Die 10 ansteckendsten Krankheiten der Welt

Die 10 ansteckendsten Krankheiten der Welt

Bis zu 18 weitere Menschen kann ein einziger Masernfall unter idealisierten Bedingungen in einer vollständig empfänglichen Bevölkerung durchschnittlich anstecken. Damit gehören Masern zu den infektiösesten Krankheiten, die wir kennen. Doch welche Krankheiten sind weltweit tatsächlich am ansteckendsten? Für dieses Ranking dient vor allem die Basisreproduktionszahl R₀ als Vergleichsmaß: Sie beschreibt, wie viele weitere Personen ein typischer Infizierter theoretisch ansteckt, wenn niemand immun ist und keine Schutzmaßnahmen greifen. R₀ ist allerdings keine unveränderliche Eigenschaft eines Erregers. Bevölkerungsdichte, Kontaktverhalten, Virusvarianten, Impfungen und Messmethoden können die Schätzwerte erheblich beeinflussen. Deshalb verwendet diese Liste etablierte Größenordnungen und keine vermeintlich exakte Rangfolge auf Nachkommastellen. Berücksichtigt werden übertragbare menschliche Infektionskrankheiten mit gut dokumentierter Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Ausgeschlossen sind Krankheiten, die überwiegend über Tiere oder Vektoren übertragen werden, sowie Erreger, für die keine sinnvoll vergleichbaren Reproduktionszahlen vorliegen. Datenstand: 2026.

So wurde gewertet

Die Rangfolge basiert primär auf publizierten Schätzungen der Basisreproduktionszahl R₀. R₀ bezeichnet die durchschnittliche Zahl der Folgeinfektionen, die von einem typischen Fall in einer vollständig empfänglichen Population ohne Gegenmaßnahmen ausgehen können. Dieser theoretische Wert ist nicht mit der jeweils aktuellen effektiven Reproduktionszahl R oder Rt gleichzusetzen. Impfungen, frühere Infektionen, Isolation und Verhaltensänderungen können die reale Ausbreitung massiv reduzieren. Bei überlappenden R₀-Bereichen wurden die in epidemiologischen Übersichten besonders häufig genannten Größenordnungen, Haushaltsübertragung und die Stabilität der Schätzungen berücksichtigt. Bei COVID-19 wird wegen der starken Variantenabhängigkeit exemplarisch die Omikron-Ära eingeordnet; extreme obere Modellschätzungen werden nicht zur Rangverschiebung verwendet. Die Platzierung sagt ausschließlich etwas über Übertragbarkeit aus und nicht darüber, wie tödlich oder gefährlich eine Krankheit ist. Die methodischen Grenzen von R₀ sind in der epidemiologischen Fachliteratur ausführlich beschrieben.

Übersicht

  1. Masern
  2. Keuchhusten (Pertussis)
  3. Windpocken (Varizellen)
  4. Mumps
  5. COVID-19 – Omikron-Varianten
  6. Röteln
  7. Poliomyelitis (Polio)
  8. Pocken (Variola)
  9. Diphtherie
  10. Saisonale Influenza
Rang Krankheit Typische R₀-Größenordnung Erreger Übertragung Inkubationszeit Impfung Besonderheit
1 Masern ca. 12–18 Masernvirus Über die Luft / respiratorisch Meist etwa 10–14 Tage bis zum Ausschlag Ja Referenzbeispiel für extreme Ansteckungsfähigkeit
2 Keuchhusten ca. 12–17 Bordetella pertussis Respiratorisch Meist 9–10 Tage Ja Besonders gefährlich für Säuglinge
3 Windpocken ca. 10–12 Varizella-Zoster-Virus Luft, Tröpfchen, Bläscheninhalt Meist 10–21 Tage Ja Bis zu 90 % Übertragung bei empfänglichen engen Kontakten
4 Mumps häufig ca. 10–12 in klassischen Schätzungen Mumpsvirus Speichel und respiratorische Tröpfchen 12–25 Tage Ja Ausbrüche auch in eng zusammenlebenden geimpften Gruppen möglich
5 COVID-19 / Omikron Ø ca. 9,5 in einer Metaanalyse; starke Streuung SARS-CoV-2 Aerosole und respiratorische Partikel Variantenabhängig Ja Extrem starke Variantenabhängigkeit der Übertragbarkeit
6 Röteln ca. 6–7 Rötelnvirus Respiratorisch Meist 14–21 Tage Ja Besonders gefährlich während der Schwangerschaft
7 Polio ca. 5–7 Poliovirus Vor allem fäkal-oral Häufig 7–10 Tage bis erste Symptome Ja Viele Infektionen verlaufen symptomlos und können dennoch übertragen werden
8 Pocken ca. 3,5–6 Variolavirus Vor allem enger direkter Kontakt und respiratorische Tröpfchen Meist 10–14 Tage Ja Seit 1980 weltweit eradiziert
9 Diphtherie ca. 1,7–4,3 Toxinbildende Corynebakterien Tröpfchen und Kontakt Meist 2–5 Tage Ja Gefahr vor allem durch das bakterielle Toxin
10 Saisonale Influenza Median ca. 1,28 Influenza-A- und -B-Viren Respiratorisch Meist 1–4 Tage Ja, saisonal angepasst Niedrigeres R₀, aber enorme weltweite Krankheitslast

Masern – der klassische Spitzenreiter der Ansteckungsfähigkeit

Rang: 1 Rekordhalter

Kaum eine andere menschliche Infektionskrankheit demonstriert so eindrucksvoll, was extreme Übertragbarkeit bedeutet. Für Masern wird häufig eine Basisreproduktionszahl von etwa 12 bis 18 genannt. In einer theoretisch vollständig empfänglichen Bevölkerung könnte ein Erkrankter damit durchschnittlich ein Dutzend oder mehr weitere Menschen infizieren. Das verschafft Masern Rang eins. Entscheidend ist die effiziente respiratorische Übertragung: Infektiöse Partikel können sich in Innenräumen verbreiten, sodass nicht zwingend enger Körperkontakt erforderlich ist. Die hohe Ansteckungsfähigkeit erklärt zugleich, warum eine sehr hohe Bevölkerungsimmunität notwendig ist, um längere Übertragungsketten zuverlässig zu verhindern.

Historisch infizierten sich vor Einführung flächendeckender Impfprogramme nahezu alle Menschen bereits im Kindesalter. Die Krankheit ist keineswegs ein harmloser Hautausschlag: Lungenentzündungen, Gehirnentzündungen und andere schwere Komplikationen sind möglich. Besonders bemerkenswert ist der Unterschied zwischen biologischem Potenzial und heutiger Realität. In einer gut geimpften Bevölkerung kann die effektive Ausbreitung deutlich kleiner sein als das theoretische R₀. Sinkende Impfquoten schaffen jedoch erneut Gruppen empfänglicher Menschen, in denen sich das Virus sehr schnell ausbreiten kann. Die WHO bezeichnet Masern weiterhin als hoch ansteckende, durch Impfung vermeidbare Viruserkrankung.

  • Typische R₀-Größenordnung: etwa 12 bis 18.
  • Erreger: Masernvirus aus der Familie der Paramyxoviren.
  • Übertragung hauptsächlich über infektiöse respiratorische Partikel.
  • Eine sehr hohe Immunität in der Bevölkerung ist für die Unterbrechung der Übertragung erforderlich.
  • Eine wirksame Impfung steht zur Verfügung.
Typisches R₀
ca. 12–18
Erreger
Masernvirus
Übertragungsweg
Respiratorisch und über die Luft
Reservoir
Mensch
Impfprävention
MMR- beziehungsweise MMRV-Impfstoff
Wichtige Komplikationen
Unter anderem Pneumonie und Enzephalitis
Ranking-Grund
Außergewöhnlich hohe Zahl möglicher Folgeinfektionen in einer empfänglichen Population
Besonderheit
Eine der ansteckendsten bekannten menschlichen Infektionskrankheiten
Quelle
Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Zurück zur Übersicht


Keuchhusten – hochinfektiöse Bakterien statt Virus

Rang: 2 hochinfektiös

Keuchhusten zeigt, dass die Spitzenplätze der Ansteckungsskala nicht ausschließlich Viren gehören. Die durch das Bakterium Bordetella pertussis verursachte Erkrankung erreicht in klassischen epidemiologischen Schätzungen ein R₀ von ungefähr 12 bis 17 und folgt damit unmittelbar auf Masern. Die Bakterien verbreiten sich vor allem über respiratorische Partikel beim Husten und im engen gemeinsamen Luftraum. Besonders tückisch ist die frühe Krankheitsphase: Sie kann zunächst wie eine gewöhnliche Erkältung aussehen, obwohl Betroffene bereits infektiös sind. Dadurch können Übertragungsketten entstehen, bevor die charakteristischen heftigen Hustenanfälle den Verdacht auf Keuchhusten lenken.

Historisch war Pertussis eine bedeutende Kinderkrankheit. Impfprogramme haben schwere Erkrankungen stark reduziert, die Infektion jedoch nicht weltweit eliminiert. Auch der Schutz nach Impfung oder durchgemachter Erkrankung hält nicht lebenslang an. Das unterscheidet Keuchhusten beispielsweise von Masern, bei denen ein vollständiger Impfschutz sehr langlebig sein kann. Epidemiologisch besonders problematisch ist die Übertragung auf junge Säuglinge, die selbst noch keinen vollständigen Impfschutz aufgebaut haben und ein höheres Risiko für schwere Verläufe besitzen. Der zweite Rang beruht deshalb nicht auf der Schwere der Krankheit, sondern auf ihrem außergewöhnlich hohen Übertragungspotenzial unter empfänglichen Kontaktpersonen. Das ECDC beschreibt Pertussis als durch respiratorische Partikel übertragene Infektion, die auch von mild oder untypisch Erkrankten weitergegeben werden kann.

  • Typische R₀-Größenordnung: etwa 12 bis 17.
  • Erreger: das Bakterium Bordetella pertussis.
  • Die frühe Erkrankungsphase kann einer Erkältung ähneln.
  • Säuglinge haben ein besonders hohes Risiko für schwere Verläufe.
  • Impfungen reduzieren Erkrankungen und Komplikationen, der Schutz kann jedoch mit der Zeit nachlassen.
Typisches R₀
ca. 12–17
Erreger
Bordetella pertussis
Erregertyp
Bakterium
Übertragungsweg
Respiratorische Partikel und enger Kontakt
Inkubationszeit
Meist etwa 9–10 Tage; größere Spannweite möglich
Risikogruppe
Besonders junge, noch nicht vollständig geschützte Säuglinge
Impfprävention
Ja, Bestandteil von Kombinationsimpfstoffen
Besonderheit
Einer der ansteckendsten bakteriellen Erreger des Menschen
Quelle
European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)

Zurück zur Übersicht


Windpocken – wenn sich neun von zehn empfänglichen engen Kontakten infizieren können

Rang: 3 90 % Kontaktübertragung

Windpocken beziehungsweise Varizellen gehören mit klassischen R₀-Schätzungen um 10 bis 12 zur absoluten Spitzengruppe und erreichen Rang drei. Ein besonders anschaulicher Wert stammt aus Untersuchungen in Haushalten: Nach Angaben der US-amerikanischen CDC erkranken etwa 90 Prozent der empfänglichen engen Kontaktpersonen nach einer entsprechenden Exposition. Diese enorme sekundäre Übertragungsrate erklärt, warum Windpocken vor Einführung von Impfprogrammen vielerorts praktisch zum festen Bestandteil der Kindheit gehörten. Das Varizella-Zoster-Virus kann sich über respiratorische Partikel sowie durch direkten Kontakt mit infektiösem Bläscheninhalt verbreiten.

Eine Besonderheit macht die Krankheit biologisch noch interessanter: Nach der ersten Infektion verschwindet das Virus nicht vollständig aus dem Körper. Es verbleibt latent in Nervenzellen und kann Jahrzehnte später als Gürtelrose reaktiviert werden. Eine Person mit Gürtelrose überträgt dabei nicht „Gürtelrose“ auf andere; bei einem empfänglichen Kontakt kann das übertragene Virus vielmehr Windpocken verursachen. Im Ranking liegen Varizellen vor Mumps, obwohl für beide Krankheiten häufig ähnliche R₀-Bereiche genannt werden. Ausschlaggebend für die Einordnung sind die ausgesprochen hohen dokumentierten Übertragungsraten unter empfänglichen Haushaltskontakten und die besonders effiziente Ausbreitung in Gemeinschaftseinrichtungen. Die CDC beziffert den Anteil infizierter empfänglicher enger Kontakte auf bis zu 90 Prozent.

  • Typische R₀-Größenordnung: etwa 10 bis 12.
  • Bis zu 90 Prozent empfänglicher enger Kontaktpersonen können sich nach Exposition infizieren.
  • Erreger bleibt nach überstandener Erkrankung lebenslang latent im Nervensystem.
  • Eine spätere Reaktivierung verursacht Gürtelrose.
  • Eine Impfung gegen Varizellen ist verfügbar.
Typisches R₀
ca. 10–12
Erreger
Varizella-Zoster-Virus (VZV)
Übertragungsweg
Respiratorisch sowie Kontakt mit infektiösem Bläscheninhalt
Sekundäre Übertragung
Bis zu etwa 90 % unter empfänglichen engen Kontakten
Ansteckungszeit
Bereits etwa 1–2 Tage vor Beginn des Ausschlags möglich
Spätfolge des Erregers
Reaktivierung als Herpes zoster beziehungsweise Gürtelrose
Impfprävention
Ja
Besonderheit
Extrem effiziente Übertragung innerhalb empfänglicher Haushalte
Quelle
Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Zurück zur Übersicht


Mumps – besonders erfolgreich bei engem und häufigem Kontakt

Rang: 4 Gemeinschaftsausbrüche

Mumps wird in klassischen Übersichten häufig mit einer R₀-Größenordnung um 10 bis 12 angegeben und liegt damit theoretisch auf einem ähnlichen Niveau wie Windpocken. Für Rang vier spricht, dass die tatsächliche Übertragung stärker von intensivem engem Kontakt abhängig ist. Das Mumpsvirus verbreitet sich über Speichel und respiratorische Partikel, beispielsweise beim Sprechen, Husten, Küssen oder gemeinsamen Benutzen von Gegenständen, die mit Speichel in Kontakt gekommen sind. Besonders günstige Bedingungen findet das Virus deshalb in Schulen, Hochschulen, Wohnheimen, Sportgruppen und anderen Gemeinschaften mit häufigen engen Kontakten.

Die bekannteste Erscheinung ist eine schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Doch Mumps kann auch ohne dieses klassische Symptom auftreten und bleibt dann leichter unbemerkt. Komplikationen können unter anderem Hoden, Eierstöcke, Bauchspeicheldrüse oder das zentrale Nervensystem betreffen. Historisch war Mumps vor Einführung der MMR-Impfung eine typische Kinderkrankheit. Heute treten Ausbrüche auch in Gruppen auf, in denen viele Menschen geimpft sind, vor allem bei sehr engem und wiederholtem Kontakt. Das bedeutet nicht, dass die Impfung wirkungslos wäre: Geimpfte Personen haben ein deutlich geringeres Erkrankungs- und Komplikationsrisiko. Die CDC weist darauf hin, dass Gemeinschaftseinrichtungen mit intensivem Kontakt besonders anfällig für Mumpsausbrüche sind.

  • Klassische R₀-Schätzungen liegen häufig im Bereich von etwa 10 bis 12.
  • Übertragung erfolgt durch Speichel und respiratorische Partikel.
  • Enger und wiederholter Kontakt begünstigt Ausbrüche besonders stark.
  • Infektionen können auch ohne typische Speicheldrüsenschwellung verlaufen.
  • Die MMR-Impfung schützt vor Erkrankung und schweren Komplikationen.
Typisches R₀
Häufig ca. 10–12 in klassischen Schätzungen
Erreger
Mumpsvirus
Übertragung
Speichel und respiratorische Tröpfchen beziehungsweise Partikel
Inkubationszeit
12–25 Tage, häufig etwa 16–18 Tage
Typisches Symptom
Entzündung und Schwellung der Ohrspeicheldrüse
Risikoumgebung
Gemeinschaften mit häufigem engem Kontakt
Impfprävention
MMR- beziehungsweise MMRV-Impfstoff
Besonderheit
Ausbrüche können bei intensiven Kontakten auch in teilweise oder vollständig geimpften Gruppen auftreten
Quelle
Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Zurück zur Übersicht


COVID-19 – warum Varianten den Vergleich besonders schwierig machen

Rang: 5 variantenabhängig

Bei kaum einer Krankheit zeigt sich die Schwäche eines einfachen R₀-Rankings so deutlich wie bei COVID-19. Das ursprüngliche SARS-CoV-2 und spätere Varianten unterscheiden sich erheblich in ihrer Übertragbarkeit. Eine häufig zitierte systematische Analyse zur Omikron-Variante ermittelte einen durchschnittlichen Basisreproduktionswert von etwa 9,5, wobei die einzelnen Studien außergewöhnlich stark streuten. Deshalb landet COVID-19 hier auf Rang fünf und nicht aufgrund einzelner extremer Modellwerte weiter oben. Ein isolierter Maximalwert würde eine Scheingenauigkeit erzeugen, die den erheblichen Unterschieden zwischen Virusvarianten, Studienpopulationen und Berechnungsmethoden nicht gerecht wird.

Die rasche Ausbreitung von Omikron beruhte zudem nicht ausschließlich auf einer höheren intrinsischen Übertragbarkeit. Immunflucht spielte ebenfalls eine bedeutende Rolle: Eine Variante, die bereits vorhandenen Antikörpern teilweise entkommt, findet in einer Bevölkerung mehr effektiv empfängliche Menschen. Genau deshalb dürfen R₀ und die tatsächlich beobachtete Wachstumsrate nicht gleichgesetzt werden. Anders als bei Masern oder Windpocken ist für „COVID-19“ kein einzelner zeitloser R₀-Wert sinnvoll. Der fünfte Rang ist daher als epidemiologische Einordnung der hochübertragbaren Omikron-Ära zu verstehen. Die zugrunde gelegte Metaanalyse nennt für Omikron einen durchschnittlichen R₀-Wert von 9,5 bei einer sehr breiten Spanne der ausgewerteten Schätzungen.

  • Eine Metaanalyse ermittelte für Omikron ein durchschnittliches R₀ von etwa 9,5.
  • Die publizierten Einzelwerte zeigten eine sehr große Streuung.
  • SARS-CoV-2 wird vor allem über infektiöse respiratorische Partikel und Aerosole übertragen.
  • Immunflucht kann die reale Ausbreitung zusätzlich beschleunigen.
  • Ein einheitliches R₀ für sämtliche SARS-CoV-2-Varianten wäre wissenschaftlich irreführend.
Vergleichswert
Omikron: durchschnittliches R₀ ca. 9,5 in einer systematischen Analyse
Publizierte Streuung
Sehr breit; abhängig von Studie und Modell
Erreger
SARS-CoV-2
Krankheit
COVID-19
Übertragung
Vor allem respiratorische Partikel und Aerosole
Wichtiger Einflussfaktor
Virusvariante und vorhandene Bevölkerungsimmunität
Impfprävention
Impfstoffe verfügbar; Schutzwirkung hängt unter anderem von Variante und zeitlichem Abstand ab
Besonderheit
R₀ kann nicht sinnvoll als unveränderlicher Wert für alle Varianten angegeben werden
Quelle
Journal of Travel Medicine / PubMed Central

Zurück zur Übersicht


Röteln – oft mild, in der Schwangerschaft jedoch besonders gefährlich

Rang: 6 Schwangerschaftsrisiko

Mit einer häufig genannten R₀-Größenordnung von ungefähr 6 bis 7 erreichen Röteln Rang sechs. Damit ist das Rötelnvirus deutlich weniger übertragbar als Masern, gehört aber weiterhin zu den Infektionen, die sich in einer ungeschützten Bevölkerung effizient ausbreiten können. Die Übertragung erfolgt vor allem über respiratorische Partikel. Epidemiologisch problematisch ist, dass die Erkrankung häufig mild verläuft und manche Infektionen kaum auffallen. Menschen können das Virus deshalb weitergeben, ohne die medizinische Bedeutung ihrer Erkrankung zu erkennen.

Die eigentliche Gefahr von Röteln liegt nicht primär in der typischen Erkrankung von Kindern oder Erwachsenen. Infiziert sich eine nicht immune Frau kurz vor oder während der frühen Schwangerschaft, kann das Virus den ungeborenen Fötus schwer schädigen. Das kongenitale Rötelnsyndrom kann unter anderem Fehlbildungen an Herz, Augen und Gehör verursachen. Diese Besonderheit führte dazu, dass Rötelnimpfprogramme nicht nur individuelle Erkrankungen verhindern sollen, sondern insbesondere die Viruszirkulation insgesamt unterbrechen. Der Vergleich mit Masern ist aufschlussreich: Beide Viren werden durch die kombinierte MMR-Impfung bekämpft, doch Masern benötigen wegen ihrer deutlich höheren Übertragbarkeit noch höhere Immunitätsniveaus. Die WHO betont insbesondere das Risiko schwerer Folgen einer Rötelninfektion in der frühen Schwangerschaft.

  • Typische R₀-Größenordnung: etwa 6 bis 7.
  • Röteln verlaufen bei vielen Kindern und Erwachsenen relativ mild.
  • Die Infektion kann während der Schwangerschaft schwere fetale Schäden verursachen.
  • Menschen sind der natürliche Wirt des Rötelnvirus.
  • Die MMR-Impfung schützt gleichzeitig gegen Masern, Mumps und Röteln.
Typisches R₀
ca. 6–7
Erreger
Rötelnvirus
Übertragung
Respiratorische Partikel beziehungsweise Tröpfchen
Inkubationszeit
Häufig etwa 14–21 Tage
Besondere Risikogruppe
Nicht immune Schwangere und ungeborene Kinder
Gefürchtete Folge
Kongenitales Rötelnsyndrom
Impfprävention
MMR- beziehungsweise MMRV-Impfstoff
Besonderheit
Oft milde Infektion mit potenziell dramatischen Folgen für den Fötus
Quelle
Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Zurück zur Übersicht


Poliomyelitis – unsichtbare Infektionen als Motor der Verbreitung

Rang: 7 Eradikationsziel

Poliomyelitis erreicht mit klassischen R₀-Schätzungen von ungefähr 5 bis 7 Rang sieben. Die Übertragung unterscheidet sich grundlegend von den meisten höher platzierten Krankheiten: Polioviren verbreiten sich vor allem fäkal-oral, beispielsweise über Hände, Lebensmittel oder Wasser, die mit infektiösem Material kontaminiert wurden. Besonders schwierig für die Seuchenbekämpfung ist das Missverhältnis zwischen Infektion und sichtbarer Erkrankung. Die große Mehrheit der Infizierten entwickelt keine Lähmung und oft überhaupt keine auffälligen Symptome, kann das Virus aber dennoch weiterverbreiten.

Gerade dieser unsichtbare Teil der Übertragung erklärt, warum einzelne gemeldete Lähmungsfälle epidemiologisch nur die Spitze eines wesentlich größeren Infektionsgeschehens darstellen können. Historisch gehörte Polio zu den gefürchtetsten Krankheiten des 20. Jahrhunderts, weil eine kleine Minderheit der Infizierten eine irreversible Lähmung entwickeln kann. In schweren Fällen wird auch die Atemmuskulatur betroffen. Die Entwicklung wirksamer Impfstoffe veränderte die Situation grundlegend und machte die weltweite Ausrottung zu einem realistischen gesundheitspolitischen Ziel. Im Vergleich zu Röteln ist die typische R₀-Spanne ähnlich beziehungsweise etwas niedriger; dennoch kann Polio unter schlechten hygienischen Bedingungen besonders effizient zirkulieren. Die WHO beschreibt Poliomyelitis als hochinfektiöse Viruserkrankung, die hauptsächlich über den fäkal-oralen Weg übertragen wird.

  • Typische R₀-Größenordnung: etwa 5 bis 7.
  • Hauptübertragungsweg ist fäkal-oral.
  • Viele Infektionen verlaufen ohne sichtbare Symptome.
  • Ein kleiner Teil der Infizierten entwickelt schwere neurologische Erkrankungen oder Lähmungen.
  • Polio ist Ziel eines weltweiten Eradikationsprogramms.
Typisches R₀
ca. 5–7
Erreger
Poliovirus
Übertragung
Vor allem fäkal-oral, seltener über orale beziehungsweise respiratorische Sekrete
Reservoir
Mensch
Symptomlose Infektionen
Sehr häufig
Gefürchtete Komplikation
Irreversible schlaffe Lähmung
Impfprävention
Ja, mit inaktivierten oder je nach Programm oralen Polioimpfstoffen
Besonderheit
Symptomlos Infizierte können Übertragungsketten aufrechterhalten
Quelle
Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Zurück zur Übersicht


Pocken – eine ausgerottete Krankheit mit historisch enormer Bedeutung

Rang: 8 eradiziert

Die Pocken nehmen in diesem Ranking eine Sonderstellung ein. Mit historischen R₀-Schätzungen von ungefähr 3,5 bis 6 waren sie deutlich weniger ansteckend als Masern, Windpocken oder Keuchhusten. Ihre Bedeutung für die Menschheitsgeschichte war dennoch gewaltig, denn das Variolavirus verursachte über Jahrhunderte schwere Epidemien mit einer hohen Sterblichkeit. Rang acht zeigt deshalb eindrucksvoll, warum Ansteckungsfähigkeit und Gefährlichkeit nicht verwechselt werden dürfen: Eine Krankheit mit niedrigerem R₀ kann wesentlich tödlicher sein als eine stärker übertragbare Infektion.

Die Übertragung erfolgte überwiegend zwischen Menschen, besonders bei engem Kontakt mit Erkrankten. Infizierte waren während der Inkubationszeit noch nicht ansteckend und wurden vor allem mit Beginn des Ausschlags hochinfektiös. Das erleichterte im Vergleich zu Krankheiten mit ausgeprägter präsymptomatischer Übertragung die Identifikation und Isolation von Fällen. Zusammen mit einer wirksamen Impfung und konsequenter Kontaktverfolgung wurde daraus einer der größten Erfolge der Medizin: 1980 erklärte die WHO die Pocken für weltweit ausgerottet. Anders als bei fast allen anderen Krankheiten dieser Liste existiert heute keine natürliche Übertragungskette mehr. Die CDC weist darauf hin, dass Menschen das natürliche Reservoir des Variolavirus waren und Erkrankte besonders in der frühen Ausschlagphase infektiös wurden.

  • Historische R₀-Schätzungen: ungefähr 3,5 bis 6.
  • Erreger: Variolavirus.
  • Menschen waren das einzige natürliche Reservoir.
  • Die Krankheit wurde durch globale Impf- und Eindämmungsprogramme eradiziert.
  • Die weltweite Ausrottung wurde 1980 offiziell bestätigt.
Historisches R₀
ca. 3,5–6
Erreger
Variolavirus
Reservoir
Ausschließlich Mensch
Übertragung
Vor allem enger direkter Kontakt und respiratorische Tröpfchen
Inkubationszeit
Meist etwa 10–14 Tage
Status
Weltweit eradiziert
Historische Sterblichkeit
Bei Variola major starb ein erheblicher Anteil der Erkrankten
Besonderheit
Erste und bislang bedeutendste menschliche Infektionskrankheit, die weltweit ausgerottet wurde
Quelle
Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Zurück zur Übersicht


Diphtherie – gefährlich ist nicht nur die Infektion, sondern vor allem das Toxin

Rang: 9 bakterielles Toxin

Diphtherie erreicht mit epidemiologischen Schätzungen für R₀ von ungefähr 1,7 bis 4,3 Rang neun. Die Spannweite verdeutlicht bereits, wie stark die Übertragung von Bevölkerung, Wohnverhältnissen und Immunitätslage abhängen kann. Verursacht wird die klassische respiratorische Diphtherie vor allem durch toxinbildende Stämme von Corynebacterium diphtheriae. Die Bakterien werden überwiegend bei engem Kontakt über respiratorische Sekrete verbreitet. Die Inkubationszeit ist mit meist zwei bis fünf Tagen vergleichsweise kurz.

Medizinisch entscheidend ist eine Besonderheit, die Diphtherie von vielen anderen Krankheiten dieses Rankings unterscheidet: Ein großer Teil der schweren Schäden entsteht durch ein vom Bakterium gebildetes Toxin. Dieses kann lokale Beläge im Rachen verursachen und über den Blutkreislauf unter anderem Herz und Nervensystem schädigen. Die Impfung richtet sich deshalb gegen das Toxin und hat die Krankheit in Ländern mit hoher Impfquote stark zurückgedrängt. Sie verhindert jedoch nicht in jeder Situation eine Besiedlung des Rachens, weshalb epidemiologische Kontrolle komplexer sein kann als bei manchen rein virusneutralisierenden Impfungen. Gegenüber den Pocken liegt Diphtherie im typischen R₀ niedriger, bleibt aber in unzureichend immunisierten Gruppen ausbruchsfähig. Das Robert Koch-Institut nennt eine Inkubationszeit von meist zwei bis fünf Tagen und beschreibt die Übertragungs- und Schutzmaßnahmen ausführlich.

  • Publizierte R₀-Spanne: etwa 1,7 bis 4,3.
  • Die respiratorische Form wird vor allem durch toxinbildende Corynebakterien verursacht.
  • Die Inkubationszeit beträgt meist zwei bis fünf Tage.
  • Schwere Organschäden können durch das Diphtherietoxin entstehen.
  • Die Schutzimpfung hat die Erkrankung in gut immunisierten Bevölkerungen stark zurückgedrängt.
R₀-Schätzungen
ca. 1,7–4,3
Erreger
Vor allem toxinbildendes Corynebacterium diphtheriae
Übertragung
Vorwiegend Tröpfchen und enger Kontakt
Inkubationszeit
Meist 2–5 Tage, selten länger
Hauptgefahr
Wirkung des bakteriellen Diphtherietoxins
Mögliche Komplikationen
Unter anderem Herzmuskel- und Nervenschäden
Impfprävention
Ja, durch Diphtherietoxoid
Besonderheit
Schwere der Erkrankung wird wesentlich durch ein von den Bakterien produziertes Toxin bestimmt
Quelle
Robert Koch-Institut (RKI)

Zurück zur Übersicht


Saisonale Influenza – moderates R₀, aber enorme globale Reichweite

Rang: 10 weltweit verbreitet

Die saisonale Influenza bildet mit einem in einer großen systematischen Übersicht ermittelten medianen Reproduktionswert von ungefähr 1,28 den zehnten Platz. Auf den ersten Blick wirkt das im Vergleich zu Masern erstaunlich niedrig. Die Grippe demonstriert jedoch besonders gut, weshalb R₀ allein nicht über die gesellschaftliche Bedeutung einer Krankheit entscheidet. Influenza-Viren zirkulieren weltweit, verändern sich fortlaufend und treffen jedes Jahr auf Bevölkerungen, deren Immunität gegen die aktuell zirkulierenden Virusstämme unterschiedlich ausgeprägt ist. Selbst ein moderates Übertragungspotenzial kann dadurch enorme saisonale Erkrankungswellen erzeugen.

Hinzu kommt die kurze Generationszeit: Neue Infektionen können relativ rasch aufeinanderfolgen. Erkrankte können das Virus zudem bereits in zeitlicher Nähe zum Symptombeginn übertragen, während leichte Fälle häufig ihren Alltag fortsetzen. In Schulen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Pflegeeinrichtungen und anderen kontaktreichen Umgebungen entstehen dadurch günstige Bedingungen für die Verbreitung. Im Gegensatz zu den höher platzierten klassischen Kinderkrankheiten muss die Influenza-Impfung regelmäßig an die erwarteten zirkulierenden Virusvarianten angepasst werden. Eine systematische Untersuchung von Reproduktionszahlen saisonaler, pandemischer und zoonotischer Influenza fand für saisonale Epidemien einen Median von 1,28 mit einem Interquartilsbereich von 1,19 bis 1,37. Damit liegt die Influenza nach diesem einheitlichen Vergleichsmaß deutlich unter Diphtherie, kann aufgrund ihrer weltweiten und wiederkehrenden Zirkulation aber eine wesentlich größere jährliche Krankheitslast verursachen.

  • Medianer Reproduktionswert saisonaler Influenza in einer systematischen Übersicht: etwa 1,28.
  • Influenza-A- und Influenza-B-Viren verursachen regelmäßige saisonale Epidemien.
  • Übertragung erfolgt vor allem über respiratorische Partikel.
  • Die Zusammensetzung saisonaler Impfstoffe wird regelmäßig angepasst.
  • Ein relativ niedriges R₀ schließt eine große globale Krankheitslast nicht aus.
Typischer Vergleichswert
Median ca. 1,28
Interquartilsbereich
ca. 1,19–1,37 in der systematischen Übersicht
Erreger
Saisonal vor allem Influenza-A- und Influenza-B-Viren
Übertragung
Respiratorische Partikel sowie indirekte Übertragung über kontaminierte Hände möglich
Inkubationszeit
Meist etwa 1–4 Tage
Auftreten
Weltweite wiederkehrende saisonale Epidemien
Impfprävention
Ja, regelmäßig angepasste saisonale Impfstoffe
Besonderheit
Moderate Reproduktionszahl trifft auf globale Zirkulation und fortlaufende Virusveränderung
Quelle
PubMed / BMC Infectious Diseases

Zurück zur Übersicht


Warum die ansteckendste Krankheit nicht automatisch die gefährlichste ist

Die Basisreproduktionszahl misst das Potenzial zur Weiterverbreitung und nicht die Wahrscheinlichkeit, an einer Krankheit zu sterben oder bleibende Schäden zu erleiden. Masern können sich beispielsweise wesentlich leichter verbreiten als die historischen Pocken. Trotzdem waren Pocken aufgrund ihrer hohen Sterblichkeit über Jahrhunderte eine der verheerendsten Infektionskrankheiten der Menschheit. Umgekehrt kann eine Krankheit mit einem vergleichsweise niedrigen R₀ durch weltweite Verbreitung, kurze Infektionszyklen oder fehlende Immunität eine enorme Krankheitslast verursachen.

Auch die mathematische Interpretation verlangt Vorsicht. Ein R₀ von 10 bedeutet nicht, dass jeder einzelne Erkrankte exakt zehn Personen infiziert. Manche Menschen übertragen einen Erreger überhaupt nicht, andere können in bestimmten Situationen besonders viele Folgefälle verursachen. Zudem ist R₀ kein weltweit konstanter Naturwert: Kontaktmuster, Alter der Bevölkerung, Wohnverhältnisse und Berechnungsmethoden beeinflussen die Schätzung. Besonders deutlich wird dies bei SARS-CoV-2, dessen Varianten sich in ihrer Übertragbarkeit und Immunflucht unterscheiden.

Weitere wissenschaftliche Rankings und Faktenartikel finden sich in der Kategorie Wissenschaft auf top-10-liste.de.

R₀, R und Rt: Was ist der Unterschied?

R₀ beschreibt das theoretische Ausbreitungspotenzial zu Beginn einer Epidemie in einer vollständig empfänglichen Bevölkerung ohne Gegenmaßnahmen. Die effektive Reproduktionszahl berücksichtigt dagegen, dass ein Teil der Bevölkerung bereits immun sein kann oder Schutzmaßnahmen bestehen. Rt beschreibt die effektive Reproduktionszahl zu einem bestimmten Zeitpunkt. Deshalb kann eine Krankheit ein sehr hohes R₀ besitzen und sich in einer gut geimpften Bevölkerung trotzdem kaum verbreiten. Umgekehrt kann ein neu auftretender Erreger mit niedrigerem R₀ große Epidemien verursachen, wenn fast die gesamte Bevölkerung empfänglich ist. Das Ranking zeigt daher biologisches und epidemiologisches Übertragungspotenzial – nicht die aktuelle Ansteckungsgefahr an einem bestimmten Ort.

Häufige Fragen zu den ansteckendsten Krankheiten

Welche Krankheit ist die ansteckendste der Welt?

Masern gelten nach häufig verwendeten R₀-Schätzungen als eine der ansteckendsten bekannten menschlichen Infektionskrankheiten. Oft wird eine Basisreproduktionszahl von etwa 12 bis 18 angegeben. In vollständig empfänglichen Populationen können sich Masern deshalb außergewöhnlich schnell ausbreiten.

Was bedeutet eine Basisreproduktionszahl von 10?

Ein R₀ von 10 bedeutet vereinfacht, dass ein typischer Infizierter in einer vollständig empfänglichen Bevölkerung ohne Schutzmaßnahmen durchschnittlich zehn weitere Personen infizieren könnte. Der Wert ist ein theoretischer populationsbezogener Durchschnitt und keine Vorhersage für jeden einzelnen Erkrankten.

Ist COVID-19 ansteckender als Masern?

Einzelne Modellschätzungen für SARS-CoV-2-Varianten erreichen sehr hohe Werte, die Spannbreite ist jedoch groß und stark von Variante und Methode abhängig. Für Omikron ergab eine systematische Analyse im Durchschnitt ein R₀ von etwa 9,5. Der für Masern häufig genannte klassische Bereich von 12 bis 18 liegt darüber. Ein direkter Vergleich bleibt wegen unterschiedlicher Datengrundlagen mit Unsicherheit verbunden.

Warum können Krankheiten trotz Impfung weiter auftreten?

Kein Impfprogramm erreicht überall hundert Prozent der Bevölkerung, und die Dauer sowie Stärke des Impfschutzes unterscheiden sich je nach Krankheit und Impfstoff. Bei sehr ansteckenden Erregern können bereits lokale Immunitätslücken Ausbrüche ermöglichen. Impfungen können dennoch Erkrankungsrisiko, Komplikationen und Weiterverbreitung erheblich reduzieren.

Ist eine hohe R₀-Zahl gleichbedeutend mit hoher Sterblichkeit?

Nein. R₀ misst ausschließlich die Fähigkeit eines Erregers, sich unter bestimmten theoretischen Bedingungen auszubreiten. Die Sterblichkeit wird von anderen Faktoren bestimmt. Die historischen Pocken waren beispielsweise weniger ansteckend als Masern, verursachten aber einen erheblich höheren Anteil tödlicher Krankheitsverläufe.

Blogverzeichnis Bloggerei.de - Funnyblogs
Top-10-Listen
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.