Die 10 längsten Flüsse Europas

Die 10 längsten Flüsse Europas

Welche Flüsse prägen Europa am stärksten – und welche sind wirklich die längsten? Für diese Liste zählen alle benannten europäischen Flüsse inklusive großer Nebenflüsse; sortiert wird strikt nach der in der jeweils verlinkten Quelle genannten Gesamtlänge in Kilometern. So entsteht eine nachvollziehbare Top 10, die nicht nur die ganz großen Stromsysteme wie Wolga und Donau zeigt, sondern auch lange Nebenflüsse wie Kama oder Oka, die oft unterschätzt werden.

Übersicht

  1. 1. Wolga
  2. 2. Donau
  3. 3. Ural
  4. 4. Dnepr
  5. 5. Don
  6. 6. Petschora
  7. 7. Kama
  8. 8. Oka
  9. 9. Belaja
  10. 10. Dnister

Übersichtstabelle

Rang Fluss Länge laut Quelle Mündung Kernregion Besonderheit
1 Wolga ca. 3.700 km Kaspisches Meer Westrussland Längster Fluss Europas und Symbolstrom Russlands
2 Donau 2.888 km Schwarzes Meer Mittel- und Südosteuropa Internationalster Strom Europas mit 10 Anrainerstaaten
3 Ural 2.428 km Kaspisches Meer Russland, Kasachstan Klassischer Grenzfluss zwischen Europa und Asien
4 Dnepr 2.200 km Schwarzes Meer Russland, Belarus, Ukraine Einer der geschichtsträchtigsten Ostflüsse Europas
5 Don 1.930 km Asowsches Meer Südwestrussland Historische Wasserstraße mit direkter Volga-Anbindung per Kanal
6 Petschora 1.809 km Barentssee Nordeuropäisches Russland Arktisch geprägter Großfluss mit sehr abgelegenem Einzugsgebiet
7 Kama 1.805 km Wolga Westrussland Länger als viele bekannte Hauptflüsse Europas, aber „nur“ Nebenfluss
8 Oka 1.500 km Wolga Zentralrussland Größter rechter Nebenfluss der Wolga
9 Belaja 1.420 km Kama Baschkortostan Langer Uralfluss mit wichtiger Rolle im Kama-System
10 Dnister 1.350 km Schwarzes Meer Ukraine, Moldau Zweiter großer Strom der Ukraine und Lebensader Moldaus

Wolga

Rang: 1

Die Wolga ist der Fluss, an dem in Europa schlicht niemand vorbeikommt. Sie ist nicht nur der längste Strom des Kontinents, sondern auch ein Fluss mit enormer kultureller Aufladung. In Russland wird sie seit Jahrhunderten als „Mutter Wolga“ besungen, beschrieben und politisch wie wirtschaftlich genutzt. Genau diese Doppelrolle aus Naturraum und Zivilisationsachse macht sie so besonders. Wer auf eine Karte schaut, erkennt sofort, wie tief die Wolga in den europäischen Teil Russlands eingreift. Sie verbindet weite Landschaften, industrielle Zentren, alte Handelsräume und den Zugang zum Kaspischen Meer. Ihre Länge allein wäre schon beeindruckend, doch bei der Wolga kommt hinzu, dass sie über Kanalsysteme indirekt mit mehreren Meeren verbunden ist. So wird aus einem einzelnen Fluss ein ganzes Verkehrsnetz, das weit über den eigentlichen Lauf hinaus Wirkung entfaltet.

Gerade deshalb ist die Wolga nicht einfach nur die Nummer eins dieser Liste, sondern der eigentliche Maßstab für europäische Flussdimensionen. Viele Flüsse in West- und Mitteleuropa wirken im Vergleich fast kompakt, obwohl sie historisch hochbedeutend sind. Die Wolga dagegen repräsentiert jene großräumige Dimension Osteuropas, in der Entfernungen anders gedacht werden müssen. Ihr Lauf durch Reservoirs, Städte und landwirtschaftliche Räume macht sie zu einer Lebensader von enormem Format. Dazu kommt ihre symbolische Bedeutung als Herzlinie des europäischen Russlands. Ohne die Wolga wäre ein Großteil der russischen Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte anders verlaufen. Dass sie auf Rang eins steht, ist also nicht nur eine Frage von Kilometern. Die Wolga ist Europas Superfluss – in Länge, Einfluss und historischer Tiefe.

  • Die Quelle nennt die Wolga als längsten Fluss Europas.
  • Sie mündet in das Kaspische Meer.
  • Im russischen Kulturraum gilt sie als „Mutter Wolga“.
Flusstyp
Großer Binnenstrom des europäischen Russlands
Sortiergrund
Mit rund 3.700 Kilometern laut Quelle klar Rang 1 in Europa
Quelle
National Geographic Education – Understanding Rivers

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Donau

Rang: 2

Die Donau ist Europas internationalster Fluss und wahrscheinlich jener Strom, der am deutlichsten zeigt, wie eng Natur und Geschichte auf diesem Kontinent miteinander verflochten sind. Sie entspringt im Schwarzwald und zieht sich dann in einem gewaltigen Bogen bis zum Schwarzen Meer. Allein diese räumliche Spannweite erklärt bereits ihren Rang in dieser Liste. Doch die Donau ist nicht nur lang, sondern auch politisch und kulturell außergewöhnlich. Kein anderer europäischer Großfluss verbindet so viele Staaten, Sprachräume und historische Regionen direkt miteinander. Gerade dadurch wirkt sie weniger wie ein nationaler Fluss als wie eine gesamteuropäische Achse. Wer über die Donau spricht, spricht automatisch auch über Wien, Budapest, Belgrad, das Donaudelta und über Jahrhunderte von Handel, Grenzziehungen und Machtverschiebungen.

Ihr besonderer Reiz liegt in dieser Vielfalt. Die Donau ist zugleich Alpenvorlandfluss, mitteleuropäische Handelsroute, pannonischer Strom, Balkangrenze und Deltafluss. Jede dieser Landschaften gibt ihr einen anderen Charakter. Mal wirkt sie geordnet und urban, mal breit und ruhig, mal wild und naturbelassen. Gerade diese Wandlungsfähigkeit macht sie so faszinierend. In der Europäischen Union ist sie zudem der längste Fluss, der vollständig oder teilweise durch Mitgliedstaaten verläuft. Das verleiht ihr auch heute eine enorme praktische Bedeutung für Verkehr, Ökologie und Kooperation über Grenzen hinweg. Als Rang zwei der längsten Flüsse Europas steht die Donau deshalb für mehr als reine Länge. Sie ist der Fluss, an dem sich Europa fast exemplarisch ablesen lässt: vielsprachig, vernetzt, historisch aufgeladen und geographisch außergewöhnlich vielfältig.

  • Die Quelle nennt eine Gesamtlänge von 2.888 Kilometern.
  • Die Donau ist der längste Fluss in der Europäischen Union.
  • Sie passiert auf ihrem Weg zehn Länder und vier Hauptstädte.
Flusstyp
Internationaler Strom Mittel- und Südosteuropas
Sortiergrund
Mit 2.888 Kilometern die klare Nummer zwei hinter der Wolga
Quelle
Europäische Kommission – Improving inland navigation along the EU’s longest river

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Ural

Rang: 3

Der Ural ist einer der spannendsten Flüsse Europas, weil er nicht nur durch seine Länge beeindruckt, sondern auch durch seine symbolische Rolle als Teil der Grenze zwischen Europa und Asien. Genau das macht ihn geographisch so aufgeladen. Während die Wolga und die Donau als klassische Großströme unmittelbar einleuchten, ist der Ural für viele Menschen eher eine Entdeckung. Dabei reicht seine Länge von 2.428 Kilometern locker für einen Spitzenplatz. Er entspringt im Uralgebirge, begleitet damit gewissermaßen jenen Raum, der selbst als Kontinentgrenze gilt, und zieht sich schließlich bis in das Kaspische Meer. Damit ist er einer der Flüsse, die Europas Randzonen besonders eindrucksvoll markieren.

Seine Faszination entsteht aus diesem Grenzcharakter. Der Ural ist nicht nur Wasserlauf, sondern auch Teil einer großen geographischen Erzählung: Wo endet Europa, wo beginnt Asien? In Schulatlanten, politischen Karten und klassischen Lehrbüchern taucht der Fluss immer wieder als Referenzlinie auf. Gleichzeitig ist er ein echter Lebens- und Wirtschaftsraum für Städte, Industrie und Landwirtschaft in Russland und Kasachstan. Anders als die Donau wirkt er weniger international im europäischen Sinne, aber dafür umso stärker als Fluss einer Übergangszone. Gerade das macht ihn so eigenständig. In dieser Top 10 steht der Ural auf Rang drei, weil seine dokumentierte Länge klar über Dnepr, Don und allen übrigen europäischen Flüssen liegt. Er ist damit ein geographischer Sonderfall mit Rekordformat – ein Fluss, der nicht nur Landschaften durchzieht, sondern gleich zwei Kontinente begrifflich voneinander trennt.

  • Die Quelle gibt für den Ural 2.428 Kilometer an.
  • Er fließt durch Russland und Kasachstan.
  • Der Ural gilt klassisch als Teil der Europa-Asien-Grenze.
Flusstyp
Grenzfluss zwischen Europa und Asien
Sortiergrund
Mit 2.428 Kilometern deutlich länger als Dnepr und Don
Quelle
Britannica – Ural River

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Dnepr

Rang: 4

Der Dnepr gehört zu den großen historischen Strömen Osteuropas und wirkt auf Karten fast wie eine senkrechte Achse zwischen dem Raum westlich von Moskau und dem Schwarzen Meer. Seine Länge von 2.200 Kilometern bringt ihn auf Rang vier dieser Liste. Doch seine eigentliche Bedeutung liegt noch tiefer. Der Dnepr war über Jahrhunderte eine Verkehrs- und Siedlungsader von enormem Gewicht. Entlang seines Laufs entstanden bedeutende Städte, Handelsrouten und politische Zentren. Gerade in der Geschichte von Belarus und der Ukraine spielt er eine Schlüsselrolle. Er ist nicht nur ein Fluss, sondern ein prägender Raum, an dem sich wirtschaftliche Entwicklung, Energiegewinnung und kulturelle Identität bündeln.

Seine Größe wird oft unterschätzt, weil Westeuropa andere Flüsse stärker im kulturellen Gedächtnis trägt. Doch der Dnepr steht ihnen in historischer Wucht kaum nach. Er verbindet nördliche Wald- und Hügellandschaften mit den breiteren Ebenen und Industrieregionen weiter südlich. Dazu kommt, dass er über weite Abschnitte schiffbar gemacht und durch Stauseen verändert wurde. Das hat seine Rolle als Energieraum und Verkehrsachse verstärkt, den ursprünglichen Charakter vieler Flussabschnitte aber auch verändert. Gerade diese Verbindung von natürlicher Größe und tiefem menschlichem Eingriff macht ihn so typisch für die großen Ströme Osteuropas. In dieser Liste steht der Dnepr auf Rang vier, weil seine Länge klar unter Ural, aber noch deutlich über Don und Petschora liegt. Er ist damit einer der letzten wirklich kontinental wirkenden Flüsse, bevor die europäische Rangfolge in etwas kleinere, aber immer noch sehr mächtige Stromsysteme übergeht.

  • Die Quelle nennt eine Länge von 2.200 Kilometern.
  • Der Dnepr fließt durch Russland, Belarus und die Ukraine.
  • Er mündet in das Schwarze Meer.
Flusstyp
Großstrom Osteuropas
Sortiergrund
Mit 2.200 Kilometern klar Rang 4 der längsten europäischen Flüsse
Quelle
Britannica – Dnieper River

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Don

Rang: 5

Der Don ist einer jener Flüsse, deren Name sofort Geschichte mitschwingen lässt. Schon in antiken und frühneuzeitlichen Beschreibungen taucht er als bedeutender Strom des südlichen Russland auf. Heute erreicht er mit 1.930 Kilometern Platz fünf dieser Liste. Anders als die ganz großen europäischen Flüsse wirkt der Don geografisch etwas kompakter, besitzt aber dennoch ein enormes Einzugsgebiet und eine lange Tradition als Verkehrsraum. Er entspringt südöstlich von Tula, durchzieht die weiten Ebenen Südwestrusslands und mündet schließlich in das Asowsche Meer. Gerade diese Lage macht ihn strategisch spannend: Er verbindet das russische Binnenland mit dem Schwarzmeerraum und ist zugleich über den Wolga-Don-Kanal eng an das Wolga-System gekoppelt.

Diese Verknüpfung ist einer der Gründe, warum der Don historisch und wirtschaftlich weit mehr Bedeutung hat, als sein fünfter Platz vielleicht vermuten lässt. Er war Transportweg für Getreide, Holz und andere Massengüter und spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung der südlichen Steppenräume. Hinzu kommt seine kulturelle Aufladung, nicht zuletzt durch die Geschichte der Don-Kosaken. Dadurch ist der Fluss in Russland weit mehr als eine geographische Linie. Er ist Teil eines historischen Erinnerungsraums. Seine Landschaft ist dabei typisch für große Ebenenflüsse: ruhig wirkend, aber von großer Reichweite, breit, oft schwer zu überschauen und eng mit Landwirtschaft und Siedlungsgeschichte verbunden. Der Don markiert in dieser Rangliste den Übergang zwischen den continent-umspannenden Spitzenflüssen und den immer noch sehr langen, aber stärker regional geprägten Großströmen Europas.

  • Die Quelle nennt für den Don 1.930 Kilometer.
  • Er ist über einen Kanal mit der Wolga verbunden.
  • Der Don mündet in das Asowsche Meer.
Flusstyp
Großfluss der russischen Steppe
Sortiergrund
Mit 1.930 Kilometern knapp vor Petschora und Kama
Quelle
Encyclopedia.com – Don

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Petschora

Rang: 6

Die Petschora ist ein Fluss, den viele außerhalb Russlands kaum kennen – und gerade deshalb überrascht ihr Rang in dieser Liste so stark. Mit 1.809 Kilometern ist sie länger als zahlreiche bekanntere europäische Flüsse. Ihr Lauf führt durch den hohen Norden des europäischen Russlands bis zur Barentssee und gibt ihr einen klar arktischen Charakter. Genau das hebt sie von vielen anderen Großflüssen Europas ab. Während Donau, Dnepr oder Don durch dichter besiedelte Räume mit langer agrarischer und urbaner Tradition verlaufen, ist die Petschora viel stärker ein Fluss der Weite, Kälte und Abgeschiedenheit. In ihrer Landschaft dominieren nicht Metropolen, sondern riesige Wald- und Tundrenräume.

Gerade diese nördliche Prägung macht die Petschora geographisch so faszinierend. Sie zeigt, dass Europas Großflüsse nicht nur in den berühmten Kulturräumen des Kontinents liegen, sondern auch in Regionen, die eher mit Einsamkeit, Ressourcen und harschem Klima verbunden werden. Der Fluss friert über lange Zeit zu und bleibt dennoch eine wichtige Verkehrs- und Wirtschaftsader für sein Gebiet. Das verleiht ihm eine eigene Art von Größe. Es ist nicht die internationale Aufmerksamkeit der Donau und auch nicht die symbolische Wucht der Wolga, sondern eine sachlichere, fast rohe Dimension. In dieser Top 10 steht die Petschora deshalb für den Norden Europas: fern, riesig und hydrologisch beeindruckend. Dass sie die Kama nur knapp übertrifft, macht den mittleren Teil der Rangliste besonders spannend. Denn hier entscheidet nicht mehr ein riesiger Abstand, sondern oft nur eine schmale Differenz in der Flusslänge.

  • Die Quelle gibt für die Petschora 1.809 Kilometer an.
  • Sie mündet über ein Delta in die Barentssee.
  • Der Fluss ist stark arktisch geprägt und lange Zeit gefroren.
Flusstyp
Arktischer Großfluss Nordeuropas
Sortiergrund
Mit 1.809 Kilometern knapp vor der Kama
Quelle
Britannica – Pechora River

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Kama

Rang: 7

Die Kama ist einer der besten Belege dafür, dass Nebenflüsse in Europa durchaus Hauptfluss-Dimensionen erreichen können. Mit 1.805 Kilometern ist sie nur minimal kürzer als die Petschora und länger als zahllose bekannte Ströme in West- und Mitteleuropa. Trotzdem wird sie im allgemeinen Bewusstsein oft nur als Nebenfluss der Wolga wahrgenommen. Das ist geographisch korrekt, unterschätzt aber ihre tatsächliche Größe gewaltig. Die Kama entspringt in Udmurtien und zieht in einem weiten, teils überraschend verschlungenen Lauf durch Westrussland, bevor sie in die Wolga einmündet. Dadurch gehört sie zum gewaltigen Wolga-System, besitzt aber zugleich eine sehr starke Eigenständigkeit. Wer allein auf die Länge schaut, könnte die Kama fast schon für einen großen europäischen Hauptfluss halten.

Genau diese Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und realem Format macht ihren Platz in der Liste so spannend. Die Kama zeigt, wie übermächtig das Wolga-System im europäischen Russland eigentlich ist. Denn wenn selbst ein Nebenfluss über 1.800 Kilometer erreicht, wird klar, in welchen Maßstäben hier gedacht werden muss. Landschaftlich verbindet die Kama nördlichere Waldzonen mit stärker besiedelten und wirtschaftlich genutzten Räumen weiter südlich. Historisch und ökonomisch ist sie deshalb alles andere als ein Randgewässer. Vielmehr war und ist sie Teil eines riesigen Verkehrs- und Versorgungsnetzes. In dieser Top 10 steht sie auf Rang sieben und veranschaulicht besonders gut, warum der gewählte Sortiermaßstab – alle benannten Flüsse Europas, inklusive langer Nebenflüsse – sinnvoll ist. Ohne die Kama wäre diese Liste zwar einfacher, aber deutlich weniger geographisch ehrlich.

  • Die Quelle nennt für die Kama 1.805 Kilometer.
  • Sie mündet unterhalb von Kasan in die Wolga.
  • Die Kama ist einer der längsten Nebenflüsse Europas.
Flusstyp
Langer Nebenfluss im Wolga-System
Sortiergrund
Mit 1.805 Kilometern nur knapp hinter der Petschora
Quelle
Britannica – Kama River

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Oka

Rang: 8

Die Oka ist ein Fluss, dessen Bedeutung auf Karten des europäischen Russlands schnell sichtbar wird, im öffentlichen Bewusstsein außerhalb Osteuropas aber häufig untergeht. Dabei bringt es dieser Strom auf 1.500 Kilometer Länge und damit auf Rang acht in Europa. Als größter rechter Nebenfluss der Wolga ist die Oka ein zentraler Baustein des russischen Flusssystems. Ihr Lauf verbindet Teile Zentralrusslands mit dem großen Wolga-Raum und durchquert dabei Landschaften, die seit Jahrhunderten dicht besiedelt und landwirtschaftlich wie wirtschaftlich stark genutzt sind. Gerade weil die Oka kein Grenzfluss zwischen Staaten und kein weltberühmter Rekordträger ist, wirkt sie zunächst unspektakulär. In Wirklichkeit ist sie aber ein Fluss von gewaltigem Maßstab.

Ihre Stärke liegt in dieser stillen Größe. Die Oka zeigt exemplarisch, wie sehr Russland hydrologisch von einem Netzwerk großer Nebenflüsse geprägt ist. Sie entspringt im Zentralrussischen Höhenland und windet sich in einer langen, teils sehr kurvenreichen Linie bis zur Mündung in die Wolga bei Nischni Nowgorod. Damit ist sie nicht nur geographisch, sondern auch historisch eng mit einem der wichtigsten Städte- und Verkehrsachsenräume Russlands verbunden. In dieser Rangliste markiert die Oka einen weiteren Schritt hin zu den sehr langen, aber weniger international prominenten Flüssen Europas. Und doch ist sie mit 1.500 Kilometern immer noch ein Strom, den viele Länder des Kontinents nie erreichen. Genau darin liegt ihre Faszination: Die Oka ist kein Superstar Europas, aber ein echter Riese im Schatten der Wolga.

  • Die Quelle gibt für die Oka 1.500 Kilometer an.
  • Sie ist der größte rechte Nebenfluss der Wolga.
  • Die Oka mündet bei Nischni Nowgorod in die Wolga.
Flusstyp
Großer Nebenfluss der Wolga
Sortiergrund
Mit 1.500 Kilometern klar vor Belaja und Dnister
Quelle
Britannica – Oka River

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Belaja

Rang: 9

Die Belaja ist wahrscheinlich der überraschendste Fluss dieser Top 10. Viele europäische Ranglisten konzentrieren sich fast automatisch auf die bekannten großen Namen, sodass ein langer Fluss wie die Belaja leicht durchs Raster fällt. Mit 1.420 Kilometern steht sie jedoch vollkommen verdient auf Rang neun. Sie fließt durch Baschkortostan im westlichen Zentralrussland, entspringt im südlichen Uralraum und gehört als größter Nebenfluss der Kama zu einem der mächtigsten Flusssysteme Europas. Gerade das macht sie so interessant: Die Belaja ist nicht nur lang, sondern Teil einer hydrologischen Kette, die über Kama und Wolga bis zum Kaspischen Meer reicht. Damit ist sie kein isolierter Regionalfluss, sondern ein ernstzunehmender Bestandteil des europäischen Großgewässernetzes.

Ihre landschaftliche Struktur trägt zusätzlich zu ihrem Reiz bei. Die Quelle beschreibt einen Wechsel von engerem Gebirgstal zu breiterem, terrassiertem Tal, also einen Fluss, der vom Uralraum in größere, offenere Landschaften übergeht. Solche Übergänge machen Flüsse oft besonders prägend, weil sie unterschiedliche Natur- und Siedlungsräume miteinander verbinden. Die Belaja zeigt darüber hinaus, wie stark die Länge europäischer Flüsse jenseits des traditionellen West- und Mitteleuropa-Blicks zunimmt. Wer nur Rhein, Elbe, Rhône oder Po vor Augen hat, wird kaum vermuten, dass ein vergleichsweise wenig bekannter Uralfluss auf über 1.400 Kilometer kommt. Genau deshalb ist die Belaja in dieser Liste so wertvoll. Sie erweitert den Blick darauf, was „lange europäische Flüsse“ tatsächlich bedeutet. Ihr Rang neun ist kein Kuriosum, sondern ein gutes Beispiel dafür, wie großräumig Europas Wassergeographie im Osten wirklich ist.

  • Die Quelle nennt für die Belaja 1.420 Kilometer.
  • Sie ist der größte Nebenfluss der Kama.
  • Die Belaja entspringt im südlichen Uralraum.
Flusstyp
Langer Ural- und Kama-Nebenfluss
Sortiergrund
Mit 1.420 Kilometern Rang 9 vor dem Dnister
Quelle
Britannica – Belaya River

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Dnister

Rang: 10

Der Dnister schließt diese Top 10 als einer der wichtigsten Flüsse Südosteuropas ab. Mit 1.350 Kilometern ist er etwas kürzer als Belaja und Oka, bleibt aber dennoch deutlich länger als viele bekannte west- und mitteleuropäische Ströme. Gerade das macht ihn zu einem starken letzten Platz. Er entspringt in den Karpaten, fließt durch die Ukraine und Moldau und erreicht schließlich das Schwarze Meer. Damit verbindet er Gebirgsursprünge mit Tiefland, Grenzräumen und Küstenlandschaft. Seine Bedeutung ist besonders für Moldau kaum zu überschätzen. Dort fungiert der Dnister als zentrale Wasserader, während er zugleich einer der großen Flüsse der Ukraine bleibt. Diese politische und geographische Doppelrolle verleiht ihm ein besonderes Profil.

Anders als die Wolga oder Donau ist der Dnister kein Fluss des absoluten Superlativs, sondern einer der markanten regionalen Großströme Europas. Genau deshalb eignet er sich hervorragend als Abschluss dieser Liste. Er zeigt, dass selbst Rang zehn in Europa noch eine sehr respektable Flusslänge bedeutet. Seine Landschaftsformen reichen von engeren Talabschnitten bis zu breiteren, stärker geschwungenen Mittelläufen. Dadurch wirkt er abwechslungsreich und prägt sehr unterschiedliche Regionen. Historisch war er Grenzfluss, Verkehrsraum und Ressource zugleich. In modernen Karten bleibt er einer der wichtigsten Flüsse des nordwestlichen Schwarzmeerraums. Wer die längsten Flüsse Europas verstehen will, sollte den Dnister deshalb nicht nur als letzten Platz lesen, sondern als Hinweis auf die enorme Spannweite des Kontinents. Selbst der zehnte Fluss dieser Liste ist noch ein echter Großstrom.

  • Die Quelle nennt für den Dnister 1.350 Kilometer.
  • Er ist der zweitlängste Fluss der Ukraine.
  • Der Dnister ist die wichtigste Wasserader Moldaus.
Flusstyp
Großfluss des nordwestlichen Schwarzmeerraums
Sortiergrund
Mit 1.350 Kilometern der zehnte Fluss dieser Europa-Rangliste
Quelle
Britannica Kids – Dniester River

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