, in Betrieb |
| 7 | South Deep | Südafrika (Gauteng) | ~2.995 m | Gold, Großprojekt |
| 8 | East Rand / ERPM | Südafrika (Gauteng) | 3.585 m | Gold, historisch stillgelegt |
| 9 | Kidd Mine | Kanada (Ontario) | ≈3.014 m | Cu-Zn-Ag, Basismetal-Mine |
| 10 | Creighton Mine | Kanada (Ontario) | ~2.500 m | Nickel-Kupfer, mit Untergrundlabor |
Mponeng (Südafrika)
Rang: 1
Mponeng ist aktuell der Tiefen-Primus. Das Grubengebäude liegt im West-Wits-Gebiet bei Carletonville; abgebaut wird vor allem das Ventersdorp-Kontaktflöz, eines der berühmten Witwatersrand-Goldhorizonte. Die Teufe von fast 3,9 km erfordert extreme Kühlung und ausgefeilte Bewetterung, weil Gesteinstemperaturen in diesen Bereichen stark ansteigen und ohne Gegenmaßnahmen lebensfeindlich wären. Mehrstufige Schachtanlagen, Kühlwasser- und Eis-Slurry-Systeme bringen Temperatur und Luftqualität in einen Bereich, der Arbeiten überhaupt erst ermöglicht.
Allein der Weg von der Tagesoberfläche bis zu den tiefsten Abbaubetrieben dauert für Belegschaftsmitglieder je nach Zielbereich 45 Minuten oder länger – inklusive Schachtfahrt und Weitertransport in horizontalen Strecken. Der Gebirgsdruck in solchen Teufen führt zu erhöhter Seismizität; Felsstöße und Spannungsumlagerungen werden deshalb mit geotechnischen Messsystemen überwacht. Zusätzliche Sicherungen, maßgeschneiderte Ausbausysteme und ein strenges Ground-Control-Management gehören zum Standard. Der Betrieb wurde über Jahrzehnte schrittweise tiefergelegt, um weitere Erzkörper unterhalb bereits ausgebeuteter Horizons zu erschließen.
Seit der Übernahme durch Harmony Gold wird Mponeng als strategischer Kernbetrieb im West-Wits-Portfolio geführt. Neben der eigentlichen Goldförderung spielen Fragen der Arbeitssicherheit, Energieeffizienz und Nachnutzung (z. B. geothermische Potenziale oder die Flutung aufgegebener Bereiche) eine zunehmend wichtige Rolle. Das Bergwerk steht damit exemplarisch für den technischen und organisatorischen Aufwand, der nötig ist, um unter extremen Bedingungen wirtschaftlich Erz zu gewinnen – und zeigt zugleich die Grenzen klassischer Tiefbau-Methoden auf.
- Maximaltiefe: 3.891 m unter Bezugsniveau – tiefster produktiver Schacht der Welt
- Förderbeginn: 1986; schrittweise Tieferlegung zur Erschließung weiterer Erzkörper
- Hauptrohstoff: Gold aus tabularen Witwatersrand-Flözen
- Land/Region
- Südafrika, Gauteng
- Maximaltiefe
- 3.891 m
- Quelle
- Harmony Gold – Mponeng
TauTona (Südafrika)
Rang: 2
TauTona („großer Löwe“) gehörte zum West-Wits-Komplex und war jahrzehntelang Rekordhalter unter den Tiefbau-Goldminen. Das Bergwerk erreichte in seiner Spätphase Tiefenbereiche bis rund 3,9 km unter der Oberfläche. In dieser Zone sind Gebirgsdruck, Temperatur und seismische Aktivität so hoch, dass jede Betriebserweiterung umfangreiche Ingenieurmaßnahmen erforderte – von verstärkten Ausbausystemen über künstliche Kühlung bis zu detaillierten Evakuierungs- und Rettungsplänen.
Die Mine war als Mehrschachtsystem mit Haupt-, Sub- und Tertiärschacht ausgelegt, um Menschen, Material und Erz effizient zu bewegen. Schachtfahrten kombinierten vertikale und horizontale Transporte; Arbeitsabschnitte wurden in Schichten „im Karussell“ angefahren, um die Anlage möglichst gleichmäßig auszulasten. In späteren Jahren wurde TauTona betrieblich teilweise mit Savuka und anderen West-Wits-Betrieben integriert, um Infrastruktur zu bündeln und Kosten zu reduzieren. Trotz Modernisierung und Effizienzprogrammen blieben Sicherheitsrisiken und steigende Unterhaltskosten auf dieser Teufe eine konstante Herausforderung.
2017/2018 wurde der Betrieb schließlich eingestellt; die Anlage ging im Zuge von Portfolioanpassungen an neue Eigentümer über. TauTona bleibt als Referenzprojekt in der Fachliteratur erhalten – nicht nur wegen der erzielten Teufe, sondern auch wegen der umfangreichen Erfahrungen mit seismischem Risiko, Hochtemperatur-Bergbau und der Frage, wo die wirtschaftliche und technische Grenze klassischer Untertageförderung liegt. In vielen Übersichtslisten wird die Mine daher trotz Stilllegung weiterhin als Maßstab für „Ultra-Deep Mining“ herangezogen.
- Teufenbereich: bis ca. 3,9 km unter Oberfläche, langjähriger Rekordhalter
- Mehrschachtsystem mit Haupt-, Sub- und Tertiärschacht zur Erschließung
- Historisch eng mit Savuka und weiteren West-Wits-Betrieben verknüpft
- Land/Region
- Südafrika, Gauteng
- Maximaltiefe
- bis ~3.900 m
- Quelle
- Mining-Technology – TauTona
Savuka (Südafrika)
Rang: 3
Savuka liegt westlich von Johannesburg und war als tiefes Untertagegoldbergwerk Teil des West-Wits-Clusters. Mit nahezu vier Kilometern Teufe zählt Savuka zu den am tiefsten erschlossenen Lagerstätten weltweit. Der Name bedeutet „wieder auferstanden“ in Zulu – ein Hinweis darauf, dass hier ältere Grubenfelder erneut erschlossen und vertieft wurden. Über die Betriebsjahre hinweg wurden verschiedene Entwicklungsphasen durchlaufen, die von Ausbau, Konsolidierung und späterem Rückbau geprägt waren.
Geologisch gehört Savuka zum Witwatersrand-Becken mit seinen tabularen Goldkonglomeraten. Intensive Störungszonen, hohe Spannungsniveaus und komplexe Gebirgsmechanik machten das Projekt zu einem anspruchsvollen Forschungs- und Praxisfeld für Bergbauingenieure. Der Gebirgsdruck führt in diesen Tiefen vermehrt zu Felsstößen, also plötzlichen Entspannungsbrüchen im Gestein. Entsprechend stark ausgeprägt waren Mess- und Sicherungssysteme: Seismische Sensoren, verstärkte Ausbauelemente und gezielte Entspannungsbohrungen sollten das Risiko reduzieren.
Die Mine wurde von AngloGold Ashanti betrieben und später mit benachbarten Betrieben organisatorisch verknüpft. In den 2010er Jahren wurde der Abbau schrittweise zurückgefahren; Teile der Infrastruktur wurden für andere Gruben im Verbund genutzt. Savuka steht heute vor allem als Beispiel für die technischen Grenzen des Goldbergbaus in extremen Teufen – und für die Tatsache, dass selbst wirtschaftlich attraktive Lagerstätten irgendwann aus Sicherheits- und Kostengründen ihr Ende finden.
- Maximaltiefe: ~3,7–3,9 km, je nach Quelle und Abbauphase
- Historischer Betreiber: AngloGold Ashanti im West-Wits-Cluster
- Geologie: Witwatersrand-Gold, starke Störungszonen, hoher Gebirgsdruck
- Land/Region
- Südafrika, Gauteng
- Maximaltiefe
- ~3.700 m
- Quelle
- Mining-Technology – Savuka
Driefontein (Südafrika)
Rang: 4
Driefontein ist ein Großbetrieb der Far-West-Rand und zählt zu den bekanntesten Tiefbaukomplexen Südafrikas. Die Mine umfasst mehrere Schächte mit eigenen Förderebenen und reicht mit ihren tiefsten Sohlen in den Ultratiefen-Bereich. Über Jahrzehnte hinweg wurden hier hohe Goldmengen gefördert; zeitweise gehörte Driefontein zu den produktivsten Goldminen der Welt. Neben dem Hauptrohstoff Gold wurden auch Uran und andere Beiprodukte gewonnen, was das Projekt wirtschaftlich zusätzlich absicherte.
Mit einer Maximaltiefe von rund 3.420 m gehören Bewetterung und Kühlung zu den zentralen technischen Systemen des Betriebs. Kühlwasser wird über Schachtleitungen in die Tiefe geführt, dort über Wärmetauscher geleitet und als warmes Wasser wieder nach oben gefördert. Gleichzeitig müssen Luftströme so geführt werden, dass sowohl Temperatur als auch Staubbelastung in akzeptablen Bereichen bleiben. Die geologischen Verhältnisse im Witwatersrand sorgen zudem für eine komplexe Gestaltung der Abbaukammern, um Spannungen zu kontrollieren und Bruchzonen zu umgehen oder gezielt durchschneiden zu können.
Driefontein durchlief im Laufe der Zeit mehrere Eigentümer- und Strukturwechsel und ist heute Teil größerer Konzernportfolios. Modernisierungen, Automatisierungsschritte und Sicherheitsprogramme zielen darauf, Restreserven unter zunehmend schwierigen Bedingungen wirtschaftlich zu gewinnen. Die Mine ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie lange Lebensdauer, hohe Teufe und sich verändernde Rohstoffpreise zusammenwirken – und welche planerischen Horizonte (oft mehrere Jahrzehnte) im Großbergbau üblich sind.
- Maximaltiefe: ca. 3.420 m in mehreren Schachtfeldern
- Mehrere Förderschächte mit eigener Infrastruktur und Aufbereitungsanlage
- Historisch bedeutend auch durch Uran-Nebenprodukte aus dem Erz
- Land/Region
- Südafrika, Gauteng
- Maximaltiefe
- ~3.420 m
- Quelle
- Energy Capital Power – Deepest Mines SA
Kusasalethu (Südafrika)
Rang: 5
Kusasalethu, ehemals Elandsrand, ist Harmony Golds tiefster Betrieb und Teil der West-Wits-Linie westlich von Johannesburg. Der Name „Kusasalethu“ bedeutet sinngemäß „unsere Zukunft“ in Zulu – ein Hinweis auf die strategische Bedeutung der Lagerstätte im Unternehmensportfolio. Die Mine erschließt das Ventersdorp-Kontaktflöz in Teufen bis etwa 3,38 km und arbeitet damit in einem Bereich, der technisch bereits zum Ultratiefbau zählt.
Der Abbau erfolgt überwiegend konventionell in einem sogenannten Sequenz-Grid: Arbeitsfronten werden nach einem streng getakteten Muster aufgefahren, abgebaut und wieder versetzt, um Gebirgsdruck kontrolliert zu verteilen und gleichzeitig eine gleichmäßige Erzversorgung der Aufbereitung sicherzustellen. Hohe Fels- und Lufttemperaturen erfordern leistungsfähige Bewetterungs- und Kühlsysteme, die in dieser Teufe einen erheblichen Teil der Energiekosten ausmachen. Sicherheitsmanagement, Sprengplanung und Ground-Control-Maßnahmen sind entsprechend aufwendig.
Die Betriebsphase war in der Vergangenheit von Modernisierungen, aber auch von Zwischenfällen und temporären Schließungen geprägt, die zu zusätzlichen Investitionen in Sicherheit und Infrastruktur führten. Kusasalethu verdeutlicht exemplarisch, wie schmal der Grat zwischen wirtschaftlicher Förderung und technischen sowie sicherheitsrelevanten Grenzen im Tiefbau sein kann. Für Bergbau- und Geotechnik-Fachleute gilt die Mine als wichtiges Praxisbeispiel für tiefen Goldbergbau in tabularen Flözen mit hoher Seismizität.
- Maximaltiefe: ~3,38 km, damit einer der tiefsten Harmony-Betriebe
- Teil der West-Wits-Linie, Fokus auf Ventersdorp-Kontaktflöz
- Abbau im Sequenz-Grid mit aufwendiger Bewetterungs- und Kühltechnik
- Land/Region
- Südafrika, Gauteng
- Maximaltiefe
- ~3.380 m
- Quelle
- Energy Capital Power – Deepest Mines SA
Moab Khotsong (Südafrika)
Rang: 6
Moab Khotsong, heute ebenfalls im Portfolio von Harmony Gold, erschließt die Vaal-Reef-Hauptlagerstätte im Klerksdorp-Gebiet. Die Mine ist vergleichsweise jung im Vergleich zu vielen klassischen Witwatersrand-Betrieben, reicht aber trotzdem mit ihren tiefsten Abbauhorizonten über 3 km unter die Oberfläche. Der Name kombiniert biblische und lokale Bezüge und steht sinngemäß für „Ort des Friedens“ – ein Kontrast zu den physikalischen Extremen im Untertagebereich.
Das Grubengebäude ist als komplexer Verbund mehrerer Abbaubereiche konzipiert, die in der Tiefe über Strecken miteinander verbunden sind. Die Abbauhorizonte liegen etwa zwischen 1.791 und 3.052 m unter Oberfläche. Besonders anspruchsvoll sind die Geometrie der Lagerstätte und die zahlreichen Störungszonen, die zu variierenden Gebirgsspannungen führen. Rückversatz mit Versatzmaterial (Backfill) stabilisiert ausgebeutete Hohlräume und hilft, Spannungen um sensiblere Bereiche zu reduzieren. Gleichzeitig müssen Förderlogistik, Bewetterung und Wasserhaltung über große Tiefenbereiche hinweg koordiniert werden.
Moab Khotsong ist zudem ein gutes Beispiel für die Integration ehemals separater Bergwerke: Bereiche von Great Noligwa und anderen Gruben wurden zu einer operativen Einheit zusammengeführt, um Infrastruktur zu teilen und Kosten zu senken. Die Mine gilt als langfristiges Projekt mit Fokus auf Gold und Uran als Nebenprodukt. Für die Tiefenforschung liefert sie wertvolle Daten zu seismischen Ereignissen, Gebirgsverformung und der Wirksamkeit moderner Versatz- und Sicherungskonzepte im Ultratiefbau.
- Abbauhorizonte: ca. 1.791–3.052 m unter Oberfläche in mehreren Grubenfeldern
- Komplexe Störungsgeometrie, hoher Gebirgsdruck, Rückversatz zur Stabilisierung
- Integrierte Einheit mit ehemaligen Great-Noligwa-Bereichen
- Land/Region
- Südafrika, Nordwest
- Maximaltiefe
- bis ~3.050 m (produzierend)
- Quelle
- Harmony Gold – Moab Khotsong
South Deep (Südafrika)
Rang: 7
South Deep ist eines der größten noch in Betrieb befindlichen Goldbergwerke der Welt und reicht in Bereiche knapp an die 3-km-Marke. Im Unterschied zu vielen klassischen Witwatersrand-Minen setzt South Deep stärker auf mechanisierte, großräumige Abbaumethoden, weil die Lagerstätte vergleichsweise mächtige Erzpakete (Upper-Elsburg-Reefs) aufweist. Die Grube wird daher häufig als „Massivabbau-Projekt im Tabularlager“ beschrieben – eine Art Hybrid zwischen klassischem Kammer- und Pfeilerbau und modernen Großraumverfahren.
Die Teufe bis rund 2.995 m stellt hohe Anforderungen an Bewetterung, Kühlung und Logistik. Gleichzeitig spielt die langfristige Lebensdauer eine zentrale Rolle: South Deep ist auf Jahrzehnte ausgelegt, sodass Investitionen in Infrastruktur, Automatisierung und Sicherheitsstandards auf sehr lange Horizonte kalkuliert werden. Fördertechnik, Schachtanlagen, Belüftungsnetze und Energieversorgung sind entsprechend dimensioniert und werden laufend modernisiert.
Für die Branche ist South Deep ein wichtiger Testfall, wie sich sehr tief gelegene, aber relativ niedriggradige Goldlagerstätten wirtschaftlich abbauen lassen – insbesondere in einem Umfeld mit steigenden Energiepreisen, strengeren Sicherheitsvorgaben und Klimazielen. Der Betrieb zeigt, dass „Tiefe“ allein kein Rekord um des Rekords willen ist, sondern sich im Spannungsfeld von Ressourcen, Technik, Sicherheit und Kosten bewegt.
- Teufe heute: bis rund 2.995 m unter Oberfläche
- Abbau der Upper-Elsburg-Reefs im Witwatersrand-Becken mit mechanisierten Methoden
- Langfristige Lebensdauerplanung mit laufender Modernisierung und Automatisierung
- Land/Region
- Südafrika, Gauteng
- Maximaltiefe
- ~2.995 m
- Quelle
- Mining-Technology – South Deep
East Rand/ERPM (Südafrika)
Rang: 8
Die East Rand Proprietary Mines (ERPM) in Boksburg zählen historisch zu den tiefsten je betriebenen Gruben. Das Bergwerk wurde bereits in den 1890er Jahren erschlossen, als der Goldbergbau am Witwatersrand in eine frühe Boomphase eintrat. Über mehr als ein Jahrhundert hinweg wurde die Grube erweitert, vertieft und immer weiter nach unten verfolgt, bis eine historische Maximaltiefe von rund 3.585 m erreicht war. Damit war ERPM zeitweise Rekordhalter, bevor die noch tiefer reichenden West-Wits-Minen Mponeng, TauTona und andere die Statistik dominierten.
Die lange Betriebsdauer bedeutete, dass mehrere Generationen von Bergleuten in derselben Grube arbeiteten und dabei immer wieder neue technische Standards eingeführt wurden – von einfachen Holzausbauten über Stahlbögen bis hin zu sophistizierten Felsankersystemen. Wasserhaltung, Bewetterung und Schachtinstandhaltung bildeten große Kostenblöcke, da alte Grubenbereiche gesichert oder aufgegeben werden mussten, während neue Sohlen in größerer Tiefe aufgefahren wurden. Die Nähe zum dicht besiedelten East Rand machte Fragen der Tagesbruchsicherheit und Umweltwirkungen besonders sensibel.
Der Betrieb wurde 2008 eingestellt, bleibt aber in Fachliteratur und Statistiken präsent. ERPM steht exemplarisch für die Pionierzeit des Tiefbaus im Witwatersrand-Becken – mit all ihren technischen Erfolgen, aber auch mit den Schattenseiten eines arbeitsintensiven, gefährlichen Industriezweigs. In der Diskussion um Nachnutzungen spielen heute Themen wie Grubenwasser, Stabilität und mögliche geothermische Nutzung eine Rolle.
- Historische Maximaltiefe: 3.585 m – früher Rekordhalter unter den Tiefbaugruben
- Aktiv ab den 1890ern bis 2008, wichtiges Kapitel der Witwatersrand-Geschichte
- Großer Personaleinsatz, lange Lebensdauer, komplexe Wasserhaltung
- Land/Region
- Südafrika, Gauteng
- Maximaltiefe
- 3.585 m (historisch)
- Quelle
- Wikipedia – East Rand Mine
Kidd Mine (Kanada)
Rang: 9
Kidd in Timmins, Ontario, ist die weltweit tiefste Basismetall-Untertagemine unter Meeresspiegel. Anders als die südafrikanischen Goldminen fördert Kidd ein vulkanogen-massivsulfidisches Lager (VMS) mit Kupfer, Zink und Silber als Hauptprodukte. Die Lagerstätte ist ein Lehrbuchbeispiel für submarine Vulkansysteme, die später tektonisch verformt und in größere Teufen versenkt wurden. Die Grube erreicht mit ihrer Schachtsohle in etwa 9.889 ft eine Tiefe von gut 3.000 m und erstreckt sich dabei weit unter das lokale Meeresspiegelniveau.
Die Tiefe kombiniert sich mit subarktischem Klima an der Oberfläche – eine besondere Herausforderung für Bewetterung und Energiehaushalt. Während es draußen oft empfindlich kalt ist, steigen die Temperaturen im Gebirge in der Tiefe deutlich an. Kühlanlagen, lange Wetterstrecken und eine der längsten Surface-to-Bottom-Rampen der Welt sorgen dafür, dass sowohl Menschen als auch Maschinen arbeiten können. Der Zugang erfolgt je nach Aufgabe über Schächte oder die ausgedehnte Rampe; letzteres ist entscheidend für den Einsatz moderner Großgeräte im Untertagebereich.
Betreiber ist Glencore Canada. Neben der Metallproduktion spielt Kidd eine Rolle für Forschung zu Deep Mining in kristallinen Gesteinen und für Fragen der seismischen Stabilität in Nicht-Goldlagerstätten. Die Kombination aus Tiefe, Lagerstättentyp und hochmechanisiertem Betrieb macht Kidd zu einem globalen Referenzprojekt im Basismetall-Bergbau.
- Schachtsohle bei ~9.889 ft; Betrieb bis ~9.800 ft unter Meeresspiegel (~3.014 m)
- Vulkanogen-massivsulfidische Cu-Zn-Ag-Lagerstätte mit hoher mechanischer Beanspruchung
- Längste Surface-to-Bottom-Rampe weltweit, Betreiber: Glencore Canada
- Land/Region
- Kanada, Ontario
- Maximaltiefe
- ≈3.014 m (9.889 ft) unter Oberfläche
- Quelle
- Glencore – Kidd Operations
Creighton Mine (Kanada)
Rang: 10
Creighton bei Sudbury, Ontario, ist die tiefste Nickelmine Kanadas und ein Schlüsselstandort der globalen Nickel- und Kupferindustrie. Die Lagerstätte liegt in der berühmten Sudbury-Struktur, einem großen Einschlags- bzw. Impaktkomplex, in dem sich sulfidische Erzkörper bildeten. Seit dem frühen 20. Jahrhundert wird hier Erz gewonnen; der Betrieb wurde mehrfach vertieft und modernisiert, um neue Erzbereiche zu erreichen. Heute reichen die tiefsten Abbauzonen in Bereiche um 2,5 km unter Oberfläche.
Die hohen Teufen und die spröden, teils stark beanspruchten Gesteine führen zu anspruchsvollen Gebirgsbedingungen. Fachliteratur beschreibt Creighton als Beispiel für hochspannige Gebirgsmechanik mit ausgeprägter seismischer Aktivität. Entsprechend fortgeschritten sind Sicherungs- und Überwachungssysteme: Felsanker, Kabelanker, Shotcrete-Ausbau, seismische Netzwerke und systematische Spannungsmessungen gehören zum Standardrepertoire. Mehrere Ausbauphasen im Laufe der Jahrzehnte zeigen, wie sich Sicherheitsphilosophien und technische Möglichkeiten weiterentwickelt haben.
International bekannt ist Creighton auch wegen des unterirdischen Forschungszentrums SNOLAB, das tief im Bergwerk in eine ehemalige Kaverne eingebaut wurde. Die große Tiefe und die mächtige Gesteinsüberdeckung schirmen kosmische Strahlung stark ab und schaffen so ideale Bedingungen für Experimente in Teilchenphysik und Astrophysik. Damit ist Creighton zugleich Industriestandort und Hightech-Forschungslabor. Die Mine illustriert, wie Untertageinfrastruktur auch jenseits der Rohstoffförderung genutzt werden kann – etwa für Grundlagenforschung oder potenziell geotechnische Testfelder.
- Tiefste Abbauzonen: ~2.500 m unter Oberfläche in der Sudbury-Struktur
- Langlaufender Betrieb mit mehreren Tiefausbau- und Modernisierungsphasen
- Heimat des SNOLAB-Untergrundlabors und Beispiel für hochspannige Gebirgsmechanik
- Land/Region
- Kanada, Ontario
- Maximaltiefe
- ~2.500 m
- Quelle
- Springer – Rock Mech. Rock Eng.

