Die 10 tiefsten Seen der Erde

Die 10 tiefsten Seen der Erde

Wie tief kann ein See auf der Erde eigentlich werden? Für diese Liste zählen natürliche Seen weltweit, einschließlich subglazialer Seen unter dem Eis; sortiert wird nach der in der jeweils verlinkten Quelle genannten maximalen Tiefe in Metern. So entsteht eine nachvollziehbare Top 10, in der nicht nur berühmte Namen wie der Baikalsee auftauchen, sondern auch abgelegene Wasserwelten in der Antarktis, in Afrika und in Indonesien.

Übersicht

  1. 1. Baikalsee
  2. 2. Tanganjikasee
  3. 3. Kaspisches Meer
  4. 4. Lake Vostok
  5. 5. O’Higgins-/San-Martín-See
  6. 6. Malawisee
  7. 7. Issyk-Kul
  8. 8. Great Slave Lake
  9. 9. Crater Lake
  10. 10. Lake Matano

Übersichtstabelle

Rang See Region Maximale Tiefe laut Quelle Seetyp Besonderheit
1 Baikalsee Russland bis zu 1.700 m Riftsee Tiefster See der Erde und zugleich größter Süßwassersee nach Volumen
2 Tanganjikasee Tansania, DR Kongo, Burundi, Sambia 1.436 m Riftsee Zweitiefster See der Welt und längster Süßwassersee der Erde
3 Kaspisches Meer Kasachstan, Turkmenistan, Iran, Aserbaidschan, Russland 1.025 m Salzsee Größter Salzsee und größtes vollständig eingeschlossenes Binnengewässer der Erde
4 Lake Vostok Antarktis mindestens 900 m Subglazialer See Unter fast 4 Kilometern Eis verborgen und einer der außergewöhnlichsten Seen der Welt
5 O’Higgins-/San-Martín-See Chile, Argentinien 836 m Gletschersee Tiefster See Amerikas mit markant türkisfarbenem Gletscherwasser
6 Malawisee Malawi, Mosambik, Tansania 704 m Riftsee Artenreicher Afrikasee mit gewaltiger Tiefe und riesiger Buntbarschvielfalt
7 Issyk-Kul Kirgisistan 668 m Gebirgssee Großer Hochgebirgssee, der trotz kalter Winter meist eisfrei bleibt
8 Great Slave Lake Kanada 614 m Nordischer Großsee Tiefster See Nordamerikas
9 Crater Lake USA 592 m Kratersee Berühmt für seine intensive blaue Farbe und extreme Klarheit
10 Lake Matano Indonesien 590 m Tropischer Tektoniksee Tiefster See Indonesiens und Südostasiens

Baikalsee

Rang: 1

Der Baikalsee ist nicht einfach nur ein tiefer See, sondern eine geographische Ausnahmeerscheinung von globalem Rang. Schon sein Name ruft Bilder von winterlichem Eis, schneebedeckten Ufern und einer scheinbar endlosen Wasserfläche in Sibirien hervor. Doch was ihn wirklich einzigartig macht, liegt unter seiner Oberfläche. Mit einer maximalen Tiefe von bis zu 1.700 Metern ist er der tiefste See der Erde und damit der unangefochtene Spitzenreiter dieser Liste. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die reine Zahl, sondern die tektonische Geschichte dahinter. Der Baikalsee liegt in einer aktiven Riftzone, also in einem Bereich, in dem die Erdkruste langsam auseinanderzieht. Genau dadurch entstand über Millionen Jahre ein Becken von außergewöhnlicher Tiefe, das sich deutlich von vielen anderen Seen unterscheidet, die durch Gletscher, Flüsse oder vulkanische Prozesse geformt wurden.

Hinzu kommt, dass der Baikalsee nicht nur tief, sondern auch alt ist. Diese enorme geologische Zeitspanne hat ein Ökosystem hervorgebracht, das in seiner Eigenständigkeit fast an isolierte Inselwelten erinnert. Viele Tier- und Pflanzenarten kommen ausschließlich hier vor. Gerade diese Kombination aus Tiefe, Alter und biologischer Besonderheit verleiht dem Baikalsee seine fast mythische Aura. Wer ihn betrachtet, blickt nicht einfach auf ein Binnengewässer, sondern auf ein geologisches Archiv, einen Evolutionsraum und einen Süßwasser-Giganten zugleich. Zudem enthält er gewaltige Mengen des frei zugänglichen Süßwassers der Erde. Damit ist der Baikalsee nicht nur ein ästhetisch faszinierender Ort, sondern auch ein hydrologisches Schwergewicht. Sein erster Platz in dieser Top 10 ist deshalb vollkommen unstrittig. Kein anderer See verbindet Tiefe, Volumen, Alter und globale Bedeutung in einer so eindrucksvollen Weise.

  • Der Baikalsee ist der tiefste See der Erde.
  • Er zählt zugleich zu den ältesten Seen des Planeten.
  • Er ist der größte Süßwassersee der Welt nach Volumen.
Seetyp
Tektonischer Riftsee
Sortiergrund
Mit bis zu 1.700 Metern klar die größte maximale Tiefe dieser Liste
Quelle
NASA Earth Observatory – Lake Baikal at Night

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Tanganjikasee

Rang: 2

Der Tanganjikasee ist einer jener Orte, an denen Geographie fast überdimensional wirkt. Der See zieht sich wie ein riesiger, schmaler Wassergraben durch Ostafrika und markiert auf beeindruckende Weise die Dynamik des Ostafrikanischen Grabenbruchs. Mit einer maximalen Tiefe von 1.436 Metern erreicht er den zweiten Platz dieser Liste und ist damit der zweitiefste See der Welt. Seine Form ist dabei kein Zufall. Wie der Baikalsee verdankt auch der Tanganjikasee seine außergewöhnlichen Maße einer Riftstruktur. Das Ergebnis ist ein langgestreckter, schmaler und enorm tiefer See, dessen Ufer vielerorts steil aufragen. Gerade das verleiht ihm ein dramatisches Erscheinungsbild, das auf Karten fast ebenso spektakulär wirkt wie in der Realität.

Doch der Tanganjikasee ist nicht nur wegen seiner Tiefe bedeutsam. Er ist zugleich der längste Süßwassersee der Welt und ein ökologischer Hotspot von außergewöhnlicher Bedeutung. In seinen verschiedenen Tiefenzonen existieren Lebensräume, die sich stark voneinander unterscheiden. Das hat dazu geführt, dass sich viele Arten eigenständig entwickeln konnten. Für die Anrainerstaaten ist der See darüber hinaus Lebensgrundlage, Verkehrsraum und Fischereigebiet. Genau diese Mischung aus naturwissenschaftlicher Besonderheit und menschlicher Bedeutung macht ihn so interessant. Seine Tiefe spielt dabei auch praktisch eine Rolle, etwa für die Schichtung des Wassers, den Sauerstoffhaushalt und das Klima im See selbst. Als Nummer zwei dieser Rangliste steht der Tanganjikasee somit für die afrikanische Dimension der Tiefenseen. Er zeigt, dass die größten Tiefen nicht nur in kalten Regionen oder abgelegenen Gebirgswelten vorkommen, sondern auch mitten in einem der wichtigsten Grabenbruchsysteme der Erde.

  • Der Tanganjikasee ist der zweitiefste See der Erde.
  • Er ist zugleich der längste Süßwassersee der Welt.
  • Der See liegt im Ostafrikanischen Grabenbruch.
Seetyp
Riftsee
Sortiergrund
Mit 1.436 Metern klar vor allen Seen außerhalb der absoluten Spitzengruppe
Quelle
Britannica – Lake Tanganyika

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Kaspisches Meer

Rang: 3

Das Kaspische Meer ist ein Sonderfall, der in fast jeder Rangliste Fragen aufwirft. Ist es ein Meer oder ein See? Geographisch und hydrologisch gilt es als See, denn es ist vollständig von Land umschlossen und besitzt keine offene Verbindung zum Weltozean. Genau deshalb gehört es in diese Top 10 – und zwar weit nach vorne. Mit einer maximalen Tiefe von 1.025 Metern belegt es Rang drei. Schon diese Zahl ist beeindruckend, noch erstaunlicher wird sie aber in Kombination mit seiner enormen Fläche. Das Kaspische Meer ist das größte vollständig eingeschlossene Binnengewässer der Erde und zugleich der größte Salzsee der Welt. Anders als viele klassische Tiefenseen wirkt es daher nicht wie ein enger tektonischer Spalt, sondern wie ein eigenes Binnenmeer mit gewaltiger Ausdehnung.

Gerade dieser Kontrast aus riesiger Fläche und beachtlicher Tiefe macht das Kaspische Meer so faszinierend. Seine nördlichen Bereiche sind vergleichsweise flach, während sich im Süden eine wesentlich tiefere Zone entwickelt. Dadurch besitzt es innerhalb desselben Gewässers sehr unterschiedliche Charaktere. Es ist Wirtschaftsraum, Fischereigebiet, Energieraum und geopolitisch sensibler Naturraum zugleich. Zudem hat das Kaspische Meer eine komplexe geologische Geschichte, die bis in Zeiten zurückreicht, als es noch mit anderen Meeresbecken verbunden war. Diese Vergangenheit erklärt, warum es zwar ein See ist, sich in vielen Eigenschaften aber weiterhin maritim anfühlt. In einer Liste der tiefsten Seen ist genau diese Ambivalenz spannend. Das Kaspische Meer steht nicht nur für Tiefe, sondern auch für Maßstab. Es zeigt, dass ein See zugleich riesig, salzig und sehr tief sein kann. Seine Position auf Rang drei ist daher mehr als verdient und verleiht dieser Top 10 eine ganz eigene geographische Breite.

  • Das Kaspische Meer ist der größte Salzsee der Welt.
  • Es ist vollständig eingeschlossen und daher geographisch ein See.
  • Seine größte Tiefe liegt im südlichen Becken.
Seetyp
Endorheischer Salzsee
Sortiergrund
Mit 1.025 Metern deutlich tiefer als alle Seen ab Rang vier
Quelle
Britannica – Caspian Sea

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Lake Vostok

Rang: 4

Lake Vostok ist vermutlich der ungewöhnlichste Eintrag dieser Liste. Während alle anderen Seen sichtbar an der Erdoberfläche liegen, verbirgt sich dieser See tief unter dem antarktischen Eisschild. Gerade das macht ihn so spektakulär. Der See liegt unter fast vier Kilometern Eis und erreicht laut der verlinkten Quelle mindestens 900 Meter Tiefe. Damit gehört er trotz seiner Unsichtbarkeit zu den tiefsten Seen der Erde. Seine Existenz wirkte lange fast wie eine wissenschaftliche Vermutung aus einem Abenteuerroman, bis genaue Messungen seine Größe und Lage bestätigten. Heute ist Lake Vostok ein Symbol für die Extremräume unseres Planeten: dunkel, von Eis versiegelt, über sehr lange Zeit isoliert und dennoch ein echter See mit flüssigem Wasser.

Seine Bedeutung reicht weit über reine Geographie hinaus. Für Glaziologen, Mikrobiologen und Astrobiologen ist Lake Vostok ein Forschungsobjekt von enormem Interesse. Denn wenn unter der antarktischen Eisdecke über sehr lange Zeit hinweg Wasser existiert, stellt sich sofort die Frage, ob sich dort besondere Lebensformen entwickeln konnten. Der See ist deshalb nicht nur ein Rekordträger, sondern auch ein Schlüsselort für das Verständnis extremer Lebensräume. Selbst Vergleiche mit eisbedeckten Monden im Sonnensystem liegen nahe. Genau diese wissenschaftliche Ausnahmestellung hebt Lake Vostok von allen anderen Seen dieser Liste ab. Er besitzt keine Uferpromenade, keine Schifffahrt und keine klassische Landschaftswirkung. Und doch ist er einer der eindrucksvollsten Seen der Erde. Rang vier erscheint daher fast wie eine nüchterne Zahl für einen Ort, der in Wahrheit viel mehr ist als ein besonders tiefes Gewässer: ein verborgenes Archiv unter dem Eis und ein Grenzfall dessen, was wir spontan überhaupt als See wahrnehmen.

  • Lake Vostok liegt unter dem antarktischen Eisschild verborgen.
  • Er ist der größte bekannte subglaziale See der Erde.
  • Die Quelle nennt eine Tiefe von mindestens 900 Metern.
Seetyp
Subglazialer See
Sortiergrund
Mit mindestens 900 Metern deutlich tiefer als alle folgenden Seen
Quelle
National Park Service – The World’s Deepest Lakes (PDF)

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O’Higgins-/San-Martín-See

Rang: 5

Der O’Higgins-/San-Martín-See ist einer der stillen Giganten dieser Liste. Außerhalb Südamerikas ist sein Name deutlich weniger bekannt als Baikal oder Tanganjika, doch gerade das macht seinen Rang so überraschend. Mit einer maximalen Tiefe von 836 Metern ist er der tiefste See Amerikas und damit ein echter Kontinentalrekordhalter. Der See liegt in den patagonischen Anden an der Grenze zwischen Chile und Argentinien und wirkt schon auf Fotos unverwechselbar: milchig-türkis, kalt, weit und von Gletschern geprägt. Diese Farbe ist kein Zufall, sondern das Ergebnis feinster Gesteinspartikel, die von Gletscherwasser in den See eingetragen werden. Dadurch wirkt seine Oberfläche fast unwirklich hell, während darunter eines der tiefsten Becken der westlichen Hemisphäre liegt.

Gerade diese Verbindung aus landschaftlicher Schönheit und extremer Tiefe macht den O’Higgins-/San-Martín-See so faszinierend. Anders als viele klassische Tiefenseen in Grabenbrüchen ist er stark glazial geprägt. Er gehört also zu jenen großen Patagonien-Seen, die in einem von Eis geformten Gebirgsraum liegen und dennoch erstaunliche Tiefen erreichen. Das verleiht ihm eine andere Art von Dramatik. Man denkt hier nicht zuerst an Rifttektonik oder exotische Evolution, sondern an Eisfelder, Gletscherzungen und die gewaltige Formkraft vergangener Vereisungen. Gleichzeitig liegt der See in einer sehr dünn besiedelten Region, was seine Abgeschiedenheit noch verstärkt. Er ist kein globaler Massenklassiker, sondern ein landschaftlicher Extremfall für Kenner. Gerade deshalb hat er in dieser Top 10 eine besonders reizvolle Rolle. Er zeigt, dass auch Patagonien nicht nur Fläche und Schönheit bietet, sondern echte Rekordtiefen.

  • Der See ist der tiefste See Amerikas.
  • Er liegt an der Grenze zwischen Chile und Argentinien.
  • Seine auffällige Farbe stammt von fein vermahlenem Gestein aus Gletschern.
Seetyp
Glazial geprägter Grenzsee
Sortiergrund
Mit 836 Metern klarer Spitzenwert für Nord- und Südamerika
Quelle
Britannica – 9 of the World’s Deepest Lakes

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Malawisee

Rang: 6

Der Malawisee, auch als Lake Nyasa oder Lago Niassa bekannt, ist einer der berühmtesten Seen Afrikas – und zugleich einer der tiefsten der Erde. Mit einer maximalen Tiefe von 704 Metern belegt er Rang sechs dieser Liste. Wie der Tanganjikasee gehört auch er zum Ostafrikanischen Grabenbruch und verdankt seine Tiefe damit der tektonischen Aktivität einer Region, die geologisch zu den spannendsten der Welt zählt. Doch der Malawisee ist nicht nur tief, sondern vor allem biologisch ein Phänomen. Kaum ein anderer See ist so eng mit dem Thema Artenreichtum verbunden. Besonders die Buntbarsche haben ihn weltberühmt gemacht. In seinen Gewässern hat sich über lange Zeit eine enorme Vielfalt entwickelt, die Wissenschaftler bis heute fasziniert.

Diese ökologische Fülle steht in einem interessanten Verhältnis zu seiner physischen Größe. Der Malawisee ist lang, breit, tief und in weiten Teilen erstaunlich klar. Durch seine große Tiefe entstehen stabile Wasserschichtungen, die für Temperatur, Sauerstoffverteilung und Lebensräume entscheidend sind. Gerade in tiefen Seen beeinflussen solche Prozesse die gesamte Biologie sehr stark. Der Malawisee ist damit nicht bloß ein schönes afrikanisches Großgewässer, sondern ein hochkomplexes System mit weltweiter wissenschaftlicher Relevanz. Zugleich ist er für Millionen Menschen in der Region eine zentrale Ressource – für Fischerei, Transport und Wasserversorgung. Genau diese Verbindung aus ökologischer Einzigartigkeit und menschlicher Bedeutung macht seinen Platz in dieser Top 10 so nachvollziehbar. Er ist einer der großen Tiefseen der Erde, ohne dass seine Tiefe seine einzige Geschichte wäre. Im Gegenteil: Beim Malawisee ist die Tiefe eher die Bühne für eines der spektakulärsten Süßwasserökosysteme der Welt.

  • Der Malawisee ist einer der tiefsten Seen Afrikas.
  • Er gehört zum Ostafrikanischen Grabenbruch.
  • Er ist weltweit für seine außergewöhnliche Buntbarschvielfalt bekannt.
Seetyp
Riftsee
Sortiergrund
Mit 704 Metern deutlich tiefer als Issyk-Kul und alle folgenden Seen
Quelle
Britannica – Lake Nyasa

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Issyk-Kul

Rang: 7

Issyk-Kul gehört zu den Seen, die schon durch ihre Lage außergewöhnlich wirken. Eingebettet in das Hochgebirge Kirgisistans liegt er wie ein riesiger Wasserkörper zwischen Gebirgsketten, die seine Landschaft fast amphitheatralisch einfassen. Mit einer maximalen Tiefe von 668 Metern steht er auf Rang sieben der tiefsten Seen der Erde. Das ist umso bemerkenswerter, weil Issyk-Kul nicht in einer tropischen Riftlandschaft oder unter Eis verborgen liegt, sondern als Gebirgssee in Zentralasien. Sein Name wird oft mit „heißer See“ übersetzt, was zunächst paradox klingt. Gemeint ist damit, dass er trotz der kalten Umgebung meist nicht zufriert. Eine Kombination aus leichter Salzhaltigkeit, enormem Wasservolumen und regionalen Bedingungen verhindert in vielen Wintern eine vollständige Eisdecke.

Genau diese Mischung aus Hochgebirgslage, beträchtlicher Größe und großer Tiefe verleiht Issyk-Kul seinen besonderen Charakter. Er wirkt gleichzeitig abgeschieden und weitläufig. In kultureller Hinsicht war er über Jahrhunderte Teil zentralasiatischer Verkehrs- und Begegnungsräume, geographisch hingegen ist er ein markanter Endpunkt innerhalb eines geschlossenen Beckens. Auch seine Tiefe ist nicht nur eine nackte Zahl. Sie trägt dazu bei, dass der See thermisch träge bleibt und sich sein Wasser anders verhält als in flacheren Gebirgsseen. Dadurch entsteht jene Eigenheit, die ihn selbst in einer rauen Höhenlage verhältnismäßig stabil macht. In einer Liste der tiefsten Seen der Erde ist Issyk-Kul daher ein besonders spannender Vertreter: kein weltberühmter Superlativ wie der Baikal, aber ein außergewöhnlicher See, der Hochgebirgslage, große Tiefe und landschaftliche Präsenz in idealer Weise verbindet.

  • Issyk-Kul ist einer der größten Gebirgsseen der Welt.
  • Er friert trotz harter Winter meist nicht vollständig zu.
  • Seine große Tiefe trägt wesentlich zu seinem besonderen Wärmehaushalt bei.
Seetyp
Hochgebirgssee
Sortiergrund
Mit 668 Metern der tiefste große Gebirgssee dieser Liste nach den afrikanischen Riftseen
Quelle
Britannica – Lake Ysyk

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Great Slave Lake

Rang: 8

Der Great Slave Lake gehört zu den ganz großen nordischen Seen Nordamerikas und ist gleichzeitig sein tiefster. Mit einer maximalen Tiefe von 614 Metern nimmt er Rang acht in dieser Liste ein. Schon sein Name klingt nach Weite, Kälte und nördlicher Wildnis – und genau das beschreibt ihn ziemlich treffend. Der See liegt in den Northwest Territories Kanadas und besitzt eine enorme Fläche, eine komplizierte Uferlinie und weite Bereiche, die in langen Wintern von Eis geprägt sind. Trotz dieser nordischen Lage reicht sein Becken erstaunlich tief hinab. Damit unterscheidet er sich von vielen anderen großen Seen des Kontinents, die zwar riesig sind, aber nicht annähernd dieselbe Tiefendimension erreichen.

Seine Tiefe macht den Great Slave Lake nicht nur zu einem geographischen Rekordhalter Nordamerikas, sondern auch zu einem besonderen Naturraum. Tiefes, kaltes Wasser, lange Eiszeiten und eine geringe Besiedlungsdichte geben dem See einen Charakter, der fast archaisch wirkt. Gleichzeitig ist er für die umliegenden Gemeinden von zentraler Bedeutung. Er prägt Wirtschaft, Verkehr und Alltag in einer Region, in der große Gewässer mehr als bloße Landschaftselemente sind. Aus globaler Perspektive ist er besonders interessant, weil er zeigt, dass extreme Seetiefen nicht nur in tektonisch aktiven Riftzonen entstehen. Auch nordische Seen in glazial geprägten Räumen können in die Weltspitze vorstoßen. Der Great Slave Lake ist somit der stille Vertreter eines anderen Tiefseetyps: weniger exotisch als Tanganjika, weniger mythisch als Baikal, aber geographisch mindestens ebenso eindrucksvoll. Sein Platz in den Top 10 ist deshalb völlig berechtigt.

  • Der Great Slave Lake ist der tiefste See Nordamerikas.
  • Er liegt in den Northwest Territories Kanadas.
  • Der See zählt auch flächenmäßig zu den größten Binnengewässern Nordamerikas.
Seetyp
Großer nordischer Binnensee
Sortiergrund
Mit 614 Metern klar vor Crater Lake und Lake Matano
Quelle
The Canadian Encyclopedia – Great Slave Lake

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Crater Lake

Rang: 9

Crater Lake ist wahrscheinlich der optisch bekannteste See dieser Top 10. Kaum ein anderes Gewässer in den USA ist so berühmt für seine intensive blaue Farbe und seine außergewöhnliche Klarheit. Doch unter dieser Schönheit steckt auch ein echter Tiefenrekord. Mit 592 Metern ist Crater Lake der tiefste See der Vereinigten Staaten und erreicht weltweit Rang neun. Seine Entstehung unterscheidet ihn deutlich von den meisten anderen Seen dieser Liste. Er füllt die eingestürzte Caldera des Vulkans Mount Mazama und ist damit ein klassischer Kratersee. Diese vulkanische Herkunft verleiht ihm seine fast kreisrunde, von steilen Felswänden umgebene Form und macht ihn geologisch ebenso interessant wie landschaftlich spektakulär.

Gerade weil Crater Lake kein riesiger Riftsee oder ausgedehnter Gletschersee ist, wirkt seine Tiefe besonders eindrucksvoll. Die steilen Hänge rund um das Wasser und die geschlossene Beckenform erzeugen den Eindruck, dass sich der See fast senkrecht in die Erde einsenkt. Hinzu kommt seine enorme Wasserqualität. Da kaum Sedimente und keine großen Zuflüsse eingetragen werden, bleibt das Wasser außergewöhnlich klar. So entsteht jener ikonische Farbeindruck, für den Crater Lake weltweit bekannt ist. In dieser Liste steht er stellvertretend für die vulkanische Variante großer Tiefe. Er zeigt, dass auch ein relativ kompakter See zu den tiefsten der Erde gehören kann, wenn seine geologische Entstehung die richtigen Voraussetzungen schafft. Crater Lake ist damit nicht nur ein Klassiker des amerikanischen Naturtourismus, sondern auch ein echter globaler Tiefsee-Riese im Kleinformat.

  • Crater Lake ist der tiefste See der USA.
  • Er entstand in der eingestürzten Caldera des Mount Mazama.
  • Der See ist für seine außergewöhnliche Klarheit weltweit bekannt.
Seetyp
Kratersee
Sortiergrund
Mit 592 Metern knapp vor Lake Matano
Quelle
National Park Service – Crater Lake

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Lake Matano

Rang: 10

Lake Matano ist der vielleicht überraschendste Eintrag dieser Liste. Außerhalb Südostasiens ist der See deutlich weniger bekannt als Crater Lake oder Issyk-Kul, doch mit einer Tiefe von 590 Metern gehört er trotzdem zur weltweiten Spitzengruppe. Er liegt auf Sulawesi in Indonesien und ist der tiefste See des Landes sowie der tiefste See Südostasiens. Gerade diese Kombination aus tropischer Lage und extremer Tiefe macht ihn so außergewöhnlich. Viele Menschen verbinden sehr tiefe Seen eher mit kalten Gebirgen, Riftzonen oder subglazialen Landschaften. Lake Matano zeigt dagegen, dass auch in den Tropen außergewöhnlich tiefe Becken entstehen können. Seine tektonische Entstehung ist dabei entscheidend. Der See liegt in einem geologisch aktiven Raum und besitzt ein Becken, das weit unter den Meeresspiegel hinabreicht.

Wissenschaftlich ist Lake Matano besonders interessant, weil seine tieferen Wasserschichten spezielle chemische Bedingungen aufweisen. Deshalb dient er Forschern immer wieder als Modell für sehr alte Zustände der Erde. Anders gesagt: Dieser See ist nicht nur tief, sondern auch ein Fenster in die Vergangenheit des Planeten. Das verleiht ihm eine Bedeutung, die weit über touristische oder kartographische Rekorde hinausgeht. Gleichzeitig ist er landschaftlich reizvoll und biologisch eigenständig, was ihn zu einem bemerkenswerten Naturraum in Indonesien macht. In dieser Top 10 übernimmt Lake Matano damit eine sehr besondere Rolle. Er steht am Ende der Liste, aber keineswegs am Rand ihrer Bedeutung. Vielmehr zeigt er, wie global verteilt die extrem tiefen Seen der Erde tatsächlich sind – von der Antarktis über Afrika und Nordamerika bis in die Tropen Südostasiens.

  • Lake Matano ist der tiefste See Indonesiens.
  • Er ist zugleich der tiefste See Südostasiens.
  • Sein tiefster Bereich liegt unter dem Meeresspiegel.
Seetyp
Tropischer tektonischer See
Sortiergrund
Mit 590 Metern gerade noch in den weltweiten Top 10
Quelle
ScienceDirect – Matano Lake study

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